Das Anti-Diskriminierungsgesetz fordert die Kirchen heraus.

Allgemein Katholisches.
Cicero
Beiträge: 979
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26

Das Anti-Diskriminierungsgesetz fordert die Kirchen heraus.

Beitrag von Cicero »

Hier gibt es einen Bericht über den "Gutmenschenparagraph"

Natürlich ist das eher ein politisches Thema und ich hätte es genauso gut in PGW platzieren können.

Ich habe es bewußt hierher gestellt, mit der Bitte, überlegt einmal, was das für uns bedeutet. Rein innerkirchlich. Ich vermute, daß dieses Gesetz einer der Hebel sein kann, über den der Status einer Körperschaft Öffentlichen Rechts für die Kirche aufgehoben werden kann. Wir diskriminieren Frauen, andersgläubige, ja eigentlich kann sich jeder, der unsere Auffassung nicht teilt von uns diskriminiert fühlen.

Rein aus katholischer Sicht, was bedeutet dies Gesetz?

Edith
Beiträge: 2544
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 20:38

Beitrag von Edith »

tja.....
können wir auch gezwungen werden, einen Atheisten mit der Weitergabe des Glaubens im Relogionsunterreicht zu beauftragen?

Dann schlage ich vor.... wir ziehen uns komplett aus absolut allen staatlichen Verpflichtungen raus.

Die damit zu erwartenden Arbeitslosen... können wir ja auch mal androhen.... alle Firmen machen das so.
Gibt mir was ich will... oder ich entlasse 20.000

Benutzeravatar
Fichtel-Wichtel
Beiträge: 1045
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 23:28
Wohnort: Bistum Regensburg
Kontaktdaten:

Beitrag von Fichtel-Wichtel »

Nun das betrifft nicht nur die Kath.Kirche, sondern auch, die anderen Religionen. Also Juden, Moslems und die Protestanten.

Und nach dem bisherigen Recht sind das Tendenzbetriebe.
Es ist sicher gut, sofort darauf aufmerksam zu machen, was das für Folgen für die Kirchen und die Glaubensgemeinschaften haben könnte. Doch es wird bekanntlich nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wurde.
Und wenn in dieser Hinsicht alle gottgläubigen Menschen "aufgescheucht " werden ,dann wird man doch wohl schon etwas dagegen unternehmen können,sollte die Bestimmungen so dem kath.Glauben widersprechen.

Wie schaut es denn in den USA und in Canada aus, dort gibt es solche Gesetze doch schon seit langem.
Gibt es Ausnahmebestimmungen für Kirchen und Glaubensgemeinschaften ?
Eine gewisse Berechtigung hat ein solches Gesetz bestimmt!

Gruß,
Elisabeth
Zuletzt geändert von Fichtel-Wichtel am Montag 6. Dezember 2004, 17:37, insgesamt 2-mal geändert.

Stephen Dedalus
Beiträge: 5449
Registriert: Dienstag 7. September 2004, 15:28

Beitrag von Stephen Dedalus »

Guten Tag zusammen,

ich finde es doch etwas erschreckend, wie man mit dem Thema hier und auch auf Kath.net umgeht. Das klingt ja fast so, als müßte sich die Kirche als Hort der Diskriminierung vor dem Gesetz fürchten. Bei der Erstellung des Gesetzestextes hat es aber m.W. Gespräche mit Kirchenvertretern gegeben, und man wird davon ausgehen können, daß zum Beispiel ein Katholik sich jetzt keine Stelle in einem baptistischen Kindergarten erklagen kann oder umgekehrt, nur aufgrund des Anti-Diskriminierungsgesetzes.

Grundsätzlich sollte man dieses Gesetz erst einmal aus vollem Herzen begrüßen, denn es entspricht dem Evangelium und der Lehre der Kirche, daß kein Mensch diskriminiert werden darf. Die Kirchen sollten sich dafür stark machen, statt aus zweifelhaften Gründen gegen dieses Gesetz Sturm zu laufen.

Take care
Steve

Dr. Dirk
Beiträge: 1433
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 09:03

Beitrag von Dr. Dirk »

Die Frage ist nur, was man unter "Diskriminierung" versteht. Frag doch mal maßgebliche Befürworter dieses Gesetzes, ob in der katholischen Kirche Homosexuelle und Frauen diskriminiert werden.

Micha

Beitrag von Micha »

Es wird auf die Arbeitsverträge der Kirchenwohl keine Auswirkung haben; denn
"Zentrale Vorschriften werden hier der Gestaltung durch die Gerichte überlassen." So sollen die Diskriminierungsregeln im Zivilrecht beispielsweise dann nicht gelten, wenn Verträge ein "besonderes Nähe- oder Vertrauensverhältnis" der Beteiligten begründen.
Quelle
Im Übrigen stimme ich Stephen entschieden [Punkt]

Stephen Dedalus
Beiträge: 5449
Registriert: Dienstag 7. September 2004, 15:28

Beitrag von Stephen Dedalus »

Dirk hat geschrieben:Die Frage ist nur, was man unter "Diskriminierung" versteht. Frag doch mal maßgebliche Befürworter dieses Gesetzes, ob in der katholischen Kirche Homosexuelle und Frauen diskriminiert werden.
Hi Dirk,

jetzt ist die Frage, ob die maßgeblichen Befürworter des Gesetzes maßgeblich sind oder der Gesetzgeber und die entsprechende Auslegung ;)

Ich denke aber auch, daß man da richtig unterscheiden muß zwischen Diskriminierung und einer bestimmten religiös-moralischen Haltung. In christlichen Foren wird das meines Erachtens zu wenig getan. So wird zum Beispiel ein schwedischer Pfingst-Pastor verbal unterstützt, der aufgrund eines ähnlichen Gesetzes ins Gefängnis gewandert ist. Dabei wird dann leicht übersehen, daß nicht seine Haltung, Homosexualität als Sünde zu bezeichnen, ihn dahin gebracht hat, sondern hetzerische Aussagen, die darauf abzielen, eine bestimmte Bevölkerungsgruppe zu kriminalisieren. Moralische Standards zu haben ist ja wichtig und gut. Menschen gesellschaftlich auszugrenzen ist es aber nicht.

Ein anderes Beispiel mag das verdeutlichen: Ich finde es nicht gut, daß viele Frauen heute alleinerziehende Mütter sind. Dieser Lebensstil tut unserer Gesellschaft einfach nicht gut. Nun wäre es aber grundfalsch, diese Frauen, die es ohnehin schon schwer genug haben, zu verurteilen, zu kriminalisieren und zu diskriminieren.

Ich glaube, daß es Teil unserer christlichen Verantwortung ist, allen Menschen ein Leben in Würde und Selbstbestimmung zu ermöglichen (sofern wir dazu in der Lage sind). Das gilt auch, wenn sie einen Lebensstil wählen, der mit unseren Vorstellungen nicht übereinstimmt. Da tut dann die Nächstenliebe besonders weh. Gefordert ist sie m. E. aber trotzdem.

Take care
Steve

Benutzeravatar
Fichtel-Wichtel
Beiträge: 1045
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 23:28
Wohnort: Bistum Regensburg
Kontaktdaten:

Beitrag von Fichtel-Wichtel »

Stephen Dedalus hat geschrieben:Guten Tag zusammen,

ich finde es doch etwas erschreckend, wie man mit dem Thema hier und auch auf Kath.net umgeht. Das klingt ja fast so, als müßte sich die Kirche als Hort der Diskriminierung vor dem Gesetz fürchten. Bei der Erstellung des Gesetzestextes hat es aber m.W. Gespräche mit Kirchenvertretern gegeben, und man wird davon ausgehen können, daß zum Beispiel ein Katholik sich jetzt keine Stelle in einem baptistischen Kindergarten erklagen kann oder umgekehrt, nur aufgrund des Anti-Diskriminierungsgesetzes.

Grundsätzlich sollte man dieses Gesetz erst einmal aus vollem Herzen begrüßen, denn es entspricht dem Evangelium und der Lehre der Kirche, daß kein Mensch diskriminiert werden darf. Die Kirchen sollten sich dafür stark machen, statt aus zweifelhaften Gründen gegen dieses Gesetz Sturm zu laufen.

Take care
Steve
Erfreulich ,das Steve meine stillen Vermutungen bestätigt. Hatte mir schon so etwas gedacht!
Also runter von den Palmen, leichte bis mittelschwere Entwarnung, verschärftes Ohren und Augen aufstellen und aufmachen erforderlich, liebe Mitkatholen und Kreuzgängster. Sollte es jedoch Probleme geben brüllt dbke.de in seiner Gesamtheit, daß die Wände wackeln und Katholens steigen komplett auf alle verfügbaren Palmen und reichen Juden und Moslems,die auch betroffen sein dürften, hilfreich die Hände zum ebenfalls Palmen besteigen =>sich empören und protestieren.

Gruß,
Elisabeth

Benutzeravatar
Robert Ketelhohn
Beiträge: 25557
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26
Wohnort: Velten in der Mark
Kontaktdaten:

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Stephen Dedalus hat geschrieben:»Grundsätzlich sollte man dieses Gesetz erst einmal aus vollem Herzen begrüßen, denn es entspricht dem Evangelium und der Lehre der Kirche, daß kein Mensch diskriminiert werden darf.«
Wo haste denn den Quatsch her?
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Stephen Dedalus
Beiträge: 5449
Registriert: Dienstag 7. September 2004, 15:28

Beitrag von Stephen Dedalus »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Wo haste denn den Quatsch her?
Nun, ich lese gelegentlich mal in der Bibel. ;)

Mir ist nicht bewußt, daß das Herabsetzen und die Verächtlichmachung von Menschen (Wortbedeutung von Diskriminierung) zur Lehre und Praxis Jesu, zum Programm des christlichen Glaubens und zur Lehre der Kirche gehören. Sollte ich mich hier geirrt haben, bitte ich um Belege. Dann müßte ich allerdings meine Religionszugehörigkeit noch mal überdenken ...

Take care
Steve

Benutzeravatar
Robert Ketelhohn
Beiträge: 25557
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26
Wohnort: Velten in der Mark
Kontaktdaten:

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Stephen Dedalus hat geschrieben:»Nun, ich lese gelegentlich mal in der Bibel.«
Tu’s öfter.
Stephen Dedalus hat geschrieben:»Herabsetzen und die Verächtlichmachung von Menschen (Wortbedeutung von Diskriminierung)«
Merkwürdige Begriffsbestimmung. „Diskriminieren“ bedeutet zunächst „unterscheiden“, „einen Unterschied machen“. Der Sprachgebrauch versteht darunter dann, jemanden aufgrund eines Unterschieds, einer Andersartigkeit anders – und zwar meist schlechter – zu behandeln, zu benachteiligen oder zurückzusetzen.

Solche Zurücksetzung ist keineswegs an sich schon unzulässig, im Gegenteil: Sie kann sogar geboten sein. Wer nicht der Kirche angehört, kann nicht die Sakramente empfangen. Nur zum Beispiel. Ich könnte dir zahlreiche andere Situationen nennen, wo Diskriminierung geboten ist. Der Geist der Unterscheidung diskriminiert. Unzulässig ist allein die ungerechte Diskriminierung.

Wann Diskriminierung aber gerecht ist und wann ungerecht, das zu unterscheiden hilft uns eben der Geist. Das neue Antidiskriminierunggesetz dagegen ist aus dem Ungeist geboren und wird als Keule gegen die Kirche geschwungen werden. Ein Instrument der Kirchenverfolgung, da mache man sich nichts vor.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Stephen Dedalus
Beiträge: 5449
Registriert: Dienstag 7. September 2004, 15:28

Beitrag von Stephen Dedalus »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:»Nun, ich lese gelegentlich mal in der Bibel.«
Tu’s öfter.
Stephen Dedalus hat geschrieben:»Herabsetzen und die Verächtlichmachung von Menschen (Wortbedeutung von Diskriminierung)«
Merkwürdige Begriffsbestimmung. „Diskriminieren“ bedeutet zunächst „unterscheiden“, „einen Unterschied machen“. Der Sprachgebrauch versteht darunter dann, jemanden aufgrund eines Unterschieds, einer Andersartigkeit anders – und zwar meist schlechter – zu behandeln, zu benachteiligen oder zurückzusetzen.

Solche Zurücksetzung ist keineswegs an sich schon unzulässig, im Gegenteil: Sie kann sogar geboten sein. Wer nicht der Kirche angehört, kann nicht die Sakramente empfangen. Nur zum Beispiel. Ich könnte dir zahlreiche andere Situationen nennen, wo Diskriminierung geboten ist. Der Geist der Unterscheidung diskriminiert. Unzulässig ist allein die ungerechte Diskriminierung.

Wann Diskriminierung aber gerecht ist und wann ungerecht, das zu unterscheiden hilft uns eben der Geist. Das neue Antidiskriminierunggesetz dagegen ist aus dem Ungeist geboren und wird als Keule gegen die Kirche geschwungen werden. Ein Instrument der Kirchenverfolgung, da mache man sich nichts vor.
Hallo Robert,

ich bin der Meinung, daß Deine Begriffsdefinition von "Diskriminierung" zwar möglicherweise vor dem philologisch-humanistischen Hintergrund richtig sein mag, sie entspricht aber nicht dem heutigen Sprachgebrauch und ist daher für unsere aktuelle Diskussion nicht wirklich relevant. Ein solches Scheingefecht brauchen wir hier nicht zu führen.

Die Bedeutung, um die es hier geht, ist nicht die schlichte "Unterscheidung". Der Staat selbst unterscheidet ja auch - indem Staatsbürger etwa andere Rechte haben als Ausländer, Beamte andere Rechte als Nichtbeamte etc. Das ist unstrittig. Und selbstverständlich hat die Kirche das Recht (jeder Verein ja sonst auch), Gläubige und Kirchenglieder anders zu behandeln als Nichtkirchenglieder.

Mir geht es um die Diskriminierung im heutigen Wortsinn (Herabwürdigung, Verächtlichmachung, so nachgeschlagen im "Großen Herder"). Daß vonseiten einiger Katholiken hier auch nur der Anschein erweckt wird, eine solche Art der Diskriminierung könnte von der Kirche gedeckt werden, finde ich grob fahrlässig. Diskriminierung - so verstanden - ist nie gerecht.

Gruß
Steve

Edith
Beiträge: 2544
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 20:38

Beitrag von Edith »

Stephen Dedalus hat geschrieben: Mir geht es um die Diskriminierung im heutigen Wortsinn (Herabwürdigung, Verächtlichmachung, so nachgeschlagen im "Großen Herder").
hallo Steve...
ich würde sagen, dass das Wort auch so nicht verstanden wird.
Denn ein praktizierender Homosexueller fühlt sich diskriminiert, wenn er/sie nicht zur Kommunion zugelassen wird.
Ein Geschiedener, der wieder in einer neuen aktiven Beziehung lebt.... fühlt sich auch diskriminiert...

Frauen fühlen sich diskriminiert, weil sie nicht Priester werden dürfen....

und und und.
Dabei wird nieman von all jenen verächtlich gemacht oder herabgewürdigt.

Benutzeravatar
Edi
Beiträge: 10288
Registriert: Montag 12. Januar 2004, 18:16

Beitrag von Edi »

Der schwedische Pastor, der kürzlich darauf hingewiesen hat, dass Homosexualität Sünde sei, hat eine Strafe bekommen, auch wenn sie noch nicht rechtskräftig ist. Buttiglione wurde auch diskriminiert, nur weil er katholisch ist.

Benutzeravatar
FioreGraz
Beiträge: 3890
Registriert: Freitag 25. Juni 2004, 19:18
Wohnort: Graz
Kontaktdaten:

Beitrag von FioreGraz »

@Edi
Der schwedische Pastor, der kürzlich darauf hingewiesen hat, dass Homosexualität Sünde sei
Kommt jetzt das verniedlichen? Zwischen einem nahezu Gewaltaufruf und Kriminalsierung (der schwedische Pastor) und einem Ratzingerdokument liegen Welten.

Buttiglione wurde auch diskriminiert, nur weil er katholisch ist.
Schreiben sich die Konservativen gerne rauf um nen Märtyrer zu haben, war aber nicht so.

LG
Fiore

Stephen Dedalus
Beiträge: 5449
Registriert: Dienstag 7. September 2004, 15:28

Beitrag von Stephen Dedalus »

Edi hat geschrieben:Der schwedische Pastor, der kürzlich darauf hingewiesen hat, dass Homosexualität Sünde sei, hat eine Strafe bekommen, auch wenn sie noch nicht rechtskräftig ist. Buttiglione wurde auch diskriminiert, nur weil er katholisch ist.
Hallo Edi,

ich glaube, wir haben wirklich sehr unterschiedliche Vorstellungen von "Diskriminierung". Wurde Buttiglione aktiv diskriminiert? Oder wurde er in einem demokratischen Prozess einfach nicht gewählt, weil seine Politik oder sein Verständnis von bestimmten Kreisen (der Mehrheit des Europäischen Parlaments?) nicht goutiert wurde? Ist das dann schon Diskriminierung?

Im Falle des schwedischen Pastors lag m. E. die Sache etwas anders. Ich hatte darauf oben schon hingewiesen. Er hat nicht nur seine Ansicht kundgetan. Das tut die katholische Kirche auch - sogar im Katechismus - und wird trotzdem nicht verboten. Seine öffentlichen Aussagen auch über die Medien hatten den Charakter von Volksverhetzung. Dafür hat er den rechtlichen Ärger bekommen. Zwischen der Aussage: "Homosexualität ist Sünde" und "Die Schwulen sind unser Unglück" ist ein Unterschied. Das muß man wahrnehmen. Und um den Unterschied geht es.

Take care,
Steve

Benutzeravatar
FioreGraz
Beiträge: 3890
Registriert: Freitag 25. Juni 2004, 19:18
Wohnort: Graz
Kontaktdaten:

Beitrag von FioreGraz »

@Edith
hallo Steve...
ich würde sagen, dass das Wort auch so nicht verstanden wird.
Denn ein praktizierender Homosexueller fühlt sich diskriminiert, wenn er/sie nicht zur Kommunion zugelassen wird.
Ein Geschiedener, der wieder in einer neuen aktiven Beziehung lebt.... fühlt sich auch diskriminiert...

Frauen fühlen sich diskriminiert, weil sie nicht Priester werden dürfen....

und und und.
Dabei wird nieman von all jenen verächtlich gemacht oder herabgewürdigt.
Ich bin da auch Stephans Meinung, es wird sehr wohl verstanden was Diskriminierung ist, die hier beschriebenen Szenarien sind einfach nur Scheinargumente. FRau Merkel wird sich nicht diskriminiert fühlen wenn sie nicht SPD Vorsitzende wird. In einem Antidiskriminierungsgesetz geht es einzig und alleine um eine Ausformulierung und Spezifizierung der Menschrechtscharta um Benachteiligungen aufgrund von Rasse, Religion, Sexulität, Geschclecht direkt angreifbar zu machen. Ein Richter wird jemanden der so blöd ist und deine Argumente mit ner Klage verbindet sagen "Gengens halt zu die Altkatholiken, Protestanten, Anglikaner, ...."

Ander gesagt könnte sich mit der gleichen Argumentation der Kegelclub aufregen, weil die Schachclubmitglieder sich aufregen könnten das sie bei Kegelturnieren nicht Ersatzweise mit Schach antreten dürfen.

LG
Fiore

Benutzeravatar
Raphael
Beiträge: 14481
Registriert: Samstag 11. Oktober 2003, 19:25
Wohnort: Erzdiözese Köln

Beitrag von Raphael »

Bei dem in Rede stehenden Gesetz handelt es sich um eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Juristen! :kratz:

Das Gefährliche an einer solchen ABM ist die potentielle Förderung einer rechtspositivistischen Denkhaltung. Außerdem wird bei der Privilegierung von bestimmten gesellschaftlichen Gruppen gerne "vergessen", daß diese gesellschaftlichen Gruppen neben den Rechten auch noch Pflichten haben.

GsJC
Raphael
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
(Georg Christoph Lichtenberg)

Benutzeravatar
Robert Ketelhohn
Beiträge: 25557
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26
Wohnort: Velten in der Mark
Kontaktdaten:

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Stephen Dedalus hat geschrieben:»Zwischen der Aussage: "Homosexualität ist Sünde" und "Die Schwulen sind unser Unglück" ist ein Unterschied.«
Selbstverständlich besteht da ein Unterschied, doch auch der zweite Satz ist noch überaus harmlos. Es geht da konkret um nicht nur gerechte, sondern sogar gebotene Diskriminierung.

Deine Herder-Definition ist Unsinn, und zwar – wie mir scheint – ideologisch motviert. „Herabwürdigung“ als zugespitzte Form der „Zurücksetzung“ oder „Benachteiligung“ kann im Sprachgebrauch eine mögliche Bedeutung von „Diskriminierung“ sein „Verächtlichmachung“ dagegen nicht. Das ist semantischer Blödsinn. Der Fremdwörterduden definiert übrigens: »Herabsetzung, Herabwürdigung, unterschiedliche Behandlung«.

Der ideologischen Umdeutung – besonders aus der Ecke der Gender-Ideologen – geht es darum, gerechte Diskriminierung gleichsam zu kriminalisieren, indem man sie mit solchen Negativbegriffen wie eben „Verächtlichmachung“ belegt. Ganz konsequent folgt nun die Strafbarkeit.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Benutzeravatar
Edi
Beiträge: 10288
Registriert: Montag 12. Januar 2004, 18:16

Beitrag von Edi »

Was den schwedischen Pastor angeht, habe ich das bei www.idea.de anders mitgekriegt. Da stand nichts von einer Volksverhetzung.

Stephen Dedalus
Beiträge: 5449
Registriert: Dienstag 7. September 2004, 15:28

Beitrag von Stephen Dedalus »

Edi hat geschrieben:Was den schwedischen Pastor angeht, habe ich das bei www.idea.de anders mitgekriegt. Da stand nichts von einer Volksverhetzung.
Hallo Edi,

naja, IDEA in diesem Fall als neutrale und objektive Informationsquelle zu sehen, hat schon etwas humoristisches. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, in den Originaltext von Herrn Green zu schauen (in engl. Übersetzung), und das war wirklich starker Tobak.

Gruß
Steve

Benutzeravatar
FioreGraz
Beiträge: 3890
Registriert: Freitag 25. Juni 2004, 19:18
Wohnort: Graz
Kontaktdaten:

Beitrag von FioreGraz »

@Raphael
daß diese gesellschaftlichen Gruppen neben den Rechten auch noch Pflichten haben.
Stimmt den bis jetz wird immer nur auf die Pflichten dieser Gruppen hin gewiesen selten jedoch die Rechte gewahrt.

@Robert
Es geht wohl nicht darum was eigentlich der Wortursprung etc. ist sondern wie dieses Wort heute verstanden und gebraucht wird. Die Sprache ist etwas lebendiges, Gott sei Dank, sonst würden wir uns hier wohl eher mit Urlauten unterhalten.

@Edi

http://www.kath.net/detail.php?id=8047

LAut Kath.net hat er unsereiner als Waffe Satans und Krebsgeschwür bezeichnet.

Weiters behauptete er in seiner Predigt AIDS gibts wegen Homosexueller, sie sind Pädophil und haben Sex mit Tieren. NAchdem die Predigt dann in nem Lokalblatt abgedruckt wurde gabs ne Anzeige.

LG
Fiore

Benutzeravatar
Edi
Beiträge: 10288
Registriert: Montag 12. Januar 2004, 18:16

Beitrag von Edi »

Stephen Dedalus hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:Was den schwedischen Pastor angeht, habe ich das bei www.idea.de anders mitgekriegt. Da stand nichts von einer Volksverhetzung.
Hallo Edi,

naja, IDEA in diesem Fall als neutrale und objektive Informationsquelle zu sehen, hat schon etwas humoristisches. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, in den Originaltext von Herrn Green zu schauen (in engl. Übersetzung), und das war wirklich starker Tobak.

Gruß
Steve

Glaub ja nicht, dass ich alles, was Idea schreibt nachvollziehen kann und dass ich meine hier sei alles objektiv. Ich habe schon mal selber erlebt, wie auch christliche Zeitschriften manipulieren. Aber man kann ja nicht alle Nachrichten nun selber bis ins Detail nachprüfen.

Benutzeravatar
FioreGraz
Beiträge: 3890
Registriert: Freitag 25. Juni 2004, 19:18
Wohnort: Graz
Kontaktdaten:

Beitrag von FioreGraz »

@Edi

Nur dann solltest andern auch glauben wenn die sagen das der "arme" Pastor nicht den KKK wiederholt hat, sondern sehr ausfallend wurde.

LG
Fiore

Benutzeravatar
Edi
Beiträge: 10288
Registriert: Montag 12. Januar 2004, 18:16

Beitrag von Edi »

FioreGraz hat geschrieben:@Edi

Nur dann solltest andern auch glauben wenn die sagen das der "arme" Pastor nicht den KKK wiederholt hat, sondern sehr ausfallend wurde.

LG
Fiore
War der Pastor nicht etwa freikirchlich? So hab ich das zumindest verstanden.

Egal, unabhängig von dem allen, gibt es in der Politik Tendenzen, kirchliche Glaubenswerte zu diskriminieren und auszuhöhlen.

Stephen Dedalus
Beiträge: 5449
Registriert: Dienstag 7. September 2004, 15:28

Beitrag von Stephen Dedalus »

Stephen Dedalus hat geschrieben:»Zwischen der Aussage: "Homosexualität ist Sünde" und "Die Schwulen sind unser Unglück" ist ein Unterschied.«
Selbstverständlich besteht da ein Unterschied, doch auch der zweite Satz ist noch überaus harmlos.
Harmlos finde ich ihn nicht. Wo hört denn bei Dir die Harmlosigkeit auf? Beim Bombenleger oder beim Scheiterhaufen?
Es mag Menschen gegeben haben, die seinerzeit auch den Satz "Die Juden sind unser Unglück" für "harmlos" gehalten haben. Ich finde solche Sätze unverantwortlich
.

Es geht da konkret um nicht nur gerechte, sondern sogar gebotene Diskriminierung.
Ich werde bei Deinem Wortgeklingel das Gefühl nicht los, daß Du der Kriminalisierung gerechter Diskriminierung (wie Du es nennst) eine Rechtfertigung von Diskriminierung aufgrund eines "göttlichen Rechtes" entgegensetzen willst, vor allem unter Inkaufnahme von Herabwürdigung, Herabsetzung und anderem Instrumentarium der Diskriminierung, wie man sie jetzt im Detail auch definieren mag. Dabei empfinde ich Deine Art der Argumentation wesentlich stärker ideologisch motiviert als die der hier so geschmähten "Diskriminierungsgegner".

Benutzeravatar
Raphael
Beiträge: 14481
Registriert: Samstag 11. Oktober 2003, 19:25
Wohnort: Erzdiözese Köln

Beitrag von Raphael »

@ Stephen Dedalus
Stephen Dedalus hat geschrieben:Ich werde bei Deinem Wortgeklingel das Gefühl nicht los, daß Du der Kriminalisierung gerechter Diskriminierung (wie Du es nennst) eine Rechtfertigung von Diskriminierung aufgrund eines "göttlichen Rechtes" entgegensetzen willst, vor allem unter Inkaufnahme von Herabwürdigung, Herabsetzung und anderem Instrumentarium der Diskriminierung, wie man sie jetzt im Detail auch definieren mag. Dabei empfinde ich Deine Art der Argumentation wesentlich stärker ideologisch motiviert als die der hier so geschmähten "Diskriminierungsgegner".
Wie soll man diese Äußerung verstehen? :kratz:

Bist Du der Ansicht, daß ein Beharren auf göttlich gesetztem Recht ein anderer Ausdruck für "ideologisch motiviert" sein soll?

GsJC
Raphael
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
(Georg Christoph Lichtenberg)

Stephen Dedalus
Beiträge: 5449
Registriert: Dienstag 7. September 2004, 15:28

Beitrag von Stephen Dedalus »

Raphael hat geschrieben:@ Stephen Dedalus

Bist Du der Ansicht, daß ein Beharren auf göttlich gesetztem Recht ein anderer Ausdruck für "ideologisch motiviert" sein soll?

GsJC
Raphael
Hallo Raphael,

grundsätzlich nein.
In diesem konkreten Fall vermute ich aber hinter Roberts Argumentation eine ideologische Voreinstellung. Das hängt natürlich vor allem damit zusammen, daß ich weder aus der Lehre der Kirche noch aus der Heiligen Schrift eine Rechtfertigung für Formen der Diskriminierung sehe, wie Robert sie - so nehme ich jedenfalls bislang an - bei der Durchsetzung seines Verständnisses des "göttlichen Rechtes" in Kauf zu nehmen scheint (Herabwürdigung, Herabsetzung etc.).

In Ewigkeit, amen!
Steve

Benutzeravatar
Robert Ketelhohn
Beiträge: 25557
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26
Wohnort: Velten in der Mark
Kontaktdaten:

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Hier die Nachricht über den schwedischen Pastor Åke Green:
»Stockholm (idea) – Weil er Schwule als „Perverse“ bezeichnet hat, muß der Pastor einer Pfingstgemeinde in Schweden für einen Monat hinter Gitter. Im vergangenen Jahr hatte Ake Green in einer Predigt Homosexualität als „schreckliches Krebsgeschwür im Körper der Gesellschaft“ gebrandmarkt und gesagt, der Teufel benutze bei Schwulen den Sexualtrieb als „seine stärkste Waffe gegen Gott“. Laut einem Bericht der ökumenischen Nachrichtenagentur ENI (Genf) sah ein Gericht diese Aussage als Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz an.«
Er hat nichts als die Wahrheit gesagt. Dafür wird er verfolgt.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Benutzeravatar
Robert Ketelhohn
Beiträge: 25557
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26
Wohnort: Velten in der Mark
Kontaktdaten:

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Zum Thema Christenverfolgung in Europa entsteht übrigens
gerade eine neue Internetseite: www.persecutio.de.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Benutzeravatar
Robert Ketelhohn
Beiträge: 25557
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26
Wohnort: Velten in der Mark
Kontaktdaten:

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Fiore hat geschrieben:»Es geht wohl nicht darum was eigentlich der Wortursprung etc. ist sondern wie dieses Wort heute verstanden und gebraucht wird. Die Sprache ist etwas lebendiges, Gott sei Dank, sonst würden wir uns hier wohl eher mit Urlauten unterhalten.«
Ich habe bereits zweimal über den heutigen Sprachgebrauch geschrieben und nichts anderes. Lies gefälligst, was ich geschrieben habe, bevor du mich anblubberst.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Peter
Beiträge: 1249
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 22:26

Beitrag von Peter »

Ein Freund benutzte neulich einmal den Begriff «Tunnelblick», um einen anderen Sachverhalt zu beschreiben. Dieser Begriff «Diskriminierung» faßt in unserem Sprachgebrauch vieles Unterschiedliche zusammen und hat eine bestimmte emotionale Wirkung, die nur noch von der schönen «Ausgrenzung» überboten wird.

Entscheidungen, die der Unterscheidung der Geister entspringen – wie zum Beispiel ein Nichtzulassen von sogenannten «Homo-Ehen» oder die Nichtzulassung von Frauen zum Priewsteramt – können auf diese Weise als Diskriminierung bezeichnet werden, so daß jeder «Huh!» und «Buh!» ruft.

Dadurch wird die Kirche diskriminiert. Das ist eine rigide Ausgrenzung! Ich bin Anti!

(Mit anderen Worten: Ich fand Roberts Beitrag bereichernd.)

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema