Was tun gegen den Klimaschwindel?

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Caviteño
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Caviteño » Dienstag 12. März 2019, 07:19

martin v. tours hat geschrieben:
Dienstag 12. März 2019, 07:02
Mehr Güter auf die Schiene.... ein schöner Traum :)
Ich hatte beruflich mal mit dem Thema Logistik zu tun.
Wenn es um exakte Liefertermine und das Thema just in time geht ist die Bahn nicht die erste Wahl.
Bzgl. der Liefertermine usw. haben wir ja im letzten Jahr die Katastrophe im süddeutschen Raum erlebt, als die Züge auf der Rheinstrecke nicht fahren konnten.

Gleichwohl zeigen andere Länder, das man mehr Güter auf die Straße bringen kann. Ich hatte das schon einmal hier erörtert:

https://www.kreuzgang.org/viewtopic.php ... 44#p769744

Juergen
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Juergen » Mittwoch 13. März 2019, 17:29

Gruß
Jürgen
Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

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Benedikt
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Benedikt » Donnerstag 14. März 2019, 00:41

Bild
"Kommt ihm der Staatsumwälzer nicht wie Sisyphus vor? Die Last wird nie oben bleiben, wenn nicht eine Anziehung gegen den Himmel sie auf der Höhe schwebend erhält." - Novalis: Europa

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Niels
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Niels » Donnerstag 14. März 2019, 13:01

Ich hab's ja kommen sehen: https://www.welt.de/newsticker/news1/ar ... lagen.html

Goldig! :umkuck:
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 14. März 2019, 20:11

Ja, Niels, warum eigentlich nicht? :hmm: :hae?:

Schau Dir die Friedensnobelpreisträger von 2007 an und vor allem den Grund, warum der Preis ihnen verliehen wurde.
"Intergovernmental Panel on Climate Change" und "Al Gore":

„für ihre Bemühungen, ein besseres Verständnis für die von Menschen verursachten Klimaveränderungen zu entwickeln und zu verbreiten, und dafür, dass sie die Grundlagen für Maßnahmen gegen den Klimawandel gelegt haben“
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der ... r%C3%A4ger

Für die Begründung reicht dann "copy and paste".....

Wer nimmt das ganze Verfahren und den Preis denn noch ernst? Das erinnert doch an die "Unwort des Jahres"-Diskussion.
Vielleicht wäre ein Verschiebung in den Strang "Nachrichten, die die Welt nicht braucht" angebracht. :D

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Niels
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Niels » Freitag 15. März 2019, 09:00

Stimmt. :D

Machen die Eltern des goldigen Mädchens eigentlich die Interviews oder sie selbst: https://www.welt.de/politik/ausland/art ... ckter.html
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Benedikt
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Benedikt » Freitag 15. März 2019, 09:21

Niels hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 09:00
https://www.welt.de/politik/ausland/art ... ckter.html
:klatsch: :klatsch: :klatsch:
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Caviteño » Freitag 15. März 2019, 10:03

Niels hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 09:00
Machen die Eltern des goldigen Mädchens eigentlich die Interviews oder sie selbst: https://www.welt.de/politik/ausland/art ... ckter.html
Vielleicht wurde das Interview auch von Claas Relotius nachbearbeitet... :breitgrins:

In dem Zusammenhang:
Unwort des Jahres 2014 = Lügenpresse

Journalist des Jahres 2014 = Claas Relotius

:D :D

Im Fußball würde man vom "Eigentor" sprechen.

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Benedikt
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Benedikt » Freitag 15. März 2019, 11:20

Ein Blick hinter die Kulissen der Fridays for Future-Bewegung:
https://ze.tt/fridays-for-future-in-ech ... eine-zeit/
Außerdem bin ich Delegierter für die internationale Vernetzung. Es ist ein bisschen verrückt, Fridays for Future auf internationaler Ebene zu organisieren. Da sitze ich dann manchmal drei Stunden lang mit Menschen aus der ganzen Welt in einer Telefonkonferenz und plane eine internationale Medienstrategie – und in echt bin ich Schüler und habe gar keine Zeit.
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Caviteño » Freitag 15. März 2019, 13:41

Man kann sich alles schönreden:
„Der Unterricht fällt nicht aus, er wird nur an einen anderen Ort verlagert“, sagt Michael Frost, Schuldezernent in Bremerhaven. Und weiter: „Wir nehmen das so wahr, dass es den Schülern nicht um einen Streik geht, sondern darum, politisch aktiv zu werden. Deshalb unterstützen wir sie.“
https://www.weser-kurier.de/bremen/brem ... 14285.html

:D :kugel:

Würden die Schüler auch "unterstützt" werden, wenn sie für etwas "Falsches" (andere Energiepolitik, strengere Migrationsvorgaben, EU oder Euro-Austritt) "politisch aktiv" werden und demonstrieren würden? Da würde doch wahrscheinlich von "Schulstreik" gesprochen und die volle Bandbreite der Sanktionsmaßnahmen Anwendung finden.

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Bruder Donald
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 15. März 2019, 14:41

Niels hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 13:01
Ich hab's ja kommen sehen: https://www.welt.de/newsticker/news1/ar ... lagen.html

Goldig! :umkuck:
Wenn ich diese kleine paranoide Visage sehe, wird mir immer Angst und Bange! :erschrocken:
Da schrillen bei mir alle Alarmglocken und ich kann echt nachfühlen, wie sich die Leute in Deutschland in den 1930er Jahren gefühlt haben müssen, die Befürchtung gegenüber der politischen Zukunft hatten.
Wie diese geistig und offensichtlich auch körperlich Unterentwickelte medial zur Heldin und Galionsfigur stilisiert wird, ist mir unbegreiflich.
Wie kann man mit reiner Hysterie, Paranoia, Propaganda und Hetze im Jahre 2019 derart den öffentlichen "Diskurs" dominieren kann, das will mir nicht in den Kopf!
Wir sind wahrlich im Postfaktischen Zeitalter... Die Thread-Frage ist absolut berechtigt: wie kann man sich vor dieser Verblödung retten?

Und klein Gretel weist mMn sehr viele Parallelen zu Luther auf ... :hmm:
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Amigo » Freitag 15. März 2019, 14:44

Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 14:41
Und klein Gretel weist mMn sehr viele Parallelen zu Luther auf ... :hmm:
Inwiefern? Dass sie einen realen Mißstand anprangert und dabei auch zu Recht viel Gefolgschaft findet? :huhu:

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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Benedikt » Freitag 15. März 2019, 14:53

Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 14:41
Wenn ich diese kleine paranoide Visage sehe, wird mir immer Angst und Bange! :erschrocken:
Da schrillen bei mir alle Alarmglocken und ich kann echt nachfühlen, wie sich die Leute in Deutschland in den 1930er Jahren gefühlt haben müssen, die Befürchtung gegenüber der politischen Zukunft hatten.
Wie diese geistig und offensichtlich auch körperlich Unterentwickelte medial zur Heldin und Galionsfigur stilisiert wird, ist mir unbegreiflich.
Wie kann man mit reiner Hysterie, Paranoia, Propaganda und Hetze im Jahre 2019 derart den öffentlichen "Diskurs" dominieren kann, das will mir nicht in den Kopf!
Wir sind wahrlich im Postfaktischen Zeitalter... Die Thread-Frage ist absolut berechtigt: wie kann man sich vor dieser Verblödung retten?

Und klein Gretel weist mMn sehr viele Parallelen zu Luther auf ... :hmm:
*schäum*geifer*sabber*
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 15. März 2019, 15:00

Amigo hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 14:44
Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 14:41
Und klein Gretel weist mMn sehr viele Parallelen zu Luther auf ... :hmm:
Inwiefern? Dass sie einen realen Mißstand anprangert und dabei auch zu Recht viel Gefolgschaft findet? :huhu:
Nein, ich meine mit der Persönlichkeit M. Luthers selbst.
Luther war derart unsicher und unversöhnt mich sich selbst, dass er im Grunde die Probleme mit sich selbst quasi als allgemeingültigen Sachverhalt projiziert hat. Sprich: Luthers Theologie und Denken basiert auf seiner persönlichen Schlechtigkeit bzw. Minderwertigkeitskomplexen . Der war, wie der Prophet, nicht ganz knusper im Oberstübchen. Dass sich daraus Ideologien mit breiter Anhängerschaft gebildet haben, ist erschreckend. :auweia:

Realen Missstand anprangern, Leute zu mobilisieren und dagegen Lösungen zu finden: ja, bitte gerne! Aber mit Fakten, Fakten Fakten!
Und nicht mit: "OH MEIN GOTT, WIR WERDEN ALLE STERBEN :panisch: "
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 15. März 2019, 15:05

Benedikt hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 14:53
*schäum*geifer*sabber*
Wenn Gretel und Gefolge anfangen, konkrete und praktische Lösungsansätze bzw. Forderungen zu formulieren, ändere ich gerne meine Meinung dazu.

Bis dahin bleiben sie paranoide Fanatiker, denen man lieber keine Bühne hätte geben sollen.

Aber gut, dass du dich ebenfalls in deren Argumentationsstruktur einreihst: am einfachsten Gefühle und Emotionen "ansprechen", bloß keine rationalen Begründungen formulieren. Sonst würde man sich ja schließlich angreifbar machen ;)
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Benedikt » Freitag 15. März 2019, 15:11

Die Faktenlage fasst Laudato Si zusammen:
23. Das Klima ist ein gemeinschaftliches Gut von allen und für alle. Es ist auf globaler Ebene ein kompliziertes System, das mit vielen wesentlichen Bedingungen für das menschliche Leben verbunden ist. Es besteht eine sehr starke wissenschaftliche Übereinstimmung darüber, dass wir uns in einer besorgniserregenden Erwärmung des Klimasystems befinden. In den letzten Jahrzehnten war diese Erwärmung von dem ständigen Anstieg des Meeresspiegels begleitet, und außerdem dürfte es schwierig sein, sie nicht mit der Zunahme extremer meteorologischer Ereignisse in Verbindung zu bringen, abgesehen davon, dass man nicht jedem besonderen Phänomen eine wissenschaftlich bestimmbare Ursache zuschreiben kann. Die Menschheit ist aufgerufen, sich der Notwendigkeit bewusst zu werden, Änderungen im Leben, in der Produktion und im Konsum vorzunehmen, um diese Erwärmung oder zumindest die menschlichen Ursachen, die sie hervorrufen und verschärfen, zu bekämpfen. Es stimmt, dass es noch andere Faktoren gibt (z. B. der Vulkanismus, die Änderungen der Erdumlaufbahn und der Erdrotationsachse, der Solarzyklus), doch zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass der größte Teil der globalen Erwärmung der letzten Jahrzehnte auf die starke Konzentration von Treibhausgasen (Kohlendioxid, Methan, Stickstoffoxide und andere) zurückzuführen ist, die vor allem aufgrund des menschlichen Handelns ausgestoßen werden. Wenn sie sich in der Atmosphäre anreichern, verhindern sie, dass die durch die Sonnenstrahlen an der Erdoberfläche erzeugte Wärme in den Weltraum entweicht. Das wird besonders durch das Entwicklungsmodell gesteigert, das auf dem intensiven Gebrauch fossiler Brennstoffe basiert, auf den das weltweite Energiesystem ausgerichtet ist. Auch die zunehmende Praxis einer veränderten Bodennutzung hat sich ausgewirkt, hauptsächlich die Abholzung der Wälder zugunsten der Landwirtschaft.

24. Die Erwärmung beeinflusst ihrerseits den Kohlenstoffkreislauf. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, der die Situation weiter verschärft und der die Verfügbarkeit unerlässlicher Ressourcen wie das Trinkwasser, die Energie und die Agrarproduktion in den heißesten Zonen beeinträchtigen und das Aussterben eines Teils der biologischen Vielfalt des Planeten verursachen wird. Durch das Schmelzen des Polareises und der Schneeflächen in den Hochgebirgen droht eine sehr gefährliche Freisetzung von Methangas, und die Verwesung der tiefgefrorenen organischen Stoffe könnte die Ausströmung von Kohlendioxid noch weiter erhöhen. Das Verschwinden der tropischen Urwälder verschlechtert seinerseits die Lage, denn sie helfen ja, den Klimawandel abzuschwächen. Die durch das Kohlendioxid verursachte Verschmutzung erhöht den Säuregehalt der Ozeane und gefährdet die marine Nahrungskette. Wenn die augenblickliche Tendenz anhält, könnte dieses Jahrhundert Zeuge nie dagewesener klimatischer Veränderungen und einer beispiellosen Zerstörung der Ökosysteme werden, mit schweren Folgen für uns alle. Der Anstieg des Meeresspiegels, zum Beispiel, kann Situationen von äußerstem Ernst schaffen, wenn man bedenkt, dass ein Viertel der Weltbevölkerung unmittelbar oder sehr nahe am Meer lebt und der größte Teil der Megastädte sich in Küstengebieten befindet.

25. Der Klimawandel ist ein globales Problem mit schwerwiegenden Umwelt-Aspekten und ernsten sozialen, wirtschaftlichen, distributiven und politischen Dimensionen; sie stellt eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit dar. Die schlimmsten Auswirkungen werden wahrscheinlich in den nächsten Jahrzehnten auf die Entwicklungsländer zukommen. Viele Arme leben in Gebieten, die besonders von Phänomenen heimgesucht werden, die mit der Erwärmung verbunden sind, und die Mittel für ihren Lebensunterhalt hängen stark von den natürlichen Reserven und den ökosystemischen Betrieben wie Landwirtschaft, Fischfang und Waldbestand ab. Sie betreiben keine anderen Finanzaktivitäten und besitzen keine anderen Ressourcen, die ihnen erlauben, sich den Klimaeinflüssen anzupassen oder Katastrophen die Stirn zu bieten, und sie haben kaum Zugang zu Sozialdiensten und Versicherung. So verursachen die klimatischen Veränderungen zum Beispiel Migrationen von Tieren und Pflanzen, die sich nicht immer anpassen können, und das schädigt wiederum die Produktionsquellen der Ärmsten, die sich ebenfalls genötigt sehen abzuwandern, mit großer Ungewissheit im Hinblick auf ihre Zukunft und die ihrer Kinder. Tragisch ist die Zunahme der Migranten, die vor dem Elend flüchten, das durch die Umweltzerstörung immer schlimmer wird, und die in den internationalen Abkommen nicht als Flüchtlinge anerkannt werden; sie tragen die Last ihres Lebens in Verlassenheit und ohne jeden gesetzlichen Schutz. Leider herrscht eine allgemeine Gleichgültigkeit gegenüber diesen Tragödien, die sich gerade jetzt in bestimmten Teilen der Welt zutragen. Der Mangel an Reaktionen angesichts dieser Dramen unserer Brüder und Schwestern ist ein Zeichen für den Verlust jenes Verantwortungsgefühls für unsere Mitmenschen, auf das sich jede zivile Gesellschaft gründet.

26. Viele von denen, die mehr Ressourcen und ökonomische oder politische Macht besitzen, scheinen sich vor allem darauf zu konzentrieren, die Probleme zu verschleiern oder ihre Symptome zu verbergen, und sie versuchen nur, einige negative Auswirkungen des Klimawandels zu reduzieren. Viele Symptome zeigen aber an, dass diese Wirkungen jedes Mal schlimmer sein können, wenn wir mit den gegenwärtigen Produktionsmodellen und Konsumgewohnheiten fortfahren. Darum ist es dringend geboten, politische Programme zu entwickeln, um in den kommenden Jahren den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen stark verunreinigenden Gasen drastisch zu reduzieren, zum Beispiel indem man den Gebrauch von fossilen Brennstoffen ersetzt und Quellen erneuerbarer Energie entwickelt. Weltweit sind saubere und erneuerbare Energien nur in geringem Maß erschlossen. Noch ist es notwendig, angemessene Technologien für die Speicherung zu entwickeln. Trotzdem sind in einigen Ländern Fortschritte erzielt worden, die beginnen, von Bedeutung zu sein, auch wenn sie weit davon entfernt sind, eine beachtliche Proportion zu erreichen. Es gab auch einige Investitionen in Produktionsweisen und Transportarten, die weniger Energie verbrauchen und geringere Mengen an Rohstoff erfordern, sowie in Bauformen oder Arten der Bausanierung, um die Energieeffizienz zu verbessern. Doch diese guten Praktiken haben sich noch lange nicht überall eingebürgert.
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Amigo
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Amigo » Freitag 15. März 2019, 15:22

... paranoide Fanatiker ...

... bloß keine rationalen Begründungen formulieren ...
:(

Die durch moderne menschliche Zivilisation - insbesondere durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe im industriellen Ausmaß - entstehenden Gase bewirken eine thermische Aufladung in der gesamten Ökosphere, vor allem auch in den großen "Kältespeichern" (Ozeane und polare Eismassen); diese Veränderungen haben nachhaltige und in menschlichen Zeiträumen nicht rückgängig zu machende Veränderungen am Klima (nicht nur Temperatur, sondern zB auch Niederschlagsmengen in unterschiedlichen Regionen) aber ebenso an Lebensräumen von Fauna und Flora (gerade auch in den Ozeanen) zur Folge.

Wie intensiv man in die Wissenschaft diesbezüglich vordringen möchte, sei jedem überlassen; _dass_ diese Vorgänge - also menschgemachte Veränderungen der Erde und damit verbunden Klimaänderungen - real und seit Jahrzehnten nachweisbar sind (gewiss: nicht präzise zu quantifizieren und vorherzusagen, und auch nicht in sämtlichen Wirkketten verstanden, aber das trifft zB auf die Evolution der Arten auch zu, und dennoch ist sie grundsätzlich sehr gut verstanden und als real etabliert) halte ich für unleugbar.

Dass die junge Generation das Problem - auch wenn sie sich vielleicht (noch) nicht intensiv wissenschaftlich mit den Details auseinandergesetzt hat - ernst nimmt und erkennt, dass außer viel Reden einfach nix passiert, halte ich für positiv. Dass da auch Agitation dahintersteckt (gewiss) und die Wirksamkeit solcher Streiks eher gering ist (ziemlich gewiss), nehme ich dabei in Kauf. Ich finds trotzdem toll. Eines meiner Kinder "streikt" heute auch - meinen Segen dazu hat sie.

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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 15. März 2019, 15:25

Benedikt hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 15:11
http://w2.vatican.va/content/francesco/ ... to-si.html
Offenbar verstehst du nicht, worum es mir geht, daher nochmal gaaaaanz langsam nur für dich:

Ich habe kein Problem damit, DASS die Leute sich für die Umwelt einsetzen, sondern WIE sie sich für das Thema einsetzen!

Gretchen und ihr fanatischer Mob wollen uns (wenn man die praktischen Konsequenzen ihrer Forderungen ernst nimmt) in die Steinzeit zurückbomben, um das Weltklima zu "retten". (Wenn die sich mit der Thematik zureichend auseinandergesetzt hätten, wüssten sie, dass das Klima unabhängig vom Menschen tut, was es will).
Und du musst es eben akzeptieren, dass diese Fraktion eben KEINE vernünftigen, verwertbaren Ansichten vertritt, sondern pure Panikmache. Wen du das anders siehst, dann zeige mir/uns hier Argumente, die das Gegenteil beweisen.
Wenn du das so unterstützt, dann bitte, ich hingegen empfinde es als geisteskrank.

Ich stelle mir hingegen die Frage:
Wie kann man zugleich die anthropogene Umweltschädigung reduzieren/eindämmen, ohne dass wir eine gleichzeitige Einbuße unseres zivilisatorischen Standards haben?
Die Frage ist auch:
Kann das so überhaupt gelingen?
und
Oder kann man das Klima eigentlich gar nicht retten, sondern sich nur den Veränderten Umständen anpassen?
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 15. März 2019, 15:38

Amigo hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 15:22
Dass die junge Generation das Problem - auch wenn sie sich vielleicht (noch) nicht intensiv wissenschaftlich mit den Details auseinandergesetzt hat
Nein, ich finde genau diesen Punkt schlimm!

Gretchen und Co. stehen auf der Straße und behaupten einfach, dass uns morgen schon der Plantet um die Ohren schießt, ohne überhaupt Fakten und tatsächlichen Umstände des ganzen Phänomens zu kennen. Man kann doch nicht leugnen, dass die ganze Thematik sehr komplex ist.
Wie kann man dann (pauschale) Forderungen skandieren, wenn man sich der faktischen Umstände gar nicht bewusst ist?

Tut mir Leid, Gretel und Gesinnungsgenoss*Innen sind in meinen Augen genauso schlimm, wie gewisse andere Dumpfbacken, die "Ausländer raus!" brüllen und fordern. Einfache Forderungen für komplexe Probleme...
Amigo hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 15:22

ernst nimmt und erkennt, dass außer viel Reden einfach nix passiert, halte ich für positiv.
Dito! Soll man mal den quacksalbernden Politkern und Verantwortlichen mal tüchtig den Marsch blasen!
Es ändert aber leider nichts an dem Umstand, dass die geforderten Lösungsansätze noch schlimmer sind, als die Versäumnisse. Den Teufel mit dem Beeltzebub austreiben halte ich für keine gute Strategie.
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Niels » Freitag 15. März 2019, 15:43

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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Juergen » Freitag 15. März 2019, 16:30

Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 15:38
Gretchen und Co. stehen auf der Straße und behaupten einfach, dass uns morgen schon der Plantet um die Ohren schießt, ohne überhaupt Fakten und tatsächlichen Umstände des ganzen Phänomens zu kennen. Man kann doch nicht leugnen, dass die ganze Thematik sehr komplex ist. …
Die reinen, unabhängigen und wertneutralen Fakten liefert doch die Bundeszentrale für politische Bildung:
http://www.bpb.de/lernen/grafstat/13478 ... limaschutz


Caviteño hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 13:41
…Würden die Schüler auch "unterstützt" werden, wenn sie für etwas "Falsches" (andere Energiepolitik, strengere Migrationsvorgaben, EU oder Euro-Austritt) "politisch aktiv" werden und demonstrieren würden? Da würde doch wahrscheinlich von "Schulstreik" gesprochen und die volle Bandbreite der Sanktionsmaßnahmen Anwendung finden.



Bildlink: https://www.wiedenroth-karikatur.de/Kar ... unberg.jpg


Noch eine Sache:
»Streik« ist ein legitimes Mittel bei Tarifstreitigkeiten zwischen Arbeitgeben und Arbeitnehmern/Gewerkschaften.
Das was hier stattfindet ist kein »Streik«, sondern Schuleschwänzen und so sollte es meiner Meinung nach auch konsequent bezeichnet werden!

(Selbst wenn Wikipedia das Lemma »Schulstreik« kennt, wird der Begriff dadurch nicht richtig, sondern zeigt einmal mehr die Blödheit der Wikipedia.)
Gruß
Jürgen
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Amigo » Freitag 15. März 2019, 16:37

Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 15:38
Gretchen und Co. stehen auf der Straße und behaupten einfach, dass uns morgen schon der Plantet um die Ohren schießt, ohne überhaupt Fakten und tatsächlichen Umstände des ganzen Phänomens zu kennen. Man kann doch nicht leugnen, dass die ganze Thematik sehr komplex ist.
Wie kann man dann (pauschale) Forderungen skandieren, wenn man sich der faktischen Umstände gar nicht bewusst ist?
Ich glaube, es ist unzutreffend und unfair, den Schülern und Jugendlichen vorzuhalten, sie wären sich der Umstände nicht bewusst. Natürlich kann man fragen, wie tiefgreifend sie diese Umstände kennen, aber bevor man das tut, bedenke man folgendes:


Muss man Spezialist zu einem Sachverhalt sein, um in dieser Sache zu protestieren? Nein.

Beispiel: Gegen Abtreibung darf man auch dann protestieren, wenn man nicht Spezialist für embryonale Entwicklung und/oder medizinische Eingriffe ist. (NB: Diese Argumentation gibt es zu diesem Thema tatsächlich!)


Muss man persönlich betroffen sein, um zu protestieren? Nein.

Beispiel: Gegen Kinderarbeit, unfaire Arbeitsbedingungen oder geringere Bezahlung für Frauen dürfen - und sollen! - auch erwachsene Männer mit sehr guten Jobs protestieren. [Noch besser wäre: Etwas dagegen tun. Aber das ist eine andere Geschichte.]


Muss man persönlich einen Beweis vorlegen können, dass ein Sachverhalt zutrifft, bevor man gegen ihn protestieren kann? Nein.

Beispiel: Protest gegen Rassismus anlässlich eines konkreten Ereignisses ist statthaft, weil man Rassismus ablehnt - auch wenn man nicht beweisen kann, ob der konkrete Anlass tatsächlich auf Rassismus beruht. (Ich denke da zB an die nicht wenigen Fälle, wo Schwarze in den USA von weißen Polizisten scheinbar ohne wirklichen Grund wie bewaffnete Gegenwehr erschossen werden.)


Darf man überhaupt für (oder gegen) etwas protestieren, dessen Wahrheitsgehalt nicht bewiesen ist? Ja. Es genügt, dass man persönlich meint, dass es gute Gründe dafür gibt.

Beispiel: Gegen die Verurteilung von Kardinal Pell darf man protestieren, obwohl man objektiv nicht wissen kann, ob er schuldig ist, solange man hinreichende Gründe für die Annahme hat, dass er unschuldig ist.

("darf" meint freilich hier nicht die rechtlich gewährte Rede- und Meinungsfreiheit im dafür vorgesehenen Rahmen, sondern bloss die Frage nach Sinnhaftigkeit und ethischer Vertretbarkeit eines solchen Protests. Ich "darf" auch gegen den Sonnenschein protestieren, das ist mein Recht. Sinnvoll ist es nicht.)


Diese jungen Menschen protestieren, weil sie guten Grund zur Annahme haben, dass ihre Vorläufergenerationen die Erde rücksichtslos ausbeuten und für künftige Generationen gefährden. Ich bin nicht mehr so jung und habe viel dazu gelesen und erlebt, und ich denke, ihre Annahme ist völlig korrekt.

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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 15. März 2019, 16:47

Amigo hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 16:37
Diese jungen Menschen protestieren, weil sie guten Grund zur Annahme haben, dass ihre Vorläufergenerationen die Erde rücksichtslos ausbeuten und für künftige Generationen gefährden. Ich bin nicht mehr so jung und habe viel dazu gelesen und erlebt, und ich denke, ihre Annahme ist völlig korrekt.
Ich erkläre mich nochmal: Mir geht es nicht darum, DASS sie protestieren, sondern WIE bzw. WAS sie fordern!

Amigo hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 16:37
Ich glaube, es ist unzutreffend und unfair, den Schülern und Jugendlichen vorzuhalten, sie wären sich der Umstände nicht bewusst. Natürlich kann man fragen, wie tiefgreifend sie diese Umstände kennen,(...)
Es fällt mir echt schwer, Leute ernst zu nehmen, die aus purer Emotion vor etwas Angst haben, aber rational (nicht emotional) nicht begründen können, WIESO sie Angst haben.
Gibt es RATIONALE Gründe, sind sie somit objektiv feststellbar, oder handelt es sich dabei nur um EMOTIONALE Ausbrüche, die keine objektive Grundlage haben?
Selbstverständlich können alle gegen oder für etwas protestieren (auch Dumpfbacken für "Ausländer raus"), solange man aber nicht rational begründen kann, dass die Forderung dem Problem überhaupt gerecht wird (weil man die funktionalen Umstände des Problems verstanden hat und kennt), dann braucht man solche Leute und Positionen eben nicht ernst nehmen (wie z.B. "Ausländer raus")
Zuletzt geändert von Bruder Donald am Freitag 15. März 2019, 17:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Juergen » Freitag 15. März 2019, 16:53

Amigo hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 16:37
»Diese jungen Menschen protestieren, weil sie guten Grund zur Annahme haben, dass ihre Vorläufergenerationen die Erde rücksichtslos ausbeuten und für künftige Generationen gefährden. Ich bin nicht mehr so jung und habe viel dazu gelesen und erlebt, und ich denke, ihre Annahme ist völlig korrekt.
In einem kurzen Video wurde eine Demonstrantin gefragt, was sie selbst gegen den Klimawandel tue. Die Antwort war: „Ich demonstriere.“
Da haben wir ja ein schönes Patentrezept, um wirkungsvoll gegen den Klimawandel vorzugehen. :umkuck:

Es ist nicht Vorläufergeneration, die die Erde rücksichtslos ausbeutet, wie Du schriebst. Es ist, wenn wir mal annehmen, daß das mit dem Ausbeuten so undifferenziert stimmt, die aktuelle Generation inklusive aller Klimademonstranten. Es ist daher verfehlt, den Zeigefinger gegen andere zu erheben und so zu tun, als habe man selbst keinen Anteil daran. Genau das tun die Demonstranten aber.
Gruß
Jürgen
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Amigo
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Amigo » Freitag 15. März 2019, 17:11

Juergen hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 16:53
Es ist daher verfehlt, den Zeigefinger gegen andere zu erheben und so zu tun, als habe man selbst keinen Anteil daran. Genau das tun die Demonstranten aber.
Das erlebe ich persönlich durchaus etwas anders. Diejenigen der Demonstranten heute, die ich persönlich kenne (Kinder und deren Freunde), sind zu einem überraschend hohen Grad umweltbewusst und versuchen, ihren persönlichen Lebensstil ressourcenschonend auszurichten. Mit Themen wie "kürzer duschen" oder "lieber Wanderurlaub in Österreich statt Flugreise" habe ich stets bloss offene Türen eingerannt. Handys sind bei uns seit jeher nur ältere Gebrauchtgeräte und ein eigenes Auto ist bei ihnen kein Statussymbol, sondern eine Sünde, die nur bei echtem Bedarf lässlich ist. Ich wär als Jugendlicher nicht auf die Idee gekommen, mir Klamotten im Second-Hand-Laden zu kaufen - bei den Kids ist das ganz normal. Viel seltener Fleisch auf den Tisch zu bringen haben sie mir reingedrückt.

Sie wissen durchaus, dass ihr westlicher Lebensstil einen zu großen "footprint" hat, und sie sind durchaus auch bereit und aktiv, das zu ändern. Sie wissen aber auch, dass die großen und vielleicht entscheidenden Weichenstellungen in der Klimapolitik nicht passieren, egal wie sehr sich Jugendliche unserer Generation am Riemen reißen.

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Benedikt
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Benedikt » Freitag 15. März 2019, 17:13

Juergen hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 16:53
Amigo hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 16:37
»Diese jungen Menschen protestieren, weil sie guten Grund zur Annahme haben, dass ihre Vorläufergenerationen die Erde rücksichtslos ausbeuten und für künftige Generationen gefährden. Ich bin nicht mehr so jung und habe viel dazu gelesen und erlebt, und ich denke, ihre Annahme ist völlig korrekt.
In einem kurzen Video wurde eine Demonstrantin gefragt, was sie selbst gegen den Klimawandel tue. Die Antwort war: „Ich demonstriere.“
Da haben wir ja ein schönes Patentrezept, um wirkungsvoll gegen den Klimawandel vorzugehen. :umkuck:

Was soll sie denn sonst tun? Als Einsiedler im Wald leben?

Es ist nicht Vorläufergeneration, die die Erde rücksichtslos ausbeutet, wie Du schriebst. Es ist, wenn wir mal annehmen, daß das mit dem Ausbeuten so undifferenziert stimmt, die aktuelle Generation inklusive aller Klimademonstranten. Es ist daher verfehlt, den Zeigefinger gegen andere zu erheben und so zu tun, als habe man selbst keinen Anteil daran. Genau das tun die Demonstranten aber.
Das ist Unfug. Es wurden seit der Industrialisierung die falschen Anreize gesetzt. Die Eisenbahn und der ÖPNV wurden zurückgebaut, auch in anderen Sektoren wurde das Gemeinwesen immer mehr zu Gunsten eines turbokapitalistischen System verdrängt. Menschen, die sich dagegen wehrten, wurden von Typen wie dir lächerlich gemacht. Es ist einfach nur zum Kotzen.
"Kommt ihm der Staatsumwälzer nicht wie Sisyphus vor? Die Last wird nie oben bleiben, wenn nicht eine Anziehung gegen den Himmel sie auf der Höhe schwebend erhält." - Novalis: Europa

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Bruder Donald
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 15. März 2019, 17:16

Juergen hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 16:53
Es ist nicht Vorläufergeneration, die die Erde rücksichtslos ausbeutet, wie Du schriebst. Es ist, wenn wir mal annehmen, daß das mit dem Ausbeuten so undifferenziert stimmt, die aktuelle Generation inklusive aller Klimademonstranten. Es ist daher verfehlt, den Zeigefinger gegen andere zu erheben und so zu tun, als habe man selbst keinen Anteil daran. Genau das tun die Demonstranten aber.
Danke!
Wie wäre es denn mit mal auf die neusten Smartphones zu verzichten, die alle 1-2 Jahre rauskommen? Ich persönlich sehe es nicht ein, dem neusten I-Phone hinterherzulaufen, für das was weiß ich wie viel wertvoller Rohstoffe ausgebeutet wurden.
Können die Schüler das? Ist ihnen das bewusst? Oder meinen sie, vom demonstrieren und "Politik, tut IHR was" sich großartig was ändern wird?
Das sind Aspekte und Themen, über die man reden sollte! Und ich persönlich bin der (vllt durchaus hochnäsigen) Meinung, dass viele protestierende Schüler über praktische Konsequenzen ihrer Theorien nicht bewusst sind.
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Bruder Donald
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 15. März 2019, 17:17

Benedikt hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 17:13
Was soll sie denn sonst tun? Als Einsiedler im Wald leben?
Ja! Wenn sie ihre Forderung verwirklicht sehen wollen, ist genau das die Konsequenz daraus. Also: Mit gutem Beispiel voran!
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Bruder Donald
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 15. März 2019, 17:19

Amigo hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 17:11
ihren persönlichen Lebensstil ressourcenschonend auszurichten. Mit Themen wie "kürzer duschen" oder "lieber Wanderurlaub in Österreich statt Flugreise" habe ich stets bloss offene Türen eingerannt. Handys sind bei uns seit jeher nur ältere Gebrauchtgeräte und ein eigenes Auto ist bei ihnen kein Statussymbol, sondern eine Sünde, die nur bei echtem Bedarf lässlich ist. Ich wär als Jugendlicher nicht auf die Idee gekommen, mir Klamotten im Second-Hand-Laden zu kaufen - bei den Kids ist das ganz normal. Viel seltener Fleisch auf den Tisch zu bringen haben sie mir reingedrückt.
Gut, DAS halte ich für löblich. :daumen-rauf:
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Amigo
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Amigo » Freitag 15. März 2019, 17:52

Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 16:47
Ich erkläre mich nochmal: Mir geht es nicht darum, DASS sie protestieren, sondern WIE bzw. WAS sie fordern!
Da muss ich wohl schlecht gelesen haben. Nun gut. Meine Sichtweise auf das WAS und WIE:

WAS fordern die jugendlichen Protestierenden?
Da wird man sicherlich unterschiedliche Ansichten bekommen, aber wenn man zur Quelle - also Greta Thunberg - geht, dann ist das nicht schwer zu eruieren; immerhin hat sie (16 Jahre alt!) diese Forderungen persönlich auf der UN-Klimakonferenz in Polen und beim Weltwirtschafts(!)forum in Davos bereits vorbringen dürfen. U.a.

Schnelles und konkretes Handeln von Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft zur massiven Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen; von Unternehmen: Priorisierung von Klimaschutzzielen vor Profiten; von Regierungen: verbindliche Maßnahmen zur Sicherung dieser Prioritäten. Außerdem, dass diese Ziele und Maßnahmen nicht auf 20-30 Jahre angelegt werden (Greta: "bis dahin habe ich hoffentlich nicht einmal mein halbes Leben hinter mir"), sondern dauerhaft.

Kurzum: Sie fordern, dass diejenigen, die das Wissen und die Mittel bzw. die Macht dazu haben, dem Thema höchste Priorität geben.

WIE fordern sie?
Demonstrationen während der verpflichtenden Schulzeit, wiewohl in mehrfacher Hinsicht fragwürdig, sind jedenfalls eine sehr öffentlichkeitswirksame Methode. Und um genau das geht es dieser Bewegung. Die Jugendlichen sind ja keine Wissenschaftler, deshalb wäre es auch absurd, zu fordern, dass sie selbst die notwendigen Maßnahmen definieren sollten, durch die klimawirksame Maßnahmen gesetzt werden können. Aber sie fordern es eindringlich, weil das Thema für sie sehr hohe Priorität hat (falls jemand bezweifelt, dass das tatsächlich zutrifft, kann ich ihm das Gegenteil nicht beweisen. Aber da ich Betroffene persönlich kenne, zweifle ich selbst nicht daran) und da sind öffentlichkeitswirksame Maßnahmen passender als zB "jeder schickt eine Email an seinen Umweltminister". Um wieder Greta zu zitieren:

- "reagiert so rasch, als würde euer Haus brennen - denn das tut es!"


Das sind die Informationen, die ich zum WAS und WIE habe. Darin sehe ich nichts Verwerfliches oder Verurteilenswertes.

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Bruder Donald
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 15. März 2019, 19:15

Amigo hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 17:52
Das sind die Informationen, die ich zum WAS und WIE habe. Darin sehe ich nichts Verwerfliches oder Verurteilenswertes.
Gut, dann kann ich verdeutlichen, was mich an dem ganzen stört.

WAS: Mir geht es nicht um die groben Ziele, sondern die Punkte, wo Gretchen konkreter wird.

z.B. Kohleausstieg 2038
Gretel hat geschrieben:Deutschland hat eine unglaubliche Chance und eine unglaubliche Verantwortung dabei, damit aufzuhören, Kohle zu verbrennen. Würde Deutschland das tun, würde das ein deutliches Signal an die Welt senden, dass wir uns in einer Krise befinden und dass wir mit solchen Sachen aufhören müssen.
Ja... Schalten wir einfach mal einen bedeutenden Faktor der deutschen Stromversorgung ab. DANN haben wir aber echt eine Krise...

oder in Davos:
Gretel hat geschrieben:Die Lösung ist so einfach, dass ein kleines Kind sie verstehen kann: Wir müssen den Ausstoß von CO2 stoppen.
Dann ab in die Steinzeit! Alt-Steinzeit, denn im Neolithikum beginnt die Sesshaftigkeit und die Domestizierung von Nutztieren und die Kultivierung von Pflanzen. Die Kupfersteinzeit ist schon zu problematisch, da die Metallurgie beginnt (Feuer, Schornsteine, Produktion etc., ganz schlecht).


WIE: Es geht mir nicht um die Demos etc., sondern wie sie argumentiert.

z.B.
Gretel hat geschrieben: Ich will, dass ihr in Panik geratet, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre.

...reagiert so rasch, als würde euer Haus brennen - denn das tut es!
Sind das rationale Begründungen oder einfach nur emotionale Panikmache, ohne objektive Tatsachen zu nennen? Paranoia oder wissenschaftliche Beweise?

Worauf reagierst du positiver? Auf eine sachliche, rationale Begründung, die objektiv vertretbar ist oder eher auf einen Schreihals, der manisch im Kreis rennt und ruft: "DER WELTUNTERGANG IST DA" (ohne begründen zu können, warum er das überhaupt behauptet)?

Wo wich gerade daran denke: Warum wurden nie die ganzen alten, bärtigen Typen medial gepuscht, die in der Fußgängerzone mit Schildchen stehen: "Repent! The World ends tomorrow!"? :hmm:

Zusammenfassend: Ihre Forderungen sind nicht nur irrational, sondern schlichtweg wahnsinnig, und sie hat keine rationalen Begründungen für ihre Ansichten, sondern versucht diese mit emotionaler Panik und Hysterie zu legitimieren. (man vgl. dazu analog Ansichten wie: "Ausländer raus")

Tichys Einblick hat geschrieben: https://www.tichyseinblick.de/meinungen ... der-greta/
Im Prinzip ist Greta Thunberg, pardon, eine argumentative Zumutung. Sie soll gar keine rationale Debatte befördern, sondern genau das Gegenteil: Sie soll eine rationale Debatte verhindern. Ihr moralisches, kindliches Auftreten soll Kritik an ihrer Position (und an der Position derer, die sie nach vorne ins Rampenlicht schieben) systematisch unmöglich machen.
Um es auch mal "katholisch" zu begründen: Wir sind uns wohl alle einig, dass für das katholische Denken und Bewusstsein die Vernunft und Rationalität eine gewichtige Rolle spielt. Aufgrund des absoluten Mangels jeglicher Vernunft und vernünftiger Begründung von Gretchens Äußerungen und Ansichten, kann (und sollte) man sie einfach nicht ernst nehmen.
Die Geschichte zeigt und lehrt: Immer, wenn wir auf diese hysterischen Querdenker reingefallen sind, ging es für uns schlecht aus.
Man möge einfach die Entwicklung der Industrieländer betrachten, die dem Marxismus gefolgt sind und jene, wo die kath. Soziallehre beachtet wurde.
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

Caviteño
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Re: Was tun gegen den Klimaschwindel?

Beitrag von Caviteño » Freitag 15. März 2019, 19:38

Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 17:16
Wie wäre es denn mit mal auf die neusten Smartphones zu verzichten, die alle 1-2 Jahre rauskommen? Ich persönlich sehe es nicht ein, dem neusten I-Phone hinterherzulaufen, für das was weiß ich wie viel wertvoller Rohstoffe ausgebeutet wurden.
Man kann natürlich die "wertvollen" Rohstoffe auch im Boden lassen - dann sind sie zumindest nicht mehr "wertvoll", weil sie wg. fehlender Nachfrage nicht gebraucht werden. :D

Die nächste Frage ist, was die Arbeiter dann machen würden? Jeder nimmt nur dann einen neuen Job an, wenn er dadurch seine Lebensumstände verbessert. Das gilt nicht nur für die Beschäftigten, die die Rohstoffe abbauen, sondern auch für die Arbeiter in der Handy-Produktion. (Wieder) als Wanderarbeiter oder Handlanger jeden Tag nach Beschäftigung suchen?
Das Bevölkerungswachstum in der Dritten Welt ist doch bekannt - wo sollen denn die Millionen an neuen Jobs jährlich herkommen, wenn man jetzt auch nur noch fünf Hemden haben darf und die zehn Jahre nutzen muß, um keinen großen "footprint" zu haben? Was sollen die Bauern in Ostafrika oder Lateinamerika denn anbauen, wenn die Bewohner der nördlichen Länder wegen des "footprints" auf Erdbeeren und Spargel im Winter verzichten (müssen)? Weiter Hirse und Kartoffeln? Wie sollen sie dann mit dem geringeren Einkommen ihre Familie ernähren?
Antworten auf diese Fragen findet man nicht, Hauptsache - wir schränken uns ein und retten das Klima. :patsch:

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