Gibt es Widersprüche im NT?

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
Benutzeravatar
Pit
Beiträge: 8125
Registriert: Freitag 23. April 2004, 17:57

Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Pit »

Hallo Kreuzganger,

ich lese von "Kritikern" immer wieder, die Berichte über die Auferstehung Jesu würden sich widersprechen- z.B., weil unterschiedlich viele Frauen zum Grab gingen, einmal ein, ein anders Mal zwei Engel dort waren usw.
Kennt jemand von euch gute Websites, die auf diese scheinbaren Widersprüche eingehen?

Gruß,
Pit
carpe diem - Nutze den Tag !

Benutzeravatar
Sempre
Beiträge: 8927
Registriert: Sonntag 19. Juli 2009, 19:07

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Sempre »

Pit hat geschrieben:Hallo Kreuzganger,

ich lese von "Kritikern" immer wieder, die Berichte über die Auferstehung Jesu würden sich widersprechen- z.B., weil unterschiedlich viele Frauen zum Grab gingen, einmal ein, ein anders Mal zwei Engel dort waren usw.
Kennt jemand von euch gute Websites, die auf diese scheinbaren Widersprüche eingehen?
Unterschiede in den Details sind Kennzeichen echter Zeugenaussagen. Mehrere Zeugen berichten aus unterschiedlichem Blickwinkel. Fehlen sie, dann vermutet der Kriminologe eine Absprache der Zeugen. Websites dazu kenne ich nicht.

Gruß
Sempre
Multi venient in nomine meo, id est in nomine corporis mei. (Tichonius Africanus)
———
Quomodo facta est meretrix civitas fidelis (Is 1:21)

Benutzeravatar
Edi
Beiträge: 11380
Registriert: Montag 12. Januar 2004, 18:16

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Edi »

Pit hat geschrieben:Hallo Kreuzganger,

ich lese von "Kritikern" immer wieder, die Berichte über die Auferstehung Jesu würden sich widersprechen- z.B., weil unterschiedlich viele Frauen zum Grab gingen, einmal ein, ein anders Mal zwei Engel dort waren usw.
Kennt jemand von euch gute Websites, die auf diese scheinbaren Widersprüche eingehen?

Gruß,
Pit
Irgendwelche Theologen wie Lüdemann weisen auf diese (scheinbaren) Widersprüche hin, Lüdemann macht das aber meist auf seine verlogene Art, die ich vor Jahren mal im Spiegel auszugsweise gelesen habe und die ausgesprochen widersprüchlich und unlogisch war, zumal sein Ziel auch war, das Ganze als Märchen hinzustellen.
Jedenfalls stimmen die Berichte nicht in allem überein, was aber den Grund hat, dass sie von verschiedenen Personen und sicherlich auch über verschiedene Abläufe zu unterschiedlichen Uhrzeiten berichten. Lüdemann aber ist der irrigen Auffassung Gott habe das NT vom Himmel geworfen und daher müsse es in jedem Punkt widerspruchlos sein.

Es gibt auch andere soheinbare Widersprüche, z.B. schilt Jesus jemand, der einen Bruder Narr nennt, sei "des höllischen Feuers schuldig", Er selber hat aber zu den Schriftgelehrten Narren gesagt. Die Auslegung dieser Worte wäre etwas für Biblizisten. :P
Zuletzt geändert von Edi am Sonntag 9. Januar 2011, 21:52, insgesamt 2-mal geändert.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

Benutzeravatar
asderrix
Moderator
Beiträge: 3531
Registriert: Montag 21. Februar 2005, 17:15

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von asderrix »

Hallo Pit,

die Atheisten oder unchristlichen Theologen finden immer etwas was sich logisch, menschlich widerspricht, da helfen keine Argumente.

Vor einiger Zeit las ich ein gutes Buch über das Leben Jesu wo gerade auch die Ereignisse der vier Evangelien in einen Guss gebracht wurden.
Karl-Heinz Vanheiden Die Jesus-Chronik
http://www.jota-publikationen.de/produkte/index.html
Jedes Gedächtnismahl sagt: Das Beste kommt noch!

Benutzeravatar
Niels
Beiträge: 24027
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 11:13

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Niels »

Pit, dazu gibt es ein Buch von Karsten Bürgener. Die ersten Kapitel sind auch online verfügbar: http://www.krb-selbstverlag.de/auferstehung_1.htm
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta

Benutzeravatar
overkott
Beiträge: 19634
Registriert: Donnerstag 8. Juni 2006, 11:25

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von overkott »

Wem erst bei der Auferstehung Widersprüche auffallen, der ist erst spät aufgewacht. Die historischen Lesarten - unkritisch oder kritisch - scheinen vor allem ein protestantisches Phänomen zu sein nach Abschaffung der geistlichen Lesung. Inzwischen sind wir insofern einen Schritt weiter, als dass wir die geistliche Lesung biblisch fundiert sehen, also als bibeleigene Methode. Über die erneute Lesung der lateinischen Übersetzung verstehen wir heute die geistliche Lesung als Fortsetzung der parabolischen Theologie in Gleichnissen und Sinnbildern.

Benutzeravatar
Samuel
Beiträge: 531
Registriert: Dienstag 3. Februar 2004, 18:35
Wohnort: Bayern

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Samuel »

Pit hat geschrieben:Kennt jemand von euch gute Websites, die auf diese scheinbaren Widersprüche eingehen?

Gruß,
Pit
Hallo Pit,
die Freikirchler verwenden doch ziemlich viel Energie darauf, die "scheinbaren" Wiedersprüche in der Bibel auszugleichen.
Frag doch mal dort - da dürftest du fündig werden.

Persönlich bin ich ja gegenüber solchen Versuchen sehr skeptisch. Etwa bezüglich der Frage, wo nun die Ersterscheinungen
stattfanden (Galiläa oder Jerusalem) scheint mir ein Ausgleich unmöglich.
Das heißt natürlich in keiner Weise, dass ich die Auferstehung leugne. Ich glaube, es war eine so umwerfende, außergewöhnliche, jeden Rahmen sprengende Erfahrung, dass sich jeder Zeuge stammelnd mühte, doch irgendwie Worte für dieses unsagbare Geschehen zu finden. Die Widersprüche in der Darstellung zeigen nur, dass unsere Darstellungsmöglichkeiten dem Geschehen in keiner Weise adäquat sind.

LG Samuel
Wer einen Menschen verurteilt, kann irren. Wer ihm verzeiht, irrt nie. (Heinrich Waggerl)

Benutzeravatar
Edi
Beiträge: 11380
Registriert: Montag 12. Januar 2004, 18:16

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Edi »

Samuel hat geschrieben:
Pit hat geschrieben:Kennt jemand von euch gute Websites, die auf diese scheinbaren Widersprüche eingehen?

Gruß,
Pit
Hallo Pit,
die Freikirchler verwenden doch ziemlich viel Energie darauf, die "scheinbaren" Wiedersprüche in der Bibel auszugleichen.
Frag doch mal dort - da dürftest du fündig werden.

Persönlich bin ich ja gegenüber solchen Versuchen sehr skeptisch. Etwa bezüglich der Frage, wo nun die Ersterscheinungen
stattfanden (Galiläa oder Jerusalem) scheint mir ein Ausgleich unmöglich.
Das heißt natürlich in keiner Weise, dass ich die Auferstehung leugne. Ich glaube, es war eine so umwerfende, außergewöhnliche, jeden Rahmen sprengende Erfahrung, dass sich jeder Zeuge stammelnd mühte, doch irgendwie Worte für dieses unsagbare Geschehen zu finden. Die Widersprüche in der Darstellung zeigen nur, dass unsere Darstellungsmöglichkeiten dem Geschehen in keiner Weise adäquat sind.
Kann man eigentlich nicht davon ausgehen, dass Jesus nach seiner Auferstehung auch erscheinen konnte, wo er wollte, Er hatte ja den Auferstehungsleib.

Bei K. Emmerich sind, soweit ich es noch weiss, einige der Widersprüche aufgeklärt, wobei man deren Visonen natürlich auch nicht unbedingt anerkennen muss, aber offensichtlich hat sie mit denen doch mindestens zur Auffindung des Marienhauses in der Türkei beigetragen.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

Thomas_de_Austria
Beiträge: 1906
Registriert: Donnerstag 20. Mai 2010, 16:47

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Thomas_de_Austria »

M. E. ist das auch eher kein Widerspruch, vor allem, da ja auch keine exakten Zeitangaben dabei sind. Ein Leib, der so schnell ist, wie der Gedanke, kann sich bald einmal zwischen Jerusalem und Galiläa (wo sich auch genügend Jünger aufgehalten haben dürften) hin und her bewegen ...

Benutzeravatar
Samuel
Beiträge: 531
Registriert: Dienstag 3. Februar 2004, 18:35
Wohnort: Bayern

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Samuel »

Die Schwierigkeit, nicht an mehreren Orten gleichzeitig sein zu können, liegt natürlich nicht bei Jesus, sondern bei den Jüngern.
Mk 16, 7 hat geschrieben:Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.
Wie ist diese Aufforderung zu verstehen? Ist Petrus nach Galiläa gegangen, nachdem er in Jerusalem schon mehrere Erscheinungen des Auferstandenen gehabt hatte? Und wenn die Ersterscheinungen in Jerusalem stattfanden: Warum dann die Aufforderung, nach Galiläa zu gehen, um ihn dort zu sehen?
Wer einen Menschen verurteilt, kann irren. Wer ihm verzeiht, irrt nie. (Heinrich Waggerl)

Benutzeravatar
Juergen
Beiträge: 27029
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 21:43

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Juergen »

Versuche die scheinbaren Widersprüche zu harmonisieren hat es schon immer gegeben. Man denke nur an das Diatessaron des Tatian aus dem 2. Jahrhundert.

Einen gleichsam wiss. Wegweiser findet man bei Augustinus (De Consensu Evangelistarum)
http://www.documentacatholicaomnia.eu/ ... T.pdf.html
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
- Offline -

Thomas_de_Austria
Beiträge: 1906
Registriert: Donnerstag 20. Mai 2010, 16:47

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Thomas_de_Austria »

Samuel hat geschrieben:Die Schwierigkeit, nicht an mehreren Orten gleichzeitig sein zu können, liegt natürlich nicht bei Jesus, sondern bei den Jüngern.
Mk 16, 7 hat geschrieben:Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.
Wie ist diese Aufforderung zu verstehen? Ist Petrus nach Galiläa gegangen, nachdem er in Jerusalem schon mehrere Erscheinungen des Auferstandenen gehabt hatte? Und wenn die Ersterscheinungen in Jerusalem stattfanden: Warum dann die Aufforderung, nach Galiläa zu gehen, um ihn dort zu sehen?
Nun, was ist, wenn sie ihn in Jerusalem (bevor oder auch noch nachdem (denn, so schnell konnten sie gar nicht losziehen, dass sie Jesus nicht noch in Jerusalem "erwischt" hätte) die angesprochenen Jünger, die Botschaft überbrachten) zuerst und dann in Galiläa gesehen haben? - Also, es fehlen hier ganz eindeutig exakte Zeitangaben und die dazugehörigen Aufenthaltsorte zu diesen Zeitpunkten, um hier einen besonderen Widerspruch konstruieren zu können. Einen Sinn hatte die Aufforderung mit Sicherheit, aber um den geht es ja nicht: Es geht darum, ob das ein "Widerspruch" ist, eine Unmöglickeit und das kann man da nicht herauskriegen ...
Versuche die scheinbaren Widersprüche zu harmonisieren hat es schon immer gegeben. Man denke nur an das Diatessaron des Tatian aus dem 2. Jahrhundert.


Daran habe ich bei der Fragestellung hier auch sofort gedacht ...

Benutzeravatar
Pit
Beiträge: 8125
Registriert: Freitag 23. April 2004, 17:57

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Pit »

Niels hat geschrieben:Pit, dazu gibt es ein Buch von Karsten Bürgener. Die ersten Kapitel sind auch online verfügbar: http://www.krb-selbstverlag.de/auferstehung_1.htm
Hallo Niels,

ich habe mir die Seite runtergeladen und die ersten Kapitel (als Leseprobe verfügbar) durchgelesen!
Es liesst sich locker aber ist- so mein Eindruck- historisch sauber belegt!

Ich denke, ich werde mir das Buch bestellen.
carpe diem - Nutze den Tag !

Benutzeravatar
Samuel
Beiträge: 531
Registriert: Dienstag 3. Februar 2004, 18:35
Wohnort: Bayern

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Samuel »

Thomas_de_Austria hat geschrieben:Es geht darum, ob das ein "Widerspruch" ist, eine Unmöglickeit und das kann man da nicht herauskriegen ...
Ich fürchte, ich muss dir Recht geben.
Wer einen Menschen verurteilt, kann irren. Wer ihm verzeiht, irrt nie. (Heinrich Waggerl)

Benutzeravatar
Juergen
Beiträge: 27029
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 21:43

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Juergen »

Eines m.E. der besten Bücher zu den Geschehnissen rund um Ostern ist das zweibändige Werk "The Death of the Messiah: From Gethsemane to the Grave: Commentary on the Passion Narrative in the Four Gospels" von Raymond E. Brown.

Ähnlich gut soll auch "The Birth of the Messiah" sein. - Das Buch habe ich aber nicht.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
- Offline -

Raphael

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Raphael »

Matthäus 27,44 hat geschrieben:Ebenso beschimpften ihn die beiden Räuber, die man zusammen mit ihm gekreuzigt hatte.
Markus 15, 32 hat geschrieben:............ Auch die beiden Männer, die mit ihm zusammen gekreuzigt wurden, beschimpften ihn.
Lukas 23, 39 ff. hat geschrieben: Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
:hmm:

Was ist denn nun die korrekte Überlieferung des Geschehens? :achselzuck:

civilisation
Beiträge: 10481
Registriert: Montag 17. November 2008, 20:15

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von civilisation »

Ist das so wichtig für Dich? ;)

Raphael

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Raphael »

civilisation hat geschrieben:Ist das so wichtig für Dich? ;)
Wenn man Verbalinspiration und Irrtumslosigkeit der Schrift vertreten möchte, dann ist IMHO diese Frage schon von einer gewissen Relevanz! :ja:

Benutzeravatar
Edi
Beiträge: 11380
Registriert: Montag 12. Januar 2004, 18:16

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Edi »

Raphael hat geschrieben:
civilisation hat geschrieben:Ist das so wichtig für Dich? ;)
Wenn man Verbalinspiration und Irrtumslosigkeit der Schrift vertreten möchte, dann ist IMHO diese Frage schon von einer gewissen Relevanz! :ja:
Es wäre ja durchaus denkbar, dass beides stimmt. Will sagen, dass die beiden Jesus zunächst beschimpft hatten, aber der eine durch die Haltung und durch die Worte des Herrn und sicher auch durch seine Fürbitte schlagartig zu einer andern Erkenntnis kam.

Sei es aber wie es sei. Ich habe schon des öfteren darauf hingewieen, dass die Evangelien keine akribischen und zeitgenauen Berichte sein wollen, wo alle Ereignisse und Abläufe in der Reihenfolge genau hintereinander und zeitlich punktgenau beschrieben werden.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

Benutzeravatar
Juergen
Beiträge: 27029
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 21:43

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Juergen »

Raphael hat geschrieben:Was ist denn nun die korrekte Überlieferung des Geschehens? :achselzuck:
Jetzt sag bloß, Du hast die rund 1500 Seiten des oben genannten
Buches von Brown nicht gelesen.
Dort wird auf S. 982-1030 (=Bd. 2) u.a. auf die Passagen einge-
gangen.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
- Offline -

Raphael

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Raphael »

Juergen hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:Was ist denn nun die korrekte Überlieferung des Geschehens? :achselzuck:
Jetzt sag bloß, Du hast die rund 1500 Seiten des oben genannten
Buches von Brown nicht gelesen.
Dort wird auf S. 982-1030 (=Bd. 2) u.a. auf die Passagen einge-
gangen.
Könntest Du gerade 'mal der so oder so geneigten Leserschaft ein kurzes Resümee der brown'schen Deutung geben? :zirkusdirektor:

Benutzeravatar
Pit
Beiträge: 8125
Registriert: Freitag 23. April 2004, 17:57

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Pit »

Edi hat geschrieben: ...
Ich habe schon des öfteren darauf hingewieen, dass die Evangelien keine akribischen und zeitgenauen Berichte sein wollen, wo alle Ereignisse und Abläufe in der Reihenfolge genau hintereinander und zeitlich punktgenau beschrieben werden.
...weshalb z.B, Lukas auch schreibt, daß bereits viele es unternommen habe, zu berichten, was geschah und dass er sich auf Augenzeugenberichte als Quellen beruft.
Er hat Berichte gesammelt,hat recherchiert und dann das Evangelium verfasst.
Leider versuchen mir immer wieder Menschen zu verdeutlichen, daß z.B. sich das Mk-Evangelium und Joh.-Evang. in Sachen Ostergeschichte widersprechen, weil sie unterschiedliche Aussagen machen.
carpe diem - Nutze den Tag !

Benutzeravatar
ChrisCross
Beiträge: 2645
Registriert: Freitag 22. April 2011, 23:28

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von ChrisCross »

Raphael hat geschrieben:
Matthäus 27,44 hat geschrieben:Ebenso beschimpften ihn die beiden Räuber, die man zusammen mit ihm gekreuzigt hatte.
Markus 15, 32 hat geschrieben:............ Auch die beiden Männer, die mit ihm zusammen gekreuzigt wurden, beschimpften ihn.
Lukas 23, 39 ff. hat geschrieben: Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
:hmm:

Was ist denn nun die korrekte Überlieferung des Geschehens? :achselzuck:
Der zweite Schächer hat ihn zunächst beschimpft, später aber einen Sinneswandel vollzogen. Lukas berichtet also von einem späteren Zeitpunkt.

Unrealistisch ist das sicher nicht, immerhin hingen die drei nicht gerade kurz am Kreuz. Dass sich da noch jemand zum Herrn bekehrt ist also nicht unwahrscheinlich und passt auch sehr gut dazu, dass im Kreuz Heil ist.

So jedenfalls deutet es Chrysostomos an. In Augustins De consensu Evangelistarum, das oben von Juergen verlinkt wurde, findest du dann ab Seite 75 im PDF eine Erklärung für den Singular der Räuber bei Lukas. Das ist eine in der Heiligen Schrift häufig verwandte Redeweise, wie Augustinus und das von Niels weiter oben verlinkte Buch noch ausführlicher belegen.
Tu excitas, ut laudare te delectet, quia fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.
Augustinus Conf. I. 1

Benutzeravatar
Niels
Beiträge: 24027
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 11:13

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Niels »

Da werden Sie geholfen:
Niels hat geschrieben:Pit, dazu gibt es ein Buch von Karsten Bürgener. Die ersten Kapitel sind auch online verfügbar: http://www.krb-selbstverlag.de/auferstehung_1.htm
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta

Pilgerer
Beiträge: 2697
Registriert: Freitag 3. Juni 2011, 00:45

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Pilgerer »

Raphael hat geschrieben:
civilisation hat geschrieben:Ist das so wichtig für Dich? ;)
Wenn man Verbalinspiration und Irrtumslosigkeit der Schrift vertreten möchte, dann ist IMHO diese Frage schon von einer gewissen Relevanz! :ja:
Um die Frage zu den Widersprüchen zu klären, versuche einfach ein Gespräch mit Dem, der die Bibel zu verantworten hat. Frage den Heiligen Geist, den Sohn oder den Vater und schau, was du dabei erfährst.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Benutzeravatar
Juergen
Beiträge: 27029
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 21:43

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Juergen »

Naja, das sind Leute, die reden nicht mit jedem. :roll:
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
- Offline -

Pilgerer
Beiträge: 2697
Registriert: Freitag 3. Juni 2011, 00:45

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Pilgerer »

Juergen hat geschrieben:Naja, das sind Leute, die reden nicht mit jedem. :roll:
Gottesfurcht ist der Anfang vom Gottesvertrauen, und Gottvertrauen hilft, den Glauben groß werden zu lassen und sich für Gott zu öffnen - ohne das bleibt das Christentum trocken, denn Gott ist die Quelle des Lebens, und jeder braucht Ihn um zu leben und zu lernen.

Die von Raphael angesprochenen Widersprüche in den Evangelien lassen sich vermutlich mit den Erklärungen von ChrisChross gut auflösen. Ein etwas schwierigerer Punkt bei der Kreuzigungszene ist die Beschreibung der Ereignisse bei Jesu Tod:
Matthäus hat geschrieben:50 Aber Jesus schrie abermals laut und verschied.
51 Und siehe, der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus.
52 Und die Erde erbebte und die Felsen zerrissen, und die Gräber taten sich auf und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf
53 und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen.
Markus hat geschrieben:37 Aber Jesus schrie laut und verschied.
38 Und der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus.
39 Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, dass er so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!
Lukas hat geschrieben:es kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde,
45 und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels riss mitten entzwei.
46 Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt hatte, verschied er.
47 Als aber der Hauptmann sah, was da geschah, pries er Gott und sprach: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen!
Bei Johannes steht nichts von irgendwelchen Ereignissen beim Tod Jesu. Sie können gleichwohl dennoch aufgetreten sein. Ich frage mich aber, ob es wirklich die gewaltigen Ausmaße annahm, die Matthäus beschreibt.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Raphael

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Raphael »

Pilgerer hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
civilisation hat geschrieben:Ist das so wichtig für Dich? ;)
Wenn man Verbalinspiration und Irrtumslosigkeit der Schrift vertreten möchte, dann ist IMHO diese Frage schon von einer gewissen Relevanz! :ja:
Um die Frage zu den Widersprüchen zu klären, versuche einfach ein Gespräch mit Dem, der die Bibel zu verantworten hat. Frage den Heiligen Geist, den Sohn oder den Vater und schau, was du dabei erfährst.
Ich fürchte, hier wird ein Grunddissens zwischen protestantischem und katholischem Glauben offenbar. :hmm:

Wenn ich - ja, ganz persönlich und subjektiv ich 08/15-Katholik - Fragen zum Glauben habe, dann weiß ich, daß die Kirche mir zuverlässige Antworten geben kann, denn sie ist vom Sohn eingesetzt worden, um die Völker zu lehren. Manche Antworten mögen nicht einfach sein, manche sogar schwierig, aber erfahrungsgemäß bekommt man diese Antworten.

Natürlich kann es auch 'mal die Situation geben, daß einem direkt eine Eingebung vom Höchsten selbst widerfährt, aber auch diese kann in der Kirche gesprächsweise Bestätigung erfahren. Bislang wurde sie zumindest ihrer Mittlerfunktion immer gerecht! :)

Benutzeravatar
ChrisCross
Beiträge: 2645
Registriert: Freitag 22. April 2011, 23:28

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von ChrisCross »

Pilgerer hat geschrieben:Bei Johannes steht nichts von irgendwelchen Ereignissen beim Tod Jesu. Sie können gleichwohl dennoch aufgetreten sein. Ich frage mich aber, ob es wirklich die gewaltigen Ausmaße annahm, die Matthäus beschreibt.
Johannes hat sein Evangelium ja auch eher als Ergänzung zu den anderen dreien geschrieben, weshalb er eben auch bei Abendmahl und Gleichnissen beispielsweise deutlich ausspart, dafür aber anderes, noch nicht geschriebenes berichtet, was Lehre und taten Jesu betrifft.
Die hese Augustins verdeutlicht das ganz gut: Zuerst schrieb der Apostel Matthäus das Evagelium für die Juden, dann Markus unter dessen Benutzung als Petrusschüler eine "Kurzversion" für die Heiden, und aus beidem hat schließlich Lukas, der Schüler Pauli, bei seiner Recherche sein Evangelium geschrieben. Zuletzt hat Johannes als Apostel das Evangelium verfasst, wobei er die anderen bereits kannte, und so nur wichtiges ergänzen musste, was manche auf den ersten Blick merkwürige Lücke erklärt. Natürlich muss dabei bedacht werden, dass die ersten drei nicht alles genau kopiert haben, sondern in der Tradition schrieben, weshalb manchmal etwas gekürzt wird oder dem Sprachgebrauch angepasst wird, während auch bei Lukas und Markus singuläres auf Grund der Tradition zu finden ist.

Wie gewaltigt die Ausmaße bei Matthäus tatsächlich sind, weiß ich nicht. Vielleicht war es ein Zeichen, das nur den dem Kreuze nahen personen, wie dem Hauptmann gegeben wurde, vielleicht hat aber auch Jerusalem das Beben gespürt. Wer da die Lehre der Kirche noch besser kennt, möge mich berichtigen.
Tu excitas, ut laudare te delectet, quia fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.
Augustinus Conf. I. 1

Pilgerer
Beiträge: 2697
Registriert: Freitag 3. Juni 2011, 00:45

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Pilgerer »

Raphael hat geschrieben:Wenn ich - ja, ganz persönlich und subjektiv ich 8/15-Katholik - Fragen zum Glauben habe, dann weiß ich, daß die Kirche mir zuverlässige Antworten geben kann, denn sie ist vom Sohn eingesetzt worden, um die Völker zu lehren. Manche Antworten mögen nicht einfach sein, manche sogar schwierig, aber erfahrungsgemäß bekommt man diese Antworten.
Meiner Ansicht nach bist du als Glied der Kirche zugleich ein Ebenbild Gottes, Christi und der Kirche. Wie Gott die Kirche im Großen rechtleitet, kann er sie auch im Kleinen rechtleiten. Voraussetzung für die Rechtleitung ist, dass Gott als der Höhere und Größere geachtet wird, der sowohl aufgrund seiner Größe als auch aufgrund seiner Liebe und Weisheit es verdient, unser Haupt zu sein. Ob das nun eher protestantisches oder katholisches Denken ist, weiß ich nicht.
ChrisCross hat geschrieben:Johannes hat sein Evangelium ja auch eher als Ergänzung zu den anderen dreien geschrieben, weshalb er eben auch bei Abendmahl und Gleichnissen beispielsweise deutlich ausspart, dafür aber anderes, noch nicht geschriebenes berichtet, was Lehre und taten Jesu betrifft.
Die hese Augustins verdeutlicht das ganz gut: Zuerst schrieb der Apostel Matthäus das Evagelium für die Juden, dann Markus unter dessen Benutzung als Petrusschüler eine "Kurzversion" für die Heiden, und aus beidem hat schließlich Lukas, der Schüler Pauli, bei seiner Recherche sein Evangelium geschrieben. Zuletzt hat Johannes als Apostel das Evangelium verfasst, wobei er die anderen bereits kannte, und so nur wichtiges ergänzen musste, was manche auf den ersten Blick merkwürige Lücke erklärt. Natürlich muss dabei bedacht werden, dass die ersten drei nicht alles genau kopiert haben, sondern in der Tradition schrieben, weshalb manchmal etwas gekürzt wird oder dem Sprachgebrauch angepasst wird, während auch bei Lukas und Markus singuläres auf Grund der Tradition zu finden ist.
Danke für diese ausführliche Erläuterung! Bezüglich der Exegese teile ich den konservativen Ansatz, auf die Kirchenväter zurück zu greifen. Neben der Version von Augustinus gibt es noch die Kirchengeschichte von Eusebius/Cäsarea. Dort schreibt er über das Markus-Evangelium:
"So sehr erleuchtete das Licht der Religion die Herzen der Zuhörer des Petrus, daß sie sich nicht damit begnügen wollten, ihn ein einziges Mal nur gehört zu haben, sie wollten von der Lehre seiner göttlichen Predigt auch Aufzeichnungen besitzen. Daher wandten sie sich mit verschiedenen Bitten an Markus, den Verfasser des Evangeliums, den Begleiter des Petrus, er möchte ihnen schriftliche Erinnerungen an die mündlich vorgetragene Lehre hinterlassen."
Über die anderen Evangelien ist hier mehr zu lesen: http://www.unifr.ch/bkv/kapitel49-23.htm

Die Frage der Widersprüche taucht in der Bibel wiederholt auf. Falls sie Glaubenszweifel auslösen, ist ihre Lösung wichtig. Im Allgemeinen ist aber das Wissen, das zum Heil dient, wichtiger als Wissen, das nur zum Wissen da ist. "12 Wo will man aber die Weisheit finden? Und wo ist die Stätte der Einsicht? ... 23 Gott weiß den Weg zu ihr, er allein kennt ihre Stätte. ... 28 und sprach zum Menschen: Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und meiden das Böse, das ist Einsicht." (Hiob 28)
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Tritonus
Beiträge: 1451
Registriert: Samstag 25. Juni 2011, 03:03

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von Tritonus »

Pit hat geschrieben: Leider versuchen mir immer wieder Menschen zu verdeutlichen, daß z.B. sich das Mk-Evangelium und Joh.-Evang. in Sachen Ostergeschichte widersprechen, weil sie unterschiedliche Aussagen machen.
Vielleicht wollen Dir einige davon gar nichts "verdeutlichen", sondern formulieren nur ihre Fragen überdeutlich. (Weil sie möglicherweise auch schon viele andere gefragt haben und bis jetzt noch keine vernünftige Antwort erhalten haben.)

Konkrete Frage, auf die ich beispielsweise nie eine Antwort erhalten habe: Wann empfingen die Jünger den Heiligen Geist?

Zu Pfingsten? -- Ja und nein. Nach Johannes nämlich schon zu Ostern: "Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben ..." (Joh 20, 21 ff). Nach Johannes scheint Ostern und Geistausgießung praktisch identisch zu sein.

Irgendwelche Erklärungen? (Ich meine die Frage völlig ehrlich; Provokation gehört in diesem Fall nicht zu meinen Absichten.)

P.S. Die weiter oben empfohlene Methode, einfach mal ein paar evangelikale Biblizisten zu fragen, hat bei mir nie funktioniert. :panisch: Fragen dieser Art wurden von ihnen doch meistens als direkte Provokation (selbstverständlich satanischen :ikb_devil2: Ursprungs) empfunden.

Benutzeravatar
overkott
Beiträge: 19634
Registriert: Donnerstag 8. Juni 2006, 11:25

Re: Gibt es Widersprüche im NT?

Beitrag von overkott »

Tritonus hat geschrieben:
Pit hat geschrieben: Leider versuchen mir immer wieder Menschen zu verdeutlichen, daß z.B. sich das Mk-Evangelium und Joh.-Evang. in Sachen Ostergeschichte widersprechen, weil sie unterschiedliche Aussagen machen.
Vielleicht wollen Dir einige davon gar nichts "verdeutlichen", sondern formulieren nur ihre Fragen überdeutlich. (Weil sie möglicherweise auch schon viele andere gefragt haben und bis jetzt noch keine vernünftige Antwort erhalten haben.)

Konkrete Frage, auf die ich beispielsweise nie eine Antwort erhalten habe: Wann empfingen die Jünger den Heiligen Geist?

Zu Pfingsten? -- Ja und nein. Nach Johannes nämlich schon zu Ostern: "Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben ..." (Joh 20, 21 ff). Nach Johannes scheint Ostern und Geistausgießung praktisch identisch zu sein.

Irgendwelche Erklärungen? (Ich meine die Frage völlig ehrlich; Provokation gehört in diesem Fall nicht zu meinen Absichten.)

P.S. Die weiter oben empfohlene Methode, einfach mal ein paar evangelikale Biblizisten zu fragen, hat bei mir nie funktioniert. :panisch: Fragen dieser Art wurden von ihnen doch meistens als direkte Provokation (selbstverständlich satanischen :ikb_devil2: Ursprungs) empfunden.
Schon vor Ostern empfingen die Jünger bei der Sendung den Heiligen Geist ( Mt 10,20 ). Wir haben also ein vorösterliches, ein österliches und ein nachösterliches Motiv. Ostern bekommt dadurch eine Zentralstellung als Kairos und Wendepunkt in der Herzmitte der Geschichte Gottes mit den Menschen. Das neue geistliche Leben mit Christus soll sich natürlich auch in guten Sitten zeigen.

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema