Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

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Gamaliel
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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von Gamaliel » Montag 17. September 2012, 22:05

Schweizer "Pfarrei-Initiative" mit 90 Unterzeichnern

Daraus:
Auch in der Schweizer katholischen Kirche hat sich nach österreichischem Vorbild eine sogenannte "Pfarrei-Initiative" gebildet. Bislang 92 Seelsorger hätten sich der Initiative für Kirchenreformen angeschlossen.
Die "Pfarrei-Initiative Schweiz" wolle ein "Impuls zu mehr Ehrlichkeit" sein und unter den Schweizer Seelsorgern "benennen, was heute bereits Alltag" sei. Gemeint sei damit etwa die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion.
:narr:

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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von Gamaliel » Montag 17. September 2012, 22:09

Medienmitteilung der Pfarrei-Initiative

Daraus:
Über 90 katholische Seelsorgerinnen und Seelsorger der Schweiz haben sich bis Mitte September 2012 zusammengetan, um öffentlich zu machen, was in ihren Pfarreien «selbstverständlich» und «bewährte Praxis» ist: Alle Getauften nehmen an der Eucharistie teil, auch Christinnen und Christen anderer Konfessionen, Geschiedene, die wieder geheiratet haben, und Homosexuelle.

Theologisch gebildete Laien übernehmen Verantwortung für die Pfarreien, einschliesslich der Predigt, der Krankensegnung und der Versöhnung.
Bei Widersetzlichkeit einfach exkommunizieren, dann können die Betroffenen Initiative zeigen. :huhu:


Zur Homepage: Pfarrei-Initiative Schweiz


Die NZZ berichtet auch: Kirchlicher Ungehorsam als Regel

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Gamaliel
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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von Gamaliel » Donnerstag 20. September 2012, 17:49

Bischöfliche Wischiwaschi-Reaktion auf die "Pfarrei Initiative":

Einladung zum Gespräch
Die Bischöfe von St. Gallen, Chur und Basel haben die «Pfarrei-Initiative» zur Kenntnis genommen. Sie sind erstaunt, dass die Seelsorgerinnen und Seelsorger nicht das Gespräch gesucht haben, sondern mit einem Text direkt an die Öffentlichkeit gelangt sind. Die sogenannten «Selbstverständlichkeiten» sind keine gangbaren Wege, um die Pastoral verantwortungsvoll zu gestalten. Verantwortungsvolle Seelsorge geschieht immer in Zusammenarbeit und Einheit mit den Bischöfen und der Weltkirche. Deshalb laden die Bischöfe von St. Gallen, Chur und Basel die Initianten der «Pfarrei-Initiative» zu einem klärenden Gespräch ein.

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von Gamaliel » Donnerstag 20. September 2012, 17:53

Entgegnung der "Pfarrei Initiative":
In ihrer Einladung zum Gespräch bezeichnen die Bischöfe die Initiative als nicht gangbaren Weg. Heil weist darauf hin, dass die Initiative "keine Forderungen enthält. Würde sie das tun, dann könnten wir zurückkrebsen".

Weil die Initiative die "Realität" beschreibe, müssten die Bischöfe überlegen, wie "sie mit der Realität umgehen und nicht mit uns als Initiativkomitee". Wenn 200 Seelsorgende mit ihrer Unterschrift bezeugen, sie würden seit langem etwa mit der Erteilung der Kommunion für Wiederverheiratete kirchlich Rechtsbruch begehen, dann müsse man sich nicht mit der Initiative, sondern mit der Sache auseinander setzen, so Heil.
Da hat er recht.
"Wenn die Bischöfe meinen, dass jene Seelsorgende bestraft werden müssen, dann muss man sich fragen: Warum haben die Bischöfe dies nicht bereits vor zwanzig Jahren gemacht."
Eine gute Frage.

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Heinrich II
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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von Heinrich II » Donnerstag 20. September 2012, 18:24

Sehr interessant auch, dass es "Seelsorgende" und nicht Seelsorger sind.
Wer euch ein anderes Evangelium verkündet, als ihr angenommen habt, der sei verflucht. Geht es mir denn um die Zustimmung der Menschen, oder geht es mir um Gott?

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von civilisation » Samstag 24. November 2012, 20:41

Bischof Markus Büchel, treten Sie zurück!
=> http://www.katholisches.info/212/11/23 ... ie-zuruck/
Es geht um eine Frage der Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche. Papst Benedikt XVI. hat seit Beginn seines Pontifikats 77 Bischöfe abgesetzt. Markus Büchel sollte der nächste sein.
:klatsch:

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von cantus planus » Montag 26. November 2012, 12:04

Beschämend, dass auch ein gutes Portal wie dieses jetzt unreflektiert in den Rücktrittsblödsinn einstimmt. Ein Bischof kann nicht zurücktreten, wie es ein Politiker tut. Und es ist nicht Aufgabe der Gläubigen, ständig Rücktritte zu fordern, wie es die Opposition täte.

Der Heilige Vater müsste eine Entscheidung treffen, und er wird es nicht tun, weil objektiv kaum ein deutscher Bischof als "katholisch" zu bezeichnen ist...
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‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von HeGe » Montag 3. Dezember 2012, 11:33

Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von HeGe » Donnerstag 13. Juni 2013, 12:51

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von HeGe » Dienstag 16. Juli 2013, 13:55

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von HeGe » Freitag 25. Oktober 2013, 13:45

kath.net hat geschrieben:Bistum Chur geht zum Verwaltungsgericht

Eine staatskirchenrechtliche Körperschaft unterstützt mit den Geldern der Gläubigen eine "Familienberatungsstelle", die Abtreibung unterstützt. Das Bistum Chur wehrt sich dagegen [...]
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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von HeGe » Montag 5. Mai 2014, 15:31

'Konservativ' und 'zurück in zentralistische Strukturen'

Der Vorsitzende der Schweizer Bischofskonferenz scheint von der Heiligsprechung Johannes Pauls II. nicht begeistert.
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Exilfranke
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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von Exilfranke » Montag 5. Mai 2014, 19:06

http://www.kipa-apic.ch/index.php?na=, ... &ki=241577

Zur Renovierung der Kathedrale von Solothurn und St. Gallen. Wahnsinn, was für eine Diskussion. Das ist argumentativ und gedanklich so weit weg von meinem katholischen Lebensalltag und meinem Glauben, dass ich mich frage, was mich mit diesen Brüdern und Schwestern in Christus überhaupt verbindet. Nie, nie, nie hätte ich es für möglich gehalten, dass Brüder und Schwestern in Christus sich an der Sakralität einer Kirche stören könnten. Oder das ein Altar als trennend empfunden wird. Ich kann mich in diese Gedanken nicht mal mit aller Mühe hineinversetzen, bei aller Empathie, geht nicht. Mir kommt es vor, wie ein einziger, riesiger, geistiger clusterfuck (mea culpa). Am Altar findet die Wandlung statt, welcher, wenn nicht dieser Platz sollte heilig sein? Wahn.
Hätte ich von solchen Eskapaden und Kapriolen vor meiner Konvertierung gehört, ich hätte mir mit ratlosem Blick an den Kopf gefasst. Heute, mit all dem Wissen über das Vat. II. und dem Missbrauch mit dem Konzilsgeist, kann ich nur mehr den Kopf schütteln, über so viel Sturheit. Ich bin wahrlich kein Tradi, war vielleicht zwei Mal in einer außerordentlichen Messe, aber diese Diskussion rund um einen Altar, der "zu sakral" daherkommt ist doch nicht mehr zu überbieten. Ich bin 27 Jahre alt und alles andere als von gestern und kein Kind von Traurigkeit. Und ich sage: Schluss damit. Weg mit dem Mief und dem konziliaren Filz. Das ist für mich keine Umarmung. Keine Einladung. Keine Spiritualität. Und keine Transzendenz. Das stößt mich einfach nur ab, befremdet mich und ist mir ein Stück weit peinlich.
„Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen.“ - Aurelius Augustinus.

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Siard
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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von Siard » Montag 5. Mai 2014, 20:03

Bei der Lektüre solcher Artikel bekomme ich Verständnis für den Ausdruck "V2-Sekte". :pfeif:

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Exilfranke
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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von Exilfranke » Montag 5. Mai 2014, 20:11

Siard hat geschrieben:Bei der Lektüre solcher Artikel bekomme ich Verständnis für den Ausdruck "V2-Sekte". :pfeif:
Ist das noch katholisch? Oder ist das AUCH katholisch? Ehrlich gesagt erinnert mich das alles mehr an angegreiste und piefige Vereine oder Clubs mit etwas rituellem und dientitätsstiftenden KlimmBimm, als an eine Kirche. Die wollen halt in einer in Solidarität miteinander verbundenen Gruppe, bzw. Gemeinschaft um nen Tisch stehen und ein Stück Brot haben. Gut, aber vielleicht sollte man denen mal sagen, dass das im Restaurant viel bequemer und abwechslungsreicher geht. Warum muss für solche profanen Get-Togethers die Kirche benutzt werden? Und welcher Sinn steht dahinter? Gemeinschaft haben, Gemeinde sein? Für was denn? Kann ich auch ohne Jesus. Dazu braucht es keine Kirche. Das wirkt alles sehr egoistisch.
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Gallus
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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von Gallus » Montag 5. Mai 2014, 23:12

Der St. Galler Umbau droht eine Katastrophe zu werden. Da hat man eine wunderschöne Kathedrale, und man verhunzt sie völlig, indem man einen absoluten Fremdkörper in den Altarraum setzt. Das "Provisorium" ist sicher auch keine Schönheit, aber jetzt wird es endgültig besiegelt: Der Chorraum wird ein Museum, und vor dem Altargitter trifft man sich eben, wie Exilfranke richtig schreibt, um sich ein Stück Brot abzuholen. Mit tut das wirklich weh, weil ich zu dieser Kirche eine lange Beziehung habe und sie für mich immer ein sehr spezieller Ort war.

Man kann doch z.B. im Kölner Dom sehen, wie man es richtig macht. Da wird der Chorraum weiter genutzt, und gelegentlich (zumindest an Dreikönig) wird auch am Hochaltar zelebriert. Keine störrische Ideologie, sondern eine pragmatische Nutzung von dem, was da ist. Aber von progessistischen Ideologen wie dem St. Galler Bischof kann man eine derartige Offenheit natürlich nicht erwarten.

ad_hoc
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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von ad_hoc » Dienstag 6. Mai 2014, 01:04

Exilfranke hat geschrieben:
Siard hat geschrieben:Bei der Lektüre solcher Artikel bekomme ich Verständnis für den Ausdruck "V2-Sekte". :pfeif:
Ist das noch katholisch? Oder ist das AUCH katholisch? Ehrlich gesagt erinnert mich das alles mehr an angegreiste und piefige Vereine oder Clubs mit etwas rituellem und dientitätsstiftenden KlimmBimm, als an eine Kirche. Die wollen halt in einer in Solidarität miteinander verbundenen Gruppe, bzw. Gemeinschaft um nen Tisch stehen und ein Stück Brot haben. Gut, aber vielleicht sollte man denen mal sagen, dass das im Restaurant viel bequemer und abwechslungsreicher geht. Warum muss für solche profanen Get-Togethers die Kirche benutzt werden? Und welcher Sinn steht dahinter? Gemeinschaft haben, Gemeinde sein? Für was denn? Kann ich auch ohne Jesus. Dazu braucht es keine Kirche. Das wirkt alles sehr egoistisch.
Ich verstehe Dich gut, Exilfranke.
Was mich anbelangt, so gebe ich mir zwischenzeitlich keine allzu große Mühe mehr, für diese modernen Kirchenchaoten irgendeine Art von Verständnis und Toleranz entgegen zu bringen, Da helfen nur klare Worte und klare Entscheidungen der Bischöfe, und vor allem des Papstes.
Wer aber erwartet ausgerechnet dies von den Bischöfen und dem Papst? Keiner. Ich am allerwenigsten. Und eben deshalb machen sich diese mitschuldig an der weiteren Zerstörung von Kirche und Lehre.

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von Exilfranke » Dienstag 6. Mai 2014, 08:19

Von diesem ganzen Kulturkampf habe ich vor meiner Konvertierung gar nix mitbekommen und bin inzwischen recht erschüttert und desillusioniert, was den Zustand der Kirche, gerade im deutschsprachigen Raum angeht. Aber die Schweiz ist ja noch ärger, wenn ich mir das so angucke. Und das schmerzt mich, vor allem, weil das wenig bis garnichts mit der Kirche zu tun hat, die ich lieben gelernt habe, und die mein Herz berührt hat. Für mich ist das Gefühl "Gemeinschaft am Altar" zu haben auch absolut zweitrangig, ich habe außerhalb der Kirche einen großen Freundeskreis. Für mich zählte immer die persönliche Begegnung mit Christus. Auch irritiert mich die Schärfe in der Diskussion und die verfestigten Fronten. Es ist doch gar kein Problem, einen Altarraum so zu gestalten, dass sowohl am Volksaltar, als auch am Hochaltar zelebriert werden kann. Aber es ist wohl naiv anzunehmen, dass hier Kompromisse zu erwirken sind. Dafür fehlt einfach schon jedes Verständnis des Altarsakraments.

Ich habe gerade ein Video gesehen, in dem Leute die Kirche während der Ostermesse verlassen haben, weil Bischof Koch die Interkommunion untersagt hat. Ja also, wie heftig das ist. Man geht doch nicht zum gemeinsamen Essen in die Kirche, sondern wegen Gott. Ich glaube, ich habe deutlich genug gemacht, wie unverständlich diese Sichtweise auf Glaube und Kirche für mich ist. Und es kränkt mich, der Kulturkampf. Von beiden Seiten. Diese Hartherzigkeit. Sie macht mich selber hartherzig.
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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 6. Mai 2014, 10:12

Der Zustand in der Schweiz ist nicht schlimmer , sondern die Schweiz ist einfach
weiter, alles nur eine frage der Zeit

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von overkott » Mittwoch 7. Mai 2014, 12:43

Die Schweiz sollte verhüten, dass moralische Werte wie Ehe und Zölibat nicht verschleudert werden. Der Markus steht da in hoher Verantwortung.

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von Mary » Mittwoch 7. Mai 2014, 15:50

Der Zustand in der Schweiz
Bitte auch nicht vergessen, dass es DIE Zustände in der Kirche der Schweiz nicht gibt. Es sind grosse Unterschiede zwischen bsp. dem Bistum St. Gallen und der Innerschweiz, oder dem Kanton Zürich und dem Kanton Wallis.....
Who is so great a God as our God? You are the God who does wonders!

Caviteño
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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von Caviteño » Sonntag 25. Januar 2015, 04:47

Schweizer Muslime fordern, den Islam als Landeskirche anzuerkennen. In diesem Zusammenhang wird auch über den Status der kath. Kirche diskutiert:
Die muslimische Bevölkerung in der Schweiz wächst, mehr als 4 Menschen islamischen Glaubens leben hier. Doch als Landeskirche ist der Islam nicht anerkannt. Nach den Anschlägen von Paris plädieren Schweizer Muslime für eine Anerkennung: Damit liesse sich die Radikalisierung von Jugendlichen besser bekämpfen. Eine Anerkennung würde ihnen erlauben, bei Muslimen Steuern zu erheben, die für Gemeindearbeiten eingesetzt werden könnten.
Skeptisch reagiert Martin Grichting. Der Generalvikar im Bistum Chur sagt: «Wie sollen sich die nach ihrem Glaubensverständnis organisierten Muslime in ein demokratisches System integrieren? Das gibt nur Krach.»
(...)
Grichting sagt: «Die ehemalige Volkskirche war die Basis für die aktuelle staatskirchliche Struktur. Doch diese kann man nicht allen Religionen aufzwingen.» Sie sei der Religionsvielfalt in der Schweiz nicht mehr gewachsen. Die Landeskirchen hätten ausgedient. Die Realität verlange neue Strukturen. Unüberhörbar ist in diesen Worten auch Grichtings eigene Absicht. So schwebt ihm seit längerem statt einer Volkskirche eine kleinere Glaubensgemeinschaft mit treuer Gefolgschaft vor.
Den beiden Landeskirchen laufen die Gläubigen in Scharen davon. Allein 213 sind schätzungsweise 4 Gläubige aus der reformierten und der katholischen Kirche ausgetreten. Heute gehören noch rund vier Millionen Gläubige den beiden Kichen an. Irgendwann, glaubt Grichting, wird mehr als die Hälfte der Steuerzahler in der Schweiz konfessionslos sein. Dafür gibt es mehr Freikirchler und Muslime. Ist es dann noch legitim, dass der Staat den Kirchen hilft, Steuern zu erheben? «Nein», sagt Grichting. Für ihn steht fest: Die Kirchensteuern gehören abgeschafft.
http://www.schweizamsonntag.ch/ressort/ ... ft_werden/

Die Probleme ähneln sich in Europa.

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von Caviteño » Freitag 12. Februar 2016, 07:21

Kantonalkirchen empören sich über den Nuntius

Einige Gruppen haben sich sogar an den Bundesrat (=Regierung) gewandt und eine Ablösung des Nuntius gefordert...... Sein "Vergehen":
Noch kein halbes Jahr ist der neue Botschafter des Papstes im Amt, und bereits hat Erzbischof Thomas Gullickson weite Kreise der katholischen Kirche in Aufruhr versetzt. So empfiehlt der Kirchenmann, Pfarreien einfach zu schliessen, die gegenwärtig keinen Priester haben, wie dies in seiner Heimat USA erfolgreich gemacht werde. Für Empörung sorgt in liberalen Kreisen auch Gullicksons über sein Blog verbreitete Empfehlung für eine Neuübersetzung der ultramontanen Kampfschrift «Liberalismus ist Sünde» .
Nicht zur Beruhigung beitragen dürfte, dass Gullickson jüngst einen Artikel twitterte, in dem Kardinal Juan Luis Cipriani Thorne die Uno als «Herodes mit Krawatte» bezeichnet. Der Erzbischof von Lima reagierte damit auf die Aufforderung der Vereinten Nationen, dass die vom Zikavirus betroffenen Staaten die Tötung ungeborener Kinder erlauben sollten.

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 12. Februar 2016, 13:21

wenn das dem hl. vater zu ohren kommt ist der Nuntius weg und in der Diplomaten Abteilung des Staatsekretariats spielts Granada

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 9. März 2016, 06:12

Die Zürcher Katholiken möchten unabhängig werden und ein eigenes Bistum haben. Bischof Huonder hat eine Umfrage gestartet:
Aber der Bischof will genauer wissen, wie die Stimmung in seinem Bistum ist. In einer Umfrage, die er lanciert, sollen sich deshalb die rund 9 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums dazu äussern, wie sie sich zur Abspaltung der Zürcher Kirche vom Bistum Chur stellen. Befragt werden alle Seelsorger, Kadermitarbeiter der Kirche, die Ordensgemeinschaften und die Präsidenten der Kirchenpflegen.
Der Bischof wolle sich ein Bild über die Stimmung im Bistum machen, begründet Vitus Huonders Sprecher Giuseppe Gracia die Initiative auf Anfrage. Schliesslich sei es bei jedem «change management» essenziell, die Positionen der Betroffenen zu kennen. Die Mitarbeiter der Kirche hätten sich bisher noch nie zum Thema äussern können. Das Vorgehen sei mit dem apostolischen Nuntius, Erzbischof Thomas Gullickson, abgesprochen.
http://www.nzz.ch/zuerich/aktuell/doch- ... en-ld.6338

Aufgrund des hohen Ausländeranteils der Zürcher Katholiken sucht man einen "Secondo-Bischof". So werden in der Schweiz die Kinder von Migranten genannt, selbst wenn sie eingebürgert sind.

Ähnliche Bestrebungen sind auch im Raum Genf zu beobachten.
Im Bistum Lausanne/Genf/Freiburg sind ähnliche Bestrebungen im Gang. Die Stadt Genf soll abgetrennt und zu einem eigenen Bistum gemacht werden. Bischof Charles Morerod hat im vergangenen Jahr erste Schritte in diese Richtung eingeleitet.
http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/sp ... 1.1878198

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 9. März 2016, 08:52

eine durchaus vernünftige Lösung

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von HeGe » Dienstag 3. Januar 2017, 13:59

kath.net hat geschrieben:Skurrile Kirchenratswahl in Luzern

„Diese Wahl hat mir gezeigt, wie weit sich die römisch-katholische staatskirchenrechtliche Körperschaft der Stadt Luzern von der katholischen Kirche entfernt hat.“ Gastkommentar von Philipp Wilhelm (Präsident von „Pro Ecclesia“/Zentralschweiz) [...]
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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von Niels » Dienstag 3. Januar 2017, 14:35

Völlig krank, das Ganze.
Da hilft wohl nur noch der irdische Rechtsweg, um dem göttlichen Recht zum Durchbruch zu verhelfen.
Surrexit Christus spes mea

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von Dieter » Dienstag 3. Januar 2017, 16:29

Die Schweiz ist reformiert geprägt. Dadurch sind die Schweizer nicht so obrigkeitshörig wie die lutherisch geprägten Deutschen. (In Genf geht man über den Zebrastreifen, wenn kein Auto kommt; in Deutschland wartet man auch nachts um 3 Uhr an einem Zebrastreifen, auch wenn weit und breit keine Fahrzeuge zu sehen sind.)

Dieses Denken hat auch Auswirkungen auf die katholischen Schweizer, so wie die lutherische Prägung Deutschlands auch Auswirkungen auf die deutschen Katholiken hat.

Die großen Konfessionen beeinflussen sich gegenseitig - in der Schweiz, in den Niederlanden und auch in Deutschland.

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von RomanesEuntDomus » Dienstag 3. Januar 2017, 17:39

Dieter hat geschrieben:Die Schweiz ist reformiert geprägt. ...
Danke. Du hast mir gerade, unbeabsichtigt wahrscheinlich, etwas auf die Sprünge geholfen. (Kein Witz!)

OT
Erklärung: Neulich ist mir ein Buch über Eugenik (Verhinderung erbkranken Nachwuchses, "Rassenhygiene", Zwangssterilisationen usw.) in die Hände gefallen, und ich habe mich gefragt, warum diese größenwahnsinnigen Zuchtmethoden im 20. Jahrhundert innerhalb Europas ausschließlich in Mitteleuropa und in allen skandinavischen Ländern, dagegen praktisch gar nicht in Süd- und Osteuropa, praktiziert wurden. Ausgerechnet in der Schweiz am längsten, dort wurden Kastrationen teilweise mit hochdosierter Röntgenstrahlung durchgeführt, und zwar bis weit in die 1980er.

Jetzt ist es mir sonnenklar: Eugenik war nur in protestantisch geprägten Ländern mehrheitsfähig, in reformierten noch mehr als in lutherischen, dagegen weniger bis gar nicht in katholischen oder orthodox geprägten.

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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von HeGe » Donnerstag 9. Februar 2017, 13:35

kath.net hat geschrieben:Nuntius ließ sich nicht überzeugen – 'Die Delegation ist schockiert'

Allianz „Es reicht“ teilt nach Gespräch mit Nunitus Gullickson mit: ‚Die sehr pessimistische und einseitige Sicht Gullicksons von der Kirche Schweiz hat die Gesprächsdelegation regelrecht erschreckt‘.“

Chur (kath.net) Der Nuntius in der Schweiz, Thomas E. Gullickson lehnt die Einsetzung eines Administrators für das Bistum Chur ab, obwohl sich eine Delegation der Allianz „Es reicht“ in einem Zweistundengespräch mit ihm dafür eingesetzt und ihm eine Petition überreicht hat. [...]
Nein! Dieser Verbrecher! Dass er nicht einfach Bischof Huonder absetzt und dass obwohl die Allianz "Es reicht" (wer kennt sie nicht?) es gefordert hat! Wie kann er nur!? :D

Scheint jedenfalls ein vernünftiger Mann zu sein, mit einem realistischen Blick auf die Schweizer Kirche.
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Re: Kirche in der Schweiz und ihre Sonderwege... ;(

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 9. Februar 2017, 13:39

ich könnte mir vorstellen das der Hw Herr Nuntius bald eine Weisung von Kardinal Parolin bekommt oder einfach der Rücktritt des Bischofs von Chur einfach am 21. April angenommen wird

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