Wer darf segnen?

Allgemein Katholisches.

Moderator: taddeo

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Idiota
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Beitrag von Idiota » Sonntag 30. November 2008, 22:57

Linus hat geschrieben:Franz war Diakon (die Priesterweihe hat er aber ausgeschlagen)
Lieber Linus,
in der Biographie von Fanz habe ich das nicht gefunden. Nur bei der Geschichte von seiner Weihnachtsfeier, bei der er aus dem Evangelium vorlas steht, er dürfe das, weil er auch Diakon war. Diesen Hinweis habe ich immer als eine unbegründete nachträgliche Rechtfertigung verstanden.
Ich lerne gerne dazu, Gruß Idiota
Ich kreise um Gott den uralten Turm und ich kreise ...

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overkott
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Beitrag von overkott » Dienstag 2. Dezember 2008, 19:35

Idiota hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:Franz war Diakon (die Priesterweihe hat er aber ausgeschlagen)
Lieber Linus,
in der Biographie von Fanz habe ich das nicht gefunden. Nur bei der Geschichte von seiner Weihnachtsfeier, bei der er aus dem Evangelium vorlas steht, er dürfe das, weil er auch Diakon war. Diesen Hinweis habe ich immer als eine unbegründete nachträgliche Rechtfertigung verstanden.
Ich lerne gerne dazu, Gruß Idiota
Ja, in der Tat, wir lesen im Großen Leben:

Drei Jahre vor seinem Heimgang beschloß er, bei dem Flecken Greccio das Fest der Geburt des Jesuskindes mit aller Feierlichkeit zu begehen, um die Andacht zu ihm neu zu beleben. Damit man ihm diese Feier aber nicht als Neuerung auslege, erbat er sich vom Papste die Erlaubnis dazu und erlangte sie auch. Dann ließ er eine Krippe herrichten, Heu herbeibringen und Ochs und Esel dorthin führen. Er rief seine Brüder herbei, das Volk strömte herzu, und der Wald hallte wider von ihren Gesängen.

Jene denkwürdige Nacht wurde durch den Lichtschein der vielen Fackeln und den einmütigen Gesang der Loblieder zum strahlenden Festtag. Der Gottesmann stand voll heiliger Andacht bei der Krippe, war zu Tränen gerührt und selig vor Freude. An der Krippe wurde ein feierliches Hochamt gefeiert, und der Diakon Christi Franziskus sang das heilige Evangelium. Dann predigte er dem umstehenden Volke von der Geburt des armen Königs; wenn er dessen Namen aussprechen wollte, nannte er ihn aus zärtlicher Liebe das Kind von Bethlehem.

Ein untadeliger und glaubwürdiger Ritter, der Herr Johannes von Greccio, der um der Liebe Christi willen dem irdischen Ritterdienst entsagt hatte und dem Gottesmann in herzlicher Freundschaft verbunden war, versicherte, er habe in der Krippe ein überaus schönes Kind liegen sehen, das schlief; der selige Vater Franziskus habe es in seine Arme geschlossen und aus dem Schlafe geweckt.

Herzallerliebst.

seccovenis
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Beitrag von seccovenis » Mittwoch 3. Dezember 2008, 16:38

Bei uns in der Pfarre ist es z.b. so, dass unser pfarrer schon sehr alt ist und bei diversen segnungen (z.b. fleischweihe, adventkranzsegnung, erntesegnung) ist es inzwischen die regel, dass er das segensgebet spricht und ich (ministrant, 18 ) dann die gläubigen mit weihwasser besprenge.
ist das legitim

michaelis
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Beitrag von michaelis » Mittwoch 3. Dezember 2008, 17:12

Mir ist für diesen Fall noch keine Regelung untergekommen, aber da du ja hier nicht eigenständig, sondern quasi als "verlängerter (und kräftigerer) Arm des Priesters fungierst, sehe ich das unproblematisch.

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc » Donnerstag 4. Dezember 2008, 01:16

seccovenis hat geschrieben:Bei uns in der Pfarre ist es z.b. so, dass unser pfarrer schon sehr alt ist und bei diversen segnungen (z.b. fleischweihe, adventkranzsegnung, erntesegnung) ist es inzwischen die regel, dass er das segensgebet spricht und ich (ministrant, 18 ) dann die gläubigen mit weihwasser besprenge.
ist das legitim
Dann darfst Du demnächst wohl auch die Predigt halten, oder vielleicht nach den Wandlungsworten ganz sicher die Kniebeugen anstelle des Pfarrers machen.

Wenn es mal so weit gekommen ist, dass man die Arme nicht mehr hochbringt, dann sollte man vielleicht doch nicht mehr vor Gläubigen die Messe halten. So riesengroß ist die Pfarrersnot noch nicht.

Gruß, ad_hoc
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Donnerstag 4. Dezember 2008, 08:22

Ach, nu übertreib’ nicht. In dem Fall sehe ich nun wirklich kein Problem.
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Kilianus
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Beitrag von Kilianus » Donnerstag 4. Dezember 2008, 11:24

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ach, nu übertreib’ nicht. In dem Fall sehe ich nun wirklich kein Problem.
:jump:

Analog habe ich mal erlebt: Ein sehr alter Pfarrer hat als Krankenhausseelsorger gearbeitet und war nicht mehr in der Lage, lange Texte laut sprechen.

Bei der Messe in der Krankenhauskapelle hat ihm ein Diakon assistiert, der Teile des Hochgebets vorgetragen hat. Der Priester ließ dabei aber die Arme ausgebreitet, so daß deutlich wurde, daß jetzt eigentlich er betet und der Diakon nur sein "Lautsprecher" ist.

(Und jetzt bitte keine Einwürfe von Tradi-Seite, daß das Hochgebet eh besser geflüstert werden sollte. Egal, wie man dazu grundsätzlich steht: In der Ordentlichen Form wäre das ein klarer Verstoß gegen die Rubriken.)

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Samuel
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Beitrag von Samuel » Donnerstag 4. Dezember 2008, 12:48

Ein paar Beispiele für Segnungen:

- Bei der Kommunionausteilung macht der Kommunionhelfer den Kindern ein Kreuzzeichen auf die Stirn.

- Beim Blasiussegen ist dem Laien der Handsegen selbstverständlich nicht gestattet. Statt dessen kann er dem zu Segnenden ein Kreuzzeichen auf die Stirn machen.

- Der Laie sagt nicht "Der Herr sei mit euch", da die Antwort "Und mit deinem Geiste" sich auf den Geist der Weihegnade bezieht.

- Im Prinzip dürfte jeder sein Weihwasser selber segnen. Macht aber keiner, da das Weihwasser, das man aus der Kirche holt, viel zeichenhafter ist. Das gleiche gilt für Andachtsgegenstände.
seccovenis hat geschrieben:ist das legitim
Benediktionale, S. 16 hat geschrieben:Priester, Diakon oder beauftragter Laie segnen im Leben der Pfarrgemeinde oder im örtlichen öffentlichen Leben.
Wenn dein Pfarrer dich dazu beauftragt, dürftest du die Speisensegnung auch selbst durchführen. (Ob das sinnvoll wäre, ist noch eine andere Frage.) Aber du segnest ja gar nicht, du besprengst nur.
Wer einen Menschen verurteilt, kann irren. Wer ihm verzeiht, irrt nie. (Heinrich Waggerl)

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lifestylekatholik
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Beitrag von lifestylekatholik » Donnerstag 4. Dezember 2008, 13:25

Hallo Samuel,

das Sprüchlein unter deinem Artikel lautet ja:
Samuel hat geschrieben:Wer einen Menschen verurteilt, kann irren. Wer ihm verzeiht, irrt nie. (Heinrich Waggerl)
Soll das ein Entweder-Oder von Verurteilen und Verzeihen ausdrücken?

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc » Donnerstag 4. Dezember 2008, 13:40

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ach, nu übertreib’ nicht. In dem Fall sehe ich nun wirklich kein Problem.
Ich habe ja nicht geschrieben, dass ich vollkommen dagegen bin. Ich fühle mich nur unwohl dabei.

Gruß, ad_hoc
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incarnata
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Beitrag von incarnata » Donnerstag 4. Dezember 2008, 23:34

ad_hoc hat geschrieben:Lupus hat gefragt:
Frag doch mal bei P. Recktenwald nach, welcher Unterschied besteht zwischen dem Weihwasser, das er gesegnet und dem, das ich gesegnet habe. Übrigens auch in Latein!
Ich weiß ja nicht, wie Sie (für den Fall, dass Sie Priester sind) Weihwasser segnen. Aber es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen der Alten und der Neuen Segnung des Weihwassers. Und diesen Unterschied kennen Sie auch.

Gruß, ad_hoc
Stell doch mal den exakten Wortlaut in der alten und in der neuen Form ins Netz !
Lex orandi,lex credendi ?dennoch kann ich mir nicht vorstellen,dass nach
neuer Form geweihtes Wasser weniger wirkkräftig ist. Schliesslich kommt
die Wirkkraft vom Herrn-und der ist immer derselbe,egal wieviel Konzilien mittlerweileauf Erden abgehalten wurden !
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 5. Dezember 2008, 01:17

Samuel hat geschrieben:Im Prinzip dürfte jeder sein Weihwasser selber segnen. Macht aber keiner …


Doch, hab’ ich schon gemacht. Weil’s aus verschiedenen Gründen zu
Ostern mit der Speisensegnung in der Kirche nicht geklappt hatte,
hab’ ich unsre Eier, eine ukrainische Pascha und ’ne Buddel Wein sel-
ber gesegnet. Das Wasser dazu mußte ich logischerweise vorher auch
weihen. Die entsprechenden Formeln fand ich in meinem alten Rituale
(Frisingæ MDCCCXXXXVIII).
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anneke6
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Beitrag von anneke6 » Freitag 5. Dezember 2008, 12:54

incarnata hat geschrieben: Stell doch mal den exakten Wortlaut in der alten und in der neuen Form ins Netz !
Ich würde mich auch darüber freuen.
@ Robert: Tut man in der Ukraine Orangeat in die Pascha?
???

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Samuel
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Beitrag von Samuel » Sonnabend 6. Dezember 2008, 10:40

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Doch, hab’ ich schon gemacht.
...fast keiner.
lifestylekatholik hat geschrieben:Soll das ein Entweder-Oder von Verurteilen und Verzeihen ausdrücken?
Darüber habe ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht.
Um hier nicht zu sehr off topic zu werden: Ich meine, es ist viel leichter, beim Verzeihen zu segnen als beim Verurteilen. Wenn Verurteilen schon sein muss, dann nur die Tat und nicht den Menschen, aber hier kann man sich eben leicht irren von wegen Splitter und Balken (Mt 7,3). (Zumindest ich habe von diesem Jesuswort her wenig Ursache, andere zu verurteilen, auch wenn ich es leider immer wieder tue.)
Wer einen Menschen verurteilt, kann irren. Wer ihm verzeiht, irrt nie. (Heinrich Waggerl)

Magnifikat
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Beitrag von Magnifikat » Sonnabend 6. Dezember 2008, 11:22

Samuel hat geschrieben:
lifestylekatholik hat geschrieben:Soll das ein Entweder-Oder von Verurteilen und Verzeihen ausdrücken?
Darüber habe ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht.
Um hier nicht zu sehr off topic zu werden: Ich meine, es ist viel leichter, beim Verzeihen zu segnen als beim Verurteilen. Wenn Verurteilen schon sein muss, dann nur die Tat und nicht den Menschen, aber hier kann man sich eben leicht irren von wegen Splitter und Balken (Mt 7,3). (Zumindest ich habe von diesem Jesuswort her wenig Ursache, andere zu verurteilen, auch wenn ich es leider immer wieder tue.)
Ich versteh die Signatur so, dass man sich beim Verurteilen - wenn es überhaupt sein muss - immer bewusst sein sollte, dass man sich irren kann. Wenn man verzeiht, irrt man wohl nie.

Magnifikat
Selig, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land erben. (Mt. 5,5,)

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lifestylekatholik
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Beitrag von lifestylekatholik » Sonnabend 6. Dezember 2008, 13:48

Magnifikat hat geschrieben:Ich versteh die Signatur so, dass man sich beim Verurteilen - wenn es überhaupt sein muss - immer bewusst sein sollte, dass man sich irren kann. Wenn man verzeiht, irrt man wohl nie.
Ich hab sie eben nicht so verstanden, denn dann hätte dort auch das Paar "Matheaufgaben lösen" und "verzeihen" stehen können. Auch bei Matheaufgaben sollte ich mir immer bewusst sein, dass ich mich irren kann.

Wenn mir jemand mein Portmonnaie raubt, kann ich ihm durchaus verzeihen; die Tat verurteile ich aber selbstverständlich und werde sie im Normalfall auch zur Anzeige bringen in der Erwartung, dass der Täter verurteilt wird.
Zuletzt geändert von lifestylekatholik am Sonnabend 6. Dezember 2008, 15:19, insgesamt 1-mal geändert.

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cantus planus
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Beitrag von cantus planus » Sonnabend 6. Dezember 2008, 14:25

Magnifikat hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Nicht statthaft ist der liturgische Segen, der gemeinhin den Klerikern vom Diakon aufwärts zukommt und bei der der Vorsteher das große Kreuzzeichen schlägt. Diese Segensform kommt auch Gemeinde- und Pastoralassistenten oder -referenten nicht zu. Auch nicht der Segen bspw. mit der Monstanz. Auch das habe ich schon erlebt. Hierzu gibt es klare Regeln.
Wo kann man diese Regeln nachlesen?
Verzeihung, ich hatte diese Anfrage überlesen:
Das ergibt sich aus den Rubriken. Im "Stundenbuch" wird zum Beispiel der Segen, den Priester und Diakone erteilen, oben abgedruckt. Darunter steht der Segen, den ein Laie erteilt: "Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben. Amen."
Auch das diözesane Direktorium - jedenfalls in Köln und Wien - gibt diese Regeln weiter, wir finden das auch in den entsprechenden Verlautbarungen des Heiligen Stuhls.
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Sonnabend 6. Dezember 2008, 16:31

anneke6 hat geschrieben:Robert: Tut man in der Ukraine Orangeat in die Pascha?

Je nach Geschmack. Manche machen’s mit, andere ohne. Meine Frau
tut in die Pascha nur Rosinen, Zitronat oder Orangeat nimmt sie bloß,
um die Buchstaben draufzuschreiben:
ХВ
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overkott
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Beitrag von overkott » Montag 8. Dezember 2008, 12:18

Wer segnet bei euch am Tisch das Brot?

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anneke6
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Beitrag von anneke6 » Montag 8. Dezember 2008, 13:01

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
anneke6 hat geschrieben:Robert: Tut man in der Ukraine Orangeat in die Pascha?

Je nach Geschmack. Manche machen’s mit, andere ohne. Meine Frau
tut in die Pascha nur Rosinen, Zitronat oder Orangeat nimmt sie bloß,
um die Buchstaben draufzuschreiben:
ХВ
Bei mir kommen auch nur Rosinen rein, und zwar während die Mixtur noch warm ist (es gibt auch Rezepte, wo die Mixtur nicht erwärmt wird, aber die habe ich noch nie verwendet) Und Gänseblümchen, zum Garnieren.
Vielleicht magst Du das Rezept von Deiner Frau in den "Lieblingsspeisen"-Zypfel einstellen? (Vorausgesetzt, sie gibt es Preis)
Außer meinem eigenen Rezept habe ich auch drei Rezepte von einer Frau bekommen, die mir allerdings ziemlich verpantscht vorkommen.
???

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Seraph
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Beitrag von Seraph » Montag 8. Dezember 2008, 14:51

anneke6 hat geschrieben: Rosinen
Sagt mal, könntet Ihr in Erwägung ziehen, diese und ähnliche kulinarische Abstecher in einem eigenen Strang durchzusprechen? Ich klicke jedesmal hierher, weil ich mir was zum Thema "wer darf segnen?" erhoffe, und dann ists doch wieder nur ein Rezept.

Grüße
Se<ich koche nicht, und das ist auch gut so!>raph
Ein düsterer Seraph möchte wohl selbst den dreieinigen Gott erschrecken.
(Mother Mary Francis)

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LaudaSion
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Re: Wer darf segnen?

Beitrag von LaudaSion » Montag 2. März 2009, 22:49

Wie stehts eigentlich bei Euch mit der Segnung von Dingen?
Soweit ich weiß, sieht das Benediktionale ja allerhand Möglichkeiten vor (ich habe leider keines).

Eigentlich würde ich gerne meine Kerzen, die ich zum Stundengebet entzünde und ggf. auch andere liturgische Instrumentarien segnen lassen, genauso wie den Rosenkranz.

Oder darf man gar selbst einen Segen darüber sprechen, wenn es für den Hausbedarf ist?
Domine, labia mea aperies,
et os meum annunciabit laudem tuam!

iustus
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Re:

Beitrag von iustus » Mittwoch 4. Februar 2015, 21:34

cantus planus hat geschrieben:
Magnifikat hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Nicht statthaft ist der liturgische Segen, der gemeinhin den Klerikern vom Diakon aufwärts zukommt und bei der der Vorsteher das große Kreuzzeichen schlägt. Diese Segensform kommt auch Gemeinde- und Pastoralassistenten oder -referenten nicht zu. Auch nicht der Segen bspw. mit der Monstanz. Auch das habe ich schon erlebt. Hierzu gibt es klare Regeln.
Wo kann man diese Regeln nachlesen?
Verzeihung, ich hatte diese Anfrage überlesen:
Das ergibt sich aus den Rubriken. Im "Stundenbuch" wird zum Beispiel der Segen, den Priester und Diakone erteilen, oben abgedruckt. Darunter steht der Segen, den ein Laie erteilt: "Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben. Amen."
Auch das diözesane Direktorium - jedenfalls in Köln und Wien - gibt diese Regeln weiter, wir finden das auch in den entsprechenden Verlautbarungen des Heiligen Stuhls.
Ich komme mal auf diese ältere Frage zurück: In den Rubriken stehen die Worte, die die Kleriker benutzen. Steht dort auch etwas über die jeweilige Art und Weise des Kreuzzeichens?

Instinktiv scheint es mir bei Laien angemessen, dass sie anderen ein Kreuzzeichen auf die Stirn zeichnen oder sich - wenn sie sich einschließen ("es segne UNS der allmächtige Gott") selbst bekreuzigen. Aber dürfen sie auch das Kreuzzeichen wie Kleriker über andere schlagen?

Weiß jemand, wo dazu etwas steht?
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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thomas12
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Re: Re:

Beitrag von thomas12 » Donnerstag 5. Februar 2015, 13:56

iustus hat geschrieben:Ich komme mal auf diese ältere Frage zurück: In den Rubriken stehen die Worte, die die Kleriker benutzen. Steht dort auch etwas über die jeweilige Art und Weise des Kreuzzeichens?

Instinktiv scheint es mir bei Laien angemessen, dass sie anderen ein Kreuzzeichen auf die Stirn zeichnen oder sich - wenn sie sich einschließen ("es segne UNS der allmächtige Gott") selbst bekreuzigen. Aber dürfen sie auch das Kreuzzeichen wie Kleriker über andere schlagen?

Weiß jemand, wo dazu etwas steht?
In der Regelung für die Gottesdienstbeauftragten "Zum gemeinsamen Dienst berufen" steht:
DBK hat geschrieben:Über die Gemeinde am Ende einer gottesdienstlichen Versammlung mit dem Kreuzzeichen den Segen zu spenden, kommt nur den geweihten Amtsträgern zu. Der Laie spricht vielmehr die Segensbitte: „Es segne uns der allmächtige Gott ...“ Dabei bezeichnet er sich selbst mit dem Kreuzzeichen, wie es alle Mitfeiernden tun.
Also, ich halte mich daran. Unsere Gemeindemitlieder sind an diese Segensbitte gewöhnt.

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Re: Wer darf segnen?

Beitrag von Juergen » Montag 9. Februar 2015, 16:24

LaudaSion hat geschrieben:Eigentlich würde ich gerne meine Kerzen, die ich zum Stundengebet entzünde und ggf. auch andere liturgische Instrumentarien segnen lassen, genauso wie den Rosenkranz.

Oder darf man gar selbst einen Segen darüber sprechen, wenn es für den Hausbedarf ist?
Im Prinzip könnte man Kerzen für den eigenen Privatgebrauch auch selber segnen.
Aber es ist ein schöner alter Brauch, die Kerzen, die man im Laufe des Jahres braucht, an Mariä Lichtmess (2. Febr.) segnen zu lassen.
An manchen Orten ist es üblich, daß man Osterkerzen mit in die Kirche nimmt und sie in der Osternacht segnen läßt.

Ansonsten geht man einfach nach der Messe in die Sakristei und bittet den Priester die Kerzen zu segnen.
(Ggf. muß man allerdings auch vorher anfragen, da die geistlichen Herren ja heutzutage immer in Eile sind und für so etwas wie Segensspendungen kaum Zeit haben zwischen den vielen megawichtigen, pastoralen Stuhlkreisrunden. Es ist eben wichtig, daß sie Prioritäten setzen…)
Gruß
Jürgen

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Re: Wer darf segnen?

Beitrag von Juergen » Dienstag 23. Juni 2015, 15:22

Wieder mal was aus unserer schönen Pastoral 2.1
http://www.martinsgemeinde-bl.de/10136- ... it%22.html

"Dein Schutzengel fährt mit"
Kinder lassen ihre Fahrzeuge segnen


Während eines Wortgottesdienstes, der vom Familiengottesdienstkreis St. Martin vorbereitet wurde, erfuhren Kinder und Erwachsene einiges über Schutzengel.

Am Ende des Gottesdienstes segneten Gemeindereferent Andre Hüsken und Gemeindeassistentin Sara- Maria Blaschke die mitgebrachten Fahrzeuge und überreichten jedem eine Segensplakette, die in Zukunft immer daran erinnert: "Dein Schutzengel fährt mit"!
:roll:

Kein Wunder, wenn sich dann Priester von dort versetzen lassen, weil sie sich unterfordert fühlen, bzw. wie es dann in der Zeitung heißt: »Da der Pastoralverbund in Ostwestfalen personell sehr stark aufgestellt ist, hat sich Vikar Tobias Kiene dazu entschlossen, um eine Versetzung zu bitten.«
Gruß
Jürgen

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Re: Wer darf segnen?

Beitrag von overkott » Dienstag 14. Juli 2015, 13:16

Dürfen Kinder Eltern segnen oder dürfen sie nur sagen: Ich hab dich lieb?

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Re: Wer darf segnen?

Beitrag von Juergen » Dienstag 14. Juli 2015, 14:11

overkott hat geschrieben:Dürfen Kinder Eltern segnen oder dürfen sie nur sagen: Ich hab dich lieb?
Das dürfen Kinder nur, wenn sie vorher mit einem bunten Bild beim örtlichen Pfarrer eine Segensvollmacht beantragen. Das Bild muß seit »Laudato si'« in „Ökostift auf Recyclingpapier“ gefertigt sein. Der Pfarrer schickt den Antrag über die Nuntiatur an die zuständige Kindersegenskongregation in Rom, welche nach einem komplizierten Verfahren, das sich in der Regel 15–20 Jahre hinzieht, dann, sofern der Antrag positiv entschieden wurde, ein Segensdekret erläßt.

:narr:
Gruß
Jürgen

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Niels
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Re: Wer darf segnen?

Beitrag von Niels » Dienstag 14. Juli 2015, 15:53

Ovi, lies mal Hebr 7,7:
Sine ulla autem contradictione, quod minus est, a meliore benedicitur.
:nuckel:
Resurrexit, sicut dixit, alleluia

Raphaela
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Re: Wer darf segnen?

Beitrag von Raphaela » Dienstag 14. Juli 2015, 16:05

Niels hat geschrieben:Ovi, lies mal Hebr 7,7:
Sine ulla autem contradictione, quod minus est, a meliore benedicitur.
:nuckel:
Gut, dass ich eine deutsche Bibel habe!
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Re: Wer darf segnen?

Beitrag von Niels » Dienstag 14. Juli 2015, 16:09

Einige (zumeist protestantische) Übersetzungsvorschläge findet man hier: http://bibelwissen.bibelthemen.eu/wiki/ ... p/Hebr_7:7
Resurrexit, sicut dixit, alleluia

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Reinhard
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Re: Wer darf segnen?

Beitrag von Reinhard » Dienstag 14. Juli 2015, 16:44

Ich war selber seinerzeit sehr überrascht und habe mich komisch gefühlt, als meine Kinder ihrerseits mich segnen wollten,
so wie ich es bei ihnen immer tat, beim Zubettgehen.

Aber ich habe es dann doch angenommen, denn schließlich fand Christus Kinder am ehesten für würdig dafür:
Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.
:ja: - das war für mich damals schon ein Nageltest ...

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