Ich dachte, die Quelle - nämlich Papias' Werk - ist uns, anders als dem Euseb, nicht erhalten?Robert Ketelhohn hat geschrieben: wenn man sich also von Eusebs Interpretation löst und die Quelle selber anschaut, wird klar, daß sie jene Interpretation auch nicht im Ansatz hergibt. – Sehr bedauerlich, das.
Johannesevangelium - Verfasser?
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.
- Robert Ketelhohn
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Ich versthe nicht wa daran so schlimm sein sollte etwas tradiertes später schriftlich niederzulegen? Die Schrift ist großteils so entstanden.
Wenn nun Johannes ausgehend vom Evangelium philosophisch angehaucht war, dann ist es nicht verwunderlich wenn sich eine Schule um ihn gebildet hat wie Benedikt vermutet. Wäre auch nicht etwas "untraditionelles" für Israel, Prophetenschulen sind was durchaus normales für das AT, mann kann sie durchaus als Pendant zu den gr. Philosophenschulen sehen. Wenn also Roberts Heinblöd als Schüler des Johannes die Tradierung niederschrieb, bleibt es noch immer das Evangelium des Johannes. Wenn ich zur Sekretärin rüberlaufe und ihr vom Inhalt ausgehend erkläre was sie zu schreiben hat und ich das Fax danach unterzeichne wird das mein Fax sein, auch wenn sie die Worte und den Stil beigesteuert hat so ist es doch mein Inhalt.
Es ist also zwar interresant wer nun wirklich welches Evangelium, Brief oder sonstwas verfasst hat und in welcher Beziehung er zur namensgebenden Autorität stand, für die Offenbarung und die Inspiration Gottes ist das aber letztenendes unereheblich.
LG
Fiore
Wenn nun Johannes ausgehend vom Evangelium philosophisch angehaucht war, dann ist es nicht verwunderlich wenn sich eine Schule um ihn gebildet hat wie Benedikt vermutet. Wäre auch nicht etwas "untraditionelles" für Israel, Prophetenschulen sind was durchaus normales für das AT, mann kann sie durchaus als Pendant zu den gr. Philosophenschulen sehen. Wenn also Roberts Heinblöd als Schüler des Johannes die Tradierung niederschrieb, bleibt es noch immer das Evangelium des Johannes. Wenn ich zur Sekretärin rüberlaufe und ihr vom Inhalt ausgehend erkläre was sie zu schreiben hat und ich das Fax danach unterzeichne wird das mein Fax sein, auch wenn sie die Worte und den Stil beigesteuert hat so ist es doch mein Inhalt.
Es ist also zwar interresant wer nun wirklich welches Evangelium, Brief oder sonstwas verfasst hat und in welcher Beziehung er zur namensgebenden Autorität stand, für die Offenbarung und die Inspiration Gottes ist das aber letztenendes unereheblich.
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Fiore
Einer ist Gesetzgeber und Richter, er, der die Macht hat, zu retten oder zu verderben. Wer aber bist du, daß du den Nächsten richtest? (Jak4,12)
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas
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- Robert Ketelhohn
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Das ist aber völlig grundlose, ohne Anhaltspunkt in der Luft schwebende Spekulation. Deine Sekretärin wird auch kaum das hellenistische Element beigesteuert haben.
Gestern ging es mir um die Wiederholung eines Punkts: Eusebs „Presbyter Johannes“, der vom Apostel dieses Namens verschieden sein soll, ist ein Hirngespinst, welches der von Euseb als Zeuge zitierte Text selbst eindeutig und unzweifelhaft widerlegt.
Der zweite, von mir gestern nicht angesprochene Hauptpunkt der Geschichte ist die Absurdität der Vorstellung, Johannes der Apostel sei ein minderbemittelter Fischersohn gewesen, der könne doch nicht dies hochphilosophische Evangelium geschrieben haben. (Wobei diese dämliche Vorstellung beileibe nicht von allen Exegeten geteilt wird, die auf Eusebs Mißdeutung hereinfallen, auch von Benedikt XVI. nicht.)
Gestern ging es mir um die Wiederholung eines Punkts: Eusebs „Presbyter Johannes“, der vom Apostel dieses Namens verschieden sein soll, ist ein Hirngespinst, welches der von Euseb als Zeuge zitierte Text selbst eindeutig und unzweifelhaft widerlegt.
Der zweite, von mir gestern nicht angesprochene Hauptpunkt der Geschichte ist die Absurdität der Vorstellung, Johannes der Apostel sei ein minderbemittelter Fischersohn gewesen, der könne doch nicht dies hochphilosophische Evangelium geschrieben haben. (Wobei diese dämliche Vorstellung beileibe nicht von allen Exegeten geteilt wird, die auf Eusebs Mißdeutung hereinfallen, auch von Benedikt XVI. nicht.)
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.
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Ich wollte nur Aufzeigen das es im Endefeckt egal ist. Was die Thesen betrifft, haben alle mehr oder weniger gute Argumente. Im Endefeckt ist es Egal denn es geht auf einen Apostel zurück, wer das schriftlich tradierte ist Nebensächlich.Gestern gin es mir um die Wiederholung eines Punkts: Eusebs „Presbyter Johannes“, der vom Apostel dieses Namens verschieden sein soll, ist ein Hirngespinst, welches der von Euseb als Zeuge zitierte Text selbst eindeutig und unzweifelhaft widerlegt.
Leider projezieren wir unsere Vorstellung oft in die VErgangenheit. Das gleiche geschieht ja auch bei der Armutsfrage. Petrus kann für damalige Verhältnisse kaum als arme Maus bezeichnet werden. Er war im heutigen Sinne wohl eher ein Mittelständischer Unternhehmer.Der zweite, von mir gestern nicht angesprochene Hauptpunkt der Geschichte ist die Absurdität der Vorstellung, Johannes der Apostel sei ein minderbemittelter Fischersohn gewesen, der könne doch nicht dies hochphilosophische Evangelium geschrieben haben.
LG
Firoe
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Raphaela
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Es gibt verschiedene Versionen, wer denn nun das Johannesevangelium geschrieben hat. - In der Volksfrömmigkeit heißt es auf alle Fälle, dass es der Apostel Johannnes war.
Viel ist mir von meinem Studium nicht mehr hängen geblieben, wer es denn nun tatsächlich war, aber eine Sache, die unser Dozent bemerkte und die vielleicht jeden etwas zu denken gibt: "Da im Johannesevangelium immer wieder vom Lieblingsjünger Jesu geschrieben wird [wobei hier nie der Name Johannes erwähnt wird], dachte man immer dass diedse Evangelium vom Apostel sei. - Aber es soll uns vor allem dazu anregen, wie der Lieblingsjünger Jesu zu handeln; SEIN Lieblingsjünger sollen wir sein wollen."
Viel ist mir von meinem Studium nicht mehr hängen geblieben, wer es denn nun tatsächlich war, aber eine Sache, die unser Dozent bemerkte und die vielleicht jeden etwas zu denken gibt: "Da im Johannesevangelium immer wieder vom Lieblingsjünger Jesu geschrieben wird [wobei hier nie der Name Johannes erwähnt wird], dachte man immer dass diedse Evangelium vom Apostel sei. - Aber es soll uns vor allem dazu anregen, wie der Lieblingsjünger Jesu zu handeln; SEIN Lieblingsjünger sollen wir sein wollen."
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ieromonach
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Verfasser
+ Also, ich verstehe nichts. In der Überschrift steht das Wörtlein "kata" und das ist in deutscher Sprache wohl "nach". Nehmen wir doch das heilige Evangelium wie es ist "nach Johannes". Der Inhalt ist wichtig und die Überlieferung ist eben "nach Johannes". Ihr Lateiner seid schon manchmal wundersam
+ P. Theodoros
Re: Verfasser
Das ist auch unser Problem und fehlt das mystisch-philosophische-Kurvendenk-Gen von euch, wir sind nüchterne Geradeausdenker die immer gerne alles aufdrödeln und sezieren und verlieren uns deshalb immer gerne in Details und Spannungen zwischen scheinbar entgegenstehenden Texten wie sie in der Schrift vorkommen machen uns verrrückt.ieromonach hat geschrieben:+ Also, ich verstehe nichts. In der Überschrift steht das Wörtlein "kata" und das ist in deutscher Sprache wohl "nach". Nehmen wir doch das heilige Evangelium wie es ist "nach Johannes". Der Inhalt ist wichtig und die Überlieferung ist eben "nach Johannes". Ihr Lateiner seid schon manchmal wundersam+ P. Theodoros
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Fiore
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Re: Verfasser
Nicht umsonst kamen schon in der Antike die berühmteren Rechtsanwälte und Techniker aus dem Westen und die Philosophen aus dem Osten. Daran hat sich nur wenig geändert.FioreGraz hat geschrieben:Das ist auch unser Problem und fehlt das mystisch-philosophische-Kurvendenk-Gen von euch, wir sind nüchterne Geradeausdenker die immer gerne alles aufdrödeln und sezieren ...ieromonach hat geschrieben:Ihr Lateiner seid schon manchmal wundersam
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Re: Verfasser
Heute in der Messe (gefiel mir gut)" Vernehmt das Evangelium Jesu Christi nach Johannes" (und nein ich war nicht bei den unierten, ich war bei den Gustln äh Augustinern)ieromonach hat geschrieben:+ Also, ich verstehe nichts. In der Überschrift steht das Wörtlein "kata" und das ist in deutscher Sprache wohl "nach". Nehmen wir doch das heilige Evangelium wie es ist "nach Johannes". Der Inhalt ist wichtig und die Überlieferung ist eben "nach Johannes". Ihr Lateiner seid schon manchmal wundersam+ P. Theodoros
Linus, ich soll Pierre nicht an seiner Schürze ziehen.
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
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