Neues aus der Diözese Linz

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cantus planus
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von cantus planus » Sonnabend 17. Dezember 2011, 12:17

Gamaliel hat geschrieben:
Clementine hat geschrieben:Dann überlege Dir doch einfach mal (und damit es nicht peinlich wird, sondern Du ganz ehrlich zu Dir selbst sein kannst, mußt Du das gar nicht im Kreuzgang ausbreiten), ob Du so einen Terrorzustand einfach so wegstecken würdest.
Ich suche das "gloria.tv"-Video jetzt nicht heraus, aber es müßte auch hier verlinkt sein, in dem der Pfarrer noch 2 od. 3 Tage vor seinem Krankenstand gesagt hat, daß ihm das alles gar nichts ausmacht. Möglicherweise war diese Aussage nicht wahrheitsgemäß. :achselzuck:
Warum nicht? Die Situation war sehr schwierig, aber nicht neu. Neu hinzu kam später erst der gnadenlose Abschuß durch den Bischof und dessen zurückrudern, gezielte Kampagnen, die von Priestern außerhalb dieser Pfarrei gestartet wurden. Das ist nun ein ganz anderes Kaliber.

Wenn der Pfarrer nervlich vor diesem Ausbruch blanker Boshaftigkeit unter Mitbrüdern kapituliert, kann ich das gut nachvollziehen.
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von ottaviani » Sonnabend 17. Dezember 2011, 13:13

Vor allem warum soll sich das ein Priester an tun der in seiner Heimat geschätzt wird die polnischen Bischöfe sollten wirklich ihre Priester hier abziehen und die frommen Katholiken die in solchen Verhältnissen bleiben sind selber schuld

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cantus planus
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von cantus planus » Sonnabend 17. Dezember 2011, 13:19

Die ersten Orden ziehen ja ohnehin schon Kleriker zurück, u.a. weil man mittlerweile auch in Polen zu spüren bekommt, dass die Situation bei den Berufungszahlen schwieriger wird. Allerdings sind die Zahlen dort im Vergleich zu anderen westlichen Ländern noch hervorragend.

Und wenn mit ausländischem Personal derartig umhergesprungen wird, werden sich noch einige Bischöfe und Oberen überlegen, ihre Priester zur Aushilfe herzuschicken. Momentan dürfte das auch für die Diözesen rein finanziell noch attraktiv sein. Aber wenn die Priester, wenn sie zurückkommen, nervlich am Ende, ein Fall für professionelle Hilfe und auf längere Sicht dienstunfähig sind, lohnt sich die Sache auch nicht mehr.

Und Kopfing ist ja - wie man in aller Deutlichkeit nochmal betonen muss - kein Einzelfall. Seit Jahren werden konservative Kleriker systematisch verschlissen.
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von Edi » Sonnabend 17. Dezember 2011, 13:19

Gamaliel hat geschrieben:
Clementine hat geschrieben:Und es ist auch die einzig richtige Entscheidung.
Richtig ist die Entscheidung tatsächlich, aber nicht wegem dem Terror, sondern weil dem
Pfarrer die entschiedene Rückendeckung des Diözesanbischofs fehlt.

Trotz allem hat der Pfarrer aber immerhin eine grosse Unterstützung in seiner Gemeinde. Mit dieser hätte er doch versuchen können, den Angriffen stand zu halten. Dasss der Bischof kein Bischof, sondern ein Weichei ist, ist zur Genüge bekannt und wird sich auch nicht ändern.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von Peregrin » Sonnabend 17. Dezember 2011, 13:40

martin v. tours hat geschrieben:Wenn man als Priester solche Kollegen hat - fein!
http://kurier.at/nachrichten/oberoester ... urueck.php
„Ich hoffe, dass das nun endgültig ist“, sagt ein Sprecher der Initiative. Auflösen werde sich die Gruppe jetzt nicht. „Unser Hauptanliegen war, dass in der Pfarre Frieden einkehrt. Das ist nach wie vor unser Ziel.“
Übersetzung: Jetzt sollen noch die Unterstützer zur Strecke gebracht werden.
Zuletzt geändert von Peregrin am Sonnabend 17. Dezember 2011, 13:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von Peregrin » Sonnabend 17. Dezember 2011, 13:48

Edi hat geschrieben: Trotz allem hat der Pfarrer aber immerhin eine grosse Unterstützung in seiner Gemeinde. Mit dieser hätte er doch versuchen können, den Angriffen stand zu halten.
Daher ja meine Vermutung, daß die Absetzungsrücknahme samt Versenkung im Krankenstand nur dazu dienen sollte, die sich mobilisierende Unterstützung für Skoblicki auszumanövrieren und ins Leere laufen zu lassen. Als er einmal weg war, konnten die Gegner wieder Oberwasser kriegen.
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von Reinhard » Sonntag 18. Dezember 2011, 00:46

So einfach können wir es uns mit der Einschätzung nicht machen, denke ich !

Die ganze Geschichte hat einen größeren Rahmen. Pfr. Andreas Skoblicki ist nach eigenem Zeugnis als "ganz normaler" Pfarrer nach Österreich gekommen, und hat erst dort eine persönliche Bekehrung erlebt, aus der sein Wirken erwachsen ist.
In der Folge, und in der Begeisterung aus diesen Erlebnissen hat er seinen Dienst sehr intensiv, mit besonderem Segen und einer großen Wirkung gelebt. Dabei spielte mit Sicherheit das Hören auf Gott eine ganz besondere Rolle, aber auch im Eifer der ein oder andere Fehler. Das ist untrennbar von solcher geistlicher Erweckung und dem intensiven Leben mit Gott in einer solchen Zeit.

Nun ist die geistliche Idylle in der Pfarre durch den Clash erstmal vorbei, aber nicht der Weg Gottes mit dieser Pfarre und diesem Pfarrer.

- Das heißt: das geistliche Leben, das in den Kreisen und Gruppen stattgefunden hat, wird weiter gehen, auch ohne Andreas Skoblicki. Denn es ist in Wirklichkeit ja nicht die Sache dieses Pfarrers, sondern Gottes Sache. Und: wer einmal von Gott berührt worden ist, der kann nicht mehr dahinter zurück ! - Das sollten wir bei allem Ärger über die Gemeinheiten dort nicht vergessen.
- Das heißt auch: die Berufung des Pfarrers Skoblicki geht weiter, auch ohne Kopfing. Die Erweckung, die er in Kopfing selbst und in seiner Pfarre erlebt hat, war mit Sicherheit eine wichtige Etappe in seinem Leben. Aber solche intensiven Zeiten dauern nicht ewig, und man kann sie auch nicht festhalten. Ich gehe davon aus, dass er jetzt zu Hause (in Polen) erst einmal seine Haltung und seine Hintergründe reflektiert hat (wie das zur Aufarbeitung einer Mobbingsituation nötig ist), aber dann auch im Gebet und Gespräch mit seinem eigenen Seelsorger seine eigene Berufung geklärt hat. Was er jetzt sagt und schreibt, ist auf diesem Hintergrund zu sehen.

Ich glaube, seine Absage jetzt gehört ausdrücklich in diese Perspektive: dass Gott diesen Mann jetzt an einen anderen Platz berufen hat, nachdem er in Kopfing eine gute Zeit segensreich gewirkt hat. Was wirklich zählt, sind Gottes Wege, nicht menschliche Pläne und Intrigen !

Von daher trauere ich weniger dem Gewesenen nach, sondern bin neugierig, was der Ewige da jetzt an Neuem auf den Weg bringt.

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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von ad_hoc » Sonntag 18. Dezember 2011, 00:53

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Gamaliel hat geschrieben:
Clementine hat geschrieben:Und es ist auch die einzig richtige Entscheidung.
Richtig ist die Entscheidung tatsächlich, aber nicht wegem dem Terror, sondern weil dem
Pfarrer die entschiedene Rückendeckung des Diözesanbischofs fehlt.
Die Entscheidung ist selbstverständlich falsch, wie jede dieser Resignationen der letzten
Jahre: Wielgus, Mixa, Wager etc.

Es scheint aber geradezu ein Naturgesetz zu sein. Keiner hält unter diesem Druck stand.
Oder wer standhielte, gelangt nicht dorthin, wo der Druck entstünde und sein Ausharren
gefordert wäre.

Das ist der Grund, warum ich hier stets prophezeie, daß der Zug nur in eine Richtung fahre
und es irgendwann zu Ende sei.
Es läst sich darüber diskutieren, ob und wann ein guter Priester sich dem äußerlichenDruck beugen oder standhalten muss, auch wenn er psychisch und körperlich an seine Grenzen gekommen ist.
Andererseits weiß man auch, dass Gott keinen Menschen über dessen Kräfte hinaus stärker belastet. Wenn dem so ist, wäre zu überlegen, ob der polnische Priester diesem Druck nicht hätte standhalten müssen. Im Vergleich zu den Märtyrern, die für ihren Glauben Folter und Tod auf sich genommen haben, wohl noch eine geringere Herausforderung.
Wer weiß, wie wir in solcher oder einer ähnlichen Situation agieren bzw. reagieren würden.

Wie auch immer, und weil Robert Ketelhohn den nur in eine Richtung fahrenden Zug erwähnt:

"Gott ließ uns fallen, und so stürzen wir denn auf ihn zu."

Aus "Der Tunnel" v. Dürrenmatt, bevor er sein Werk überarbeitete.

Ich interpretiere diesen Schlußsatz so, dass Gott schließlich dem Menschen seinen Willen belässt, wenn dieser alle göttlichen Gnaden missachtet (hier eher auf die Gegner des polnischen Priesters bezogen), und in diesem Zustand tritt er unausweichlich, wie alle Menschen, egal ob gut oder schlecht, vor das göttliche Gericht.

Gruß, ad_hoc
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von Clementine » Sonntag 18. Dezember 2011, 10:40

ad_hoc hat geschrieben: Es läst sich darüber diskutieren, ob und wann ein guter Priester sich dem äußerlichenDruck beugen oder standhalten muss, auch wenn er psychisch und körperlich an seine Grenzen gekommen ist.
Klar, vom Sofa aus läßt sich super aus diskutieren, was andere Leute nach eigener Ansicht aushalten können müssen und was nicht.

Das wichtigste Gebot ist doch "Du sollst den Herrn, Deinen Gott, lieben und Deinen nächsten wie Dich selbst."

Und nur zur Erinnerung: Es geht hier um eine tägliche extreme Dauerbelastung, die dieser Pfarrer ausgesetzt war - obwohl er an seine Grenzen gekommen ist.

Aber: Laßt uns ruhig eine neue Tüte Popcorn aufmachen und weiter darüber diskutieren, was wir von ihm hätten verlangen können.

Vielleicht könnten wir vorneweg aber diese Frage klären: Mit welcher Berechtigung wollen wir eigentlich darüber diskutieren?
ad_hoc hat geschrieben:Andererseits weiß man auch, dass Gott keinen Menschen über dessen Kräfte hinaus stärker belastet. Wenn dem so ist, wäre zu überlegen, ob der polnische Priester diesem Druck nicht hätte standhalten müssen.
Unsere Religion ist keine fatalistische. Es heißt nicht, dass ich einmal an einen Platz gestellt, dort für immer und ewig (Lebenszeit) dort bleiben muß. Sondern ich sollte mich regelmäßig fragen, was ist Gottes Plan mit mir?

Und unerträgliche Zustände muß ich daher nicht einfach erdulden nach dem Motto "Gott wird mich nicht über Gebühr belasten."
ad_hoc hat geschrieben:Im Vergleich zu den Märtyrern, die für ihren Glauben Folter und Tod auf sich genommen haben, wohl noch eine geringere Herausforderung.
Tja, auch hier gehen unsere Sichtweisen auseinander. Das tägliche, jahrelange Martyrium erachte ich als schwieriger als die eine große Heldentat.
ad_hoc hat geschrieben:Wer weiß, wie wir in solcher oder einer ähnlichen Situation agieren bzw. reagieren würden.
Mich würde ja mal interessieren, wieviele der Forumsteilnehmer, die hier die Meinung vertreten, der Pfarrer hätte das aushalten müssen, Streitigkeiten mit dem Nachbarn etc. haben, weil sie sich "das Verhalten" (herabhängende Zweige über den Gartenzaun und ähnliches) "nicht gefallen lassen!" :pfeif:
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von Vir Probatus » Sonntag 18. Dezember 2011, 10:43

ad_hoc hat geschrieben: Es läst sich darüber diskutieren, ob und wann ein guter Priester sich dem äußerlichenDruck beugen oder standhalten muss, auch wenn er psychisch und körperlich an seine Grenzen gekommen ist.
Andererseits weiß man auch, dass Gott keinen Menschen über dessen Kräfte hinaus stärker belastet. Wenn dem so ist, wäre zu überlegen, ob der polnische Priester diesem Druck nicht hätte standhalten müssen. Im Vergleich zu den Märtyrern, die für ihren Glauben Folter und Tod auf sich genommen haben, wohl noch eine geringere Herausforderung.
Wer weiß, wie wir in solcher oder einer ähnlichen Situation agieren bzw. reagieren würden.

Wie auch immer, und weil Robert Ketelhohn den nur in eine Richtung fahrenden Zug erwähnt:

"Gott ließ uns fallen, und so stürzen wir denn auf ihn zu."

Aus "Der Tunnel" v. Dürrenmatt, bevor er sein Werk überarbeitete.

Ich interpretiere diesen Schlußsatz so, dass Gott schließlich dem Menschen seinen Willen belässt, wenn dieser alle göttlichen Gnaden missachtet (hier eher auf die Gegner des polnischen Priesters bezogen), und in diesem Zustand tritt er unausweichlich, wie alle Menschen, egal ob gut oder schlecht, vor das göttliche Gericht.

Gruß, ad_hoc
Interessant ist, wie sich hier bestimmte Leute anmaßen, die "Kriterien eines guten Priesters" bis zu den Auswirkungen im jüngsten Gericht definieren zu dürfen. Ich würde mich da mal etwas zurückhalten.
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von Clementine » Sonntag 18. Dezember 2011, 10:45

Vir Probatus hat geschrieben: Interessant ist, wie sich hier bestimmte Leute anmaßen, die "Kriterien eines guten Priesters" bis zu den Auswirkungen im jüngsten Gericht definieren zu dürfen. Ich würde mich da mal etwas zurückhalten.
:achselzuck:
Wer hat das hier gemacht?
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von civilisation » Sonntag 18. Dezember 2011, 10:58

In der Tat - bestimmte Leute hier sollten sich mal zurückhalten.

Vor allen Dingen aber auch der Klerus in der Diözese Linz. Wie in den Nachrichten von Gloria.tv vom 16.12. zu hören war, hat ein Aushilfspriester aus der Nachbarpfarrei dafür gebetet, "daß der Störenfried nicht nach Kopfing zurückkehre".

Wenn ich das höre und auch hier die Leute immer wieder lese, die mit "jüngstem Gericht" oder "Splitter im Auge" rumschmeißen, wird mir ganz übel.

An die Foraner "guten Willens" hier: Einen gesegneten 4. Adventssonntag.

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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von taddeo » Sonntag 18. Dezember 2011, 11:01

ad_hoc hat geschrieben:Es läst sich darüber diskutieren, ob und wann ein guter Priester sich dem äußerlichenDruck beugen oder standhalten muss, auch wenn er psychisch und körperlich an seine Grenzen gekommen ist.
:pfeil: Mt 10,14 // Mk 6,11 // Lk 9,5

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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von Vir Probatus » Sonntag 18. Dezember 2011, 11:20

civilisation hat geschrieben:In der Tat - bestimmte Leute hier sollten sich mal zurückhalten.

Vor allen Dingen aber auch der Klerus in der Diözese Linz. Wie in den Nachrichten von Gloria.tv vom 16.12. zu hören war, hat ein Aushilfspriester aus der Nachbarpfarrei dafür gebetet, "daß der Störenfried nicht nach Kopfing zurückkehre".

Wenn ich das höre und auch hier die Leute immer wieder lese, die mit "jüngstem Gericht" oder "Splitter im Auge" rumschmeißen, wird mir ganz übel.

An die Foraner "guten Willens" hier: Einen gesegneten 4. Adventssonntag.
Dieser Priester ist nicht weniger Priester als der "Störenfried". Wessen Meinung soll ich mich daher anschliessen, bzw. wessen Meinung nicht ? Ist "guten Willens" hier identisch mit "konservativen Willens" ?
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ottaviani
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von ottaviani » Sonntag 18. Dezember 2011, 11:40

ja natürlich ich gehe jede wette ein in kürze gibt es in Kopfing die predigende Pastoralassistentin und den ganzen modernistischen Unrat wie er gegen die kirchliche Lehre in der Diezöse Linz üblich ist

iustus
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von iustus » Sonntag 18. Dezember 2011, 11:48

civilisation hat geschrieben:Wie in den Nachrichten von Gloria.tv vom 16.12. zu hören war, hat ein Aushilfspriester aus der Nachbarpfarrei dafür gebetet, "daß der Störenfried nicht nach Kopfing zurückkehre".
Interssant, nicht? Da kommt einer, der aufrüttelt, der ans Gericht erinnert. Ein Rufer in der Wüste Linz. Ein "Störenfried", der aufrüttelt, aus den Gewohnheiten reißt, (für Linzer Verhältnisse) neue Wege geht ...

Irgendwie passend zum Advent ...
Zuletzt geändert von iustus am Sonntag 18. Dezember 2011, 12:07, insgesamt 1-mal geändert.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von Vir Probatus » Sonntag 18. Dezember 2011, 12:06

iustus hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:Wie in den Nachrichten von Gloria.tv vom 16.12. zu hören war, hat ein Aushilfspriester aus der Nachbarpfarrei dafür gebetet, "daß der Störenfried nicht nach Kopfing zurückkehre".
Interssant, nicht? Da kommt einer, der aufrüttelt, der ans Gericht erinnert. Ein Rufer in der Wüste Linz. Ein "Störenfried", der aufrüttelt, aus den Gewohnheiten reißt, (für Linzer Verhältnisse) neue Wege geht ...

Irgendwie passend zum Advent ...
Bitte markiere nicht "Zitate" die nicht von mir sind, so als seien sie von mir.
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von iustus » Sonntag 18. Dezember 2011, 12:07

Vir Probatus hat geschrieben: Bitte markiere nicht "Zitate" die nicht von mir sind, so als seien sie von mir.
Na gut. :unbeteiligttu:

Korrigiert.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von martin v. tours » Sonntag 18. Dezember 2011, 12:59

Vir Probatus hat geschrieben:
civilisation hat geschrieben:In der Tat - bestimmte Leute hier sollten sich mal zurückhalten.

Vor allen Dingen aber auch der Klerus in der Diözese Linz. Wie in den Nachrichten von Gloria.tv vom 16.12. zu hören war, hat ein Aushilfspriester aus der Nachbarpfarrei dafür gebetet, "daß der Störenfried nicht nach Kopfing zurückkehre".

Wenn ich das höre und auch hier die Leute immer wieder lese, die mit "jüngstem Gericht" oder "Splitter im Auge" rumschmeißen, wird mir ganz übel.

An die Foraner "guten Willens" hier: Einen gesegneten 4. Adventssonntag.
Dieser Priester ist nicht weniger Priester als der "Störenfried". Wessen Meinung soll ich mich daher anschliessen, bzw. wessen Meinung nicht ? Ist "guten Willens" hier identisch mit "konservativen Willens" ?
Natürlich ist dieser Priester nicht weniger Priester als der Kopfinger Pfarrer. Wessen Meinung jemand ist oder sich anschliesst ist jedermanns Privatsache und kritisiere ich nicht.
ABER:
hier geht es darum das dieser Priester sich dazu bereit erklärt hat während des Erntedankfestes in Kopfing zeitgleich einen Protestgottesdienst abzuhalten.
Das der selbe Priester in einer Nachbargemeinde während einer Messe dafür betet,das "dieser Störenfried nicht wieder nach Kopfing zurückkommt"
aus dem selben Holz geschnitzt ist der Pfarrer Kammerer (ich hatte das Kurier Interview verlinkt) der in einem öffentlichen Interview erklärt,es wäre das schönste Weihnachstgeschenk für Kopfing,das dieser Pfarrer nicht mehr zurückkommt.

Das muss man sich einmal aif der Zunge zergehen lassen. Jeder Mensch ist frei über den Kopfinger Pfarrer zu denken was er will, aber Pfarrer die sich über Ihren Kollegen so in der Öffentlichkeit äussern, haben einen miesen Charakter.
Diese Verhalten ist einfach zum :kotz:

Man stelle sich dies einmal in der Wirtschaft vor.
Während einer Betriebsversammlung verkündet ein Betriebsleiter über einen Kollegen der im Krankenstand ist: Hoffentlich kommt der Störenfried nicht wieder in die Firma.
Zurecht würde man diesen Menschen des Mobbings bezichtigen.

Man stelle sich vor ein konservativer Priester würde so über einen der vielen Linzer "Zölibatsbrecher" herziehen. die Presse wäre voll und würde ihm schlimmstes Mobbing vorwerfen. Bischof Ludwig würde ihm wahrscheinlich vorwerfen den Frieden in der Gemeinde zu stören und ihn entlassen.

Aber diese Uralt-Querulanten haben Narrenfreiheit.
Für mich sind das - und ich schreibe die Formulierung bewusst - Charakterschweine ersten Ranges.
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Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von ottaviani » Sonntag 18. Dezember 2011, 13:13

Das ganze zeigt über deutlich daß es die Einheit von der Bischöfe reden und die sog "Mitte " nicht gibt die treuem Gehorsamen braven frommen gläubigen haben sich zu lange mit dem Argument es gehe um die "Einheit" ruhig stellen lassen ich bezweifle daß wir mit den Herren der Pfarrerinitiative oder den Messfeiern simulierenden Laien von WsK eine Einheit im Glauben haben
ja und dann gibts es auch noch diesen Herrn
http://www.herbert-kohlmaier.at/?cat=3/

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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von ottaviani » Sonntag 18. Dezember 2011, 16:12

Exzellenz Schwarz ist offen für ein "Diözesankonzil" eine tolle Idee des neuen Präsidenten der KA
und Rom schläft
http://www.kreuz.net/article.14381.html

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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von taddeo » Sonntag 18. Dezember 2011, 17:39

ottaviani hat geschrieben:Exzellenz Schwarz ist offen für ein "Diözesankonzil" eine tolle Idee des neuen Präsidenten der KA
und Rom schläft
http://www.kreuz.net/article.14381.html
Nach dem Konzil von Trient waren es unzählige Diözesansynoden (wie man dieses vorgeschlagene "Diözesankonzil" richtiger nennen müßte), die in den einzelnen Diözesen für die konkrete Umsetzung der Konzilsbeschlüsse gesorgt und die Seelsorge wieder auf Vordermann gebracht haben. Ihre regelmäßige Abhaltung wurde von allgemeinen Konzilen in der Vergangenheit immer wieder propagiert.

Sollten gerade die Traditionalisten ein Problem mit sowas haben? :hmm:

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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von ottaviani » Sonntag 18. Dezember 2011, 18:36

Es ist damit sicher keine Synode im sinne des Kontils von Trient gemeint man muß nur lesen was der neue Präsident der KA von sich gegeben hat
aber das ist ja das alte Problem der papalisten und neo Konservativen da wird sogar eine ein solches unkatholisches Unternehmen zu einer Synode im sinne des Konzils von Trient nur damit man die Augen verschließen kann vor den Zusttänden die unter aktiver Mitwirkung der Hirarchie enstanden sind

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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von taddeo » Sonntag 18. Dezember 2011, 18:45

ottaviani hat geschrieben:Es ist damit sicher keine Synode im sinne des Kontils von Trient gemeint man muß nur lesen was der neue Präsident der KA von sich gegeben hat
aber das ist ja das alte Problem der papalisten und neo Konservativen da wird sogar eine ein solches unkatholisches Unternehmen zu einer Synode im sinne des Konzils von Trient nur damit man die Augen verschließen kann vor den Zusttänden die unter aktiver Mitwirkung der Hirarchie enstanden sind
:vogel:

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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von martin v. tours » Sonntag 18. Dezember 2011, 20:22

Wobei ich auch denke das dieser Herr der katholischen Aktion es sicher nicht in dem Sinn wie taddeo versteht.
Seine Aussagen in dem Interview finde ich präpotent und für ein Erstinterview nach Amtsantritt arrogant und unhöflich.
Frage: wird diese Person eigentlich von der Diözese/Kirche bezahlt? Weiss das jemand?
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von taddeo » Sonntag 18. Dezember 2011, 20:41

martin v. tours hat geschrieben:Wobei ich auch denke das dieser Herr der katholischen Aktion es sicher nicht in dem Sinn wie taddeo versteht.
Ja und? Er scheint gar nicht zu kapieren, was er mit so einer "Forderung" womöglich provoziert.
Für das, was er "Diözesankonzil" nennt, gibt es seit jeher feste Regeln, nämlich diejenigen für Diözesansynoden.

Allerdings wird sich der feine Herr wundern, wie wenig ihm so eine Synode die Möglichkeit geben wird, seine Revoluzzerspielchen durchzuziehen. Sollte sich die Synode nach den geltenden Regeln richten, haut er sich dabei kräftig aufs Maul. Sollte sie sich nicht danach richten, könnte sie als Räubersynode viel mehr Schaden anrichten als Nutzen und dafür sorgen, daß Rom quasi gezwungen wird, eine Kirchenspaltung in der Diözese auch amtlich festzustellen.

Ausschlaggebend ist nämlich die Tatsache, daß auf so einer Synode tatsächlich von allen denkbaren Leuten über alles und jedes debattiert werden darf (CIC Can. 465 — Alle vorgelegten Fragen sind in den Sitzungen der Synode der freien Erörterung der Synodalen zu überlassen). ABER: Can. 466 — Einziger Gesetzgeber in der Diözesansynode ist der Diözesanbischof, während die anderen Teilnehmer der Synode nur beratendes Stimmrecht haben; allein er selbst unterschreibt die Erklärungen und Dekrete der Synode, die nur kraft seiner Autorität veröffentlicht werden dürfen. So wird es einzig und allein am dann regierenden Bischof liegen, ob der "Beschlüsse" so einer Synode in Kraft setzen will, mit denen er die Gemeinschaft mit der Weltkirche riskiert. Ich wette mal, er wird es nicht tun (sei es aus Verantwortungsbewußtsein oder aus Feigheit) - und damit springt diese ganze Synodenidee als Tiger und landet als Bettvorleger.

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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von Clementine » Sonntag 18. Dezember 2011, 20:45

:kugel:

Das hört sich doch lustig an.

Ich würd' mal sagen: Treffer, versenkt. Um welches Eigentor es sich handelt, ist doch dann eigentlich egal.
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von ad_hoc » Montag 19. Dezember 2011, 01:09

Da haben sich ja gerade die Richtigen versammelt, um meinen Beitrag zu kritisieren.
Diese sollten sich diesen Beitrag nochmals genauer durchlesen, damit sie vielleicht doch merken, wann ich von wem schreibe.

1.
Bei dem polnischen Priester habe ich einige Überlegungen angestellt, was ja wohl noch statthaft ist. Letztlich weiß Gott allein darum, wie jeder einzelne Mensch sich zu welcher Zeit und Gegebenheit hätte verhalten sollen, um dem Willen Gottes gerecht zu werden.
2.
Was die Belastbarkeit anbelangt, so gehe ich davon aus, dass bei einem guten Priester die Belastungsgrenze sehr hoch angesiedelt werden muss, was spätestens dann kein Problem sein sollte, wenn er sich absolut dem Willen Gottes übergeben hat und das tut, was Gott ihm aufträgt, zumal er sich dann des Beistands des Hl. Geistes sicher sein kann.
Ich wäre der Letzte, jemanden zu verurteilen, weil er aus menschlicher Schwäche heraus zum Fehlen geneigt ist. Groß ist vor Gott nicht derjenige, der fällt und liegenbleibt, groß ist derjenige, der fällt und wieder aufsteht.
3.
Was den "Zug" anbelangt:
Für mich und meine eigene geistige Entwicklung hat diese Novelle "Der Tunnel" schon von früher Jugend an eine gewisse Schlüsselfunktion zu einem bestimmten Verständnis besessen; ich musste lange darüber nachdenken, weil ich es immer aufgeschoben habe, mich doch mal persönlich an den Herrn Dürrenmatt zu wenden, vor allem natürlich wegen des zitierten letzten Satzes.
Ich habe aus gutem Grund darauf hingewiesen, wen ich mit der entsprechenden Auslegung dieses Satzes ansprechen wollte.

Aber auch dann: Ob wir vor Gott gut sind oder nicht, letztlich stürzen wir alle bereits während unseres irdischen Lebens, welches jederzeit enden kann, unausweichlich und nur in eine Richtung hin, nämlich auf Gott zu, und wir müssen uns seinem Urteil unterwerfen.

Es ist die vierte Adventswoche und ich muss mich so langsam auf Weihnachten einstellen. Vermutlich geht das nur, wenn ich bis dahin Forumsabstinenz übe.

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

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lifestylekatholik
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von lifestylekatholik » Montag 19. Dezember 2011, 10:16

taddeo hat geschrieben:und damit springt diese ganze Synodenidee als Tiger und landet als Bettvorleger.
Meiner Meinung nach schätzt du die Wirkung einer solchen Diözesansynode (und schon der öffentlichen Forderung danach) falsch ein. Es dient den Reformatoren doch in erster Linie zur öffentlichen Darstellung und Erhöhung des öffentlichen Drucks gegen die Kirche. Das findet doch nicht im luftleeren Raum statt, die Rollen von Held und Schurken sind doch schon vorab verteilt. Die Kirche ist in jedem Falle der Verlierer: Findet kein Diözesankonzil statt, ist sie die Unterdrückerin. Findet eines statt, kommt aber nicht zu den richtigen Maßnahmen, ist sie auch die Unterdrückerin.
W&W-Kirchenlexikon, [url=http://kathenzyklo.bplaced.net/artikel.php?artikel=luther]Artikel zu Martin Luther[/url], hat geschrieben:Es war auch ein Schauspiel, das billig Alle in Spannung erhielt, ein Contrast, der auch die Sympathien der Besten ihm und seiner Sache zuwendete. Da stand auf der einen Seite eine ganze Schaar von Prälaten, kirchlichen Dignitären und Pfründenträgern, die, mit irdischen Gütern überreich ausgestattet, sorglos dahin lebten, sich wenig um die Noth und den Verfall der Kirche kümmerten und auch jetzt den stürmischen Angriffen auf die Kirche in ruhiger Trägheit zuschauten; auf der andern Seite stand ein einfacher Augustinermönch, der alles das, was jene in Fülle hatten oder erstrebten, weder besaß noch suchte, der aber dafür mit Waffen stritt, wie sie jenen nicht zu Gebote standen, mit Geist, mit hinreißender Beredsamkeit, mit theologischem Wissen, mit festem Muthe und unerschütterlichem Selbstvertrauen, mit dem Schwunge der Begeisterung, der Energie eines zur Herrschaft über die Geister berufenen Willens und mit eiserner Arbeitsamkeit.
Keine Sorge, die hinreißende Beredsamkeit, das theologische Wissen, den festen Mut usw., die in der Wirklichkeit fehlen, werden die Medien schon der richtigen Seite andichten.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von taddeo » Montag 19. Dezember 2011, 10:24

lifestylekatholik hat geschrieben:Die Kirche ist in jedem Falle der Verlierer: Findet kein Diözesankonzil statt, ist sie die Unterdrückerin. Findet eines statt, kommt aber nicht zu den richtigen Maßnahmen, ist sie auch die Unterdrückerin.
Da hast Du sicherlich recht. Es hat schon seinen Grund, warum ausgerechnet seit dem letzten Konzil kaum mehr Diözesansynoden stattfinden - obwohl schon nach dem CIC von 1917 deren regelmäßige Abhaltung mindestens alle 10 Jahre ausdrücklich gewünscht war. Heute müßte man leider mit den von Dir beschriebenen Folgen rechnen: Keiner wäre mit so einer Synode zufrieden.

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ottaviani
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von ottaviani » Montag 19. Dezember 2011, 11:29

taddeo hat geschrieben:
martin v. tours hat geschrieben:Wobei ich auch denke das dieser Herr der katholischen Aktion es sicher nicht in dem Sinn wie taddeo versteht.
Ja und? Er scheint gar nicht zu kapieren, was er mit so einer "Forderung" womöglich provoziert.
Für das, was er "Diözesankonzil" nennt, gibt es seit jeher feste Regeln, nämlich diejenigen für Diözesansynoden.

Allerdings wird sich der feine Herr wundern, wie wenig ihm so eine Synode die Möglichkeit geben wird, seine Revoluzzerspielchen durchzuziehen. Sollte sich die Synode nach den geltenden Regeln richten, haut er sich dabei kräftig aufs Maul. Sollte sie sich nicht danach richten, könnte sie als Räubersynode viel mehr Schaden anrichten als Nutzen und dafür sorgen, daß Rom quasi gezwungen wird, eine Kirchenspaltung in der Diözese auch amtlich festzustellen.

Ausschlaggebend ist nämlich die Tatsache, daß auf so einer Synode tatsächlich von allen denkbaren Leuten über alles und jedes debattiert werden darf (CIC Can. 465 — Alle vorgelegten Fragen sind in den Sitzungen der Synode der freien Erörterung der Synodalen zu überlassen). ABER: Can. 466 — Einziger Gesetzgeber in der Diözesansynode ist der Diözesanbischof, während die anderen Teilnehmer der Synode nur beratendes Stimmrecht haben; allein er selbst unterschreibt die Erklärungen und Dekrete der Synode, die nur kraft seiner Autorität veröffentlicht werden dürfen. So wird es einzig und allein am dann regierenden Bischof liegen, ob der "Beschlüsse" so einer Synode in Kraft setzen will, mit denen er die Gemeinschaft mit der Weltkirche riskiert. Ich wette mal, er wird es nicht tun (sei es aus Verantwortungsbewußtsein oder aus Feigheit) - und damit springt diese ganze Synodenidee als Tiger und landet als Bettvorleger.
wie man sich die Welt doch schön reden kann wettest Du mit mir daß es keine Synode wird sondern etwas " ganz neues"?

taddeo
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Re: Neues aus der Diözese Linz

Beitrag von taddeo » Montag 19. Dezember 2011, 12:18

ottaviani hat geschrieben:wettest Du mit mir daß es keine Synode wird sondern etwas " ganz neues"?
Das kann gut sein, daß da "etwas ganz neues" rauskommen soll - aber das hätte dann von vornherein keinerlei Legitimation, könnte im Rahmen des geltenden Rechts keinerlei Entscheidungen treffen, sondern nur rumlabern wie all die anderen Diskussions- und "Dialog"-Runden auch.
Wenn die Revoluzzer tatsächlich irgendwas Greifbares erreichen wollen, MÜSSEN sie auf die bestehenden rechtlichen Strukturen zurückgreifen. Und die setzen ihnen Grenzen, die ihnen nicht recht sein werden. Sie müßten auf Gedeih und Verderb den Bischof dazu zwingen, ihre "Beschlüsse" in Diözesanrecht umzusetzen - und wenn er das macht, ist das Schisma so öffentlich (eine Synode ist ja kein beliebiger Vorgang), daß Rom zwangsläufig handeln MUSS.

Es gibt also nur zwei Alternativen: Entweder ganz knallhart den Bruch mit der Weltkirche, oder einen Bauchplatscher der Revoluzzer.

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