Mund- und Handkommunion II

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Siard
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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Siard » Dienstag 27. Dezember 2011, 16:02

musicus hat geschrieben:Ist es normal, dass das immer mal wieder vorkommt?
Manche Priester (und Kommunionhelfer) können es halt nicht besser, das ist meine Erfahrung.
cantus planus hat geschrieben:Zudem hält ja ein Ministrant die Patene (zumindest sollte es so sein), die eine evtl. herunterfallende Hostie auffängt.
Ich kenne nur eine Pfarre, in der das noch gemacht wird, dahin komme ich aber kaum. (Früher kannte ich noch eine andere, aber der Priester in dessen Messen sie verwendet wurde ist lange tot.) Den Leib Christi im freien Fall habe ich in den letzten dreißig Jahren deutlich häufiger erlebt.

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Simon
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Re: Österreichische Pfarrerinitiative und der Ungehorsam

Beitrag von Simon » Dienstag 27. Dezember 2011, 22:20

Pit hat geschrieben:
overkott hat geschrieben: ...
Der Vorkoster nimmt immer zuerst.
:D
ernshaft:
Der selbe kath. (?) Theologe (?) meinte auf den Hinweis, daß es auch die Mundkommunion gäbe, er würde sie ablehnen, da es so wäre, als wenn "ein Vater (der Papst) sein unmündiges Kind (den Gläubigen) füttert!"
Hier eine Adresse, die zum Wortlaut einer Mystagogischen Katechese von Cyrill von Jerusalem führt. Wie weit korrekt übersetzt ist, weiß ich nicht.
Bitte bis "Die Eucharistie" nach unten scrollen, dort findet sich der Hinweis für die Handhaltung beim Empfang der hl. Kommunion.
http://www.daswerk-fso.org/deutsch/?p=553
Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.
Zitat von Albert Schweitzer

ad_hoc
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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von ad_hoc » Dienstag 27. Dezember 2011, 23:35

Daraus:
"....Denn wenn ihr kostet, kostet ihr nicht Brot und Wein, sondern das Abbild des Leibes und Blutes Christi (myst. cat. 5,20). Wenn du dann hingehst, komm nicht mit vorgestreckten Handflächen oder gespreizten Fingern. Mache die Linke zum Thron für die Rechte, die den König empfangen soll. Mach die Hand hohl, empfange so den Leib Christi und sage „Amen“ dazu. Nimm es vorsichtig, heilige die Augen durch die Berührung mit dem heiligen Leib – und pass auf, dass du nichts davon verlierst. Denn wenn du etwas verlierst, so ist das als littest du an den eigenen Gliedern Schaden...."

Darüber wurde bereits viel diskutiert. Und gerne wird diese Beschreibung als Anlass für die Behauptung der Befürworter der Handkommunion genommen, dass diese bereits im frühen Christentum üblich war. Und das war sie eben nicht, wenn man von einem bestimmten Zeitabschnitt absieht. Eigentlich war es auch Usus gewesen, die Hand mit einem kleinen und dafür vorgesehenen Tüchlein zu bedecken, um dann mit dem Mund und der Zunge den Leib Christi aus diesem Tüchlein zu konsumieren.

Aber es entwickelte sich dahingehend, mit Sicherheit auch durch die Einwirkung des Hl. Geistes, dass man auf grund der Zunahme der Erkenntnis und der Ehrfurcht vor dem Leib Christi diesen direkt in den Mund empfing.

Erst als der Mensch eingebildet genug geworden war um zu meinen, sich auf gleicher Höhe und als aufrecht stehender Mensch vor seinem Gott und Schöpfer präsentieren zu müssen, wurde die Handkommunion wieder brachial durchgesetzt.
(Auch Heilige haben hin und wieder mal Unsinniges oder Häretisches von sich gegeben.)
Aber dies gehört schon wieder woanders hin.

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

Grammi
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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Grammi » Samstag 25. Februar 2012, 18:03

Aus eigener Erfahrung als Ministrant kann ich nur eines sagen: Mundkommunion im Knien, alles andere ist (schon aus rein praktischen Gründen) eine Katastrophe.

Heute gab es wieder diese wunderbare Situation: Eine Dame steht an der Kommunionbank mit ausgestreckten Händen. Allerdings hat sie die Hände so schräg nach innen gehalten, das die Hostie rumgekullert ist, und nur mit viel Glück nicht auf den Boden gefallen ist. Da fällt mir nur eines ein: Ein Mal ausholen und eine ordentliche Watschn mit der Patene, vielleicht lernt sie es dann.

Aber auch bei der Mundkommunion gibt es ein paar Sachen zu beachten:
Es ist ungemein hilfreich, wenn man zum Empfang der Kommunion kniet, aber bitte vorne an der Kommunionbank, und nicht irgendwo in der äußeren Stratosphäre, so dass der Priester und der Minsitrant mit der Patene Orang-Utang spielen müssen. Nützlich ist es zudem, wenn man nicht in den Boden stiert, sondern den Blick (und am besten das ganze Gesicht) ein wenig erhebt und den Mund ordentlich aufmacht. Außerdem empfielt es sich, jede Art von Schal vor dem Gesicht zu entfernen und den Kragen der Jacke/ des Mantels so weit runterzuklappen, dass die Patene freien Zugang unter das Kinn findet. Diese Vorschläge dienen vor allem der eigenen Sicherheit, weil sonst der ein oder andere Ministrant (wie zum Beispiel ich selbst) auf die Idee kommen könnte, die Patene mit etwas mehr Gewalt einzusetzen, um Kleidungsstücke aus dem Weg zu räumen und zu verhindern, dass der Leib Christ auf den Boden fällt.

Gruß
Grammi

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von holzi » Samstag 25. Februar 2012, 20:00

Lieber Grammi, du bist aber heut wieder recht gereizt, kann das sein?
Diese Nachricht wurde CO²-neutral, umweltfreundlich, aus wiederverwerteten Buchstaben von weggeworfenen E-Mails geschrieben und ist digital voll abbaubar.

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von taddeo » Samstag 25. Februar 2012, 20:02

Grammi hat geschrieben:Aus eigener Erfahrung als Ministrant kann ich nur eines sagen: Mundkommunion im Knien, alles andere ist (schon aus rein praktischen Gründen) eine Katastrophe.
Aus eigener Erfahrung als Akolyth kann ich nur eines sagen, nämlich daß Du offenbar keine Ahnung hast. Egal ob Mund- oder Handkommunion, sub una oder sub utraque, ob im Stehen oder Knien - jede Situation läßt sich mit Würde, Ehrfurcht und Anstand meistern. Ich hatte, solang ich als Kommunionspender diene, noch nicht eine einzige "brenzlige" Situation, an der der Kommunikant schuld gewesen wäre.
Außerdem disqualifiziert Dich Dein dummes Geschwätz von Patenen-Watschen für den Job als Ministrant. Wenn Du mit der Patene nicht umgehen kannst, dann laß es bleiben und mach nicht die Gläubigen dafür verantwortlich.

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Melody » Samstag 25. Februar 2012, 20:03

Grammi hat geschrieben:Diese Vorschläge dienen vor allem der eigenen Sicherheit, weil sonst der ein oder andere Ministrant (wie zum Beispiel ich selbst) auf die Idee kommen könnte, die Patene mit etwas mehr Gewalt einzusetzen...
:erschrocken: :dudu:
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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Hubertus » Samstag 25. Februar 2012, 20:38

Nun seid mal nicht zu streng mit Grammi. :huhu:
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von taddeo » Samstag 25. Februar 2012, 20:40

Hubertus hat geschrieben:Nun seid mal nicht zu streng mit Grammi. :huhu:
Mit Ministranten kann man gar nicht streng genug sein, sonst wird nix aus denen - zumindest nix Gscheits.

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von ad-fontes » Samstag 25. Februar 2012, 21:43

holzi hat geschrieben:Lieber Grammi, du bist aiber heut wieder recht gereizt, kann das sein?
Hä, das ist doch einfach nur gut beschrieben!
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von ad-fontes » Samstag 25. Februar 2012, 21:44

taddeo hat geschrieben:
Grammi hat geschrieben:Aus eigener Erfahrung als Ministrant kann ich nur eines sagen: Mundkommunion im Knien, alles andere ist (schon aus rein praktischen Gründen) eine Katastrophe.
Aus eigener Erfahrung als Akolyth kann ich nur eines sagen, nämlich daß Du offenbar keine Ahnung hast. Egal ob Mund- oder Handkommunion, sub una oder sub utraque, ob im Stehen oder Knien - jede Situation läßt sich mit Würde, Ehrfurcht und Anstand meistern. Ich hatte, solang ich als Kommunionspender diene, noch nicht eine einzige "brenzlige" Situation, an der der Kommunikant schuld gewesen wäre.
Außerdem disqualifiziert Dich Dein dummes Geschwätz von Patenen-Watschen für den Job als Ministrant. Wenn Du mit der Patene nicht umgehen kannst, dann laß es bleiben und mach nicht die Gläubigen dafür verantwortlich.
Wenn du dem Grammi eine watscht, dann hau ich dir den CIC '83 um die Ohren.. ;D
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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von taddeo » Samstag 25. Februar 2012, 21:47

ad-fontes hat geschrieben:Wenn du dem Grammi eine watscht, dann hau ich dir den CIC '83 um die Ohren.. ;D
Er will ja mit der Patene Watschen verteilen, nicht ich. :dudu:

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Grammi » Sonntag 26. Februar 2012, 16:30

Also wer Ironie nicht erkennt, auch wenn sie einen förmlich anspringt, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Und dass mein ganzer Kommentar ironisch gemeint war, des war ja wohl mit etwas gutem Willen (oder etwas weniger bösem Willen?) durchaus zu erkennen.
Dass eine Patene nicht dazu da ist, Watsch zu verteilen ist mir, oh Wunder, durchaus bewusst.

Gruß
Grammi

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von taddeo » Sonntag 26. Februar 2012, 16:35

Grammi hat geschrieben:Also wer Ironie nicht erkennt, auch wenn sie einen förmlich anspringt, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Und dass mein ganzer Kommentar ironisch gemeint war, des war ja wohl mit etwas gutem Willen (oder etwas weniger bösem Willen?) durchaus zu erkennen.
Dann muß ich Dich für meine Antwort um Entschuldigung bitten.
Aber daß das irgendwie ironisch gemeint war, ist mir jedenfalls völlig entgangen.

(Leider scheine ich zuviele Texte zu lesen, in denen solche und ähnlich Aussagen ernstgemeint sind.)

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Grammi » Sonntag 26. Februar 2012, 17:46

Vielleicht hätte ich das auch besser kenntlich gemacht, in der Schrift ist eine Ironie ja immer schwerer zu erkennen, als in der direkten Kommunikation. Dass man über solche Aussagen, wenn man sie ernst nimmt, den Kopf schütteln muss, ist nur zu Verständlich.

Gruß
Grammi

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Seraph » Dienstag 28. Februar 2012, 13:57

taddeo hat geschrieben:
Grammi hat geschrieben:Aus eigener Erfahrung als Ministrant kann ich nur eines sagen: Mundkommunion im Knien, alles andere ist (schon aus rein praktischen Gründen) eine Katastrophe.
Aus eigener Erfahrung als Akolyth kann ich nur eines sagen, nämlich daß Du offenbar keine Ahnung hast. Egal ob Mund- oder Handkommunion, sub una oder sub utraque, ob im Stehen oder Knien - jede Situation läßt sich mit Würde, Ehrfurcht und Anstand meistern. Ich hatte, solang ich als Kommunionspender diene, noch nicht eine einzige "brenzlige" Situation, an der der Kommunikant schuld gewesen wäre.
Außerdem disqualifiziert Dich Dein dummes Geschwätz von Patenen-Watschen für den Job als Ministrant. Wenn Du mit der Patene nicht umgehen kannst, dann laß es bleiben und mach nicht die Gläubigen dafür verantwortlich.
(Die Ironie war für mich auch nicht erkennbar). . Es gibt übrigens gerade dabei auch eniges, was ein Kommunionspender unschön machen kann: etwa den Kommunikanten anschauen wie Schlangenbeschwörer, ob er nicht doch aufsteht und die Hände ausstreckt, oder den Leib Christi längs gegen die Lippen zu donnern oder auf die Zunge zu klatschen. Alles schon gehabt, wenig der Andacht zuträglich. Bei einem, der es immer so macht, kann ich halt nicht mehr kommunizieren.
Ein düsterer Seraph möchte wohl selbst den dreieinigen Gott erschrecken.
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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Moser » Montag 16. April 2012, 09:40

Bericht und Bilder einer Erstkommunion in der örtlichen Seelsorgeeinheit:

http://www.derwaldseeer.de/index.php?op ... Itemid=39

Auffällig: Die Erstkommunionkinder bekamen Mundkommunion (die Bilderstrecke weit genug klicken).

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Melody » Montag 16. April 2012, 09:58

Moser hat geschrieben:Auffällig: Die Erstkommunionkinder bekamen Mundkommunion (die Bilderstrecke weit genug klicken).
Das ist allerdings sehr ungewöhnlich, umso mehr, als Text & Fotos jetzt nicht den Anschein einer sonderlich konservativen Pfarrei erwecken. Die Gemeinde empfängt ja auch die HK, und es gibt auch eine Laienkommunionhelferin.

Vielleicht ist das der einzige Punkt, wo der Pfarrer dran festhält, wenn er schon bei allem anderen nachgeben muss?! :achselzuck:

Sinnvoll finde ich es auf jeden Fall.
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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Fridericus » Samstag 19. Mai 2012, 14:07


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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Melody » Samstag 19. Mai 2012, 18:00

:traurigtaps:

Aber wem muss man da eigentlich den Vorwurf machen?
Was läuft denn da verkehrt?
Wenn die Verwandtschaft schon keine Ahnung mehr hat, müsste wirklich viel größeres Gewicht auf die Kommunionkindervorbereitung gelegt werden. Aber da führen Blinde Blinde, und selbst wenn einer guten Willens wäre, könnte er doch eh nicht, wie er wollte, da es ja diese vorgefertigten Mappen gibt. :achselzuck: :/
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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von HeGe » Samstag 19. Mai 2012, 18:10

Das Problem ist: früher wussten solche Leute, wie die in dem Beitrag genannte Großmutter, dass sie von manchen Themen keine Ahnung haben und haben dann einfach die Fresse gehalten. Heute ist es leider umgekehrt und diejenigen mit dem geringsten Hintergrundwissen reißen die Klappe am Größten auf.
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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Hubertus » Samstag 19. Mai 2012, 18:49

HeGe hat geschrieben:Das Problem ist: früher wussten solche Leute, wie die in dem Beitrag genannte Großmutter, dass sie von manchen Themen keine Ahnung haben und haben dann einfach die Fresse gehalten. Heute ist es leider umgekehrt und diejenigen mit dem geringsten Hintergrundwissen reißen die Klappe am Größten auf.
Früher wußten die Leute sowas. Meine Großmutter hat meinem Vater, als der als Kind ministrierte, auch mal das Kommunizieren untersagt, als sie mitbekam, daß er in der Früh schon genascht hatte. Damals betrug die eucharistische Nüchternheit noch drei Stunden.
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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Seraphina » Samstag 19. Mai 2012, 22:45

Aber Fakt ist doch, dass die Kinder vermutlich nicht mal wissen, was eucharistische Nüchternheit bedeutet.

Also uns wurde das in der Katechese (beim Pfarrer persönlich) auch nicht beigebracht...
Si Deus nobiscum, quis contra nos?

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Grammi » Sonntag 20. Mai 2012, 00:06

Seit Mittwoch vor Christi Himmelfahrt gibt es auf meiner persönlichen Bestenliste der grässlichsten Möglichkeiten, die Kommunion zu empfangen, einen neuen ersten Platz:

Der Kommunizierende kniet an der Kummunionbank, hält dem Pfarrer die Hände hin, und anstatt die Kommunion dann mit der einen Hand aus der anderen zu nehmen und zu kommunizieren wird das Allerheiligste wie eine Portion Chips, mit verzerrtem Gesicht direkt aus der Hand gefre.... :panisch:

Wofür zum ... lauf ich mit der Patene neben dem Priester her, nur damit irgend so ein Genie meint, er müsse das Allerheiligste weiträumig auf seiner Kleidung und dem Boden verteilen?

Manchmal frag ich mich, ob sich bestimmte Personen irgendwas dabei denken, wenn sie so was produzieren. Wenn ich das Allerheiligste nicht berühren will, dann gibt es die Mundkommunion. Wenn ich kein Problem damit habe, dass Allerheiligste zu berühren, dann die Handkommunion. Aber das schlimmste aus zwei Welten zu vereinigen :vogel:

Gruß
Grammi

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von lifestylekatholik » Sonntag 20. Mai 2012, 00:31

Also, zu Zeiten, als die Mundkommunion noch nicht üblich war, wurde, wenn ich richtig informiert bin, der Leib Christi tatsächlich auf die Handfläche gelegt und dann ohne ihn mit den Fingern zu greifen direkt sumiert.

Vielleicht braucht es da aber auch einfach einen mutigen Priester? Als ich mal in Petersburg in’ner normalen Vorabendmesse war, hat der Priester meine ausgestreckten Hände tapfer ignoriert und mir den Leib Christi direkt in den Mund geschoben.

Ich war schwer beeindruckt. :D

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Raimund J. » Sonntag 20. Mai 2012, 00:45

lifestylekatholik hat geschrieben:Also, zu Zeiten, als die Mundkommunion noch nicht üblich war, wurde, wenn ich richtig informiert bin, der Leib Christi tatsächlich auf die Handfläche gelegt und dann ohne ihn mit den Fingern zu greifen direkt sumiert.

Vielleicht braucht es da aber auch einfach einen mutigen Priester? Als ich mal in Petersburg in’ner normalen Vorabendmesse war, hat der Priester meine ausgestreckten Hände tapfer ignoriert und mir den Leib Christi direkt in den Mund geschoben.

Ich war schwer beeindruckt. :D
Ähnliches konnte ich letzten Sonntag bei uns in der alten Messe auch beobachten (ich hab das nicht extra beobachtet, aber da ich recht weit vorne war, habe ich es halt gesehen). Die Frau kam als letzte an die Kommunionbank und schien etwas unsicher. Ich dachte vielleicht kann sie sich schlecht knien, da sie stehenblieb. Sie streckte die Hände hin, aber der Meßdiener hielt routiniert ohne zu zögern die Patene unter das Kinn und der Priester erteilte die Mundkommunion.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Melody » Sonntag 20. Mai 2012, 06:38

Grammi hat geschrieben:Der Kommunizierende kniet an der Kummunionbank, hält dem Pfarrer die Hände hin, und anstatt die Kommunion dann mit der einen Hand aus der anderen zu nehmen und zu kommunizieren wird das Allerheiligste wie eine Portion Chips, mit verzerrtem Gesicht direkt aus der Hand gefre.... :panisch:

(...) Aber das schlimmste aus zwei Welten zu vereinigen :vogel:
Wie Stylie schon sagte, war genau dies die Art der Kommunionspendung, bevor die Mundkommunion eingeführt worden war, allerdings hatte man seinerzeit wohl ein weißes Tuch auf der Hand.

Für mich war das im Jahr 2008 mal ein Kompromiss, als ich in einer Gruppenmesse war. Ich kann im Notfall damit leben, weil ich nicht zu den Leuten gehöre, die meinen, man dürfe Christus nicht berühren, aber was ich nie mehr in meinem ganzen Leben tun möchte und seit meiner ersten MK auch nicht getan habe, ist, Ihn mir selbst mit den Fingern zu nehmen.

Wo Du an diesem Verfahren was von "Chips" siehst, entzieht sich meinem Verständnis, Grammi.

Eigentlich verteilt man dabei auch keine Krümel?! :achselzuck:
lifestylekatholik hat geschrieben:Vielleicht braucht es da aber auch einfach einen mutigen Priester? Als ich mal in Petersburg in’ner normalen Vorabendmesse war, hat der Priester meine ausgestreckten Hände tapfer ignoriert und mir den Leib Christi direkt in den Mund geschoben.

Ich war schwer beeindruckt. :D
:D
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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Robert Ketelhohn » Sonntag 20. Mai 2012, 11:39

Melody hat geschrieben:
Grammi hat geschrieben:Der Kommunizierende kniet an der Kummunionbank, hält dem Pfarrer die Hände hin, und anstatt die Kommunion dann mit der einen Hand aus der anderen zu nehmen und zu kommunizieren wird das Allerheiligste wie eine Portion Chips, mit verzerrtem Gesicht direkt aus der Hand gefre.... :panisch:

(...) Aber das schlimmste aus zwei Welten zu vereinigen :vogel:
Wie Stylie schon sagte, war genau dies die Art der Kommunionspendung, bevor die Mundkommunion eingeführt worden war, allerdings hatte man seinerzeit wohl ein weißes Tuch auf der Hand.
Die Frauen; die Männer wuschen sich die Hände. (Jedenfalls im merowingischen Frankenreich.)
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von ad-fontes » Sonntag 20. Mai 2012, 14:28

Melody hat geschrieben:Wie Stylie schon sagte, war genau dies die Art der Kommunionspendung, bevor die Mundkommunion eingeführt worden war
Wobei die Materie (Enyzmen/Prosphora) diese Form der Aufnnahme nahelegt bzw. erleichtert. Ob das ein praktikables Verfahren bei den heute üblichen 'Hostien' ist, sei dahingestellt.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von taddeo » Sonntag 20. Mai 2012, 14:58

ad-fontes hat geschrieben:
Melody hat geschrieben:Wie Stylie schon sagte, war genau dies die Art der Kommunionspendung, bevor die Mundkommunion eingeführt worden war
Wobei die Materie (Enyzmen/Prosphora) diese Form der Aufnnahme nahelegt bzw. erleichtert.
Völlig richtig. Das bröselige Brot, das in den Ostkirchen als Antidoron gereicht wird, konsumiert man normalerweise genauso.
ad-fontes hat geschrieben:Ob das ein praktikables Verfahren bei den heute üblichen 'Hostien' ist, sei dahingestellt.
Es sieht auf jeden Fall sch**** aus, und erhöht die Würde des Konsumierens auf gar keinen Fall. Es wird schon seinen Grund haben, warum man seit Urzeiten davon abgekommen ist.

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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Juergen » Sonntag 20. Mai 2012, 15:27

taddeo hat geschrieben:…Es wird schon seinen Grund haben, warum man seit Urzeiten davon abgekommen ist.
Der Wandel zu im Westen heute üblichen Form wäre sicher eine eigene Untersuchung wert. So einfach ist die Sache sicher nicht. Einen gewissen Einfluß hatte wohl auch die Eucharistie- und Schaufrömmigkeit seit dem 11. Jh.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

Grammi
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Re: Mund- und Handkommunion II

Beitrag von Grammi » Sonntag 20. Mai 2012, 22:12

Wo Du an diesem Verfahren was von "Chips" siehst, entzieht sich meinem Verständnis, Grammi.

Eigentlich verteilt man dabei auch keine Krümel?! :achselzuck:
Die Assoziation hat sich geradezu aufgedrängt: Hand zum Mund, Klappe schön weit aufreißen und mit einem schon fast hörbarem Happs runter damit - Es tut mir Leid, aber so geht man nicht mit dem Allerheiligsten um.

Und die Krümelgefahr ist hier vielleicht falsch formuliert. Eher die Gefahr, dass alles zu Boden fällt. Und das wäre dann wohl schlicht und ergreifend wenig amüsant. Kurze Frage OT: Was macht man in so einem Fall?
lifestylekatholik hat geschrieben:
Vielleicht braucht es da aber auch einfach einen mutigen Priester? Als ich mal in Petersburg in’ner normalen Vorabendmesse war, hat der Priester meine ausgestreckten Hände tapfer ignoriert und mir den Leib Christi direkt in den Mund geschoben.

Ich war schwer beeindruckt. :D
Sowas kann dir aber auch passieren, wenn der Ministrant mit der Patene nicht zu hundert Prozent bei der Sache ist, gewohnheitsmäßig die Patene unter dein Kinn hält, und damit die Hände verdeckt. So kann der Priester gar nicht anders, als die Mundkommunion zu spenden. Naja, die junge Dame, die ich so letztens etwas in Verwirrung gestürzt habe, wirds schon überstehen :breitgrins:

Gruß
Grammi

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