Seite 1 von 1

Kirchliche Sprache

Verfasst: Montag 10. Oktober 2011, 07:57
von overkott
Brauchen wir eine Evangelisierung der Theologie? Mit Evangelisierung ist in diesem Zusammenhang gemeint, die Frohe Botschaft in der Theologie sprachlich stärker durchscheinen zu lassen. Wenn etwa das Konzil, aber auch Theologen heute über Religionsfreiheit reflektieren, operieren sie mit Begriffen wie Diskontinuität, Kontinuität, Reform und Moderne. Dass das etwas mit Buße, Erneuerung und Wandlung zu tun hat, wird auch dem gläubigen Leser nicht auf Anhieb klar. Offenbar sprechen Theologen und auch der Heilige Vater mit Gläubigen und Ungläubigen eine andere Sprache, ohne den Zusammenhang und damit die Aktualität des Evangeliums immer verständlich zu machen. Im Gegenteil hat man den Eindruck, dass Jesus Denken als Denken von Theologen nicht ernst genug genommen und in alle Bereiche von Kirche und Welt von heute übertragen wird. Das führt dazu, dass selbst Christen offenbar nicht mehr verstehen, was etwa offenbar bedeutet. Wir sprechen nicht mehr christlich und verstehen daher unseren eigenen Glauben nicht mehr richtig. Die Konsequenz aus dieser Analyse bedeutet eine Umkehr und Erneuerung theologischer Sprache. Dabei geht es nicht um Rückzug in den Kirchturm und Sprachpflege eines bestimmten Jahrhunderts, sondern um eine Übersetzungsleistung, die die Kontinuität des Evangeliums in der Wandlung der Sprache der verschiedenen Zeiten verständlich macht.

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Montag 10. Oktober 2011, 11:42
von Protasius
overkott hat geschrieben:Wenn etwa das Konzil, aber auch Theologen heute über Religionsfreiheit reflektieren, operieren sie mit Begriffen wie Diskontinuität, Kontinuität, Reform und Moderne. Dass das etwas mit Buße, Erneuerung und Wandlung zu tun hat, wird auch dem gläubigen Leser nicht auf Anhieb klar.
Ich weiß nicht, mit wem du verkehrst, aber diese Transferleistung kann man wohl von jedem verlangen, der weiß, was Kontinuität und Diskontinuität bedeuten. Der Bußaspekt mag vielleicht beim ersten Nachdenken verborgen bleiben, aber der Rest ist m. E. jedem zuzumuten, der einen Schulabschluß hat.

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Montag 10. Oktober 2011, 13:24
von overkott
Protasius hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Wenn etwa das Konzil, aber auch Theologen heute über Religionsfreiheit reflektieren, operieren sie mit Begriffen wie Diskontinuität, Kontinuität, Reform und Moderne. Dass das etwas mit Buße, Erneuerung und Wandlung zu tun hat, wird auch dem gläubigen Leser nicht auf Anhieb klar.
Ich weiß nicht, mit wem du verkehrst, aber diese Transferleistung kann man wohl von jedem verlangen, der weiß, was Kontinuität und Diskontinuität bedeuten. Der Bußaspekt mag vielleicht beim ersten Nachdenken verborgen bleiben, aber der Rest ist m. E. jedem zuzumuten, der einen Schulabschluß hat.
Eben. Deshalb sollten Theologen sich nicht in Wortschwaden hüllen oder vielleicht damit angeben, dass sie die Muttersprache des Herrn beherrschen, sondern durch die Transferleistung in die Sprache ihrer Schüler und Jünger zeigen, dass eine Promotion nicht schlechter ist als ein Schulabschluß.

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Montag 10. Oktober 2011, 18:14
von Reinhard
overkott hat geschrieben:Deshalb sollten Theologen sich nicht in Wortschwaden hüllen ...
Und das schreibst gerade Du ???

Es würde durchaus der Klarheit dienen, wenn Du selber zu einem "ja = ja" und "nein = nein" kommen würdest.
Ohne rhetorischen Ballast und prompte Gegenfragen.
:ja:

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Montag 10. Oktober 2011, 18:18
von Melody
Reinhard hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Deshalb sollten Theologen sich nicht in Wortschwaden hüllen ...
Und das schreibst gerade Du ???

Es würde durchaus der Klarheit dienen, wenn Du selber zu einem "ja = ja" und "nein = nein" kommen würdest.
Ohne rhetorischen Ballast und prompte Gegenfragen.
:daumen-rauf:

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Montag 10. Oktober 2011, 22:06
von Protasius
overkott hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Wenn etwa das Konzil, aber auch Theologen heute über Religionsfreiheit reflektieren, operieren sie mit Begriffen wie Diskontinuität, Kontinuität, Reform und Moderne. Dass das etwas mit Buße, Erneuerung und Wandlung zu tun hat, wird auch dem gläubigen Leser nicht auf Anhieb klar.
Ich weiß nicht, mit wem du verkehrst, aber diese Transferleistung kann man wohl von jedem verlangen, der weiß, was Kontinuität und Diskontinuität bedeuten. Der Bußaspekt mag vielleicht beim ersten Nachdenken verborgen bleiben, aber der Rest ist m. E. jedem zuzumuten, der einen Schulabschluß hat.
Eben. Deshalb sollten Theologen sich nicht in Wortschwaden hüllen oder vielleicht damit angeben, dass sie die Muttersprache des Herrn beherrschen, sondern durch die Transferleistung in die Sprache ihrer Schüler und Jünger zeigen, dass eine Promotion nicht schlechter ist als ein Schulabschluß.
Wie kommst du zu dieser Schlußfolgerung? Ich habe sagen wollen, daß die Transferleistung, aus den Begriffen Kontinuität, Diskontinuität etc. auf Erneuerung und Wandel zu schließen, von jedem Schulabgänger verlangt werden kann, und nicht, daß die Theologen sich einer noch einfacheren Sprache befleißigen müßten, als sie es so schon tun.

Die Theologen, die etwas sagen wollen, sind verständlich; die Karl-Rahner-Fraktion, die sich in Wortschwaden hüllt wie man es sonst nur von den Weihrauchschwaden eines Pontifikalamtes kennt, sagt doch sowieso nichts, daß verständlich ist oder auch nur den Versuch wert wäre (...weniger Jesus und mehr Christus...; was für ein Schwachsinn). Wenn die ihre leeren Worthülsen wegließen, könnten sie Kartäuser werden.

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2011, 16:54
von overkott
Theologieprofessoren haben eine Bringeschuld. Sie müssen sich erklären. Nicht ihre Schüler. Die Transferleistung der Botschaft in die Sprache der Gegenwart muss also von der Theologie in die Gesellschaft hinein als Dienst der Fußwaschung erfolgen.

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2011, 16:57
von Reinhard
overkott hat geschrieben:Theologieprofessoren haben eine Bringeschuld. Sie müssen sich erklären. Nicht ihre Schüler. Die Transferleistung der Botschaft in die Sprache der Gegenwart muss also von der Theologie in die Gesellschaft hinein als Dienst der Fußwaschung erfolgen.
Haben diese Floskeln irgendeine Bedeutung ?

Konkret: wer soll was tun ?   Und was willst Du tun ?

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2011, 17:11
von Raphael
overkott hat geschrieben:Theologieprofessoren haben eine Bringeschuld.
Wo sollen sie denn ihre Schuld hinbringen? :unbeteiligttu:

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2011, 17:37
von Pit
Ich habe nicht Theologie studiert, kann also auch nicht sagen, wie sich Theologieprofessoren ihren Schülern gegenüber äussern, aber da ein Theologieprofessor während der Vorlesung anders spricht, als wenn er zu einem Nichttheologen redet-kein Problem.
Ich finde es schlimmer, daß ich bereits Predigten gehört habe, bei denen ich anschliessend dachte:
"Tolle theologische Vorlesung, aber was hat der gesagt?" :achselzuck:

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2011, 18:13
von Wenzel
Pit hat geschrieben: bei denen ich anschliessend dachte:
"Tolle theologische Vorlesung, aber was hat der gesagt?" :achselzuck:
Aber da hat man wenigsten die Möglichkeit nach dem Redemanuskript zu fragen und evt. mit dem Pfarrer auch noch über die Predigt zu sprechen. Viel schlimmer sind doch die "Predigten" auf Kinder-Niveau, wo vor lauter banaler Einfalt nichts bei rum kommt. Außer tief liegenden Augenlidern vielleicht.

Jede Wissenschaft hat ihre Fachsprache, jede soziale Gruppe hat ihr Sprachniveau und eigentlich hat sogar jeder Verein ein bestimmtes Sprachmuster. -- Möchte man verstehen was die Wissenschaft bzw. die Gruppe meint, dann muß man bei sich selber anfangen die Sprache und die gebräublichen Ausdrücke zu lernen. - Zu erwarten, daß sich einem zugewand wird und sich die Sprache entsprechend dem einzelnen anpasst ist ehr illusorisch.

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2011, 15:48
von overkott
Schlimm wäre eine Formalisierung der Sprache, eine bloße Veräußerlichung, also eine Säkularisierung, wie Jesus sie verstanden hat, - und die Kirche ist da in einer großen Gefahr - bei der quasi die Transponderwelle "rechts" und "tief" das zentrale Element sind, die conditio sine qua non.

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2011, 15:57
von Raphael
Dass du lebst war keine eigene Idee,
und dass du atmest, kein Entschluss von dir.
Vergiss es nie: Dass du lebst war eines anderen Idee,
und dass du atmest, sein Geschenk an Dich !

Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls,
keine Laune der Natur !
Ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.

Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu.
Du bist Du, das ist der Clou, ja der Clou, ja Du bist Du.

Vergiss es nie: Niemand denkt und fühlt und handelt so wie du,
und niemand lächelt, so wie du`s grad tust !
Vergiss es nie: Niemand sieht den Himmel ganz genau wie du,
und niemand hat je, was du weisst, gewusst.

Vergiss es nie: Dein Gesicht hat niemand sonst auf dieser Welt,
und solche Augen hast alleine Du.
Vergiss es nie: Du bist reich, egal ob mit, ob ohne Geld !
Denn du kannst leben, niemand lebt so, wie Du.

Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls,
keine Laune der Natur !
Ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.

Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu.
Du bist Du, das ist der Clou, ja der Clou, ja Du bist Du.

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2011, 16:25
von overkott
Lenk nicht ab.

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2011, 16:30
von Raphael
overkott hat geschrieben:Lenk nicht ab.
Ich lenk' nicht ab sondern um und mache aus der rechten und tiefen Transponderwelle eine linke und hohe! :kussmund:

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2011, 16:36
von overkott
Raphael hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Lenk nicht ab.
Ich lenk' nicht ab sondern um und mache aus der rechten und tiefen Transponderwelle eine linke und hohe! :kussmund:
Das ist eben die aktuelle Umdeutung von Gottes- und Nächstenliebe, von rechts und links, von hoch und tief. Da ist Theologen auch die Heilige Schrift nicht heilig und sie drehen sie genau durch diesen Umdeutungsfleischwolf, um am Ende den Tiefengott herauszubekommen.

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2011, 16:49
von Raphael
overkott hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Lenk nicht ab.
Ich lenk' nicht ab sondern um und mache aus der rechten und tiefen Transponderwelle eine linke und hohe! :kussmund:
Das ist eben die aktuelle Umdeutung von Gottes- und Nächstenliebe, von rechts und links, von hoch und tief.
Es wird nur die Welle abgelenkt und nicht die Liebe! :roll:
overkott hat geschrieben:Da ist Theologen auch die Heilige Schrift nicht heilig und sie drehen sie genau durch diesen Umdeutungsfleischwolf, um am Ende den Tiefengott herauszubekommen.
Soviel Selbstkritik im 3D-Format hätt' ich Dir gar nicht zugetraut, ovi! :klatsch:
Gut, daß Du mich noch überraschen kannst .........

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2011, 17:02
von overkott
Raphael hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Lenk nicht ab.
Ich lenk' nicht ab sondern um und mache aus der rechten und tiefen Transponderwelle eine linke und hohe! :kussmund:
Das ist eben die aktuelle Umdeutung von Gottes- und Nächstenliebe, von rechts und links, von hoch und tief.
Es wird nur die Welle abgelenkt und nicht die Liebe! :roll:
Ich bitte dich.

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2011, 17:38
von Raphael
overkott hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Lenk nicht ab.
Ich lenk' nicht ab sondern um und mache aus der rechten und tiefen Transponderwelle eine linke und hohe! :kussmund:
Das ist eben die aktuelle Umdeutung von Gottes- und Nächstenliebe, von rechts und links, von hoch und tief.
Es wird nur die Welle abgelenkt und nicht die Liebe! :roll:
Ich bitte dich.
Worum? :pfeif:
Glaubst Du wirklich, die Liebe würde sich umlenken lassen? :roll:

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Freitag 14. Oktober 2011, 07:09
von Raphael
@ ovi
Raphael hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:Ich lenk' nicht ab sondern um und mache aus der rechten und tiefen Transponderwelle eine linke und hohe! :kussmund:
Das ist eben die aktuelle Umdeutung von Gottes- und Nächstenliebe, von rechts und links, von hoch und tief.
Es wird nur die Welle abgelenkt und nicht die Liebe! :roll:
Ich bitte dich.
Worum? :pfeif:
Glaubst Du wirklich, die Liebe würde sich umlenken lassen? :roll:
Damit Du besser verstehst, warum ich nachfrage:
Die Liebe hört niemals auf, (1 Kor 13, 8a)
Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. (Röm 8, 38 f.)

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Freitag 14. Oktober 2011, 11:33
von overkott
Schon verschoben.

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Freitag 14. Oktober 2011, 13:37
von Niels
overkott hat geschrieben:Schon verschoben.
:hae?:

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Freitag 14. Oktober 2011, 13:54
von Raphael
Niels hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Schon verschoben.
:hae?:
Ovi meint wohl, daß ich auf einer Frequenz sende, die er nicht empfangen kann bzw. will. :hmm:

Beste Grüße
Raphael
kirchlich geprüfter Ovi-Exeget 8)

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Freitag 14. Oktober 2011, 14:01
von Niels
Kann Ovi Deine Sendung auch in 3D empfangen?

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Samstag 22. Oktober 2011, 17:50
von overkott
Wer ist Ovid und wer Ovist?

Re: Kirchliche Sprache

Verfasst: Samstag 22. Oktober 2011, 19:31
von Niels
overkott hat geschrieben:Wer ist Ovid und wer Ovist?
Den Ovid kenne ich.
Aber keinen Ovist. :achselzuck:
Wohl den hier (als alter Pilzsammler):

Bild