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Rudolf Bultmann auf dem Sterbebett
Verfasst: Donnerstag 10. April 2008, 14:23
von Niels
Hat Rudolf Bultmann auf dem Sterbebett seiner Lehre abgeschworen?
Eta Linnemann hat geschrieben:„Anlässlich der Erwähnung von Rudolf Bultmann möchte ich nicht versäumen zu erwähnen, dass er sich vor seinem Tode bekehrt und seine Schüler und Studenten um Vergebung gebeten hat. Kronzeuge dafür ist Ernst Käsemann, der das vor seinem eigenen Tode erwähnt hat, seinem Lehrer darin aber leider nicht folgen wollte. Die Nachricht ist verbürgt, ich habe mit dem Ohrenzeugen, der seine Identität nicht preisgeben will, selber gesprochen.“
Eta Linnemann: "Was ist glaubwürdig – die Bibel oder die Bibelkritik?", Nürnberg, 2007, S. 13
(VTR-Verlag, Nürnberg, 2007, ISBN 978-3-937965-86-4. 174 Seiten kosten 13,80 Euro)
Weiß jemand da Genaueres?
Verfasst: Donnerstag 10. April 2008, 15:11
von Stephen Dedalus
Wieso soll sich Bultmann denn "bekehrt" haben, er war doch zeitlebens ein frommer Mann.
Re: Rudolf Bultmann auf dem Sterbebett
Verfasst: Donnerstag 10. April 2008, 21:08
von Edi
Niels hat geschrieben:Hat Rudolf Bultmann auf dem Sterbebett seiner Lehre abgeschworen?
Eta Linnemann hat geschrieben:„Anlässlich der Erwähnung von Rudolf Bultmann möchte ich nicht versäumen zu erwähnen, dass er sich vor seinem Tode bekehrt und seine Schüler und Studenten um Vergebung gebeten hat. Kronzeuge dafür ist Ernst Käsemann, der das vor seinem eigenen Tode erwähnt hat, seinem Lehrer darin aber leider nicht folgen wollte. Die Nachricht ist verbürgt, ich habe mit dem Ohrenzeugen, der seine Identität nicht preisgeben will, selber gesprochen.“
Eta Linnemann: "Was ist glaubwürdig – die Bibel oder die Bibelkritik?", Nürnberg, 2007, S. 13
(VTR-Verlag, Nürnberg, 2007, ISBN 978-3-937965-86-4. 174 Seiten kosten 13,80 Euro)
Weiß jemand da Genaueres?
Das Buch selber gibt es hier zu lesen:
http://bitflow.dyndns.org/german/EtaLin ... g_1999.pdf
Re: Rudolf Bultmann auf dem Sterbebett
Verfasst: Samstag 12. April 2008, 19:52
von Lutheraner
Niels hat geschrieben:Hat Rudolf Bultmann auf dem Sterbebett seiner Lehre abgeschworen?
Ich denke, dass das ein Mythos ist. Er hat wohl nur in das Kerygma hinein abgeschworen.
Verfasst: Montag 21. April 2008, 21:30
von Paul Heliosch
Neulich in Theolog's Stammkneipe:
Bultmann steht vor dem Himmelstor und fordert Einlass. Er wird von Petrus höflich auf später vertröstet mit den Worten: "Da unten ist leider immer noch ein Lutheraner, der verkündet, daß Du nur in das Kerygma hinein abgeschworen hättest."
Verfasst: Montag 21. April 2008, 21:59
von anneke6
…daraufhin schaut Bultmann runter und sagt: Ach der Lutheraner…! Ach, der sagt viel, wenn der Tag lang ist.
Verfasst: Montag 21. April 2008, 22:12
von Paul Heliosch
... Antwortet Petrus: hm, ...also gut - komm rein, aber Du musst ihm dafür jede Nacht das apostolische Sukzessionsglöckchen läuten...
Verfasst: Dienstag 22. April 2008, 10:54
von Lutheraner
Wenigstens habt ihr jetzt alle nachgeschlagen was Kerygma bedeutet
@Niels: Danke für den Buchtipp!
Verfasst: Dienstag 22. April 2008, 22:03
von Paul Heliosch

Da sieht man mal wieder, wozu so ein Dreizack taugt...
Re: Rudolf Bultmann auf dem Sterbebett
Verfasst: Sonntag 6. Juli 2008, 18:46
von Lutheraner
Edi hat geschrieben:Niels hat geschrieben:Hat Rudolf Bultmann auf dem Sterbebett seiner Lehre abgeschworen?
Eta Linnemann hat geschrieben:„Anlässlich der Erwähnung von Rudolf Bultmann möchte ich nicht versäumen zu erwähnen, dass er sich vor seinem Tode bekehrt und seine Schüler und Studenten um Vergebung gebeten hat. Kronzeuge dafür ist Ernst Käsemann, der das vor seinem eigenen Tode erwähnt hat, seinem Lehrer darin aber leider nicht folgen wollte. Die Nachricht ist verbürgt, ich habe mit dem Ohrenzeugen, der seine Identität nicht preisgeben will, selber gesprochen.“
Eta Linnemann: "Was ist glaubwürdig – die Bibel oder die Bibelkritik?", Nürnberg, 2007, S. 13
(VTR-Verlag, Nürnberg, 2007, ISBN 978-3-937965-86-4. 174 Seiten kosten 13,80 Euro)
Weiß jemand da Genaueres?
Das Buch selber gibt es hier zu lesen:
http://bitflow.dyndns.org/german/EtaLin ... g_1999.pdf
Das ist ein anderes Buch (von 1994), aber vermutlich ist der Inhalt sehr ähnlich. Ich habe es zwischenzeitlich gelesen und es ist sehr beeindruckend.
Verfasst: Sonntag 6. Juli 2008, 21:48
von anneke6
Was den Exkurs über "Verführungen" angeht…die Argumentation erinnert mich an die Dudeks, die ihre Kinder nicht einer gottlosen Schule anvertrauen will.
Es ist zwar grundsätzlich nicht meine Meinung, daß man "seinen Glauben auf die Probe stellt", wenn man sich auf gefährliche Pfade begibt, aber ein Theologiestudium kann tatsächlich gefährlich sein, weil die "entartete Theologie" in das Studium eingewoben wird und man sie möglicherweise schrittweise annimmt, oder, mit der Argumentation der Autorin, sich vergiftet.
Verfasst: Sonntag 6. Juli 2008, 23:04
von Paul Heliosch
| Auf Seite 58 | erkannte ich soeben den Grund für meine "Allergie", ...meine intuitive permanente Weigerung mich dieser Art Theologie auszusetzen!
Verfasst: Sonntag 6. Juli 2008, 23:13
von Edi
anneke6 hat geschrieben:Es ist zwar grundsätzlich nicht meine Meinung, daß man "seinen Glauben auf die Probe stellt", wenn man sich auf gefährliche Pfade begibt, aber ein Theologiestudium kann tatsächlich gefährlich sein, weil die "entartete Theologie" in das Studium eingewoben wird und man sie möglicherweise schrittweise annimmt, oder, mit der Argumentation der Autorin, sich vergiftet.
Wer keine Klarheit hat - und wer hat die als junger Mensch schon, wohl wenige - der wird natürlich leicht durch ein Studium der Theologie noch mehr verwirrt werden. Es sind ja schon gläubige Studenten dadurch in grosse innere Konflikte geraten oder sogar ganz vom Glauben abgekommen.
Letztlich sieht man auch anhand von sehr vielen Pfarrern beider Konfessionen, was das Theologiestudium bei denen angerichtet hat. Diejenigen, die gemeint sind, dreschen meist leeres Stroh. Man braucht sich nur einmal die Ergüsse von den meisten Radiopfarrern anzuhören, da denkt man, man sei im falschen Film. Ausnahmen bestätigen diese Regel.
Ich bin gottfroh, dass ich schon in jungen Jahren, wo ich es nur gefühlsmässig so empfunden habe, diesen Theologenschwindel durchschaut habe.
Die Aussagen der heiligen Schrift stimmen nicht mit den Theorien der modernen Theologen überein, in andern echten Wissenschaften, wie der Chemie z.B. aber bestätigt die Praxis die Theorie und umgekehrt. Solange das in der Theologie nicht auch wieder eintritt, kann man sie getrost vergessen.
Ansonsten ist mir aufgefallen, dass die Autorin sich auch zur Psychologie in dem Sinne äussert, dass diese eher verführt als zu Gott hinführt. Drewermann und Co. lassen auch hier grüßen.
"Bekehrung" Bultmanns
Verfasst: Samstag 2. August 2008, 12:40
von WalterHpbg
Man braucht ja nur lesen, wo das Zitat herstammt, dann weiß man Bescheid.
Da stehen handfeste Interessen dahinter, weil man offensichtlich nicht damit klar kommt, dass ein gelehrter und frommer Exeget anders denkt als man sich das vorstellen kann.
Bultmann hat Wichtiges geleistet für die Christen und ihrem Umgang mit der Schrift. Auch wenn man anderer Meinung ist, hat man nicht das Recht, ihn zu verleumden oder sein Andenken mit falschen Aussagen zu beschmutzen. Der, der einen anderen beleidigen will, beschmutzt sich nur selbst.
Walter
Verfasst: Samstag 2. August 2008, 14:43
von Edi
Man braucht ja nur dieses Zitat von Bultmann lesen, dann weiß man schon mit WEM man es zu tun hat:
„Wie kann meine Schuld durch den Tod eines Schuldlosen (wenn man von einem solchen überhaupt reden darf) gesühnt werden? Welche primitiven Begriffe von Schuld und Gerechtigkeit liegen solcher Vorstellung zugrunde? Welch primitiver Gottesbegriff? Soll die Anschauung vom sündentilgenden Tode Christi aus der Opfervorstellung verstanden werden: welch primitive Mythologie, daß ein Mensch gewordenes Gotteswesen durch sein Blut die Sünden der Menschen sühnt!“ (Neues Testament und Mythologie, 1941, 20)
Wie wenig Ahnung hat so ein "Theologe" von Gott? Der Sühnetod Christi wird zwar auch für Christen immer ein erstaunliches und letztlich unerklärliches Geheimnis bleiben und doch hat er für uns ganz reale Folgen. Seit den Anfängen des Christentums glauben und erfahren Menschen real die Erlöserkraft durch das Blut Jesu, die Feinde des Herrn, von denen es auch genug unter den sog. Theologen gibt, aber leugnen sie.
Die Kanzel
Verfasst: Samstag 2. August 2008, 14:56
von ieromonach
Häresien erdenken nur fromme und kluge Gläubige, Der durchschnittliche "normale" Gläubige kann das nicht. Aber die Fragen und das Suchen ist schon in Ordnung. Ob R.Bultmann seine Erkenntnisse am Ende seines Lebens korrigiert hat? -- Was vielleicht wichtig sein könnte. Ein Neffe von R B. war orthodoxer Priestermönch, sein Name: P. Gabriel H. Bultmann, zuletzt in Wien wohnhaft.
+P.Theodoros
Verfasst: Samstag 2. August 2008, 15:19
von Marcus
Edi hat geschrieben:Man bruacht ja nur dieses Zitat von Bultmann lesen, dann weiß man schon mit WEM man es zu tun hat:
„Wie kann meine Schuld durch den Tod eines Schuldlosen (wenn man von einem solchen überhaupt reden darf) gesühnt werden? Welche primitiven Begriffe von Schuld und Gerechtigkeit liegen solcher Vorstellung zugrunde? Welch primitiver Gottesbegriff? Soll die Anschauung vom sündentilgenden Tode Christi aus der Opfervorstellung verstanden werden: welch primitive Mythologie, daß ein Mensch gewordenes Gotteswesen durch sein Blut die Sünden der Menschen sühnt!“ (Neues Testament und Mythologie, 1941, 20)
Wie wenig Ahnung hat so ein "Theologe" von Gott? Der Sühnetod Christi wird zwar auch für Christen immer ein erstaunliches und letztlich unerklärliches Geheimnis bleiben und doch hat er für uns ganz reale Folgen. Seit den Anfängen des Christentums glauben und erfahren Menschen real die Erlöserkraft durch das Blut Jesu, die Feinde des Herrn, von denen es auch genug unter den sog. Theologen gibt, aber leugnen sie.
Hallo Edi,
das Schlimme daran ist ja, dass solche „theologischen“ Lehrmeinungen mittlerweile sogar schon salonfähig geworden sind. Gorzki, der ein Kryptobultmanner zu seien scheint, konnte sogar zum Propst und Bischofskandidaten avancieren.
Verfasst: Samstag 2. August 2008, 17:42
von Paul Heliosch
Kryptobultmannschist? ( Wider den Bultmannschismus wird B. noch lange das gewisse Glöckchen läuten müssen...)
Re: Die Kanzel
Verfasst: Samstag 2. August 2008, 22:18
von anneke6
ieromonach hat geschrieben:Häresien erdenken nur fromme und kluge Gläubige, Der durchschnittliche "normale" Gläubige kann das nicht. Aber die Fragen und das Suchen ist schon in Ordnung. Ob R.Bultmann seine Erkenntnisse am Ende seines Lebens korrigiert hat? -- Was vielleicht wichtig sein könnte. Ein Neffe von R B. war orthodoxer Priestermönch, sein Name: P. Gabriel H. Bultmann, zuletzt in Wien wohnhaft.
+P.Theodoros
Deine Äußerung hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Ich habe im Laufe des Nachmittags immer wieder über offizielle Definitionen von Häresien gelesen…und ich habe noch keinen einzigen Häretiker gefunden, der seine Lehre verkündet hätte, um Gott zu lästern, oder weil er die Gläubigen ärgern wollte.
Bei der Gelegenheit habe ich auch die "Anathemas" des Trienter Konzils — dem wohl bekanntesten Konzil von uns Römern — durchgelesen. Und ich glaube: Ich darf nicht mehr so viel im Internet schreiben, sonst ziehe ich auch noch die Exkommunikation auf mich.

Re: Die Kanzel
Verfasst: Samstag 2. August 2008, 22:26
von Marcus
anneke6 hat geschrieben:ieromonach hat geschrieben:Häresien erdenken nur fromme und kluge Gläubige, Der durchschnittliche "normale" Gläubige kann das nicht. Aber die Fragen und das Suchen ist schon in Ordnung. Ob R.Bultmann seine Erkenntnisse am Ende seines Lebens korrigiert hat? -- Was vielleicht wichtig sein könnte. Ein Neffe von R B. war orthodoxer Priestermönch, sein Name: P. Gabriel H. Bultmann, zuletzt in Wien wohnhaft.
+P.Theodoros
Deine Äußerung hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Ich habe im Laufe des Nachmittags immer wieder über offizielle Definitionen von Häresien gelesen…und ich habe noch keinen einzigen Häretiker gefunden, der seine Lehre verkündet hätte, um Gott zu lästern, oder weil er die Gläubigen ärgern wollte.
Bei der Gelegenheit habe ich auch die "Anathemas" des Trienter Konzils — dem wohl bekanntesten Konzil von uns Römern — durchgelesen. Und ich glaube: Ich darf nicht mehr so viel im Internet schreiben, sonst ziehe ich auch noch die Exkommunikation auf mich.

Ich bin zwar kein Kanoniker, als ich das kanonisches Recht mal aus juristischer Neugier überflog, meine ich es so verstanden zu haben, dass man sich die Tatstrafe der Exkommunikation nur ziehen kann, wenn man eine Glaubenswahrheit leugnet. Daher die Frage: Kann man überhaupt etwas leugnen, was man nicht kennt? Oder kann man sich unbewusst die Exkommunikation zuziehen? Solange man kein Dogma bewusst ablehnt, dürfte wohl auch nichts passieren. Sonst hätten 95% der Katholiken wohl ein Problem. Wer kennt sich als normaler "Wald- und Wiesenkatholik" schon hundertprozentig im dogmatischen Lehrgebäude seiner Kirche aus...?
Die Kan zel
Verfasst: Samstag 2. August 2008, 22:33
von ieromonach
Hallo anneke6,
schreibe ruhig weiter. Erst wenn Du Deine theol.Meinung als "ex cathedra" verkümdest, dann würde ich meckern. Meinungen sind eben Meinungen nicht Häresien.
pth
Verfasst: Samstag 2. August 2008, 22:35
von anneke6
Glaubenszweifel oder leichte Verirrungen alleine führen — meines Wissens nach — nicht zur Exkommunikation, weil sie keine öffentliche Häresie sind. Dazu muß geleugnet oder angezweifelt werden: Ein Glaubensartikel oder ein Dogma, das von einem ökumenischen Konzil unter Vorsitz des Papstes veröffentlicht wurde. (So habe ich es zumindest verstanden) Und zwar stur und öffentlich. Ob das Artikelverfassen in einem Internetforum bereits öffentlich ist, weiß ich nicht.
Ach ja, und dieses "Privileg" betrifft nur uns Römer…
Re: Die Kanzel
Verfasst: Samstag 2. August 2008, 22:59
von Edi
ieromonach hat geschrieben:Häresien erdenken nur fromme und kluge Gläubige,
Um derartiige Häresien zu erdenken, wie hier bei Bultmann geschehen, muss man weder fromm noch klug sein. Sicher gilt das nicht für alle Häresien.
Bultmann hat lediglich aus einer rein menschlichen Sicht die Dinge beurteilt, was im Grunde eigentlich jeder kann. Dabei kann er so sehr gebildet auch nicht gewesen sein, wenn er pauschal alle biblischen Wunder infrage stellt bzw. sie als "Mythen" bezeichnet.
Hätten solche Leute - und das gilt für heutige ähnlich gestrickte Theologen ebenso - einige Male ihre enge Schreibstube verlassen, um etwas in der Welt herumzukommen, würden sie erkennen oder erkannt haben, dass es auch heute noch Wunder und Wunderheilungen gibt.
Verfasst: Samstag 2. August 2008, 23:07
von anneke6
Die Entmythologisierung unterscheidet sich stark von den traditionellen Häresien, die meistens die Natur Gottes/Christi/der Dreifaltigkeit oder die Wirksamkeit der Sakramente betreffen. Oder die Verfassung der Kirche oder ihre Gepflogenheiten…
Ich habe die Entmythologisierung, so wie ich sie kennengelernt habe, als eine Art Flurbereinigung des Evangeliums aufgefaßt. Alles, was sich der heutige Mensch nicht mehr vorstellen kann, wird entfernt und weggeräumt, und danach sieht es alles so schön und übersichtlich aus.
"[Punkt]" war mein erster Gedanke, als ich Bultmanns Texte las. Aber das war meine Sicht der Dinge. Bultmann wollte — das hoffe ich doch — Gott nicht lästern, er kam sich wohl wie ein Förster vor, der Bäume beschneidet. Nur war er dazu nicht befugt.
Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 02:59
von Edi
anneke6 hat geschrieben:Ich habe die Entmythologisierung, so wie ich sie kennengelernt habe, als eine Art Flurbereinigung des Evangeliums aufgefaßt. Alles, was sich der heutige Mensch nicht mehr vorstellen kann, wird entfernt und weggeräumt, und danach sieht es alles so schön und übersichtlich aus.
Die sog. Entmythologisierung, die der hlg. Schrift Enstellung der Fakten vorwirft, kommt als ist nichts anderes als unter dem Gewand des Unglaubes daher, der versucht, die hlg. Schrift und damit deren Schreiber als Fälscher und Anhänger von Unwahrheiten zu disqualifizieren. Damit man dann doch nicht zu sehr den Glauben aushebelt, versucht man, aus dieser ungläubigen Sicht heraus Deutungen zu machen, die einen gewissen Glauben noch belassen, aber letztlich aber doch Fundamentalkritik an wesentlichen Grundlagen des christlichen Glaubens ist.
Daß das Ganze auch noch unter den Begriff Theologie fällt, ist ein Zeichen dafür wie korrupt solche Theologie und deren Vertreter heutzutage isind. Offenbar gehen viele Theologen von sich selber aus, indem sie den biblischen Schriftstellern das unterstellen, was sie selber tun und ihr eigenes Leben ausmacht, nämlich Lug und Trug.
In einem andern Forum haben einige für solche Leute den Begriff Theolunken geprägt, eine Hindeutung auf das Wort Halunken. Geistlich betrachtet ist so eine Bezeichung durchaus angebracht, denn es sind Glaubenszerstörer, die zwar den Namen Gottes im Munde führen, aber IHN dennoch nicht kennen und die den Herrn und das Evangelium verleugnen. Die Bibel sagt dazu: Sie haben den Schein eines gottseligens Wesens, aber Gottes Kraft verleugnen sie. Wieviele Menschen, vor allem auch Studenten der Theologie, die man als Pfarrer nach ihrem Studium auf die einfachen Kirchenmitglieder loslässt, sind durch solche Theologen verdorben worden!
Re: Die Kanzel
Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 07:54
von Linus
ieromonach hat geschrieben:Häresien erdenken nur fromme und kluge Gläubige, Der durchschnittliche "normale" Gläubige kann das nicht. Aber die Fragen und das Suchen ist schon in Ordnung. Ob R.Bultmann seine Erkenntnisse am Ende seines Lebens korrigiert hat? -- Was vielleicht wichtig sein könnte. Ein Neffe von R B. war orthodoxer Priestermönch, sein Name: P. Gabriel H. Bultmann, zuletzt in Wien wohnhaft.
+P.Theodoros
Der wird vielleicht auch für den Onkel gesühnt haben....
Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 08:05
von Linus
anneke6 hat geschrieben: Und zwar stur und öffentlich. Ob das Artikelverfassen in einem Internetforum bereits öffentlich ist, weiß ich nicht.
Natürlich Öffentlich. (was wenn nicht das internet?) bloß:stur - da kommts auf die person an...

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 08:38
von anneke6
Ich habe jedenfalls meine Äußerungen immer als Meinungen aufgefaßt, so wie Pater Theodor es auch meint.
Durch meine seit etwa einem Monat wieder aufkeimenden "Katholizität" (nach fast einem Jahr Überlegungen, zur Orthodoxie überzulaufen) bekomme ich langsam Angst. Ich hatte u.a. mindestens zweimal das große Glaubensbekenntnis ohne filioque gebetet, weil mich der Gedanke umschlich, der Zusatz könnte ein Fehler gewesen sein, und ich hatte Gedanken gehegt, die Dogmatisierung der UU (Unbefleckten Empfängnis) sei ein Fehler gewesen…
Aber mal was anderes Linus, hast Du schon meine Versuche gesehen, mich
in eine Moorleiche zu verwandeln?
Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 09:16
von Linus
Ja und ich habe mich auch artig bedankt... Hier nochmals ein Herzliches Dankeschön. (das hätt ich bei meiner Schwägerin (mit Abstand längstes Haar in der Familie - fast Hüftlang) nicht haben (sie hält mich eh für leicht spinnig)
Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 12:45
von holzi
anneke6 hat geschrieben:Ich habe jedenfalls meine Äußerungen immer als Meinungen aufgefaßt, so wie Pater Theodor es auch meint.
Durch meine seit etwa einem Monat wieder aufkeimenden "Katholizität" (nach fast einem Jahr Überlegungen, zur Orthodoxie überzulaufen) bekomme ich langsam Angst.
Zu deiner "Rekatholisierung" dürften wohl auch die "Ultraorthodoxen" im anderen Forum einen Beitrag geleistet haben...
anneke6 hat geschrieben:Ich hatte u.a. mindestens zweimal das große Glaubensbekenntnis ohne filioque gebetet, weil mich der Gedanke umschlich, der Zusatz könnte ein Fehler gewesen sein, und ich hatte Gedanken gehegt, die Dogmatisierung der UU (Unbefleckten Empfängnis) sei ein Fehler gewesen…
Wenn auch der Papst gelegentlich das Glaubensbekenntnis ohne Filioque betet, dann wird das wohl nicht so schlimm sein, und die Dogmatisierung der UE könnte man tatsächlich zumindest als nicht notwendig bezeichnen. Das soll jetzt nicht heissen, dass ich nicht daran glaube, ich meine nur, dass man nicht daran glauben müssen sollte.
Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 13:00
von anneke6
Danke für Deine Antwort. Ich persönlich habe nichts gegen die UE (beinahe hätte ich geschrieben: die EU

), nur hatte ich gedacht, die Dogmatisierung war möglicherweise eine Provokation für unsere getrennten Brüder.
Was die theologische Bedeutung des filioque angeht, ich meine, weshalb es nötig sein soll, dies in ein altehrwürdiges Glaubensbekenntnis einzufügen…das ist für mich zu hoch (= zu kompliziert)
Und ja, mit Deinem ersten Satz könntest Du recht haben.

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 14:23
von Marcus
Edi hat geschrieben:anneke6 hat geschrieben:Ich habe die Entmythologisierung, so wie ich sie kennengelernt habe, als eine Art Flurbereinigung des Evangeliums aufgefaßt. Alles, was sich der heutige Mensch nicht mehr vorstellen kann, wird entfernt und weggeräumt, und danach sieht es alles so schön und übersichtlich aus.
Die sog. Entmythologisierung, die der hlg. Schrift Enstellung der Fakten vorwirft, kommt als ist nichts anderes als unter dem Gewand des Unglaubes daher, der versucht, die hlg. Schrift und damit deren Schreiber als Fälscher und Anhänger von Unwahrheiten zu disqualifizieren. Damit man dann doch nicht zu sehr den Glauben aushebelt, versucht man, aus dieser ungläubigen Sicht heraus Deutungen zu machen, die einen gewissen Glauben noch belassen, aber letztlich aber doch Fundamentalkritik an wesentlichen Grundlagen des christlichen Glaubens ist.
Daß das Ganze auch noch unter den Begriff Theologie fällt, ist ein Zeichen dafür wie korrupt solche Theologie und deren Vertreter heutzutage isind. Offenbar gehen viele Theologen von sich selber aus, indem sie den biblischen Schriftstellern das unterstellen, was sie selber tun und ihr eigenes Leben ausmacht, nämlich Lug und Trug.
In einem andern Forum haben einige für solche Leute den Begriff Theolunken geprägt, eine Hindeutung auf das Wort Halunken. Geistlich betrachtet ist so eine Bezeichung durchaus angebracht, denn es sind Glaubenszerstörer, die zwar den Namen Gottes im Munde führen, aber IHN dennoch nicht kennen und die den Herrn und das Evangelium verleugnen. Die Bibel sagt dazu: Sie haben den Schein eines gottseligens Wesens, aber Gottes Kraft verleugnen sie. Wieviele Menschen, vor allem auch Studenten der Theologie, die man als Pfarrer nach ihrem Studium auf die einfachen Kirchenmitglieder loslässt, sind durch solche Theologen verdorben worden!
Mir hat mal ein Ex-Student der ev. Theologie erzählt, dass viele ev. Pfarrer aufgrund ihrer akademischen Ausbildung und der perfekten Anwendung der historisch-kritischen Methode Probleme haben, in der Predigt auf Sachen einzugehen, die der Mensch mit seiner Vernunft nicht nachvollziehen kann. Das erklärt dann auch das geistlose Geschwätz. Denn offenbar halten sich die Pfarrer aufgrund ihres Studiums für zu gebildet, das Wort Gottes zu predigen.
Ich verfolgte mal einen Fernsehgottesdienst, den eine Pfarrerin hielt. Die hat es doch glatt fertiggebracht die antichristliche Familienpolitik von Frau von der Leyen in den Mittelpunkt zu stellen, positiv darüber zu predigen und nebenbei mal Gott zu erwähnen und etwas Christliches zu sagen. Länger als 20min konnte ich mir das dann nicht ansehen. Fortan beschloss ich, wenn ich verhindert sein sollte, den Gottesdienst in meiner Gemeinde zu besuchen, mir nur noch röm.-kath. Messen im TV anzusehen. Dort wird normalerweise im Großen und Ganzen wenigstens noch christlich gepredigt.