Friedensgruß

Allgemein Katholisches.
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Melody
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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von Melody » Donnerstag 27. Oktober 2011, 08:55

Raimund Josef H. hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:
obsculta hat geschrieben:Für mich ist der Friedensgruß der Moment in NOM-Messen,in
denen ich gerne unsichtbar wäre.Dieses Händegeschüttel sich
blödsinnig-beglückt angrinsender Menschen finde ich gruselig.
Stößt mich völlig ab und ist DER Grund warum ich diese Messen
meide,wo ich kann.
Vollkommen richtig. Wenn die Händeschüttler kommen, knie ich mich hin und bete.
Was mich bei der ganzen Diskussion stört, ist diese vollkommene Ablehnung und das man diejenigen, die einfach das befolgen, was der Priester (oder Diakon) sagt, als grenzdebile Idioten abstempelt! Könnt Ihr, oder in dem Fall, kannst Du vielleicht auch mal etwas differenzieren?
:daumen-rauf:
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taddeo
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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von taddeo » Donnerstag 27. Oktober 2011, 09:06

Yeti hat geschrieben:
obsculta hat geschrieben:Für mich ist der Friedensgruß der Moment in NOM-Messen,in
denen ich gerne unsichtbar wäre.Dieses Händegeschüttel sich
blödsinnig-beglückt angrinsender Menschen finde ich gruselig.
Stößt mich völlig ab und ist DER Grund warum ich diese Messen
meide,wo ich kann.
Vollkommen richtig. Wenn die Händeschüttler kommen, knie ich mich hin und bete.
Die Aufforderung beim Friedensgruß heißt aber "Offerte vobis pacem - Bietet euch den Frieden an" und nicht "Laßt euch in Frieden". Wie ist es um meine friedfertige Gesinnung bestellt, wenn ich schon dem Banknachbarn signalisiere, daß er mir den Buckel runterrutschen kann? "Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt ..." - zu beten und gleichzeitig dadurch dem Nächsten diese kleine, wenn auch ritualisierte Geste der Eintracht zu verweigern, paßt nicht zusammen.
Man sollte keinesfalls ein Brimborium draus machen, aber soviel Überwindung kann man schon aufbringen, zwei, drei Leuten aus Anstand die Hand zu geben. Ich bin persönlich nicht unglücklich darüber, daß es den Friedensgruß in unserer Pfarrei praktisch nicht gibt, aber zuerst Leute vor den Kopf zu stoßen und dann recht fromm zur Kommunion zu gehen, ist bigott.

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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von obsculta » Donnerstag 27. Oktober 2011, 09:27

aber zuerst Leute vor den Kopf zu stoßen und dann recht fromm zur Kommunion zu gehen, ist bigott.
Werter Taddeo:

Oben habe ich klar geschrieben,daß ich den Leuten,die neben mir sitzen und die Hand reichen,durchaus den Friedensgruß erwidere-obwohl mir das nicht angenehm ist.

Sempres Post fand ich da sehr hilfreich,weil es sehr gut formuliert,was ich so nicht ausdrücken kann. :daumen-rauf:

Zur Kommunion gehe ich keinesfalls immer und über meinen Frömmigkeitsstand dabei weiß nur der Herr!


Den Friedensgruß aber nicht zu mögen,daß ist mein gutes Recht und was daran bigott sein soll,daß weiß ich nicht? :hae?:

Jedenfalls um keinen Deut bigotter als Melody,
die ihre emotionalen Erwartungshaltungen befriedigt sehen möchte.
Was ebenso ihr gutes Recht ist.

Ich klinke mich an dieser Stelle aus,weil aus meiner Sicht alles gesagt wurde.

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Debora
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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von Debora » Donnerstag 27. Oktober 2011, 10:14

Jedenfalls um keinen Deut bigotter als Melody,
die ihre emotionalen Erwartungshaltungen befriedigt sehen möchte.
Was ebenso ihr gutes Recht ist.
:klatsch: :klatsch: :klatsch:
Die Eucharistie ist das tägliche Brot, das wir als Heilmittel gegen die tägliche Schwachheit brauchen. Hl. Augustinus

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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von Melody » Donnerstag 27. Oktober 2011, 11:26

Debora hat geschrieben:
Jedenfalls um keinen Deut bigotter als Melody,
die ihre emotionalen Erwartungshaltungen befriedigt sehen möchte.
Was ebenso ihr gutes Recht ist.
:klatsch: :klatsch: :klatsch:
Ich hab keine Ahnung, warum ich mich jetzt als "bigott" beleidigen lassen soll?! Bringt Euch das was?! :hae?:

Es ging nicht um eine "emotionale Erwartungshaltung".

Zunächst einmal muss man unterscheiden, ob man Freunde oder Fremde neben sich sitzen hat.
Und wenn einem Bekannte oder Freunde dann nicht die Hand geben, dann ist das doch verwirrend.

Davon unabhängig geht es, wie auch Raimund sagte, darum "das zu befolgen, was der Priester sagt".

Hier wird von gewissen Leuten jeder kleine Ungehorsam eines Priesters an den Pranger gestellt. Von einem Priester wird Demut und Gehorsam in jeder Lebenslage gefordert.

Meines Erachtens ist Demut und Gehorsam auch von den Gläubigen gefordert, die dann eben den Friedensgruß ausführen, auch wenn sie diese Geste nicht verstehen.
Sich dann, wie es offenbar durchaus hier welche tun, demonstrativ stattdessen hinzuknien, ist alles andere als demütig und gehorsam.

PS:
Liebe obsculta, Deine Ausdrucksweise in diesem Posting unterscheidet sich in meinen Augen in keinster Weise von der Ausdrucksweise in diesem Dir bekannten Posting... muss ich noch mehr sagen?! :roll:
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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von Melody » Donnerstag 27. Oktober 2011, 11:31

taddeo hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:Vollkommen richtig. Wenn die Händeschüttler kommen, knie ich mich hin und bete.
Die Aufforderung beim Friedensgruß heißt aber "Offerte vobis pacem - Bietet euch den Frieden an" und nicht "Laßt euch in Frieden". Wie ist es um meine friedfertige Gesinnung bestellt, wenn ich schon dem Banknachbarn signalisiere, daß er mir den Buckel runterrutschen kann? "Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt ..." - zu beten und gleichzeitig dadurch dem Nächsten diese kleine, wenn auch ritualisierte Geste der Eintracht zu verweigern, paßt nicht zusammen.
Das fällt mir schon auf, seitdem ich in katholischen Internetforen unterwegs bin.
Es passt so einiges nicht zusammen.
Das ist auch das, was mich immer wieder verwirrt, gerade als Konvertitin.
Ich denke, da wird unheimlich viel Schaden angerichtet, gerade auch bei den Katholiken, über die sich so gerne erhoben wird, weil sie ja nicht richtig katholisch sind...

Das sind auch die Dinge, an die ich gedacht habe, wenn ich D.B. bezüglich der den Katholiken vorgeworfenen "Scheinheiligkeit" bedingt zugestimmt habe (auch wenn er übertreibt und bedauerlicherweise die falschen Schlüsse für sich gezogen hat). Ich halte ihn für ein Opfer auch solcher nicht zusammenpassender Verhaltensweisen.

Gandhi soll sinngemäß gesagt haben, er wäre Christ geworden, wenn da nicht die Christen wären.
Da ist absolut was dran.
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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von taddeo » Donnerstag 27. Oktober 2011, 12:10

Debora hat geschrieben:
... emotionalen Erwartungshaltungen befriedigt sehen möchte ...
In diesem Strang hier - und eigentlich bei fast allen "liturgischen" Themen, zB beim "Meßtourismus" - dominiert ein kleines Wort die Meinungsäußerungen: "ICH".

Ob es um den Besuch "Alter Messen" geht, um die furchtbaren Lektoren und NOM-Zelebranten oder um den Friedensgruß - letztlich kommt immer zum Vorschein, daß "ICH" meine "emotionalen Erwartungshaltungen befriedigt sehen möchte". Das ist nichts anderes als die Wellness-Religiosität, die man anderen Leuten so gerne vorwirft. MIR muß es gutgehen, das ist die Hauptsache.

Es ist schon etwas schäbig, hier diejenigen Leute verächtlich zu machen, die entweder solche Möglichkeiten gar nicht haben oder aber bewußt ihre eigenen Interessen hintanstellen und versuchen, der Kirche, so wie sie sie vor Ort vorfinden, mit ihren Kräften zu nutze zu sein. Ich würd mir auch manches wünschen, worauf ich theoretisch ein "Recht" als Katholik hätte. Solange das aber nicht machbar ist (und das wird wohl bis an mein Lebensende so bleiben), opfere ich halt meine Wünsche dem Wohl der Kirche auf und helfe in dem Rahmen und an den Posten aus, an denen meine Fähigkeiten gefragt sind. Nicht, weil ICH mich dadurch profilieren wollte, sondern weil die Kirche das brauchen kann.

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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von lifestylekatholik » Donnerstag 27. Oktober 2011, 13:18

taddeo hat geschrieben:opfere ich halt meine Wünsche dem Wohl der Kirche auf und helfe in dem Rahmen und an den Posten aus, an denen meine Fähigkeiten gefragt sind.
Ja, ja, Taddel. Is ja allet jut. Brauchst nich wein’n. *tätschel*
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von Vir Probatus » Donnerstag 27. Oktober 2011, 13:31

taddeo hat geschrieben:
Debora hat geschrieben:
... emotionalen Erwartungshaltungen befriedigt sehen möchte ...
In diesem Strang hier - und eigentlich bei fast allen "liturgischen" Themen, zB beim "Meßtourismus" - dominiert ein kleines Wort die Meinungsäußerungen: "ICH".

Ob es um den Besuch "Alter Messen" geht, um die furchtbaren Lektoren und NOM-Zelebranten oder um den Friedensgruß - letztlich kommt immer zum Vorschein, daß "ICH" meine "emotionalen Erwartungshaltungen befriedigt sehen möchte". Das ist nichts anderes als die Wellness-Religiosität, die man anderen Leuten so gerne vorwirft. MIR muß es gutgehen, das ist die Hauptsache.

Es ist schon etwas schäbig, hier diejenigen Leute verächtlich zu machen, die entweder solche Möglichkeiten gar nicht haben oder aber bewußt ihre eigenen Interessen hintanstellen und versuchen, der Kirche, so wie sie sie vor Ort vorfinden, mit ihren Kräften zu nutze zu sein. Ich würd mir auch manches wünschen, worauf ich theoretisch ein "Recht" als Katholik hätte. Solange das aber nicht machbar ist (und das wird wohl bis an mein Lebensende so bleiben), opfere ich halt meine Wünsche dem Wohl der Kirche auf und helfe in dem Rahmen und an den Posten aus, an denen meine Fähigkeiten gefragt sind. Nicht, weil ICH mich dadurch profilieren wollte, sondern weil die Kirche das brauchen kann.
Gut, daß das mal von berufener Stelle gesagt wurde.
Danke dafür, und am besten bei den "Liturgischen Mißbräuchen" wiederholen.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von taddeo » Donnerstag 27. Oktober 2011, 14:15

lifestylekatholik hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:opfere ich halt meine Wünsche dem Wohl der Kirche auf und helfe in dem Rahmen und an den Posten aus, an denen meine Fähigkeiten gefragt sind.
Ja, ja, Taddel. Is ja allet jut. Brauchst nich wein’n. *tätschel*
Stylie, ich weine nicht. Es war meine halbwegs freie Entscheidung, auf dem Land zu wohnen, wo kaum liturgische Auswahl herrscht.
Und ich bin sogar froh über die vielleicht kleinen, aber immer vorhandenen Möglichkeiten, die unsere eigene Ortspfarrei zum Katholischsein bietet. Ich möcht nicht mit der Stadt tauschen.

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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von Clementine » Donnerstag 27. Oktober 2011, 18:32

Melody hat geschrieben: Es passt so einiges nicht zusammen.
Dem kann ich nur zustimmen.

Was mich erstaunt ist, wie jemand, der vor einigen Monaten hier im Kreuzgang noch gepostet hat, dass er es vorzieht, wenn es nicht zum Friedensgruß kommt, mit den Tränen kämpfen muss, wenn er ihn von Kreuzgängstern nicht angeboten bekommt.

Nicht, dass jemand seine Meinung ändert wundert mich. Das ist völlig legitim. Aber mit den Tränen dagegen ankämpfen - wo ja immerhin die Möglichkeit bestand, dass sich der Banknachbar an die eigene Ablehnung des Friedensgrußes erinnert - und einem deshalb den Gruß nicht anbietet. Und dann noch zu äußern, dass das Nichtanbieten von Kreuzgangstern noch schlimmer gewogen habe als von unbekannten Leuten in der Bank.

Beachtlich.

Und zum Thema Gehorsam: Wenn der Priester gar nicht zum Friedensgruß auffordert - wem sind die Leute dann Gehorsam? Sich selbst und den eigenen Bedürfnissen?
Es gibt drei Arten von Menschen: Haie, Haifischfutter und Menschen, die es gelernt haben mit den Haien zu schwimmen ohne gefressen zu werden.

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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von Melody » Donnerstag 27. Oktober 2011, 18:45

Clementine hat geschrieben:Und zum Thema Gehorsam: Wenn der Priester gar nicht zum Friedensgruß auffordert - wem sind die Leute dann Gehorsam? Sich selbst und den eigenen Bedürfnissen?
Wenn der Priester NICHT dazu auffordert, geht es natürlich nicht um Gehorsam, sondern allenfalls darum, dass sie es nicht besser wissen und meinen, das müsse an der Stelle trotzdem so sein.

Ich sprach ausdrücklich von Gehorsam, WENN der Priester/Diakon dazu auffordert.

Was das Verhalten nach ausdrücklicher Aufforderung zum Friedensgruß angeht, hat sich auch meine Meinung zu März nicht geändert.
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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von Caviteño » Samstag 29. Oktober 2011, 02:09

Clementine hat geschrieben:
Ich persönlich sehe schon zu, dass ich mich so setze, dass ich keinen Friedensgruß angeboten bekomme. Ich sitze, wenn möglich, auch gerne alleine.
Deswegen gehe ich gerne zur Frühmesse.
In unserer Pfarrei kommt es auf den Priester an. Einer fordert nie auf und ein anderer schreitet dabei sogar die ersten Bänke im Kirchenschiff ab, um den dortigen Gläubigen die Hand zu reichen. Da dieser Priester - aus mir unbekannten Gründen - noch nie in einer der beiden Filialkirchen die Hl. Messe gefeiert hat, ist die dortige Vorabendmesse auch eine Alternative.

Hier auf den PH wird der Friedensgruß nur durch ein freundliches Zunicken ausgetauscht, das finde ich viel angenehmer.

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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von Gallus » Samstag 29. Oktober 2011, 09:44

Es sollte doch für erwachsene Menschen kein Problem sein, sich auch dann an die Spielregeln zu halten, wenn diese ihren persönlichen Vorlieben widersprechen. Aus dem trotzigen Kindesalter sollten die meisten hier jedenfalls inzwischen raus sein.

Also, säße ich in einer päpstlichen Kommission zur Reform der Reform, dann würde ich sicher für die Abschaffung des Friedensgrußes in der heutigen Form plädieren. Aber solange es ihn gibt, bricht doch wohl niemandem ein Zacken aus der Krone, wenn er oder sie sich dieser Konvention einfach unterwirft. Meine Güte, zwei Flugstunden entfernt werden Christen gelyncht und hier regt man sich übers Händeschütteln auf. Das ist doch bizarr.

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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von Melody » Samstag 29. Oktober 2011, 10:47

Caviteño hat geschrieben:Einer fordert nie auf und ein anderer schreitet dabei sogar die ersten Bänke im Kirchenschiff ab, um den dortigen Gläubigen die Hand zu reichen.
Sowas war ja der Grund, weshalb ich im März überhaupt diesen Thread hier reaktiviert hatte...

Denn dabei wird mir ganz unwohl.

Ich sehe dann immer die Priester im alten Ritus (oder ganz wenige tun das ja auch im NOM), die - aus guten Gründen - Daumen und Zeigefinger ab der Wandlung geschlossen halten, damit keine Partikel verloren gehen, und dann drückt einem der Priester beim Friedensgruß eventuelle Partikel in die Hand... :nein:

Aber wer den alten Ritus nicht kennt, wer nicht weiß, was da früher üblich war, der macht sich über so etwas tatsächlich keine Gedanken.
Selbst noch in den letzten Jahren, wenn ich hier einsam in meiner Großstadt in die Hl. Messe ging, hab ich mich gefreut, wenn ich so saß, dass der Stadtdechant mir die Hand gegeben hat. Und dabei kannte ich da ja sogar den alten Ritus schon, aber ich hatte einfach über dieses Finger-Zusammenhalten noch nie nachgedacht.

Mein Unbehagen kam erst, nachdem ich über diese Geste und ihren Hintergrund nachgedacht habe.
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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von ad-fontes » Samstag 29. Oktober 2011, 12:08

Melody hat geschrieben:
Caviteño hat geschrieben:Einer fordert nie auf und ein anderer schreitet dabei sogar die ersten Bänke im Kirchenschiff ab, um den dortigen Gläubigen die Hand zu reichen.
Sowas war ja der Grund, weshalb ich im März überhaupt diesen Thread hier reaktiviert hatte...

Denn dabei wird mir ganz unwohl.

Ich sehe dann immer die Priester im alten Ritus (oder ganz wenige tun das ja auch im NOM), die - aus guten Gründen - Daumen und Zeigefinger ab der Wandlung geschlossen halten, damit keine Partikel verloren gehen, und dann drückt einem der Priester beim Friedensgruß eventuelle Partikel in die Hand... :nein:

Aber wer den alten Ritus nicht kennt, wer nicht weiß, was da früher üblich war, der macht sich über so etwas tatsächlich keine Gedanken.
Selbst noch in den letzten Jahren, wenn ich hier einsam in meiner Großstadt in die Hl. Messe ging, hab ich mich gefreut, wenn ich so saß, dass der Stadtdechant mir die Hand gegeben hat. Und dabei kannte ich da ja sogar den alten Ritus schon, aber ich hatte einfach über dieses Finger-Zusammenhalten noch nie nachgedacht.

Mein Unbehagen kam erst, nachdem ich über diese Geste und ihren Hintergrund nachgedacht habe.
ernst vs. frivol.

Nah bei Gott vs. nah bei den Menschen.

Zwei Mentalitäten - zwei unterschiedliche theologische / antropologische Ansätze?!
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von Debora » Samstag 29. Oktober 2011, 15:37

Caviteño hat geschrieben:
Einer fordert nie auf und ein anderer schreitet dabei sogar die ersten Bänke im Kirchenschiff ab, um den dortigen Gläubigen die Hand zu reichen.
Sowas war ja der Grund, weshalb ich im März überhaupt diesen Thread hier reaktiviert hatte...

Denn dabei wird mir ganz unwohl.
Entweder für oder gegen den Friedensgruß, momentan bist mal wieder dagegen.

Ich muss es nicht verstehen und es ist mir auch ehrlich gesagt egal es gibt wichtigeres im Leben
Die Eucharistie ist das tägliche Brot, das wir als Heilmittel gegen die tägliche Schwachheit brauchen. Hl. Augustinus

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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von Gallus » Samstag 29. Oktober 2011, 15:58

Debora hat geschrieben:Entweder für oder gegen den Friedensgruß, momentan bist mal wieder dagegen.

Ich muss es nicht verstehen und es ist mir auch ehrlich gesagt egal es gibt wichtigeres im Leben
Wieso, es ging doch da um die Form des Friedensgrußes. Man kann doch prinzipiell dafür sein, aber es problematisch finden wenn der Priester der halben Gemeinde die Hand schüttelt.

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Re: Der Friedensgruß - für viele eine Stresssituation!

Beitrag von Raimund J. » Samstag 29. Oktober 2011, 16:06

Gallus hat geschrieben:
Debora hat geschrieben:Entweder für oder gegen den Friedensgruß, momentan bist mal wieder dagegen.

Ich muss es nicht verstehen und es ist mir auch ehrlich gesagt egal es gibt wichtigeres im Leben
Wieso, es ging doch da um die Form des Friedensgrußes. Man kann doch prinzipiell dafür sein, aber es problematisch finden wenn der Priester der halben Gemeinde die Hand schüttelt.
Genau so ist es!



- - -
Mod.-Anmerkung:

Nachdem alle möglichen Argumente und Befindlichkeiten ausgetauscht wurden, schliesse ich diesen Strang zunächst um im Moderatorenkollegium darüber zu beraten!
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore

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Re: Friedensgruß

Beitrag von Niels » Donnerstag 21. Februar 2013, 14:51

http://www.kirche.tv/Default.aspx?tabid=581

Dort ab ca. 37: zu sehen: der monastische Friedensgruß in Heiligenkreuz.

:klatsch: :daumen-rauf:
Nolite timere pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

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Re: Friedensgruß

Beitrag von HeGe » Freitag 1. August 2014, 13:38

Eine Verlegung des Friedensgrußes innerhalb der Messe wird abgelehnt, allerdings schränkt die Gottesdienstkongregation die Art und Weise des Friedensgrußes ein:
kath.net hat geschrieben:Vatikan: Friedensgruß der Messe soll nüchterner gehalten werden

Vatikanische Gottesdienstkongregation: Priester soll nicht mehr automat. zum Friedensgruß auffordern und den Platz vom Altar verlassen. Keine zusätzlichen Friedensgesänge [...]
Ich bin mir sicher, diese Anweisungen werden einen ähnlich hohen Grad der Umsetzung zur Folge haben, wie beispielsweise Redemptionis Sacramentum. :roll:

Ebenfalls witzig:
[...] Die Bischofskonferenzen sollten Elemente erarbeiten, die die Bedeutung des Friedensritus in der römischen Liturgie erläutern, heißt es in dem Rundschreiben der Gottesdienstkongregation. [...]
Ich vermute, die erscheinen dann gemeinsam mit der katechetischen Einführung in das neue Messbuch. :D
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Friedensgruß

Beitrag von leander12 » Freitag 1. August 2014, 13:57

Zugegebenermaßen artet dieses "Händeschütteln" manchmal echt aus, sodass alle beteiligten Dienste quer durch die Kirche rennen, um ihrem besten Freund (etc.) den Frieden wünschen zu können.
Es ist zwar eine nette Geste, wenn der Pfarrer allen beteiligten Ministranten die Hand zum Gruß reicht, aber manchmal dauert das einfach ewig. Bei uns wird daher auch mal gerne auf die Aufforderung zum Handreichen verzichtet. Ein einfaches Nicken reicht da doch auch.

Problematischer wird es dann jedoch, wenn ein sogenanntes Friedenslied eingebaut wird und deswegen dann das Agnus Dei komplett wegfällt. Das halte ich für eine merkwürdige Gewichtung, zudem kann man ja als Schlusslied eine Komposition mit Friedensinhalt singen.

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Re: Friedensgruß

Beitrag von Hubertus » Freitag 1. August 2014, 13:59

HeGe hat geschrieben:Eine Verlegung des Friedensgrußes innerhalb der Messe wird abgelehnt, allerdings schränkt die Gottesdienstkongregation die Art und Weise des Friedensgrußes ein:
kath.net hat geschrieben:Vatikan: Friedensgruß der Messe soll nüchterner gehalten werden

Vatikanische Gottesdienstkongregation: Priester soll nicht mehr automat. zum Friedensgruß auffordern und den Platz vom Altar verlassen. Keine zusätzlichen Friedensgesänge [...]
Ich bin mir sicher, diese Anweisungen werden einen ähnlich hohen Grad der Umsetzung zur Folge haben, wie beispielsweise Redemptionis Sacramentum. :roll:
Dito.
Wobei da "Rom" halt auch selber schuld ist. Es nützt eben nichts, jahrzehntelang letztlich nur den Mißbräuchen zuzusehen und alle paar Jahre mal die eine oder andere Sache "in Erinnerung zu rufen". Wer duldet, daß so eine Praxis einreißt, braucht sich nicht mehr über Ungehorsam zu beschweren.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Friedensgruß

Beitrag von Hubertus » Freitag 1. August 2014, 14:01

leander12 hat geschrieben:Bei uns wird daher auch mal gerne auf die Aufforderung zum Handreichen verzichtet.
Wenn der Priester nicht dazu auffordert, geb' ich auch keinen.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Friedensgruß

Beitrag von leander12 » Freitag 1. August 2014, 14:19

Hubertus hat geschrieben:
leander12 hat geschrieben:Bei uns wird daher auch mal gerne auf die Aufforderung zum Handreichen verzichtet.
Wenn der Priester nicht dazu auffordert, geb' ich auch keinen.
Damit meinte ich ja, dass der Priester auch garnicht erst dazu auffordert.

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Re: Friedensgruß

Beitrag von Florianklaus » Freitag 1. August 2014, 14:35

Hubertus hat geschrieben: Wobei da "Rom" halt auch selber schuld ist. Es nützt eben nichts, jahrzehntelang letztlich nur den Mißbräuchen zuzusehen und alle paar Jahre mal die eine oder andere Sache "in Erinnerung zu rufen". Wer duldet, daß so eine Praxis einreißt, braucht sich nicht mehr über Ungehorsam zu beschweren.
Dann erzähl doch mal, wie "Rom" es verhindern soll, daß in der Pfarrei St. Spekulatius in Kleinkleckersdorf der Pfarrer den Altarraum verläßt, um den Friedensgruß in seine darob sehr begeisterte Gottesdienstgemeinde hinein zu tragen.

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Re: Friedensgruß

Beitrag von iustus » Freitag 1. August 2014, 15:43

Florianklaus hat geschrieben:
Hubertus hat geschrieben: Wobei da "Rom" halt auch selber schuld ist. Es nützt eben nichts, jahrzehntelang letztlich nur den Mißbräuchen zuzusehen und alle paar Jahre mal die eine oder andere Sache "in Erinnerung zu rufen". Wer duldet, daß so eine Praxis einreißt, braucht sich nicht mehr über Ungehorsam zu beschweren.
Dann erzähl doch mal, wie "Rom" es verhindern soll, daß in der Pfarrei St. Spekulatius in Kleinkleckersdorf der Pfarrer den Altarraum verläßt, um den Friedensgruß in seine darob sehr begeisterte Gottesdienstgemeinde hinein zu tragen.
Ein einfaches Schreiben an den Bischof, dass dem Priester 20 Prozent seines Gehalts oder des Gestellungsgeldes einzubehalten sind, sobald er von dem Missbrauch Kenntnis erlangt, sollte genügen.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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Re: Friedensgruß

Beitrag von Hubertus » Freitag 1. August 2014, 16:08

Florianklaus hat geschrieben:
Hubertus hat geschrieben: Wobei da "Rom" halt auch selber schuld ist. Es nützt eben nichts, jahrzehntelang letztlich nur den Mißbräuchen zuzusehen und alle paar Jahre mal die eine oder andere Sache "in Erinnerung zu rufen". Wer duldet, daß so eine Praxis einreißt, braucht sich nicht mehr über Ungehorsam zu beschweren.
Dann erzähl doch mal, wie "Rom" es verhindern soll, daß in der Pfarrei St. Spekulatius in Kleinkleckersdorf der Pfarrer den Altarraum verläßt, um den Friedensgruß in seine darob sehr begeisterte Gottesdienstgemeinde hinein zu tragen.
Naja, ich sehe halt nur, wie das bei uns auf Arbeit läuft, wenn von oben neue Richtlinien oder ähnliches kommen.
Dann werden die nicht nur erlassen, sondern a) genau bestimmt, ab wann diese gelten, d.h. bis wann die umge-
setzt sein müssen und b) die Filialleiter müssen entsprechend dafür sorgen, daß dies auch - über die Abteilungs-
leiter etc. "nach unten" weitergegeben wird. Da muß dann jeder in Kenntnis gesetzt werden über den neuen Sach-
verhalt, üblicherweise per Unterschrift, daß auch rechtlich dokumentiert ist, daß er in Kenntnis gesetzt wurde.
Und dann wird halt auch regelmäßig überprüft, ob sich alle dran halten. Das muß dann wiederum der Filialleiter über-
wachen und das - ggf. minutiös - weitermelden, d.h. es werden dann ggf. Zielvorgaben gesetzt bzw. dokumentiert,
was man gemacht hat, umdie entsprechenden Richtlinien umzusetzen.
Und renitente Mitarbeiter bekommen halt rel. bald arbeitsrechtliche Konsequenzen aufgezeigt. Im Bereich der Kirche
gibt es ja über das universale Kirchenrecht hinaus die Möglichkeit, partikulär ein Disziplinarrecht einzuführen und ggf.
umzusetzen.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

iustus
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Re: Friedensgruß

Beitrag von iustus » Freitag 1. August 2014, 18:07

Hubertus hat geschrieben: Naja, ich sehe halt nur, wie das bei uns auf Arbeit läuft, wenn von oben neue Richtlinien oder ähnliches kommen.
Dann werden die nicht nur erlassen, sondern a) genau bestimmt, ab wann diese gelten, d.h. bis wann die umge-
setzt sein müssen und b) die Filialleiter müssen entsprechend dafür sorgen, daß dies auch - über die Abteilungs-
leiter etc. "nach unten" weitergegeben wird. Da muß dann jeder in Kenntnis gesetzt werden über den neuen Sach-
verhalt, üblicherweise per Unterschrift, daß auch rechtlich dokumentiert ist, daß er in Kenntnis gesetzt wurde.
Und dann wird halt auch regelmäßig überprüft, ob sich alle dran halten. Das muß dann wiederum der Filialleiter über-
wachen und das - ggf. minutiös - weitermelden, d.h. es werden dann ggf. Zielvorgaben gesetzt bzw. dokumentiert,
was man gemacht hat, umdie entsprechenden Richtlinien umzusetzen.
Und renitente Mitarbeiter bekommen halt rel. bald arbeitsrechtliche Konsequenzen aufgezeigt.
Willkommen bei Kirchens. Hier macht jeder, was er will. Jede andere Institution wäre damit schon am Ende, aber die Kirche wird bestehen. Trotz der Modernisten, die soviel kaputt machen.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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Re: Friedensgruß

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 1. August 2014, 18:57

Was bedeutet der Satz: Der Priester soll nicht automatisch zum Friedensgruß auffordern"
Nur wenn ihm danach ist?
wenn die Gemeinde zerstritten ist ?
wenn der Mond im 5 Hause steht?
das Papier wird nicht mal zur Kenntnis genommen werden und das mit recht

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Re: Friedensgruß

Beitrag von heiliger_raphael » Freitag 1. August 2014, 20:48

Die Gedanken zum Friedensgruss, die vom Vatikan geäußert wurden, kann ich nicht nachvollziehen. Bei uns in der Hedwigs-Kathedrale ist die Zeit oft eher zu knapp und es ist kaum möglich, die direkt um ein herum stehenden Menschen zu grüßen. Deswegen habe ich mich häufig gefragt, wozu es einen Friedensgruss überhaupt gibt, wenn man in 5 Sekunden den Leuten die Hand geben soll. Es zu reglementieren (bitte nur nach links und rechts) finde ich auch nicht sinnvoll.

So wie er momentan manchmal durch die Kürze "beschnitten" wird, tendiere ich dazu ihn eher abschaffen zu wollen, wenn man ihn aber beibehalten möchte, dann würde ich einen angemessenen zeitlichen Raum sinnvoll finden. Das Argument des "Wirrwarr" kann ich auch nicht nachvollziehen. Wenn man die Gemeinde in die Liturgie durch zwischenmenschliche Gesten mit einbezieht, dann wird es eben in dem Punkt auch "menschlich chaotisch". Das ist meiner Meinung nach die Konsequenz einer stärkeren Einbeziehung der Gemeinde, dass bestimmte Auflockerunen geschehen und nicht mehr Alles streng diszipliniert oder formalisiert stattfindet.

Es hat sich soweit auch automatisiert, dass die meisten zwar auf die Aufforderung des Priesters warten, wenn er aber zögert oder nichts sagt einfach trotzdem gegrüßt wird.

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Re: Friedensgruß

Beitrag von gc-148 » Freitag 1. August 2014, 21:12

unsere Gemeinden warten beim Friedensgruß doch nicht auf eine "Aufforderung" des Priesters - sie geben einander den Friedensgruß. So muss es sein!
Wenn diese Kongregation keine anderen Sorgen hat, sollte man sie abschaffen..... die Antwort werden ihnen die Gemeinden schon geben!

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