Pate nicht mehr in der Kirche

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
Natbar
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Pate nicht mehr in der Kirche

Beitrag von Natbar » Sonntag 24. März 2019, 18:36

Nehmen wir an, man hat einen Paten.

Der tritt aus der Kirche aus.

Wie weiter?

Ist das in irgendeiner Form im Kirchenrecht geregelt?
Fallen ist menschlich, liegen bleiben teuflisch, aufstehen göttlich.

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Hubertus
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Re: Pate nicht mehr in der Kirche

Beitrag von Hubertus » Sonntag 24. März 2019, 19:05

Natbar hat geschrieben:
Sonntag 24. März 2019, 18:36
Nehmen wir an, man hat einen Paten.

Der tritt aus der Kirche aus.

Wie weiter?

Ist das in irgendeiner Form im Kirchenrecht geregelt?
:hae?:

Du meinst, er "tritt aus der Kirche aus", nachdem er Pate geworden?

Oder er "tritt aus der Kirche aus", nachdem man ihn gebeten hat, Pate zu werden, aber vor der Sakramentenspendung?
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

Juergen
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Re: Pate nicht mehr in der Kirche

Beitrag von Juergen » Sonntag 24. März 2019, 19:11

Hubertus hat geschrieben:
Sonntag 24. März 2019, 19:05
Natbar hat geschrieben:
Sonntag 24. März 2019, 18:36
Nehmen wir an, man hat einen Paten.
Der tritt aus der Kirche aus.
Wie weiter?
Ist das in irgendeiner Form im Kirchenrecht geregelt?
:hae?:

Du meinst, er "tritt aus der Kirche aus", nachdem er Pate geworden?

Oder er "tritt aus der Kirche aus", nachdem man ihn gebeten hat, Pate zu werden, aber vor der Sakramentenspendung?
Einen Paten „hat“ man doch erst nachdem er Pate geworden ist.
Also ist der Austritt nach der Sakramentenspendung gemeint.

Da der Pate – anders als im Kirchenrecht und der kirchlichen Tradition vorgesehen – heutzutage derjenige ist, der zu Geburtstag, Weihnachten etc. Geld rüberschiebt, ist die zivilrechtliche Kirchenmitgliedschaft je facto sowieso wurscht.
Gruß
Jürgen
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Herr v. Liliencron
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Re: Pate nicht mehr in der Kirche

Beitrag von Herr v. Liliencron » Sonntag 24. März 2019, 19:33

Eine solche Person kann mE nur kein neues Patenamt mehr übernehmen. Bestehende Patenschaften werden davon eher nicht berührt. Auch wenn die Person für die Aufgaben, die sie eigentlich übernommen hat, nicht mehr geeignet ist.

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Hubertus
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Re: Pate nicht mehr in der Kirche

Beitrag von Hubertus » Sonntag 24. März 2019, 19:39

Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Sonntag 24. März 2019, 19:33
Eine solche Person kann mE nur kein neues Patenamt mehr übernehmen.
Das setzt m.E. voraus, daß der "Kirchenaustritt" auch tatsächlich als Abfall vom katholischen Glauben zu werten ist.
Das ist bei weitem nicht selbstverständlich der Fall.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Pate nicht mehr in der Kirche

Beitrag von Herr v. Liliencron » Sonntag 24. März 2019, 19:53

Hubertus hat geschrieben:
Sonntag 24. März 2019, 19:39
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Sonntag 24. März 2019, 19:33
Eine solche Person kann mE nur kein neues Patenamt mehr übernehmen.
Das setzt m.E. voraus, daß der "Kirchenaustritt" auch tatsächlich als Abfall vom katholischen Glauben zu werten ist.
Das ist bei weitem nicht selbstverständlich der Fall.

Für meine Antwort bin ich allerdings doch von diesem Fall ausgegangen. Genaugenommen sind sogar die meisten Personen, die nicht tatsächlich praktizieren, nicht katholisch und als Paten tauglich, selbst, wenn sie den staatlichen "Kirchenaustritt" nicht erklären.

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taddeo
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Re: Pate nicht mehr in der Kirche

Beitrag von taddeo » Sonntag 24. März 2019, 19:57

Hubertus hat geschrieben:
Sonntag 24. März 2019, 19:39
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Sonntag 24. März 2019, 19:33
Eine solche Person kann mE nur kein neues Patenamt mehr übernehmen.
Das setzt m.E. voraus, daß der "Kirchenaustritt" auch tatsächlich als Abfall vom katholischen Glauben zu werten ist.
Das ist bei weitem nicht selbstverständlich der Fall.
Zumindest in Deutschland gilt eine Art "Rechtsvermutung", daß der Kirchenaustritt als "Abfall vom Glauben" zu betrachten ist. Die Übernahme eines neuen Patenamtes nach dem Kirchenaustritt ist daher prinzipiell unzulässig. Bei Zweifelsfällen sollte sich die Person an das zuständige Offizialat wenden, um gegebenenfalls trotz Verweigerung des "Patenzeugnisses" durch sein Taufpfarramt die Möglichkeit prüfen zu lassen, ob im Einzelfall eine andere Beurteilung vorgenommen werden kann.
Bestehende Patenschaften würden meines Wissens durch einen Kirchenaustritt nicht berührt, zumindest nicht rechtlich, da ja das Patenamt nach der Taufe oder Firmung keine Rechtsfolgen mehr zeitigt. Früher war das anders, zB beim Ehehindernis der "geistlichen Verwandtschaft", das es aber nicht mehr gibt.

Juergen
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Re: Pate nicht mehr in der Kirche

Beitrag von Juergen » Sonntag 24. März 2019, 20:02

Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Sonntag 24. März 2019, 19:53
Hubertus hat geschrieben:
Sonntag 24. März 2019, 19:39
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Sonntag 24. März 2019, 19:33
Eine solche Person kann mE nur kein neues Patenamt mehr übernehmen.
Das setzt m.E. voraus, daß der "Kirchenaustritt" auch tatsächlich als Abfall vom katholischen Glauben zu werten ist.
Das ist bei weitem nicht selbstverständlich der Fall.
Für meine Antwort bin ich allerdings doch von diesem Fall ausgegangen. Genaugenommen sind sogar die meisten Personen, die nicht tatsächlich praktizieren, nicht katholisch und als Paten tauglich, selbst, wenn sie den staatlichen "Kirchenaustritt" nicht erklären.
:daumen-rauf:


Genausowenig sind sog „Tischmütter“, die selbst die Kirche eher selten von innen sehen, in der Lage, Kommunionkinder auf die Erstkommunion vorzubereiten. Aber das ist ein anderes Thema.
Gruß
Jürgen
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Re: Pate nicht mehr in der Kirche

Beitrag von Natbar » Sonntag 24. März 2019, 20:17

Genau. Der Pate war/ist Pate, jedoch aus der Kirche ausgetreten und mir ging es un den geistigen Aspekt.
(Nicht um Geld)

Katholisch praktiziert die Person nicht.
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Re: Pate nicht mehr in der Kirche

Beitrag von Herr v. Liliencron » Sonntag 24. März 2019, 20:36

Katholisch praktiziert die Person nicht.
[/quote]

Dann hätte sie das Patenamt gar nicht übernehmen sollen, aber durch den Austritt ändert sich deswegen nichts zusätzlich.

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Re: Pate nicht mehr in der Kirche

Beitrag von Natbar » Sonntag 24. März 2019, 21:16

Nun keiner kann für unseren Lebensweg garantieren.

Damals war die Person gut katholisch.
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Re: Pate nicht mehr in der Kirche

Beitrag von Herr v. Liliencron » Sonntag 24. März 2019, 21:30

In die Zukunft kann niemand blicken. Wenn Sie jetzt erwachsen sind, brauchen Sie ja de facto gar keinen Paten mehr. Außerdem kann ein Pate ja beispielsweise auch sterben. Dann bekommt auch keinen Ersatzpaten.

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Re: Pate nicht mehr in der Kirche

Beitrag von Natbar » Sonntag 24. März 2019, 21:45

Achso. Mit der m erwachsen werden ist dann der geistige Lebenslauf vorbei?

Das sehe ich komplett anders
Fallen ist menschlich, liegen bleiben teuflisch, aufstehen göttlich.

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Re: Pate nicht mehr in der Kirche

Beitrag von Herr v. Liliencron » Sonntag 24. März 2019, 21:50

Optimal ist das nicht, aber auch nicht so gravierend, wie Sie es offenbar empfinden. Natürlich können Sie versuchen, Ihren Paten zum Glauben zurückzuführen und auf jeden Fall darum beten, dass er dazu zurückfindet.

Natbar
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Re: Pate nicht mehr in der Kirche

Beitrag von Natbar » Montag 25. März 2019, 02:53

Wie gesagt, ich sehe das anders. Da gerade mit dem erwachsen werden doch der geistige Weg nicht vorbei ist.
Insofern ist das gravierend.
Muss man jetzt nicht verstehen.
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