@Sempre:
Sempre hat geschrieben:Ich werde das nicht lesen. Ein Buch, das lediglich den ontologischen Gottesbeweis behandelt, kann kaum den Gegenstand des ersten Punktes des Antimodernisteneids widerlegen.
Falls Du Einwände gegen den kausalen Gottesbeweis hast, dann trag sie doch bitte vor.
Ohne mich jetzt in jedem Detail mit den angeführten Links identifizieren zu wollen — aber der "kausale Gottesbeweis" ist auch m.E. wirklich nicht der Stein des Weisen ...
1.)
http://kamenin.wordpress.com/2008/03/04 ... ursachung/
2.)
Das kosmologische Argument ist aus folgenden Gründen nicht schlüssig: 1) Wenn wir davon
ausgehen, dass jedes Ereignis eine Ursache haben muss, ist es widersprüchlich eine erste Ursache
anzunehmen, die keiner Verursachung bedarf. 2) Umgekehrt, wenn wir zugestehen, dass es eine
Erstursache gibt, die keiner Verursachung bedarf, ist es nicht sinnvoll anzunehmen, dass alle anderen
Ereignisse einer Ursache bedürfen. 3) Wenn wir davon ausgehen, dass alle Ereignisse einer Ursache
bedürfen, müssten wir konsequenterweise folgern, dass es eine unendlich fortgesetzte
Verursachungskette in die Vergangenheit hinein geben müsste und es demzufolge keine Erstursache
geben kann.
(zit. aus:
http://www.kurtbangert.de/_downloads/al ... 537bct5gre, wo auch über die anderen gängigen Gottesbeweise gut und verständlich abgehandelt wird)
3.)
Und über Schopenhauers "Vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde"
Dieser Beweis lautet folgendermaßen: "Wir finden in dieser sinnenfälligen Welt eine Ordnung der wirkenden Ursachen vor. Aber es findet sich nicht und ist auch nicht möglich, daß etwas die wirkenden Ursache seiner selbst sei, weil es dann früher als es selbst wäre, was unmöglich ist. Es ist aber nicht möglich, daß man in der Reihe der wirkenden Ursachen ins Unendliche fortschreite...Mithin ist es notwendig, eine erste Ursache anzunehmen, die alle Gott nennen."
Mit anderen Worten: Alles hat eine kausale Ursache, warum es existiert. Wenn man den Gedanken aber konsequent durchdenkt, müßte man unendlich fortschreiten in der Abfolge der Kausalität, was man aber aus einem unerfindlichen Grund nicht könne. Darum müßte es eine erste Ursache geben und diese sei zufälligerweise Gott.
Der Schwachpunkt des Beweises liegt natürlich auf der Hand. Wenn man davon ausgeht, daß alles eine Ursache hat, muß man logischerweise in der Kausalitätskette unendlich zurückgehen. Thomas nützt die Feststellung nichts, daß man es nicht könne - diese reicht Schopenhauer nicht aus! Wenn man der Vernunft folgt, ist es notwendig; alles andere wäre ein Widerspruch in sich. Denn die Annahme, daß alles eine Ursache hat, läßt sich nicht vernünftig mit der Annahme einer ersten Ursache in Einklang bringen; denn diese "erste" Ursache müßte doch wohl auch eine Ursache haben, wenn die Annahme, daß alles eine Ursache hat, stimmt.
Daß die Kette der Kausalität sich in infinitum fortsetzt, führt Schopenhauer ebenfalls aus. Wie oben näher beschrieben, entspringt das Gesetz der Kausalität (auch: Satz des zureichenden Grunde des Werdens) aus der ersten Klasse der Objekte, den empirischen, vollständigen, anschaulichen; Kausalität steht a priori in uns fest. Kausalität ist die Abfolge von Ursache und Wirkung; wobei jede Ursache, die eine Wirkung auslöst, wiederum eine Wirkung einer vorhergehenden Ursache sein muß und zwar, wie auch Thomas meint, jede. Damit wird die Kausalitätskette notwendig anfangslos. Sie läßt sich also nicht für theologische Zwecke gebrauchen: "Das Gesetz der Kausalität ist also nicht so gefällig, sich brauchen zu lassen, wie ein Fiaker, den man, angekommen, wo man hingewollt, nach Hause schickt. Vielmehr gleicht es dem von Göthe's Zauberlehrling belebten Besen, der, ein Mal in Aktivität gesetzt, gar nicht wieder aufhört zu laufen und zu schöpfen;..." (aus § 20)
Zur Verdeutlichung der Hinfälligkeit des Beweises sei die Argumentation von Bertrand Russell angeführt. Russell meint ebenfalls, daß die Beweiskette: Alles hat eine Ursache und die erste Ursache der Welt ist Gott sofort die Frage naheliegt, welche Ursache denn Gott hätte; denn wenn die erste Annahme stimmt und alles eine Ursache hat (was auch Thomas meint), dann muß dies wohl auch Gott betreffen - sofern es ihn gibt. Den von den Theologen daraufhin immer vorgebrachten Einwand, daß eben Gott keine Ursache benötigt (auf diese ungeheuerliche Behauptung sind wir von Kindesbeinen an schon so dressiert, daß uns der Widerspruch zum gesunden Kausalitätsdenken gar nicht mehr auffällt), vergleicht Russell sehr treffend mit der Ansicht der Inder, die Welt werde von vier Elephanten getragen. Fragt man die Inder, wer denn die vier Elephanten trägt, antworten sie, daß dies eine große Schildkröte täte. Wenn man sie weiterhin fragt, worauf dann die Schildkröte steht, werden sie zornig und wollen nicht mehr darüber reden (vgl.Russell: Warum ich kein Christ bin).
(zitiert nach
http://horvath.members.1012.at/schop.htm)
Reicht das für den Anfang?