Wie funktioniert eine Fahnenweihe?

Allgemein Katholisches.
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Irenaeus
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Beitrag von Irenaeus »

Daß die Fahne den jeweiligen Rittergruppen heilig ist, hat man im Frühjahr gesehen, als bei einer mittelalterlichen Turnierveranstaltung die Fahne eines Vereins von einem anderen nächtens entwendet wurde und in der Turnierbahn aufgehängt wurde.... leider wurde sie vom Wind in den Schlamm geweht.... das haben die Bestohlenen natürlich als persönlichen Affront aufgefaßt und sind bewaffnet in das Lager der Übeltäter marschiert.

Da befanden sich zu der Zeit nur Frauen und Kinder, die sich natürlich zu Tode erschreckt haben. Als die Männer eintrafen, gabs eine wüste Schlägerei... Gar nicht fein. Es gab auch einige leicht Verletzte... Wir vom Klosterlager haben uns natürlich bemüssigt gefühlt, Frieden zu stiften... Daraufhin haben die Hauptleute der einzelnen Lager ein Gremium gebildet, das die Verhaltensregeln bei mittelalterlichen Lagerveranstaltungen überarbeitet und die Einhaltung derselben überwacht. Eine gute Sache. Denn wir wollen alle nicht, daß sich so ein Vorfall wiederholt.

Raimund J.
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Beitrag von Raimund J. »

Hier auch noch ein Link.

Mir ist noch folgendes eingefallen. In Deutschland gibt es für fast alle Regionen sog. "Kreisheimatpfleger". Das sind meistens Historiker bzw. entsprechend ausgebildete Personen die sich auf dem Gebiet der regionalen Geschichte sehr gut auskennen. Einfach dort einmal nachfragen. So eine "Fahnenweihe" (eigentlich ja wohl eher Segnung) ist schon sehr tradtionsbeladen.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore

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Irenaeus
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Beitrag von Irenaeus »

Raimund Josef H. hat geschrieben:Hier auch noch ein Link.

Mir ist noch folgendes eingefallen. In Deutschland gibt es für fast alle Regionen sog. "Kreisheimatpfleger". Das sind meistens Historiker bzw. entsprechend ausgebildete Personen die sich auf dem Gebiet der regionalen Geschichte sehr gut auskennen. Einfach dort einmal nachfragen. So eine "Fahnenweihe" (eigentlich ja wohl eher Segnung) ist schon sehr tradtionsbeladen.
Ja klar, es handelt sich eher um eine Segnung (für die Meisten in diesem Verein erschließt sich der Unterschied eh nicht...) ... da das Ganze im Rahmen einer mittelalterlichen Veranstaltung stattfinden soll, habe ich den Verdacht, daß wir sowieso machen können, was wir wollen....

Ich habe das jetzt mal grob so geplant:

- Abholung der Fahne und der Abordnung des Vereins im Lager, Prozession zu unserer Kapelle.
- Wortgottesdienst (in der Regel die lateinischen Texte - wir sind ja im Mittelalter ;-) ): Eröffnung, Kyrie, Lesung und Evangelium in deutscher Sprache mit passendem Inhalt, Ansprache des Diakons, Credo, Fürbitten von Mitgliedern des Vereins formuliert, Pater noster.
- direkt im Anschluß Fahnensegnung (Texte aus dem Rituale Romanum entnommen - Benedictio vexilli )
- Gebet zum Erzengel Michael,
- Segensgeb et
- Prozession (oder eher Festzug) mit der neugeweihten Fahne

dazu gibts ein "Handout" mit allen Texten und deren Übersetzungen für die Teilnehmer.

Findet Ihr das zu viel, oder zu wenig?

Und: paßt der Hymnus "Vexilla regis" eigentlich, oder ist das too much?


Abends gibts dann Spanferkel und Freibier, habe ich mir sagen lassen ;-)

Petra
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Beitrag von Petra »

Wer weiht oder segnet denn jetzt die Fahne? Der Diakon? :hmm:

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Irenaeus
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Beitrag von Irenaeus »

Das lustige daran ist... oder auch das pädagogisch wertvolle, je nachdem...., daß man Menschen dazu bringen muss, Fürbitten zu formulieren.
Und dann müssen die sich mal mit sich selbst oder mit den spirituellen Anliegen des Vereins auseinandersetzen.... und darüber nachdenken, wo sie eigentlich hinwollen.... und das unter den Segen Gottes stellen. Das finde ich großartig!

Petra
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Beitrag von Petra »

Petra hat geschrieben:Wer weiht oder segnet denn jetzt die Fahne? Der Diakon? :hmm:


:)

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Irenaeus
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Beitrag von Irenaeus »

Petra hat geschrieben:Wer weiht oder segnet denn jetzt die Fahne? Der Diakon? :hmm:
Yep, der Diakon.

Aber bei dem, was wir tun, darf man nie vergessen:

tantum colludetur!

Es ist - streng gesehen - alles nur Spiel, Darstellung.

Deswegen überlege ich jetzt gerade, wie weit eine Fahnesegnung in diesem Falle gehen muß oder darf.

Es ist über das Spiel hinaus eine Gemeinschaft deren Fahne wir segnen wollen, eine Gemeinschaft, die sich zusammengefunden hat, um ernsthaft eine gewisse Lebensform zu praktizieren. Und somit wird die Sache doch wieder ernst.

Damit ist für mich eine wirkliche Segnung einer Fahne gerechtfertigt.

Und wie erfreulich ist es, wenn in dieser mittelalterlichen Szene, die immer mehr vom Heidentum dominiert wird, ein schottisches Lager um den Segen der katholischen Kirche bittet.

Ich selbst fange gerade an, zu verstehen, wie undurchsichtig diese Welt der Rollenspieler (ich nenne es jetzt mal so) für Menschen ist, die damit noch nie in Berührung gekommen sind. Die Vielschichtigkeit dieser Sache wird mir erst jetzt langsam klar.

Es ist eine Parallelwelt, die für die, die sich in ihr bewegen, zum Teil genauso real ist, wie die Welt, in der wir uns bewegen.

Umso wichtiger ist, auch da als Katholik zu dem zu stehen, auf das wir getauft wurden. Und wir merken auch immer mehr, daß die Menschen, die von uns eine rituelle Handlung - welche auch immer - wünschen, bekommen, was wir als katholische Christen anbieten können.

Christus vincit!
Zuletzt geändert von Irenaeus am Montag 25. August 2008, 17:19, insgesamt 4-mal geändert.

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Linus
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Beitrag von Linus »

Raimund Josef H. hat geschrieben:Ihr braucht auf jeden Fall Fahnenjungfrauen!
Fahnenpatin (weiblich)
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Irenaeus
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Beitrag von Irenaeus »

Linus hat geschrieben:
Raimund Josef H. hat geschrieben:Ihr braucht auf jeden Fall Fahnenjungfrauen!
Fahnenpatin (weiblich)
die nesteln irgendwelche Patenbänder an die Fahne...... oder?

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Irenaeus
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Beitrag von Irenaeus »

Allons hat geschrieben:http://www.burgenlandfeuerwehr.de/infos ... nweihe.htm
http://www.notfallseelsorge.de/Gottesdienste/Ablauf.pdf

Wichtig: Kein Weihwasser oder vorher an unauffälliger Stelle auf Farbechtheit prüfen..

Gruß, Allons!
Salut, Allons!

Die Fahne ist wasserfest!

habe ich überprüfen lassen! Danke für den Hinweis!

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anneke6
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Beitrag von anneke6 »

Das ist sowieso gut, weil manche Ereignisse, wo Fahnen getragen werden, von einem Platzregen überfallen werden können, besonders Fronleichnamsprozessionen.
???

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Irenaeus
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Beitrag von Irenaeus »

anneke6 hat geschrieben:Das ist sowieso gut, weil manche Ereignisse, wo Fahnen getragen werden, von einem Platzregen überfallen werden können, besonders Fronleichnamsprozessionen.
Für Fronleichnam bastele ich gerade an einem wasserfesten Baldachin. Der bekommt eine doppelte Haut, und darin ist eine wasserfeste Plane.....

regina 32
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Beitrag von regina 32 »

Irenaeus hat geschrieben:[
Es ist - streng gesehen - alles nur Spiel, Darstellung.
!
genau darüber mach ich mir auch Gedanken! Wenn Ihr euch mit einer ECHTEN katholischen Fahnenweihe unter die Mittelalterlichen Rollenspieler begebt. ist das dann Mission? Rollenspiel? werdet Ihr überhaupt ernst genommen? Müsst Ihr Euch denn zur Fahnenweihe dann einen falschen Bart ankleben?
wieviel Zuschauer gibt es dann? oder gibt es "nur" Teilnehmer?

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Irenaeus
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Beitrag von Irenaeus »

regina 32 hat geschrieben:
Irenaeus hat geschrieben:[
Es ist - streng gesehen - alles nur Spiel, Darstellung.
!
genau darüber mach ich mir auch Gedanken! Wenn Ihr euch mit einer ECHTEN katholischen Fahnenweihe unter die Mittelalterlichen Rollenspieler begebt. ist das dann Mission? Rollenspiel? werdet Ihr überhaupt ernst genommen? Müsst Ihr Euch denn zur Fahnenweihe dann einen falschen Bart ankleben?
wieviel Zuschauer gibt es dann? oder gibt es "nur" Teilnehmer?
Deine Fragen sind sehr gut :) ! Deine Frage mit dem falschen Bart kann ich aber gleich mit NEIN beantworten. Die Leute, die dieses Rollenspiel betreiben, stehen auch in ihrem "wirklichen" Leben dazu, sie müssen sich nicht mit falschen Bärten unkenntlich machen.

Zuschauer? ja,..... wird es welche geben? das wissen wir auch nicht. Wenn sie da sind, sind sie herzlich willkommen.
Im Zweifelsfall werden nur Teilnehmer da sein. Das hängt leider von den Einlasszeiten der Veranstaltung ab.

Ist es nun Mission oder ist es "nur" Rollenspiel?

Wenn ich ehrlich bin, kann ich das nicht komplett beantworten.

Und ist die Fahnensegnung nun echt katholisch, oder nicht? Nun, sie wird so katholisch, wie wir in der Lage sind, sie zu vollziehen. Ob sie aber immer noch echt ist, das haben nur die zu entscheiden, deren Fahne es sein wird. Und: vor Gott wird die Segnung ihren Raum finden.

Für mich ist jeder "Einsatz" auf diesen Veranstaltungen auch eine Art Mission. Nur möchte ich dabei weder fundamentalistisch noch missionarisch auftreten.

aber ich vetrete einfach meinen Glauben, und wenn ich eine Art Mönchshabit trage, der einigermassen ernsthaft zu erkennen ist, setze ich auch ein Zeichen.

Das ist mir wichtig.

Daß wir ernst genommen werden, ist unser Grundproblem. Manche nehmen uns ernst, manche nicht. Das wichtigste für uns erstmal ist: wir nehmen uns selber ernst.

Wir leben unser klösterliches Lagerleben mit einer uns möglichen Ernsthaftigkeit. Nicht alle können Samstag und Sonntag um 5 Uhr 30 zur Laudes da sein. Aber mindestens einer ist da.
Zuletzt geändert von Irenaeus am Montag 25. August 2008, 18:18, insgesamt 4-mal geändert.

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Linus
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Beitrag von Linus »

Irenaeus hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:
Raimund Josef H. hat geschrieben:Ihr braucht auf jeden Fall Fahnenjungfrauen!
Fahnenpatin (weiblich)
die nesteln irgendwelche Patenbänder an die Fahne...... oder?
Auch. Sie zahlen (einen meist nicht unerklecklichen Beitag) auch (unsere Ausrückfahne die anläßlich des 75ers beschafft wurde, kostete 9000 Euro, die Fahnenpatin zahlte 3/4 der Kosten [die Traditionsfahne verbleibt derweil im Haus]) ssie haben idR das Recht den ersten und den letzten Nagel einzuschlagen.
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Petra
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Beitrag von Petra »

Die Leute heute suchen nach Authentizität, denn so viel wird nur vorgetäuscht oder verzerrt dargestellt.

Kirche zu spielen, wie Ihr das macht, ist m.E. eine Kinderei, bei Erwachsenen nennt man das eher Flucht in eine Scheinwelt. Wenn den Mittelaltlern nach Kirche ist: die Kirche haben sie höchstwahrscheinlich zu Hause vor ihrer Nase. Wenn es ihnen um Spiritualität geht, dann können sie bei Kirche vor Ort oder im Internet nachfragen. Bestimmt tun das aber nur wenige. Die meisten wollen sicher nur spielen oder träumen.

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Irenaeus
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Beitrag von Irenaeus »

Petra hat geschrieben:Die Leute heute suchen nach Authentizität, denn so viel wird nur vorgetäuscht oder verzerrt dargestellt.

Kirche zu spielen, wie Ihr das macht, ist m.E. eine Kinderei, bei Erwachsenen nennt man das eher Flucht in eine Scheinwet. Wenn den Mittelaltlern nach Kirche ist: die Kirche haben sie höchstwahrscheinlich zu Hause vor ihrer Nase. Wenn es ihnen um Spiritualität geht, dann können sie bei Kirche vor Ort oder im Internet nachfragen. Bestimmt tun das aber nur wenige. Die meisten wollen sicher nur spielen oder träumen.
Und wenn sie von dieser Kinderei wieder zum Leben kämen?

Petra
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Beitrag von Petra »

Irenaeus hat geschrieben: Und wenn sie von dieser Kinderei wieder zum Leben kämen?
Wenn überhaupt dann nur zur einer selbstgeklöppelten "Spiritualität". Bei der sie alles Schwierige oder vermeintlich Falsche durch eigene Verbesserungen ersetzen.

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Irenaeus
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Beitrag von Irenaeus »

Petra hat geschrieben:Die Leute heute suchen nach Authentizität, denn so viel wird nur vorgetäuscht oder verzerrt dargestellt.

Kirche zu spielen, wie Ihr das macht, ist m.E. eine Kinderei, bei Erwachsenen nennt man das eher Flucht in eine Scheinwelt. Wenn den Mittelaltlern nach Kirche ist: die Kirche haben sie höchstwahrscheinlich zu Hause vor ihrer Nase. Wenn es ihnen um Spiritualität geht, dann können sie bei Kirche vor Ort oder im Internet nachfragen. Bestimmt tun das aber nur wenige. D meisten wollen sicher nur spielen oder träumen.
Wir spielen nicht Kirche. Wir versuchen sehr vorsichtig, als Kirche da zu sein, wo sie sonst nicht ist... Nicht vielen Mittelaltlern ist nach Kirche - guck Dir die Szene an: nirgendwoanders findet man so viele heidnische Gruppen.... Gruppierungen und antichristliche Bewegungen.

Da gibt es nur wenige Christen, weil sie es eben nicht zu Hause vor ihrer Nase haben, weil sie immer unterwegs sind. Und die Kirche, die sie vor ihrer Nase haben könnten, gibt ihnen keine Antworten auf die Fragen, die sie sich auf der Suche nach ihrer Spiritualität stellen.

Und doch spüren wir, daß Kirche da sein muß
Und genau da erwische ich mich:... nicht Kirche als Institution. Und da wird weder gespielt noch selbstgeklöppelt.


Sondern die Idee Christi.

Deus.......
Zuletzt geändert von Irenaeus am Montag 25. August 2008, 19:08, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von Irenaeus »

Petra hat geschrieben:
Irenaeus hat geschrieben: Und wenn sie von dieser Kinderei wieder zum Leben kämen?
Wenn überhaupt dann nur zur einer selbstgeklöppelten "Spiritualitä nichtt". Bei der sie alles Schwierige oder vermeintlich Falsche durch eigene Verbesserungen ersetzen.
Und genau das gilt nicht!! :-)

es ist so schwer, unsere Idee da genau anzubringen. Aber es lohnt sich

regina 32
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Beitrag von regina 32 »

Die Frage ist, was wäre, wenn Irenäus nicht mitmachen würde....

würden sie dann nicht einfach evtl. jemand anderen nehmen ihn in eine selbstgestrickte Mönchskutte stecken und ein bisschen Sprudelwasser auf die Fahne sprühen???

Ist die Alternative besser?

ich denke Irenaeus, wichtig wäre es, allen (auch den Zuschauern) es irgendwie klar machen zu können, dass es nicht nur Show ist. sondern ein ECHTER Geistlicher dabei ist! Wie das geht, weiss ich nicht.

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Beitrag von Irenaeus »

regina 32 hat geschrieben:Die Frage ist, was wäre, wenn Irenäus nicht mitmachen würde....

würden sie dann nicht einfach evtl. jemand anderen nehmen ihn in eine selbstgestrickte Mönchskutte stecken und ein bisschen Sprudelwasser auf die Fahne sprühen???

Ist die Alternative besser?

ich denke Irenaeus, wichtig wäre es, allen (auch den Zuschauern) es irgendwie klar machen zu können, dass es nicht nur Show ist. sondern ein ECHTER Geistlicher dabei ist! Wie das geht, weiss ich nicht.
Ich frage mich, worum geht es dann?

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Beitrag von Irenaeus »

regina 32 hat geschrieben:Die Frage ist, was wäre, wenn Irenäus nicht mitmachen würde....

würden sie dann nicht einfach evtl. jemand anderen nehmen ihn in eine selbstgestrickte Mönchskutte stecken und ein bisschen Sprudelwasser auf die Fahne sprühen???

Ist die Alternative besser?

ich denke Irenaeus, wichtig wäre es, allen (auch den Zuschauern) es irgendwie klar machen zu können, dass es nicht nur Show ist. sondern ein ECHTER Geistlicher dabei ist! Wie das geht, weiss ich nicht.
Für unsere Welt hast Du vollkommen Recht. Es gibt auch von uns einen "Flyer", der aushängt, der auf die Unterschiede zwischen uns und dem, was wir darstellen, hinweist.

Für diese Fahnenzeremonie gibt es noch keinen Flyer, aber den herzustellen ist nicht schwer. Da müßte man eben auf die Ambivalenz der Sache hinweisen.

regina 32
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Beitrag von regina 32 »

Irenaeus hat geschrieben: Für unsere Welt hast Du vollkommen Recht. Es gibt auch von uns einen "Flyer", der aushängt, der auf die Unterschiede zwischen uns und dem, was wir darstellen, hinweist.

Für diese Fahnenzeremonie gibt es noch keinen Flyer, aber den herzustellen ist nicht schwer. Da müßte man eben auf die Ambivalenz der Sache hinweisen.
Das fände ich gut, weil sonst wäre es kein Unterschied, ob ich da stehen würde mit falschem Bart....
Wenn es ein Echter Gottesdienst wird, sollte er auch als solcher wahrgenommen werden, dann wär es toll, sonst wär es sehr schade...

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Seraph
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Beitrag von Seraph »

Bei der einzigen Segnung einer Fahne, die ich mitgemacht habe (vor Beginn einer Wallfahrt nach Lourdes) hat der Dompropst ein paar freundliche Worte gesagt, den Segen gesprochen und die Fahne mit Weihwasser besprengt (die paar Wassertropfen sollte eine Fahne aushalten können), dann hat die Gemeinde ein Marienlied gesungen.

Möglicherweise bin ich jetzt überempfindlich, aber mir erscheint die Idee "Vexilla regis" singen zu wollen, als ungehörig bis ungeheuerlich. Dieser Hymnus gehört in die Passionszeit und ist für mich untrennbar mit dem Palmsonntag verbunden. Es geht dabei ja nun auch nicht um irgendein Banner, das da emporsteigt, sondern um das des Königs - "... im Glanze geht das Kreuz hervor". Der gesamte Text ist wunderbar und lädt zur Meditation geradezu ein. Das mal eben irgendwo und irgendwann anders zu singen ist m. E. liturgisch verfehlt.

Gruß
Seraph
Ein düsterer Seraph möchte wohl selbst den dreieinigen Gott erschrecken.
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Re: Wie funktioniert eine Fahnenweihe?

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Irenaeus hat geschrieben:Wie funktioniert eine Fahnenweihe?

Bei einer Meßweinfahne hängt die Weihebedürftigkeit davon ab,
ob der Meßwein konsekriert war. Falls ja, ist keine weitere Weihe
nötig.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Re: Wie funktioniert eine Fahnenweihe?

Beitrag von Irenaeus »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Irenaeus hat geschrieben:Wie funktioniert eine Fahnenweihe?

Bei einer Meßweinfahne hängt die Weihebedürftigkeit davon ab,
ob der Meßwein konsekriert war. Falls ja, ist keine weitere Weihe
nötig.
wir sind doch nicht orthodox :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

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Irenaeus
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Beitrag von Irenaeus »

Seraph hat geschrieben:

...
Möglicherweise bin ich jetzt überempfindlich, aber mir erscheint die Idee "Vexilla regis" singen zu wollen, als ungehörig bis ungeheuerlich. Dieser Hymnus gehört in die Passionszeit und ist für mich untrennbar mit dem Palmsonntag verbunden. Es geht dabei ja nun auch nicht um irgendein Banner, das da emporsteigt, sondern um das des Königs - "... im Glanze geht das Kreuz hervor". Der gesamte Text ist wunderbar und lädt zur Meditation geradezu ein. Das mal eben irgendwo und irgendwann anders zu singen ist m. E. liturgisch verfehlt.

Gruß
Seraph
Deswegen habe ich Euch ja gefragt. Mir kam es auch etwas zu viel vor...

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Beitrag von Irenaeus »

regina 32 hat geschrieben: ....
würden sie dann nicht einfach evtl. jemand anderen nehmen ihn in eine selbstgestrickte Mönchskutte stecken und ein bisschen Sprudelwasser auf die Fahne sprühen??? ...
Das haben wir alles schon erlebt! Ihr glaubt ja gar nicht, was auf solchen Veranstaltungen so alles rumläuft! Karnevalskutte in braun, natürlich endet die knapp unterhalb des Knies, wo dann stachelige nackte Beine oder wahlweise ne Jeans rausgucken, dazu ungepflegte Füße in Birkenstocks... Strickgürtel (frag die mal, was die drei Knoten bedeuten!), Bierhumpen XXL in der Hand....

Positives Beispiel war aber mal ein evangelischer Pfarrer, der als Dominikanermönch Ablaßbriefe verkauft hat und Sonntags eine Morgenandacht angeboten hat.

Aber Regina hat recht, wir müssen diesmal ausdrücklich darauf hinweisen, daß dem WoGo ein Diakon vorsteht.
Der Flyer ist schon entworfen!

Was mich tierisch gefreut hat, ist die Tatsache, daß ein Ritterhaufen, dem man solche Bedürfnisse gar nicht zutrauen würde, sich eine christliche Zeremonie ausdrücklich gewünscht hat.

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Seraph
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Beitrag von Seraph »

Irenaeus hat geschrieben: Deswegen habe ich Euch ja gefragt. Mir kam es auch etwas zu viel vor...
Es ging mir auch nicht darum, Dir einen Vorwurf zu machen. Du hattest wiederholt nach unserer Einschätzung dazu gefragt - die meine hatte ich zum Ausdruck gebracht. Gibts kein anderes "schönes Lied", das man singen könnte? "Mir nach, spricht Christus unser Held" ist vielleicht nicht mittelalterlich genug.

Gruß
Seraph
Ein düsterer Seraph möchte wohl selbst den dreieinigen Gott erschrecken.
(Mother Mary Francis)

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anneke6
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Beitrag von anneke6 »

Es gibt da ein polnisches Lied:
Błękitne rozwińmy sztandary
Aber das mag ich selber nicht so gerne.
???

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Irenaeus
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Beitrag von Irenaeus »

Seraph hat geschrieben:
Irenaeus hat geschrieben: Deswegen habe ich Euch ja gefragt. Mir kam es auch etwas zu viel vor...
Es ging mir auch nicht darum, Dir einen Vorwurf zu machen. Du hattest wiederholt nach unserer Einschätzung dazu gefragt - die meine hatte ich zum Ausdruck gebracht. Gibts kein anderes "schönes Lied", das man singen könnte? "Mir nach, spricht Christus unser Held" ist vielleicht nicht mittelalterlich genug.

Gruß
Seraph
Ich hab es auch nicht als Vorwurf gesehen - keine Sorge....
"Mir nach" finde ich auch sehr schön, aber ist tatsächlich nicht mittelalterlich genug. Mir ist noch kein anderes eingefallen, aber ich guck mal das Graduale durch, da wird sich was finden.

Es sollte ein Hymnus oder eine Sequenz sein, der eingängigen Melodie wegen.... oder ich guck eingach mal in profaner lateinischer Literatur nach.

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