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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Verfasst: Mittwoch 6. März 2019, 13:59
von Amigo
Bruder Donald hat geschrieben:
Mittwoch 6. März 2019, 13:45
Dann weiß ich nicht, was mit mir nicht stimmt, denn eine "Evidenz" zum Glaubensbruch sehe ich in der Summe eben nicht.
Das ist auch nicht verwunderlich, denn gerade diese Phrase (die ich versucht habe möglichst getreu der Intention der Autoren jener Studie wiederzugeben, ohne sie mit meiner eigenen durchaus konträren Meinung zu vermischen) zeigt mE, was ich schon weiter oben postuliert habe: Nicht "aus den Fakten X, Y, Z ergibt sich zwingend, dass die Intention der NOM-Autoren einen neuen Glauben in der Liturgie postulieren wollten" sondern umgekehrt "Unter der Prämisse, die NOM-Autoren wollten einen neuen Glauben postulieren, lassen sich Elemente X, Y, Z finden, die diese Prämisse stützen."

Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Verfasst: Donnerstag 14. März 2019, 18:32
von Libertas Ecclesiae
Eine gute Zusammenstellung zum Jahresthema „50 Jahre Liturgiereform“:

Jahrestage der Reform

Daraus:
Dafür, daß sich in diesen Wochen und Monaten die 50. Jahrestage der Liturgiereform wie eine Kette schwarzer Perlen aneinanderreihen, ist es um dieses Thema erstaunlich ruhig. Vielleicht haben die unlängst veröffentlichten Daten über die radikale Auseinanderentwicklung des gelebten und bekannten Glaubens in „neurituellen“ und „altrituellen“ Gemeinden den nach wie vor in unangefochtenen Machtstellungen sitzenden Modernisten die Freude am Feiern verdorben. Die Rede von den „vielfältigen guten Früchten“ der Reform war noch nie so unglaubwürdig wie heute.

Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Verfasst: Donnerstag 14. März 2019, 18:42
von Herr v. Liliencron
Lycobates hat geschrieben:
Dienstag 5. März 2019, 16:28
Amigo hat geschrieben:
Dienstag 5. März 2019, 16:19
Bruder Donald hat geschrieben:
Dienstag 5. März 2019, 11:39
ich halte das Argument: "Es ist offensichtlich, daß der Novus Ordo nicht mehr den Glauben von Trient darstellen will." für nicht zulässig.
Dieses Argument kommt halt immer wieder hoch. Und das Fatale daran ist folgendes: Es ist nicht objektiv überprüfbar, ob die Konzilsväter mit dem "Glauben von Trient brechen" wollten - aus Sicht gewisser Traditionalisten ist das quasi "offensichtlich", aber de facto eben nicht überprüfbar.
Das ist ganz objektiv überprüfbar am Text des NOM, schlicht materialiter. Man braucht nur zu lesen, und zu wissen, was man liest.
Darüber gibt es auch eine Fülle von Studien, seit dem Breve esame critico bereits 1969.
Mit den "Konzilsvätern" hat das bereits nichts mehr zu tun.
Eine Welt trennt 1969 von 1962. (Was mitnichten bedeutet, daß 1962 noch akzeptabel wäre)
1962 ist in dem Sinne sicher noch akzepabel, indem von dort ausgehend die Reformen ab 1955 rückgängig zu machen wären. Gesamtkirchlich natürlich im Moment nicht umsetzbar, aber echt traditionstreue Katholiken sollten sich dessen zumindest bewusst sein: 1962 ist kein Ideal.

Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Verfasst: Donnerstag 14. März 2019, 21:38
von taddeo
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 18:42
... aber echt traditionstreue Katholiken sollten sich dessen zumindest bewusst sein: 1962 ist kein Ideal.
:kugel: Diejenigen, die hier im Kreuzgang als "echt traditionsbewußte Katholiken" gelten, würden auch das Letzte Abendmahl Jesu nicht als Ideal gelten lassen. :pfeif:

Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Verfasst: Donnerstag 14. März 2019, 22:15
von Herr v. Liliencron
So ein Quatsch. Allerdings gibt das letzte Abendmahl nicht die liturgische Gestalt der Messe vor. Das können Sie sogar bei J. Ratzinger lesen. Der wird ja wohl hier nicht auch als Extremtradi gelten. Ich wollte mit meiner Formulierung nur sagen, dass das natürlich reinen Nostalgikern oder Ästheten am MR1962 völlig egal sein kann. Aber solche Leute haben für mich gar kein gültiges Motiv, sich überhaupt mit irgendeiner Liturgie zu befassen.

Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Verfasst: Donnerstag 14. März 2019, 22:25
von PascalBlaise
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 22:15
So ein Quatsch. Allerdings gibt das letzte Abendmahl nicht die liturgische Gestalt der Messe vor.
Der Zelebrant kann von Glück reden, daß damals noch keine schriftlichen Regeln niedergelegt waren.

Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Verfasst: Freitag 15. März 2019, 06:14
von Herr v. Liliencron
PascalBlaise hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 22:25
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 22:15
So ein Quatsch. Allerdings gibt das letzte Abendmahl nicht die liturgische Gestalt der Messe vor.
Der Zelebrant kann von Glück reden, daß damals noch keine schriftlichen Regeln niedergelegt waren.
Das wiederum kann man der Theorie nach, der auch Ratzinger folgt, so auch nicht behaupten. :pfeif: