Der Sündenfall
Verfasst: Dienstag 1. Mai 2007, 11:48
Hallo,
persönlich betrachtete ich den Sündenfall bisher vor allem als Allegorie, welche verdeutlicht, dass Erkenntnis (welche einen die eigene Situation über das bloß Gegenwärtige hinaus überschauen lässt) Ungewissheit und Unruhe zur Folge hat (insbesondere, weil man seiner Endlichkeit bewusst wird). Der "paradiesische" Mensch wäre damit gewissermaßen Tier, durch die hinzugekommene Vernunft, durch die "Menschwerdung", wenn man so will, verliert er die Sicherheit des reinen Naturwesens, muss also das "Paradies" verlassen. Vor diesem Hintergrund betrachte ich die Geschichte als ein sehr schönes Sinnbild.
Allerdings denke ich, dass diese Interpretation letztlich am Text vorbeigeht, da hier der wesentliche Aspekt der Schuld, mithin der bewussten Handlung, ausgeklammert und eine rein natürliche Folge quasi von außen beschrieben würde.
Nun zu meinem eigentlichen Problem: wenn man davon ausgeht, dass der Akt der Sünde zur Folge hat, dass der Mensch gut und böse unterscheiden kann, dann würde das doch genau genommen bedeuten, dass er zum Zeitpunkt, da er sich zur sündigen Handlung entschieden hat, keine Vorstellung davon haben konnte, dass er falsch handelt. Er war gewissermaßen unzurechnungsfähig. Wie lässt sich vor diesem Hintergrund eine Strafe rechtfertigen? Müsste (und wird vielleicht?) also vielleicht doch eine Deutung, wie ich sie oben beschrieben habe (oder eine andere ergänzende), herangezogen werden, damit die Geschichte verstanden werden kann? Wie wird das Problem theologisch angegangen?
Gruß,
Enterich
persönlich betrachtete ich den Sündenfall bisher vor allem als Allegorie, welche verdeutlicht, dass Erkenntnis (welche einen die eigene Situation über das bloß Gegenwärtige hinaus überschauen lässt) Ungewissheit und Unruhe zur Folge hat (insbesondere, weil man seiner Endlichkeit bewusst wird). Der "paradiesische" Mensch wäre damit gewissermaßen Tier, durch die hinzugekommene Vernunft, durch die "Menschwerdung", wenn man so will, verliert er die Sicherheit des reinen Naturwesens, muss also das "Paradies" verlassen. Vor diesem Hintergrund betrachte ich die Geschichte als ein sehr schönes Sinnbild.
Allerdings denke ich, dass diese Interpretation letztlich am Text vorbeigeht, da hier der wesentliche Aspekt der Schuld, mithin der bewussten Handlung, ausgeklammert und eine rein natürliche Folge quasi von außen beschrieben würde.
Nun zu meinem eigentlichen Problem: wenn man davon ausgeht, dass der Akt der Sünde zur Folge hat, dass der Mensch gut und böse unterscheiden kann, dann würde das doch genau genommen bedeuten, dass er zum Zeitpunkt, da er sich zur sündigen Handlung entschieden hat, keine Vorstellung davon haben konnte, dass er falsch handelt. Er war gewissermaßen unzurechnungsfähig. Wie lässt sich vor diesem Hintergrund eine Strafe rechtfertigen? Müsste (und wird vielleicht?) also vielleicht doch eine Deutung, wie ich sie oben beschrieben habe (oder eine andere ergänzende), herangezogen werden, damit die Geschichte verstanden werden kann? Wie wird das Problem theologisch angegangen?
Gruß,
Enterich