"Religionsunterricht"?

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martin v. tours
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von martin v. tours » Mittwoch 6. Juli 2011, 18:56

@ overkott
Das ist mir auch positiv aufgefallen :daumen-rauf:
Kotti geht auf Fragen ein!
Bisher kannte ich nur die Variante, wenn`s eng wird -gar nicht antworten oder Nebelkerze in andere Richtung abschiessen.
Ich meine das Kompliment ehrlich.

martin v. tours
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

ad_hoc
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von ad_hoc » Donnerstag 7. Juli 2011, 01:45

Traurig, dass man heutzutage der Auffassung ist, etwas als besonders erwähnenswert hervorheben zu müssen, was eigentlich grundsätzlich als vorausgesetzt betrachtet bzw. als gegeben erachtet werden müsste.

Gruß. ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

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Yeti
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Yeti » Montag 26. September 2011, 16:51

Vielleicht aus aktuellem Anlass der Papstreise interessant für diesen thread: "Religionsunterricht an deutschen Schulen", eine Diskussionssendung im Deutschlandfunk.
#gottmensch statt #gutmensch

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overkott
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von overkott » Montag 26. September 2011, 19:37

ad_hoc hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
ad_hoc hat geschrieben:Man kann nur hoffen, dass Overkott überhaupt keinen Einfluss auf irgendwelche Kreise besitzt; seine Ansichten und Aussagen könnten rein gefühlsmäßig zu 95 % den Glauben derjenigen Menschen schwächen, die nicht stark genug sind, wenn sie sich mit ihm konfrontiert sehen und sie ihn unverständlicherweise auch noch ernst nehmen.

Gruß, ad_hoc
Lieber ad_hoc, du hältst Glauben offenbar für unvernünftig.......
Hallo Overkott
Abgesehen davon, dass es das erste Mal ist, dass es mir auffällt, dass Du Dich regelrecht verteidigst bzw. Erklärungen zu Deiner ersten Aussage nachreichst, macht es mich regelmäßig platt, wie Du trotz größter und gröbster Vorwürfe unterschiedlichster User ganz ganz selten Nerven zeigst und stattdessen Ruhe und Höflichkeit beachtest. Nicht dass ich dies als ein Grundprinzip Deines Wesens erachten würde, wirklich nicht. Aber ich halte Dich für jemanden, der mit psychologischen Tricks ab und an auch mal umzugehen weiß. Aber eines erreichst Du in jedem Fall: Ich werde direkt sanftmütig, vielleicht auch nur deshalb, weil ich dann gerne in väterlichem Tone belehren möchte, auch wenn ich weiss, dass Belehrungen, oftmals gerade aus einer Trotzhaltung heraus, nicht gerne angenommen werden.
;)
Aber zu Deiner Feststellung, wonach ich Glaube offenbar als unvernünftig erachten würde.
Woraus ist dies zu schließen?
Darüber hinaus habe ich mich bereits mehrmals dahingehend geäußert, dass Glaube und Vernunft sich keinesfalls ausschließen, sondern einander bedingen.
"Louis, ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft."

Ich glaube auch, dass wir dem Herrn trauen dürfen, wenn er der Schöpfungsgeschichte entsprechend Gott als den Guten bezeichnet und Gottes Liebe in der Nächstenliebe verwirklicht sieht. Wer das versteht, dem offenbart sich die Herrschaft Gottes und alles andere wird ihm dazu geschenkt. Dann fällt vom Glauben alles Negative ab.

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Melody
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Melody » Donnerstag 27. Oktober 2011, 08:44

Gestern hat mir eine Erstklässlerin ihren kompletten bisherigen Schulordner gezeigt... da waren erste Lese- und Schreibübungen, erste Übungen zur Mengenlehre... und dann war da ein Blatt mit einem ausgemalten Dinosaurier.

Sie sagte, das war (katholische) Religion, da hätten sie über Dinosaurier gesprochen.

Ich fragte sie, warum sie denn in Religion über Dinosaurier gesprochen hätten.
Sie antwortete nur, das wisse sie doch nicht, das sei halt so gewesen.

Einige Blätter weiter kam ein vergleichbares Blatt mit einer großen ausgemalten Katze.
Sie sagte, in dieser Religionsstunde hätten sie über Katzen gesprochen.

Ist Religion in der ersten Klasse sowas wie Biologie?! :achselzuck:
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taddeo
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von taddeo » Donnerstag 27. Oktober 2011, 09:11

Melody hat geschrieben:Gestern hat mir eine Erstklässlerin ihren kompletten bisherigen Schulordner gezeigt... da waren erste Lese- und Schreibübungen, erste Übungen zur Mengenlehre... und dann war da ein Blatt mit einem ausgemalten Dinosaurier.

Sie sagte, das war (katholische) Religion, da hätten sie über Dinosaurier gesprochen.

Ich fragte sie, warum sie denn in Religion über Dinosaurier gesprochen hätten.
Sie antwortete nur, das wisse sie doch nicht, das sei halt so gewesen.

Einige Blätter weiter kam ein vergleichbares Blatt mit einer großen ausgemalten Katze.
Sie sagte, in dieser Religionsstunde hätten sie über Katzen gesprochen.

Ist Religion in der ersten Klasse sowas wie Biologie?! :achselzuck:
Normalerweise nicht. Ich weiß nimmer, was meine Kinder in der ersten Klasse in Reli gemacht haben. Die hatten bis zur vierten Klasse den Pfarrer als Religionslehrer.
Ich kann mir vorstellen, daß das irgendwie im Zusammenhang mit dem Thema "Schöpfung" oder so steht. Bei den Erstklässlern muß man ja im Wortsinne "bei Adam und Eva" anfangen und zuerst total niederschwellige Ansätze wählen, weil man ja nix voraussetzen kann heutzutage.

Wenzel
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Wenzel » Donnerstag 27. Oktober 2011, 09:26

Melody hat geschrieben:Gestern hat mir eine Erstklässlerin ihren kompletten bisherigen Schulordner gezeigt... da waren erste Lese- und Schreibübungen, erste Übungen zur Mengenlehre... und dann war da ein Blatt mit einem ausgemalten Dinosaurier.

Sie sagte, das war (katholische) Religion, da hätten sie über Dinosaurier gesprochen.

Ich fragte sie, warum sie denn in Religion über Dinosaurier gesprochen hätten.
Sie antwortete nur, das wisse sie doch nicht, das sei halt so gewesen.

Einige Blätter weiter kam ein vergleichbares Blatt mit einer großen ausgemalten Katze.
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Ist Religion in der ersten Klasse sowas wie Biologie?! :achselzuck:
Da bekommt mein Neffe und meine Nicht im Kindergarten schon deutlich mehr "Religion". - Da gibt es in jeder Woche eine Stunde mit dem Pfarrer. Der liest dann eine religiöse Geschichte vor, oder es wird die Kirche besucht, Kinderlieder mit religiösem Inhalt gesungen und ähnliches. - Im Moment halt in Bezug zu Sankt Martin.
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Yeti » Donnerstag 27. Oktober 2011, 17:11

Melody hat geschrieben:Gestern hat mir eine Erstklässlerin ihren kompletten bisherigen Schulordner gezeigt... da waren erste Lese- und Schreibübungen, erste Übungen zur Mengenlehre... und dann war da ein Blatt mit einem ausgemalten Dinosaurier.

Sie sagte, das war (katholische) Religion, da hätten sie über Dinosaurier gesprochen.

Ich fragte sie, warum sie denn in Religion über Dinosaurier gesprochen hätten.
Sie antwortete nur, das wisse sie doch nicht, das sei halt so gewesen.

Einige Blätter weiter kam ein vergleichbares Blatt mit einer großen ausgemalten Katze.
Sie sagte, in dieser Religionsstunde hätten sie über Katzen gesprochen.

Ist Religion in der ersten Klasse sowas wie Biologie?! :achselzuck:
Hier in Rheinland-Pfalz gibt's in der ersten Klasse noch gar keine Religion. Erst ab der zweiten Klasse dürfen die Eltern zwischen Reli und Ethik wählen. Und Reli wird interkonfessionell erteilt. Finde ich allerdings auch besser, da werden die Freundschaften nicht auseinandergerissen und so wie der Reli-Unterricht heut oft ist, ist das eh' wurscht. Das mit Katzen und Dinosauriern kann aber auch ein Hinweis auf das Stundenziel sein, z.B. die Frage "welche Tiere ihr mögt" (--> Schöpfung!). Ist zwar kein sensationeller Einstieg, aber ok.
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Melody » Donnerstag 27. Oktober 2011, 17:21

Naja, ich selbst kann mich natürlich auch nicht mehr an meine allerersten Relistunden (damals evangelisch) erinnern, aber ich meine, wir hätten von Anfang an ab der 1. Klasse Geschichten von Jesus gehört... nur so kam ich überhaupt zum Glauben als solches...

Das mit der Schöpfungsgeschichte und Dinosauriern hatten wir in der 3. Klasse... da hatten wir auch malen müssen, wie die Abfolge war, was vor x Millionen Jahren passierte usw...

Ich hab das hingenommen und als Unterrichtsstoff akzeptiert, es änderte nichts an meinem Glauben an Gottes 6 Schöpfungstage. Ich meine, es sei damals so gewesen, dass es auch nicht als Diskrepanz hingestellt wurde.
Aber wie gesagt, sowas kam bei uns erst in der 3. Klasse.
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Clemens
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Re: Ärger, Frust, usw.

Beitrag von Clemens » Dienstag 7. Februar 2012, 10:02

ChrisCross hat geschrieben: :ikb_taz: Religionsunterricht :kotz:
Was hat er dir denn getan, der pöse Relilehrer? :streichel:

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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Wenzel » Dienstag 7. Februar 2012, 13:16

Nach ewigen Zeiten habe ich heute Morgen einen Schulkollegen wiedergetroffen. (Manno sind wir alt geworden ;) – das habe ich dann mal zum Anlass genommen mir die Homepage unserer alten Schule anzusehen. Da hat sich echt viel getan und fast alle unsere Lehrer sind natürlich auch schon in Pension, so daß auf den Bildern niemand bekanntes mehr auftaucht.
Ausser unserer Reli-Lehrerin, und das ist so richtig schrecklich. Reli-Lehrerin, (Anhängerin von Drewermann, Ranke-Heinemann, Dorothee Sölle und so) darf immer noch unterrichten :panisch: und nicht nur das, sie hat es tatsächlich geschafft den wöchentlichen Schulgottesdienst zu eliminieren, der ihr zur damaligen Zeit (80er Jahre) ein extrem großer Dorn im Auge war. :erschrocken:
Schön schaurig allerdings die (fingierte) Begründung. Der damalige Kaplan, in der Pfarrei die Schule lag ist versetzt worden. Ja, und zwar Mitte der 80er Jahre. Von den drei erwähnten anderen Religionslehrerinnen wegen denen angeblich kein Schulgottesdienst stattfinden kann ist eine in den 80er Jahren tödlich verunglückt und zwei Ende der 80er Jahre auch schon pensioniert worden (eine der beiden ist auch bereits verstorben).

Im Angebot jetzt ökumenische Schulgottesdienste zu besonderen Anlässen. -- Die Schulgottesdienste Montags in der ersten Schulstunde waren nicht Pflicht, aber immer gut besucht und zwar nicht nur von den Schülern sondern auch von den Lehrern und der Direktorin der Schule. Vielleicht waren die Schüler eines Kleinstadtgymnasiums in den 80er Jahren auch einfach anders als heute. -- Da wir heute morgen auch über die besagte Reli-Lehrerin gesprochen hatten - der Sohn meines Schulkollegen hat diese Lehrerin im Unterricht - viel uns ein, wie wir den Arbeitsauftrag "Schreibe einen bestimmten Teil der Bibel in unsere Sprache um" und wir damals dann eine Allioli Bibel genommen und daraus einfach abgeschrieben haben. Das kam mal garnicht gut. :kugel:
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Seraphina
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Seraphina » Dienstag 7. Februar 2012, 20:03

Oh, über Schulgottesdienst wollen wir gar nicht reden...

Also als ich damals in der sechsten Klasse auf meine jetzige Schule gekommen bin, war es für mich selbstverständlich, zum Schulgottesdienst kurz vor Weihnachten (wir haben nur zwei im Jahr: einen vor Weihnachten und einen am Ende des Schuljahrs) zu gehen. Damals als einzige aus meiner Klasse.
Der war damals in der katholischen Kirche um die Ecke.
Das war aber das grausigste, das ich bis dato je erlebt hatte (bzw. was vergleichbares kann ich mir immernoch nicht vorstellen): Natürlich war der Schulgottesdienst von den Reli-Lehrern gestaltet, zusammen mit Schülergruppen. Aber das Verhalten der Mitschüler war das Schlimmste: ein Großteil der Schüler rannte in der Kirche rum, turnte auf den Sitz- und Kniebänken herum, warf Zettel durch die Gegend, aß Chips, stellte die Füße auf die Bänke, machte Hausaufgaben oder schrieb sie ab, schrie durch die ganze Kirche; am Eingang bekreuzigten sich einige katholische Schüler mit Weihwasser, wurden dafür von ihren evangelischen (?) Mitschülern ausgelacht, die wiederum irgendwelchen Mist damit machen wollten, dann aber von den katholischen Schülern weggeschubst wurden...
...die Lehrer haben geflissentlich weggeschaut und die ganze Zeit nichts dazu gesagt... :(
Das fand ich schon damals, als ich noch so richtig neuapostolisch war und absolut gar nichts mit der katholischen Kirche zu tun hatte, so schrecklich, dass ich daraufhin erstmal keinen Schulgottesdienst mehr besucht habe, ich hatte das Gefühl, ich könne das kein zweites Mal aushalten...

(Später fand ich heraus, dass unsere Schule danach die Schulgottesdienste bis dieses Jahr vor Weihnachten nie wieder in besagter Kirche veranstaltet hat, sondern in der evangelischen ein paar Meter weiter...aber okay, da werden auch Tanzkurse drin gehalten...)

Jedenfalls seit der achten Klasse gehe ich wieder zu unseren Schulgottesdiensten, aus dem einfachen Grund, dass die Fünft- bis Siebtklässler nur in der Kirche sind, die achte bis dreizehnte Klasse allerdings ihren Schulgottesdienst in der Aula der Schule hat und ich mir damals dachte, wenn da alle Blödsinn machen, ist das nicht ganz so schlimm, außerdem war ich einfach neugierig und Schulgottesdienst gehört halt eigentlich für mich auch dazu...

Das ist aber nicht viel besser: Unsere Themen sind immer politisch korrektes Klimaerwärmungs-, Auschwitz-, China-, Kinderarbeits- und Ökumenegeschwätz ohne großen Inhalt und mit Gott hat das meist nichts zu tun. Unsere Reli-Lehrer gestalten die immer zusammen, aber einer ist halt immer derjenige, der gerade den Gottesdienst "hält". Da wechseln die sich immer ab...
Vorletztes Jahr Weihnachten war unser katholischer Reli-Lehrer dran, der die Oberstufe unterrichtet. Das war der erste anständige Schulgottesdienst. Er hat eine wunderschöne Predigt über Jesus und seine Bedeutung für jeden Einzelnen von uns gehalten. Dabei hat er kurz die wichtigsten Punkte Jesu Lebens beleuchtet und ist dann auf den Zusammenhang von Weihnachten, Karfreitag und Ostern eingegangen um die große Hoffnung, die uns Jesus an Weihnachten bringt, zum Ausdruck zu bringen.
Es war auch der erste Schulgottesdienst in dem wir beim Vater Unser aufgestanden sind. Das ist das einzige, was davon beibehalten wurde, ansonsten sind die Schulgottesdienste danach nur schlimmer als die davor geworden. Unsere evangelischen Reli-Lehrer fangen aus Prinzip den Gottedienst nicht mehr "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes an", weil sie es scheinbar nicht abkönnen, wenn Katholiken sich bekreuzigen und Worte wie Liebe, Leiden, Opfer, Vergebung der Sünden und ähnliches habe ich seitdem in einem Schulgottesdienst auch nie wieder gehört... :nein:

Was den Religionsunterricht angeht: Was man so von seinen evangelischen Mitschülern hört, gibt es in deren Unterricht entweder Hassreden gegen Katholiken von den Reli-Lehrern, die in Schulgottesdiensten so gerne über Ökumene reden oder aber eben jenes oben genannte politisch-korrekt-Gerede...
Da können wir echt froh sein, dass wir noch nen Lehrer haben, der wirklich in seinem Unterricht über Gott und seine Botschaft spricht :)
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Wenzel » Dienstag 7. Februar 2012, 20:41

@ Seraphina
das klingt ja richtig schlimm ... Da kann man wirklich auf den Schulgottesdienst verzichten.
Also ich habe unsere Schulgottesdienste wirklich in guter Erinnerung. - Und der Kaplan, später der Pfarrer, der die Hl. Messen gehalten hat, hätte sich niemals mit den sogenannten "gängigen und aktuellen" Themen abgegeben. Das war wirkliche Katechese. Und ein angemessenes Verhalten wurde von allen Schülen gezeigt - da haben dann schon die Lehrer, die auch in der Kirche waren, drauf geachtet.
Aber das ganze ist ja auch schon mehrere Jahre her (habe 1989 Abitur gemacht).
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Seraphina » Dienstag 7. Februar 2012, 20:49

Wenzel hat geschrieben:Da kann man wirklich auf den Schulgottesdienst verzichten.
Das hab ich dann ja auch erstmal getan. :ja:

Das katholische Mädchen-Gymnasium in der Nachbarstadt hat regelmäßige Schulmessen...ob ich das unbedingt so toll finden würde weiß ich auch nicht: Da geht es den Schülerinnen nur darum, wer am coolsten schwänzen oder die dreistesten Sprüche reißen und sich am schlechtesten in der Messe benehmen kann ohne erwischt zu werden... :(
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Re: Ärger, Frust, usw.

Beitrag von ChrisCross » Dienstag 7. Februar 2012, 22:20

Clemens hat geschrieben:Was hat er dir denn getan, der pöse Relilehrer? :streichel:
Das übliche: Die Juden trifft kaum Schuld beim Prozess Jesu, die pösen Römer sind stattdessen schuld.
Psalm 2 ist nicht auf den Messias bezogen, sondern wurde für Krönungen verwendet.
Jesus ist ja überhaupt nur unser lieber Rabbi, vom Glaubensjesus müssen wir uns hin zum historischen distanzieren und über das Wasser ist er im wörtlichen Sinn bestimmt auch nicht gegangen.
Wen interessieren schon die Kirchenväter oder das Martyrium, das Zeugnis für die Echtheit und Wahrheit der Schrift ablegt.
Und viele andere Sachen, die mich in die Tischkante beißen lassen wollen...
Tu excitas, ut laudare te delectet, quia fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.
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Re: Ärger, Frust, usw.

Beitrag von Clemens » Mittwoch 8. Februar 2012, 09:49

ChrisCross hat geschrieben:
Clemens hat geschrieben:Was hat er dir denn getan, der pöse Relilehrer? :streichel:
Das übliche: Die Juden trifft kaum Schuld beim Prozess Jesu, die pösen Römer sind stattdessen schuld. *1*
Psalm 2 ist nicht auf den Messias bezogen, sondern wurde für Krönungen verwendet. *2*
Jesus ist ja überhaupt nur unser lieber Rabbi, vom Glaubensjesus müssen wir uns hin zum historischen distanzieren und über das Wasser ist er im wörtlichen Sinn bestimmt auch nicht gegangen. *3*
Wen interessieren schon die Kirchenväter oder das Martyrium, das Zeugnis für die Echtheit und Wahrheit der Schrift ablegt. *4*
Und viele andere Sachen, die mich in die Tischkante beißen lassen wollen...
*1* Das muss er so sagen, das gehört sich heutztage so. Anderenfalls bekäme er u.U. ganz schröcklichen Ärger.
*2* Das ist Konsens in der wissenschaftlichen Theologie. Die Deutung auf den Messias ist sekundär und viel jünger.
*3* Das war mal Standard - ich schätze, der gute Mann ist ca. 55-65 Jahre alt. Wäre er jünger, würde er vermutlich diese Denkschablonen nicht mehr verwenden. Da lohnte sich u.U. das Einhaken.
*4* Vorsicht: das Martyrium legt nur Zeugnis ab vom subjektiven Glauben der Märtyrer, nicht von der objektiven Wahrheit ihres Glaubens. Und die Kirchenväter kannst du ja für diese Fragen nicht im Ernst als Quellen heranziehen!

Spar dir den Ärger über 1,2 und 4 und wappne dich zum Streit über 3. Wenn dein Lehrer fair ist, gibt er dir dafür - wenn du ihn schon nicht bekehren kannst - wenigstens eine gute Note. :blinker:

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Re: Ärger, Frust, usw.

Beitrag von lutherbeck » Mittwoch 8. Februar 2012, 09:52

...fair...
Können Lügen auch "fair" sein?

:achselzuck:
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

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Re: Ärger, Frust, usw.

Beitrag von ChrisCross » Mittwoch 8. Februar 2012, 15:24

Clemens hat geschrieben:
ChrisCross hat geschrieben:
Clemens hat geschrieben:Was hat er dir denn getan, der pöse Relilehrer? :streichel:
Das übliche: Die Juden trifft kaum Schuld beim Prozess Jesu, die pösen Römer sind stattdessen schuld. *1*
Psalm 2 ist nicht auf den Messias bezogen, sondern wurde für Krönungen verwendet. *2*
Jesus ist ja überhaupt nur unser lieber Rabbi, vom Glaubensjesus müssen wir uns hin zum historischen distanzieren und über das Wasser ist er im wörtlichen Sinn bestimmt auch nicht gegangen. *3*
Wen interessieren schon die Kirchenväter oder das Martyrium, das Zeugnis für die Echtheit und Wahrheit der Schrift ablegt. *4*
Und viele andere Sachen, die mich in die Tischkante beißen lassen wollen...
*1* Das muss er so sagen, das gehört sich heutztage so. Anderenfalls bekäme er u.U. ganz schröcklichen Ärger.
*2* Das ist Konsens in der wissenschaftlichen Theologie. Die Deutung auf den Messias ist sekundär und viel jünger.
*3* Das war mal Standard - ich schätze, der gute Mann ist ca. 55-65 Jahre alt. Wäre er jünger, würde er vermutlich diese Denkschablonen nicht mehr verwenden. Da lohnte sich u.U. das Einhaken.
*4* Vorsicht: das Martyrium legt nur Zeugnis ab vom subjektiven Glauben der Märtyrer, nicht von der objektiven Wahrheit ihres Glaubens. Und die Kirchenväter kannst du ja für diese Fragen nicht im Ernst als Quellen heranziehen!

Spar dir den Ärger über 1,2 und 4 und wappne dich zum Streit über 3. Wenn dein Lehrer fair ist, gibt er dir dafür - wenn du ihn schon nicht bekehren kannst - wenigstens eine gute Note. :blinker:
*1* Wenn er dafür Ärger bekommt, sollen die Leute eben die Evangelien zensieren. Nichts anderes steht dort.
*2* Naja, der Konsens schwafelt auch vom historischen Jesus als Gegensatz zum Jesus des Glaubens und predigt gegen die Irrtumslosigkeit der Schrift, ja hält offenbar manches fr grobe Fälschungen. Soll ich mich den Leuten bei Psalm 2 anschliesen? Liegt es nicht viel näher, einen Psalm, der von den Juden bis ins 12 Jahrhundert messianisch und von der Kirche sowieso gesehen wurde, und der deutlich kein irdisches Königtum beschreibt, auf einen weltlichen Herrscher wie David zu beziehen? Nur weil der Psalm vielleicht bei Thronbesteigungen gesungen wurde, kann er nicht auch primär auf das Königtum Christi deuten. Und eine Übernahme des Gottkönigtums im Begriff der Zeugung zu sehen, den man aus dem Heidentum entlehnt hat, halte ich auch für äußerst gewagt. Das Volk hätte sich ja schon wundern müssen, als die Herrschaft dem König übergeben wird. Das kleine Provinzreich Israel ist wohl kaum gemeint und den Psalm nach der ersten Königsherrschaft noch zu verwenden, wäre auch lächerlich geworden. Warum soll David, in dessen Psalmen sich so viel verborgenes oder diesmal sogar offenes über Christus steht, nicht auch hier inspiriert gewesen sein. Wenn ihm immerhin der Messias als Nachfolger verheißen wurde, warum bezieht sich dann dieser Psalm nicht auf Jesus Christus?
*3* Ja, das Alter kann gut hinkommen. Allerdings vertreten das bei uns auch deutlich jüngere Lehrer, wie mir scheint. Wie ist denn der heutige Stand? Glaubt man wieder? Warum ist man von den damaligen Theorien abgewichen?
*4* Mein Satzbau war vielleicht missverständlich, die Kirchenväter sollten nicht mit der Schrift als Zeugen in Verbindung gebracht werden, sondern ihre Rolle als lehrende Autorität sollte beklagt werden. Bei den frühen Märtyrern, die Jesus Christus selbst kannten, wüsste ich nicht, warum Personen sich Dinge ausdenken sollten, und für diese dann auch noch das Martyrium erleiden sollten. So absurd handelt doch niemand. Wenn sie also bereit waren für den Glauben zu sterben, den sie aus erster Hand hatten, sollte dieses Zeugnis uns doch zeigen, dass ihre Berichte, die den Evangelien nicht widesprachen, wahr sind. Niemand würde all das Leiden auf sich nehmen, wäre er nicht ganz sicher, dass es wahr ist. Auch verbietet sich für die erwiesenermaßen Gläubigen ohnehin die Lüge, vor allem, wenn es sich um Berichte über das Leben des geglaubten Erlösers handelt.

(Sollte sich das länger hinziehen, ist die Moderation hoffentlich so nett, in einen geeigneten Strang zu verschieben. Interesse von meiner Seite besteht daran durchaus.)
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Re: Ärger, Frust, usw.

Beitrag von Seraphina » Mittwoch 8. Februar 2012, 16:28

ChrisCross hat geschrieben:*3* Ja, das Alter kann gut hinkommen. Allerdings vertreten das bei uns auch deutlich jüngere Lehrer, wie mir scheint. Wie ist denn der heutige Stand? Glaubt man wieder? Warum ist man von den damaligen Theorien abgewichen?
Das wäre ja schön...
Man versucht nicht mehr, den historischen Jesus zu rekonstruieren, sondern die Zeit in der er lebte, um sein Handeln da heraus zu verstehen. Meinte zumindest unser Reli-Lehrer. Die Forscher haben wohl gemerkt, dass jedes ihrer erstellen Jesus-Bilder unvollständig ist, beziehnungsweise man immer das Bild von ihm findet, das man gesucht hat. Sucht man beispielsweise, dass er ein Sozialrevolutionär war, dann findet man dafür auch Belge, sucht man das Bild des Rabbis, findet man es, sucht man einen Beleg dafür, dass Jesus ein überzeitlicher Mythos sei, findet man auch diesen.
Allerdings haben wir dann weiter besprochen, dass es zwar durchaus möglich ist, mithilfe der Forschung nachzuweisen, dass Jesus tatsächlich gelebt hat, aber dass man Jesus nicht aus der Forschung heraus verstehen kann.
Wobei wir auch vermutlich den einzigen anständigen Reli-Lehrer unserer Schule haben und seine Art allgemein wahrscheinlich heutzutage eine Seltenheit ist: Er hat das ganze "Leben-Jesu-Forschung"-Thema ziemlich schnell abgehakt und und uns gesagt Jesus ist der Sohn des lebendigen Gottes, wir können ihn mit unserem menschlichen Verstand nie ganz erfassen. Und aufgrund der Tatsache, dass Jesus Gottes Sohn ist, können wir ihn nicht ohne die Religion betrachten, denn wie soll man Gott verstehen, wenn man sagt, es gebe ihn nicht...
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Re: Ärger, Frust, usw.

Beitrag von Seraphina » Mittwoch 8. Februar 2012, 16:41

Clemens hat geschrieben:*1* Das muss er so sagen, das gehört sich heutztage so. Anderenfalls bekäme er u.U. ganz schröcklichen Ärger
Also wir haben ganz sachlich die Gründe besprochen, warum die einzelnen Gruppen, also Sadduzäer, Pharisäer und Zeloten, Jesus aus dem Weg schaffen wollten, das hatte nix mit Judenfeindlichkeit, sondern mit Tatsachen zu tun...!
Dass die Römer natürlich auch eine Rolle gespielt haben ist klar, aber doch eigentlich eher eine untergeordnete.
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Clemens » Mittwoch 8. Februar 2012, 22:00

Zu *3*:
Jede (halbe) Generation hat so ihre typischen Schlagwörter. Die sind teilweise so typisch, dass ich daran sogar aus dem indirekten Zitat das Alter deines Lehrers habe ablesen können. Gut, nichwahr? *auf die eigene Schulter klopf*.
Aber im Ernst:
Jede Zeit hat ihre besonderen Fragestellungen und theologischen Moden. Daran ist nicht immer alles schlecht. Aber es werden meistens einzelne Aspekte aus dem Ganzen herausgegriffen und überbetont.

Bei den katholischen Exegeten kenne ich mich (noch) nicht so aus, aber bei den Evangelischen haben sich nach der Bultmann-Schule, die ca.1955-75 die Wissenschaft prägte, auch wieder konservativere Theologien etablieren können. Der m.E. bedeutendste in Deutschland ist Rainer Riesner. Auch Jesus-Deutungen wie die Jesus-Bücher des Papstes wären vor 30 Jahren von der Wissenschaft völlig verrissen worden; heute kann man das wieder schreiben, ohne sich bei der Zunft lächerlich zu machen.

Die Argumente, die du, ChrissCross, unter *4* skizzierst, spielen da wieder eine größere Rolle. Man kann alles sezieren und dabei den Blick fürs Ganze soweit verlieren, so dass es schließich zweifelhaft erscheint, dass vor 2000 Jahren überhaupt etwas Besonderes geschehen ist. Es muss aber etwas ganz Besonderes gegeben haben, was über das empirisch und rational Fassbare hinausgeht, sonst werden die sorgsam erforschten Teile sinnlos und hängen quasi in der Luft.

Heute wirkt wie von hinterm Mond, wer an der früheren Trennung von "Christus des Glaubens" und "historischem Jesus" noch festhält. Man sieht heute meistens ein, dass diese Trennung unsinnig und unmöglich ist.

Zu *2*:
Es gibt in Reli Lehrpläne und keiner davon sieht vor, in den Schülern den christlichen Glauben zu wecken.
Es sollen die Grundlagen des christlichen Glaubens den Schülern bekannt gemacht und die wesentlichen Deutungsmuster vermittelt werden. Auch zur kritischen Reflektion soll ermuntert und das intellektuelle Handwerkszeug dazu beigebracht werden. Ein Unterricht, der sich am Verbalinspirationsdogma im Sinne der Väter von Trient orientiert, ist nicht lehrplankonform.

# # # # # Ich muss jetzt Schluss machen - morgen bei Interesse mehr und differenzierteres! # # # #

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ChrisCross
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von ChrisCross » Mittwoch 8. Februar 2012, 22:19

Clemens hat geschrieben: # # # # # Ich muss jetzt Schluss machen - morgen bei Interesse mehr und differenzierteres! # # # #
Das Interesse besteht nach wie vor. Besonders das Verhältnis zwischen kritischem denken und der kirchlichen Lehre würde mich interessieren, wohl auch aber die heutigen Forschungsergebnisse über das Leben Jesu. Gegen diese Trennung würde ich nämlich gerne Dinge vorbringen können, die ich nicht schon genannt habe, und die mein Lehrer dennoch ernst nimmt.
Tu excitas, ut laudare te delectet, quia fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.
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Seraphina
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Seraphina » Mittwoch 8. Februar 2012, 22:32

Diese Lehrpläne sind doch der letzte Müll...
Man redet mehr über Buddhismus, Hinduismus, Sex, Pornographie, Drogen, Alkohol, Zigaretten, industrielle Revolution, Internet, Politik und weiß der Geier was alles, als über Gott und die Kirche...
Ach ne, hab was vergessen, wie konnte ich nur? Natürlich redet man über Kirche: Kreuzzüge, Hexenverbrennung, Inquisition...ach ja und natürlich die, noch immer fehlende, Gleichberechtigung... :vogel:

Nun ja, jetzt habe ich ja einen sehr guten Lehrer, der es schafft trotz dieser Lehrpläne noch anständigen Religionsunterricht zu machen, allerdings muss er sich ja auch in einem gewissen Rahmen daran halten...schade eigentlich :pfeif:

Aber der Unterricht in der SI kann nicht übertroffen werden: Wir sind in die Oberstufe gekommen, unser Lehrer meinte schlagt mal das und das in der Bibel auf (was weiß ich nicht mehr^^), der halbe Kurs wusste nicht, wie man etwas in der Bibel nachschlägt. Ein paar Stunden später wollte der irgendwas ausm Glaubensbekenntnis wissen, keiner konnte das auswendig. Irgendwann haben wir in, weiß gar nicht mehr welchem Kontext, über Karfreitag gesprochen, wir waren drei Leute, die Karfreitag erklären konnten. (Mal ganz zu schweigen von Allerheiligen, Pfingsten oder Fronleichnam, das kann natürlich erst recht kaum einer erklären)
So ähnlich geht das dann weiter... :(
Irgendwann hat unser Lehrer dann mal unser umfassendes Nichtwissen gelobt :pfeif:

Aber wenn es auch nur annähernd irgendeinen Skandal gibt, sind alle drüber informiert... :(
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von ChrisCross » Mittwoch 8. Februar 2012, 22:51

Seraphina hat geschrieben:Diese Lehrpläne sind doch der letzte Müll...
Man redet mehr über Buddhismus, Hinduismus, Sex, Pornographie, Drogen, Alkohol, Zigaretten, industrielle Revolution, Internet, Politik und weiß der Geier was alles, als über Gott und die Kirche...
Ach ne, hab was vergessen, wie konnte ich nur? Natürlich redet man über Kirche: Kreuzzüge, Hexenverbrennung, Inquisition...ach ja und natürlich die, noch immer fehlende, Gleichberechtigung... :vogel:

Nun ja, jetzt habe ich ja einen sehr guten Lehrer, der es schafft trotz dieser Lehrpläne noch anständigen Religionsunterricht zu machen, allerdings muss er sich ja auch in einem gewissen Rahmen daran halten...schade eigentlich :pfeif:

Aber der Unterricht in der SI kann nicht übertroffen werden: Wir sind in die Oberstufe gekommen, unser Lehrer meinte schlagt mal das und das in der Bibel auf (was weiß ich nicht mehr^^), der halbe Kurs wusste nicht, wie man etwas in der Bibel nachschlägt. Ein paar Stunden später wollte der irgendwas ausm Glaubensbekenntnis wissen, keiner konnte das auswendig. Irgendwann haben wir in, weiß gar nicht mehr welchem Kontext, über Karfreitag gesprochen, wir waren drei Leute, die Karfreitag erklären konnten. (Mal ganz zu schweigen von Allerheiligen, Pfingsten oder Fronleichnam, das kann natürlich erst recht kaum einer erklären)
So ähnlich geht das dann weiter... :(
Irgendwann hat unser Lehrer dann mal unser umfassendes Nichtwissen gelobt :pfeif:

Aber wenn es auch nur annähernd irgendeinen Skandal gibt, sind alle drüber informiert... :(
Jetzt stell dir das ganze einmal mit dem Lehrer vor, wie ich es gegenüber Clemens skizziert habe, und dann noch im Leistungskurs mit eben solchen Mitschülern. Dann weißt du vermutlich, warum das ursprünglich im Frust-Strang gelandet ist.
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Edi » Mittwoch 8. Februar 2012, 23:09

Seraphina hat geschrieben: .....Man redet mehr über Buddhismus, Hinduismus, Sex, Pornographie, Drogen, Alkohol, Zigaretten, industrielle Revolution, Internet, Politik und weiß der Geier was alles, als über Gott und die Kirche... (

Und im Radio (Deutschlandfunk, morgens um halb sieben) wird, von Ausnahmen abgesehen, msit auch nur über alles Mögliche gesprochen nur nicht über Gott. So geistlich hohl wie diese Sprecher, seien es Pfarrer oder auch Religionstanten selber sind, so wollen sie auch das Volk machen. Alles mit bischöflicher Absegnung. In einer Firma, wo es um Leistung geht, hätten diese Leute keine Chance.
Die Kirchen leben leider vielfach nur noch von dem Geld der getauften Ungläubigen und das kommt dann dabei heraus. Man nimmt wie die Post früher jeden. Wer nix isch und wer nicht ka........
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Seraphina » Freitag 10. Februar 2012, 15:32

ChrisCross hat geschrieben:
Seraphina hat geschrieben:Diese Lehrpläne sind doch der letzte Müll...
Man redet mehr über Buddhismus, Hinduismus, Sex, Pornographie, Drogen, Alkohol, Zigaretten, industrielle Revolution, Internet, Politik und weiß der Geier was alles, als über Gott und die Kirche...
Ach ne, hab was vergessen, wie konnte ich nur? Natürlich redet man über Kirche: Kreuzzüge, Hexenverbrennung, Inquisition...ach ja und natürlich die, noch immer fehlende, Gleichberechtigung... :vogel:

Nun ja, jetzt habe ich ja einen sehr guten Lehrer, der es schafft trotz dieser Lehrpläne noch anständigen Religionsunterricht zu machen, allerdings muss er sich ja auch in einem gewissen Rahmen daran halten...schade eigentlich :pfeif:

Aber der Unterricht in der SI kann nicht übertroffen werden: Wir sind in die Oberstufe gekommen, unser Lehrer meinte schlagt mal das und das in der Bibel auf (was weiß ich nicht mehr^^), der halbe Kurs wusste nicht, wie man etwas in der Bibel nachschlägt. Ein paar Stunden später wollte der irgendwas ausm Glaubensbekenntnis wissen, keiner konnte das auswendig. Irgendwann haben wir in, weiß gar nicht mehr welchem Kontext, über Karfreitag gesprochen, wir waren drei Leute, die Karfreitag erklären konnten. (Mal ganz zu schweigen von Allerheiligen, Pfingsten oder Fronleichnam, das kann natürlich erst recht kaum einer erklären)
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Irgendwann hat unser Lehrer dann mal unser umfassendes Nichtwissen gelobt :pfeif:

Aber wenn es auch nur annähernd irgendeinen Skandal gibt, sind alle drüber informiert... :(
Jetzt stell dir das ganze einmal mit dem Lehrer vor, wie ich es gegenüber Clemens skizziert habe, und dann noch im Leistungskurs mit eben solchen Mitschülern. Dann weißt du vermutlich, warum das ursprünglich im Frust-Strang gelandet ist.
Ey, ich will auch nen Reli-Lk! :D
...wobei, unter den Vorraussetzungen dann vllt doch nicht... :pfeif:

Aber bei uns wird ja Reli als so unwichtig gesehen, dass man nach der 12. Klasse einfach gar kein Reli mehr hat. Man gibt uns gar nicht erst die Möglichkeit, Abitur in Religion zu machen :(
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Seraphina » Freitag 10. Februar 2012, 15:34

Aber die Mitschüler muss ich mir nicht vorstellen, die hab ich schon :D

Dafür hab ich nen echt tollen Lehrer :ja:
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von ChrisCross » Freitag 10. Februar 2012, 15:58

Seraphina hat geschrieben:Aber die Mitschüler muss ich mir nicht vorstellen, die hab ich schon :D

Dafür hab ich nen echt tollen Lehrer :ja:
Bei mir kannst du beides bis auf wenige Ausnahmen vergessen.
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Beitrag von Clemens » Freitag 10. Februar 2012, 16:26

So, da bin ich wieder.

Hatte gestern einen grässlichen Migräneanfall. Heute ist wieder alles OK. Heute morgen - Reli in der 9. Kl. Gymn., Thema: Tod - lief auch erstaunlich gut. Wir haben Todesanzeigen analysiert und die eigene Todesanzeige entworfen. Fast alle haben mitgemacht und sich drauf eingelassen. Feine Klasse!

Hättet Ihr als Schüler das gut gefunden?

In der Pause Diskussion mit einer anderen (frommen!) Reli-Lehrerin, die meinte, Thema Sex wäre in der 7.Klasse noch zu früh. Ich meinte, das wäre schon fast zu spät. Und die christlich-konservative Meinung zum vorehelichen Sex sollten sie wenigstens von uns hören. Sonst sagt sie ihnen womöglich niemand mehr. Wenigstens einmal sollten sie (rechtzeitig) gehört haben, dass man das auch anders sehen kann, als es das Fernsehen vermittelt.
Wenn nämlich einer meiner 7.Klässler sich für eine nicht gemachte Hausaufgabe damit entschuldigt, dass er Viren auf dem PC hat und nicht zur Vicky Pedia kann, und ich antworte, er soll halt nicht so viele Pornos gucken, dann ist er nicht etwa empört über die Unterstellung, sondern fragt nur erstaunt zurück, woher ich das denn wisse... :/

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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Seraphina » Freitag 10. Februar 2012, 17:09

Zum Thema Reli: Kritisches Hinterfragen ist ja in Ordnung, es kommt halt nur drauf an, wie!
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von ChrisCross » Freitag 10. Februar 2012, 17:18

Wenn eine solche Aktion zu Todesanzeigen sinnvoll gemacht wäre, würde ich mich darauf einlassen. prinzipiell habe ich nichts dagegen. Unterrichtest du nun eigentlich katholisch oder evangelisch?

Die Aufklärung kann aus christlicher Sichtweise wohl heute kaum zu früh, zumindest als Warnung anfangen. Dass Siebtklässöer schon so schamlos sind, hätte ich nicht gedacht. in meiner Stufe setzte das wohl ein jahr später ein. Allerdings hatte man da wohl den besseren Virenschutz.

Mit Fragen habe ich kein Problem. Ein Problem habe ich damit, wenn sie als Suggestivfragen gegen den Glauben der Kirche gerichtet sind. Kann man denn nicht so unterrichten, dass sich zunächst einmal die Wahrheit des kirchlichen Glaubens ergibt, zum Beispiel aus deutlichen Schriftstellen, und wiederum für diese glaubhafte Argumente sucht?

Danke, auf das Angebot werde ich bestimmt dann und wann zurrückkommen. Zunächst würde mich noch immer Psalm 2 interessieren. Ich hatte ja einige Gründe vorgetragen, warum ich ihn keinesfalls auf das weltliche Königtum beziehen würde.
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Clemens » Freitag 10. Februar 2012, 17:26

@ Seraphina
Du hast dir den Reli-LK ja wahrscheinlich nicht aus Not, sondern aus Leidenschaft ausgesucht.
Und du konntest dir sicher im voraus denken, dass er mit viel Arbeit, Mühe und Stress verbunden sein wird. Der besondere Stress im Reli-LK ist eben, dass er die eigene Persönlichkeit tiefer berührt, als bspw. Mathe-LK. Und dass die Aufgaben samt Lösungen nicht so einfach in richtig und falsch zu sortieren sind.
Die Schüler anderer LKs müssen Vokabeln oder Formeln pauken; du musst viel lesen und dich damit auseinandersetzen. Und den Schmerz aushalten, den der Zweifel verursacht - und hoffentlich daran reifen!

Gegen Irrtümer und falsche Lehren helfen nur Besserwissen und Tieferdenken.
Und begehe nicht den häufigsten Hauptfehler: vor lauter Denken das Beten vergessen!
Theologie ohne Spiritualität wird hohl und heuchlerisch.
Spiritualität ohne Theologie wird schwärmerisch und bigott.

Nur Mut! :daumen-rauf:

@ChrissCross: du kommst gleich dran.

EDIT: Mist, jetzt habe ich verwechselt, wer von euch den LK hat. Ich lass es trotzdem stehen, auch wenn es teilweise das Thema verfehlt hat. Sorry!
Zuletzt geändert von Clemens am Freitag 10. Februar 2012, 17:32, insgesamt 1-mal geändert.

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