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Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Mittwoch 4. November 2009, 19:48
von ad-fontes
..oder erlischt das "unauslöschliche Prägemal" mit dem irdischen Tod?

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Mittwoch 4. November 2009, 22:52
von Bernado
ad-fontes hat geschrieben:..oder erlischt das "unauslöschliche Prägemal" mit dem irdischen Tod?
Wie kommst du den darauf? Taufe, Firmung und Priesterweihe verleihen der Seele (und nicht dem Fell) des Menschen ein unverlierbares Merkmal, das auch mit dem Tode nicht erlischt - auch dann nicht, wenn der KKK letzteres nicht der besonderen Erwähnung wert findet.

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Donnerstag 5. November 2009, 08:50
von Robert Ketelhohn
Der Seele im Zustand der gefallenen Natur. (Und mit ihr
selbstverständlich auch dem Leib, dessen Form sie ist.)

Wenn aber die Natur der Seele insgesamt wiederhergestellt
und der Leib verklärt ist …?

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Donnerstag 5. November 2009, 09:32
von Seraph
Ich verstehe das Du bist Priester auf ewig im wörtlichen Sinne.

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Donnerstag 5. November 2009, 11:22
von Robert Ketelhohn
Gewiß doch. Und wem gilt das?

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Donnerstag 5. November 2009, 13:14
von Seraph
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Gewiß doch. Und wem gilt das?
Sowohl dem Sohn Gottes als auch dem, dem es die Kirche bei seiner Priesterweihe zusagt.

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Donnerstag 5. November 2009, 13:47
von Robert Ketelhohn
Seraph hat geschrieben:als auch dem, dem es die Kirche bei seiner Priesterweihe zusagt
… und zu dessen Leib die Hostie dann auch folgerichtig wird,
wenn er die Zauberworte spricht: »Das ist mein Leib«?

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Donnerstag 5. November 2009, 14:30
von Raphael
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Seraph hat geschrieben:als auch dem, dem es die Kirche bei seiner Priesterweihe zusagt
… und zu dessen Leib die Hostie dann auch folgerichtig wird,
wenn er die Zauberworte spricht: »Das ist mein Leib«?
Fiese Möpp!

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Freitag 6. November 2009, 01:29
von Robert Ketelhohn
Wie meinen?

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Freitag 6. November 2009, 12:19
von Seraph
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Seraph hat geschrieben:als auch dem, dem es die Kirche bei seiner Priesterweihe zusagt
… und zu dessen Leib die Hostie dann auch folgerichtig wird,
wenn er die Zauberworte spricht: »Das ist mein Leib«?
Quod scripsi, scripsi.

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Freitag 6. November 2009, 12:29
von Raphael
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Wie meinen?
Ich meine, daß Deine Frage ein völlig überflüssiger rhetorischer Untergriff ist! :hmm:

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Freitag 6. November 2009, 12:55
von Robert Ketelhohn
Die Sakramente öffnen uns in diesem Tal der Tränen ein Fenster zur himmlischen
Liturgie, durch welches diese hereinbricht. Was könnte droben ein solches Fenster
nützen? Wie könnte es überhaupt existieren? Woher – wohin?

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Freitag 6. November 2009, 12:56
von Robert Ketelhohn
Raphael hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Wie meinen?
Ich meine, daß Deine Frage ein völlig überflüssiger rhetorischer Untergriff ist! :hmm:
Nein, sondern sie trifft genau den Punkt.

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Freitag 6. November 2009, 13:29
von Senensis
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Die Sakramente öffnen uns in diesem Tal der Tränen ein Fenster zur himmlischen
Liturgie, durch welches diese hereinbricht. Was könnte droben ein solches Fenster
nützen? Wie könnte es überhaupt existieren? Woher – wohin?
Immerhin ist es interessant, daß die kirchliche Tradition in der Liturgie immer Unterscheidungen zwischen den Heiligen beläßt - Bekenner, Propheten, Martyrer... schon im Te Deum.
Es ist ja so, daß unser Leib auferstehen wird - verklärt, aber doch genau unser Leib. Wenn also sogar der Leib mit seinen Eigenheiten in der Ewigkeit seinen Platz hat, warum sollte dann das "unauslöschliche Prägemal" auf einmal keine Bedeutung mehr haben? Gott ist ja nicht ein Gott, der uns in der Ewigkeit, man verzeihe mir: sozusagen am Himmelstor durch eine Einheitsschablone drückt, damit wir alle uniform und einheitlich im Himmel ankommen.

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Freitag 6. November 2009, 13:33
von Raphael
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Wie meinen?
Ich meine, daß Deine Frage ein völlig überflüssiger rhetorischer Untergriff ist! :hmm:
Nein, sondern sie trifft genau den Punkt.
Seraph hatte Dir jedoch in seinen Ausführungen keinen Anlaß zu dieser Nachfrage gegeben!

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Freitag 6. November 2009, 14:45
von Robert Ketelhohn
Du hast wirklich nicht verstanden, weshalb ich fragte. :heul:

Die selbstverständlich notwendig negative Antwort sollte zum Überdenken der
vorigen eignen, genau analogen Aussage führen.

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Freitag 6. November 2009, 14:49
von Raphael
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Du hast wirklich nicht verstanden, weshalb ich fragte. :heul:
...........
Sorry, ich steh' wahrscheinlich auf der Leitung, aber weiß nicht auf welcher! :achselzuck:

Re: Character indelebilis - auch über den Tod hinaus?

Verfasst: Freitag 6. November 2009, 15:52
von Bernado
Senensis hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Die Sakramente öffnen uns in diesem Tal der Tränen ein Fenster zur himmlischen
Liturgie, durch welches diese hereinbricht. Was könnte droben ein solches Fenster
nützen? Wie könnte es überhaupt existieren? Woher – wohin?
Immerhin ist es interessant, daß die kirchliche Tradition in der Liturgie immer Unterscheidungen zwischen den Heiligen beläßt - Bekenner, Propheten, Martyrer... schon im Te Deum.
Es ist ja so, daß unser Leib auferstehen wird - verklärt, aber doch genau unser Leib. Wenn also sogar der Leib mit seinen Eigenheiten in der Ewigkeit seinen Platz hat, warum sollte dann das "unauslöschliche Prägemal" auf einmal keine Bedeutung mehr haben? Gott ist ja nicht ein Gott, der uns in der Ewigkeit, man verzeihe mir: sozusagen am Himmelstor durch eine Einheitsschablone drückt, damit wir alle uniform und einheitlich im Himmel ankommen.
Ja, entspricht sehr meiner Vorstellung.

Die Lehre der Tradition - ich weiß nicht, wie man das heute handhabt, wahrscheinlich überhaupt nicht - kennt ja auch eine Art Rangstufen in Graden der Seligkeit. Zwar ist eine jede Seele als Gefäß der Seligkeit bis zum Rand gefüllt - doch sind diese Gefäße sozusagen von sehr verschiedener Größe.

Die Vorstellung unterschiedlicher Nähe zum Thron der Herrlichkeit war zumindest in feudalen Zeiten auch den Theologen, die über dne Himmel nachdachten, sehr geläufig.

Scott Hahn, mit dem man nicht immer übereinstimmen mag, behandelt in seinem Buch "Das Mahl des Lammes - die Messe als Himmel auf Erden" die irdische Liturgie als blasse Widerspiegelung der Liturgie im himmlischen Jerusalem. Die beschreibt er wesentlich nach der geheimen Offenbarung, und dort sieht er auch Priester um den Altar des Lammes versammelt. Wenn ich die Stelle in dem etwas unaufgeräumten Werk finde, poste ich sie hier rein.