Überzeugende Argumente für Gott?

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
Trisagion
Beiträge: 1401
Registriert: Donnerstag 26. Dezember 2019, 03:59

Re: Überzeugende Argumente für Gott?

Beitrag von Trisagion »

Raphael hat geschrieben:
Samstag 5. Juni 2021, 18:18
philipp hat geschrieben:
Samstag 5. Juni 2021, 16:49
Nur eins Raphael: non sequitur heisst doch sowas wie "es folgt nicht". Ich habe aber nirgends gefolgt sondern einfach angenommen der Mensch würde rebellieren.
Eben DAS nennt man gemeinhin Schlußfolgerung! Wenn der Mensch über seine Zukunft informiert wird, dann wird er rebellieren. Aus dem Ersten folgt zwangsläufig das Zweite.
Nicht, daß es wichtig wäre, da ja das eigentliche Argument von Philipp bereits erfolgreich zu Grabe getragen wurde, aber wer will schon eine Gelegenheit zur Rechthaberei auslassen? :blinker:

Der Satz "wenn der Mensch über seine Zukunft informiert wird, dann wird er rebellieren" ist keine Schlußfolgerung, sondern ein Konditional (materiale Implikation). Wenn ich zusätzlich die Information erhalte, daß ein Mensch über seine Zukunft informiert wurde, dann kann ich aus diesem Konditional schließen, daß dieser Mensch rebelliert. Das ist dann eine Schlußfolgerung...

Des weitern hat Philipp nicht diesen Konditional behauptet, sondern vielmehr nur eine schwächere Wahrscheinlichkeitsaussage gemacht: "wenn der Mensch über seine Zukunft informiert wird, dann wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit rebellieren". Er hat dann in einem weiteren Schritt die Annahme getroffen, daß der Mensch in der Tat rebelliert. Und aus dieser Annahme heraus hat er dann wirklich Schlußfolgerungen gezogen (falsche, aber das tut nichts zur Sache). Eine Annahme treffen ist aber keine Schlußfolgerung, und schließt insbesondere nicht den gegenteiligen Fall aus, sondern bespricht ihn nur nicht. Wenn man die Annahme trifft, daß der Mensch rebelliert und das dann im weitern diskutiert, hat man eben nicht ausgeschlossen, daß der Mensch doch nicht rebelliert.

"Non sequitur" ist eigentlich ein Kommentar der einen Fehlschluss, eine falsche Schlußfolgerung, aufzeigen soll. Ich finde, man kann das recht zwangslos auf einen Konditional übertragen, weil der eben auch ein Folge enthält. Dann sagt man damit eben nicht "das ist ein Denkfehler" sondern vielmehr "das ist eine falsche Behauptung". Aber bei einer Wahrscheinlichkeitsaussage finde ich das weniger angebracht, wegen deren "empirischen" Charakter. Man kann sich über Wahrscheinlichkeiten eben anders streiten als über Wahrheitsaussagen. Statt "non sequitur" würde ich da eher soetwas wie "ich glaube nicht, daß die Wahrscheinlichkeit einer Rebellion so hoch ist" sagen.

Benutzeravatar
Raphael
Beiträge: 14548
Registriert: Samstag 11. Oktober 2003, 19:25
Wohnort: Erzdiözese Köln

Re: Überzeugende Argumente für Gott?

Beitrag von Raphael »

Trisagion hat geschrieben:
Samstag 5. Juni 2021, 19:49
Raphael hat geschrieben:
Samstag 5. Juni 2021, 18:18
philipp hat geschrieben:
Samstag 5. Juni 2021, 16:49
Nur eins Raphael: non sequitur heisst doch sowas wie "es folgt nicht". Ich habe aber nirgends gefolgt sondern einfach angenommen der Mensch würde rebellieren.
Eben DAS nennt man gemeinhin Schlußfolgerung! Wenn der Mensch über seine Zukunft informiert wird, dann wird er rebellieren. Aus dem Ersten folgt zwangsläufig das Zweite.
Nicht, daß es wichtig wäre, da ja das eigentliche Argument von Philipp bereits erfolgreich zu Grabe getragen wurde, aber wer will schon eine Gelegenheit zur Rechthaberei auslassen? :blinker:

Der Satz "wenn der Mensch über seine Zukunft informiert wird, dann wird er rebellieren" ist keine Schlußfolgerung, sondern ein Konditional (materiale Implikation). Wenn ich zusätzlich die Information erhalte, daß ein Mensch über seine Zukunft informiert wurde, dann kann ich aus diesem Konditional schließen, daß dieser Mensch rebelliert. Das ist dann eine Schlußfolgerung...

Des weitern hat Philipp nicht diesen Konditional behauptet, sondern vielmehr nur eine schwächere Wahrscheinlichkeitsaussage gemacht: "wenn der Mensch über seine Zukunft informiert wird, dann wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit rebellieren". Er hat dann in einem weiteren Schritt die Annahme getroffen, daß der Mensch in der Tat rebelliert. Und aus dieser Annahme heraus hat er dann wirklich Schlußfolgerungen gezogen (falsche, aber das tut nichts zur Sache). Eine Annahme treffen ist aber keine Schlußfolgerung, und schließt insbesondere nicht den gegenteiligen Fall aus, sondern bespricht ihn nur nicht. Wenn man die Annahme trifft, daß der Mensch rebelliert und das dann im weitern diskutiert, hat man eben nicht ausgeschlossen, daß der Mensch doch nicht rebelliert.

"Non sequitur" ist eigentlich ein Kommentar der einen Fehlschluss, eine falsche Schlußfolgerung, aufzeigen soll. Ich finde, man kann das recht zwangslos auf einen Konditional übertragen, weil der eben auch ein Folge enthält. Dann sagt man damit eben nicht "das ist ein Denkfehler" sondern vielmehr "das ist eine falsche Behauptung". Aber bei einer Wahrscheinlichkeitsaussage finde ich das weniger angebracht, wegen deren "empirischen" Charakter. Man kann sich über Wahrscheinlichkeiten eben anders streiten als über Wahrheitsaussagen. Statt "non sequitur" würde ich da eher soetwas wie "ich glaube nicht, daß die Wahrscheinlichkeit einer Rebellion so hoch ist" sagen.
Womit streng logisch bewiesen worden wäre, daß es nicht nur einen infiniten Regress gibt, sondern auch ein infinites Gesülze über Nichtigkeiten! :feuerwehr:
Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!
(Kurt Tucholsky)

Cassian
Beiträge: 69
Registriert: Mittwoch 20. Juni 2018, 11:51

Re: Überzeugende Argumente für Gott?

Beitrag von Cassian »




Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema