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Memoriale Domini auf Latein?

Verfasst: Freitag 17. April 2009, 16:01
von azs
Wo bekomm ich den Text auf Latein her? Hab im Internet nichts gefunden..

lg
azs

Re: Memoriale Domini auf Latein?

Verfasst: Freitag 17. April 2009, 16:06
von cantus planus
Verblüffend! Ich habe gerade mal mehrere Quellen durchforstet, aber auf Latein scheint es das wirklich nicht zu geben. Auf der Vatikanhomepage ist das Dokument überhaupt nicht zu finden.

:achselzuck:

Re: Memoriale Domini auf Latein?

Verfasst: Freitag 17. April 2009, 16:33
von Juergen
cantus planus hat geschrieben:Verblüffend! Ich habe gerade mal mehrere Quellen durchforstet, aber auf Latein scheint es das wirklich nicht zu geben. Auf der Vatikanhomepage ist das Dokument überhaupt nicht zu finden.

:achselzuck:
Da es sich um eine Instruktion handelt, müßte sie auf der Seite der Kongregation für den Gottesdienst zu finden sein. Diese Seite enthält aber nur Dokumente der letzen 10 Jahre. Die "alten Klamotten" sind da nicht zu finden. Da muß man sich schon in die nächste Bibliothek bemühen und in die AAS gucken.

Oder man ignoriert das Schreiben einfach uns liest statt dessen Redemptionis Sacramentum von 2004....

Re: Memoriale Domini auf Latein?

Verfasst: Freitag 17. April 2009, 16:35
von cantus planus
Stimmt. Man kann sich ja aussuchen, welches Schreiben man ignoriert. ;D

Re: Memoriale Domini auf Latein?

Verfasst: Freitag 17. April 2009, 16:46
von azs
Das ist aber höchst erstaunlich. Ich möchte das nämlich mal durchschauen, weil ich auf gloria.TV ein Interview mit einem Priester geschaut habe, welcher sagt, dass damals das Memoriale Domini auf Latein an die Bischofskonferenzen und in abgeänderter, deutsch übersetzter Form an die Pfarreien weitergegeben wurde. Das hat dieser damals wohl mitbekommen, als ein Laie seiner Gemeinde beim örtlichen Bischof anfragte, wie die Handkommunion zustande gekommen sei - und als Antwort beide Dokumente zugeschickt bekam (frei nach dem Motto: die Übersetzen das eh nicht, wenn sie die Übersetzung haben).

Wie gesagt, höchst erstaunlich..

lg
azs

Re: Memoriale Domini auf Latein?

Verfasst: Freitag 17. April 2009, 17:09
von taddeo
Lateinischer Text: AAS LXI [1969] 541-547

Steht womöglich unter Copyright, und ist deswegen nicht online zu finden?

Nachtrag: Das war eine apostolische Instruktion der Gottesdienstkongregation. Auf der HP des Vatikan sind aber scheinbar nur Texte der jeweiligen Päpste veröffentlicht, nicht der Dikasterien.

Re: Memoriale Domini auf Latein?

Verfasst: Freitag 17. April 2009, 17:12
von azs
taddeo hat geschrieben:Lateinischer Text: AAS LXI [1969] 541-547

Steht womöglich unter Copyright, und ist deswegen nicht online zu finden?
Eine kirchliche Instruktion mit Copyright Rechten? Wird ja immer besser :D Welch ein Zufall, dass es dabei um die Kommunionspendung geht :klatsch:

Re: Memoriale Domini auf Latein?

Verfasst: Freitag 17. April 2009, 17:42
von taddeo
azs hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Lateinischer Text: AAS LXI [1969] 541-547

Steht womöglich unter Copyright, und ist deswegen nicht online zu finden?
Eine kirchliche Instruktion mit Copyright Rechten? Wird ja immer besser :D Welch ein Zufall, dass es dabei um die Kommunionspendung geht :klatsch:
Ich meinte die lateinische Ausgabe in den AAS. Davon ist offenbar gar nichts im Internet. Nachdruckrechte kann es da trotzdem geben, und wenn keiner ein Interesse an der Veröffentlichung hat, passiert halt nichts.

Re: Memoriale Domini auf Latein?

Verfasst: Freitag 17. April 2009, 19:24
von Niels
taddeo hat geschrieben:Steht womöglich unter Copyright, und ist deswegen nicht online zu finden?der Dikasterien.
Hab's bis jetzt auch noch nicht gefunden. :nein:
Bleibt wohl nur noch die UB als letzte Hoffnung...

Re: Memoriale Domini auf Latein?

Verfasst: Freitag 17. April 2009, 19:46
von azs
Niels hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Steht womöglich unter Copyright, und ist deswegen nicht online zu finden?der Dikasterien.
Hab's bis jetzt auch noch nicht gefunden. :nein:
Bleibt wohl nur noch die UB als letzte Hoffnung...
Was ist denn die "UB" und "AAS"?

Re: Memoriale Domini auf Latein?

Verfasst: Freitag 17. April 2009, 20:15
von taddeo
Üblicherweise: UB = Unibibliothek und AAS ist auch kein Kopfweh- oder Hustenmittel, sondern die Acta Apostolicae Sedis, das offizielle "Amtsblatt" des Heiligen Stuhls: guckst Du hier.

Re: Memoriale Domini auf Latein?

Verfasst: Freitag 17. April 2009, 22:17
von azs
Merci, wieder was dazu gelernt.

lg

Re: Memoriale Domini auf Latein?

Verfasst: Samstag 18. April 2009, 01:00
von maliems
Der la Text wäre für mich (Bibliothek) nicht so sehr das Problem. Hat den dt. Text jemand online?

Re: Memoriale Domini auf Latein?

Verfasst: Samstag 18. April 2009, 01:04
von Niels
Quelle hat geschrieben:Instruktion (...)
über die Art und Weise der Kommunionspendung
(...)
1 Indem sie das Gedächtnis des Herrn feiert, bezeugt die Kirche durch den Ritus selbst den Glauben und die Anbetung Christi, der im Opfer gegenwärtig ist und der denen, die am Eucharistischen Tisch teilnehmen, als Speise gegeben wird. Aus diesem Grunde ist die Kirche sehr daran interessiert, dass die Eucharistie auf die würdigste und fruchtbringendste Weise gefeiert und an ihr teilgenommen werde. Unverletzt bewahrt werde dabei jene, durch einen gewissen Fortschritt an uns heranreichende Überlieferung, deren Reichtümer in das Brauchtum und das Leben der Kirche übergegangen sind. Mit geschichtlichen Dokumenten ist es nämlich bewiesen, dass die Weise, die Heiligste Eucharistie zu feiern und zu genießen, vielfältig gewesen ist. Auch in unseren Zeiten sind in der Feier derselben Eucharistie nicht wenige noch leichte Änderungen eingeführt worden, was ihren Ritus betrifft, damit er den geistlichen und psychologischen Notwendigkeiten der heute lebenden Menschen angepasst werde.

2 Auch in der Disziplin, die den Empfang des göttlichen Sakramentes durch die Gläubigen regelt, sind Änderungen eingeführt worden. Zu solchen Änderungen, durch bestimmte Umstände veranlasst, gehört auch die Heilige Kommunion unter beiden Gestalten des Brotes und Weines, die – früher im lateinischen Ritus allgemein üblich – später in Vergessenheit geraten war. Damit war zur Zeit des Konzils von Trient überall eine Lage entstanden, die von demselben Konzil in der dogmatischen Lehre approbiert und verteidigt wurde als angepasst an die Bedingungen der damaligen Zeit.

3 Nachdem diese Weisen (des Empfanges der Heiligsten Eucharistie) erneuert worden sind und so das Zeichen des Eucharistischen Gastmahles und die auf jede Art erfolgende Erfüllung des Auftrages Christi klarer und lebendiger geworden ist, sowie aber auch die vollständige Teilhabe an der Eucharistischen Feier, die durch die Sakramentale Kommunion bezeichnet wird, ist hier und dort in den letzten Jahren der Wunsch entstanden, zu jenem Brauch zurückzukehren, nach welchem das Eucharistische Brot in die Hand des Gläubigen gelegt wird, das er dann selbst in den Mund legt, indem er die Kommunion empfängt.

4 Es geschah sogar, dass in bestimmten Gemeinschaften und Orten ein solcher Ritus vorgenommen wurde, obwohl vorher die Genehmigung des Apostolischen Stuhles nicht erbeten worden war und manches mal auch so, dass die Gläubigen dafür auf keine geeignete Weise vorbereitet worden waren.

5 Es trifft zwar zu, dass früher einmal die Gläubigen die göttliche Speise in die Hand nehmen und sich in den Mund legen durften, es trifft außerdem zu, dass in der ältesten Zeit, vom Ort wo die Messfeier (Sakrale Funktion ! ) stattfand, die Gläubigen das Allerheiligste, vor allem aus dem Grunde um Wegzehrung zu haben, wenn der Kampf für das Bekenntnis des Glaubens aufgenommen werden musste, mitnehmen konnten – a b e r die Dokumente der Kirche und Kirchenväter bezeugen an zahlreichen Stellen die größte Ehrfurcht und die höchste Klugheit, die man der Heiligsten Eucharistie entgegenbrachte : Es soll „niemand... jenes Fleisch essen, ehe er es angebetet hat“ (Augustinus) und für den Empfang wird ermahnt „empfange es, was jedoch darüber, dass du daraus nichts verlierest“ (Cyrill von Jerusalem) „denn es ist der Leib Christi“ (Hippolyt).

6 Außerdem wurde die Verwaltung und die Sorge für den Leib und das Blut des Herrn auf ganz besondere Weise den Dienern des Heiligtums oder speziell beauftragten Menschen übergeben: „Nachdem derjenige, der den Vorsitz führt, die Gebete beendet und, dem gesamten Volk zugerufen hat, nehmen diejenigen, die bei uns Diakone genannt werden das Brot und den Wein und das Wasser, über die die Danksagung gesprochen wurde, und teilen sie jedem der Anwesenden zur Anteilnahme aus und bringen sie außerdem den Abwesenden“ (Justinus der Martyrer).

7 Aus diesem Grunde wurde die Aufgabe, die Heilige Eucharistie den Abwesenden zu bringen, von Anfang an ausschließlich den geweihten Amtsträgern übertragen, einerseits, damit den Bedürfnissen der Gläubigen auf sichere Weise entsprochen werde. In der nachfolgenden Zeit, nachdem die Wahrheit des eucharistischen Geheimnisses, seine Kraft sowie die Gegenwart Christi in ihm tiefer erforscht waren, auf Drängen sowohl des Sinnes der Ehrfurcht diesem Hochheiligen Sakrament gegenüber, als auch der Demut, mit welcher es umfangen werden muss, wurde die Gewohnheit eingeführt, dass der Amtsträger selbst den Partikel des konsekrierten Brotes auf die Zunge der Kommunizierenden legt.

8 Diese Weise der Kommunionausteilung muss unter Berücksichtigung der gesamten jetzigen Lage der Kirche bewahrt bleiben. Nicht nur, weil auf den überlieferten Brauch gestützt, sondern besonders deshalb, weil sie die Ehrfurcht der Christgläubigen der Eucharistie gegenüber zum Ausdruck bringt. Dieser Brauch ist in keiner Weise der Würde derjenigen abträglich, die einen so hohen Sakramente nahen: Er gehört zu jener Vorbereitung, die erforderlich ist, dass der Leib des Herrn auf die fruchtbarste Weise empfangen werde. Diese Ehrfurcht gebührt nicht dem gewöhnlichen Brot und Trank, sondern zeichnet die Kommunion des Leibes und Blutes des Herrn aus. Durch diese Kommunion „nimmt das Volk Gottes an den Gütern des österlichen Opfers teil, erneuert den Neuen, einmal in Christi Blut von Gott mit den Menschen geschlossenen Bund, der in Glaube und Hoffnung Vorzeichen und Vorläufer des endzeitlichen Mahles im Reiche des Vaters ist“ (AAS, 59/67).

9 Außerdem wird durch diesen Ritus, der als der überlieferte anzusehen ist, auf wirksame Weise sichergestellt, dass die Heilige Kommunion mit jener Ehrfurcht, Schönheit und Würde ausgeteilt wird, die ihr gebührt und dass jede Profanierung der eucharistischen Gestalten abgewehrt wird „ unter denen auf einzigartige Weise, der ganze und ungeteilte Christus als Gott und Mensch wesenhaft enthalten und gegenwärtig ist. „ (w.o.) Und schließlich wurde liebevolle Sorgfalt den Krumen des konsekrierten Brotes gegenüber angewandt, die die Kirche immer empfohlen hat: „Wenn du zulassest, dass etwas dir wegfällt, so halte dafür, als hättest du aus deinen eigenen Gliedern etwas verloren „ (Cyrill von Jerusalem).

10 Weil einige wenige Bischofskonferenzen und einige einzelne Bischöfe gewünscht haben, dass in ihren Gebieten der Brauch zugelassen werde, dass konsekrierte Brot in die Hände der Christgläubigen zu legen, hat der Heilige Vater angeordnet, dass a l l e Bischöfe der gesamten lateinischen Kirche befragt werden sollen, was sie von der Angebrachtheit der Einführung eines solchen Ritus halten. Eine Änderung nämlich in einer Sache von solcher Tragweite, die sich außerdem auf sehr alte, ehrwürdige Überlieferung stützt, berührt nicht nur die Disziplin, sondern bringt auch die Gefahr mit sich, dass aus der neuen Weise der Austeilung der Heiligen Kommunion die Ehrfurcht dem erhabenen Sakrament des Altares gegenüber verringert werden könnte, oder dass zu befürchten wäre, dass Sakrilegien geschehen oder aber, dass die rechte Lehre verfälscht wird. Aus diesem Grunde wurde den Bischöfen drei Fragen vorgelegt, auf die bis zum zwölften März dieses Jahres (1969) folgende Antworten gegeben wurden :

A : Ist dem Wunsche nach Ihrem Urteil zu entsprechen, außer der herkömmlichen Weise auch den Ritus die Heilige Kommunion in die Hand zu empfangen, zu gestatten ? Zustimmend : 567 ; Ablehnend 1233 : Zustimmend mit Vorbehalt : 315 ; Ungültig 20.

B : Sollten Experimente mit dem neuen Ritus in kleineren Gemeinschaften vorher erfolgen mit Zustimmung des Ortsordinarius? Zustimmend : 751 ; Ablehnend 1215 ; Ungültig 70.

C : Sind sie der Auffassung, dass die Gläubigen nach einer entsprechenden kathechetischen Vorbereitung den neuen Ritus gerne annehmen werden ? Zustimmend : 835 ; Ablehnend 1185; Ungültig 128.

11 Aus den eingegangenen Antworten ist also klar, dass die weit größere Mehrheit der Bischöfe der Auffassung ist, dass man die gegenwärtige Disziplin keinesfalls ändern soll. Sie sind sogar der Auffassung, dass eine Änderung Anstoß wäre, sowohl für den Sinn, als auch für die geistige Einstellung der Bischöfe und vieler Gläubiger.

12 Aus diesem Grunde sah der Heilige Vater – unter Beachtung der Bemerkungen und Ratschläge derer, die vom Heiligen Geist als Bischöfe eingesetzt sind, die Kirche zu leiten – unter Beachtung der Bedeutung der Sache und des Gewichtes der vorgebrachten Gründe – es als nicht angebracht an, die herkömmliche Weise der Austeilung der Heiligen Kommunion zu ändern. Aus diesem Grunde ermahnt der Heilige Stuhl die Bischöfe, die Priester und die Gläubigen mit allem Nachdruck, dem geltenden und erneut bestätigten Gesetz mit Eifer zu folgen : sei es, weil diese Entscheidung auf dem Urteil des größten Teiles des Katholischen Episkopates gründet, sei es, weil der gegenwärtige Ritus der heiligen Liturgie dies so vorsieht, sei es schließlich, weil das gemeinsame Wohl der Gesamtkirche zu berücksichtigen ist.

13 Wenn aber irgendwo der entgegengesetzte Brauch, nämlich, die Heilige Kommunion in die Hand zu legen, schon überhand genommen hat, wird der Apostolische Stuhl, um den Bischofskonferenzen in der Erfüllung ihres pastoralen Amtes zu helfen unter Berücksichtigung der gegenwärtigen erschwerten Lage der Dinge, diesen Bischofskonferenzen die Last und den Auftrag erteilen, die besonderen Umstände – wenn solche vorhanden sind – zu erwägen, jedoch unter der Bedingung, dass jede Gefahr, sei es der Verringerung der Ehrfurcht, sei es des Einreißens falscher Meinungen von der Heiligsten Eucharistie, abgewehrt wird und unter der Bedingung sorgfältiger Beseitigung auch der übrigen Unzukömmlichkeiten.

14 In solchen Fällen, um den neuen Brauch richtig zu ordnen, sollen die Beschlusskonferenzen nach kluger Prüfung die angebrachten Entscheidungen fällen, die in geheimer Abstimmung mit 2/3 Mehrheit zu beschließen sind. Diese Entscheidungen sind dann dem Heiligen Stuhl für die notwendige Bestätigung mit der genauen Angabe der Gründe, die zu ihnen geführt haben, zu unterbreiten. Der Heilige Stuhl wird jeden einzelnen Fall genau erwägen und wird auch in Verbindung nicht vergessen, die die Kirchen verschiedener Orte miteinander und auch die Verbindung, die die Einzelkirchen mit der Gesamtkirche haben: Um das gemeinsame Wohl und die gemeinsame Erbauung, sowie auch das Wachstum im Glauben und in der Frömmigkeit zu fördern, welche aus dem gegenseitigen Beispiel erfließt.

15 Diese Instruktion, zusammengestellt kraft besonderen Auftrages unseres Heiligen Vaters Papst Paul VI, wurde von ihm kraft seiner apostolischen Autorität am 28. Mai 1969 approbiert. Er hat ebenfalls bestimmt, dass sie durch die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen zur Kenntnis der Ordinarien gebracht wird.

Entgegengesetztes wird hiermit außer Kraft gesetzt.

Rom, den 29. Mai 1969
Benno, Kardinal Gut
Präfekt
Annibale Bugnini
Sekretär