Radical Orthodoxy

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
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Bruder Donald
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Radical Orthodoxy

Beitrag von Bruder Donald » Montag 30. September 2019, 20:30

Ist jemandem die theologische Richtung "Radical Orthodoxy" bekannt?

Weiteres findet man in der Rezension zum Sammelband einer Tagung zur Radical Orthodoxy in Basel am 06.12.2014:

Sven Grosse / Harald Seubert (Hg.), Radical Orthodoxy. Eine Herausforderung für Christentum und Theologie nach der Säkularisierung (Evangelische Verlagsanstalt 2017) [ISBN: 9783374048595]
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Haiduk
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Haiduk » Dienstag 1. Oktober 2019, 14:00

Bruder Donald hat geschrieben:
Montag 30. September 2019, 20:30
Ist jemandem die theologische Richtung "Radical Orthodoxy" bekannt?

Weiteres findet man in der Rezension zum Sammelband einer Tagung zur Radical Orthodoxy in Basel am 06.12.2014:

Sven Grosse / Harald Seubert (Hg.), Radical Orthodoxy. Eine Herausforderung für Christentum und Theologie nach der Säkularisierung (Evangelische Verlagsanstalt 2017) [ISBN: 9783374048595]
Laut WP'ia-Artikel ist das keine "theologische Richtung", sondern eine "Bewegung".

Ohne allzuviel darüber zu wissen, erinnert es mich an die Bewegung Renouveau catholique, der auch Nikolai Berdjajew zugerechnet wurde.
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Bruder Donald » Dienstag 1. Oktober 2019, 19:09

Haiduk hat geschrieben:
Dienstag 1. Oktober 2019, 14:00
Laut WP'ia-Artikel ist das keine "theologische Richtung", sondern eine "Bewegung".
Na ja, was nicht so alles in Wikipedia steht.
Wenn ich das so mit der von dir erwähnten Bewegung vergleiche, sehe ich für die Radical Orthodoxy keine Ähnlichkeit, um Bewegung genannt zu werden.
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Haiduk » Mittwoch 2. Oktober 2019, 10:44

Das fand ich ganz ansprechend. R.O. wird hier als "genuine alternative to late modern forms of philosophy or politics" bezeichnet:

RADICAL ORTHODOXY SIMON OLIVER
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Haiduk » Mittwoch 2. Oktober 2019, 17:01

Haiduk hat geschrieben:
Mittwoch 2. Oktober 2019, 10:44
Das fand ich ganz ansprechend. R.O. wird hier als "genuine alternative to late modern forms of philosophy or politics" bezeichnet:

RADICAL ORTHODOXY SIMON OLIVER
Eine Form von Philosophie oder Politik. Dort gehört es auch hin. Theologie wäre falsch, weil das in eine konfessionelle Sackgasse führt.
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Bruder Donald » Mittwoch 2. Oktober 2019, 18:05

Haiduk hat geschrieben:
Mittwoch 2. Oktober 2019, 17:01
Theologie wäre falsch, weil das in eine konfessionelle Sackgasse führt.
Inwiefern "konfessionelle Sackgasse"?
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Haiduk » Mittwoch 2. Oktober 2019, 19:19

Bruder Donald hat geschrieben:
Mittwoch 2. Oktober 2019, 18:05
Haiduk hat geschrieben:
Mittwoch 2. Oktober 2019, 17:01
Theologie wäre falsch, weil das in eine konfessionelle Sackgasse führt.
Inwiefern "konfessionelle Sackgasse"?
Wenn es ein neuer philosophischer oder politischer Ansatz ist, dann sollte es doch überkonfessionell-christlich sein.
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Bruder Donald » Mittwoch 2. Oktober 2019, 19:58

Haiduk hat geschrieben:
Mittwoch 2. Oktober 2019, 19:19
Wenn es ein neuer philosophischer oder politischer Ansatz ist, dann sollte es doch überkonfessionell-christlich sein.
1. Beantwortet es meine Frage nicht im geringsten.

2. Bei der Tagung waren verschiedene Konfessionen (in Form von konfessionsunterschiedlichen Personen) vertreten. Kann man in der von mir verlinkten Rezension nachlesen. Ich habe auch das von dir verlinkte Video nicht gesehen. Daher weiß ich nicht, worauf du hinaus willst.
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Haiduk » Mittwoch 2. Oktober 2019, 20:07

ich will damit einfach sagen, dass das eine politische Philosophie wie der Marxismus ist. Man könnte es als philosophischen Ausgangspunkt für das Grundsatzprogramm einer politischen Partei verwenden.
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 4. Oktober 2019, 09:24

Sorry, nachdem ich mir das Video angeguckt habe, weiß ich immer noch nicht, wie du auf diese Thesen
Haiduk hat geschrieben:
Mittwoch 2. Oktober 2019, 17:01
[...] weil das in eine konfessionelle Sackgasse führt.
Haiduk hat geschrieben:
Mittwoch 2. Oktober 2019, 20:07
ich will damit einfach sagen, dass das eine politische Philosophie wie der Marxismus ist.
kommst.

Die RO möchte eine Theologie sein, die zu allen wissenschaftlichen Feldern etwas aussagt, nicht nur zur Theologie alleine, weil Gott auf alles Einfluss hat und alles miteinander verwoben ist.
Politisch widerspricht die RO der herrschenden(?) Ansicht, der Mensch sei dem Menschen ein Wolf und müsse per Gesetze und Gewalt von einander ge- und beschützt werden. Die RO geht aber nun davon aus, dass das Wesen menschlicher Gemeinschaft Harmonie ist, nicht Konflikt, welcher gemanagt werden muss. Darin ließe sich der Begriff der "communio" interpretieren. (Mein Verständnis unter Vorbehalt, dass ich das englischsprachige Video richtig verstanden habe)
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Haiduk » Freitag 4. Oktober 2019, 16:38

Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 09:24
Die RO möchte eine Theologie sein, die zu allen wissenschaftlichen Feldern etwas aussagt, nicht nur zur Theologie alleine, weil Gott auf alles Einfluss hat und alles miteinander verwoben ist.
Dann ist es keine Theologie mehr, sondern eine Soziallehre. Es ist eine (kirchliche) Lehre zum Umgang mit dem Weltlichen.

In der Wikipedia findet sich noch:
Radical Orthodoxy ist eine Kritik des Säkularismus und der kantischen Metaphysik.
Auch das ist sinnvoll. Nur weil die Kritik christlich motiviert ist, wird daraus aber keine Theologie.
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Etienne » Samstag 5. Oktober 2019, 09:01

Lieber Br. Donald.

Ich hab vor ein paar Monaten zum ersten mal davon gehört und gelesen.
Aufgrund deines Links habe ich mir das Buch bestellt und ein paar weitere Texte gelesen.
Natürlich ist meine Kenntiss dieser "theologischen Richtung oder Bewegung" noch zu gering, aber es hat mich stark angesprochen. (Um es nüchtern auszudrücken)

Etienne

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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Bruder Donald » Sonntag 6. Oktober 2019, 13:30

Etienne hat geschrieben:
Samstag 5. Oktober 2019, 09:01
Aufgrund deines Links habe ich mir das Buch bestellt [...]
Das freut mich und ich wünsche dir gute Lesefrüchte. :huhu:
Würde mich dann natürlich darüber auch sehr freuen, wenn du dann, nachdem du mehr darüber erfahren hast, dein Wissen mit uns hier teilen könntest :)
Ich werde mir das Sammelband zur Tagung auch irgendwann holen, aber aktuell fehlt mir leider die Zeit dafür und ich habe letztens schon genug für Bücher ausgegeben. :tuete:
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Etienne » Sonntag 6. Oktober 2019, 15:48

Ja gerne…
Ich wundere mich das dies in den "Laage Landen", Frankreich und auch in den deutschsprachigen Ländern noch nicht angekommen zu sein scheint.
Auch in der "monastischen Welt" noch nicht. Gerade da scheint mir diese Strömung eine theologische Basis zu bieten für viele Schwierigkeiten im Umgang mit der "realen Welt."
Gibt es Links zu kritischen Stimmen was "Radical Orthodoxy" betrifft?
(Ich meine damit nicht so schlicht konservativ reaktionäres… ;) )
Gruss Etienne

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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Bruder Donald » Montag 7. Oktober 2019, 11:06

Etienne hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 15:48
Gibt es Links zu kritischen Stimmen was "Radical Orthodoxy" betrifft?
Ist mir noch nicht untergekommen. Ist (vor allem im deutschsprachigen Raum) so unbekannt, dass es noch nicht kritisierenswert ist. :D

Ich bin auf RO durch "Kleine Geschichte der christlichen Theologie" von Dirk Ansorge gestoßen. Das einzig kritische, was der Autor zur RO schreibt, ist, inwieweit die RO im interreligiösen Dialog zu vermitteln sei.
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Etienne » Montag 7. Oktober 2019, 12:47

Naja...es könnte auch sein das es aus "gutem" Grunde ignoriert wird.
Denn für "beide" Lager (um es mal simplizistisch auszudrücken) gibt es da anstössiges.
Für die "Postmodernen" ist es zu antinihilistisch und für die Konservativen zu postmodern.
Gerade die Verbindung von "radikal christlich Orthodox" zu sein und ganz offen für die brauchbaren Werzeuge z.B; der Philosophie eines Zizek (was Macht z.B; betrifft) hat bei mir wie eine "Bombe" eingeschlagen.
Im monastischen Kontext (und der Kirche allgemein) sehe ich hier grosse Chancen endlich praktische Schwierigkeiten benennen zu können als Chance zu begreifen und ganz in der Tradition und ganz in der "modernen Zeit" handeln zu können.
Ich bin so begeistert davon, das ich mir wünschen würde es gebe eine kontemplative Gemeinschaft die sich auf diese Theologische Strömung konsequent einlassen will und kann...

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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Bruder Donald » Dienstag 8. Oktober 2019, 09:55

Etienne hat geschrieben:
Montag 7. Oktober 2019, 12:47
Gerade die Verbindung von "radikal christlich Orthodox" zu sein und ganz offen für die brauchbaren Werzeuge z.B; der Philosophie eines Zizek (was Macht z.B; betrifft) hat bei mir wie eine "Bombe" eingeschlagen.
Im monastischen Kontext (und der Kirche allgemein) sehe ich hier grosse Chancen endlich praktische Schwierigkeiten benennen zu können als Chance zu begreifen und ganz in der Tradition und ganz in der "modernen Zeit" handeln zu können.
Wie kommst du auf die Verbindung zwischen RO und Zizek?
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Etienne » Dienstag 8. Oktober 2019, 10:32

"Verbindung" ist das vielleicht nicht zu nennen, aber es gibt einen kontroversen, fruchtbaren Austausch.
Ich halte es für wichtig sich der heutigen Philosophie zu stellen und nicht bei Levinas zu stoppen.
Das halte ich dann eher für Philosophiegeschichte. Auch eine heutige Theologie kann man nicht ungestraft ignorieren.
Die RO hat klare chrsitliche Standpunkte von denen aus sie die Disskusion mit der Postmodernen und was danach kommt annkann.
Das ist u.A; was mich so anspricht.

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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Bruder Donald » Dienstag 8. Oktober 2019, 13:14

Etienne hat geschrieben:
Dienstag 8. Oktober 2019, 10:32
"Verbindung" ist das vielleicht nicht zu nennen, aber es gibt einen kontroversen, fruchtbaren Austausch.
Ich halte es für wichtig sich der heutigen Philosophie zu stellen und nicht bei Levinas zu stoppen.
Das halte ich dann eher für Philosophiegeschichte. Auch eine heutige Theologie kann man nicht ungestraft ignorieren.
Die RO hat klare chrsitliche Standpunkte von denen aus sie die Disskusion mit der Postmodernen und was danach kommt annkann.
Das ist u.A; was mich so anspricht.
Sorry, ich habe mich wohl missverständlich ausgedrückt ^^
Was ich wissen möchte, da du Zizek erwähnst:
Hast du dir das gewissermaßen selbst zusammengereimt, dass die RO da einen fruchtbaren Dialog mit moderner Philosophie eingehen möchte oder stand es explizit in irgendeinem Artikel, den du zur RO gelesen hast? Weil ich habe diesbezüglich nichts gelesen.
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Haiduk » Dienstag 8. Oktober 2019, 13:15

Zizek ist ein interessanter Denker, aber er ist Marxist.

Ich bin kürzlich auf Jordan B. Peterson aufmerksam geworden: Video: Postmodernism and Cultural Marxism

Peterson ist klinischer Psychologe und gibt Vorlesungen an der Universität von Toronto. Er hat sich gegen ein Gesetz zur Verwendung von Transgenderbegriffen gestellt und wurde damit zur Zielscheibe der Linken.

Jordan Peterson hatte öffentlich erklärt keine "gender neutral pronouns" zu verwenden, auch wenn dies mit Bill C-16 gesetzlich vorgeschrieben sei. Was "gender neutral pronouns" sind wird auf dieser Seite erklärt. Es geht nicht mehr nur darum "er oder sie" bzw. "he or she" zu sagen, wie man das im Englischen oft hört. Das ist für mich nachvollziehbar und führt auch keine neuen Wörter in die Sprache ein. Deshalb konnte es sich auch unter Konservativen durchsetzen.

Bei "gender neutral pronouns" geht es jedoch darum, dass jeder für sich seinen eigenen Satz von Pronomen als "wichtigen Teil" seiner Identität definieren können soll!

Wenn also ein Lehrer Unterricht für 100 Schüler gibt und diese persönlich ansprechen können will, dann muss er sich nicht nur den Namen eines jeden Schülers merken, sondern auch noch den individuell bevorzugten Satz von Pronomen!

PS: Jordan Peterson wird als Mitglied des Intellectual dark web geführt.
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Etienne » Dienstag 8. Oktober 2019, 16:33

Es gibt einen regen Austausch, Disskusion, Kritik...zwischen John Milbank (einem der "Initiatoren" von RO)und Zizek. Müsste auch auf You Tube zu finden sein.
Ich finde man kann die "moderne, postmoderne" Philosophie nicht einfach ignorieren. (Weil man Christ ist) Meist wird sie auch einfach nicht verstanden habe ich den Eindruck.
Der Selbstbewusste Umgang als Christ mit diesen Strömungen ist sicher keine Pflicht aber wer das verteufelt...naja... :maske:

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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Haiduk » Dienstag 8. Oktober 2019, 19:59

Etienne hat geschrieben:
Dienstag 8. Oktober 2019, 16:33
Es gibt einen regen Austausch, Disskusion, Kritik...zwischen John Milbank (einem der "Initiatoren" von RO)und Zizek. Müsste auch auf You Tube zu finden sein.
Ich finde man kann die "moderne, postmoderne" Philosophie nicht einfach ignorieren. (Weil man Christ ist)

Ignorieren sollte man es auf keinen Fall.
Etienne hat geschrieben:
Dienstag 8. Oktober 2019, 16:33
Meist wird sie auch einfach nicht verstanden habe ich den Eindruck.
Der Selbstbewusste Umgang als Christ mit diesen Strömungen ist sicher keine Pflicht aber wer das verteufelt...naja... :maske:
Jordan Peterson sagt, dass die Vertreter des Postmodernismus "den Unterbau der westlichen Zivilisation" zerstören wollen (hier im Video ab 4:50) und dass diese Leute dabei sind die Universitäten zu übernehmen.

Ich bin selbst kein Apologet der westlichen Zivilisation, sehe sie aber auch nicht unbedingt als Feind.

Ist es nicht bedenkenswert, dass eine solche philosophische Strömung derart große Macht erhält?

Hier übrigens eine Diskussion zwischen Zizek und Peterson
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Etienne » Mittwoch 9. Oktober 2019, 09:30

Lieber Haiduk.

Da haben wir uns wohl missverstanden...
Es geht nicht darum die nihilistische Sichtweise, die Verneinung der Wahrheit (Gottes), den Marxismus zu übernehmen.
Im Gegenteil sind die Vertreter der RO in der Lage selbstbewusst (Orthodox) und Radikal mit einer eigenen Verortung mit diesen ins Gespräch zu kommen.
Vieles was Postmoderne Denker entwickelt haben ist sehr wohl gut zu nennen und könnte der Kirche und den Klöstern helfen "tiefer in das Mysterium Gott und Welt einzudringen."
Es steht einem Christen nicht gut an aus einem Angstreflex alles was einem nicht geheuer scheint abzulehen.
Da wüirde ich mir mehr einen Paulinischen, Augustinischen... Elan wünschen.

Leider ist meine Kenntnis der RO noch bescheiden darum bin ich vielleicht überbegeistert :kugel:

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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Bruder Donald » Mittwoch 9. Oktober 2019, 10:45

Etienne hat geschrieben:
Mittwoch 9. Oktober 2019, 09:30
Es steht einem Christen nicht gut an aus einem Angstreflex alles was einem nicht geheuer scheint abzulehen.
Da wüirde ich mir mehr einen Paulinischen, Augustinischen... Elan wünschen.
Da stimme ich dir uneingeschränkt zu!
Etienne hat geschrieben:
Mittwoch 9. Oktober 2019, 09:30
Im Gegenteil sind die Vertreter der RO in der Lage selbstbewusst (Orthodox) und Radikal mit einer eigenen Verortung mit diesen ins Gespräch zu kommen.
Ja, Selbstbewusstsein und positives Selbstwertgefühl (sagen wir auch: Identität), das ist etwas, dass uns Christen (besonders Katholiken) systematisch abtrainiert wurde. Im Zuge des kulturellen Marxismus wurde alles eigene als schlecht, alles andere/fremde als gut propagiert. Dieses Gift spürt man überall. Anstatt, dass man sich mit fremden Philosophien und Ideologien aus einer starken eigenen Position auseinandersetzt, kuscht und buckelt man vor diesen.
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Haiduk » Mittwoch 9. Oktober 2019, 11:57

Etienne hat geschrieben:
Mittwoch 9. Oktober 2019, 09:30
Vieles was Postmoderne Denker entwickelt haben ist sehr wohl gut zu nennen und könnte der Kirche und den Klöstern helfen "tiefer in das Mysterium Gott und Welt einzudringen."
Was genau ist "sehr wohl gut zu nennen"? Lässt sich das klar benennen?

Oder geht es nur darum allem, was Menschen sich ausgedacht haben, auch irgendeine gute Seite zuzusprechen, weil man mit den Anhängern dieser Ideen sonst nicht ins Gespräch käme?
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Etienne » Mittwoch 9. Oktober 2019, 13:02

Um dieses Selbst oder Gottesbewusstsein im guten Sinne haben zu können müssen sich allerdings zumindest die Theologen (und auch Pastoren, Äbte…) mit den neuen theologischen und philosophischen Strömungen und Theman auseinandersetzen (können und wollen) Sie könnten das ja auch delegieren.
Natürlich müssen Sie auch tief fromm sein und ein Gebetsleben haben und mit ihrem Gottesbild ringen...
Was ich leider oft erlebe ist eine Theologie die sich ängstlich einkapselt.
Ein Proff. sagte mal zu den Theologiestudenten die alle eine Arbeit über den Heiligen Pfarrer von Ars schreiben wollten: Der Heilioge Pfarrer von Ars war zwar kein Interlektueller, aber tief und echt fromm.
Nur "kein Intelektueller" zu sein hilft auch nicht unbedingt weiter.

Es lässt sich sehr wohl klar bennennen, was an einer Philosopie "gut" zu nennen ist.
So z.B; legt Zizek glasklar offen, was z.B. "Die Partei" in Wircklichkeit ist. (Er ist also fähig hier schonungslos kritsch zu sein, obwohl er sich wohl als Marxist bezeichnet)
Diese "postmoderne Philosopie" bringt Bereiche wie Philosophie, Religion, Psychologie, Soziologie, Poliktik u.s.w. virtuos zusammen…
Lese einmal alle Texte von Augustinus... Ich glaube das noch heute manche Sätze von Ihm einige "ängstlichen Christen" als häretisch verurteilen würden.
Entschuldigt bitte aber ich weiss das z.B. im Elsass Priesterweihen nach einem Kurs von ein paar Monaten gespendet werden. Das Äbte nach dem Konziel kein theologisches oder philosopisches Buch mehr gelesen haben... Das Klosterstudenten durchgewunken werden, die niemals ein ordendliches Studium absolvieren könnten…
Ich weiss der Pfarrer von Ars hätte das auch nicjt geschafft aber das war ein Heiliger...

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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Haiduk » Mittwoch 9. Oktober 2019, 13:24

Etienne hat geschrieben:
Mittwoch 9. Oktober 2019, 13:02
Es lässt sich sehr wohl klar bennennen, was an einer Philosopie "gut" zu nennen ist.
So z.B; legt Zizek glasklar offen, was z.B. "Die Partei" in Wircklichkeit ist. (Er ist also fähig hier schonungslos kritsch zu sein, obwohl er sich wohl als Marxist bezeichnet)
In dem was Žižek sagt, kann ich Nützliches(*) erkennen. Zizek ist aber kein typischer Vertreter des Postmodernismus. In der Wikipedia steht über ihn:
Insbesondere widmet sich Žižek der Postmoderne, die die Psychoanalyse mit neuen Fragen konfrontiert.
Sich einem Gegenstand zu widmen bedeutet nicht automatisch, dass man sich das auch zueigen macht. Ein Arzt widmet sich einer Krankheit, um davon befallene Patienten zu heilen und die Krankheit zu bekämpfen.

Auch das lese ich als Hinweis, dass Žižek den Postmodernismus eher kritisch sieht:
Er wird häufig dem Poststrukturalismus zugerechnet, hat sich selbst jedoch mehrfach von dieser Einordnung distanziert.
Etienne hat geschrieben:
Mittwoch 9. Oktober 2019, 13:02
Diese "postmoderne Philosopie" bringt Bereiche wie Philosophie, Religion, Psychologie, Soziologie, Poliktik u.s.w. virtuos zusammen…
Žižek mag das tun, aber nicht die "postmoderne Philosopie".

(*) Ich will es nicht "gut" nennen, denn "Niemand ist gut als Gott allein" (Lukas 18, 19).
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Re: Radical Orthodoxy

Beitrag von Etienne » Mittwoch 9. Oktober 2019, 13:40

Ok - darum gut mit " "

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