Glaube und Vernunft

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.

Ist unser Glaube vernünftig?

ja
44
69%
ja, außer leiblicher Auferstehung, Jungfrauengeburt, Wandlung
4
6%
größtenteils
5
8%
teilweise
5
8%
keine Ahnung
0
Keine Stimmen
mir egal
1
2%
nein
5
8%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 64

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Raphael
Beiträge: 14481
Registriert: Samstag 11. Oktober 2003, 19:25
Wohnort: Erzdiözese Köln

Re: Glaube und Vernunft

Beitrag von Raphael »

Niels hat geschrieben:
Dienstag 7. März 2017, 15:35
overkott hat geschrieben:
Dienstag 7. März 2017, 15:06
Raphael hat geschrieben:
Freitag 24. Februar 2017, 14:34
overkott hat geschrieben:
Montag 20. Februar 2017, 14:09
Das stimmt.
Wobei dann doch sehr verwunderlich ist, daß der Hl. Bonaventura gleichsam als Deckmantel herhalten muß, um die scotistischen Wurzeln zu verbergen. :hmm:
Quod est demonstrandum.
Aha. Der Ovi gibt Dir recht. :auweia:
Der Herr Overkott ist ein Doppelmoppler, der Geheimnisse schaffen möchte, wo keine sind! :emil:
Möglicherweise ist ihm jedoch auch gar nicht bewußt gewesen, daß Duns Scotus in seiner Kritik am Thomismus fundamentaler war als sein franziskanischer Bruder Bonaventura.
Dieser Umstand ist aus den hiesigen Einlassungen des Herrn Overkott, so zahlreich sie auch sind, IMHO nicht präzise herauszudestillieren. :achselzuck:
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
(Georg Christoph Lichtenberg)

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Protasius
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Beiträge: 6708
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Re: Glaube und Vernunft

Beitrag von Protasius »

Niels hat geschrieben:
Dienstag 7. März 2017, 15:35
overkott hat geschrieben:
Dienstag 7. März 2017, 15:06
Raphael hat geschrieben:
Freitag 24. Februar 2017, 14:34
overkott hat geschrieben:
Montag 20. Februar 2017, 14:09
Das stimmt.
Wobei dann doch sehr verwunderlich ist, daß der Hl. Bonaventura gleichsam als Deckmantel herhalten muß, um die scotistischen Wurzeln zu verbergen. :hmm:
Quod est demonstrandum.
Aha. Der Ovi gibt Dir recht. :auweia:
Est, nicht erat. overkott erwartet einen Beweis.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Raphael
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Re: Glaube und Vernunft

Beitrag von Raphael »

Protasius hat geschrieben:
Dienstag 7. März 2017, 17:26
Est, nicht erat. overkott erwartet einen Beweis.
Warten gehört zum Christsein wie das Amen zur Kirche! 8)
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
(Georg Christoph Lichtenberg)

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overkott
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Re: Glaube und Vernunft

Beitrag von overkott »

Raphael hat geschrieben:
Mittwoch 8. März 2017, 07:45
Protasius hat geschrieben:
Dienstag 7. März 2017, 17:26
Est, nicht erat. overkott erwartet einen Beweis.
Warten gehört zum Christsein wie das Amen zur Kirche! 8)
Protasius hat recht.

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Bruder Donald
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Blaise Pascal

Beitrag von Bruder Donald »

Blaise Pascal - Rationaler Türöffner zum Glauben
Für eine eher nüchterne Person, die sich bemüht, Litaneien stoisch bis zum Ende durchzulitanieren, Mystik faszinierend, aber für sich selbst etwas unzugänglich findet und besser mit bodenständigen Heiligen wie Bonifatius zurechtkommt, bietet Blaise Pascal durch sein logisches, vernunftgeleitetes Herangehen eine weitere Tür in die katholische Kirche, wobei gilt: „Wenn man alles der Vernunft unterwirft, wird unsere Religion nichts Geheimnisvolles und Übernatürliches haben. Wenn man gegen die Prinzipien der Vernunft verstößt, wird unsere Religion absurd und lächerlich sein.“ Eine Kompatibilität von Glaube und Vernunft, die Behauptungen über die angebliche Dummheit gläubiger Christen ebenso wegwischt wie Möchte-Gern-Philosophen-Bemerkungen, die eigene Weisheit verunmögliche einen Glauben.
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

Trisagion
Beiträge: 1285
Registriert: Donnerstag 26. Dezember 2019, 03:59

Re: Glaube und Vernunft

Beitrag von Trisagion »

Die Autorin sagt die wesentlichen Dinge, aber ich bin mir nicht sicher ob sie sie recht begreift. Pascal war in der Tat ein wichtiger Apologet im Kampf der Jansenisten mit den Jesuiten, aufgrund seiner Bildung und seines scharfen Verstandes. Das bedingt eine großen Teil seines Schreibens, teilweise bedauerlich, teilweise zum Vorteil (wer weiß ob er so in die Breite gegangen wäre ohne den Druck der jesuitischen Gegner). Andererseits war er ein genialer Mathematiker, und keine Mensch kann aus seinem eigenen Kopf heraus. Wenn er sich "analytisch" ausdrückt, dann nicht weil er irgendwem Türen öffnen will, sondern schlicht weil er ein großer "Analyst" ist.

Die Autorin schreibt "Für eine eher nüchterne Person, die ... Mystik faszinierend, aber für sich selbst etwas unzugänglich findet und besser mit bodenständigen Heiligen wie Bonifatius zurechtkommt, bietet Blaise Pascal durch sein logisches, vernunftgeleitetes Herangehen eine weitere Tür in die katholische Kirche, ... Komischerweise ist die mystische Transzendenz beim Singen kein Problem. Zusammen mit Pascal ein guter Neuanfang."

Aber was sie über das Singen sagt ist genau was über Pascal zu sagen ist. Denn er war in seiner eigenen Glaubenpraxis wohl ein Mystiker, der aus seiner eigene Natur und den Umständen heraus (s.o.) seine Erfahrungen meist sehr trocken und analytisch verarbeitete. Ich denke sein berühmtes Mémorial sagt uns eher, wie Pascal selber zum Glauben kam und stand. We also Pascal liest, liest letztlich Mystik eingefangen in einem starken apologetisch-analytischen Rahmen. Mystik, wenn nicht praktiziert sondern aufgeschrieben, zieht sich immer irgendwelche nicht-mystischen Kleider an. Die Autorin hat sich also mit einer gewissen Zielsicherheit einen weiteren Weg gefunden, wie sie Mystik "sicher" konsumieren kann ohne sich unbedingt da reinzusteigern.

Was Pascal selber angeht, so ist davon auszugehen, daß er einen recht ... krassen Weg der Mystik verfolgte, halt einen Jansenistischen. Und das bedeutet im Wesentlichen Übungen der intensiven Selbstanklage und des Bußwillens, und zwar gerade ohne die regelmäßige Versicherung und Ermutigung die wir normalerweise folgen lassen in der Beichte. Wir sind eben gerade die Methode der Sieger, der Jesuiten, gewohnt, wo man eine Sünde so schnell wie möglich "wegbeichtet" um dann "erleichtert" sein Leben leben zu können. Die Janseniten waren im Gegenteil der Überzeugung, daß man sehr lange über die eigenen Sünden und Schwäche meditieren muß, daß man sich praktisch komplett selbst zerknirschen muß, bevor man sich zur Beichte wagen kann. Ich habe mal gehört, daß ein Weg einen Hund zu trainieren nicht im Haus sein Geschäft zu verrichten ist, ihn mit der Nase in die eigene Scheiße zu halten (falls dies falsch ist, keine Aufregung, weder habe ich einen Hund noch würde ich einem Tier etwas antun ohne mich vorher gut zu informieren). Das ist so ziemlich der Jansenitische Ansatz! Die Diskussion was genau an Jansenitischen Lehren als häretisch zu verdammen ist und was vielleicht mehr eine jesutische Machtdemonstration war möchte ich mal beiseite stellen. Aber es ist wichtig zu wissen, daß Pascal selber so gut wie sicher ein Mystiker war, und zwar vermutlich ein "dunkler" im Sinne einer ständigen, äußerst harten Selbstzerknirschung vor Gott. Der Mann saß weniger philosophierend in einem Sessel was das Christentum angeht, vielmehr wird er viel auf Knien betend "mea maxima culpa" gerufen haben.

Vielleicht sollte die Autorin also lieber beim Gesang bleiben, wenn sie eine Mystik auf Umwegen mag...

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