Für die Ökumene sicher von großem Wert.Niels hat geschrieben:Lies mal zum Thema "Wunder" das Buch von C.S. Lewis.overkott hat geschrieben:Leute, bitte Argumente und keine apologetischen Rechthabereien.
Eine weiter führende Frage wäre: Wie verhalten sich Allmacht und Wunder? Gibt es Ausnahmen von scheinbaren Naturgesetzen? Ist der kalendarische Frühlingsanfang ein Naturgesetz? Was geschieht, wenn der liebe Gott schon am 28. Februar die Sonne scheinen lässt oder sich mit dem Frühlingsanfang etwas verspätet? Wie sind eigentlich theologisch Anomalien im Panoptikum zu bewerten?
Inwieweit wird eine positive Überraschung gläubig als Wunder angenommen?
Allmachtsparadoxon
Re: Allmachtsparadoxon
Re: Allmachtsparadoxon
Auch für unser Thema. 
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta
Re: Allmachtsparadoxon
Wer sich nicht mit bloßen Schlagworten ( Raphael, vielleicht auch Niels ) begnügen will, findet hier eine eher diskursive Auseinandersetzung:
http://www.gavagai.de/philrezi/th/HHPRZTH16.htm
Der franziskanische Ansatz bei Bonaventura ist, den Glauben von der Schrift her zu denken, die Grundrechenarten und das ABC des Glaubens wiederzuentdecken und die Bibel wie eine Gitarre zu verstehen, deren Saiten nicht einzeln gut klingen, sondern harmonisch im Akkord. Wer sich dabei zunächst philologisch um den Wortsinn bemüht, wird die Vielfalt der Möglichkeiten entdecken. Er wird verstehen, was Sinnbilder und Parabeln bedeuten, den Tempel als Bild für den Leib, Abriss und Wiederaufbau als Bild für Tod und Auferstehung etwa. Er wird feststellen, dass mit der Auferstehung in vergeistigter Weise etwas Neues beginnt. Die Vergeistigung wiederum setzt Tugendkräfte frei, die zu bewundernswerten Werken führen, zu Wundern, in denen Gottes Handeln in Nächstenliebe erfahrbar wird.
http://www.gavagai.de/philrezi/th/HHPRZTH16.htm
Der franziskanische Ansatz bei Bonaventura ist, den Glauben von der Schrift her zu denken, die Grundrechenarten und das ABC des Glaubens wiederzuentdecken und die Bibel wie eine Gitarre zu verstehen, deren Saiten nicht einzeln gut klingen, sondern harmonisch im Akkord. Wer sich dabei zunächst philologisch um den Wortsinn bemüht, wird die Vielfalt der Möglichkeiten entdecken. Er wird verstehen, was Sinnbilder und Parabeln bedeuten, den Tempel als Bild für den Leib, Abriss und Wiederaufbau als Bild für Tod und Auferstehung etwa. Er wird feststellen, dass mit der Auferstehung in vergeistigter Weise etwas Neues beginnt. Die Vergeistigung wiederum setzt Tugendkräfte frei, die zu bewundernswerten Werken führen, zu Wundern, in denen Gottes Handeln in Nächstenliebe erfahrbar wird.
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Raphael
Re: Allmachtsparadoxon
Dann laß uns 'mal von Deiner Gottesdefinition ausgehen: Gott ist derjenige, der alles in allem wirkt!
Grammatikalisch korrekt, mithin erste Prüfung bestanden!
Was jedoch auffällt ist, daß zweimal "alles" enthalten ist; mathematisch gesprochen wird also "alles" quadriert.
Welcher Sinn sollte damit ausgedrückt werden, wo doch "alles" bereits "alles" ist? Was kann es noch mehr als "alles" geben?
Die einzig sinnvolle Lösung des Problems erscheint mir zu sein, daß Gott mehr als "alles" ist. Gott ist alles hoch 2, eben zum Quadrat.
Aber was ist nun erreicht? Haben wir Gott verständlicher gemacht? Haben wir IHN zugänglicher gemacht? Kommt ER nun den Menschen näher, die IHN doch so dringend zum ihrem eigenen Wohl brauchen?
Klare Antwort: Nein!
Gott ist noch unverständlicher, ferner und unnahbarer geworden, weil wir astrophysikalischen Theologismus betrieben haben und nicht in den überlieferten Bildern reden, die Jesus Christus zur Heilung der Seelen gelehrt hat.
Wenn aber Quadrierung das Verständnis-Problem des Menschen hinsichtlich Gottes Allmacht nicht lösen kann, dann kann es möglicherweise die entgegengesetzte Operation, nämlich eine Teilung von "alles"; und zwar die Aufteilung in ein ewiges "alles" und ein zeitliches "alles".
Und aus dieser Aufteilung resultiert dann auch eine Teleologie für das gesamte menschliche Leben, die taddeo hier im Forum einmal so völlig zutreffend umrissen hat: Laß uns die zeitlichen Güter so gebrauchen, daß wir die ewigen nicht verlieren!
Grammatikalisch korrekt, mithin erste Prüfung bestanden!
Was jedoch auffällt ist, daß zweimal "alles" enthalten ist; mathematisch gesprochen wird also "alles" quadriert.
Welcher Sinn sollte damit ausgedrückt werden, wo doch "alles" bereits "alles" ist? Was kann es noch mehr als "alles" geben?
Die einzig sinnvolle Lösung des Problems erscheint mir zu sein, daß Gott mehr als "alles" ist. Gott ist alles hoch 2, eben zum Quadrat.
Aber was ist nun erreicht? Haben wir Gott verständlicher gemacht? Haben wir IHN zugänglicher gemacht? Kommt ER nun den Menschen näher, die IHN doch so dringend zum ihrem eigenen Wohl brauchen?
Klare Antwort: Nein!
Gott ist noch unverständlicher, ferner und unnahbarer geworden, weil wir astrophysikalischen Theologismus betrieben haben und nicht in den überlieferten Bildern reden, die Jesus Christus zur Heilung der Seelen gelehrt hat.
Wenn aber Quadrierung das Verständnis-Problem des Menschen hinsichtlich Gottes Allmacht nicht lösen kann, dann kann es möglicherweise die entgegengesetzte Operation, nämlich eine Teilung von "alles"; und zwar die Aufteilung in ein ewiges "alles" und ein zeitliches "alles".
Und aus dieser Aufteilung resultiert dann auch eine Teleologie für das gesamte menschliche Leben, die taddeo hier im Forum einmal so völlig zutreffend umrissen hat: Laß uns die zeitlichen Güter so gebrauchen, daß wir die ewigen nicht verlieren!
Re: Allmachtsparadoxon
Ich bin da ja gar nicht gegen, aber du musst mir nicht Formulierungen in den Mund legen, um dann deine eigenen Ideen zu widerlegen:Raphael hat geschrieben:Dann laß uns 'mal von Deiner Gottesdefinition ausgehen: Gott ist derjenige, der alles in allem wirkt!
Grammatikalisch korrekt, mithin erste Prüfung bestanden!![]()
Welche rhetorische Figur ist "alles in allem"?Was jedoch auffällt ist, daß zweimal "alles" enthalten ist; mathematisch gesprochen wird also "alles" quadriert.
Welcher Sinn sollte damit ausgedrückt werden, wo doch "alles" bereits "alles" ist? Was kann es noch mehr als "alles" geben?
Mit "sola", also dem "einzig sinnvollen" ist auch in der Kirchengeschichte schon manches Problem entstanden.Die einzig sinnvolle Lösung des Problems erscheint mir zu sein, daß Gott mehr als "alles" ist. Gott ist alles hoch 2, eben zum Quadrat.
Also, vorsichtig mit "sola".Aber was ist nun erreicht? Haben wir Gott verständlicher gemacht? Haben wir IHN zugänglicher gemacht? Kommt ER nun den Menschen näher, die IHN doch so dringend zum ihrem eigenen Wohl brauchen?
Klare Antwort: Nein!![]()
Die zeitlichen Güter sind die weltlichen, körperlichen, die ewigen die himmlischen, geistigen. Gehen wir also mit den Dingen um, wie es der Gottes- und Nächstenliebe entspricht. Denn Gott ist die Liebe.taddeo hier im Forum einmal so völlig zutreffend umrissen hat: Laß uns die zeitlichen Güter so gebrauchen, daß wir die ewigen nicht verlieren!
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Raphael
Re: Allmachtsparadoxon
Ach, hattest Du nicht 'mal folgendes hier zum Besten gegeben?overkott hat geschrieben:Ich bin da ja gar nicht gegen, aber du musst mir nicht Formulierungen in den Mund legen, um dann deine eigenen Ideen zu widerlegen:Raphael hat geschrieben:Dann laß uns 'mal von Deiner Gottesdefinition ausgehen: Gott ist derjenige, der alles in allem wirkt!
Grammatikalisch korrekt, mithin erste Prüfung bestanden!![]()
overkott hat geschrieben:Wenn wir die Bibel und die Augen öffnen, sehen wir die Allgegenwart Gottes in der Schöpfung und sein Wirken darin. Mit den Augen der Vernunft nehmen wir ihn nicht nur als denjenigen wahr, der alles gemacht hat, sondern auch als den, der alles erhält. Er wirkt in der Vernunft und im Herzen der Menschen als Logos und Liebe. Er ist das Sakrament des Wortes und der Gegenwart. Er ist das Sein und die Zeit, Anfang und Omega.
Ja, wer soll das denn wissen, wenn nicht Du?overkott hat geschrieben:Welche rhetorische Figur ist "alles in allem"?Raphael hat geschrieben:Was jedoch auffällt ist, daß zweimal "alles" enthalten ist; mathematisch gesprochen wird also "alles" quadriert.
Welcher Sinn sollte damit ausgedrückt werden, wo doch "alles" bereits "alles" ist? Was kann es noch mehr als "alles" geben?
Und wieso hast Du dann dieses Problem bislang noch nicht gelöst?overkott hat geschrieben:Mit "sola", also dem "einzig sinnvollen" ist auch in der Kirchengeschichte schon manches Problem entstanden.Raphael hat geschrieben:Die einzig sinnvolle Lösung des Problems erscheint mir zu sein, daß Gott mehr als "alles" ist. Gott ist alles hoch 2, eben zum Quadrat.
Sach ich doch!overkott hat geschrieben:Also, vorsichtig mit "sola".Raphael hat geschrieben:Aber was ist nun erreicht? Haben wir Gott verständlicher gemacht? Haben wir IHN zugänglicher gemacht? Kommt ER nun den Menschen näher, die IHN doch so dringend zum ihrem eigenen Wohl brauchen?
Klare Antwort: Nein!![]()
Du sollst nicht den amtierenden Papst paraphrasieren, sondern Argumente vortragen, damit hier ordentlich disputiert werden kann!overkott hat geschrieben:Denn Gott ist die Liebe.