Zur Ergänzung noch die Definition der Gewißheit des hl. Thomas (III Sent. d.26, q.2, a.4):
Certitudo est firmitas adhaesionis virtutis cognoscitivae in suum cognoscibile.
Der Einteilung in die oben erwähnten 3 Arten der Gewißheit erfolgt
ratione motivi:
- certitudo metaphysica: diese ist vom Wesen der Dinge abhängig => absolute Gewißheit (gilt z.B. für die obersten Moralprinzipien)
- certitudo physica: sie ist von der gegenwärtigen physischen Ordnung abhängig, d.h. sie ergibt sich aus dieser (Abweichungen kann es z.B. durch ein Wunder geben)
- certitudo moralis: ist von einem moralischen Gesetz oder der moralischen Ordnung der Dinge abhängig
Ergänzend kann das eine oder andere auch in der
Moralphilosophie von Cathrein nachgelesen werden (Seite 427)
Fazit:
Den Begriff der "moralischen Gewißheit" gibt es (in der Moraltheologie) wirklich, ob jedoch in den beiden von Dir angeführten Beispielen die Herren wissen von was sie reden lasse ich dahingestellt.