Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.

Moderator: Hubertus

taddeo
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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von taddeo » Dienstag 8. Dezember 2015, 10:33

overkott hat geschrieben:
PascalBlaise hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Inwieweit ist die Aufnahme Jesu in den Himmel das Bild für das Gericht des Vaters über den Sohn?
:patsch: :patsch: Stark. Jetzt richtet der Vater schon den Sohn, man kann nur hoffen, dass es dabei nicht zu einem offenen Konflikt kommt. Trinität einmal ganz anders verstanden.
Der geliebte Sohn hat sein Gefühl der Gottverlassenheit am Kreuz ja offen ausgesprochen.
:patsch: Weil er den Psalm 22 gebetet hat! Ist das Gottverlassenheit, wenn man betet?

Tinius
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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Tinius » Dienstag 8. Dezember 2015, 11:31

martin v. tours hat geschrieben:Hallo Tinius
Hast Du nicht overkott nach einem klaren Ja oder Nein gefragt??
:rollamboden: :rollamboden:

Doch.

Hinweis: Das o.a. Buch von Wright hatte ich. Sehr gut gemacht.Tiefschürfend. Man muss nicht seiner Meinung sein, aber der Aufbau seines Buchs ist mustergültig.

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overkott
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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von overkott » Dienstag 8. Dezember 2015, 13:33

taddeo hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
PascalBlaise hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Inwieweit ist die Aufnahme Jesu in den Himmel das Bild für das Gericht des Vaters über den Sohn?
:patsch: :patsch: Stark. Jetzt richtet der Vater schon den Sohn, man kann nur hoffen, dass es dabei nicht zu einem offenen Konflikt kommt. Trinität einmal ganz anders verstanden.
Der geliebte Sohn hat sein Gefühl der Gottverlassenheit am Kreuz ja offen ausgesprochen.
:patsch: Weil er den Psalm 22 gebetet hat! Ist das Gottverlassenheit, wenn man betet?
Ein österlicher Psalm 18 wäre vielleicht noch etwas früh gewesen.

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Exilfranke
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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Exilfranke » Dienstag 8. Dezember 2015, 18:01

Liebe Kreuzgangster,

vielen Dank vorab für die zahlreichen Antworten! Das hat mir den Einstieg sehr erleichtert, auch wenn ich aufpassen muss, mich da nicht in epischer Breite drin zu verlieren: Es ist wirklich nur ein Essay von 10 Seiten, für ein Thema, welches, wie hier gezeigt, auch auf 900 Seiten ausgebreitet werden kann.

@PascalBlaise:
Du könntest mit 1 Kor 15, 12-19 starten, das ist schön eindeutig :) eine meiner Lieblingsstellen.
Ist geplant. ;)
Allerdings hatte ich die Aufgabenstellung so verstanden, dass sich die Beweisführung auch an Zweifelnde richten soll (Ob man das glauben kann). Mit einer "Friss-oder-stirb"-Haltung komme ich wohl nicht ganz durch.
Wenn du das vom christlichen Glauben wegnimmst,
bleibt nix.
Das sehe ich im Grunde auch so, allerdings ist das in der heutigen Theologie, wie sie mir begegnet ist, auch gar nicht mehr der Kerngedanke. Es geht eher um so ein Rumpfchristentum, in dem das christliche Verhalten losgelöst von den Glaubenswahrheiten Relevanz haben kann und soll. Um nett miteinander umzugehen (wie es Jesus vorgelebt hat), braucht es keine Auferstehung von den Toten usw. usf.

@Overkott:
Wenn man von der Gottesliebe, die Nächstenliebe wegnimmt, dann bleibt nix. Und wenn dann alle auferstehen zum Gericht, tja, Pech gehabt.
Ich finde deine Einlassungen zu meiner Fragestellung wenig hilfreich. Trotzdem Danke für den Versuch.
Zur Auferstehung könnte er, wenn er eine päpstliche Referenz wünscht, sich auf den amtierenden Papst beziehen.
Wenn sich der amtierende Papst zu dieser Frage theologisch-verwertbar geäußert hat, gerne, immer her damit.

Dabei wird deutlich, dass es sich um keine Rückkehr im biologischen Sinn handeln kann. Festhaltend am Wortsinn verstehen wir die Bilder als geistliche Aussagen über das Nachleben des Herrn und seiner Jünger.
Tut mir leid, aber das entspricht nicht meinem Glauben und wohl auch nicht jenem, der von ungezählten Christen durch die Jahrhunderte hinweg bekannt wurde. Ich glaube nicht an irgendwelche Symbole und Bilder. Und ich glaube auch kaum, dass für ein solches "Bild" die Märtyter in den Tod gegangen sind, noch dass diese leicht verschämte Relativierung der Auferstehung die nachösterliche Entwicklung erklären kann.

@taddeo:
Da möchte ich Dir einen ganz hinterhältigen Tip geben, zumindest für die Fundamentierung Deiner eigenen Position. Ob und wie Du das dann in Deine Arbeit einbaust, ist etwas ganz anderes. Schau in den zweiten Band "Jesus von Nazareth" von Papst Benedikt, dort das 9. Kapitel "Die Auferstehung Jesu aus dem Tod", besonders wohl gleich der erste Abschnitt "Worum es bei der Auferstehung Jesu geht". Da müßtest Du alles finden, was wesentlich ist. Papst Benedikt beginnt diesen Abschnitt übrigens mit dem Zitat 1 Kor 15,14.
Danke, ist bereits bestellt. Wer mir mit Küng kommt, der wird eben mit Benedikt gekontert.
Exilfranke wollte explizit Theologen wissen, die ihr Fähnlein nicht mit dem Wind wehen lassen, und ich hab ihm einen davon genannt.
Und darum bin ich sehr dankbar. Benedikt wäre eine natürliche Anlaufstelle gewesen.

@Hubertus:
Ist die Arbeit in der Dogmatik zu verfassen?
Ausgangspunkt ist eine Vorlesung zur Christologie. Mit dieser Literatur sollte ich ursprünglich arbeiten:

Hans Kessler: Christologie, in: Th. Schneider (Hg.), Handbuch der Dogmatik.
Bezüglich der Problemfelder (!) heute kann man das Handbuch der Dogmatik von Theodor Schneider (Band 1; Patmos 4/2006) verwenden. Die systematische Reflexion würde ich dort nicht herausnehmen.
Siehe oben. Was ist systematische Reflexion? Wie gesagt, ich bin kein Theologe.
Von den neueren dogmatischen Lehrwerken würde ich am ehesten auf Helmut Hoping vertrauen: Einführung in die Christologie (WBG 3/2014).
Ist notiert.

@Sempre:
Ein solcher Aufsatz sollte m.E. vor allem auch die Frage behandeln, ob und wie der eine oder andere seinerzeit am Areopag an die vom hl. Apostel Paulus verkündete Auferstehung hat glauben können. Sowie auch ob und wie ein hl. Augustinus, ein hl. Thomas, ein Dr. Martin Luther, ein Gilbert Keith Chesterton, ein Hilaire Belloc an die Auferstehung haben glauben können (oder andere Leute aus diversen Epochen).
Gute Ansätze, aber wohl im Rahmen von 10 Seiten nicht möglich, oder?
Auf die neueren Entwicklungen (Feminismus etc.) geht er fundiert ein.
Da wäre noch zu erwähnen, dass meine Dozentin selbstredend nur Gutes über die feministische Theologie zu berichten weiß.

@FranzSales:
Hallo Exilfranke,

wenn Du Dich wissenschaftlich dem Thema näher willst und einen Theologen haben möchtest, der auf höchtstem wissenschaftlichen Niveau die tatsächliche Auferstehung Christi darlegt, so kann ich Dir N.T. Wright (ehemaliger Bischof von Durham) empfehlen. Der ist zwar kein Katholik, sondern Anglikaner, aber einer der angesehensten Neutestamentler im angelsächsischen Bereich.
Danke für den Literaturhinweis, wird auf jeden Fall in Betracht gezogen! Nur: Welche der 900 Seiten dieses Mammutwerkes wären für mich relevant? Wie erwähnt, es geht hier um 2 Leistungspunkte und ein zehnseitiges Essay, keine theologische Doktorarbeit. Ich habe leider nicht die Zeit, mich übermäßig intensiv damit auseinanderzusetzen. Undankbar, ich weiß. :nein:

Besten Gruß an alle!

Exilfranke :)
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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von overkott » Dienstag 8. Dezember 2015, 20:29

Exilfranke hat geschrieben:
Dabei wird deutlich, dass es sich um keine Rückkehr im biologischen Sinn handeln kann. Festhaltend am Wortsinn verstehen wir die Bilder als geistliche Aussagen über das Nachleben des Herrn und seiner Jünger.
Tut mir leid, aber das entspricht nicht meinem Glauben und wohl auch nicht jenem, der von ungezählten Christen durch die Jahrhunderte hinweg bekannt wurde. Ich glaube nicht an irgendwelche Symbole und Bilder. Und ich glaube auch kaum, dass für ein solches "Bild" die Märtyter in den Tod gegangen sind, noch dass diese leicht verschämte Relativierung der Auferstehung die nachösterliche Entwicklung erklären kann.
An der Uni geht es nicht erster Linie um Ihren Glauben. Egal, ob Sie Atheist oder Fundamentalist sind. An der Uni geht es zunächst um eine Bestandsaufnahme an Aussagen des Alten und Neuen Testaments zur Auferstehung sowie um die Rezeption in Tradition und anderen Religionen. Vielleicht wird ihnen dann auch der Zusammenhang zwischen Apostolischem Glaubensbekenntnis und Symbolum auffallen. Die wissenschaftliche Öffnung mag für einen Fundamentalisten ein schmerzhafter Prozess sein oder zu einer Persönlichkeitsspaltung führen. Aber wenn Sie definitiv Fundamentalist bleiben wollen, sind Sie an der Uni falsch.

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Siard » Dienstag 8. Dezember 2015, 20:34

overkott hat geschrieben:An der Uni geht es nicht erster Linie um Ihren Glauben. Egal, ob Sie Atheist oder Fundamentalist sind. An der Uni geht es zunächst um eine Bestandsaufnahme an Aussagen des Alten und Neuen Testaments zur Auferstehung sowie der Rezeption in Tradition und anderen Religionen. Vielleicht wird ihnen dann auch der Zusammenhang zwischen Apostolischem Glaubensbekenntnis und Symbolum auffallen. Die wissenschaftliche Öffnung mag für einen Fundamentalisten ein schmerzhafter Prozess sein oder zu einer Persönlichkeitsspaltung führen. Aber wenn Sie definitiv Fundamentalist bleiben wollen, sind Sie an der Uni falsch.
Eine – wenig hilfreiche – Verquckung von Wahrheit und Unsinn. Und nebenbei noch unhöflich.

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von overkott » Dienstag 8. Dezember 2015, 20:40

Siard hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:An der Uni geht es nicht erster Linie um Ihren Glauben. Egal, ob Sie Atheist oder Fundamentalist sind. An der Uni geht es zunächst um eine Bestandsaufnahme an Aussagen des Alten und Neuen Testaments zur Auferstehung sowie der Rezeption in Tradition und anderen Religionen. Vielleicht wird ihnen dann auch der Zusammenhang zwischen Apostolischem Glaubensbekenntnis und Symbolum auffallen. Die wissenschaftliche Öffnung mag für einen Fundamentalisten ein schmerzhafter Prozess sein oder zu einer Persönlichkeitsspaltung führen. Aber wenn Sie definitiv Fundamentalist bleiben wollen, sind Sie an der Uni falsch.
Eine – wenig hilfreiche – Verquckung von Wahrheit und Unsinn. Und nebenbei noch unhöflich.
Hören sie doch auf mit unhöflich.

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Exilfranke » Dienstag 8. Dezember 2015, 21:57

overkott hat geschrieben:
Exilfranke hat geschrieben:
Dabei wird deutlich, dass es sich um keine Rückkehr im biologischen Sinn handeln kann. Festhaltend am Wortsinn verstehen wir die Bilder als geistliche Aussagen über das Nachleben des Herrn und seiner Jünger.
Tut mir leid, aber das entspricht nicht meinem Glauben und wohl auch nicht jenem, der von ungezählten Christen durch die Jahrhunderte hinweg bekannt wurde. Ich glaube nicht an irgendwelche Symbole und Bilder. Und ich glaube auch kaum, dass für ein solches "Bild" die Märtyter in den Tod gegangen sind, noch dass diese leicht verschämte Relativierung der Auferstehung die nachösterliche Entwicklung erklären kann.
An der Uni geht es nicht erster Linie um Ihren Glauben. Egal, ob Sie Atheist oder Fundamentalist sind. An der Uni geht es zunächst um eine Bestandsaufnahme an Aussagen des Alten und Neuen Testaments zur Auferstehung sowie um die Rezeption in Tradition und anderen Religionen. Vielleicht wird ihnen dann auch der Zusammenhang zwischen Apostolischem Glaubensbekenntnis und Symbolum auffallen. Die wissenschaftliche Öffnung mag für einen Fundamentalisten ein schmerzhafter Prozess sein oder zu einer Persönlichkeitsspaltung führen. Aber wenn Sie definitiv Fundamentalist bleiben wollen, sind Sie an der Uni falsch.
Ich weiß nicht, ob ich Fundamentalist bin, weil ich an die Auferstehung als reales Ereignis glaube und nicht als Bild oder Symbol oder wasauchimmer sich einige Hochschul-Theologen da zurechtgelegt haben, um den christlichen Glaubenssätzen noch sowas wie ein wissenschaftliches Feigenblatt zu lassen. Vermutlich bin ich mit meinem "kindlichen" Glauben in der Christenheit in bester Gesellschaft. Darüberhinaus geht es im Fach katholische Theologie natürlich auch ganz konkret um meinen eigenen Glauben, das war überhaupt erst der Grund, mich damit auseinanderzusetzen. Wie bereits gesagt, besuche ich die Vorlesungen nur im ABK-Bereich, da ich im Hauptfach Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und im Nebenfach klassische Archäologie studiere. Recht erfolgreich btw,, womit sich ihr unangemessener Ton zu meiner Uni-Tauglichkeit wohl erübrigt haben dürfte. Welcher Zusammenhang zwischen Glaubensbekenntnis und Symbolum besteht, ist mir nicht bekannt.

Einen schönen Abend wünscht,

Der Exilfranken
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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von overkott » Dienstag 8. Dezember 2015, 22:28

Exilfranke hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Exilfranke hat geschrieben:
Dabei wird deutlich, dass es sich um keine Rückkehr im biologischen Sinn handeln kann. Festhaltend am Wortsinn verstehen wir die Bilder als geistliche Aussagen über das Nachleben des Herrn und seiner Jünger.
Tut mir leid, aber das entspricht nicht meinem Glauben und wohl auch nicht jenem, der von ungezählten Christen durch die Jahrhunderte hinweg bekannt wurde. Ich glaube nicht an irgendwelche Symbole und Bilder. Und ich glaube auch kaum, dass für ein solches "Bild" die Märtyter in den Tod gegangen sind, noch dass diese leicht verschämte Relativierung der Auferstehung die nachösterliche Entwicklung erklären kann.
An der Uni geht es nicht erster Linie um Ihren Glauben. Egal, ob Sie Atheist oder Fundamentalist sind. An der Uni geht es zunächst um eine Bestandsaufnahme an Aussagen des Alten und Neuen Testaments zur Auferstehung sowie um die Rezeption in Tradition und anderen Religionen. Vielleicht wird ihnen dann auch der Zusammenhang zwischen Apostolischem Glaubensbekenntnis und Symbolum auffallen. Die wissenschaftliche Öffnung mag für einen Fundamentalisten ein schmerzhafter Prozess sein oder zu einer Persönlichkeitsspaltung führen. Aber wenn Sie definitiv Fundamentalist bleiben wollen, sind Sie an der Uni falsch.
Ich weiß nicht, ob ich Fundamentalist bin, weil ich an die Auferstehung als reales Ereignis glaube und nicht als Bild oder Symbol oder wasauchimmer sich einige Hochschul-Theologen da zurechtgelegt haben, um den christlichen Glaubenssätzen noch sowas wie ein wissenschaftliches Feigenblatt zu lassen. Vermutlich bin ich mit meinem "kindlichen" Glauben in der Christenheit in bester Gesellschaft. Darüberhinaus geht es im Fach katholische Theologie natürlich auch ganz konkret um meinen eigenen Glauben, das war überhaupt erst der Grund, mich damit auseinanderzusetzen. Wie bereits gesagt, besuche ich die Vorlesungen nur im ABK-Bereich, da ich im Hauptfach Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und im Nebenfach klassische Archäologie studiere. Recht erfolgreich btw,, womit sich ihr unangemessener Ton zu meiner Uni-Tauglichkeit wohl erübrigt haben dürfte. Welcher Zusammenhang zwischen Glaubensbekenntnis und Symbolum besteht, ist mir nicht bekannt.

Einen schönen Abend wünscht,

Der Exilfranken
Sonntags kann man seinen Glauben bekennen. Und in diesem Forum natürlich auch. Über die Schule hinaus geht es an der Uni nicht einfach um die Aufnahme von Lerninhalten in Vorlesungen, sondern um eine kritische Auseinandersetzung mit dem Gesagten: Welche Positionen gibt es? Was blieb bisher unberücksichtigt? In welcher Sprache glauben wir eigentlich? Was bedeuten die Worte ideal und real? Wie entsprechen sie Urbild und Abbild? Wie verhalten sie sich zu Seele und Leib? Und was davon ist endgültig sterblich? Wovor haben wir Angst? Kann uns das Studium die Angst nehmen? Oder soll das Studium erst einmal den Zusammenhang zwischen Glaubensbekenntnis und Symbolum verständlich machen?

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Sempre
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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Sempre » Dienstag 8. Dezember 2015, 22:32

Hubertus hat geschrieben:Die Antwort, die in einer solchen Arbeit letztlich nur gegeben werden kann, ist: Nur im Mit-Glauben mit der Kirche, in der das Glaubenszeugnis bis heute treu verbürgt ist, läßt sich angesichts der Verwirrung der heutigen Zeit verantwortet an die Auferstehung glauben.
Hubertus hat geschrieben:Mitglauben mit der Kirche heißt das für wahr zu halten, was Gott durch die Kirche zu glauben vorlegt, also der Glaubensgehorsam, der ihren Lehren geschuldet ist, da sie ihre Lehrautorität von Gott selbst erhalten hat, der die Wahrheit ist und nicht lügen kann. Verantwortet glauben heißt, Vernunftgründe für den Glauben anführen zu können, sodaß der Glaube nicht bloß - ggf. vernunftwidriges -Gefühl ist, sondern eben vernunftgemäß.
Danke für die Explizierungen. Was Du nun als letztlich einzig mögliche Antwort ansiehst, ist m.E. nun gerade keine Antwort darauf ob und wie man heute noch an die Auferstehung glauben kann. Das war doch vor 50, 250, 500, 1000, 1500 Jahren ganz und gar nicht anders. Ganz gleich ob der Gläubige nun eher vernunftgeleitet oder gefühls-/intuitionsgeleitet ist. Auch ganz gleich, was die Verwirrung der heutigen Zeit angeht. Was sollte seit 50, 250, ... Jahren passiert sein, das gerade die Auferstehung als unmöglicher erscheinen ließe, als sie immer schon erschien.

Das Problem ist, dass bereits die Fragestellung perfide ist. Wer einen Aufsatz mit einem solchen Titel verfasst, und darin nicht klipp und klar den Titel verwirft, der diskutiert die Frage, ob es heute sinnvoll sein könne, der Kirche zu folgen, außer in einzelnen zentralen Fragen des Glaubens.

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von overkott » Dienstag 8. Dezember 2015, 22:44

Sempre hat geschrieben:
Hubertus hat geschrieben:Die Antwort, die in einer solchen Arbeit letztlich nur gegeben werden kann, ist: Nur im Mit-Glauben mit der Kirche, in der das Glaubenszeugnis bis heute treu verbürgt ist, läßt sich angesichts der Verwirrung der heutigen Zeit verantwortet an die Auferstehung glauben.
Hubertus hat geschrieben:Mitglauben mit der Kirche heißt das für wahr zu halten, was Gott durch die Kirche zu glauben vorlegt, also der Glaubensgehorsam, der ihren Lehren geschuldet ist, da sie ihre Lehrautorität von Gott selbst erhalten hat, der die Wahrheit ist und nicht lügen kann. Verantwortet glauben heißt, Vernunftgründe für den Glauben anführen zu können, sodaß der Glaube nicht bloß - ggf. vernunftwidriges -Gefühl ist, sondern eben vernunftgemäß.
Danke für die Explizierungen. Was Du nun als letztlich einzig mögliche Antwort ansiehst, ist m.E. nun gerade keine Antwort darauf ob und wie man heute noch an die Auferstehung glauben kann. Das war doch vor 50, 250, 500, 1000, 1500 Jahren ganz und gar nicht anders. Ganz gleich ob der Gläubige nun eher vernunftgeleitet oder gefühls-/intuitionsgeleitet ist. Auch ganz gleich, was die Verwirrung der heutigen Zeit angeht. Was sollte seit 50, 250, ... Jahren passiert sein, das gerade die Auferstehung als unmöglicher erscheinen ließe, als sie immer schon erschien.

Das Problem ist, dass bereits die Fragestellung perfide ist. Wer einen Aufsatz mit einem solchen Titel verfasst, und darin nicht klipp und klar den Titel verwirft, der diskutiert die Frage, ob es heute sinnvoll sein könne, der Kirche zu folgen, außer in einzelnen zentralen Fragen des Glaubens.
Was stört Sie, Sempre, an der Fragestellung so genannte Auferstehung? Was nennen wir eigentlich Auferstehung? Dürfen wir die Allgemeine Auferstehung zum Gericht vergleichbar dem Judentum und Islam aus der Frage ausblenden?

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Sempre » Dienstag 8. Dezember 2015, 23:02

overkott hat geschrieben:Was stört Sie, Sempre, an der Fragestellung so genannte Auferstehung?
Die Bedeutung dieser Wortfolge bleibt dunkel. Könntest Du das bitte erneut formulieren?!

overkott hat geschrieben:Was nennen wir eigentlich Auferstehung?
Was die Kirche unter Auferstehung versteht, ist wohl hinreichend bekannt. Was ich darunter verstehe deckt sich damit. Was Du darunter verstehst, könntest Du ggf. wohl am besten selbst darlegen.

overkott hat geschrieben:Dürfen wir die Allgemeine Auferstehung zum Gericht vergleichbar dem Judentum und Islam aus der Frage ausblenden?
Aus welcher Frage? Aus einer von Deinen?

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von taddeo » Dienstag 8. Dezember 2015, 23:04

Exilfranke hat geschrieben:
Dabei wird deutlich, dass es sich um keine Rückkehr im biologischen Sinn handeln kann. Festhaltend am Wortsinn verstehen wir die Bilder als geistliche Aussagen über das Nachleben des Herrn und seiner Jünger.
Tut mir leid, aber das entspricht nicht meinem Glauben und wohl auch nicht jenem, der von ungezählten Christen durch die Jahrhunderte hinweg bekannt wurde. Ich glaube nicht an irgendwelche Symbole und Bilder. Und ich glaube auch kaum, dass für ein solches "Bild" die Märtyter in den Tod gegangen sind, noch dass diese leicht verschämte Relativierung der Auferstehung die nachösterliche Entwicklung erklären kann.
Mal abgesehen von Ovis mittlerweile sattsam bekannten unkatholischen Anwandlungen, in einem Punkt ist seine Aussage durchaus bedenkenswert und sollte auch in Deinem Essay vielleicht auftauchen: Auferstehung meint "keine wiederbelebte Leiche", sondern ein neues Leben von Gott her, ein Paradox, das alle menschliche Erfahrung übersteigt: die Jünger berührten einen, der nicht mehr der Welt des normalerweise Berührbaren zugehört. So formuliert es Papst Benedikt.

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von overkott » Dienstag 8. Dezember 2015, 23:26

Keine Rempler, bitte. Das ist nämlich sattsam unkatholisch. Wo steht, dass die Jünger einen berührten? Im Evangelium nach Benedikt?

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Sempre » Mittwoch 9. Dezember 2015, 00:29

taddeo hat geschrieben:die Jünger berührten einen, der nicht mehr der Welt des normalerweise Berührbaren zugehört. So formuliert es Papst Benedikt.
Was soll denn "die Welt des normalerweise Berührbaren" bedeuten? Normalerweise berühren kann man vielerlei nicht. Darunter zählen die Engel sowie auch die Internationale Raumstation. Präzisiert Ratzinger, was gemeint ist? Oder bleibt er so schwammig, dass jeder lesen kann, was ihm gefällt?

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Sempre » Mittwoch 9. Dezember 2015, 00:31

overkott hat geschrieben:Wo steht, dass die Jünger einen berührten? Im Evangelium nach Benedikt?
Jetzt bist Du mit Deiner Biologie am Ende!?

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Reinhard » Mittwoch 9. Dezember 2015, 01:44

Exilfranke hat geschrieben:... Darüberhinaus geht es im Fach katholische Theologie natürlich auch ganz konkret um meinen eigenen Glauben, das war überhaupt erst der Grund, mich damit auseinanderzusetzen. Wie bereits gesagt, besuche ich die Vorlesungen nur im ABK-Bereich, da ich im Hauptfach Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und im Nebenfach klassische Archäologie studiere. Recht erfolgreich btw,, womit sich ihr unangemessener Ton zu meiner Uni-Tauglichkeit wohl erübrigt haben dürfte. Welcher Zusammenhang zwischen Glaubensbekenntnis und Symbolum besteht, ist mir nicht bekannt.
Ein Punkt vielleicht noch, zur Einordnung der verschiedenen Bücher des NT, und damit ihrer Lesart:
Eine zentrale Basis der wissenschaftlichen Theologie ist die Quellenkritik, konkret: die Entstehungsgeschichte, zeitliche und inhaltliche Einordnung der einzelnen Bücher.
Daran ziehen sich viele freifliegende Theologen mit ihren wilden Thesen hoch. Aber umgekehrt: weil es ein zentraler Bestandteil der theologischen Wissenschaft ist, könnte Dir diese Ansatz jetzt auch konkret helfen, die Aussagen von 1 Kor. 12 etc.zu untermauern.

Der 1. Kor.-Brief ist ja entstehungsgeschichtlich einer der ältesten, noch früher als die Evangelien (wenn ich mich recht erinnere). Deshalb spricht hier einiges dafür, diese Aussagen des Paulus als besonders authentisch und ursprünglich einzustufen (als "nicht oder wenig redigiert"). Auf diesem Wege könntest Du evt. eine "freifliegende Theologie" mit ihren eigen Waffen schlagen.

Der Preis ist natürlich, dass Du Dich zusätzlich auch noch etwas zur Bibelkunde einlesen müsstest.
Aber vielleicht können Dir die (voll-)studierten Theologen dazu auch noch bessere Hinweise geben.

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Isidor_von_Sevilla » Mittwoch 9. Dezember 2015, 06:45

taddeo hat geschrieben:
Exilfranke hat geschrieben:
Dabei wird deutlich, dass es sich um keine Rückkehr im biologischen Sinn handeln kann. Festhaltend am Wortsinn verstehen wir die Bilder als geistliche Aussagen über das Nachleben des Herrn und seiner Jünger.
Tut mir leid, aber das entspricht nicht meinem Glauben und wohl auch nicht jenem, der von ungezählten Christen durch die Jahrhunderte hinweg bekannt wurde. Ich glaube nicht an irgendwelche Symbole und Bilder. Und ich glaube auch kaum, dass für ein solches "Bild" die Märtyter in den Tod gegangen sind, noch dass diese leicht verschämte Relativierung der Auferstehung die nachösterliche Entwicklung erklären kann.
Mal abgesehen von Ovis mittlerweile sattsam bekannten unkatholischen Anwandlungen, in einem Punkt ist seine Aussage durchaus bedenkenswert und sollte auch in Deinem Essay vielleicht auftauchen: Auferstehung meint "keine wiederbelebte Leiche", sondern ein neues Leben von Gott her, ein Paradox, das alle menschliche Erfahrung übersteigt: die Jünger berührten einen, der nicht mehr der Welt des normalerweise Berührbaren zugehört. So formuliert es Papst Benedikt.
Über die Qualität des Auferstehungsleibes hat die Kirche meines Wissens keine detaillierteren Aussagen gemacht. Nichtsdestoweniger ist klar, daß Jesus Christus körperlich auferstanden und den Aposteln (und danach auch anderen Jüngern) erschienen ist. Genauso wie er später dann körperlich in den Himmel aufgenommen worden ist.

Vermutlich sollte man sich erst einmal von seinem heutigen mit naturwissenschaftlichem Allgemeinwissen durchsetzten Denken lösen, wenn man sich dieser übernatürlichen Realität nähert ............
Es gibt auch solche, die wohl die Sprache verehren, nicht aber DAS WORT anbeten!

Siard
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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Siard » Mittwoch 9. Dezember 2015, 07:09

overkott hat geschrieben:
Siard hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:An der Uni geht es nicht erster Linie um Ihren Glauben. Egal, ob Sie Atheist oder Fundamentalist sind. An der Uni geht es zunächst um eine Bestandsaufnahme an Aussagen des Alten und Neuen Testaments zur Auferstehung sowie der Rezeption in Tradition und anderen Religionen. Vielleicht wird ihnen dann auch der Zusammenhang zwischen Apostolischem Glaubensbekenntnis und Symbolum auffallen. Die wissenschaftliche Öffnung mag für einen Fundamentalisten ein schmerzhafter Prozess sein oder zu einer Persönlichkeitsspaltung führen. Aber wenn Sie definitiv Fundamentalist bleiben wollen, sind Sie an der Uni falsch.
Eine – wenig hilfreiche – Verquckung von Wahrheit und Unsinn. Und nebenbei noch unhöflich.
Hören sie doch auf mit unhöflich.
Dann hören Sie bitte auf, alles mit ihren Ergüssen vollzumüllen.

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Exilfranke » Mittwoch 9. Dezember 2015, 08:39

Bitte keinen Streit, die Diskussion läuft sonst noch aus dem Ruder.

@Overkott: Wenn du der Meinung bist, dass die Auferstehung nur ein symbolisches Narrativ, bzw. ein Platzhalter für etwas anderes ist (Nachleben Jesu Botschaft in den Herzen der Jünger, Innere Transformation), wieso geht die Theologie nicht den ganzen Weg und macht bei Gott Halt? Warum ist Gott real und die Auferstehung ein Symbol? Möglicherweise ist Gott ja auch nur ein Symbol für irgendeine in­de­ter­minierte Schöpferkraft, deren Ausformung in unserer christlichen Vorstellung reine Willkür ist. Dann braucht es aber weder Kirche noch Christentum und Jesu Wirken ist nicht größer als das eines Karl Marx, dessen Ideen wohl auch lange nach dessen Tod noch Anhänger finden werden. Der Unterschied ist, dass Jesu Anspruch ein ganz anderer war.
„Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen.“ - Aurelius Augustinus.

Bitt Gott für uns, Maria.

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von overkott » Mittwoch 9. Dezember 2015, 09:38

Sempre hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Wo steht, dass die Jünger einen berührten? Im Evangelium nach Benedikt?
Jetzt bist Du mit Deiner Biologie am Ende!?
Ich habe die Lehre von der biologischen Auferstehung nie begonnen.

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Tinius » Mittwoch 9. Dezember 2015, 09:47

Diese Thread wäre sehr informativ und auf Dauer lesenswert, wenn die Mods hier den ganzen Overkott-Müll löschen würden.

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von overkott » Mittwoch 9. Dezember 2015, 10:19

Der Kollege Tinius ist als Freikirchlicher in dieses Forum eingedrungen, um von vornherein gegen Mitglieder Stimmung zu machen.

Bisher hat er keine Bereitschaft gezeigt, sich theologisch mit den Zeugnissen des alten und neuen Testaments sowie der katholischen Tradition zur Auferstehung auseinander zu setzen.

Fundamentalismus müssen wir Katholiken jedoch eine klare Absage erteilen, weil dieser nicht der Offenbarung und Tradition entspricht.

Vielmehr ist uns Katholiken daran gelegen, im Dialog über die Auferstehung auch mit allen gutwilligen Juden und Muslims den Frieden auf Erden voranzubringen.

PascalBlaise
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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von PascalBlaise » Mittwoch 9. Dezember 2015, 10:32

@Tinius, @Exilfranke, @Siard: Lasst es, es hat doch keinen Zweck. Diese besondere Windmühle kann nicht erfolgreich bekämpft werden. :pfeif:
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Marion
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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Marion » Mittwoch 9. Dezember 2015, 10:43

Isidor_von_Sevilla hat geschrieben:Über die Qualität des Auferstehungsleibes hat die Kirche meines Wissens keine detaillierteren Aussagen gemacht. Nichtsdestoweniger ist klar, daß Jesus Christus körperlich auferstanden und den Aposteln (und danach auch anderen Jüngern) erschienen ist. Genauso wie er später dann körperlich in den Himmel aufgenommen worden ist.

Ja, auch daß die Auferstehung am Jüngsten Tag körperlich ist, ist göttlich offenbart.
2. Konzil von Lion: Wir glauben auch an die wahre Auferstehung dieses Fleisches, das wir jetzt tragen, und das ewige Leben (Denzinger 854)
4. Konzil im Lateran: Sie alle werden mit ihren eigenen Leibern auferstehen, die sie jetzt tragen (Denzinger 801)
Konstitution "Benedictus Deus" (1342): ...auch vor der Wiederannahe ihrer Leiber ... alle Menschen vor dem Richterstuhl Christi mit ihren Leibern erscheinen werden. (Denzinger 1000,1002)
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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Tinius » Mittwoch 9. Dezember 2015, 10:48

PascalBlaise hat geschrieben:@Tinius, @Exilfranke, @Siard: Lasst es, es hat doch keinen Zweck. Diese besondere Windmühle kann nicht erfolgreich bekämpft werden. :pfeif:
Schade. Denn er zerstört durch seine Ergüsse jeden informativen Dialog. Man täte dem Forum viel Gutes, wenn man ihn bis Ostern zum nur "Mitlesen" verdonnern würde.

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Marion
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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Marion » Mittwoch 9. Dezember 2015, 11:10

Spannend zur Auferstehung sind auch diese Schriftstellen:
Matthaeus 27
…52Und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, die Gräber taten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, 53und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen.
Ezechiel 37
So spricht Gott, der Herr, zu diesen Gebeinen: Ich selbst bringe Geist in euch, dann werdet ihr lebendig.
Ez 37,6 Ich spanne Sehnen über euch und umgebe euch mit Fleisch; ich überziehe euch mit Haut und bringe Geist in euch, dann werdet ihr lebendig. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.
Ez 37,7 Da sprach ich als Prophet, wie mir befohlen war; und noch während ich redete, hörte ich auf einmal ein Geräusch: Die Gebeine rückten zusammen, Bein an Bein.
Ez 37,8 Und als ich hinsah, waren plötzlich Sehnen auf ihnen und Fleisch umgab sie und Haut überzog sie. Aber es war noch kein Geist in ihnen.
Ez 37,9 Da sagte er zu mir: Rede als Prophet zum Geist, rede, Menschensohn, sag zum Geist: So spricht Gott, der Herr: Geist, komm herbei von den vier Winden! Hauch diese Erschlagenen an, damit sie lebendig werden.
Bild
Die Vision des Tales der getrockneten Knochen - Paul Gustave Dore
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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Coturnix » Mittwoch 9. Dezember 2015, 18:56

Die Hesekielstelle ist glaube ich in der Forschung recht umstritten, da hier unsicher ist, ob es sich um eine endzeitliche Totenauferstehung handelt oder um eine zeichenhafte Darstellung der Sammlung der Exilierten, um nach Israel zurückzukehren. Die einzige "explizite" Totenauferstehungsstelle aus dem AT ist Dan 12, allerdings wird dieses ja in der Regel auch recht spät datiert (2. Jhd. v. Chr.), was in der Forschung zu der Annahme geführt hat, dass die Idee von einer endzeitlichen Auferstehung nicht ursprünglich aus Israel stammt sondern erst durch die Kontakte mit den Persern & co. in die biblische Literatur Eingang gefunden hat. In der deuterokanonischen Literatur ist sie dann ja jedenfalls auch bezeugt.

Was das NT angeht: Paulus ist wie schon gesagt der älteste Zeuge für die Auferstehung. Das "Problem" dabei ist allerdings, dass Paulus - nach gängiger Forschungsmeinung - die sog. "Leere Grab"-Tradition nicht kennt. Der Auferstehungsglaube begegnet bei ihm in Formeln und Erscheinungsberichten. Das hat die Forschung dazu geführt, die Erzählungen vom "leeren Grab" (wie sie in den Evangelien enthalten sind) für sekundäre Ausschmückungen des Auferstehungsglaubens zu halten, der ursprünglich kein "leeres Grab" gebraucht hat. Da liegt es dann für viele auf der Hand zu sagen, dass man deswegen auch heute kein "leeres Grab" braucht (womit dann meistens implizit gemeint ist: eine leibliche Auferstehung), da es ohnehin nicht ursprünglich wäre. Das wird dann noch postaufklärerisch damit untermauert, dass ein leeres Grab an sich noch keinen Glauben wecken kann. Hätten die Jünger einfach ein leeres Grab vorgefunden und sonst wäre nichts passiert, hätte sie dies vllt. verwundert, aber das leere Grab beantwortet keine Fragen - es braucht also die Erscheinungen. Das finde ich auch erstmal plausibel - also dass das bloße Wissen um ein leeres Grab keinen Christusglauben erzeugen kann - aber es ist meiner Meinung nach sehr problematisch daraus den Schluss zu ziehen, dass man - wenn die "Erscheinungen" sowieso das eigtl. wichtige sind - deshalb auch kein leeres Grab mehr braucht. Denn auch ein volles Grab wirft Fragen auf:

These 1: Die Auferstehung ist rein geistlich zu verstehen ("Vision"):
Die beliebteste Deutung. Demnach war das Grab voll und die Jünger hatten subjektive Erscheinungen, die in ihnen den Auferstehungsglauben geweckt haben.
An einem leeren Grab hatten sie gar kein Interesse, es musste ihnen als nebensächlich erscheinen, da die unmittelbare Gotteserfahrung der Visionen das eigtl. wichtige war. Problem dabei: Der Auferstehungsglaube hätte sich so sicher nicht in Jerusalem verbreiten können, denn das Grab hätte ja von den Jerusalemern kontrolliert werden können. Das man zu dieser Zeit Auferstehung zunächst einmal körperlich verstanden hat, ist aus dem jüd. Kontext evident (Dan 12!). Auch wenn Auferstehung mehr ist als Wiederbelebung einer Leiche, so schließt sie dennoch immer auch den Körper, die Materie irgendwie ein, verwandelt sie. Trennt man die Person vollständig von der Körperlichkeit ab, verfällt man wohl zwangsläufig einem "gnostischen" Dualismus (Das ist die Gefahr, die ich bei den modernen Auslegern sehe, auch wenn sie das dementieren werden - Aber sie nehmen die ganzheitliche Anthropologie und Kosmologie der Bibel nicht ernst)

These 2: Massenhalluzination
Deutet die Auferstehung ebenfalls rein "geistig", aber ist im Gegensatz zu These 1 explizit negativ formuliert. Ist in Anbetracht der Anzahl der Auferstehungszeugen in meinen Augen schwer zu vertreten und ist mir an der Uni auch noch nie begegnet. Außerdem hätte die Jünger nach erfolgter Halluzination das Grab sicher "kontrolliert"...

These 3: Die Jünger haben die Leiche geklaut
Seit der Aufklärung (Reimarus?) vertreten worden, wird heute eigtl. nicht mehr benutzt. Wenn man von einer bewussten Täuschung ausgeht, wird es wirklich schwer, die Martyriumsbereitschaft der Jünger zu erklären.

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von jackson » Mittwoch 9. Dezember 2015, 19:12

Exilfranke hat geschrieben:Liebe Kreuzgangster,

im Rahmen einer zu erbringenden Studienleistung in der katholischen Theologie (Vorlesung: Jesus Christus - Gott für uns), muss ich bis März ein etwa zehnseitiges Essay verfassen, welches sich der Fragestellung widmet, "ob und wie man heute noch an die Auferstehung glauben kann".
...
Wenn das der exakte Titel der Fragestellung ist, dann kann man auch einfach mal die alte Studienkrücke anwenden, sich dumm stellen und die Aufgabe wörtlich nehmen.

"Ob man daran haute noch glauben kann?" - Beispiele finden von Personen/Gruppen, welche daran glauben und die Aussagen zitieren. -"Ja, kann man. Siehe ....."

"Wie kann man daran glauben?" - Einfach dann die entsprechenden Zitate aus den Schriften der obigen nehmen (evtl. noch rituelle Handlungen als Beispiele, sofern sich da was findet), gut ist.

Wenn man noch was lusiges findet in anderen Religionen, parallelen ziehen, wenn man sich den Spass machen will.

Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Literaturverzeichnis, Einleitung, Schluss und 2-3 Absätze. Fertig.

Für ein 815 Nebenfach mit der Vorgeschichte würde ich mir da nicht mehr Mühe machen, wäre ohnehin vergebens. Der Ansatz würde auch das "symbolisch" BlaBla obsolet machen und man kann die "Friß oder stirb" Argumentation eigentlich in voller Breite bringen, wenn man denn möchte.

Das Thema theologisch aufzureissen auf 1 Seiten von einem "Fachfremden", dass kann und wird auch nichts brauchbares werden. Zumal es unter dem Strich ohnehin auf das genannte "Friß oder stirb" hinausläuft. Einen wissenschaftlichen Beweis gibt es nicht, wozu auch? Würde den Glauben obsolet machen.

Sollte es dennoch etwas mehr akademisch-"wertvolles" sein, dann evtl. mal in die Dogmatik von Müller schauen, der hatte da meines Wissens eine imaginäre Kamera mitlaufen. (Kurz gegoogelt: http://kath.net/news/5174).

Kurz: Lieber mit einem Grinsen im Gesicht und viel Freude so eine "Arbeit" abgeben, als mit Schaum vor dem Mund zu versuchen Pech und Schwefel regnen zu lassen. Bringt eh nix, ausser Ärger. Bei Interesse lieber "privat" weiter damit beschäftigen. Ihr wollt schliesslich Archäologe werden, nicht Theologe. Da muss man nicht unnötig sich Knüppel zwischen die Beine schmeissen. Wobei, einem Theologen kann man vermutlich auch nichts anderes empfehlen an den meisten Hochschulen.^^

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Hubertus
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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Hubertus » Mittwoch 9. Dezember 2015, 20:07

Exilfranke hat geschrieben:@Hubertus:
Ist die Arbeit in der Dogmatik zu verfassen?
Ausgangspunkt ist eine Vorlesung zur Christologie. Mit dieser Literatur sollte ich ursprünglich arbeiten:

Hans Kessler: Christologie, in: Th. Schneider (Hg.), Handbuch der Dogmatik.
Bezüglich der Problemfelder (!) heute kann man das Handbuch der Dogmatik von Theodor Schneider (Band 1; Patmos 4/2006) verwenden. Die systematische Reflexion würde ich dort nicht herausnehmen.
Siehe oben. Was ist systematische Reflexion? Wie gesagt, ich bin kein Theologe.
Die Traktate in Schneiders Handbuch sind alle gleich aufgebaut (ich zit. aus dem Gedächtnis, hab' das Werk gerade verstellt): Zunächst wird in das Thema anhand einiger aktueller Problemfelder eingeführt. In einem zweiten Teil gibt es einen Überblick über die biblischen Grundlagen und die dogmengeschichten Entwicklung. Der dritte Teil nun, die systematische Reflexion ist der eigentlich dogmatische Teil an dem jeweiligen Traktat. Die Dogmatik ist eine systematische Wissenschaft; sie bedient sich der Ergebnisse anderer theologischer Teildisziplinen (z.B. Exegese; Patrologie; Liturgieweissenschaft etc.), um den Glauben systematisch, d.h. in seiner Gesamtheit und Bedeutung zu entfalten. Gerade nun diesen Teil kann ich nicht inbedingt als Grundlage für die Arbeit empfehlen, wenn man eher der trad. Lehre zugeneigt ist (das ist eher allgemein gesprochen allerdings, Kesslers Text habe ich jetzt nicht im Kopf).
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von Tinius » Mittwoch 9. Dezember 2015, 21:58

Coturnix hat geschrieben: Denn auch ein volles Grab wirft Fragen auf:

These 1: Die Auferstehung ist rein geistlich zu verstehen ("Vision"):
Die beliebteste Deutung. Demnach war das Grab voll und die Jünger hatten subjektive Erscheinungen, die in ihnen den Auferstehungsglauben geweckt haben.
An einem leeren Grab hatten sie gar kein Interesse, es musste ihnen als nebensächlich erscheinen, da die unmittelbare Gotteserfahrung der Visionen das eigtl. wichtige war. Problem dabei: Der Auferstehungsglaube hätte sich so sicher nicht in Jerusalem verbreiten können, denn das Grab hätte ja von den Jerusalemern kontrolliert werden können. Das man zu dieser Zeit Auferstehung zunächst einmal körperlich verstanden hat, ist aus dem jüd. Kontext evident (Dan 12!). Auch wenn Auferstehung mehr ist als Wiederbelebung einer Leiche, so schließt sie dennoch immer auch den Körper, die Materie irgendwie ein, verwandelt sie. Trennt man die Person vollständig von der Körperlichkeit ab, verfällt man wohl zwangsläufig einem "gnostischen" Dualismus (Das ist die Gefahr, die ich bei den modernen Auslegern sehe, auch wenn sie das dementieren werden - Aber sie nehmen die ganzheitliche Anthropologie und Kosmologie der Bibel nicht ernst)

These 2: Massenhalluzination
Deutet die Auferstehung ebenfalls rein "geistig", aber ist im Gegensatz zu These 1 explizit negativ formuliert. Ist in Anbetracht der Anzahl der Auferstehungszeugen in meinen Augen schwer zu vertreten und ist mir an der Uni auch noch nie begegnet. Außerdem hätte die Jünger nach erfolgter Halluzination das Grab sicher "kontrolliert"...

These 3: Die Jünger haben die Leiche geklaut
Seit der Aufklärung (Reimarus?) vertreten worden, wird heute eigtl. nicht mehr benutzt. Wenn man von einer bewussten Täuschung ausgeht, wird es wirklich schwer, die Martyriumsbereitschaft der Jünger zu erklären.
These 4: Es gab kein kontrollierbares Grab

Jesus wurde nach seiner Hinrichtung mit den beiden anderen Gekreuzigten in eines der üblichen Armenmassengräber geworfen. Realistisch angesichts des Zeitdrucks und des Interesses der Römer und des Hohen Rates, keine Gedenkstätte eines Aufrührers zuzulassen.
Nach der Auferstehung hatten die Jünger den Herrn bei sich, aber keine Kontrollmöglichkeit ein Grab betreffend.
Dass Paulus kein Grab erwähnt ist sehr plausibel: er hatte alle wichtigen Informationen direkt von Gott erhalten und nicht von Menschen. Christus als Auferstandener und nicht im Tod gebliebener Messias war die zentrale Botschaft an Paulus. Die Geschichte vom Grab war dahingegen ohne jeden Heilscharakter und angreifbar.

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overkott
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Re: Essay zur Fragestellung "Auferstehung"

Beitrag von overkott » Mittwoch 9. Dezember 2015, 22:28

Jesus ist auferstanden gemäß der Schriften und nicht gemäß historischer Phantasie.

Jesus selbst hat gemäß der Schriften ein ambivalentes Verhältnis zum Auferstehungsglauben und integriert damit verschiedene Strömungen im Judentum.

Es wundert nicht, dass auch die Auferstehungserzählungen der Evangelien in kanonischer Reihenfolge im länger werden. Demnach erzählt das jüngste Evangelium besonders ausführlich, was weniger für die Präzision der Recherche, als vielmehr für den Glauben der Gemeinden spricht.

Paulus ist mit seinem pneumatischen Verständnis der Auferstehung ein Vertreter der Geistlichen Lesung und typisch für die katholische Tradition.

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