Kirchenväter

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
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Raphael
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Kirchenväter

Beitrag von Raphael »

Die Biographie des Hl. Hieronymus nach kathpedia:
Als Sohn christlicher Eltern geboren hielt sich Hieronymus um 354 zum Zwecke seiner Ausbildung in Rom auf. Er studierte Grammatik, Rhetorik und Philosophie. In den Jahren seines Philosophiestudiums erpfing er die Taufe. Auf einer Reise nach Gallien lernte er in Trier das monastische Leben kennen. In Aquileja schloß er sich 373 mit Gleichgesinnten den Klerikern an, die dort einen Kreis, der sich Chor der Seligen nannte, bildeten. Er reiste in den Orient, wo er zwei Jahre in strengster Askese lebte und sich exegetischen und literarischen Arbeiten widmete. Dann kehrte er wegen Zänkereien der Mönche nach Antiocheia zurück. Er wurde 375 Schüler des Apolinaros. Um 379 wird er von Paulinos zum Priester geweiht.
380 - 381 kam Hieronimus nach Konstantinopel um Gregor von Nazianz zu hören. Dort lernte er Origines kennen und war sein enthusiastischer Bewunderer ehe er 394 sein leidenschaftlicher Gegner wurde. In den Jahren 382 – 385 hielt er sich in Rom auf. Er war Sekretär des Papstes Damasus I. Auf die weiblichen asketischen Kreise Roms übte er großen Einfluß aus. Nach dem Tod des Papstes Damasus I. am 11. Dezember 384 hoffte Hieronymus dessen Nachfolger zu werden. Es erfolgten aber heftige Angriffe gegen ihn wegen seiner asketischen Ansichten und seiner Angriffe gegen den verweltlichten Klerus. So mußte er 385 Rom verlassen. 386 ließ er sich in Bethlehem nieder und gründete dort mit finanzieller Unterstützung vornehmer Damen drei Frauen- und ein Männerkloster. Diese Klöster leitete er selbst. Er widmete sich fortan ganz den Studien, hatte aber sehr unter den originistischen Wirren, dem Bruch mit Rufinus, dem Konflikt mit Bischof Johannes II. von Jerusalem und den Einfällen der Barbaren zu leiden. Er trauerte um das eroberte Rom.
Hieronymus ist einer der fesselndsten Persönlichkeiten des christlichen Altertums. Er besaß eine fast krankhafte Empfindsamkeit, ein liebendes und leidenschaftliches Herz, war eifersüchtig, argwöhnisch, erregbar, rachsüchtig und maßlos in seiner Polemik. Aber er war auch leidenschaftlich in seiner Liebe zu Christus und seiner Kirche und in der Verteidigung der katholischen Wahrheit. Er vereinigte in sich den Asketen und Gelehrten. Neben Augustinus ist Hieronymus der gelehrteste der lateinischen Kirchenväter.
Neben seiner grammatischen und rhetorischen Bildung besaß Hieronymus eine für jene Zeit einmalige Sprachkenntnis (Lateinisch, Griechisch, Hebräisch) sowie geographisches, archäologisches und literarisches Wissen. Er hatte den Wert von Urtexten erkannt und seine Leistung als Übersetzer ist außerordentlich. Aber seine biblische Theologie bleibt dürftig und erreicht nicht die Tiefe eines Augustinus. Sein Hauptverdienst für die Kirche bleibt die Schöpfung der Vulgata. Sein Einfluß auf die Kultur des Mittelalters war tief und dauerhaft.
(Quelle)

So was aber auch! :roll:
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Juergen
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Re: Kirchenväter

Beitrag von Juergen »

Einer meiner Professoren charakterisierte ihn so: Er war ein ziemlicher Stinkstiefel.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

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Raphael
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Re: Kirchenväter

Beitrag von Raphael »

Juergen hat geschrieben:
Dienstag 28. April 2020, 18:54
Einer meiner Professoren charakterisierte ihn so: Er war ein ziemlicher Stinkstiefel.
So etwas darf der Herr Professor aber gar niemals sagen! :roll:

Dann bekommt er mindestens eine Verwarnung; und wenn nicht, dann sogar zwei! :blinker:

Mit dem Hl. Ambrosius soll er sich auch nicht so besonders gut verstanden haben! :unbeteiligttu:
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Raphael
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Re: Kirchenväter

Beitrag von Raphael »

Aus der Biographie des Hl. Athanasius nach kathpedia:
Der hl. Athanasius wurde um 295 in Alexandrien (Ägypten) geboren. 325 war er als Diakon als Begleiter seines Bischofs Alexander von Alexandria beim 1. Ökumenischen Konzil in Nizäa dabei. Dort verteidigte er die katholische Glaubenslehre gegen die Arianer. 328 wurde er vom Volk durch Akklamation zum Bischof gewählt.

335 wurde er von den Arianern falsch angeklagt und vom Kaiser nach Trier verbannt. Nach dem Tod von Kaiser Konstantin kehrte er nach Alexandrien zurück, allerdings folgte 340 die erneute Absetzung. Außerdem wurde ihm ein Gegenbischof vor die Tür gesetzt. Er floh zu Papst Julius I. nach Rom. Im Jahr 346 kehrte er erneut nach Alexandrien zurück. 356 wurde er erneut ungerecht verurteilt. Er floh allerdings vor der Verhaftung in die Wüste zu Mönchen, wo er bedeutende Schriften verfaßte.

361 konnte er zurückkehren und prompt erneut verbannt. Jovian holte ihn allerdings zurück und setzte ihn wieder als Bischof ein. 365 wurde er wieder ins Exil geschickt. Nach einen Jahr konnte er allerdings zurückkehren und ungehindert bis zu seinem Tode im Jahre 373 wirken.

Der heilige Athanasius von Alexandrien ist einer der wichtigsten Kirchenlehrer und hat daher den Beinamen "der Große".
(Quelle)

Da sind die Arianer aber nicht sehr freundlich mit dem Heiligen umgegangen! :pfeif:
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Raphael
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Re: Kirchenväter

Beitrag von Raphael »

Zwar kein Kirchenvater, aber immerhin Kirchenlehrer! :ja:

Aus der Biographie des Johannes vom Kreuz (Juan de la Cruz) nach kathpedia:
Zu einer entscheidenden Wende in seinem Leben kam es, als er im Jahr 1567 der hl. Teresa von Avila begegnete. Teresa erkannte die großen Fähigkeiten Juans und konnte ihn dazu gewinnen an ihrer Seite den Reformzweig der Karmeliten, die so gen. unbeschuhten Karmeliten zu gründen. Nach dem Empfang der Priesterweihe schloss er sich der Reformbewegung Teresas an und trug von nun an den Namen Juan de la Cruz (Johannes vom Kreuz). In den folgenden Jahren half er bei zahlreichen Klostergründungen. Während Teresa sich um organisatorische Dinge kümmerte (Erwerb von Gebäuden und Grundstücken etc.), leitete Johannes die Geschehnisse vor Ort. Dabei beschränkten sich seine Aufgaben nicht nur auf seelsorgliche Dinge, sondern er legte selbst mit Hand an bei den Umbau- und Renovierungsarbeiten, denn oftmals handelte es sich dabei um halb verfallene Häuser. Er war sehr gewandt bei Maurer-und Malerarbeiten, die er bei seinem Bruder Francisco gelernt hatte, der öfters bei den Bauarbeiten half.

Wegen Zwistigkeiten mit dem Stammorden wurde Juan am 4. Dez. 1577 entführt und im Ordensgefängnis des Klosters in Toledo inhaftiert, wo er misshandelt und gedemütigt wurde. Im August 1578 gelang ihm, dem Tode nahe, mit letzter Kraft, auf abenteuerliche Weise die Flucht aus dem Kerker. Während der für Leib und Seele qualvollen achtmonatigen Haft entstand eines seiner bekanntesten Werke "Die dunkle Nacht".

Als er wieder zu Kräften gekommen war, schickte ihn Teresa zu weiteren Neugründungen nach Andalusien. 1582 wurde er zum Prior des Klosters in Granada gewählt. Darüber hinaus wirkte er in verschiedenen Klöstern der Karmelitinnen sowie über Ordensgrenzen hinweg bei zahlreichen Gläubigen als gesuchter und geschätzter Beichtvater und geistiger Begleiter.

Juans Werdegang nahm jedoch eine unerwartete Wendung beim Generalkapitel seines Ordens 1591 in Madrid. Überraschend aller Ämter enthoben, wurde er ein Opfer von Richtungsstreitigkeiten im jungen Orden.

Nach diesen Ereignissen zog er sich in das Kloster Ubeda zurück, wo er nach schwerer Krankheit am 14. Dezember 1591 starb.

Im Jahr 1675 erfolgt die Seligsprechung, 1726 wird Johannes vom Kreuz heiliggesprochen, 1926 erfolgt durch Papst Pius XI. die Ernennung zum "Doctor Mysticus" (Kirchenlehrer).
(Quelle)

Hervorhebungen durch den Zitierenden!
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
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Raphael
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Re: Kirchenväter

Beitrag von Raphael »

Hier einmal ein verbannter Kirchenvater: :glubsch:
Johannes entstammte einer Offiziersfamilie. Der Grund für seine gediegene hellenistische Bildung ist in der Schule des Rhetors Libanios zu suchen. Im Jahre 369 empfing er die Taufe. 375 empfing er die Weihe zum Lektor und wurde dem antiochenischen Klerus zugeteilt. Sein Enthusiasmus für das Mönchtum bewog ihn zum Eintritt in ein Kloster, das er aber nach vier Jahren verließ, um Eremit zu werden. Im Jahre 381 empfing er die Diakonenweihe, 386 die Priesterweihe.

Er wurde Prediger an der Bischofskirche. Durch sein zündendes Wort erreicht er eine seelsorgerische Tiefenwirkung, die ihm den Ehrennamen Chrysostomos (Goldmund) einbracht. Nach dem Tod des Bischofs Nektarios von Konstantinopel wurde er 398, für ihn selbst überraschend, sein Nachfolger. Als undiplomatischer Mann geriet er in schwere Kämpfe mit dem intrigenreichen Hof und mit manchem Amtskollegen. Er entwickelte aber eine eifrige Seelsorgetätigkeit. Den zahlreichen Goten in der Hauptstadt gab er einen eigenen Klerus, der in ihrer Sprache predigte und dazu ein eigenes Gotteshaus erhielt.

Er veranlasste den Bau von Hospizen und Spitälern für die Armen und Kranken. Er kümmerte sich um die Mission in Thrakien und in Phönikien. Die Vornehmen ermahnte er, ihre Pflichten zu erfüllen und macht sie damit zu seinen Gegnern. In der Folge wandten sich die Kaiserin Eudokia und einige Bischöfe gegen ihn. Auf der sogenannten Eichensynode wurde Johannes 403 abgesetzt und verbannt. Die Vertreibung wurde kurzfristig rückgängig gemacht, da die Kaiserin eine Fehlgeburt erlitten und sie das als Strafe für die Verbannung aufgefasst hatte. Dann aber wurde er erneut verbannt, diesmal nach Kukusus an der armenischen Grenze. Hier lebte er drei Jahre und stärkte durch seine Briefe die ihm treu gebliebene Gemeinde. Der Kaiser ließ ihn deshalb in strengeren Gewahrsam nehmen und nach Pityus ans schwarze Meer bringen. Auf dem Weg dorthin starb er am 14. September 407. Wahrscheinlich war sein Tod beabsichtigt, da man um seinen gesundheitlichen Zustand wusste.
(Quelle)

In der Alten Kirche stand man als Bischof offenbar anderen existentiellen Herausforderungen gegenüber als die Mitglieder des heutigen Episkopats. :pfeif:
Zuletzt geändert von Raphael am Freitag 19. Juni 2020, 07:08, insgesamt 1-mal geändert.
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
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Siard
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Re: Kirchenväter

Beitrag von Siard »

Raphael hat geschrieben:
Freitag 19. Juni 2020, 06:57
In der Alten Kirche stand man als Bischof offenbar anderen existentiellen Herausforderungen gegenüber als die Mitglieder des heutigen Episkopats. :pfeif:
Johannes hätte heute auch keine Chance mehr Bischof zu werden, schon gar nicht im dt. Sprachraum.

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Juergen
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Re: Kirchenväter

Beitrag von Juergen »

Raphael hat geschrieben:
Dienstag 28. April 2020, 19:28
Juergen hat geschrieben:
Dienstag 28. April 2020, 18:54
Einer meiner Professoren charakterisierte ihn so: Er war ein ziemlicher Stinkstiefel.
So etwas darf der Herr Professor aber gar niemals sagen! :roll:
Dann bekommt er mindestens eine Verwarnung; und wenn nicht, dann sogar zwei! :blinker:
Sagen wir es mal so: Dem Herrgott hat es vor Jahren gefallen, dem Professor die Möglichkeit zu eröffnen, den Hieronymus von Angesicht zu Angesicht zu sprechen.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

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