Die österliche Bußzeit

Allgemein Katholisches.
Edith
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Die österliche Bußzeit

Beitrag von Edith » Freitag 20. Februar 2004, 15:33

Bald beginnt sie... die österliche Bußzeit.
Wie der (offizielle) Ausdruck schon sagt, geht es nicht primär ums Fasten, sondern um Buße.

Hier eine schöne Einstimmung

Marlene
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die österliche Bußzeit oder die heiligen 40 Tage

Beitrag von Marlene » Freitag 20. Februar 2004, 16:04

hallo Edith,
der Hinweis auf Fasten und Buße ist mir wichtig, danke!
Und für diejenigen, die das Wort Buße nicht so sehr schätzen: Das griechische Wort dafür, metanoia, lässt sich auch mit Umkehr übersetzen.

In der Benediktsregel (Kap 49) wird diese Zeit als "heilige" Zeit bezeichnet. Ich kopiere dazu mal ein paar Sätze ein, dir mir neulich so durch den Kopf gingen:

Nicht erst das Osterfest, auch die 40 Tage der Fastenzeit davor sind für Benedikt heilige Tage. Der Begriff des ‚Heiligen’ meint in der Bibel das von Gott in Anspruch Genommene, das Gott Vorbehaltene. Und ‚heilig’ ist auch das Gottesprädikat schlechthin, bei Jesaja ist Gott „der Heilige Israels“ (Jes 12,6), im Neuen Testament wird Jesus mehrmals „der Heilige Gottes“ genannt (Mark 1,24; Joh 6,69). In diesen Umraum des Heiligen stellt Benedikt die Fastenzeit: Vierzig Tage, in denen wir eingeladen sind, den Alltag unseres Glaubenslebens zu durchbrechen, um uns von Gott ansprechen, ja, in Anspruch nehmen zu lassen. So wird die Fastenzeit nicht zu einer Glaubensübung, sondern zur Lebenswidmung. Verzicht heißt, Freiräume zu schaffen, in denen ich mich neu auf Gott ausrichten kann, in denen ich mich einlassen kann auf Christus, ihm begegnen kann in den Evangelien, um mit ihm seinen Weg zu gehen und mich am Ende dieser vierzig Tage ganz auf sein Leiden und Sterben einlassen, um dann fassungslos, fragend und staunend vor dem Ostergeschehen zu stehen.

Edith
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Beitrag von Edith » Freitag 20. Februar 2004, 16:49

Aus der Botschaft von Papst Johannes Paul II zur Fastenzeit 2003:

Die Fastenzeit, eine „geprägte“ Zeit des Gebetes, des Fastens und des Einsatzes für die Notleidenden, bietet allen Christen die Möglichkeit, sich durch eine ernsthafte kritische Prüfung des eigenen Lebens auf Ostern vorzubereiten. Dabei setzt sich der Christ in besonderer Weise mit dem Wort Gottes, das den alltäglichen Weg der Glaubenden erleuchtet, auseinander.
(...)
Unsere Zeit steht leider unter dem Einfluß einer Mentalität, die für die Einflüsterungen des Egoismus, der im menschlichen Herzen immer wieder erwacht, besonders empfänglich ist. Im sozialen Bereich ebenso wie in der Medienwelt wird der Mensch häufig von Botschaften beeinflußt, die beharrlich – offen oder versteckt – die Kultur der Kurzlebigkeit und des Hedonismus verherrlichen.
(..)
Der Geist der Welt verändert den inneren Drang zur uneigennützigen Selbsthingabe an die anderen und treibt den Menschen dazu, die eigenen Sonderinteressen zu befriedigen. Das Verlangen nach der Mehrung irdischer Güter wird immer stärker angeheizt. Es ist zweifellos natürlich und recht, daß sich jeder durch den Einsatz seiner Begabungen und die Leistung seiner Arbeit bemüht, das zu erhalten, was er zum Leben benötigt, doch die übertriebene Besitzgier hindert das Geschöpf Mensch daran, sich dem Schöpfer und seinen eigenen Artgenossen gegenüber zu öffnen. Wie gültig sind doch zu allen Zeiten die Worte des Paulus von Tarsus: Die Wurzel aller Übel ist die Habsucht. Nicht wenige, die ihr verfielen, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich viele Qualen bereitet (1 Tim 6, 10)!
(...)
Ich wünsche von Herzen, daß die vorösterliche Bußzeit für die Gläubigen ein fruchtbarer Zeitabschnitt sein möge, um das Evangelium der Liebe allerorts zu verbreiten und zu bezeugen, denn die Berufung zur Liebe stellt das Herzstück jeder glaubwürdigen Evangelisierung dar.

Quelle

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otto
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Beitrag von otto » Freitag 20. Februar 2004, 17:59

Hallo Edith

Ich sehe die 40 tägige Fastenzeit genauso wie Du als eine ernsthafte kritische Prüfung des eigenen Lebens um sich auf Ostern vorzubereiten.

Ich würde aber sehr gerne lieber von Vorbereitungszeit als von Bußzeit sprechen.

Ich denke die Zeit des büssen (ausgenommen die "Buße" nach einer Beichte) kommt erst dann, wenn ich nicht bereit bin mich Gott zu zuwenden, wenn ich mich aus freien Willen gegen Gott entscheide. Aber solange ich auf den Weg zu Gott bin, bereite ich mich auf die Begegnung mit Gott vor. Für mich heißt das ich bereite mich auf die Osternacht und den Ostermorgen vor, denn darin liegt die Gewissheit Jesus lebt. Vor allem erfahren wir die Gewissheit er geht mit uns durch so manches "Tal", und über hohe steile "Berge" dazu müssen wir bereit sein, dass nicht nur er mit uns sondern auch wir mit Ihm gehen können.
"Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." Matthäus 16,24

Edith
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Beitrag von Edith » Freitag 20. Februar 2004, 22:14

otto hat geschrieben:Hallo Edith

Ich sehe die 40 tägige Fastenzeit genauso wie Du als eine ernsthafte kritische Prüfung des eigenen Lebens um sich auf Ostern vorzubereiten.

Ich würde aber sehr gerne lieber von Vorbereitungszeit als von Bußzeit sprechen.
Wir Marlene schon andeutete, wird der Begriff "Buße" offenbar immer irgendwie mit "selbstauferlegte Strafe" verbunden. Was Quatsch ist.
Und auch niemand meint.

Buße ist Umkehr, Hinkehr zu IHM. Neuorientierung = Buße.
:ja:

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cathol01
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Beitrag von cathol01 » Freitag 20. Februar 2004, 22:22

Die Fastenzeit ist u.a. dazu da, uns bewusst zu werden, welche Abhängigkeiten es in meinem Leben gibt. Die Herausforderung besteht darin, meine Süchte wieder in Sehnsüchte zu verwandeln.
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

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Beitrag von Edith » Sonntag 22. Februar 2004, 20:06

Aus dem Pfarrbrief meiner Pfarrei:

Fastenzeit -
über die Freiheit, anders zu werden.


"Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu."
(Ödön v. Horvath).
Die vorösterliche Bußzeit schenkt die Freiheit, anders zu sein: Nicht das Aufziehpüppchen Mensch, das immer den gleichen Trott abspult
.
Zuletzt geändert von Edith am Mittwoch 25. Februar 2004, 08:01, insgesamt 1-mal geändert.

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Julia Wolf
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Beitrag von Julia Wolf » Montag 23. Februar 2004, 08:20

Finde ich sehr schön!
Nur der Schwache wappnet sich mit Härte.
Wahre Stärke kann sich Toleranz, Verständnis und Güte leisten.
T. Boesche-Zacharow

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Julia Wolf
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Beitrag von Julia Wolf » Dienstag 24. Februar 2004, 18:36

Ich werde mich in der Fastenzeit auf 1 posting pro Tag im Kreuzgang beschränken.
Nur der Schwache wappnet sich mit Härte.
Wahre Stärke kann sich Toleranz, Verständnis und Güte leisten.
T. Boesche-Zacharow

Ralf
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Beitrag von Ralf » Dienstag 24. Februar 2004, 19:47

Das rheinische Fasten:


Man muss auch auf ein Opfer verzichten können! :freude:
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Mittwoch 25. Februar 2004, 09:17

Edith hat geschrieben:»Bald beginnt sie... die österliche Bußzeit. Wie der (offizielle) Ausdruck schon sagt, geht es nicht primär ums Fasten, sondern um Buße.«
Hab’ ich schon mal erwähnt, daß ich mit dem Begriff der „österlichen Bußzeit“ nichts, aber auch gar nichts anfangen kann? Mir sträuben sich geradezu die Nackenhaare. Und zwar nicht wegen der „Bußzeit“, sondern wegen des Attributs „österlich“.

Was zum Geier ist denn an der Fastenzeit „österlich“? „Österlich“ ist sie eben noch nicht. Denn wozu bräuchten wir sonst noch Ostern zu feiern?
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rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Beitrag von Edith » Mittwoch 25. Februar 2004, 09:34

Robert Ketelhohn hat geschrieben: Was zum Geier ist denn an der Fastenzeit „österlich“? „Österlich“ ist sie eben noch nicht. Denn wozu bräuchten wir sonst noch Ostern zu feiern?
Österlich ist sie, weil sie hingeordnet ist, auf das Osterfest.
Eine Vorbereitung und Hinführung auf die Auferstehung.

Österlich ist sie auch als Unterscheidung zur Fastenzeit vor Weihnachten, dem sog. Advent. 8)

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Mittwoch 25. Februar 2004, 09:43

Ist der Advent eine „weihnachtliche Zeit“?
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Beitrag von Edith » Mittwoch 25. Februar 2004, 09:47

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ist der Advent eine „weihnachtliche Zeit“?
wenn Du so willt... ja. Eine vor-weihnachtliche... :mrgreen:
Ist jedenfalls im gleichen band des Stundenbuchs, ich nehme an, daß das seine GRünde hat. 8)
Advent - wie der Name schon sagt, soll vorbereiten auf das KOMMEN, die Geburt des Herrn.

Da wir das schöne Wort Advent haben, muß man es ja nicht "weihnachtliche Bußzeit" nennen.... nicht? 8)

Aber das wird jetzt OT. :kratz:

Cicero
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Beitrag von Cicero » Mittwoch 25. Februar 2004, 10:27

Edith hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ist der Advent eine „weihnachtliche Zeit“?
wenn Du so willt... ja. Eine vor-weihnachtliche... :mrgreen: ...
Hast Du ein Glück, daß Du das nicht zusammen geschrieben hast, der Bindestrich rettet den katholischen Haken :mrgreen:

Der Advent ist ebenso weihnachtlich, wie die Fastenzeit österlich ist, nämlich indem sie auf das eine wie das andere hin- weisen und vor- bereiten.

Um den Begriff Vorweihnachtszeit mache ich einen riesigen (Sprach)Bogen,
weil eben kaum noch einer versteht, das am ersten Advent nicht die Weihnachtszeit beginnt und am Aschermittwoch nicht die Osterzeit.

N.B.: ich habe oben von der kath. Sicht auf unsere Feste gesprochen.

Die weltlich-volkswirtschaftlichen Konsumhochfeste
Ostern, Weihnachten, Valentinstag (Gedenktag des Karl Valentin? Ich kenn mich da nicht so aus), Vatertag, Muttertag und nicht zu vergessen Halloween gehorchen ganz eigenen zeitlichen Regelungen und werden in der Regel anders, manchmal mit ähnlichen Bräuchen, gefeiert.

So beginnt in einer großen deutschen Discounterkette etwa eine Woche vor (unserem) Aschermittwoch bereits die Osterzeit mit Verkauf von Osterhasen, -eiern etc. Da hat bei uns die Fastenzeit noch nicht begonnen, während die schon Ostern feiern.

Und jetzt kommt die Crux, die Kirche hätte sich die Namen der Feste und die zugehörigen Bräuche urheberrechtlich schützen lassen müssen. Jetzt müssen wir damit leben, daß uns in den nächsten sechs Woche All die leckeren Osterhasen angucken

... und wir haben Fastenzeit.

Biggi
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Beitrag von Biggi » Mittwoch 25. Februar 2004, 13:34

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Hab’ ich schon mal erwähnt, daß ich mit dem Begriff der „österlichen Bußzeit“ nichts, aber auch gar nichts anfangen kann? Mir sträuben sich geradezu die Nackenhaare. Und zwar nicht wegen der „Bußzeit“, sondern wegen des Attributs „österlich“.

Was zum Geier ist denn an der Fastenzeit „österlich“? „Österlich“ ist sie eben noch nicht. Denn wozu bräuchten wir sonst noch Ostern zu feiern?
Genau so geht es mir auch. Ich hab auch jahrelang immer im Brustton der Überzeugung von "vorösterlicher Bußzeit" gesprochen (wenn ich nicht "Fastenzeit" gesagt habe), bis ich dann mal irritiert feststellte, dass es tatsächlich eine "kirchliche Ordnung für die österliche Bußzeit" (oder so ähnlich, jedenfalls "österlich") gibt. Meine Nackenhaare haben sich auch noch nicht wieder niedergelegt...

LG
Biggi

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Erich_D
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Beitrag von Erich_D » Mittwoch 25. Februar 2004, 13:53

Mir ist es gleich, wie die Henne gackert, Hauptsache, sie legt Eier.
"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern sing nicht ihre Lieder. Geh doch in die Oberstadt mach´s wie deine Brüder", so sprach die Mutter, sprach der Vater, lehrte der Pastor."

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cathol01
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Beitrag von cathol01 » Mittwoch 25. Februar 2004, 13:53

DIE ÖSTERLICHE BUßZEIT

Die _______________________ oder österliche Bußzeit dauert von _________________________ bis Ostern. Sie dauert 40 Tage – deshalb heißt sie auf Lateinisch auch „Quadragesima“ -, wobei die Fastensonntage nicht mitgezählt werden. Die letzte Woche der Fastenzeit, die ___________________, auch manchmal „heilige Woche“ genannt, mit den Feiertagen Palmsonntag, _______________________, Karfreitag und der ______________________ ist für die Christen eine besonders wichtige Zeit, weil sie hier ganz besonders an das letzte Abendmahl, den Tod und die Auferstehung des Herrn denken.

Für die Christen ist die Fastenzeit eine Zeit der _________________ und der _________________, in der sie versuchen, ____________________ zu leben. Die österliche Bußzeit ist eine gute Gelegenheit, um über unser Konsumverhalten nachzudenken, d.h. zu schauen, von welchen Dingen wir in unserem Leben ______________________ sind (Fernsehen, Simsen, Internet, Schokolade usw.) und worauf wir eventuell eine Zeit lang ____________________ können und trotzdem glücklich sein. Wenn wir auf Dinge verzichten, erklären wir uns solidarisch mit denjenigen, die es nicht so gut haben wie wir. Deshalb sollten wir in dieser Zeit auch ganz besonders „Werke der ________________________“ tun, d.h. an diejenigen denken, die nicht so viel zum Essen haben. Sinnvoll ist es, in dieser Zeit vermehrt regionale und fair gehandelte Produkte einzukaufen. In der Fastenzeit geht es also nicht nur um Fasten. Nur an zwei Tagen, nämlich an Aschermittwoch und Karfreitag, sind alle Christen dazu aufgerufen, zu fasten, d.h. sie sollen nur eine volle __________________ zu sich nehmen und dabei auf ___________________ verzichten. Nicht sinnvoll ist es übrigens, an diesem Tag einen teueren Fisch zu verzehren, weil es darum geht, an diesem Tag bewusst „einfach“ zu leben. Es ist aber trotzdem sinnvoll, wenn Menschen die ganze Fastenzeit dazu nutzen, um sich gesünder zu _________________ und eventuell überschüssiges Gewicht loszuwerden oder sich andere Dinge definitiv abzugewöhnen.
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

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Stefan
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Beitrag von Stefan » Mittwoch 25. Februar 2004, 13:55

Erich Dumfarth hat geschrieben:Mir ist es gleich, wie die Henne gackert, Hauptsache, sie legt Eier.
Dann ist Dir wohl auch gleich, ob die Eier vom Huhn oder vom Hasen kommen. 8)
Es ist für uns an der Zeit aufzuwachen und uns zu erheben. (Benedikt von Nursia)

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cathol01
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Beitrag von cathol01 » Mittwoch 25. Februar 2004, 14:01

Wieso österliche Busszeit, wo doch der Advent auch nicht weihnachtliche Zeit genannt wird?

Weil der Kern der Fastenzeit die Vorbereitung auf Ostern ist, so wie ja übrigens die Kirche die ganze christliche Existenz, die Liturgie und speziell das liturgische Jahr vom Pascha-Mysterium her deutet. Und das ist der Unterschied zum Advent: Advent ist mehr als die Vorbereitung auf Weihnachten, sondern zunächst einmal Vorbereitung auf das endzeitliche Wiederkommen des Herrn, die Parousie. Der Advent hat einen Doppelaspekt.
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Beitrag von Erich_D » Mittwoch 25. Februar 2004, 14:03

Stefan hat geschrieben:
Erich Dumfarth hat geschrieben:Mir ist es gleich, wie die Henne gackert, Hauptsache, sie legt Eier.
Dann ist Dir wohl auch gleich, ob die Eier vom Huhn oder vom Hasen kommen. 8)
... wie die Henne gackert ...

Damit dürfte wohl diese Frage beantwortet sein?
"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern sing nicht ihre Lieder. Geh doch in die Oberstadt mach´s wie deine Brüder", so sprach die Mutter, sprach der Vater, lehrte der Pastor."

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Tamira
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Heute beginnt die Fastenzeit

Beitrag von Tamira » Mittwoch 9. Februar 2005, 07:28

Hallo alle zusammen,

heute beginnt die Fastenzeit.

Mich würde intersessieren, was Euch diese Zeit bedeutet; was nehmt ihr Euch vor, wie gestaltet Ihr diese Zeit?

Was bedeutet für Euch Aschermittwoch? Ist es der Tag, so wie ihn die Kirche vorschreibt: gebotener Fast- und Abstinenztag oder eigentlich ein ganz normaler Tag?

Wenn jemand "schöne" Kreuzwegandachten kennt, kann er die hier ja auch vielleicht posten.

Für mich ist Aschermittwoch der gebotene Fast- und Abstinenztag. Ich stelle mich auf die Fastenzeit ein und ess an diesem Tag kein Fleisch. Abends gehe ich zur Heiligen Messe. In der Fastenzeit versuche ich auf Süßes zu verzichten. Das fällt mir immer ganz schön schwer. Außerdem versuche ich mich bewußt auf Ostern vorzubereiten. In der Karwoche esse ich die ganze Woche kein Fleisch und bereite mich auch mit der Bibel auf Ostern vor.

Liebe Grüße
Tamira
Wenn jemand sagt, ich liebe Gott, aber seinen Bruder hasst, dann ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er dann Gott lieben, den er nicht sieht? (1 Joh 4,20)

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Beitrag von Angelika » Mittwoch 9. Februar 2005, 11:57

Hallo Tamira,

für mich ist die österliche Bußzeit - diese Bezeichnung gefällt mir besser als Fastenzeit - eine Zeit der bewussten Hinwendung zu Gott. Ich möchte in dieser Zeit meine Beziehung zu Gott erneuern und vertiefen. Es ist eine Zeit der Vorbereitung auf Ostern.

Der Aschermittwoch ist der Einstieg dazu. Dieser Tag ist für mich ein Fast- und Abstinenztag, abends gehe ich in die Heilige Messe (wir sehen uns ;) ) und empfange des Aschenkreuz.

In der Fastenzeit werde ich auf Süßigkeiten verzichten. Ich hoffe, dass ich das die ganze Zeit durchhalte.

Zur Vorbereitung auf Ostern gehören für mich auf jeden Fall auch die Teilnahme an Kreuzweg-Andachten und die Beichte.

Lieben Gruß
Angelika

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Juergen
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Beitrag von Juergen » Mittwoch 9. Februar 2005, 12:04

Angelika hat geschrieben:...und empfange des Aschenkreuz.
Apropos Aschenkreuz.

Hier (in Dtl.) war ich es immer gewohnt, daß einem ein kleines Kreuz auf die Stirn gezeichnet wurde.

Als ich auf Malta war, nahm der Priester ein "handvoll Asche" (naja, nicht gerade eine handvoll, aber immerhin...) und streute diese in Kreuzform auf den Kopf.
Irgendwie finde ich diese Form viel "zeichenhafter"; im Sinne von "Asche auf mein Haupt"
Messbuch hat geschrieben:Deinde sacerdos imponit cineres omnibus astantibus, qui ad ipsum accedunt, dicens singulis:

Paenitemini, et credite Evangelio.

Vel:

Memento, homo, quia pulvis es, et in pulverem reverteris
Gruß Jürgen

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Stefan
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Beitrag von Stefan » Mittwoch 9. Februar 2005, 12:12

Ich nenne die Fastenzeit gerne Fastenzeit, weil es viel kürzer ist als (vor-)österliche Bußzeit und ich finde auch, daß der Begriff viel prägnanter und wohlklingender ist.
Man spürt sozusagen den Weg zum Kreuz.

Neben einem genußbefreiten Speiseplan freue ich mich auf viel Mineralwasser, täglichem Bibelstudium und viel Musik zur Passionszeit.
Und wenn die Fastenzeit nämlich vorbei ist, dann ist der Frühling da :ja:

Abt
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Beitrag von Abt » Mittwoch 9. Februar 2005, 12:29

bei mir wirds ganz viel Kirchgänge, keinen Alkohol, wenig Fleisch und wenig Süßigkeiten geben. Auch will ich das Stundengebet wieder einführen.
Mal schaun, ob ich das alles durchhalten werde.
Habt ihr vielleicht noch irgendwelche "spirituellen Ideen", wie man sich vielleicht noch auf Ostern vorbereiten kann????
Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts fehlen.
Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz
am Wasser. Er stillt mein Verlangen, getreu seinem Namen!

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Beitrag von Robert Ketelhohn » Mittwoch 9. Februar 2005, 15:18

Stefan hat geschrieben:»Ich nenne die Fastenzeit gerne Fastenzeit, weil es viel kürzer ist als (vor-)österliche Bußzeit und ich finde auch, daß der Begriff viel prägnanter und wohlklingender ist. Man spürt sozusagen den Weg zum Kreuz.«
Das empfinde ich ähnlich. Gewiß dient die Fastenzeit objektiv der Vorbereitung auf Ostern, doch zunächst ist es der Weg zum Kreuz. Erst dahinter steht Ostern, steht das neue Leben. Durchs Kreuz zur Auferstehung.

Ganz praktisch bedeutet die Fastenzeit für uns den Verzicht auf Fleisch, abgesehen von den Sonntagen. (Problematisch ist dies Jahr das Hochfest der Verkündigung Mariens, das auf den Karfreitag fällt; bei den Byzantinern träte da der Karfreitag zurück, bei den Lateinern dagegen wird Mariæ Verkündigung in die Woche nach der Osteroktav verschoben.) Vergnügungen entfallen bei uns in der Fastenzeit natürlich ebenso, was für mich diesmal jedoch leider gar keine Umstellung bedeutet, habe ich doch seit Monaten schon keine Zeit für derlei Schnurpfeifereien.

Der heutige Aschermittwoch ist ein vollständiger Fastentag, was Verzicht auf jede feste Nahrung bedeutet.
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Poliven
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Beitrag von Poliven » Mittwoch 9. Februar 2005, 17:06

versuch kein Alkohol zu trinken und so weit es geht keusch durch die Runden zu kommen :)

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Stefan
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Beitrag von Stefan » Mittwoch 9. Februar 2005, 21:53

Juergen hat geschrieben:Als ich auf Malta war, nahm der Priester ein "handvoll Asche" (naja, nicht gerade eine handvoll, aber immerhin...) und streute diese in Kreuzform auf den Kopf.
Irgendwie finde ich diese Form viel "zeichenhafter"; im Sinne von "Asche auf mein Haupt"
Ich habe heute zum ersten Mal einen Priester gesehen (eine Vertretung), der sich selbst Asche aufs Haupt gestreut hat. Alle anderen bekamen aber das Kreuz aufgemalt.
Ist das eigentlich eine neue Mode? Ich habe noch nie davon gehört oder etwas gesehen.
Zuletzt geändert von Stefan am Mittwoch 9. Februar 2005, 22:04, insgesamt 1-mal geändert.
Es ist für uns an der Zeit aufzuwachen und uns zu erheben. (Benedikt von Nursia)

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Beitrag von Niels » Mittwoch 9. Februar 2005, 21:58

Stefan hat geschrieben:Ich habe heute zum ersten Mal einen Priester gesehen (eine Vertretung), der sich selbst Asche aufs Haupt gestreut hat. Alle anderen bekamen aber das Kreuz aufgemalt.
Ist das eigentlich eine neue Mode? Ich habe noch nie davon gehört oder etwas gesehen.
Letztes Jahr habe ich das auch zum ersten Mal gesehen.
Nolite timere pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

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Tamira
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Beitrag von Tamira » Donnerstag 10. Februar 2005, 07:24

Das ist ja alles sehr interessant, was ihr schreibt. Danke schön! :)

Vielleicht werde ich das eine oder andere auch noch in mein Programm einbauen. Schaun wir mal. ... In der Karwoche bereite ich mich auf jedenfall intensiver auf Ostern vor. In der Adventszeit hat es ja ganz gut geklappt. Da hatte ich sogar die ganzen 4 Wochen in meinem Büro auf dem Schreibtisch eine kleine Krippe zu stehen.

@ an Jürgen:

Das mit Malta finde ich sehr interessant. ich war ja letztes Jahr auf Malta und mir hat es dort super gut gefallen. 8)

@ an Robert:

Stimmt, das mit Maria Verkündung ist mir noch gar nicht aufgefallen. Ich hatte nur festgestellt, da ich einen christlich-jüdischen Taschenkalender habe, daß das jüd. Purimfest dieses Jahr auf unseren Karfreitag fällt. Meist ist ja Pessach nicht weit entfernt.:kratz:

Danke für die Info bezüglich des Feierns von Maria Verkündigung.

@ an Stefan:

Das habe ich noch nie gesehen. Was es alles gibt. ...

Bin mal gespannt, was noch für Beiträge kommen. :freude:
Wenn jemand sagt, ich liebe Gott, aber seinen Bruder hasst, dann ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er dann Gott lieben, den er nicht sieht? (1 Joh 4,20)

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Beitrag von HeGe » Donnerstag 10. Februar 2005, 09:33

Fastenzeit heißt für mich, dass ich kein Fleisch esse, keine Süßigkeiten und auch insgesamt meine Mahlzeiten etwas einschränke. Außerdem gibt es keinen Alkohol. Da ich Ende November das Rauchen aufgegeben habe, fällt der Verzicht darauf dieses Jahr weg.
Des weiteren versuche ich mindestens drei Messbesuche die Woche hinzukriegen. Außerdem gehe ich in die freitäglichen Kreuzwegandachten in unserer Kirche und die Sonntagsvespern in unserer Nachbarstadt. Die Karwoche und Ostern werde ich wie die letzten beiden Jahre in der Abtei Mariawald verbringen.

HeGe

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