Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

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Edi
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Edi »

Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

Peduli
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Peduli »

TeDeum hat geschrieben:
Mittwoch 3. August 2022, 10:00
Tut er nicht genau das, was man Patriarch Kirill von Seiten des Westens vorwirft? Also sich vor den Karren einer politischen Sache im Sinne der Mächtigen spannen zu lassen? :hmm:

EDIT: War missverständlich ausgedrückt, habe es jetzt klarer geschrieben. Danke!
Wenn die Gläubigen den Gläubigen nicht mehr glauben (koennen), dann hat die Kirche ein Problem, welches "die Welt" völlig ungeruehrt hinnehmen wird. DAS tangiert sie nicht einmal peripher.

Nun aber zur Sache selber:
Mit der Frage wird Motivspekulation betrieben, denn sie unterstellt implizit, das Em. Mueller sich mit den derzeit Herrschenden in den westlichen Demokraturen gemein machen will, indem er ihre Propagandaluegen übernimmt. In Wahrheit jedoch tätigt er schlicht eine korrekte Feststellung.
Die politische Verantwortung fuer den Einmarsch der russischen Armee und den daraus resultierenden militärischen Folgen trägt nunmal Putin; und zwar höchstpersönlich. Dies gilt auch dann, wenn er durch das US-amerikanische Agieren in der Ukraine dazu angestachelt worden sein sollte.

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martin v. tours
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von martin v. tours »

Hallo Peduli
Ja, Putin trägt für den Einmarsch die Verantwortung, soweit stimme ich Dir zu.
Aber dein "sollte" in deinem letzten Satz kannst Du getrost in ein "ist" umwandeln.

Jeder der sich mit dieser Geschichte in den letzten 20 Jahren intensiv beschäftigt hat, weiß das dieser Konflikt nicht vom Himmel gefallen ist sondern bewusst von den USA provoziert wurde.
und, auch wenn es manchen hier vielleicht nicht passt, Putin hatte KEINE Wahl.
Was hätte Russland den machen sollen? Zusehen wie sich die USA Stück für Stück mehr aus dem Kuchen herausschneiden?
Ich vermute Putin hat sich zwar gut auf diesen Fall vorbereitet aber ihm war sehr wohl klar wie hoch dass Risiko einer weiteren Eskalation war.

Die Geschichte die bei uns meist erzählt wird von einem Zar Putin der das sowjetische Imperium wiederherstellen möchte sehe ich eher in der Kategorie
der Brutkastenlüge des ersten oder der Massenvernichtungswaffen des zweiten Golfkriegs.
Propaganda für Dummköpfe und Stern und Spiegelleser.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

Schulevonathen
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Schulevonathen »

martin v. tours hat geschrieben:
Freitag 5. August 2022, 07:54
Ja, Putin trägt für den Einmarsch die Verantwortung, soweit stimme ich Dir zu. [...] Putin hatte KEINE Wahl.
Die beiden Sätze widersprechen sich: Wenn er die Verantwortung trägt, hatte er auch eine Wahl. Wenn er keine Wahl hatte, trägt er auch keine Verantwortung.
martin v. tours hat geschrieben:
Freitag 5. August 2022, 07:54
Was hätte Russland den machen sollen? Zusehen wie sich die USA Stück für Stück mehr aus dem Kuchen herausschneiden?
Die Ukrainer sind allerdings kein Kuchen, sondern ein souveränes Volk, das in Wahlen selbst über seine geopolitische Ausrichtung entscheiden kann. Sie sind nicht besser, aber auch nicht schlechter informiert als Deutsche und Österreicher. Wer das Ganze nur als Machtkampf zwischen Moskau und Washington sieht, oder glaubt, dass Moskaus Wünsche hier wichtiger sind als die Kiews, verachtet diese ihre Entscheidung.

Und ja, es gibt/gab eine "russlandfreundliche" Opposition in der Ukraine, der gegenüber sich die Maidan-Regierungen maches Kritikwürdige geleistet haben und noch leisten. Hier gilt es aber genau hinzusehen. "Russlandfreundliche" Politik in dem Sinne, wie sie von Kutschma, Janukowitsch und großen Teilen der Anti-Maidan-Opposition vertreten wurde und im Osten des Landes immer viel Rückhalt hatte, bedeutete nicht, dass man sich eine Annexion durch die Russische Föderation wünschte. Es bedeutete, dass man im Rahmen einer souveränen Ukraine die russischen kulturellen Wurzeln und die geopolitische Nähe zu Russland fördern wollte. Aus dieser Logik heraus hat auch die Mehrzahl der "prorussischen" Abgeordneten nach Beginn der Invasion die Maßnahmen zur Selbstverteidigung mitgetragen: Denn die Invasion entsprach gerade nicht dem, was sie sich in den letzten 30 Jahren gewünscht hatten. Der Westen hat Unrecht, wenn er diese Leute ignoriert. Aber die russlandfreundlichen Gegennachrichten haben ebenso Unrecht, wenn sie sie zur Verteidigung der Invasion vereinnahmen. Diese Gleichsetzung von innerukrainischer Opposition und Russland ist auch wieder Konsequenz dessen, dass man die Ukrainer ignoriert und sich nur für Washington und Moskau interessiert.

Russland greift nicht ein von Nuland installiertes Maidan-Regime (die Geschichte stimmt in der Form übrigens auch nicht) an. Russland greift die Ukraine an und alle ihre Bürger, die weiterhin "Ukrainer" sein wollen. Darunter auch weite Teile der früheren "russlandfreundlichen" Opposition.
martin v. tours hat geschrieben:
Freitag 5. August 2022, 07:54
Die Geschichte die bei uns meist erzählt wird von einem Zar Putin der das sowjetische Imperium wiederherstellen möchte
Du kennst die Rede, die Putin im Februar gehalten hat, um die Anerkennung der sog. Volksrepubliken im Donbass zu rechtfertigen? Die war damals (oder ist noch?) auch auf russischen Regierungswebseiten einzusehen, nicht nur im Spiegel und Stern.

Kurz gefasst: Putin zufolge habe Lenin einen Fehler gemacht, als er das alte Zarenreich in einen Föderalstaat umwandelte, in dem die einzelnen Republiken auch das Recht hatten, die Union zu verlassen. Stalin habe den Fehler gesehen, aber nicht korrigiert. Dieser Anfangsfehler der Sowjetunion habe sich dann 1991 mit ihrem Zerfall gerächt* - dieses Problem gelte es nun zu korrigieren.

Putins Idealziel ist die Wiederherstellung des in der Sowjetunion fortwirkenden Russischen Reiches. Daran ändert nichts, dass man sich faktisch mit kleineren Zielen wird zufriedengeben müssen und diese dann rückblickend von Anfang an wird gewollt haben.
martin v. tours hat geschrieben:
Freitag 5. August 2022, 07:54
Dummköpfe und Stern und Spiegelleser.
Persönliche Beleidigungen sind argumentativ wenig hilfreich, außerdem gehört ein Strichlein nach "Stern-" gesetzt.

* Die historische Analyse ist vielleicht nicht einmal falsch, Putins politische Schlussfolgerung für die Gegenwart lässt sich so allerdings nicht begründen.
Zuletzt geändert von Schulevonathen am Freitag 5. August 2022, 10:10, insgesamt 1-mal geändert.

Schulevonathen
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Schulevonathen »

Was Kardinal Müller angeht, glaube ich übrigens, dass ihr es euch zu einfach macht. Ich möchte daran erinnern, dass es zur Corona-Pandemie Äußerungen von ihm gibt, die manchem hier vielleicht besser gefallen haben als die jetzigen zu Russland. Er plappert also nicht irgendwelche Propaganda nach, sondern bildet sich zu jeder Frage eine eigene Meinung (die er dann in der ihm eigenen scharfen Form äußert).

Man mag von den einzelnen Äußerungen halten, was man will (ich finde die zur Corona-Thematik falsch), aber die Herangehensweise ist richtig: Nicht sich ein Meinungskomplettpaket kaufen (entweder regierungstreuer Mainstream oder russlandfreundliche Fundamentalopposition), sondern sich jede Frage einzeln anschauen und nachdenken, was davon zu halten ist.

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martin v. tours
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von martin v. tours »

Dann belassen wir es einfach dabei das wir unterschiedlicher Meinung sind !

Du hast recht wenn Du schreibst die Ukraine ist ein selbstständiger Staat der seine geopolitische Ausrichtung selbst entscheiden kann.
Soweit so richtig. Aber, nur weil sie das wollen heisst das noch lange nicht das dies so sein muß.
(ich glaube auch nicht das alle Ukrainer denen ihr selbstständiger Staat wichtig ist unbedingt in die Nato wollen!)
Bestes Beispiel :
Salomonen-Inseln. Die wollen den Chinesen erlauben dort einen Militärstützpunkt zu errichten.
Ist ja ein souveräner Staat und ist ihr gutes Recht (deine Argumentation)
Und was machen unsere Verteidiger von Demokratie und Menschenrechten - sie behalten sich militärische Schritte dagegen vor.
https://www.faz.net/aktuell/politik/usa ... 85306.html

Ich traue unseren amerikanischen Friedenstauben auch zu das sie ernst machen würden (haben sie ja schon oft genug bewiesen).
Ich sage nicht das die Militäraktion Putins gut ist, aber was unterscheidet sie von all den amerikanischen Aktionen der letzten Jahrzehnte?
Und vor allem, warum messen wir da mit unterschiedlichem Mass?

Aber, eigentlich wollte ich zu dem Thema nicht mehr zu viel schreiben und einfach anerkennen das es dazu unterschiedliche Meinungen gibt.
Und ja, der Seitenhieb auf die Leser von "seriösen" Zeitschriften war unangebracht, das hätte ich mir sparen können.

Was deine Kritik an meinen Rechtschreibfehlern betrifft - ebenfalls ein Punkt an dich.

Sollte es hier im Forum einmal die Wahl zum goldenen Korinthenkacker des Jahres geben werde ich dich nominieren :breitgrins: (Ironie [Punkt])
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Lycobates
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Lycobates »

Schulevonathen hat geschrieben:
Freitag 5. August 2022, 10:01
Man mag von den einzelnen Äußerungen halten, was man will (ich finde die zur Corona-Thematik falsch), aber die Herangehensweise ist richtig: Nicht sich ein Meinungskomplettpaket kaufen (entweder regierungstreuer Mainstream oder russlandfreundliche Fundamentalopposition), sondern sich jede Frage einzeln anschauen und nachdenken, was davon zu halten ist.
:daumen-rauf: :hutab:
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martin v. tours
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von martin v. tours »

Schulevonathen hat geschrieben:
Freitag 5. August 2022, 10:01
Was Kardinal Müller angeht, glaube ich übrigens, dass ihr es euch zu einfach macht. Ich möchte daran erinnern, dass es zur Corona-Pandemie Äußerungen von ihm gibt, die manchem hier vielleicht besser gefallen haben als die jetzigen zu Russland. Er plappert also nicht irgendwelche Propaganda nach, sondern bildet sich zu jeder Frage eine eigene Meinung (die er dann in der ihm eigenen scharfen Form äußert).

Man mag von den einzelnen Äußerungen halten, was man will (ich finde die zur Corona-Thematik falsch), aber die Herangehensweise ist richtig: Nicht sich ein Meinungskomplettpaket kaufen (entweder regierungstreuer Mainstream oder russlandfreundliche Fundamentalopposition), sondern sich jede Frage einzeln anschauen und nachdenken, was davon zu halten ist.

Das eigentlich Tragische an der Situation der letzten 2 Jahre ist doch:
Schon die Corona- Situation hat Christen (ich schreibe bewusst nicht nur Katholiken) weltweit gespalten
Der Ukrainekonflikt macht es wieder ebenso.

Wer könnte daran Freude haben?
Vielleicht jemand den man auch als Diabolos kennt (griech. für Verwirrer, Durcheinanderwürfler).
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Schulevonathen
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Schulevonathen »

martin v. tours hat geschrieben:
Freitag 5. August 2022, 10:13
(ich glaube auch nicht das alle Ukrainer denen ihr selbstständiger Staat wichtig ist unbedingt in die Nato wollen!)
Genau, der Wunsch nach einem souveränen Staat reicht weit über das natofreundliche Maidan-Lager hinaus.
martin v. tours hat geschrieben:
Freitag 5. August 2022, 10:13
Ich traue unseren amerikanischen Friedenstauben auch zu das sie ernst machen würden (haben sie ja schon oft genug bewiesen).
Das würde ich auch nicht ausschließen, und dergleichen Verhalten der Amerikaner ist natürlich falsch. Man muss auch Amerika nicht gut finden, weil man Russland kritisiert. Übrigens ist der Mainstream auch gar nicht so sehr auf dieser Linie, wie du unterstellst: Dass es die irakischen Massenvernichtungswaffen nicht gab, wissen eigentlich alle Medien schon lange.

Peduli
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Peduli »

martin v. tours hat geschrieben:
Freitag 5. August 2022, 10:13
Dann belassen wir es einfach dabei das wir unterschiedlicher Meinung sind !
........
Das ist bei komplexen Gemengelagen auch natürlich!
Jeder bildet sich aufgrund der ihm vorliegenden Informationen seine Meinung. Daher führen unterschiedliche Informationsstaende zu unterschiedlichen Meinungen. Q.e.d.

Wie lange die Katastrophe andauern wird, ist derzeit kaum einzuschätzen. Möglicherweise erklärt Putin ja einen einseitigen Waffenstillstand, wenn er seine Kriegsziele erreicht sieht und die Donbass-Republiken unter seiner Kontrolle sind.

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TeDeum
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von TeDeum »

Fällt noch jemandem auf, dass zuletzt in westlichen Medien immer weniger das Gut vs. Böse Narrativ bedient wird? Plötzlich wird auch die ukrainische Seite kritisert. Beispielhaft hier auf Sky News ein Beitrag, der die Person Selensky hinterfragt - mit erstaunlicher Offenheit: https://youtu.be/KEPWgMXut_8

Da kein Redakteur etwas veröffentlichen kann, ohne es vorher "redigieren" zu lassen, frage ich mich, wer nun entschied, solche Beiträge zuzulassen. Sind das Kreise der Elite, die eine schnelle Niederlage der Ukraine (und ein baldiges Ende des Konflikts) suchen? Soll das den Druck auf Kiew erhöhen?

Auch Amnesty International scheint plötzlich seine Objektivität wieder gefunden zu haben und kritisiert die ukrainische Kriegsführung, die sich an Zivilisten als Schutzschilder bediene. Wer das vor 3 Monaten erwähnte, wurde als Russenpropagandist, RT Gucker usw. verunglimpft.

https://www.reuters.com/world/europe/am ... 022-08-04/

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Jakobgutbewohner
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Jakobgutbewohner »

Schulevonathen hat geschrieben:
Freitag 5. August 2022, 09:47
Aber die russlandfreundlichen Gegennachrichten haben ebenso Unrecht, wenn sie sie zur Verteidigung der Invasion vereinnahmen.
Wäre also vielleicht ersteinmal zu klären, ob "Invasion" ein passender Begriff ist für einen Kriegseintritt nach Angriffen auf Verbündete.
Russland greift die Ukraine an und alle ihre Bürger, die weiterhin "Ukrainer" sein wollen.
Soweit ich es verstand soll die von russischer Seite verwendete Begrifflichkeit ausdrücken, daß genau das nicht beabsichtigt sei.
Kurz gefasst: Putin zufolge habe Lenin einen Fehler gemacht, als er das alte Zarenreich in einen Föderalstaat umwandelte, in dem die einzelnen Republiken auch das Recht hatten, die Union zu verlassen. Stalin habe den Fehler gesehen, aber nicht korrigiert. Dieser Anfangsfehler der Sowjetunion habe sich dann 1991 mit ihrem Zerfall gerächt* - dieses Problem gelte es nun zu korrigieren.
Zum Nachlesen: https://www.anti-spiegel.ru/2022/praesi ... m-wortlaut
"Selig sind ... die durch die Tore eingehen in die Stadt. Draußen aber sind die Hunde und die "Pharmazeuten" und die Buhler und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut." Off 22,14+15

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martin v. tours
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von martin v. tours »

Meine Hoffnung ist auch das Putin wenn das "Kriegsziel" erreicht ist (Donbas befreit) das Ende des Krieges erklärt.
Aber so richtig glaube ich nicht daran.
Wenn gleichzeitig ein Selenski in Kiew bliebe oder eine andere CIA-Marionette die weiter darauf drängt die Restukarine in die Nato zu bringen.
Selbst wenn auf einen Natobeitritt verzichtet würde, ich kann mir nicht vorstellen das sich Amerika die Chance entgehen lassen würde einen dauerhaften Unruheherd zu organisieren (Widerstandskämpfer, Attentate, Anschläge,..).
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Lycobates
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Lycobates »

TeDeum hat geschrieben:
Freitag 5. August 2022, 13:13
Beispielhaft hier auf Sky News ein Beitrag, der die Person Selensky hinterfragt - mit erstaunlicher Offenheit: https://youtu.be/KEPWgMXut_8
Um Himmelswillen, wer kann sich so einen ex-convict-accent antun?
Ich mußte nach zwei Minuten abschalten.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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Dr.Hackenbush
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Dr.Hackenbush »

Peduli hat geschrieben:
Mittwoch 3. August 2022, 10:38
Dr.Hackenbush hat geschrieben:
Mittwoch 3. August 2022, 10:07
Peduli hat geschrieben:
Mittwoch 3. August 2022, 09:41
Die Ablehnung der Regenbogenflaggen-Ideologie macht Putin keinesfalls zu einem guten Christen.
hab ich das behauptet?
Mir ging in erster Linie um die Feigheit des Klerus der Kirche.
Deine Kritik an GeLuMue wird den Klerus sicher viel, viel mutiger machen.
Und Deine BedKuAnt machen weder die Kirche besser noch verkürzen den UkKo.

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martin v. tours
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von martin v. tours »

TeDeum hat geschrieben:
Freitag 5. August 2022, 13:13
Fällt noch jemandem auf, dass zuletzt in westlichen Medien immer weniger das Gut vs. Böse Narrativ bedient wird? Plötzlich wird auch die ukrainische Seite kritisert. Beispielhaft hier auf Sky News ein Beitrag, der die Person Selensky hinterfragt - mit erstaunlicher Offenheit: https://youtu.be/KEPWgMXut_8

Da kein Redakteur etwas veröffentlichen kann, ohne es vorher "redigieren" zu lassen, frage ich mich, wer nun entschied, solche Beiträge zuzulassen. Sind das Kreise der Elite, die eine schnelle Niederlage der Ukraine (und ein baldiges Ende des Konflikts) suchen? Soll das den Druck auf Kiew erhöhen?

Auch Amnesty International scheint plötzlich seine Objektivität wieder gefunden zu haben und kritisiert die ukrainische Kriegsführung, die sich an Zivilisten als Schutzschilder bediene. Wer das vor 3 Monaten erwähnte, wurde als Russenpropagandist, RT Gucker usw. verunglimpft.

https://www.reuters.com/world/europe/am ... 022-08-04/
Soviel zum Thema Amnesty International:
https://www.tagesschau.de/ausland/chefi ... k-101.html
https://www.youtube.com/watch?v=K6i6rIaLMCI

Jetzt ist die Welt ja wieder in Ordnung.
um Max Liebermann zu zitieren:
Ich kann gar nicht soviel fressen wie ich kotzen möchte.
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Theresita
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Theresita »

Selenskiy und seine Frau hatten auch noch Zeit und Muße um Fotos für die Vogue zu machen:

https://www.vogue.de/lifestyle/artikel/ ... -interview

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Siard
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Siard »

Die Demokratische Volksrepublik Korea hat wohl der rußländischen Föderation 100 000 Soldaten zur Unterstützung in der Ukraine angeboten.

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martin v. tours
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von martin v. tours »

Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Robert Ketelhohn
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Peduli hat geschrieben:
Mittwoch 3. August 2022, 10:30
Cassian hat geschrieben:
Mittwoch 3. August 2022, 10:20
TeDeum hat geschrieben:
Mittwoch 3. August 2022, 10:00
Tut er nicht genau das, was man dem Patriarchen im Westen vorwirft? Also sich vor den Karren einer politischen Sache im Sinne der Mächtigen spannen zu lassen? :hmm:
Den Patriarchentitel hat Benedikt seinerzeit übrigens ganz offiziell abgelegt.
Und über den Grund bzw. die Gründe bist Du informiert?
Von Silvestrini, der Maurerratte, aufs Glatteis geführt.

Dennoch eine der großen Fehlleistungen Ratzingers. Den konziliar definierten Patriarchat kann der römische Bischof nicht ablegen.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Peduli
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Peduli »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Sonntag 7. August 2022, 23:25
Peduli hat geschrieben:
Mittwoch 3. August 2022, 10:30
Cassian hat geschrieben:
Mittwoch 3. August 2022, 10:20
Den Patriarchentitel hat Benedikt seinerzeit übrigens ganz offiziell abgelegt.
Und über den Grund bzw. die Gründe bist Du informiert?
Von Silvestrini, der Maurerratte, aufs Glatteis geführt.

........
Das ist keine Begründung, sondern eine Vermutung!

Darueber hinaus war Cassian gefragt worden.
Seine Kenntnisse müssen mit Deinen Kenntnissen nicht übereinstimmen.

Dr.Hackenbush
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Dr.Hackenbush »

Roger Waters: >>Wenn Biden nur wolle, wäre der Krieg schon „morgen beendet“.<<
Quelle: https://www.rollingstone.de/roger-water ... e-2482667/

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martin v. tours
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von martin v. tours »

Zu dem Thema:
https://www.youtube.com/watch?v=-URNu6NKRZg
übrigens z.Thema Ukrainekonflikt ein manchmal empfehlenswerter Kanal.

Hier nochmals das Gespräch:
https://www.youtube.com/watch?v=ml373MHAtXo
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

Peduli
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Peduli »

Dr.Hackenbush hat geschrieben:
Montag 8. August 2022, 12:29
Roger Waters: >>Wenn Biden nur wolle, wäre der Krieg schon „morgen beendet“.<<
Quelle: https://www.rollingstone.de/roger-water ... e-2482667/
Eine prinzipiell gut vertretbare These; insbesondere dann, wenn man beim Zeithorizont ein bißchen flexibler wird.

Cassian
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Re: Der Staatsstreich in der Ukraine und seine Folgen

Beitrag von Cassian »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Sonntag 7. August 2022, 23:25
Dennoch eine der großen Fehlleistungen Ratzingers. Den konziliar definierten Patriarchat kann der römische Bischof nicht ablegen.
Könnte er schon, wollte er denn zutreffenderweise illustrieren, dass sein Verein jedenfalls nicht die Kirche der Sieben Ökumenischen Konzilien ist. Insofern ist es begrüßenswert, dass sich auch an dieser Stelle eine Klärung der Verhältnisse einstellt. :)
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Sonntag 7. August 2022, 23:25
Von Silvestrini, der Maurerratte, aufs Glatteis geführt.
Ist das sowas wie die Tradi-Version von "Wenn das Honecker wüsste!"? Ich halte es für nahezu ausgeschlossen, dass sich eine offenbar so gelehrsame Person wie Ratzinger über die Implikationen eines solchen Akts nicht im Klaren war.

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