Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
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Robert Ketelhohn
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Freitag 19. Juni 2020, 15:12
… womit weitere sinnvolle Kommunikation in dieser Sache kaum möglich ist …
Schönen Sonntag denn.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Trisagion
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Trisagion »

:D

Soto Shu: Soto Schule des Zen Buddhismus. Ino: Vorsteher des Meditationshalle, vielleicht ein wenig mit einem Novizenmeister zu vergleichen. Es gibt zwei große "Sekten" im (japanischen) Zen Buddhismus: Soto und Rinzai.

Bevor ich Christ wurde war ich mal (recht intensiv für ein paar Jahre) Zen Buddhist. Ist jetzt allerdings auch schon über 15 Jahre her...

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Raphael
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Raphael »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Samstag 20. Juni 2020, 10:35
Raphael hat geschrieben:
Mittwoch 17. Juni 2020, 11:05
Aus christlicher Sicht ist zu sagen, daß auch Atheisten in Gott sind
Hat diese Aussage irgendeinen konkreten Sinn?


Ja! :huhu:
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
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Raphael
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Raphael »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Samstag 20. Juni 2020, 10:33
Raphael hat geschrieben:
Samstag 20. Juni 2020, 05:18
Das kann schon 'mal passieren, wenn der Eine in eher aristotelischen Kategorien denkt, während der Andere platonische für unbedingt notwendig erachtet.
Wie kommst du hier auf „aristotelisch“?
Ich kann's Dir auch gerne so erklären als wenn Du ein Kleinkind wärest: :roll:
Der Eine denkt von unten und der Andere denkt von oben!
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Raphael
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Raphael »

Trisagion hat geschrieben:
Samstag 20. Juni 2020, 11:07
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Samstag 20. Juni 2020, 10:19
Trisagion hat geschrieben:
Freitag 19. Juni 2020, 19:14
Ich habe in keiner Form und Weise dieses von Dir behauptete "Axiom" vertreten.
Da kannst Du unterstreichen wie Du willst, das entscheidende Wort für Deine Behauptung ist "Identität". Du wirst keine Stelle finden an der ich das gesagt habe. Somit ist Deine Kritik hinfällig.

Ich denke allerdings schon, daß es einige Atheisten gibt, deren bewußte oder unbewußte Ideen zur "Grundursache" sehr nahe dran sind am "Gott der Philosophen" als Resultat eines klassischen Gottesbeweises. Jedoch halten sich selbst für eindeutig "atheistisch" - und die meisten Theisten würden ihnen da auch Recht geben. Warum? Weil es bei der Auseinandersetzung zwischen Atheisten und Theisten selten wirklich um diese Dinge geht, sondern eben eigentlich um die Personenhaftigkeit Gottes.

Und genau das war mein Punkt in diesem Strang, denn für mich ist das dann ein besserer Ansatzpunkt um mit Atheisten zu sprechen.
Bis zu dem Punkt, der ermöglicht, über Gott als Person zu sprechen, kommt man in aller Regel im Disput mit dem Atheisten gar nicht. :/

Das kann man übrigens auch am vom Robert herbeigeführten Diskursende hier im Thread sehen; allerdings mit einem umgekehrten Vorzeichen. :nein:

Wie schon ausgeführt, bestreitet der Atheist bereits die Existenz Gottes.
Das kann mehrere Gründe haben, die häufig nicht einmal verbalisiert werden und daher aus dem Ungesagten heraus den Disput dominieren:
  • Ein nicht-existenter Gott kann zu nichts verpflichten. Dieser Gedanke ist (im Wege der doppelten Verneinung) selbst für nur vernünftige Menschen einsehbar.
  • Der Atheist fühlt sich vom Theisten dominiert, weil dieser ihm religiöse Regeln vorgeben will, die der Atheist - aus welchen Gründen auch immer - nicht einhalten möchte
  • Der Atheist hat seinen Erkenntnishorizont bewußt - mithin in einer subjektiven Willensentscheidung - auf das sinnlich Erfahrbare eingeschränkt
Es mag noch weitere Gründe geben ............
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Trisagion »

Raphael hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 07:07
Bis zu dem Punkt, der ermöglicht, über Gott als Person zu sprechen, kommt man in aller Regel im Disput mit dem Atheisten gar nicht. :/ ... Wie schon ausgeführt, bestreitet der Atheist bereits die Existenz Gottes.
Letztlich ging es mir in diesem Strang nur um eins: aufzeigen wieso das eine Halbwahrheit ist die zu einem falschen Ansatz führt der Kommunikation scheitern lässt. Nochmal kurz:
  • Die theo-logische Abfolge ist Gottes Existenz zu diskutieren gefolgt von seinen Attributen und dann Konsequenzen.
  • Die meisten Atheisten glauben aber spezifisch nicht an einen persönlichen Gott, auch wenn sie behaupten allgemein ungläubig zu sein. (Halbwahrheit)
  • Für Theisten ist der Existenbeweis Mittel zum Zweck um Platz zu schaffen für den persönlichen Gott, für Atheisten entsprechend der Kampf dagegen. (Falscher Ansatz)
  • Folgt man der theo-logischen Abfolge, bleibt man deshalb bei schieren Existenzargumenten hängen. Frustrierend, weil es beide Seiten wenig interessiert. (Scheitern der Kommunikation)
  • Um interessantere Gespräche zu führen, kann man die Existenzfrage überspringen und stattdessen die Personenhaftigkeit Gottes und Konsequenzen direkt diskutieren.
  • Um diese Diskussion im Konjunktiv zu motivieren, kann man zuerst die "gottähnlichen Konzepte" bzgl. der Weltursache identifizieren und dann einen "Waffenstillstand" ausrufen: wir sind uns einig hier uneins zu sein, laß uns über etwas anderes reden...
Raphael hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 07:07
  • Ein nicht-existenter Gott kann zu nichts verpflichten. Dieser Gedanke ist (im Wege der doppelten Verneinung) selbst für nur vernünftige Menschen einsehbar.
  • Der Atheist fühlt sich vom Theisten dominiert, weil dieser ihm religiöse Regeln vorgeben will, die der Atheist - aus welchen Gründen auch immer - nicht einhalten möchte
Richtig und wichtig, und das ist auch der biblische Ansatz in den Psalmen (der Atheist ist ein Narr der Gottes Regeln nicht befolgen will). Aber mein Punkt hier ist genau, daß wenn die Diskussion sowieso an solchen Problemen hängt, dann sollte man diese direkt und von Anfang an besprechen. Wenn man stattdessen erstmal über die schiere Existenz Gottes diskutiert, bleibt man in endlosen und langweiligen Stellvertreterkriegen hängen.

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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Raphael »

Trisagion hat geschrieben:
Samstag 20. Juni 2020, 11:32
...
Bevor ich Christ wurde war ich mal (recht intensiv für ein paar Jahre) Zen Buddhist. Ist jetzt allerdings auch schon über 15 Jahre her...
Wie kam es dazu? :daumen-rauf:
Wer war für die Katechese verantwortlich? :hmm:
Wer hat Dich getauft? :detektiv:
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Trisagion »

Raphael hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 07:40
Wie kam es dazu? :daumen-rauf:
Wer war für die Katechese verantwortlich? :hmm:
Wer hat Dich getauft? :detektiv:
Ich denke nicht, daß ich das alles beantworten kann ohne meine Anonymität hier aufzugeben... :glubsch:

Zur ersten Frage jedoch seien zwei Dinge gesagt: Erstens gab es da sicher viele Gründe, schon damals nur zum Teil bewußt, und durch den Blick zurück sicher extrem verklärt. Autobiographie hat immer so den Zug zur Hagiographie... Zweitens kann ich immerhin sagen, daß Buddhismus experientelle Religion ist. Eine Grundannahme ist, daß man durch rechte Praxis, insbesondere Meditation, zu genau denselben Einsichten vordringen kann wie Siddhartha Gautama, Dogen Zenji, etc. Das ganze religiöse Drumherum ist letztlich nur Hilfestellung um diesen Weg einfacher zu machen und abzukürzen. Nun, meine religiöse Praxis, insbesondere Meditation, führte mich nicht ganz zu den Einsichten die ich der Lehre nach erzielen sollte. Meinen Erfahrungen nach war vieles nur fast, aber nicht ganz, richtig. Insbesondere löste "ich" mich selbst nicht wirklich auf in der Meditation. Wie gesagt, fast, aber nicht ganz. Aus buddhistischer Sicht bin ich an Maya (Illusion) haften geblieben. Aus meiner eigenen Sicht fand ich meine Erfahrungen überzeugender als die Lehre, und habe mich dann anderweitig umgeschaut. Über Meister Eckhart (der sehr "buddhistisch" ist...), der "Wolke des Nichtwissens" und ähnlichen Werken habe ich dann zu meinem Erstaunen bemerkt, daß es kontemplative christliche Strömungen gibt die deutlich besser zu meinen Erfahrungen passten. Das war der Einstieg...

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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Raphael »

Trisagion hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 11:42
Raphael hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 07:40
Wie kam es dazu? :daumen-rauf:
Wer war für die Katechese verantwortlich? :hmm:
Wer hat Dich getauft? :detektiv:
Ich denke nicht, daß ich das alles beantworten kann ohne meine Anonymität hier aufzugeben... :glubsch:
DAS ist auch nicht intendiert gewesen. :huhu:
Trisagion hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 11:42
Zur ersten Frage jedoch seien zwei Dinge gesagt: Erstens gab es da sicher viele Gründe, schon damals nur zum Teil bewußt, und durch den Blick zurück sicher extrem verklärt. Autobiographie hat immer so den Zug zur Hagiographie... Zweitens kann ich immerhin sagen, daß Buddhismus experientelle Religion ist. Eine Grundannahme ist, daß man durch rechte Praxis, insbesondere Meditation, zu genau denselben Einsichten vordringen kann wie Siddhartha Gautama, Dogen Zenji, etc. Das ganze religiöse Drumherum ist letztlich nur Hilfestellung um diesen Weg einfacher zu machen und abzukürzen. Nun, meine religiöse Praxis, insbesondere Meditation, führte mich nicht ganz zu den Einsichten die ich der Lehre nach erzielen sollte. Meinen Erfahrungen nach war vieles nur fast, aber nicht ganz, richtig. Insbesondere löste "ich" mich selbst nicht wirklich auf in der Meditation. Wie gesagt, fast, aber nicht ganz. Aus buddhistischer Sicht bin ich an Maya (Illusion) haften geblieben. Aus meiner eigenen Sicht fand ich meine Erfahrungen überzeugender als die Lehre, und habe mich dann anderweitig umgeschaut. Über Meister Eckhart (der sehr "buddhistisch" ist...), der "Wolke des Nichtwissens" und ähnlichen Werken habe ich dann zu meinem Erstaunen bemerkt, daß es kontemplative christliche Strömungen gibt die deutlich besser zu meinen Erfahrungen passten. Das war der Einstieg...
Ich fragte deswegen, weil man heute mehr von dem Weg in die andere Richtung hört: West goes East! :traurigtaps:

Kontemplatives Christentum ist out, um nicht zu sagen mega-out. Man möchte eher 'ne religiöse Wellness-Oase, in der man bestätigt bekommt, wie gut man doch ist! :/

Die Loslösung vom rein Materiellen ist im Christentum natürlich auch angestrebt. Dies geschieht jedoch ohne dessen Negation, denn selbstverständlich ist auch das Materielle in seinen Beschränkungen gut.

Die Überwindung der Welt (Joh 16,33), welche als Loslösung vom Materiellen angesehen werden kann, gelingt durch die Einordnung in das Zeitliche und das Ewige: Christen nutzen (im Idealfalle) die zeitlichen Güter so, daß sie der ewigen Güter nicht verlustig gehen! :)
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Trisagion »

Raphael hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 14:38
Ich fragte deswegen, weil man heute mehr von dem Weg in die andere Richtung hört: West goes East! :traurigtaps:
Für mich wenig verwunderlich, unter anderem auch weil der westliche Buddhismus ein Kunstprodukt des Westens / unter starkem westlichem Einfluß ist. Wir haben hier im Westen im wesentlichen eine Art Hobby-Mönchtum, daß es so im Osten nie gab (und jetzt nur gibt als Reimport aus dem Westen). Von den Praktiken der Laien im östlichen Buddhismus sieht man im Westen praktisch nichts. Und die Idee, daß die Praktiken östlicher Mönche auf Hobby-Niveau betrieben - was investierte Zeit und Anstrengung angeht - systematisch Erleuchtung hervorbringen, hätte zu jeder andereren Zeit und an jedem anderen Ort enorme Heiterkeit ausgelöst. Nur jetzt im Westen nimmt man das oft bierernst. 90% des Buddhismus im Westen ist was man in Japan "Bompu Zen" nennt: Entspannungs- und Konzentrationsübungen mit etwas religiösem Gehabe drumherum...

Wer also von Westen nach Osten geht, im Westen, geht meist den Weg von den Resten echter Religion zu Wellness mit etwas exotischem Pipapo. Kein Wunder, daß das populärer ist als andersherum.
Raphael hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 14:38
Kontemplatives Christentum ist out, um nicht zu sagen mega-out. Man möchte eher 'ne religiöse Wellness-Oase, in der man bestätigt bekommt, wie gut man doch ist! :/
Schon, allerdings wissen die Buddhisten wenigstens noch um ihre kontemplativen Praktiken, üben sie auch aus, und lehren sie. Im Christentum ist da nur noch verdammt wenig zu finden. Insgesamt gesehen ist das Christentum sehr schwach in der systematischen und durchdachten Vermittelung individueller Praktiken. Zu gemeinschaftlichen Praktiken hört man noch eher etwas, obwohl selbst das bei den meisten Leuten ein unreflektiertes Mitmachen / Nachäffen ist.

Wenn man Buddhist wird (jedenfalls im Westen, in einem ernst zu nehmenden Verein des Hobby-Mönchtums), verbringen andere Menschen eine ganze Menge Zeit damit einem beizubringen, wie richtiges Meditieren - als zentrale Praxis - geht. Niemand (!) hat je versucht mir irgendetwas (!) Praktisches zum Thema Beten im Christentum beizubringen, außer eben daß es schön wäre wenn ich es viel täte. Wer im Christentum nicht selber sucht, und zwar mit erheblichem Aufwand, der findet meiner Erfahrung nach nicht.
Raphael hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 14:38
Die Loslösung vom rein Materiellen ist im Christentum natürlich auch angestrebt. Dies geschieht jedoch ohne dessen Negation, denn selbstverständlich ist auch das Materielle in seinen Beschränkungen gut.
Der Buddhismus negiert auch nicht das Materielle an sich, sondern nur das Haften daran. Genau wie im Christentum (Evangelische Räte) wird das ernsthaft geübt durch das praktische Entsagen, gerade bei den "Profis". Aber daraus folgt keineswegs eine Negation des Materiellen. Das wäre buddhistisch gesehen genauso ein Anhaften wie der Götzendienst am Materiellen.

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Raphael
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Raphael »

Trisagion hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 17:44
Der Buddhismus negiert auch nicht das Materielle an sich, sondern nur das Haften daran. Genau wie im Christentum (Evangelische Räte) wird das ernsthaft geübt durch das praktische Entsagen, gerade bei den "Profis". Aber daraus folgt keineswegs eine Negation des Materiellen. Das wäre buddhistisch gesehen genauso ein Anhaften wie der Götzendienst am Materiellen.
Das verwundert mich jetzt ein wenig, denn bislang wurde da Anderes berichtet: :hmm:
Die Loslösung vom Materiellen im Buddhismus geht zwar nicht direkt mit einer Mißachtung des Materiellen einher, jedoch mit einer klaren Geringschätzung von Selbigem. Das kann im Extrem bis zur Selbstverbrennung führen, um die Überlegenheit der geistigen Erkenntnis "nachzuweisen".

Wenn das Materielle als Maya erkannt worden ist, wobei kontemplative Praktiken als Stütze und Hinführung dienen, dann führt diese Erkenntnis beim Buddha-Gewordenen zum Mitleid mit den Armen, die (noch) nicht erkannt haben. Mitleid ist demzufolge das Höchste der Gefühle, nicht die Liebe zu den Mitgeschöpfen wie dies im Christentum gelehrt wird.
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Trisagion »

Raphael hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 07:48
Das verwundert mich jetzt ein wenig, denn bislang wurde da Anderes berichtet: :hmm:
Von wem, wo, und was?

Es sei erwähnt, daß es "den" Buddhismus nicht wirklich gibt. Als Minimum muß man zwischen Theravada, Mahayana und Vairayana unterscheiden, wobei die dann jeweils noch viele (durchaus wichtige) Unterteilungen haben. Zen ist eine spezifische Mahayana Variante. Ich kann mir durchaus vorstellen, daß Theravada etwas mehr in die Richtung von "Mißachtung des Materiellen" geht. Aber letztlich nicht wirklich, denn es ist wesentlicher Teil der Erleuchtungsgeschichte des Buddha, daß er die extreme Askese als gelebte Ablehnung der Welt ausprobiert hat, aber als letztlich nicht zum Ziel führend ablehnte! Da das Teil der Gründungsgeschichte ist, kann kein ernstzunehmender Buddhismus zu sehr in diese Richtung gehen....

Mir ist bekannt, daß die Japaner im zweiten Weltkrieg versuchten ihre Kamikaze-Flieger mit "buddhistischen" Lehren zur Leere der Welt zu motivieren. Aber es ist m.E. verfehlt daß als irgendetwas anderes als politisch-militärischen Mißbrauch zu verstehen. Das ist ähnlich wie der Versuch alle Untaten der Kreuzzüge and Inquisitionen als von der christlichen Lehre stammend zu verstehen.

Das wirklich fundamental "Negative" praktisch aller indischen Religionen ist das man dieser Welt (nach beinah endlosen Iterationen) entkommt indem man sich in irgendeinem Sinne in Wohlgefallen auflöst. Wenn man so will, im letztendlichen "indischen Himmel" gibt es nur noch/wieder "Gott", keine "Heiligen" oder "Engel" oder sonstwas. (Anführungsstriche sind hier wichtig, die Analogien sind teilweise sehr weit hergeholt.)
Raphael hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 07:48
Die Loslösung vom Materiellen im Buddhismus geht zwar nicht direkt mit einer Mißachtung des Materiellen einher, jedoch mit einer klaren Geringschätzung von Selbigem. Das kann im Extrem bis zur Selbstverbrennung führen, um die Überlegenheit der geistigen Erkenntnis "nachzuweisen".
Sorry, aber das ist einfach nur Quatsch. Selbstverbrennungen in jüngerer Zeit in buddhistischen Ländern waren politisch, nicht religiös, motiviert. Mir ist kein historischer Fall bekannt, wo ein Buddhist durch Selbstmord quasi Erleuchtung nachweisen wollte, und das ist auch wirklich nicht haltbar aus der buddhistischen Lehre heraus. Es gibt allerdings durchaus auch im Buddhismus das Äquivalent zum christlichen Märtyrer, soll heißen, die Bereitschaft für den Erhalt der Lehre (und sei es nur den symbolischen Erhalt!) sein eigenes Leben zu opfern.
Raphael hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 07:48
Wenn das Materielle als Maya erkannt worden ist, wobei kontemplative Praktiken als Stütze und Hinführung dienen, dann führt diese Erkenntnis beim Buddha-Gewordenen zum Mitleid mit den Armen, die (noch) nicht erkannt haben. Mitleid ist demzufolge das Höchste der Gefühle, nicht die Liebe zu den Mitgeschöpfen wie dies im Christentum gelehrt wird.
Komplett falsch ist das nicht, aber...

Liebe zu den Mitgeschöpfen ist nicht das Höchste der Gefühle im Christentum, sondern Liebe zu Gott, und das zweithöchste der Gefühle gilt so auch erstmal nur für Mitmenschen, nichtmal im gleichen Sinne für Tiere, und sicher nicht für unbelebte Materie. Wohingegen praktische Barmherzigkeit a la Caritas, Dana, die erste der zehn Perfektionen (Paramitas) im Buddhismus ist.

Soll heißen, wenn man da mal im Detail nachschaut ist das alles nicht mehr so klar und einfach.

Ralf
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Ralf »

Trisagion hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 17:44
Insgesamt gesehen ist das Christentum sehr schwach in der systematischen und durchdachten Vermittelung individueller Praktiken.
Ja, das ist auch meine Erfahrung.
Niemand (!) hat je versucht mir irgendetwas (!) Praktisches zum Thema Beten im Christentum beizubringen, außer eben daß es schön wäre wenn ich es viel täte. Wer im Christentum nicht selber sucht, und zwar mit erheblichem Aufwand, der findet meiner Erfahrung nach nicht.
Auch hier Zustimmung. Ich weiß nicht, wie im östlichen Christentum die aktuelle Situation
der "Starzen" ist, der Lehrer in und aus den Klöstern (die oftmals keine hervorgehobene Stellung im Kloster haben und oft auch nicht Priester sind), diese Tradition war zumindest mal ein gutes Beispiel gelebter individueller Lehrerschaft im Glauben.

Im Allgemeinen gibt es in allen Bistümern das Angebot der individuellen Geistlichen Begleitung - doch wird damit zu wenig "geworben". Man ist im Allgemeinen sehr auf sich allein gestellt, wenn man nicht weiß, wie man mit seinem geistlichen Hunger, der in einer normalen Pfarrei oftmals nicht gestillt wird, besser umgehen kann.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Raphael »

Trisagion hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 15:06
Das wirklich fundamental "Negative" praktisch aller indischen Religionen ist das man dieser Welt (nach beinah endlosen Iterationen) entkommt indem man sich in irgendeinem Sinne in Wohlgefallen auflöst. Wenn man so will, im letztendlichen "indischen Himmel" gibt es nur noch/wieder "Gott", keine "Heiligen" oder "Engel" oder sonstwas. (Anführungsstriche sind hier wichtig, die Analogien sind teilweise sehr weit hergeholt.)
Eben, das buddhistische Aufgehen im Nichts ist diametral dem entgegengesetzt, was es im Christentum anzustreben gilt: Die Nähe zum ewigen Sein!
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Trisagion »

Raphael hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 20:43
Eben, das buddhistische Aufgehen im Nichts ist diametral dem entgegengesetzt, was es im Christentum anzustreben gilt: Die Nähe zum ewigen Sein!
Die Frage was "Nichts" genau bedeutet ist eine der wichtigsten Frage die den Buddhismus in viele verschiedenen "Sekten" spaltet. Es ist aber in keinem Buddhismus jemals das westliche philosophische Verständnis von Nichts als "subtrahieren bis keine Entität mehr übrig ist". Es ist in der Regel besser für westliche Ohren "Aufgehen in Nichts" als "Aufgehen ins Göttliche" zu übersetzen, oder bei Gottesallergie, "Aufgehen in den Urgrund" oder derlei. Nicht weil ich behaupte, daß das exakt identische Konzepte sind. Sondern weil wir sonst da über normal Wortbedeutungen von "Nichts" in die Irre geführt werden. Frage Dich z.B. was Gott nötig hat? Nichts. Welche Regeln beschränken ihn? Keine. Wer kann ihn beeinträchtigen? Niemand. Wann finder er ein Ende. Niemals. Usw. Das buddhistische "Nichts" hat viel mehr mit den Antworten auf diese Fragen zu tun als mit "Existenz minus Alles ist Nichts".

Der entscheidende Unterschied indischer Religionen zum Christentum ist der Verlust individueller Identität als positiver Endzustand, nicht so sehr an was da die Identität verloren geht.

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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Raphael »

Trisagion hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juni 2020, 13:51
Raphael hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 20:43
Eben, das buddhistische Aufgehen im Nichts ist diametral dem entgegengesetzt, was es im Christentum anzustreben gilt: Die Nähe zum ewigen Sein!
Die Frage was "Nichts" genau bedeutet ist eine der wichtigsten Frage die den Buddhismus in viele verschiedenen "Sekten" spaltet.
Da geht es dem Buddhismus anscheinend ähnlich wie dem Christentum, mit dem nicht ganz unerheblichen Unterschied, daß es im Christentum um den Glauben geht, während es im Buddhismus um ein immer präziseres Erkennen von „nichts“ geht.
Trisagion hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juni 2020, 13:51
Es ist aber in keinem Buddhismus jemals das westliche philosophische Verständnis von Nichts als "subtrahieren bis keine Entität mehr übrig ist". Es ist in der Regel besser für westliche Ohren "Aufgehen in Nichts" als "Aufgehen ins Göttliche" zu übersetzen, oder bei Gottesallergie, "Aufgehen in den Urgrund" oder derlei.
Es bedarf schon einer gründlichen Verwirrung des eigenen Geistes, wenn man einerseits „nichts“ und andererseits "Aufgehen ins Göttliche" oder "Aufgehen in den Urgrund" mit der Suche nach Gott im Christentum gleichsetzt.
Die bei dieser Einlassung implizit erfaßbaren semiotischen Probleme lassen philologische Unverträglichkeiten aufscheinen, die – meiner bescheidenen Meinung nach – einer Erklärung Deinerseits bedürfen. :huhu:
Trisagion hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juni 2020, 13:51
Nicht weil ich behaupte, daß das exakt identische Konzepte sind. Sondern weil wir sonst da über normal Wortbedeutungen von "Nichts" in die Irre geführt werden. Frage Dich z.B. was Gott nötig hat? Nichts. Welche Regeln beschränken ihn? Keine. Wer kann ihn beeinträchtigen? Niemand. Wann finder er ein Ende. Niemals. Usw. Das buddhistische "Nichts" hat viel mehr mit den Antworten auf diese Fragen zu tun als mit "Existenz minus Alles ist Nichts".
Das zur Verfügung stehende Konzept wird im Christentum mit via negativa benannt. Meister Eckart ist einer der bekanntesten Vertreter. Es gibt jedoch auch noch etliche andere; bspw. Dionysius Areopagita. Ein modernerer Vertreter ist Erich Przywara SJ.
In der Orthodoxie steht die via negativa hoch im Kurs. Wobei jedoch strictissime beachtet werden sollte, daß es sich bei der via negativa um einen Weg für im Glauben Fortgeschrittene (und niemals um Fortgelaufene) handelt. :ja:
Trisagion hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juni 2020, 13:51
Der entscheidende Unterschied indischer Religionen zum Christentum ist der Verlust individueller Identität als positiver Endzustand, nicht so sehr an was da die Identität verloren geht.
Wenn der Verlust an individueller Identität ein positiver Endzustand sein sollte, wird damit implizit das irdische Geschehen in der Schöpfung abgewertet. Denn es stellt sich die Frage, warum erst von Gott Individuen geschaffen werden, um am Ende aller Tage die Individualität in einem gewaltigen Amalgamisierungsprozeß wieder auszulöschen; Stichwort: Apokatastasis.
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Trisagion »

Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 10:12
Da geht es dem Buddhismus anscheinend ähnlich wie dem Christentum, mit dem nicht ganz unerheblichen Unterschied, daß es im Christentum um den Glauben geht, während es im Buddhismus um ein immer präziseres Erkennen von „nichts“ geht.
Ich finde beim Vergleich von Religionen wird gerne Gleiches verschieden beschrieben, und Verschiedenes gleich. Es würde erheblicher Mühe bedürfen, da eine "objektivere" Bewertung zu erstellen.
Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 10:12
Es bedarf schon einer gründlichen Verwirrung des eigenen Geistes, wenn man einerseits „nichts“ und andererseits "Aufgehen ins Göttliche" oder "Aufgehen in den Urgrund" mit der Suche nach Gott im Christentum gleichsetzt.
Es macht wenig Sinn, eine persönliche spirituelle Entwicklung als inkohärente philosophische Behauptung mißzuverstehen. Die Suche nach dem Licht ist immer etwas Positives, selbst und gerade wenn sie im Dunkel beginnt.

Meine konkrete "philosophische" Behauptung war, daß das buddhistische "Nichts" nicht einfach mit dem westlichen "von der Existens absolut alles wegnehmen" gleichzusetzen ist, und daß es mehr mit unserem Begriff von "Gott" als mit unserem Begriff von "Null" zu tun hat. Ob diese Behauptung nun richtig oder falsch ist, verwirrt ist sie jedenfalls nicht.
Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 10:12
Das zur Verfügung stehende Konzept wird im Christentum mit via negativa benannt. Meister Eckart ist einer der bekanntesten Vertreter. Es gibt jedoch auch noch etliche andere; bspw. Dionysius Areopagita. Ein modernerer Vertreter ist Erich Przywara SJ.
Mir nicht so ganz klar, warum Du mir das jetzt erzählst? Wie bereits erwähnt bin ich über Meister Eckhart zum christlichen Glauben gekommen, und die kompletten Werke des Pseudo-Dionysius habe ich natürlich auch gelesen (das "Pseudo" ist nicht ganz unwichtig...).
Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 10:12
Wobei jedoch strictissime beachtet werden sollte, daß es sich bei der via negativa um einen Weg für im Glauben Fortgeschrittene (und niemals um Fortgelaufene) handelt. :ja:
Diese Bewertung ist nicht komplett falsch, aber in der Praxis schon ziemlich... Es ist sicher so, daß man im Christentum erstmal kataphatisch die Grundlagen des Glaubens lernen und annehmen muß. Aber wenn unsere Katechese nicht so grottenschlecht wäre, dann wäre eben letztlich jeder als Erwachsener Getaufte, und jeder im Glauben Heranwachsende nach der Konfirmation, ausreichend sicher in diesen Dingen, ausreichend "Fortgeschritten". Stattdessen wird im Westen aber gerne so getan, als ob apophatische Praktiken quasi kurz vor dem Erreichen des Heiligenstatus ein allerletzter Schritt sei. Man muß quasi einen Braungurt in Spiritualität haben bis man da ran darf, das ist Schwarzgurt Technik. In Wirklichkeit sind aber kataphatische und apophatische Praktiken zwei Seiten einer Medaille, und welche für eine Person angebrachter sind hängt mehr von der Situation und dem Naturell ab als von Fragen des Fortschritts. Was nötig ist für die "via negativa" ist ein Fundament, daß die kontemplative Erfahrung richtig "einfärbt", ihr den korrekten Rahmen gibt. Aber damit ist nicht die ideale Glaubensfestigkeit eines Thomas von Aquin gemeint. Und in der gelebten Praxis geht es eh immer zwischen kataphatischen und apophatischen Praktiken hin und her (übrigens nicht nur im Christentum, auch etwa im Buddhismus), und normalerweise stärken die einander.

Jetzt wo im Westen auch echte religiöse Konkurrenz am Start ist, z.B. durch den Buddhismus, wird diese Fehlentwicklung des westlichen Christentums immer mehr zu einem echten Problem werden. Wir müssen uns da schleunigst auf die konteplativen Praktiken unserer eigenen Tradition besinnen, und die dann auch popularisieren. Sonst sind wir wie ein Boxer, der mit einer Hand auf den Rücken gebunden kämpft.

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Raphael
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Raphael »

Trisagion hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 13:00
Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 10:12
Da geht es dem Buddhismus anscheinend ähnlich wie dem Christentum, mit dem nicht ganz unerheblichen Unterschied, daß es im Christentum um den Glauben geht, während es im Buddhismus um ein immer präziseres Erkennen von „nichts“ geht.
Ich finde beim Vergleich von Religionen wird gerne Gleiches verschieden beschrieben, und Verschiedenes gleich. Es würde erheblicher Mühe bedürfen, da eine "objektivere" Bewertung zu erstellen.
Zu diesem Thema hatte ich Dir bereits vor einiger Zeit mal einen erhellenden Artikel des emeritierten Papstes verlinkt. Dort wird das Wesentliche in nachvollziehbarer Weise dargestellt.

Was hältst Du vom Wahrheitsanspruch des Christentums? :detektiv:
Trisagion hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 13:00
Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 10:12
Es bedarf schon einer gründlichen Verwirrung des eigenen Geistes, wenn man einerseits „nichts“ und andererseits "Aufgehen ins Göttliche" oder "Aufgehen in den Urgrund" mit der Suche nach Gott im Christentum gleichsetzt.
Es macht wenig Sinn, eine persönliche spirituelle Entwicklung als inkohärente philosophische Behauptung mißzuverstehen. Die Suche nach dem Licht ist immer etwas Positives, selbst und gerade wenn sie im Dunkel beginnt.
Wer hat hier was mißverstanden? :achselzuck:

Deine spirituelle Entwicklung stand doch gerade gar nicht zur Debatte, sondern das unterschiedliche Ziel bei der religiösen Suche des Menschen; unterschiedlich je nachdem ob er als Buddhist unterwegs ist oder als Christ.
Trisagion hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 13:00
Meine konkrete "philosophische" Behauptung war, daß das buddhistische "Nichts" nicht einfach mit dem westlichen "von der Existens absolut alles wegnehmen" gleichzusetzen ist, und daß es mehr mit unserem Begriff von "Gott" als mit unserem Begriff von "Null" zu tun hat. Ob diese Behauptung nun richtig oder falsch ist, verwirrt ist sie jedenfalls nicht.
Hier scheint eine gewisse Beliebigkeit bei der Begriffsverwendung auf, die modalistische Tendenzen erahnen läßt.
Trisagion hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 13:00
Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 10:12
Das zur Verfügung stehende Konzept wird im Christentum mit via negativa benannt. Meister Eckart ist einer der bekanntesten Vertreter. Es gibt jedoch auch noch etliche andere; bspw. Dionysius Areopagita. Ein modernerer Vertreter ist Erich Przywara SJ.
Mir nicht so ganz klar, warum Du mir das jetzt erzählst? Wie bereits erwähnt bin ich über Meister Eckhart zum christlichen Glauben gekommen, und die kompletten Werke des Pseudo-Dionysius habe ich natürlich auch gelesen (das "Pseudo" ist nicht ganz unwichtig...).
Meister Eckart ist aus dogmatischer Sicht problematisch.

Wenn die Lektüre seiner Schriften die Katechese gewesen ist, über die Du ja leider keine Auskunft geben wolltest ( :roll: ), schwant mir Übles.
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
(Georg Christoph Lichtenberg)

Trisagion
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Trisagion »

Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 14:07
Was hältst Du vom Wahrheitsanspruch des Christentums? :detektiv:
:hae?: Ich bin überzeugter Christ, und halte Jesus für den Weg, das Leben und die Wahrheit. Ich lese die Bibel als Wort Gottes, wenn auch von Menschenhand geschrieben. Ich kann das Große Glaubensbekenntnis auswendig und spreche mein "Credo" wahrhaft und ganz (und mit "Filioque"...). Ich habe bei meiner Erwachsentaufe alle Dogmen der katholischen Kirche als wahr angenommen, und meinte das auch so. Ich bin, jedenfalls nach meinen Beichten, ein ordentliches Laien-Mitglied der Kirche, getauft, konfirmiert, verheiratet, in der Kirche.

Keine Ahnung was Du sonst noch hören willst. Wie steht es denn so um Deine Rechtsgläubigkeit?
Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 14:07
Hier scheint eine gewisse Beliebigkeit bei der Begriffsverwendung auf, die modalistische Tendenzen erahnen läßt.
Nein.
Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 14:07
Meister Eckart ist aus dogmatischer Sicht problematisch. Wenn die Lektüre seiner Schriften die Katechese gewesen ist, über die Du ja leider keine Auskunft geben wolltest ( :roll: ), schwant mir Übles.
Schau, Meister Eckhart war mein Einstieg, aus dem Buddhismus. Als nächstes bin ich dann bei den Dominikanern geblieben, und habe die Summa Theologiae durchgelesen. Und den Katechismus (den neuen, von JPII). Und den Ott. Und ungefähr einen Buchmeter Kirchenväter und klassische Theologie. Und die Bibel. Usw. usf. Ich habe auch anderthalb Jahre Sonntags verschiedene Messen an verschiedenen Orten besucht, nachgedacht und versucht zu Beten. Dann habe ich mich entschieden mit einem Priester darüber zu reden, Christ zu werden.

Aber ich kann mir schon vorstellen, daß das alles Deine hohen Ansprüchen nicht genügt...

Die genaue Geschichte meiner Aufnahme in die katholische Kirche macht mich ein wenig zu indentifizierbar für meinen Geschmack. Ich mag meine Anonymität online und finde auch gut, daß der Kram den ich so verzapfe nicht dem Versagen anderer Leute zugeschrieben werden kann.

Soviel sei gesagt, ich habe vor meiner Taufe mehrfach vor den geschlossen Kirchentoren gekniet, ich kriegte bei der Konfirmation auch einen Klaps, und meine Katechese war dementsprechend ... klassisch.

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Raphael
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Raphael »

Trisagion hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 16:49
Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 14:07
Was hältst Du vom Wahrheitsanspruch des Christentums? :detektiv:
:hae?: Ich bin überzeugter Christ, und halte Jesus für den Weg, das Leben und die Wahrheit. Ich lese die Bibel als Wort Gottes, wenn auch von Menschenhand geschrieben. Ich kann das Große Glaubensbekenntnis auswendig und spreche mein "Credo" wahrhaft und ganz (und mit "Filioque"...). Ich habe bei meiner Erwachsentaufe alle Dogmen der katholischen Kirche als wahr angenommen, und meinte das auch so. Ich bin, jedenfalls nach meinen Beichten, ein ordentliches Laien-Mitglied der Kirche, getauft, konfirmiert, verheiratet, in der Kirche.

Keine Ahnung was Du sonst noch hören willst. Wie steht es denn so um Deine Rechtsgläubigkeit?
Wenn man der Moderation dieses Forums glauben schenken will: Schlecht! :pfeif:
Trisagion hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 16:49
Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 14:07
Meister Eckart ist aus dogmatischer Sicht problematisch. Wenn die Lektüre seiner Schriften die Katechese gewesen ist, über die Du ja leider keine Auskunft geben wolltest ( :roll: ), schwant mir Übles.
Schau, Meister Eckhart war mein Einstieg, aus dem Buddhismus. Als nächstes bin ich dann bei den Dominikanern geblieben, und habe die Summa Theologiae durchgelesen. Und den Katechismus (den neuen, von JPII). Und den Ott. Und ungefähr einen Buchmeter Kirchenväter und klassische Theologie. Und die Bibel. Usw. usf. Ich habe auch anderthalb Jahre Sonntags verschiedene Messen an verschiedenen Orten besucht, nachgedacht und versucht zu Beten. Dann habe ich mich entschieden mit einem Priester darüber zu reden, Christ zu werden.

Aber ich kann mir schon vorstellen, daß das alles Deine hohen Ansprüchen nicht genügt...
:hae?:
Trisagion hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 16:49
Die genaue Geschichte meiner Aufnahme in die katholische Kirche macht mich ein wenig zu indentifizierbar für meinen Geschmack. Ich mag meine Anonymität online und finde auch gut, daß der Kram den ich so verzapfe nicht dem Versagen anderer Leute zugeschrieben werden kann.

Soviel sei gesagt, ich habe vor meiner Taufe mehrfach vor den geschlossen Kirchentoren gekniet, ich kriegte bei der Konfirmation auch einen Klaps, und meine Katechese war dementsprechend ... klassisch.
Ein guter Weg! :daumen-rauf:

Eine kleine Korrektur muß dann doch noch angebracht werden:
Katholiken werden gefirmt, nicht konfirmiert. :huhu:
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 17:19
Eine kleine Korrektur muß dann doch noch angebracht werden: Katholiken werden gefirmt, nicht konfirmiert. :huhu:
Latino sermone et catholici fideles confirmantur. Die Protestanten werden in unserer Gegend auf deutsch übrigens eingesegnet, worüber Wiener lachen, weil bei ihnen die Leichen eingesegnet werden.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Trisagion »

Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 17:19
Eine kleine Korrektur muß dann doch noch angebracht werden:
Katholiken werden gefirmt, nicht konfirmiert. :huhu:
Ein Anglizismus, um es genau zu nehmen wurde ich "confirmed". Das deutsche Vokabular zum Glauben habe ich nie gelernt, und muß es mir dauernd online zusammensuchen.

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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Raphael »

Trisagion hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 23:52
Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 17:19
Eine kleine Korrektur muß dann doch noch angebracht werden:
Katholiken werden gefirmt, nicht konfirmiert. :huhu:
Ein Anglizismus, um es genau zu nehmen wurde ich "confirmed". Das deutsche Vokabular zum Glauben habe ich nie gelernt, und muß es mir dauernd online zusammensuchen.
Kein Problem! :huhu:

Das Wesen des Begriffs ist relevant.
Damit verbindet sich allerdings die Schwierigkeit des Rezipienten herauszufinden, ob der Andere von derselben Wesentlichkeit redet wie man selber.

Ein Wort noch zu der Anonymität:
Die Patronin Europas Sr. Teresia Benedicta a Cruce wurde nach ihrer Konversion zur katholischen Kirche einmal gefragt, warum sie denn nun konvertiert sei. Ihre Antwort lautete: Secretum meum mihi! :ja:
Zuletzt geändert von Raphael am Samstag 11. Juli 2020, 07:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von holzi »

Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 17:19
Trisagion hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 16:49
Keine Ahnung was Du sonst noch hören willst. Wie steht es denn so um Deine Rechtgläubigkeit?
Wenn man der Moderation dieses Forums glauben schenken will: Schlecht! :pfeif:
Mit der Rechtgläubigkeit hatte hier nie jemand ein Problem - mit penetranter Rechthaberei dagegen sehr. ;D
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Siard
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Siard »

Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 17:19
Eine kleine Korrektur muß dann doch noch angebracht werden:
Katholiken werden gefirmt, nicht konfirmiert. :huhu:
Auf Latein heißt es confirmatio. ;D

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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Raphael »

Siard hat geschrieben:
Sonntag 12. Juli 2020, 01:21
Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 17:19
Eine kleine Korrektur muß dann doch noch angebracht werden:
Katholiken werden gefirmt, nicht konfirmiert. :huhu:
Auf Latein heißt es confirmatio. ;D
Und in welcher Sprache habe ich mich mit Trisagion unterhalten? :detektiv:
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Siard »

Raphael hat geschrieben:
Sonntag 12. Juli 2020, 04:10
Und in welcher Sprache habe ich mich mit Trisagion unterhalten? :detektiv:
8)

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holzi
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von holzi »

Siard hat geschrieben:
Montag 13. Juli 2020, 00:32
Raphael hat geschrieben:
Sonntag 12. Juli 2020, 04:10
Und in welcher Sprache habe ich mich mit Trisagion unterhalten? :detektiv:
8)
Die Amtssprache hier im Forum ist im Zweifel immer Lateinisch! :breitgrins:
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Raphael »

holzi hat geschrieben:
Montag 13. Juli 2020, 07:54
Siard hat geschrieben:
Montag 13. Juli 2020, 00:32
Raphael hat geschrieben:
Sonntag 12. Juli 2020, 04:10
Und in welcher Sprache habe ich mich mit Trisagion unterhalten? :detektiv:
8)
Die Amtssprache hier im Forum ist im Zweifel immer Lateinisch! :breitgrins:
Wieso nicht aramäisch? :roll:
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Raphael »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 22:37
Raphael hat geschrieben:
Freitag 10. Juli 2020, 17:19
Eine kleine Korrektur muß dann doch noch angebracht werden: Katholiken werden gefirmt, nicht konfirmiert. :huhu:
Latino sermone et catholici fideles confirmantur. Die Protestanten werden in unserer Gegend auf deutsch übrigens eingesegnet, worüber Wiener lachen, weil bei ihnen die Leichen eingesegnet werden.
Und bei uns in der Gegend werden Protestanten konfirmiert, während Katholiken einerseits zur ersten heiligen Kommunion gehen und anderseits gefirmt werden.
Die Firmung findet ungefähr dann statt, wenn die Protestanten konfirmiert werden. Während jedoch den Katholiken Sakramente gespendet werden, ist die Konfirmation ein ontologisches Nullum.

Erstaunlicherweise werden jedoch Firmlinge nach der Firmung kaum noch in der Kirche gesehen. :auweia:

Dieser Umstand führte bereits dazu, daß der Vorschlag gemacht wurde, man solle doch die Tauben im Kirchturm firmen, damit ihr Kot nicht mehr den Kirchplatz verunreinigen kann. :pfeif:
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Vinzenz Ferrer »

Raphael hat geschrieben:
Montag 13. Juli 2020, 08:23
Während jedoch den Katholiken Sakramente gespendet werden, ist die Konfirmation ein ontologisches Nullum.
Erstaunlicherweise werden jedoch Firmlinge nach der Firmung kaum noch in der Kirche gesehen. :auweia:
Sind sie etwa auch im "ontologischen Nullum" verschwunden? :kugel:

Ist das "ontologische Nullum" vielleicht die "schwarze Null" von der die Medien so viel berichten? :hmm:
Glaube heißt Widerstand gegen die Schwerkraft. (Benedikt XVI.)

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Siard
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Re: Praktisch alle Atheisten glauben an Gott ...

Beitrag von Siard »

Raphael hat geschrieben:
Montag 13. Juli 2020, 08:12
Wieso nicht aramäisch? :roll:
Weil Latein die Sprache der Kirche ist, nicht Aramäisch. ;D

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