Sonntagsfrage warnt SPD

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Caviteño
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Dienstag 3. Juli 2018, 15:17

holzi hat geschrieben:
Dienstag 3. Juli 2018, 14:14
Und wenn die AfD dann noch das eine oder andere Prozenterl abstaubt, dann will's wieder keiner von denen gewesen sein. :boese:
Das kann man auch auf die Existenz der AfD insgesamt beziehen - ohne die breite Unterstützung aller parlamentarischen Parteien für Merkels "Flüchtings"politik wäre die AfD nicht so erfolgreich seit dem Herbst 2015.
Der Unterschied zu den anderen umstrittenen Entscheidungen Merkels (Energiewende, Eurorettung) ist eben, daß man die Auswirkungen täglich im Stadtbild "bewundern" kann.
Die Energiewende wirkt sich nur auf die Stromrechnung aus, Versorgungsausfälle gab es bisher noch nicht. Man ärgert sich zwar, aber wer kennt schon die Energiepreise in anderen Ländern, um vergleichen zu können?
Bei der Euro"rettung" wurden die Belastungen kunstvoll in Nebentöpfe (vom ESM bis zur EZB) verschoben - da blickt kaum noch jemand durch und man merkt nichts.
Die "Flüchtlings"politik ist anders: Man sieht es auf den Straßen, am unteren Ende der Gesellschaft steigt die Konkurrenz beim Kampf um preiswerten Wohnraum oder einfache Jobs. In den Schulen sinkt das Niveau, weil immer neue Schüler ohne Sprachkenntnisse die Klassen bevölkern und die Unterrichtsangebote tlw. abgelehnt werden:

Wenn das Biologiebuch in der Wiener Volksschule «haram» ist

Hier kann man nichts vertuschen oder beschönigen und wenn die Altparteien keine zufriedenstellende Antwort haben, wirkt sich das bei den Wahlen aus.

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Dienstag 3. Juli 2018, 17:14

In Skandinavien haben die Sozialdemokraten gelernt, daß es nichts bringt, sich gegen den Bevölkerungswunsch einer Verschärfung des Asylrechts zu stellen:

Skandinaviens Sozialdemokraten ergeben sich

Trotzdem sind dort die "rechten" Parteien auf dem Vormarsch....

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Sonntag 22. Juli 2018, 07:20

Heinz Buschkowsky rechnet mit der SPD ab
Die SPD habe sich „in weiten Teilen von der Lebenswirklichkeit, den Sorgen und Nöten der Menschen völlig entfernt“, sagte der langjährige Kommunalpolitiker. So schwinde „das Vertrauen, dass die Bevölkerung dort ihre Zukunft in den richtigen Händen weiß“. Buschkowsky sagte weiter: „Der Volkspartei SPD ist das Volk abhandengekommen und sie hat es nicht bemerkt.“
Buschkowsky warf der SPD-Spitze vor, sich zu wenig für die Belange der eigenen potenziellen Anhängerschaft einzusetzen. „Die SPD kämpft für gesellschaftliche Randgruppen und entfernt sich immer weiter von der arbeitenden Bevölkerung“, sagte er. Stattdessen gelte: „Die SPD spendiert Geld ans Milieu.“
Natürlich bekommen auch Stegner und Müller (Reg. Bürgermeister von Berlin) ihr Fett ab. Insbesondere in Berlin sei die SPD am Ende und nach der nächsten Wahl könnte ein Linker zum Regierenden Bürgermeister gewählt werden.

Auf der linken Seite des politischen Spektrums gibt es schließlich zwei Alternativen zur Wahl der SPD....

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Dienstag 24. Juli 2018, 16:57

Gibt es in der SPD einen neuen Sarrazin?

Flüchtlingspolitik: Kein Bleiberecht für Antidemokraten, Rassisten und Frauenfeinde

Ein Artikel im SPD-Zentralorgan "Vorwärts" vom Berliner Innensenator Ehrhart Körting.

Bemerkenswert:
Unser Staat vermittelt den Zuwanderern das Gefühl, sie werden hier „versorgt“, auch ohne Gegenleistung. Ich halte viel von den Vorschlägen der dänischen Sozialdemokraten, dass Asylbewerbern nicht nur die Möglichkeit gegeben wird, sondern dass sie verpflichtet werden, Gegenleistungen in Form von gemeinnütziger Arbeit für ihre Unterkunft, Krankenversorgung, Kita- und Schulangebote und für die Asylbewerberzahlungen erbringen müssen.
(...)
Schließlich wird man auch im Einbürgerungsrecht das jetzige, mehr formelhafte Bekenntnis des Einbürgerungsbewerbers zur freiheitlich demokratischen Grundordnung noch mit einer deutlich inhaltlicheren Prüfung verbinden. Es geht nicht um Gewissensprüfung. Aber ich finde, wir dürfen durch umfangreiche Tests und Prüfungen genauer wissen, ob diejenigen, die unser Land als Staatsbürger und Staatsbürgerinnen aufnimmt, unseren freiheitlich demokratischen Rechtsstaat wirklich wollen. Dazu reicht mir übrigens der Einbürgerungstest zum Nachweis der Kenntnisse über unsere Rechts-und Lebensverhältnisse nicht aus.
Der Artikel erschien bereits am 20. 07. - bisher wurde er nicht öffentlich erörtert. Wer an die Schnappatmung der SPD denkt, als Nahles darauf hinwies, "das wir nicht alle aufnehmen können", wird sich über das Schweigen wundern.
Sind die Entscheidungsträger alle in Urlaub, liest niemand mehr den "Vorwärts" - oder will man die Sache nicht "hochkochen", um eine neue Diskussion in der Bevölkerung zu vermeiden? :hmm:

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 28. Juli 2018, 21:58

Ärger um abgelehnte SPD-Mitgliedsanträge in Hagen
Die meisten Personen, die SPD-Mitglieder werden wollen, aber abgelehnt wurden, haben einen Migrationshintergrund. Ein türkisch-stämmiges Parteimitglied hatte sie ermuntert, parteipolitisch aktiv zu werden. Viele wohnen in Wehringhausen, einem Hagener Stadtteil, der immer wieder durch Kriminalität und Verschmutzung Schlagzeilen macht.
Das will der türkische Partei-Genosse auf politischer Ebene ändern und sucht sich seit Jahren dafür Verbündete.
(...)
Diesen Vorwurf weist SPD-Geschäftsführer Claus Homm zurück. Er spricht allerdings davon, dass sich die Partei vor "Unterwanderung" schützen müsse. Und wenn dieser Verdacht bestehe, würden bestimmte Bewerber abgelehnt.
Ich bin mal gespannt, was die Parteiführung sagt, wenn darüber landesweit berichtet wird.
In diesem Zusammenhang: Die SPD ist lt. Umfrage in ihrem Kernland seit der letzten Landtagswahl von 31% auf 22% abgestürzt - innerhalb eines Jahres.... Bei der Landtagswahl 2012 waren es noc knapp 40% - also fast eine Halbierung in sechs Jahren.

http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/nrw.htm

Wenn das so weitergeht wird es demnächst einstellig - und man stellt trotzdem einen "Kanzlerkandidaten" auf. Wo sollen die Stimmen denn herkommen, wenn nicht aus NRW?

Ach so - wenn die SPD schon selbst von "Unterwanderung" spricht, dann dürfte es nicht mehr weit sein, bis sie an den "Stammtischen" als "Türkenpartei" bezeichnet wird.

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Siard » Sonnabend 28. Juli 2018, 23:17

Hier zeigt sich wieder, wie sehr sich das Land verändert.
In Wehringhausen habe ich gewohnt, damals traf die Beschreibung nicht zu. Allerdings hat Wehringhausen sehr unterschiedliche Teile. Ein anderer Stadtteil wird als Risikozone für Unruhen bezeichnet, bei dem es mich mindestens ebenso erstaunt. Die sozialen Brennpunkte meiner Jugend sind nicht dabei.

Btw. die SPD war hier zu jener Zeit konservativer, als heute die CDU. Der in der CDU als links geltende Landesverband Westfalen (gab es damals noch) ebenso.
Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen
Und schrieen sich zu ihre Erfahrungen,
Wie man schneller sägen könnte, und fuhren
Mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen,
Schüttelten die Köpfe beim Sägen und
Sägten weiter.

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Sonntag 29. Juli 2018, 11:11

Wir waren im letzten Jahr einmal in Hagen und ich muß sagen: Das ist schon in der Nähe des Bahnhofs heftig...
Vom Straßenbild her fühlt man sich ehr auf dem Balkan oder im Nahen Osten als in D.. In anderen Städten des Ruhrgebiets ist es nicht so schlimm.

Hier ein relativ neuer Artikel aus Wehringhausen, der auch aus Gelsenkirchen-Schalke-Nord kommen könnte:

https://www.wp.de/staedte/hagen/zuwande ... 40955.html

Bezeichnend das Rezept, mit dem alles besser werden soll:
„Mehr Sozialarbeiter, mehr Übersetzer und mehr miteinander reden, ist wichtiger als noch mehr Polizei“, ist sein Rezept . „Die fährt doch jetzt schon so oft wie noch nie.“ Er sieht durchaus die Probleme, kann den Frust der Bürger auch zum großen Teil nachvollziehen. Aber er warnt davor, die Vorwürfe pauschal auf Nationalitäten auszudehnen: „Das ist dann doch Rassismus.“
Nur was soll man machen, wenn das verbindende Element einiger Regelverstöße die gemeinsame Nationalität ist?
Wenn die SPD diese Forderungen übernimmt, wird sie weiter Wähler verlieren.

Nachtrag:
Also, Genossen! Bei 55 Türken redet ihr von „Unterwanderung“, bei Millionen Migranten aus Afrika und dem Nahen Osten von „Bereicherung“ – wie kommt’s?
https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/ ... dem-sturm/

:klatsch: :daumen-rauf:

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Siard » Sonntag 29. Juli 2018, 13:27

Das Bild im Artikel gefällt mir, darauf ist meine ehemalige Wohnung zu sehen.
Die Veränderungen in Hagen sind erschreckend und traurig. Selbst die Bahnhofsgegend war früher ziemlich sicher - und sauber. Die Probleme begannen dort damals mit außereuropäischen Einwanderern.
In Wehringhausen war die Lebensqualität rund um die Langestraße recht hoch, die Gegend sozial vielfältig und sicher.
In den vergangenen Jahren sind Hunderte von rumänischen und bulgarischen Staatsbürgern zugezogen.
Die Formulierung ist interessant, und wer rumänische oder bulgarische Freunde oder Bekannte hat denkt sich seinen Teil dazu.
Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen
Und schrieen sich zu ihre Erfahrungen,
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Mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen,
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Sonntag 29. Juli 2018, 17:06

Siard hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 13:27
In den vergangenen Jahren sind Hunderte von rumänischen und bulgarischen Staatsbürgern zugezogen.
Die Formulierung ist interessant, und wer rumänische oder bulgarische Freunde oder Bekannte hat denkt sich seinen Teil dazu.
Das ist ja nicht nur in Hagen der Fall. Auch in Duisburg und Gelsenkirchen gingen die Zustände - verursacht von bulgarischen oder rumänischen Staatsbürgern - durch die Presse:

https://www.welt.de/politik/deutschland ... eiten.html

Der Häuserkampf - ein großer Artikel der ZEIT über die Zustände in Gelsenkirchen

Vermutlich wird es in anderen Ruhrgebietsstädten nicht viel anders sein. Dann ist es nachvollziehbar, daß die SPD hier verliert und die AfD gewinnt:

BTW GE Verlust SPD ca. 10%, AfD = 12%
in Hagen: SPD - 7,6%, AfD = 12,8%

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Siard » Sonntag 29. Juli 2018, 17:11

Ich war sicher, daß man das Problem nicht beim Namen nennen darf, die Welt hat es aber (beinahe) getan.
Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen
Und schrieen sich zu ihre Erfahrungen,
Wie man schneller sägen könnte, und fuhren
Mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen,
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Sonntag 29. Juli 2018, 17:34

Siard hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 17:11
Ich war sicher, daß man das Problem nicht beim Namen nennen darf, die Welt hat es aber (beinahe) getan.
Daran krankt ja alles in D..
Wenn man ein Problem hat und es lösen will/muß, dann muß man es beim Namen nennen. Soziologische Umschreibungen helfen nicht weiter.
Wahrscheinlich ist das auch ein Grund, warum die SPD - einmal stolz darauf "Kümmerer-Partei zu sein - so stark verliert. Wenn in die Partei- (und Gewerkschafts)spitzen - insbesondere auf Kommunalebene - nur noch aus "Studierten" bestehen, die sich einer politisch-korrekten Sprache bedienen, erreichen sie den einfachen "Malocher" nicht mehr. Der sucht sich dann eine andere Partei oder geht in die Wahenthaltung.
Ich kann mir nicht vorstellen, wie die SPD aus diesem Dilemma rauskommen will. Wahlergebnisse von 30%+ dürften wohl unerreichbar sein.

Was Du über Wehringhausen schreibst gilt auch für die Neustadt in GE, wo ich aufgewachsen bin. Früher eine gute Wohngegend, stadtnah - heute herrschen dort Libanesen-Clans, die Bahnhofsgegend erinnert an Aleppo - ohne die zerschossenen Häuser. Türkische Gemüsehändler, Rechtsanwälte, arabische Bäckereien und arabische bzw. türkische Restaurants - ein Geschäft mit "deutschem" Inhaber sucht man vergebens.
Die Gegend ist in den letzten zehn Jahren "gekippt" und man kann sich vorstellen, wie die restliche Stadt in 15, 20 Jahren aussehen wird.

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Torsten » Donnerstag 23. August 2018, 10:19

Eichmann/Maas
achgut hat geschrieben:Wegen Auschwitz in die Politik. Oder umgekehrt?
Henryk M. Broder / 22.08.2018
[...]
Leserpost:
Archi W. Bechlenberg / 22.08.2018
Die Verlogenheit dieser Mischpoke ist geradezu atemberaubend. Auch wenn Maas für seine frappierende Ähnlichkeit mit einer berüchtigten historischen Figur des Holocaust nichts kann[...]
Er kann nichts dafür? Dass es nur ein Modell für eine Brille gibt?

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Freitag 31. August 2018, 15:26

Nicht nach Sorgen fragen? Justizministerin Barley zeigt in Chemnitz-Debatte große Entfremdung vom Volk

Mal wieder über das Ziel hinausgeschossen, denn nicht jeder, der in Chemnitz demonstrierte gehört in die rechte Ecke, in den ihn die Bundesregierung und die Medien stellen möchten. Das wurde - wie in dem Artikel ausgeführt wird - auch bei einer Begegnung zwischen Chemnitzern und ihrem Landesvater deutlich:
Wie gefährlich das ist, zeigte sich gestern beim Sachsengespräch, bei dem 500 Chemnitzer mit dem CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer diskutierten. Während der Diskussion wurde schnell klar, wie ungerecht sich viele Chemnitzer behandelt fühlen. "Wir sind nicht alle Nazis", sagte eine Krankenschwester. Aber die Medien hätten die Chemnitzer gleich in die rechte Ecke gestellt. "Ein pöbelnder rechter Mob ist menschenverachtend, aber die Masse bei den Demonstrationen waren normale Menschen mit Ängsten und Unsicherheit", ergänzt eine zweite Teilnehmerin.
Weiterer Bericht hier:

Ministerpräsident stellt sich dem Zorn der Chemnitzer
Doch offenbar auch die ganz normalen Bürger von Chemnitz sind ausser sich. Sie sehen sich zu Unrecht in einen Topf mit Rechtsextremen geworfen. Es seien nicht bloss Nazis auf der Strasse gewesen, sagte eine Frau: «Und ich fand es schade, dass nicht einer die Lanze gebrochen hat und gesagt hat – Leute, der Grossteil der Menschen waren friedliche Demonstranten.»
Die Integration der Flüchtlinge sei gescheitert und die Bürger würden damit alleingelassen, fügte eine zweite hinzu. Aber: «Sobald man irgendetwas Negatives gegen irgendwelche Migranten sagt, wird man in die rechte Ecke gedrängt und als Nazi abgestempelt.»
Die Ausführungen der SPD-Justizministerin, die die Sorgen und Nöte der Menschen nicht ernst nehmen will, werden sicherlich genüßlich von der AfD verbreitet werden. Eine bessere Vorlage im Wahlkampf ist kaum denkbar. Wie dumm muß man eigentlich sein, um sich zu einer solchen Äußerung in einer Fernsehtalkshow hinreißen zu lassen - und das auch noch kurz vor wichtigen Landtagswahlen?
Die Quittung wird bei den nächsten Landtagswahlen in Sachsen ausgestellt - da kann Frau Barley sicher sein.

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Montag 3. September 2018, 17:14

Ralf Stegner wird nicht mehr kandidieren. :erschrocken: :panisch:

Ralf Stegner tritt ab
Ralf Stegner tritt als Chef der Nord-SPD ab. Zwölf Jahre lang stand er an der Spitze des Landesverbandes, auf dem nächsten Wahlparteitag am 31. März wird er nicht mehr für das Amt des Parteivorsitzenden kandidieren.
Am vorletzten Wochenende allerdings kündigte bereits eine mögliche Nachfolgerin ihre Bewerbung an: Serpil Midyatli. Die 43-Jährige erklärte im SPD-Parteirat, sie werde notfalls auch gegen Stegner antreten. In der Partei halten einige diesen Konflikt allerdings für vorgespielt. Midyatli gilt als politische Ziehtochter Stegners.
Die mutmaßliche Nachfolgerin: Serpil Midyatli

Wird sie diesen großen Verlust in der deutschen Politik wettmachen können? :hmm: :nein: :(

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Freitag 21. September 2018, 13:11

Wie die SPD sich selbst verzwergt
Man kann sich regelrecht vorstellen, wie die Parteichefin, Vizekanzler Olaf Scholz und SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil im Willy-Brandt-Haus zusammen um ein Whiteboard stehen und Häkchen machen. Nach dem Motto: Wenn wir A, B, C und D durchgeboxt haben, dann kommen die Wähler von selbst zurück.
Das Problem ist, dass in der Liste ein entscheidender Punkt fehlt. Es ist der Punkt, der rechts von der Union die AfD gross gemacht hat und im linken Spektrum gerade die «Sammlungsbewegung» von Frau Wagenknecht anschiebt. Die tonangebenden Sozialdemokraten haben bis heute nicht begriffen, wie gewaltig die Kräfte sind, die der Streit um die Flüchtlingspolitik freigesetzt hat. Sie stellen das Thema als eines von vielen wichtigen Themen dar. Und sie glauben, dass es irgendwann wieder verschwinden wird. Wenn die Medien nicht dauernd darüber berichten würden, wäre die AfD nicht annähernd so stark, sagen sie.
Da ist natürlich viel Wunschdenken dabei. Man hat in den letzten Wochen versucht, andere Themen in der Vordergrund zu schieben, z.B. bezahlbare (was immer das sein mag) Wohnungen, Kinderbetreuung, Altersarmut. Das mag auf Wahlveranstaltungen, wenn man als Veranstalter die Agenda bestimmen kann (und bestimmte Themen ausschließen will), ganz gut klappen. Peti hatte hier ein entsprechendes Beispiel verlinkt. Eine solche Umschiffung des Problems stößt aber an die Grenzen, wenn die Bedenken nicht vor 500 Anwesenden bei einer Wahlveranstaltung im Saal vorgetragen werden müssen, sondern wenn man in seinem Mikrokosmos bzw. Stammtisch diskutiert oder gar in der Wahlkabine seine Kreuz macht.

Das Thema wird eben nicht verschwinden, weil es inzwischen den Alltag der Menschen prägt. Werden die Merkel-Poller verschwinden? :nein: Werden insbesondere Frauen abends wieder unbeschwert joggen oder ausgehen können? :nein: Wird man die illegale Zuwanderung in den Griff bekommen? Wohl auch nicht - jedenfalls nicht mit den z. Zt. regierenden Parteien.

Die Zeiten, in denen die SPD mit Schily einen Vertreter der law-and-order-Fraktion hatten sind vorbei und Nachwuchs ist nicht in Sicht.

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 22. September 2018, 12:03

Das Theater um Maaßen zeigt deutlich, daß die SPD-Vorsitzende Nahles mit ihrer Aufgabe überfordert ist. Inzwischen wird berichtet, daß Seehofer zwei Lösungsvorschläge für die Weiterverwendung des Beamten machte, die beide von Nahles abgelehnt wurden:
Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, schlug Seehofer nicht nur vor, dass Maaßen mit dem SPD-nahen BKA-Chef Holger Münch die Posten tauscht – was Nahles kategorisch abgelehnt hatte.
Laut „Bild“ schlug Seehofer auch vor, Maaßen könne Beauftragter des Ministers für Sicherheit und internationale Zusammenarbeit werden. Dies habe Nahles ebenfalls abgelehnt.
https://www.welt.de/politik/deutschland ... de-ab.html

tichyseinblick meint daher:
Seehofer braucht in der nächsten Runde dieses Kasperltheaters nichts anderes tun, als seine Angebote zu wiederholen. Was Seehofer nicht tun kann, ohne das Gesicht wieder zu verlieren, das er in der letzten Runde gerade repariert hatte, wäre, einer Lösung zuzustimmen, die gegenüber der zunächst gefundenen für Maaßen ein Minus bedeutete.
Wie Nahles aus der Sackgasse rauskommen will, in die sie sich ganz alleine selbst manövriert hat, ist nicht erkennbar. Wer sollte Seehofer wie dazu bringen, sich selbst zu opfern, um Nahles zu retten?
Obwohl in diesem Staatszirkus nichts unmöglich ist, solange das einzige Ziel, das Frau Merkel je hatte, nicht gefährdet wird: ihr Sitzen auf dem Kanzlerstuhl.
https://www.tichyseinblick.de/daili-es- ... -seehofer/

Ob Nahles sich noch ein Jahr an der Spitze der SPD halten kann, ist zweifelhaft. Die Umfragewerte in Bayern sind desaströs und im nächsten Jahr könnte die SPD bei den Wahlen in Sachsen und Thüringen nicht nur auf dem vierten Platz landen sondern auch in der Einstelligkeit.

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Raphael » Sonnabend 22. September 2018, 12:53

Caviteño hat geschrieben:
Sonnabend 22. September 2018, 12:03
Das Theater um Maaßen zeigt deutlich, daß die SPD-Vorsitzende Nahles mit ihrer Aufgabe überfordert ist. Inzwischen wird berichtet, daß Seehofer zwei Lösungsvorschläge für die Weiterverwendung des Beamten machte, die beide von Nahles abgelehnt wurden:
Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, schlug Seehofer nicht nur vor, dass Maaßen mit dem SPD-nahen BKA-Chef Holger Münch die Posten tauscht – was Nahles kategorisch abgelehnt hatte.
Laut „Bild“ schlug Seehofer auch vor, Maaßen könne Beauftragter des Ministers für Sicherheit und internationale Zusammenarbeit werden. Dies habe Nahles ebenfalls abgelehnt.
https://www.welt.de/politik/deutschland ... de-ab.html

tichyseinblick meint daher:
Seehofer braucht in der nächsten Runde dieses Kasperltheaters nichts anderes tun, als seine Angebote zu wiederholen. Was Seehofer nicht tun kann, ohne das Gesicht wieder zu verlieren, das er in der letzten Runde gerade repariert hatte, wäre, einer Lösung zuzustimmen, die gegenüber der zunächst gefundenen für Maaßen ein Minus bedeutete.
Wie Nahles aus der Sackgasse rauskommen will, in die sie sich ganz alleine selbst manövriert hat, ist nicht erkennbar. Wer sollte Seehofer wie dazu bringen, sich selbst zu opfern, um Nahles zu retten?
Obwohl in diesem Staatszirkus nichts unmöglich ist, solange das einzige Ziel, das Frau Merkel je hatte, nicht gefährdet wird: ihr Sitzen auf dem Kanzlerstuhl.
https://www.tichyseinblick.de/daili-es- ... -seehofer/

Ob Nahles sich noch ein Jahr an der Spitze der SPD halten kann, ist zweifelhaft. Die Umfragewerte in Bayern sind desaströs und im nächsten Jahr könnte die SPD bei den Wahlen in Sachsen und Thüringen nicht nur auf dem vierten Platz landen sondern auch in der Einstelligkeit.
Seehofer taktiert offenbar besser als man ihm dies gemeinhin zugetraut hätte! :unbeteiligttu:

Er weiß, daß der schwarze Peter sowohl bei Nahles als auch bei Merkel ist, weil dem Topjuristen Maaßen inhaltlich nichts Verwerfliches vorzuwerfen ist. Nun hat er sich offen für Gespräche gezeigt und hat darüber hinaus konkrete "Besserungsvorschläge" gemacht.
Er kann sich nun in der Tat beruhigt zurücklehnen und abwarten wie die beiden "Damen" sich weiter in die Sch.... 'reinreiten! :emil:
Mit Weisheit wird der Umgang mit der Klugheit bezeichnet!

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 22. September 2018, 17:30

Raphael hat geschrieben:
Sonnabend 22. September 2018, 12:53
Seehofer taktiert offenbar besser als man ihm dies gemeinhin zugetraut hätte! :unbeteiligttu:

Er weiß, daß der schwarze Peter sowohl bei Nahles als auch bei Merkel ist, weil dem Topjuristen Maaßen inhaltlich nichts Verwerfliches vorzuwerfen ist. Nun hat er sich offen für Gespräche gezeigt und hat darüber hinaus konkrete "Besserungsvorschläge" gemacht.
Er kann sich nun in der Tat beruhigt zurücklehnen und abwarten wie die beiden "Damen" sich weiter in die Sch.... 'reinreiten! :emil:
Ich hatte eigentlich mit einem wütenden Dementi durch Nahles bzgl. der oben verlinkten Vorschläge von Seehofer gerechnet. Da es nicht kommt, scheint es wohl zu stimmen und die MSM versuchen, die Sache unter der Decke zu halten. Schließlich wirft es ein bezeichnendes Bild auf die Verhandlungs"kunst" der SPD-Vorsitzenden. Man stelle sich nur vor, diese Person säße in verantwortungsvoller Position für D. am internationalen Verhandlungstisch, z.B. bei Fragen zur Bankenunion, Migration usw... :auweia: :panisch:

Neuwahlen, wie sie inzwischen von FDP und Linken (wahrscheinlich auch von der AfD) gefordert werden, träfen die beiden "Volks"parteien zur Unzeit. Deswegen wird man alles möglich tun, einen Kompromiß zu finden. Man will weitermachen und glaubt, durch eine künftige "gute Politik" die Wähler zurückzugewinnen. Zur Not schüttet man das Füllhorn aus - Geld ist genug vorhanden.... Ob das funktioniert - da sind Zweifel erlaubt.

PS:
Michael Klonovsky vergleicht am 21. Sept. die Führungsspitze der Parteien bzw. des Landes in den frühen 50'iger mit der heutigen:
Adenauer. Schumacher. Heuss.
Merkel. Nahles. Steinmeier.

Noch irgendwelche Fragen?
https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Niels » Donnerstag 27. September 2018, 12:32

"Eine der letzten Bastionen der SPD bröckelt: Die Zuwanderer aus der Türkei wenden sich von der Sozialdemokratie ab": https://www.welt.de/politik/deutschland ... ie-ab.html

Bätschi... :nuckel:
O Herr, verleih, dass Lieb' und Treu'
in dir uns all verbinden,
dass Hand und Mund zu jeder Stund'
dein' Freundlichkeit verkünden,
bis nach der Zeit den Platz bereit'
an deinem Tisch wir finden.

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Juergen » Donnerstag 27. September 2018, 17:53

Niels hat geschrieben:
Donnerstag 27. September 2018, 12:32
"Eine der letzten Bastionen der SPD bröckelt: Die Zuwanderer aus der Türkei wenden sich von der Sozialdemokratie ab": https://www.welt.de/politik/deutschland ... ie-ab.html

Bätschi... :nuckel:
Interessant, wo Muselmanen ihr Kreuz machen. :emil:
Gruß
Jürgen

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Dienstag 2. Oktober 2018, 12:31

Heinz Buschkowsky, der frühere Bürgermeister von Berlin-Neukölln, soll aus der SPD ausgeschlossen werden. Der Grund: Seine "Aussagen spalten und sind rassistisch geprägt."

Buschkowsky hatte folgendes gesagt:
Er beklagte in der Welt am Sonntag „einen mangelnden Realitätssinn und einen fehlenden Bezug zum Volk“, „die SPD spendiert Geld ans Milieu.“ Sie unterstütze „Menschen, die weder ihren Eltern noch der Lehrerin zugehört haben“, die keinen Beruf hätten, morgens zu Schichtbeginn noch im Bett lägen und deren Kinder die Schule schwänzten. Die Berliner Genossen seien nicht umsonst der „unterirdischste Landesverband“ der deutschen Sozialdemokratie. „Da sind viele Kranke unterwegs“.
(...)
Die verstörten Genossen sind wütend, weil Buschkowsky bei der Buchvorstellung des SPD-Mitglieds Thilo Sarrazin („Feindliche Übernahme“) seine Zustimmung zu dessen Thesen so äußerte: Das „praktische Leben der Muslime“ in Deutschland sei von „Bildungsversagen, Arbeitslosigkeit, Transferbezug“ sowie einem „völlig absurden Frauenbild“ und „starker Kriminalitätsneigung“ geprägt.
https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/ ... schkowsky/

"Da sind viele Kranke unterwegs" - treffend auf den Punkt gebracht. Der Initiator des Antrags, ein gewisser Timo Schramm, macht sich Hoffnungen auf einen Platz im Europa-Parlament. Bisher ist er überwiegend in Arbeitsgruppen unterwegs, wie im oben verlinkten Artikel berichtet wird.

Bei solchen Kandidaten muß sich niemand wundern, daß die Zahl der SPD-Wähler kontinuierlich sinkt.

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Juergen » Dienstag 2. Oktober 2018, 20:32

Die Umfragwerte für den Bund werden ja immer „lustiger“
https://www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm

INSA-Umfragewerte v. 1. Okt. 2018
CDU: 26%
AfD: 18,5%
SPD: 16%
Grüne: 14,5%
Linke: 11,5%
FDP: 10%
Sonstige: 3,5%

:unbeteiligttu:
Gruß
Jürgen

Caviteño
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Dienstag 2. Oktober 2018, 21:03

Vor allem sind die Differenzen bei den Vorhersagen der Institute angewachsen:

Union von 26% bis 31,5%
SPD von 16% bis 19,5%
Grüne von 12,5% bis 17%
AfD von 15% bis 18,5%

Nur bei den Vorhersagen für FDP und Linke gibt es keine gravierenden Unterschiede. Dagegen sind die Plätze 2 - 4 ein Wechselspiel.....
Einigkeit besteht nur, daß die beiden Regierungsparteine mit erheblichen Verlusten rechnen müssen und bei Neuwahlen wohl kaum eine Mehrheit hätten. Selbst Jamaika dürfte -trotz des starken Anstiegs der Grünen- nur eine knappe Mehrheit (< 55%) haben.

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Niels » Donnerstag 11. Oktober 2018, 12:40

"SPD erstmals bei 15 Prozent und nur noch viertstärkste Partei": https://www.welt.de/politik/deutschland ... artei.html
Ui. :glubsch:
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Niels » Donnerstag 11. Oktober 2018, 12:47

Nachtrag:
Bei den Umfragen anderer Institute aus den vergangenen Wochen liegt die Union zwischen 26 und 31,5 Prozent, die SPD zwischen 16 und 19,5 Prozent, die AfD zwischen 14 und 18 Prozent, die Grünen zwischen 12,5 und 18 Prozent, die Linke zwischen neun und elf Prozent, die FDP zwischen 8,5 und zehn Prozent und die sonstigen Parteien zusammengerechnet zwischen drei und fünf Prozent.
Fast deckungsgleich mit dem, was Caviteño kürzlich gepostet hat.
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Niels » Freitag 12. Oktober 2018, 05:48

"Buschkowsky analysiert schonungslos den Niedergang seiner SPD": https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 45100.html
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 13. Oktober 2018, 17:48

Sogar der SPD-freundliche Herr Güllner von Forsa sagt:
„Ein generelles Problem der SPD ist, sich im eigenen Mief zu bewegen. Für Bayern gilt das nochmal ganz besonders“, sagt Güllner. „Dort hat die Partei den Kontakt zu den Menschen schon vor langer Zeit verloren.“
5 Gründe für das SPD-Desaster in Bayern

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Niels » Montag 15. Oktober 2018, 15:30

Herr Stegner, der ewige "Sympathieträger", wagt eine Analyse: https://www.welt.de/politik/deutschland ... on-an.html
Er möge sich ständig zu Wort melden - dann sind auch die 5 % bald in Sichtweite...
Bild
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 17. Oktober 2018, 08:39

Nicht nur Herr Stegner, auch der Bundesfinanzminister scheinen wohl nicht zu wissen, wie das geht: Aus Niederlagen lernen...

Kurz nach dem desaströsen Ergebnis der Bayern-Wahl - und vor dem Wahlgang in Hessen - werden Pläne von Scholz für eine europ. Arbeitslosenversicherung bekannt. Aus einem gemeinsamen Topf sollen Länder, in denen die Arbeitslosigkeit steigt, zusätzliche Gelder erhalten, damit sie keine neuen Schulden machen müssen....
Das Handelsblatt meint dazu:

Scholz' Pläne zeigen, wie weit sich die SPD von ihrer Kernwählerschaft entfremdet hat
Die deutschen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen die Arbeitslosigkeit in Griechenland, Spanien und Italien mitfinanzieren. Wenn Scholz meint, diese Länder würden die Gelder bei einem wirtschaftlichen Aufschwung zurückzahlen, glaubt er auch, dass Robert Habeck den nächsten James Bond spielt.
Allein die immer konkreter werdenden Überlegungen dazu zeigen, wie weit sich die SPD von ihrer Kernwählerschaft entfremdet hat. Der Facharbeiter in Duisburg wartet wirklich nicht darauf, mit seinen Beitragsgeldern die Misswirtschaft in Südeuropa zu finanzieren.
(...)
Bei der europäischen Arbeitslosenversicherung zahlt Deutschland aber nur in einen Topf hinein und bekommt nichts heraus. In Deutschland herrscht in vielen Landstrichen Vollbeschäftigung. Zu einem solchen Zeitpunkt solche Pläne ausarbeiten zu lassen, grenzt an politischem Selbstmord.
Zwar lehnen CDU (allerdings hat sich Merkel noch nicht geäußert) und FDP eine solche weitere Vergemeinschaftung (bisher) ab, aber wer weiß schon so genau, wie man in wenigen Wochen entscheidet. Für "Europa" ist Merkel & Co doch nichts zu teuer und auch Macron braucht dringend Erfolge - von einer Einbindung der neuen ital. Regierung durch zusätzliche Geldmittel ganz abgesehen.

Positiv kann man natürlich sehen, daß das Thema noch vor der Hessen-Wahl bekannt wurde. Zusätzliche Stimmen wird die SPD damit wohl kaum holen. ;D

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Sonntag 21. Oktober 2018, 14:47

Guido Reil, früher in der SPD als Kommunalpolitiker tätig und jetzt das Aushängeschild der AfD im Ruhrgebiet, betrachtet den Zustand der SPD:

Das verdiente Ende
Wie konnte es mit unserer stolzen Arbeiterpartei so weit kommen? Warum macht die SPD-Führung Politik gegen die kleinen Leute?

Die Antwort ist einfach und einfach traurig. Die, die das Sagen haben, haben nie gearbeitet. Die Lebensläufe der Berufspolitiker sind sich erschreckend ähnlich: irgendeine Geschwätzwissenschaft studiert, oft nicht zu Ende; gleichzeitig schon einen Job bei der Partei, dann für einen Abgeordneten, um dann schließlich selbst Berufspolitiker zu werden. Die Probleme vieler Bürger haben sie nie erfahren.

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 21. Oktober 2018, 14:55

ich denke man muß das auch im zusammenhang mit dem Europa weitem Suizid der Sozialdemokratie sehen

Caviteño
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Sonntag 21. Oktober 2018, 23:13

CIC_Fan hat geschrieben:
Sonntag 21. Oktober 2018, 14:55
ich denke man muß das auch im zusammenhang mit dem Europa weitem Suizid der Sozialdemokratie sehen
Tja - wenn das so ist.... - dann müßte man allerdings auch den Aufstieg der AfD im europaweitem Zusammenhang und damit als einen Teil der neuen deutschen Normalität sehen und weitaus gelassener kommentieren. ;D
Solche Äußerungen kenn ich von Dir aber bisher nicht.

In diesem Artikel wird untersucht, warum die SPD -trotz unbestreitbarer Erfolge (Teilhabechancengesetz, Qualifizierungschancengesetz, Renten-Leistungsverbesserungs- und -stabilisierungsgesetz)- weiter bei den Wählern verliert:

Wer braucht noch die SPD?

Zwar habe man, s.o., sozialdemokratische Politik pur durchsetzen können, aber das sei vom Wähler nicht gewürdigt worden. Der Begriff der "sozialen Frage" habe sich gewandelt.
Gerade die einstige Stammklientel der SPD, die klassische Arbeiterschaft, übersetzt die soziale Frage in diesen Zeiten jedenfalls etwas anders, nämlich so: Wie haltet ihr es mit der Migration? Die Analysen zur Bayern-Wahl zeigen, dass die SPD unter den Arbeitern mit einem Zuspruch von 9 Prozent noch unter ihrem niederschmetternden Gesamtergebnis von 9,7 Prozent liegt.
Die AfD hingegen wurde unter den Arbeitern mit 22 Prozent gut doppelt so stark wie im Durchschnitt aller Wähler. Die sonst so starken Grünen kamen dagegen hier auch nur auf 9 Prozent – während sie unter Angestellten, Beamten und Selbständigen mehr als 20 Prozent erreichten.
Wie die OECD festgestellt habe, wachse die "Gruppe geringqualifizierter junger Männer" bis 2020 um 15%; sie seien die Hauptkonkurrenten der traditionellen Arbeiterschaft. Damit sei soziale Frage jetzt vielleicht eher, "wie sich der neue Konkurrenzdruck kontrollieren lässt".

Etwas ähnliches gilt auch für den von den Parteien jetzt entdeckten Wohnungsmarkt. Wer über 1 Mio Menschen ins Land läßt und dann auch noch einen Familiennachzug betreibt, darf sich nicht wundern, wenn es auf dem Wohnungsmarkt knapp wird und die Mieten explodieren.

Es ist mE daher fraglich, ob der von den bisherigen Volksparteien versuchte Themenwechsel von der Migration zu anderen Themen (Digitalisierung oder "bezahlbare Mieten") erfolgreich sein wird. Seehofer lag ja nicht falsch mit seiner Aussage, daß die Migration "die Mutter aller Probleme" sei.

Es dürfte wohl einmalig sein, daß die bisherigen Volksparteien um das Problem wissen (s. a. Merkel jetzt in Thüringen), sich gleichzeitig aber weigern, Lösungen für dieses Problem anzubieten. Stattdessen versucht man krampfhaft, einen Themenwechsel herbeizuführen. Ob man damit erfolgreich sein wird, das darf wohl bezweifelt werden - und damit könnte das "Tief" bei den Wahlergebnissen der bisherigen Volksparteien noch nicht erreicht sein.

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