Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

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Ewald Mrnka
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Ewald Mrnka »

civilisation hat geschrieben:Und noch was dazu - aus anderer Quelle:

ESM-Zahlungen statt Sozialleistungen?
Euro-Rettung gegen den Willen des Parlaments
http://www.focus.de/finanzen/news/staat ... 9593.html

Und natürlich ist diese ganze Chose auch zu einem Selbstbedienungsladen geworden.
Unterdessen bestätigt das Gutachten auch, dass den Angestellten des ESM nach Entwürfen der Durchführungsbestimmungen hohe Gehälter in Aussicht gestellt werden: So soll der Geschäftsführende Direktor ein Grundgehalt von 324 Euro im Jahr bekommen, mehr als die Bundeskanzlerin.
:kotz:
Ein Trost: Dieses System des Betrugs, der Ausbeutung und Lüge wird sich nicht mehr lange halten können.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

civilisation
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von civilisation »

Ewald Mrnka hat geschrieben: Ein Trost: Dieses System des Betrugs, der Ausbeutung und Lüge wird sich nicht mehr lange halten können.
Ich bin da leider nicht so optimistisch. Solange dazu nicht ein "Aufschrei von Unten" absehbar ist, wird sich dieses "System" noch sehr, sehr lange halten können.

Und Merkel, Schäuble & Co. werden auch noch umfallen.

"Sach ma nix, wir werden et ja sehn."
(c) Hanns-Dieter Hüsch

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cantus planus
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von cantus planus »

civilisation hat geschrieben:
Ewald Mrnka hat geschrieben: Ein Trost: Dieses System des Betrugs, der Ausbeutung und Lüge wird sich nicht mehr lange halten können.
Ich bin da leider nicht so optimistisch.
Ich auch nicht. Selbst wenn ein Zusammenbruch kommt (und der kommt so sicher wie das Amen in der Kirche), bedeutet das nicht, dass es hinterher anders weitergeht. Leider!
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Ewald Mrnka
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Ewald Mrnka »

cantus planus hat geschrieben:
civilisation hat geschrieben:
Ewald Mrnka hat geschrieben: Ein Trost: Dieses System des Betrugs, der Ausbeutung und Lüge wird sich nicht mehr lange halten können.
Ich bin da leider nicht so optimistisch.
Ich auch nicht. Selbst wenn ein Zusammenbruch kommt (und der kommt so sicher wie das Amen in der Kirche), bedeutet das nicht, dass es hinterher anders weitergeht. Leider!
Klar, so lange Unterschichsfernsehen & Brot geliefert werden können, bleibt alles im Lot.

Unterschichsfernsehen zur Ruhigstellung & Verblödung des "Souveräns" kostet nichts, aber Brot könnte kanpp werden..........spätestens dann bekommt der Putz der Zivilisation zumindest arge Risse.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
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Ewald Mrnka
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Ewald Mrnka »

Konkret:
http://www.handelsblatt.com/politik/int ... 42544.html

Herkunft der Scheine:
Slowakei: E
Malta: F
Zypern: G
Slowenien: H
Finnland: L
Portugal: M
Österreich: N
Niederlande: P
Italien: S
Irland: T
Frankreich: U
Spanien; V
Deutschland: X
Griechenland: Y
Belgien: Z
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Caviteño
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Caviteño »

Das sind die Kennbuchstaben, die aussagen, welche Zentralbank das Geld in Umlauf gebracht hat. Sie sagen nichts über den Druckort aus. Der ergibt sich aus der Plattennummer, die sich ebenfalls auf der Vorderseite befindet.
Etwas versteckt auf der Vorderseite befindet sich eine weitere kurze Zeichenfolge, der Plattencode, wobei der erste Buchstabe die Druckerei kennzeichnet, die die Banknote hergestellt hat. Diese Druckereikennung lässt nicht zwangsläufig auf die NZB-Kennung schließen, denn Banknoten, die von einem bestimmten Land herausgegeben wurden, können in einem anderen Land gedruckt worden sein. Deutschland, Großbritannien und Frankreich haben jeweils zwei Druckereien in der Codeliste.
http://de.wikipedia.org/wiki/Eurobanknoten

Ich habe festgestellt, daß bei "meinen" Euroscheinen in den meisten Fällen die NZB-Kennung und der Druckort auseinanderfallen. Das ist natürlich im Normalfall nicht wichtig, aber bei der bekannten phantasiereichen Buchführung der Mittelmeerländer kann ich mir durchaus Szenarien vorstellen, die nicht so beruhigend sind.....

Caviteño
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Caviteño »

civilisation hat geschrieben:
Ewald Mrnka hat geschrieben: Ein Trost: Dieses System des Betrugs, der Ausbeutung und Lüge wird sich nicht mehr lange halten können.
Ich bin da leider nicht so optimistisch. Solange dazu nicht ein "Aufschrei von Unten" absehbar ist, wird sich dieses "System" noch sehr, sehr lange halten können.

Und Merkel, Schäuble & Co. werden auch noch umfallen.
Das sehe ich auch so - von "unten" kommt nichts. Die einen sind mit den Vorgängen überfordert - die anderen haben für ihr Vermögen Abwehrstrategien entwickelt. Man findet leider keine Statistiken über den Vermögensabfluß aus D. bzw. aus dem Euro. Ich weiß nur, daß einige ältere Bankkunden ihre Altersersparnisse in andere Währungen als den Euro umgetauscht haben.
Warum sollten Rentner eine Revolution machen? Man kann sich mit seinen Ersparnissen der Entwicklung durchaus entziehen. Niemand wird gezwungen, sein Geld in Euro oder im Euroland anzulegen. Für die eigene Rente besteht diese Möglichkeit leider nicht. :nein: Allerdings werden die Auswirkungen hier auch nicht so gravierend sein, wie bei einer steigenden Inflationsrate und hohen Ersparnissen.

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Marcus
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Marcus »

Welt.de hat geschrieben:Deutsche Bank besinnt sich auf die guten Tugenden

Die neuen Chefs kündigen eine kulturelle Erneuerung an – und einen harten Sparkurs. Vor allem die Investment-Sparte trifft es mit der Streichung von 1900 Stellen

Die Deutsche Bank sieht schweren Zeiten entgegen und reagiert mit einer Schrumpfkur – vor allem im Investmentbanking. In der einstigen Vorzeigesparte werden künftig deutlich weniger Banker arbeiten, und sie sollen auch lange nicht mehr so generös entlohnt werden wie bisher.

[...]
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

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cantus planus
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von cantus planus »

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civilisation
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von civilisation »

Ein derartiger Vorschlag kam ja schon vor mehr als einer Woche vom DGB-Bonzen Sommer:

http://www.focus.de/finanzen/news/staat ... 86846.html
Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, hat Zwangsanleihen für Reiche gefordert. Mit dem Geld sollen die Vermögenden in Deutschland einen Beitrag zur Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise leisten. Gegenüber der „Bild“-Zeitung vom Mittwoch sagte Sommer, „Zwangsanleihen bei Reichen, die verzinst zurückgezahlt werden“ seien als „Lastenausgleich eine vernünftige Maßnahme“. Von einem daraus finanzierten Wiederaufbauprogramm für Europa könne auch Deutschland „extrem profitieren“, so der DGB-Chef.

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cantus planus
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von cantus planus »

Die von mir verlinkte Quelle ist mit Vorsicht zu geniessen. Dass aber etwas in der Art kommt, ist mehr als wahrscheinlich. Vielleicht ist das der Moment, in dem der narkotisierte Mob endlich aufwacht.
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civilisation
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von civilisation »

Ist schon klar.

Aber wenn es wirklich zu einem derartigen Abzockverhalten des Staates kommt, trifft dieser Artikel doch recht gut die Auswirkungen dieser Maßnahme:

Es wird nämlich (fast) jeden Bürger treffen, denn die Besitzer von Immobilien werden diese Anleihe (bzw. die Kosten für diese) auf die Mieter umlegen. Zahlen werden ALLE!!

Wie wäre es eigentlich mit einem zusätzlichen Solidaritätszuschlag? :nuckel:

Was mich auch verwundert: Ausgerechnet dieser Vorschlag von einem DGB-Funktionär. Ist dem nicht klar, daß dadurch auch fast jeder Bürger betroffen sein wird?

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cantus planus
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von cantus planus »

Das ist denen schon klar. Allerdings spricht es sich langsam herum, dass die "Eurorettung" anders nicht mehr zu bezahlen ist. Und da der Euro laut Merkel um jeden Preis gehalten werden muss, da - wie ihr Finanzminister schon vor Monaten sagte - nur durch eine Krise die politische Einheit Europas und die Aufhebung der nationalstaatlichen Souveränität zu erreichen ist, muss eben eine neue Quelle angezapft werden.
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civilisation
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von civilisation »

Der nächste Wackelkandidat:

Moody's: Euro-Land Slowenien kurz vor «Ramsch»-Status
http://www.stern.de/wirtschaft/news/eur ... 715.html
Moody's nannte als Hauptgrund für die Herabstufung die faulen Kredite slowenischer Banken in Milliardenhöhe, für die der Steuerzahler werde geradestehen müssen. Als zweiten Grund für die Herabstufung führte die US-Ratingagentur die jüngst massiv gestiegenen Renditen slowenischer Staatsanleihen an.

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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Caviteño »

Jetzt wird versucht, menschlichen Druck auszuüben und - bei Südeuropäern offensichtlich nicht ungewöhnlich - Vereinbarungen (über die Vertraulichkeit von Beratungen) einfach auszuhebeln:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 42817.html

Pizza können sie ja machen, die Italiener. Als erfolgreiche Notenbanker sind sie, wenn man sich Kursentwicklung und Inflationsrate der Lira anschaut, in der Vergangenheit seltener aufgefallen.....

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Robert Ketelhohn
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Caviteño hat geschrieben:Pizza können sie ja machen, die Italiener. Als erfolgreiche Notenbanker sind sie, wenn man sich Kursentwicklung und Inflationsrate der Lira anschaut, in der Vergangenheit seltener aufgefallen.....
Laß doch diese dümmliche Stimmungsmache. Draghi ist kein Italiener, sondern Kettenbruder. Italien ist ein wirtschaftlich gesundes, wohlhabendes und produktives Land. Es ist noch nicht lange her – Griechenland saß schon in der Scheiße, Spanien und Portugal redete man schlecht –, da verkündeten die „Experten“ noch eben dies: Die hohen italienischen Staatsschulden seien kein Problem, da vor allem langfristig, und vor allem, weil dahinter eine starke Volkswirtschaft stehe etc. pp.

Das war auch alles richtig. Aber plötzlich begannen ein paar Stichwortgeber unter diesen „Experten“, das Gegenteil zu wispern. Nicht lange, da plapperten es alle nach. Der „Schuldige“ wurde auch gleich mit angeschwärzt: Silvio Berlusconi.

Das ganze wirkte als sich selbst erfüllende Prophezeiung. Die Zinsschrauben wurden angezogen, Italien geknebelt. Zugleich wurde der Regierungschef durch medial-politisches Sperrfeuer paralysiert – und endlich abserviert und durch einen billigen Lakaien ersetzt, eine Nutte des Systems.

Damit war auch der Weg frei für „Rettungsschirme“ und andere Ermächtigungsgesetze, die mit Berlusconi kaum möglich gewesen wären.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Caviteño
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Caviteño »

zum Thema "Italien":
Italien hat seine Wettbewerbsfähigkeit in den Jahren vor Einführung des Euros nur durch dauernde Währungsabwertungen halten können. Der Wert der Lira (1. ITL) zur DM ist von 1955 (= 6,69 DM) bis zur Euro-Einführung Ende 1998 auf 1,132 DM gefallen. D.h. die Lira hatte nur noch 15% ihres Wertes.

http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/ ... 1_b111_1

Durch die weiterhin hohen Lohnsteigerungen in Italien und ohne die Möglichkeit einer gleichzeitigen Währungsabwertung hat Italien an Wettbewerbsfähigkeit verloren; es wäre daher eine - nicht mögliche - Abwertung 1% - 15% notwendig.

http://www.handelsblatt.com/meinung/gas ... 558-2.html

Das hat mit Berlusconi wenig, mit den dortigen Lohnerhöhungen aber viel zu tun. Ob Italien unter dem Euro weiterhin als "gesundes, wohlhabendes und produktives Land" anzusehen ist, daran sind - aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung dort - wohl Zweifel berechtigt. Bereits in 26 wurde darauf hingewiesen, daß die Wettbewerbsfähigkeit in Italien sinkt:

http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id= ... c.653.de

Vor einem Jahr hat es nicht an Warnungen gefehlt, daß die Lage in Italien bedrohlicher sei als die Situation in Spanien:
http://www.handelsblatt.com/politik/kon ... 79394.html
Ähnliches gilt im übrigen auch für Frankreich, das z. Zt. auch noch immer als "Bank" für den Euro gehandelt wird.

Was Draghi betrifft:
Italien und ital. Notenbank haben - im Gegensatz zur Bundesbank - immer einen Kurs des "lockeren Geldes" gefahren. In Italien wird - wie auch in den USA - eine Inflation aus historischen Gründen nicht als "Gefahr" gesehen. Sie wurde sogar als Entwertung der Staatsschulden billigend in Kauf genommen. Das war umso leichter, da die ital. Notenbank bis 1981 nicht unabhängig war.
Die deutsche Position ist hier - begründet auf die Jahre 1922/23 und 1948 - vollkommen gegensätzlich. Natürlich prägen derartige Erfahrungen auch die Mitglieder des EZB-Rates. Es ist doch kein Zufall, daß insbesondere seine Mitglieder aus den nordeuropäischen Ländern (Finnland, Estland, NL, D) starke Vorbehalte gegen den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB sowie ihre Maßnahmen (dicke Berta, Bazooka uä) haben.
Mittlerweile ist der Glaubenskrieg über die richtige Anti-Krisenpolitik in der EZB fast zu einem systemischen Problem geworden. Meinungsverschiedenheiten zwischen den Süd-Europäern, die einer lockeren Geldpolitik das Wort reden, und den Nord-Europäern, die sich vor allem der Preisstabilität verpflichtet fühlen, hat es nach Ausbruch der internationalen Finanzkrise immer wieder gegeben.
http://www.handelsblatt.com/politik/kon ... 57914.html

Wenn aber die Mehrzahl der Mitglieder im EZB-Rat von den Südeuropäern gestellt wird und diese eine andere wirtschaftliche Erfahrung mitbringen, sind in Zeiten der Krise entsprechende Spannungen vorprogrammiert. Das ein ital. Notenbankchef (mit portugiesischem Stellvertreter) und einem EU-Kommissionspräsidenten aus Portugal eine andere Sicht der Dinge und damit andere Interessen haben (und versuchen, diese durchzusetzen) als Deutsche, ist wohl klar.

Ein gutes Beispiel für die Mentalitätsunterschiede der europ. Völker ist auch die Art der Krisenbewältigung in nordeuropäischen Staaten (Lettland, Irland, Island), die dort ohne die andauernden Proteste der Bevölkerung und "Hilferufe" nach Berlin stattfand/-findet.
http://www.welt.de/wirtschaft/article13 ... ernen.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 46669.html

Die Mitgliedschaft von Draghi in der Group of 3 und der Bilderberggruppe entspricht wahrscheinlich auch nicht unbedingt der deutschen Vorstellungen über den Umgang, den ein Notenbankchef haben sollte.

http://www.zeit.de/wirtschaft/212-7/d ... beschwerde
http://www.handelsblatt.com/politik/kon ... 5821.html

An der Person Draghi und der Zusammensetzung des EZB-Rates (einschl. der dortigen Abstimmungen und Stimmengewichtungen) wird für jeden sichtbar, was D. mit der eigenen Währungshoheit aufgegeben hat. Es hat sich in der Geldpolitik der Mehrheitsvotum anderer Länder bzw. deren Repräsentanten in der EZB zu beugen. Ob D. dies auf Dauer hinnehmen wird, wage ich zu bezweifeln.
Ein südeuropäischer Notenbankchef wird für Nordeuropäer (hier: die Bevölkerung und nicht die sog. "politische Elite") nur solange akzeptabel sein, wie keine Probleme auftauchen. Wird dann versucht, diese mit südeuropäischer "Medizin" zu lösen, kommt es zu Unstimmigkeiten - ebenso wie im umgekehrten Fall.

Der Grund ist der Euro, der Länder mit unterschiedlichen Mentalitäten und Erfahrungen in eine Zwangsgemeinschaft gepreßt hat.

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Edi
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Edi »

Caviteño hat geschrieben: Das hat mit Berlusconi wenig, mit den dortigen Lohnerhöhungen aber viel zu tun. Ob Italien unter dem Euro weiterhin als "gesundes, wohlhabendes und produktives Land" anzusehen ist, daran sind - aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung dort - wohl Zweifel berechtigt. Bereits in 2006 wurde darauf hingewiesen, daß die Wettbewerbsfähigkeit in Italien sinkt.

Der Grund ist der Euro, der Länder mit unterschiedlichen Mentalitäten und Erfahrungen in eine Zwangsgemeinschaft gepreßt hat.

Ich merke das beim Einkauf auch, man kann manche Dinge nicht mehr aus Italien beziehen, weil sie inzwischen deutlich teurer sind, als wenn man diese in Deutschland kaufen würde. Zudem weiter man in den Süden kommt, desto weniger kundenfreundlich sind sie.

Sehr unterschiedlich wettbewerbsfähige Länder passen einfach nicht in eine Währungszone. Das haben Fachleute schon vor etwa 14 Jahren vorhergesagt, nur wollte kaum ein Politiker auf diese hören.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Haiduk
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Haiduk »

Focus: Euro-Krise: Wollen wir Griechenland den Russen überlassen?:
Griechenland ist nämlich auch ein Faktor der Stabilität. Das klingt zunächst befremdlich. Doch ist die geostrategische Bedeutung des Landes nicht zu unterschätzen. Auch wenn ein Austritt aus der Euro-Zone nicht zwangsläufig zu einer Schwächung der Nato führen muss – ein Prozess der Desintegration lässt sich nur schwer kontrollieren. Im unruhigen Südosten des Kontinents aber brauchen wir verlässliche Partner. Wer wollte eigentlich verhindern, dass sich Russland den Griechen hilfsbereit an die Seite stellt, wenn sie von Europa im Stich gelassen würden?

Angesichts der ungewissen Zukunft Syriens suchen die Russen nach einer Alternative zu ihrem einzigen Mittelmeer-Stützpunkt Tarsus. Sie könnten billige Kredite gewähren im Gegenzug für Hafenrechte. Es gibt Berichte, wonach schon erste Sondierungen laufen. Und von Zypern weiß man schließlich konkret, dass das Land bereits im Kreml angeklopft hat. Auch, wenn es niemand offiziell bestätigen mag: In der Nato ist man durchaus alarmiert. Ein vermehrter russischer Einfluss im Südosten Europas ist nicht gerade das, was der Westen wollen kann. Die Tatsache, dass US-Präsident Barack Obama nachdrücklich auf eine Lösung der Euro-Krise drängt, hat auch hier ihre Ursache und gründet nicht allein auf wirtschafts- und finanzpolitischer Besorgnis.
Es geht gar nicht um die Europäische Union. Man fürchtet den Zerfall der NATO … und "die Russen"!

Der Kalte Krieg ist offenbar immer noch nicht zu Ende.
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)

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Edi
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Edi »

http://www.spiegel.de/politik/ausland/i ... 4828.html
Die EU hat es schon vor dem Euro gegeben, diesen Polirikern ist alles zuzutrauen, jetzt will dieser Mann schon die Parlamente übergangen wissen. Am besten gleich eine Diktatur einführen!
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Haiduk
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Haiduk »

Monti empfahl den Regierungschefs, sich ihre Handlungsfreiheit gegenüber den eigenen Parlamenten in der Krise zu bewahren: "Wenn sich Regierungen vollständig durch die Entscheidungen ihrer Parlamente binden ließen, ohne einen eigenen Verhandlungsspielraum zu bewahren, wäre das Auseinanderbrechen Europas wahrscheinlicher als eine engere Integration", sagte er.
Kurz: für die angestrebte politische Integration müssen die Parlamente entmachtet werden.

http://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... er-EU.html
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)

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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Pelikan »

Eine alternative, marxistische Perspektive in einem Interview mit Ernst Lohoff und Norbert Trenkle:
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Die basale Krise der Wertverwertung ist, wie gesagt, der beschleunigten Produktivitätsentwicklung geschuldet, die immer mehr Arbeitskraft überflüssig macht. Dabei spielt die dritte industrielle Revolution eine entscheidende Rolle. Zwar gab es auch in früheren Phasen der kapitalistischen Entwicklung gewaltige Rationalisierungsschübe, so etwa als in den 1920er und 30er Jahren die fordistischen Produktionsmethoden eingeführt wurden. Aber gleichzeitig wurden damit auch neue Sektoren für die industrielle Massenproduktion erschlossen, die massenhaft zusätzliche Arbeitskraft benötigten. Diese Expansion der Warenproduktion auf neue Felder kompensierte die Rationalisierungseffekte, so dass letztlich sogar mehr Arbeitskraft vernutzt wurde als zuvor.

Mit der dritten industriellen Revolution funktioniert dieser Kompensationsmechanismus jedoch nicht mehr. Denn die Umstrukturierung der Produktionsprozesse auf Grundlage der IuK-Technologien bedeutet eine Verlagerung der gesellschaftlichen Produktivkraft auf die Ebene des Wissens, genauer gesagt, hin zur Anwendung des Wissens auf die Produktion. Damit aber sind die Grundlagen der Kapitalverwertung in Frage gestellt, denn es kommt zu einer absoluten Verdrängung von Arbeitskraft quer durch alle Sektoren der Wertproduktion, die nicht mehr durch die Erschließung neuer Branchen wettgemacht werden kann.

civilisation
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von civilisation »

Wie in der Krise das Volk auf Dauer entmachtet wird
(von Alexander Kissler, "Kisslers Konter")
http://www.focus.de/politik/deutschland ... 9689.html
Die Schuldenkrise soll dazu genutzt werden, die Volkssouveränität auszuhebeln. Die EU-Institutionen sollen herrschen. Die Missachtung der nationalen Parlamente wird sich aber bitter rächen.
Angela Merkel wird da kein Bollwerk sein. Die Publizistin Gertrud Höhler traut der Kanzlerin durchaus zu, einen „autoritären Sozialismus, eine autokratische, zentralistische Führung“ zu etablieren, nicht aber, dem „Erosionsprozess in der Demokratie“ Einhalt zu gebieten. Merkel, so Höhler, folge als geborene Relativistin dem „eigenen Karriereplan“. Sie sei vor allem am „Umgang mit Macht“ interessiert.

Caviteño
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Caviteño »

Wenn ich so etwas lese:
Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet von den Krisenländern der Währungsunion weitere deutliche Lohn- und Einkommenssenkungen. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, sei eine „weitere erhebliche Verringerung der Lohnstückkosten und der übermäßigen Gewinnmargen“ notwendig, heißt es in einer Analyse im neuen EZB-Monatsbericht.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/e ... 49757.html

bin ich zuversichtlich, daß der Euro in einigen Jahren nicht mehr in allen Ländern des jetzigen Euroraums das gesetzliche Zahlungsmittel ist. Ich kann mir nicht vorstellen, daß insbesondere unsere südeuropäischen "Familienmitglieder" Lohnsenkungen, Steuererhöhungen ua klaglos hinnehmen werden. Der Euro wird - leider - nicht verschwinden, aber an den südlichen Rändern abbröckeln und damit werden sich auch die Gewichte im Zentralbankrat der EZB verschieben: weg von den ausgabenfreudigen Südländern und mehr nach Mittel- und Nordeuropa (Baltikum, Slowakei ua).

Teuer wird es trotzdem......

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Torsten
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Torsten »

Caviteño hat geschrieben:Ich kann mir nicht vorstellen, daß insbesondere unsere südeuropäischen "Familienmitglieder" Lohnsenkungen, Steuererhöhungen ua klaglos hinnehmen werden.
Soso. Insbesondere unsere südeuropäischen Familienmitglieder. Bei "uns" dagegen regiert die Vernunft bei den Arbeitnehmern, Rentnern und Arbeitslosen, die um Lohnsenkungen und Steuererhöhungen geradezu betteln, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und dem Staat zu den dringend benötigten Mehreinnahmen zu verhelfen, die er braucht, um dem Finanzsystem finanziell auch weiterhin unter die Arme greifen zu können, aus dem der Staat und der ganze freie Wettbewerb sich finanziert.

Ja, es ergibt keinerlei Sinn, gerade deshalb kommt man ohne Ressentiments gegen andere Völker und Kulturen nicht aus, will man den Widerspruch an irgendwas fest machen.

Caviteño
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Caviteño »

Torsten hat geschrieben:
Ja, es ergibt keinerlei Sinn, gerade deshalb kommt man ohne Ressentiments gegen andere Völker und Kulturen nicht aus, will man den Widerspruch an irgendwas fest machen.
Wieso Ressentiments?
Glaubst Du nicht, daß das Verhalten der Völker aufgrund ihrer historischen Erfahrungen unterschiedlich ist? Sind es Ressentiments, wenn man darauf hinweist, daß z.B. in GR, Spanien, Italien Kürzungen bei Löhnen und im Sozialbereich zu Unruhen führten, diese aber in Nord- und Mitteleuropa (Baltikum, Slowakei) klaglos erduldet wurden? Gab es ein D. Streiks, weil die Gewerkschaften einsahen, daß Lohnsteigerungen in zu weiteren Arbeitsplatzverlusten führten und warum ist es in den südl. europ. Staaten anders? :hmm:

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Torsten
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Torsten »

Nicht nur insbesondere unsere südeuropäischen Familienmitglieder geraten immer wieder in den Focus, Spiegel etc., wenn es darum geht, die Schuldenkrise zu erklären. Nein, manchmal trifft es auch jene, die uns geografisch viel näher sind, ja, vielleicht findet sich hier der eine oder andere selber in der Rolle des Sündenbocks wieder:
„Wie die Alten die Jungen ausplündern“ titelte der SPIEGEL, „Die Jungen werden verschaukelt“ schrieb Henning Krumrey im FOCUS, „Rentner – Leben auf Kosten der Anderen“, meinte Viktoria Unterreiner in der WELT, „Ran an die Rente“, forderte der FOCUS. „Ran an das Geld der Rentner“ (Dorothea Siems, DIE WELT), „Die gierigen Alten“ (Jörg Tremmel, SRzG in 3-Sat), „Alte gebt den Löffel ab“ (Jan A. Dittrich FDP, in BILD), „Die Alten haben zu wählen – Verzicht oder Krieg“ (Hans-Ulrich Jörges, im STERN). Und selbst die seriöse FAZ schrieb: „Nie zuvor haben die Älteren ihre Nachkommen so schamlos ausgenommen.” Die Liste solcher Aufrufe zum Kampf der Jungen gegen die Alten ließe sich beliebig fortsetzen.

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Torsten
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Torsten »

Caviteño hat geschrieben:Die Möglichkeiten der Schuldentilgung und wer sie zahlt, wenn nicht gespart wird:
Was bleibt dann als Ausweg, wenn ganz offensichtlich die realistisch bewerteten Schulden zu gross geworden sind und man nicht sparen will?

Logisch betrachtet gibt es drei Möglichkeiten: Steuern anheben, Schulden nicht bezahlen oder über unerwartete Inflation den realen Wert der Schulden reduzieren. Alle drei Möglichkeiten treffen per Definition die Reichen.
(...)
Nur, wem gehört der Grossteil des Vermögens in unseren Gesellschaften? Den Alten. Den Menschen, welche ein Leben lang ­gespart ­haben, um sich ihren Lebensabend zu sichern oder ihren Kindern eine Erbschaft zu hinterlassen. Die grossen Vermögen liegen ­gerade bei den Pensionskassen und Lebensversicherungen, welche auch noch staatlich verpflichtet sind, grosse Vermögensbestandteile in sichere Anleihen zu investieren. «Honi soit qui mal y pense.»
Was bleibt, ist also der Weg, den Staatslenker der Antike, absolutistische Fürsten, kommunistische Revoluzzer und lateinamerika­nische Potentaten schon oft gegangen sind: Schulden nicht zurückzahlen. Entweder durch einen Schuldenschnitt oder dadurch, dass die Notenbank mit frisch gedrucktem Geld die ­Finanzbedürfnisse des Staates befriedigt.

Nicht Jugendarmut wird damit zum Thema der kommenden Jahre, sondern Altersarmut. Wer jung ist, kann arbeiten, und wird es wohl auch müssen. Wer alt ist, kann nur den Gürtel enger schnallen.
http://www.handelszeitung.ch/konjunktur ... die-jungen
Schon erstaunlich, welche Anstrengungen unternommen werden, um die einfache Tatsache der Existenz von Armut und Reichtum zu verschleiern. Mal sind die Alten schuld, mal sind sie Opfer.

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Ewald Mrnka
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Ewald Mrnka »

Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

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cantus planus
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von cantus planus »

»Dieses Geld wird eine große Zukunft haben.«
Helmut Kohl, in seiner Rede zur Einführung des Euro 2001

»Ein Mitgliedstaat haftet nicht für die Verbindlichkeiten der Zentralregierungen, der regionalen oder lokalen Gebietskörperschaften oder anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, sonstiger Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentlicher Unternehmen eines anderen Mitgliedstaats und tritt nicht für derartige Verbindlichkeiten ein.«
aus: Art. 125 der EU-Verträge (AEUV)

»Ich bin fest davon überzeugt, dass Griechenland diese Hilfe nie wird in Anspruch nehmen müssen, weil das griechische Konsolidierungsprogramm in höchstem Maße glaubwürdig ist.«
Jean-Claude Juncker, März 2010

»Deutschland kann sein Veto einlegen, wenn die Voraussetzungen für Hilfen nicht gegeben sind – und davon werde ich Gebrauch machen.«
Angela Merkel, im März 2011

»Die Rettungsschirme laufen aus. Das haben wir klar vereinbart.«
Wolfgang Schäuble gegenüber der FAZ, Juli 2010

»Wir werden jeden Cent zurückzahlen. Deutschland bekommt sein Geld zurück - und zwar mit hohen Zinsen.«
Giorgios Papandreou, im März 2011

»Italien ist kein Risikoland.«
EZB-Chef Mario Draghi, 15. Februar 2011

»Wir können Zinsen nicht sozusagen künstlich herunterrechnen.«
Angela Merkel, März 2011

»Die Vorstellung, dass wir in Europa ein Liquiditätsproblem haben, ist komplett falsch.«
EZB-Chef Jean-Claude Trichet, August 2011

»Wir können eine politische Union nur durch eine Krise erreichen.«
Wolfgang Schäuble, November 2011

»Was wir mit der Fiskalunion bezwecken, ist ein kurzfristiger Schritt für die Währung. Längerfristig benötigen wir die politische Union.«
Wolfgang Schäuble, November 2011

»Spanien wird sein Defizitziel von 4,4 Prozent erreichen.«
Mariano Rajoy, Januar 2012

»Wenn Griechenland pleitegehen würde, wäre das schlimmer als Hypo Real Estate und Lehman Brothers zusammen.«
Wolfgang Schäuble

Die Liste der Lügen lässt sich ziemlich bequem und beliebig fortsetzen...
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‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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Ewald Mrnka
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Ewald Mrnka »

cantus planus hat geschrieben:»Dieses Geld wird eine große Zukunft haben.«
Helmut Kohl, in seiner Rede zur Einführung des Euro 2001

»Ein Mitgliedstaat haftet nicht für die Verbindlichkeiten der Zentralregierungen, der regionalen oder lokalen Gebietskörperschaften oder anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, sonstiger Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentlicher Unternehmen eines anderen Mitgliedstaats und tritt nicht für derartige Verbindlichkeiten ein.«
aus: Art. 125 der EU-Verträge (AEUV)

»Ich bin fest davon überzeugt, dass Griechenland diese Hilfe nie wird in Anspruch nehmen müssen, weil das griechische Konsolidierungsprogramm in höchstem Maße glaubwürdig ist.«
Jean-Claude Juncker, März 2010

»Deutschland kann sein Veto einlegen, wenn die Voraussetzungen für Hilfen nicht gegeben sind – und davon werde ich Gebrauch machen.«
Angela Merkel, im März 2011

»Die Rettungsschirme laufen aus. Das haben wir klar vereinbart.«
Wolfgang Schäuble gegenüber der FAZ, Juli 2010

»Wir werden jeden Cent zurückzahlen. Deutschland bekommt sein Geld zurück - und zwar mit hohen Zinsen.«
Giorgios Papandreou, im März 2011

»Italien ist kein Risikoland.«
EZB-Chef Mario Draghi, 15. Februar 2011

»Wir können Zinsen nicht sozusagen künstlich herunterrechnen.«
Angela Merkel, März 2011

»Die Vorstellung, dass wir in Europa ein Liquiditätsproblem haben, ist komplett falsch.«
EZB-Chef Jean-Claude Trichet, August 2011

»Wir können eine politische Union nur durch eine Krise erreichen.«
Wolfgang Schäuble, November 2011

»Was wir mit der Fiskalunion bezwecken, ist ein kurzfristiger Schritt für die Währung. Längerfristig benötigen wir die politische Union.«
Wolfgang Schäuble, November 2011

»Spanien wird sein Defizitziel von 4,4 Prozent erreichen.«
Mariano Rajoy, Januar 2012

»Wenn Griechenland pleitegehen würde, wäre das schlimmer als Hypo Real Estate und Lehman Brothers zusammen.«
Wolfgang Schäuble

Die Liste der Lügen lässt sich ziemlich bequem und beliebig fortsetzen...
Demokratten
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

Caviteño
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken

Beitrag von Caviteño »

Ein lesenswerter Artikel des früheren slowakischen Parlamentspräsidenten mit einigen einfachen Wahrheiten:
Deutschland soll also für die Südländer zahlen, damit die Menschen dort deutsche Produkte kaufen. Außer der banalen Frage, was denn ein Export nützt, den das exportierende Land selbst bezahlt, gibt es eine viel kniffligere Frage: Wäre es dann nicht besser, das, was sonst exportiert wird, den Bürgern des eigenen Landes zu schenken statt denen eines fremden Landes?
(...)
Dass Deutschland sich wie eine Weihnachtsgans ausnehmen lässt, könnte mir als Slowaken egal sein, wenn es da nicht zwei Zusammenhänge gäbe. Erstens bin ich davon überzeugt, dass die Haftung für die Schulden eines anderen dazu führt, dass sich niemand mehr verantwortlich für seine Taten fühlt. Warum sollten zum Beispiel die Griechen jemand anderen als Alexis Tsipras wählen, der im Grunde sagt: Spart nicht, Deutschland wird schon zahlen. Deutschland zahlt schon heute Milliarden an Griechenland (dass gleichzeitig Frau Merkel in griechischen Zeitungen mit Hakenkreuz am Arm abgebildet wird, ist ein schlechter Witz).
(...)
Die Slowenen befinden sich jetzt am Scheideweg: Entweder sie strengen sich noch mehr an, um ohne Schulden zu wirtschaften, damit sie zur »Belohnung« spanische Banken retten dürfen; oder sie lassen es bleiben, machen weiter Schulden und lassen sich retten. Dann müssen sie auch nichts für die Rettung anderer Länder bezahlen. Das ist das Gefährliche an der Haftungsunion: Es entsteht eine unheimlich starke Motivation, Schulden zu machen.
(...)
Wir stehen nicht erst am Anfang einer Entwicklung, sondern haben schon mehrere Rettungsversuche und zwei Dutzend Krisengipfel hinter uns. Deutschland ist bereits schwer getroffen: durch Target-Forderungen, also sozusagen den Preis für noch nicht bezahlte Exporte Deutschlands, die sich derzeit auf 73 Milliarden Euro beziffern, sowie eine 27-prozentige Mithaftung für mögliche Verluste der Europäischen Zentralbank.

Trotzdem wird den deutschen Politikern nichts anderes übrig bleiben, als endlich die Reißleine zu ziehen, sonst wird die Euro-Zone in einem gewaltigen Chaos enden. Schuldgefühle muss Deutschland deshalb keine haben, es hat nämlich schon genug gezahlt.
:klatsch:

Und heute wieder die Äußerungen von Westerwelle, die bereits andeuten, daß man GR - natürlich letztmalig - "helfen" wird.

Die Auswirkungen der von der EZB geplanten Zinsobergrenzen für die "schuldengeplagten" Mittelmeerländer werden hier dargestellt:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/s ... 6232.html

Ende September wissen wir mehr (wahrscheinlich wenig Erfreuliches....)

Nachtrag:
In ihrem neuesten Monatsbericht spricht die Bundesbank erstmalig das Risiko von Staatspleiten an und geht damit auf Konfrontationskurs zur EZB:
ie Bundesbank lieferte einen Kommentar in ihrem Monatsbericht: "Die Bundesbank hält an ihrer Auffassung fest, dass insbesondere Staatsanleihekäufe des Eurosystems kritisch zu bewerten und nicht zuletzt mit erheblichen stabilitätspolitischen Risiken verbunden sind. Entscheidungen über eine möglicherweise noch deutlich umfassendere Vergemeinschaftungen von Solvenzrisiken sollten bei der Finanzpolitik beziehungsweise den Regierungen und Parlamenten angesiedelt sein und nicht über die Notenbankbilanzen erfolgen", heißt es da.

Damit verschärft die Bundesbank ihren Ton im Vorfeld der nächsten EZB-Ratssitzung noch einmal. Während sie die Staatsanleihekäufe bisher nur als eine Vermengung von Fiskal- und Geldpolitik und als demokratisch nicht legitimierte Umverteilung von Geldern zwischen Staaten brandmarkte, spricht sie nun von Solvenzrisiken. Damit ist das Risiko gemeint, dass Staaten wie Spanien oder Italien eines Tages ihre Schulden nicht mehr bezahlen können oder wollen.
http://www.wallstreetjournal.de/article ... manyEuropa

Die Tatsache, daß die Spitze der EZB aus dem Mittelmeerraum (Italien und Portugal) kommt und geldpolitisch ganz anders geprägt ist sowie die Tatsache, daß die "Nordeuropäer" einfach überstimmt werden können, verheißt auf Dauer für "unsere" Währung nichts Gutes.

Man sollte sich nach Alternativen umsehen.....

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