Wann warst Du zuletzt in einer Fabrikhalle?Torsten hat geschrieben:Und das alles untermalt von einer Musik, die an Fabrikhallenkrach erinnert.
Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Gruß Jürgen
Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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- Robert Ketelhohn
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Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Aufgrund meiner eigenen Weltjugendtagserfahrung möchte ich das entschieden bestreiten. Der Geist dabei spielt auch eine Rolle. Stefan hat recht.iustus hat geschrieben:Laß Dir von jemandem, der das Gedränge auf dem Marienfeld erlebt hat, sagen: Das wäre exakt genauso passiert!Stefan hat geschrieben:Mal abgesehen davon, daß das wohl niemand will: Bei gleichem Sicherheitskonzept wie bei der Loveparade wäre wohl bei einem Weltjugendtag bzw. bei einem Papstbesuch nichts passiert.
Ferner stimme ich, wie schon angedeutet, der prinzipiell negativen Einschätzung der „Loveparaden“ zu, die oben verschiedentlich geäußert wurde. Auch kann man die Teilnehmer nicht von einer Mitverantwortung freisprechen, selbstverständlich ohne daß ich damit alle über einen Kamm scheren wollte.
Andererseits kann man auch nicht Veranstalter und sonstige Verantwortliche freisprechen. Angesichts der auf dem Veranstaltungsgelände erwarteten Anzahl an Teilnehmern mußte man den Tunnel als auf dem Weg dahin zu passierendes Nadelöhr einer peinlichen Sicherheitsbetrachtung unterziehen. Insbesondere wäre zu definieren gewesen, wieviele Teilnehmer zugleich diesen Tunnel gefahrlos passieren können und darum maximal hätten passieren dürfen.
Es hätte sich vermutlich gezeigt, daß es Stunden dauert, vielleicht zwölf Stunden oder mehr, bis alle Teilnehmer „drinnen“ sind. (Dabei habe ich angenommen, das je Stunde 100.000 Personen den Tunnel passieren können, oder je ca. 28 pro Sekunde ihn betreten und ebensoviele verlassen. Das ist auch bei der Breite des Tunnels noch sehr viel.)
Dabei muß „Gegenverkehr“ durch geeignete Ordnungsmaßnahmen ausgeschlossen werden. Nach zwei, drei, vier Stunden muß man schon mit Personen rechnen, die wieder weg wollen. Zum Verlassen des Geländes hätte es also einen andern Weg mit ebenfalls ausreichenden Kapazitäten geben müssen.
Um das Zuströmen zu vieler Personen auf einmal auf dem Weg hinein zu verhindern, hätte es weiträumig im Vorfeld mehrfache Absperrungen geben müssen, mit ausreichender Zahl an Ordnungskräften besetzt, die man bei Bedarf abgestuft hätte schließen und öffnen können.
Die Erkenntnis (oder das Eingeständnis) der Notwendigkeit solcher Maßnahmen hätte vermutlich dazu geführt, das Gelände als ungeeignet einzustufen. Offenbar hat es ja im unmittelbaren Vorfeld noch Versuche von Sicherheitsverantwortlichen gegeben, die Veranstaltung abzusagen, vermutlich aufgrund von Überlegungen, wie ich sie eben skizziert habe.
Daß man offenkundig verantwortlicherseits die nötigen Sicherheitsbetrachtungen nicht durchgeführt oder sich über sie hinweggesetzt hat, muß m. E. zu analogen Konsequenzen führen wie im Fall, daß etwa ein Bauherr die Brandschutzbestimmungen vorsätzlich mißachtet und in der Folge bei einem Brand viele Menschen ums Leben kommen. Ohne langjährige Freiheitsstrafen geht das nicht ab, und dasselbe ist hier geboten, vorausgesetzt selbstverständlich den Nachweis persönlicher Schuld. Ob Teilnehmer besoffen, mit Drogen vollgepumpt oder sonstwie bedröhnt oder einfach aggressiv waren, spielt dabei keinerlei Rolle.
Wenn eine Disko ausbrennt und hundert Menschen verkohlen, weil der Besitzer sich einen Dreck um Brandschutz und Flucht- und Rettungswege gekümmert hat, kann er sich auch nicht damit herausreden, die Opfer seien alle bekiffte Junkies gewesen, um die es nicht schade sei. Er kommt für lange ins Loch, und möglichst für immer. Gerechterweise würde er selber brennen. Hinsichtlich der „Loveparade“ sage ich: Wer hier in verantwortlicher Position bewußt Sicherheitsbestimmungen mißachtet hat, der würde gerechterweise lebendig begraben.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.
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Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Da gibt es scharfe Lärmschutzbestimmungen.Juergen hat geschrieben:Wann warst Du zuletzt in einer Fabrikhalle?Torsten hat geschrieben:Und das alles untermalt von einer Musik, die an Fabrikhallenkrach erinnert.
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Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Wenn ich die Medien richtig verfolgt habe, so sind die Verantwortlichen davon ausgegangen, daß 20.000 Personen pro Stunde den Tunnel (gefahrlos) passieren können.Robert Ketelhohn hat geschrieben:(Dabei habe ich angenommen, das je Stunde 100.000 Personen den Tunnel passieren können...
Wenn zum Zeitpunkt des Unglücks aber hunderttausende an Personen dort waren, wird klar, daß die angenommene Zahl viel zu klein war, und viel mehr Leute da durchgeschleust wurden.
Wie das beim Ende hätte aussehen sollen, will ich mir gar nicht vorstellen.
Selbst bei "nur" 400.000 Besuchern hätte es 20 Stunden gedauert... Absurd!
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Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Nicht ganz.Robert Ketelhohn hat geschrieben:Da gibt es scharfe Lärmschutzbestimmungen.Juergen hat geschrieben:Wann warst Du zuletzt in einer Fabrikhalle?Torsten hat geschrieben:Und das alles untermalt von einer Musik, die an Fabrikhallenkrach erinnert.
Eine Maschine kann so laut sein wie sie laut ist.
Es muß dann nur eben ab einer gewissen Lautstärke Lärmschutz zur Verfügung gestellt und ab einer gewissen Lautstärke auch verpflichtend getragen werden.
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Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Ich streite gar nicht ab, dass auch der Geist eine Rolle spielt. Alkohol, Drogen und Partylaune mögen die Situation verschlimmert haben. Aber es wäre das Gleiche passiert, wenn man auf dem Marienfeld nur einen einzigen Zu- und Ausgang durch einen derartigen Tunnel gehabt hätte. Insofern hat Stefan Unrecht.Robert Ketelhohn hat geschrieben:Aufgrund meiner eigenen Weltjugendtagserfahrung möchte ich das entschieden bestreiten. Der Geist dabei spielt auch eine Rolle. Stefan hat recht.iustus hat geschrieben:Laß Dir von jemandem, der das Gedränge auf dem Marienfeld erlebt hat, sagen: Das wäre exakt genauso passiert!Stefan hat geschrieben:Mal abgesehen davon, daß das wohl niemand will: Bei gleichem Sicherheitskonzept wie bei der Loveparade wäre wohl bei einem Weltjugendtag bzw. bei einem Papstbesuch nichts passiert.
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Oft genug, um den Schlagbaum und den Stacheldraht drumherum hassen zu lernen.Juergen hat geschrieben:Wann warst Du zuletzt in einer Fabrikhalle?Torsten hat geschrieben:Und das alles untermalt von einer Musik, die an Fabrikhallenkrach erinnert.
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Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Um so schlimmer. Ich sagte ja selber, daß meine Handgelenkszahl (habe nur die Bilder gesehen) von 100.000/h bzw. 28/s sehr hoch sei. Wenn man weiß, wie sich dichte Menschenmassen bewegen (ich denke an Erfahrungen von der Grünen Woche), dann sind 20.000 bestimmt realistischer. Die Sicherheitsexperten haben ja Erfahrung, das einzuschätzen. Und wenn schon 100.000 den Gedanken an eine Veranstaltung an diesem Ort ad absurdum führen, wieviel mehr dann 20.000!Juergen hat geschrieben:Wenn ich die Medien richtig verfolgt habe, so sind die Verantwortlichen davon ausgegangen, daß 20.000 Personen pro Stunde den Tunnel (gefahrlos) passieren können. Wenn zum Zeitpunkt des Unglücks aber hunderttausende an Personen dort waren, wird klar, daß die angenommene Zahl viel zu klein war, und viel mehr Leute da durchgeschleust wurden. Wie das beim Ende hätte aussehen sollen, will ich mir gar nicht vorstellen. Selbst bei "nur" 400.000 Besuchern hätte es 20 Stunden gedauert... Absurd!Robert Ketelhohn hat geschrieben:(Dabei habe ich angenommen, das je Stunde 100.000 Personen den Tunnel passieren können...
Gar keine Frage, das wird mir jetzt immer deutlicher: Ohne empfindliche Freiheitsstrafen darf das nicht abgehen. Mindestens haben Verantwortliche grob fahrlässig gehandelt, wahrscheinlich sogar – nach den Berichten zu urteilen – vorsätzlich.
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Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Ja, sicher. War vor einigen Tagen gerade erst mal wieder in solch einem Raum, wo draußen vor der Tür schon der Behälter mit den Ohrenstöpseln für Besucher hängt.Juergen hat geschrieben:Nicht ganz.Robert Ketelhohn hat geschrieben:Da gibt es scharfe Lärmschutzbestimmungen.Juergen hat geschrieben:Wann warst Du zuletzt in einer Fabrikhalle?Torsten hat geschrieben:Und das alles untermalt von einer Musik, die an Fabrikhallenkrach erinnert.
Eine Maschine kann so laut sein wie sie laut ist.
Es muß dann nur eben ab einer gewissen Lautstärke Lärmschutz zur Verfügung gestellt und ab einer gewissen Lautstärke auch verpflichtend getragen werden.
Es gibt da dann zusätzlich noch Bestimmungen, wie lange sich einer da aufhalten darf. Jenseits einer definierten Lautstärke darf das kein ständiger Arbeitsplatz mehr sein, egal was du dir in die Ohren stopfst.
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Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Ich glaube das nicht, wie gesagt. Aber keiner von uns kann seine Meinung beweisen – oder auch nur die des andern falsifizieren. Darum müssen wir’s einfach so stehen lassen.iustus hat geschrieben:Ich streite gar nicht ab, dass auch der Geist eine Rolle spielt. Alkohol, Drogen und Partylaune mögen die Situation verschlimmert haben. Aber es wäre das Gleiche passiert, wenn man auf dem Marienfeld nur einen einzigen Zu- und Ausgang durch einen derartigen Tunnel gehabt hätte. Insofern hat Stefan Unrecht.Robert Ketelhohn hat geschrieben:Aufgrund meiner eigenen Weltjugendtagserfahrung möchte ich das entschieden bestreiten. Der Geist dabei spielt auch eine Rolle. Stefan hat recht.iustus hat geschrieben:Laß Dir von jemandem, der das Gedränge auf dem Marienfeld erlebt hat, sagen: Das wäre exakt genauso passiert!Stefan hat geschrieben:Mal abgesehen davon, daß das wohl niemand will: Bei gleichem Sicherheitskonzept wie bei der Loveparade wäre wohl bei einem Weltjugendtag bzw. bei einem Papstbesuch nichts passiert.
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Stefan
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Das Gelände in Duisburg ist ca. 300.000 qm groß. Es gab selbst zum Zeitpunkt des Unglücks noch sehr viel freie Fläche. Insgesamt haben vielleicht 250.000 Menschen den Platz bevölkert.
Wäre der Tunnel prinzipiell das Problem gewesen, dann hätte es zwischen 12:00 und 23:00 permanent Zwischenfälle geben müssen.
Es gab aber nur gegen 16:30 diese Situation, die offenbar durch eine schlechte Abstimmung zwischen Einlass und Auslass verursacht wurde. Dazu hatte die Polizei eine Sperre errichten wollen, die von den "Fans" aber überrannt wurde.
Es waren zu keinem Zeitpunkt hunderttausende im Tunnel. Dieser war 12m breit und ca. 300 m lang, fasste als mit 3600 qm maximal 10 - 20.000 Menschen.
Wäre der Tunnel prinzipiell das Problem gewesen, dann hätte es zwischen 12:00 und 23:00 permanent Zwischenfälle geben müssen.
Es gab aber nur gegen 16:30 diese Situation, die offenbar durch eine schlechte Abstimmung zwischen Einlass und Auslass verursacht wurde. Dazu hatte die Polizei eine Sperre errichten wollen, die von den "Fans" aber überrannt wurde.
Es waren zu keinem Zeitpunkt hunderttausende im Tunnel. Dieser war 12m breit und ca. 300 m lang, fasste als mit 3600 qm maximal 10 - 20.000 Menschen.
Zuletzt geändert von Stefan am Mittwoch 28. Juli 2010, 22:02, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Mindestens haben Verantwortliche grob fahrlässig gehandelt, wahrscheinlich sogar – nach den Berichten zu urteilen – vorsätzlich.
Sicher haben die Verantwortlichen vorsätzlich gehandelt.
Wie denn auch sonst?
Und warum sollen die bestraft werden und für was?
Das scheint mir postkommunistische Sozidenke.
Der OB von Duisburg stünde vermutlich gerade für eine Ehrung an,
wenn da nicht gerade mal wieder die Betroffenheitsmafia agieren
würde.
Zuletzt geändert von obsculta am Mittwoch 28. Juli 2010, 22:07, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
In Mekka wurden mal rund 300 Leute totgetrampelt und von denen ist kaum anzunehmen, daß sie besoffen oder zugekifft waren.Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ich glaube das nicht, wie gesagt. Aber keiner von uns kann seine Meinung beweisen – oder auch nur die des andern falsifizieren. Darum müssen wir’s einfach so stehen lassen.iustus hat geschrieben:Ich streite gar nicht ab, dass auch der Geist eine Rolle spielt. Alkohol, Drogen und Partylaune mögen die Situation verschlimmert haben. Aber es wäre das Gleiche passiert, wenn man auf dem Marienfeld nur einen einzigen Zu- und Ausgang durch einen derartigen Tunnel gehabt hätte. Insofern hat Stefan Unrecht.Robert Ketelhohn hat geschrieben:Aufgrund meiner eigenen Weltjugendtagserfahrung möchte ich das entschieden bestreiten. Der Geist dabei spielt auch eine Rolle. Stefan hat recht.iustus hat geschrieben:Laß Dir von jemandem, der das Gedränge auf dem Marienfeld erlebt hat, sagen: Das wäre exakt genauso passiert!Stefan hat geschrieben:Mal abgesehen davon, daß das wohl niemand will: Bei gleichem Sicherheitskonzept wie bei der Loveparade wäre wohl bei einem Weltjugendtag bzw. bei einem Papstbesuch nichts passiert.
Im TV sah ich im Zusammenhang mit der Loveparade einen Bericht von einer Veranstaltung mit Königin Beatrix. Auch dort waren viele Leute und plötzlich ging das Theater los. Eine Person hatte irgendwas gemacht und dann brach der "Fluchtreflex" bei den anderen durch.
Gruß Jürgen
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Raimund J.
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Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Aha. Du warst dort und hast sie gezählt?Stefan hat geschrieben:Das Gelände in Duisburg ist ca. 300.000 qm groß. Es gab selbst zum Zeitpunkt des Unglücks noch sehr viel freie Fläche. Insgesamt haben vielleicht 250.000 Menschen den Platz bevölkert.
Wo waren denn eigentlich die restlichen 1,1 Millionen?
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore
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Stefan
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Wenn Du mich fragst, dann war das ein Lüge, um gut dazustehen. Physikalisch können weder 1,4 Mio auf dem Platz gleichzeitig gewesen sein, noch insgesamt durch den Duisburger Hauptbahnhof geschleust werden.Raimund Josef H. hat geschrieben:Aha. Du warst dort und hast sie gezählt?Stefan hat geschrieben:Das Gelände in Duisburg ist ca. 300.000 qm groß. Es gab selbst zum Zeitpunkt des Unglücks noch sehr viel freie Fläche. Insgesamt haben vielleicht 250.000 Menschen den Platz bevölkert.
Wo waren denn eigentlich die restlichen 1,1 Millionen?
Rechne doch mal aus, wieviel Züge man für sowas braucht. 2x Hin und Zurück.
Ich war nicht da, habe aber im google-maps die Flächen abgeschätzt, das geht ganz gut, und die Angaben findet man auch in den Medien.
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Raimund Josef H. hat geschrieben:Aha. Du warst dort und hast sie gezählt?Stefan hat geschrieben:Das Gelände in Duisburg ist ca. 300.000 qm groß. Es gab selbst zum Zeitpunkt des Unglücks noch sehr viel freie Fläche. Insgesamt haben vielleicht 250.000 Menschen den Platz bevölkert.
Wo waren denn eigentlich die restlichen 1,1 Millionen?
Das ist doch völlig Wurst.Wieviel wo und wann und wie.
Es ist so,wie es ist.
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Thomas_de_Austria
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Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Mich würde nur interessieren, wie oft in Mekka denn, nach weiß nicht wie vielen hundert Jahren mit tausenden Menschen, Massenpaniken wie viele Tote gefordert haben, ohne jegliche moderne Planung und Sicherung ...
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
In Mekka gab es in den letzten Jahren regelmäßig Massenpaniken mit jweils zig Toten, aber zur entsprechenden Zeit waren immer mehrere Millionen Menschen dort, also weitaus mehr als bei der Loveparade. Weiß jemand, ob es in Mekka überhaupt Ordner etc. gibt?Thomas_de_Austria hat geschrieben:Mich würde nur interessieren, wie oft in Mekka denn, nach weiß nicht wie vielen hundert Jahren mit tausenden Menschen, Massenpaniken wie viele Tote gefordert haben, ohne jegliche moderne Planung und Sicherung ...
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Die Zahl der Toten ist doch gar nicht wichtig.
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Für die Betroffenen schon.obsculta hat geschrieben:Die Zahl der Toten ist doch gar nicht wichtig.
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Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Das denken sie.Niels hat geschrieben:Für die Betroffenen schon.obsculta hat geschrieben:Die Zahl der Toten ist doch gar nicht wichtig.
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
In einem Bericht, den ich vor einiger Zeit dazu gesehen habe, schien es durchaus ziemlich moderne Kontrollsysteme gegeben zu haben.Niels hat geschrieben:Weiß jemand, ob es in Mekka überhaupt Ordner etc. gibt?
Siehe dazu auch: http://www.thalesgroup.com/Case_Studies ... udy_mecca/
Daraus:
The integrated crisis management system allows for close monitoring and control of crowd movements, providing an early warning of any buildup.
It incorporates data acquisition and processing, and management information distribution, via several cameras deployed as sensors at strategic points on Jamarat Bridge and its access roads. The sensors are linked to an acquisition system, which in turn measures crowd flow and density in real time. Remote controlled PTZ cameras let operators in a central control room monitor the situation and zoom in on potential incidents. When crowds become too dense, an alarm is triggered according to different density levels and the operating authority regulates site access accordingly. Guidance information is also relayed as clear messages to pilgrims in multiple languages across five giant LED screens, as well as via four Digital Video Broadcasting- Terrestrial (DVB-T) channels broadcast on TV screens in the nearby camping areas of Mina. While no one can guarantee the complete safety of crowds during an event that attracts millions each year, steps such as these are contributing to a safer pilgrimage.
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Interessant, danke!
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- Robert Ketelhohn
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Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Hat auch keiner von geredet.Stefan hat geschrieben:Es waren zu keinem Zeitpunkt hunderttausende im Tunnel.
Aha. Da habe ich mich verschätzt (wie gesagt, Bilder gesehen, und das eben auch nur aus dem Gedächtnis rekapituliert). Hätte ihn deutlich breiter geschätzt. Wie auch immer, bei der von Jürgen genannten Sicherheitsobergrenze eines Durchsatzes von 20.000 Personen je Stunde heißt das, daß jede Sekunde 5,5 Leute den Tunnel betreten und ebensoviele ihn verlassen müssen. Solange der Verkehr fließt, geht das. Bei Stau wird es kritisch, und dann muß man rechtzeitig den weiteren Zufluß unterbinden.Stefan hat geschrieben:Dieser war 12m breit
Im übrigen, Stefan, ist natürlich der Tunnel das prinzipielle Problem. Wenn du anderthalb Millionen Leute durch einen Tunnel schleusen willst, durch den ohne Risiko nur 20.000 pro Stunde gehen, dann dauert das 75 Stunden oder mehr als drei Tage. Die Leute wollen aber alle am selben Tag kommen. Ja, die Hälfte vielleicht sogar um viere am Nachmittag, nicht schon um einse und nicht erst um achte.
Das kann nicht gehen, das kann niemals gehen, und wer das erlaubt hat, gehört gehenkt. Das ist ein Verbrechen. Punctum.
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rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.
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Stefan
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Die Serie der Tragödien seit 1990Thomas_de_Austria hat geschrieben:Mich würde nur interessieren, wie oft in Mekka denn, nach weiß nicht wie vielen hundert Jahren mit tausenden Menschen, Massenpaniken wie viele Tote gefordert haben, ohne jegliche moderne Planung und Sicherung ...
Für die Mekka-Pilger gilt das Gleiche wie für Besucher anderer Massenveranstaltungen. Sie sollten verantwortlichen Obrigkeiten nicht blind vertrauen, sondern mit Verstand und Umsicht dorthin gehen. Was das Temperament angeht würde ich sie näher bei bekifften Ravern als bei verweichlichten Weltjugendtagschristen sehen, ohne beiden Veranstaltungen schon aus reiner Aversion gegenüber Massenkundgebungen je beigewohnt zu haben. Schon bei Karnevalsumzügen starre ich nur auf die Traktorenreifen und befürchte das Schlimmste, bei Schützenzügen graust es mich vor durchgehenden Brauereigäulen.Immer wieder kommt es während der jährlichen Pilgerfahrt zu tödlichen Massenhysterien, obwohl strenge Visa-Beschränkungen, Sicherheitsvorkehrungen und neue Hochhäuser den Andrang bewältigen helfen sollen. Manche Muslime befürchten zudem, dass Mekka als Massenveranstaltung seine Seele verliert.
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
@Stefan
Wenn das mal so einfach wäre. Meistens kennt man die örtlichen Gegebenheiten ja nicht.
Wenn das mal so einfach wäre. Meistens kennt man die örtlichen Gegebenheiten ja nicht.
Man hat die Menschen offenbar sehenden Auges ins Unglück laufen lassen.Robert Ketelhohn hat geschrieben:Das kann nicht gehen, das kann niemals gehen, und wer das erlaubt hat, gehört gehenkt. Das ist ein Verbrechen. Punctum.
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Stefan
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Es waren bei weitem nicht anderthalb Millionen Leute dort, bestenfalls 3.Robert Ketelhohn hat geschrieben:Im übrigen, Stefan, ist natürlich der Tunnel das prinzipielle Problem. Wenn du anderthalb Millionen Leute durch einen Tunnel schleusen willst, durch den ohne Risiko nur 2. pro Stunde gehen, dann dauert das 75 Stunden oder mehr als drei Tage. Die Leute wollen aber alle am selben Tag kommen. Ja, die Hälfte vielleicht sogar um viere am Nachmittag, nicht schon um einse und nicht erst um achte.
Das kann nicht gehen, das kann niemals gehen, und wer das erlaubt hat, gehört gehenkt. Das ist ein Verbrechen. Punctum.[/color][/blocksatz]
Das geht wie gesagt nicht nur wegen des Tunnels nicht.
Hier wird übrigens einiges deutlich:
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotos ... 5763.html
Letztlich war es genau die fehlende Abstimmung zwischen Einlaß und Auslaß. Und man sieht gut die klaffenden Lücken auf dem Platz, während man den Tunnel zur Sackgasse umfunktioniert hat.
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Das ist so die Frage. Aufgrund der Luftaufnahmen waren es sicherlich mehr als 300.000 Menschen, meine ich.Stefan hat geschrieben: Es waren bei weitem nicht anderthalb Millionen Leute dort, bestenfalls 300.000
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Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Das ist grotesker Unsinn, mit Verlaub. Wenn man so gar keine Ahnung von einer Sache hat, dann sollte man vielleicht doch besser … äh, schweigen.obsculta hat geschrieben:Das scheint mir postkommunistische Sozidenke.
Weißt du, wofür es Bestimmungen über baulichen Brandschutz gibt? Flucht- und Rettungswege? Eine Druckbehälterrichtlinie? MLAR? Was eine Gefährdungsbeurteilung ist? Wer die erstellen muß und warum? Warum bei uns nicht mehr alle Nase lang die Leute in den Kohlegruben verrecken wie in der Ukraine und in China?
Mensch, Mädel. Wenn einer eine Brücke baut, sagst du da auch: Wer drüber fährt, ist selber schuld? Alles andere sei „postkommunistische Sozidenke“? Erzählst du solchen Schrott auch noch, wenn du in deiner Scheese unter den Brückentrümmern im Kanal ersäufst?
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Stefan
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Vergleiche doch mal bei identischem Maßstab per google_maps den Bonner Hofgarten, auf dem 1981 300.000 Menschen zur Friedensdemo oder sowas kamen. Die Fläche ist m.E. noch etwas größer als die am Güterbahnhof Duisburg.Niels hat geschrieben:Das ist so die Frage. Aufgrund der Luftaufnahmen waren es sicherlich mehr als 300.000 Menschen, meine ich.Stefan hat geschrieben: Es waren bei weitem nicht anderthalb Millionen Leute dort, bestenfalls 300.000
Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Den Hofgarten kenne ich ja gut. Da gibt's aber viele Ein- und Ausgänge, und das ist der (entscheidende) Punkt.Stefan hat geschrieben:Vergleiche doch mal bei identischem Maßstab per google_maps den Bonner Hofgarten, auf dem 1981 300.000 Menschen zur Friedensdemo oder sowas kamen. Die Fläche ist m.E. noch etwas größer als die am Güterbahnhof Duisburg.Niels hat geschrieben:Das ist so die Frage. Aufgrund der Luftaufnahmen waren es sicherlich mehr als 300.000 Menschen, meine ich.Stefan hat geschrieben: Es waren bei weitem nicht anderthalb Millionen Leute dort, bestenfalls 300.000
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Re: Panik auf der Loveparade: Tote und Verletzte
Ich übersetze mal, was Robert sagen wollte: Wenn die Sicherheit nicht gewährleistet ist, wird weder eine Brücke noch eine Veranstaltung mit zigtausend oder -millionen Teilnehmern freigegeben.Robert Ketelhohn hat geschrieben:Das ist grotesker Unsinn, mit Verlaub. Wenn man so gar keine Ahnung von einer Sache hat, dann sollte man vielleicht doch besser … äh, schweigen.obsculta hat geschrieben:Das scheint mir postkommunistische Sozidenke.
Weißt du, wofür es Bestimmungen über baulichen Brandschutz gibt? Flucht- und Rettungswege? Eine Druckbehälterrichtlinie? MLAR? Was eine Gefährdungsbeurteilung ist? Wer die erstellen muß und warum? Warum bei uns nicht mehr alle Nase lang die Leute in den Kohlegruben verrecken wie in der Ukraine und in China?
Mensch, Mädel. Wenn einer eine Brücke baut, sagst du da auch: Wer drüber fährt, ist selber schuld? Alles andere sei „postkommunistische Sozidenke“? Erzählst du solchen Schrott auch noch, wenn du in deiner Scheese unter den Brückentrümmern im Kanal ersäufst?
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