Traditionstreue contra Charismatiker warum ?

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
Kurt
Beiträge: 1486
Registriert: Montag 5. Februar 2007, 22:29

Beitrag von Kurt »

Die katholische Kirche versteht unter den sieben Geistesgaben (=Charismen) traditionell die folgenden (lt. Jes 11,2f):

* Weisheit
* Verstand / Einsicht
* Rat
* Stärke
* Erkenntnis / (heilige) Wissenschaft
* Frömmigkeit
* Gottesfurcht

Die charismatischen Pfingstler hingegen:

* Prophetie/Weissagung (Röm 12)
* Zungenrede
* Auslegung der Zungenrede
* Krankenheilung
* Wundertaten
* Weisheit/Erkenntnis
* Geisterunterscheidung
* Lehren/Predigt (Röm 12)
* (Gemeinde-)Leitung (Röm 12)
* Hirtendienst/Seelsorge
* Evangelisation
* Gebet
* Ermahnung (Röm 12)
und berufen sich auf 1 Kor 14,12:

"So auch ihr: da ihr euch bemüht um die Gaben des Geistes, so trachtet danach, dass ihr die Gemeinde erbaut und alles reichlich habt."

Hier erkennt man die calvinsche Ekklesiologie wieder, die ja die auf die katholischen Kriterien verzichten muß und die Ortsgemeinde der Gläubigen in den Vordergrund stellt.

Die katholischen charismatischen Bewegungen teilen m.W. wegen ihres über"konfessionellen" Charakters diese Ekklesiologie und stehen damit im Widerspruch zur lehramtlichen Ekklesiologie.

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anneke6
Beiträge: 8493
Registriert: Montag 19. September 2005, 12:27

Beitrag von anneke6 »

Jaja, materieller Segen und Calvinisten…das paßt zusammen mit Butter und Brot.
???

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Yeti
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Registriert: Donnerstag 10. Februar 2005, 14:39
Wohnort: In the middle of the Ländle

Beitrag von Yeti »

Während des Studiums wohnte ich in dem Haus meiner Studentenverbindung (W.k.St.V. Unitas). Dort war ich zwar der einzige Theologe, aber hatte ständig Umgang mit einem sehr traditionalistischen Bundesbruder und einem in der charism. Erneuerungsbewegung sehr involvierten Bundesbruder. Im Unterschied zum Traditionalisten, der lediglich dadurch auffiel, daß er ständig auffallend gut und ordentlich gekleidet war und ein Bild von Pius XII. im Zimmer hatte, fiel der andere dadurch auf, daß er einen gänzlich gegensätzlichen Kleidungsstil an den Tag legte (Cargo-Hosen, Schlabber-Pulli, Kapuzenpulli etc.) und nach einem Wochenende beim Prayerfestival schon mal behauptete, er hätte einen Neuankömmling "gefirmt". Man darf dreimal raten, mit wem ich öfter und lieber Kontakt hatte. Ach ja: der Charismat war von Therese von Lisieux ganz begeistert, besonders von ihrem "Kleinen Weg", den er aber aufgrund seiner chronischen Konfliktscheue sehr eigenwillig auslegte: einfach allen Diskussionen aus dem Weg gehen. Wer den dänischen Film "Adams Äpfel" kennt: der evangelische Pastor vor seiner "Heilung". Genau dieser Typ. Ich hab lieber Umgang mit Traditionalisten, von der anderen Seite kommt mir zuviel Unverbindliches und vielleicht auch eine zu lockig-flockige Oberflächlichkeit. Dafür nehme ich sogar in Kauf, einem Tradi zwei Stunden lang zuzuhören, was er über Messgewänder denkt!
Gruß, Yeti

maliems
Beiträge: 2742
Registriert: Dienstag 24. Juli 2007, 22:36

Beitrag von maliems »

Yeti hat geschrieben: Dafür nehme ich sogar in Kauf, einem Tradi zwei Stunden lang zuzuhören, was er über Messgewänder denkt!
Gruß, Yeti
hö hö. lach mich schlapp. :freude:

da selber tradi sehe ich das tip top genauso :ikb_cheers:

prost

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incarnata
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Registriert: Mittwoch 8. November 2006, 01:11

Beitrag von incarnata »

Ich hab mehrere Pius XII Bildchen mit eingeklebtem mini-Teilchen vom Papstgewand und Bittgebet um die Erhebung zur Ehre der Altäre und ein Buch über die kleine Theres,die auch in meinem Namen steckt und die ich je nach Sitution abwechselnd mit der grossen verehre.Der kleine Weg ist allerdings,da überall anwendbar im täglchen Leben schon ziemlich genial.Bezüglich der Kleidung finde ich,daß bestimmte Orte bestimmte Kleidung erfordern,woran man sich halten sollte, allerdings habe ich oft irgendwo einen Fleck,Riss oder abgerissnen Knopf,der mich wenig stört und auch nix gegen Schlabberpullis,ausser in der Oper.Cargo-Hosen finde ich unästhetisch.Ich liebe die tradierte Messform und bin sauer,wenn in der neuen zu viel Eigenmächtiges "gestaltet" wird; aber jugendliche begeisterte Gebetsnächte ziehen mich trotz grauer Haare auch an.Die sieben Geistesgaben,die die Kirche lehrt decken m.E. auch alles ab,was die Charis so unter Früchten des Geistes verstehen.Ich glaube schon,daß der Geist weht ,wo er will-nur sollte man ihn nicht zu sehr mit dem Zeitgeist verwechseln.In welche Schublade pass ich nun?Will eigentlich in gar keine rein;mache lieber mit Linus die der charismatischen Tradifreunde auf !
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)

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