Glauben - lebendige Beziehung zu Gott?

Allgemein Katholisches.
Ralf

Glauben - lebendige Beziehung zu Gott?

Beitrag von Ralf »

Glauben ist eine lebendige Beziehung, aber lebendige Beziehung muß nicht Glauben sein.

Ich glaube nicht, daß meine Eltern mich erlöst haben.

Ich glaube nicht, daß irgendein Heiliger mich erlöst hat (auch nicht die Heilige Mutter des Herrn).

Zu all denen "pflege" ich eine mehr oder weniger lebendige Beziehung.

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Angelika
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Beitrag von Angelika »

Hallo,

ich denke nicht, dass Glauben immer eine lebendige Beziehung zu Gott ist. Ich meine, Glauben sollte eine lebendige Beziehung zu Gott sein.

Glauben bedeutet zunächst einmal Für-Wahr-Halten. Die lebendige Beziehung zu Gott ist das größte Geschenk, das ein Mensch bekommen kann. Es ist die Erlösung.

Gruß
Angelika

Ralf

Beitrag von Ralf »

Angelika hat geschrieben:Glauben bedeutet zunächst einmal Für-Wahr-Halten.
Eine durchaus diskussionswürdige These (wenn auch nicht in diesem Thread). Ich teile diese Ansicht nicht, auch wenn sie vielleicht traditionell katholisch sein mag. Für mich ist sie sogar im eigentlichen Sinne des Wortes häretisch, d.h. herausschneidend und verabsolutierend. Denn sie umfaßt nur einen Teilaspekt des "Phänomens Glauben".

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Angelika
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Beitrag von Angelika »

Ralf hat geschrieben:
Angelika hat geschrieben:Glauben bedeutet zunächst einmal Für-Wahr-Halten.
Eine durchaus diskussionswürdige These (wenn auch nicht in diesem Thread). Ich teile diese Ansicht nicht, auch wenn sie vielleicht traditionell katholisch sein mag. Für mich ist sie sogar im eigentlichen Sinne des Wortes häretisch, d.h. herausschneidend und verabsolutierend. Denn sie umfaßt nur einen Teilaspekt des "Phänomens Glauben".
Um das zu vermeiden, schrieb ich ja zunächst einmal ...

Laura

Beitrag von Laura »

Glaube hat die beiden Aspekte des Für-Wahr-Haltens und der personalen Beziehung. Beide können nicht voneinandern getrennt existieren und bedingen sich gegenseitig.

Laura

Geronimo

Beitrag von Geronimo »

Kann Glaube nicht auch einfach eine große Sehnsucht sein - und ein Glauben wollen, weil es ohne Glauben für einem selbst nicht geht?

Geronimo

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Erich_D
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Beitrag von Erich_D »

Ralf hat geschrieben:Glauben ist eine lebendige Beziehung, aber lebendige Beziehung muß nicht Glauben sein.

Ich glaube nicht, daß meine Eltern mich erlöst haben.

Ich glaube nicht, daß irgendein Heiliger mich erlöst hat (auch nicht die Heilige Mutter des Herrn).

Zu all denen "pflege" ich eine mehr oder weniger lebendige Beziehung.
Nun, das hat aber auch niemand behauptet, nicht wahr? Und es war aus dem Kontext eindeutig, dass es um den Glauben an Gott, somit um die lebendige Beziehung zu Gott geht, und nicht um andere Beziehungen.
"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern sing nicht ihre Lieder. Geh doch in die Oberstadt mach´s wie deine Brüder", so sprach die Mutter, sprach der Vater, lehrte der Pastor."

Laura

Beitrag von Laura »

Geronimo hat geschrieben:Kann Glaube nicht auch einfach eine große Sehnsucht sein - und ein Glauben wollen, weil es ohne Glauben für einem selbst nicht geht?

Geronimo

Nelly Sachs (sinngemäß). Die Sehnsucht ist der Anfang von allem ...

Natürlich: Mit der Gottessehnsucht, mit dem Gefühl, dass es "mehr als alles geben muss" fängt es an!


Laura

Geronimo

Beitrag von Geronimo »

Laura hat geschrieben:
Geronimo hat geschrieben:Kann Glaube nicht auch einfach eine große Sehnsucht sein - und ein Glauben wollen, weil es ohne Glauben für einem selbst nicht geht?

Geronimo

Nelly Sachs (sinngemäß). Die Sehnsucht ist der Anfang von allem ...

Natürlich: Mit der Gottessehnsucht, mit dem Gefühl, dass es "mehr als alles geben muss" fängt es an!


Laura
Ja. Und für manche bleibt es auch so ... und das meine ich nicht negativ.

Geronimo

Bernd Heinrich Stein

Beitrag von Bernd Heinrich Stein »

Geronimo hat geschrieben:Kann Glaube nicht auch einfach eine große Sehnsucht sein - und ein Glauben wollen, .............

Geronimo
Ja ja, zumindest für mich kann ich das in der Form unterschreiben, wenn ich mal wieder mit meinen diversen Zweifeln zu tun habe.
Neben den Zweifeln, steht dann die Sehnsucht nach einem jederzeit unantastbarem Glauben. Nach dieser lebendigen Beziehung, die mir einfach auch Ruhe und Gelassenheit gibt.
Und neidisch bin ich dann auch. Weil es ja vermutlich viel mehr gibt, die sich nicht ständig mit Tweifeln rumschlagen müssen.

Ich komme dann auch in eine Ambivalenz zu dem was ich unter "Volksfrömmigkeit" verstehe. Auf der einen Seite finde ich diese einfache und grundlegende Forn des Glaubens auch ein wenig "naiv" (das trifft es nicht ganz), uaf der anderen Seite ist da aber auch der Wunsch da, nicht immer wieder alles mögliche zu "komplizierne" (das trifft es auch nicht ganz, ist aber auch schon spät; ich hab noch ne Diagnose zu Ende geschrieben und weiß nicht mehr so ganz, wo meine Gedanken sind; wahrscheinlich schon im Bett!)

Gesegneten Schlaf allen Nachteulen

Bend Heinrich

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Angelika
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Beitrag von Angelika »

Biggi im Thread "[url=http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?p=63829&highlight=#63829]Weltjugendtag 2005 in Köln"[/url] hat geschrieben:aber ich habe seinen Satz so verstanden, dass
1.) eine "lebendige Beziehung" etwas höchst Persönliches zwischen dem Einzelnen und Gott ist. Da kann "Missionierung" relativ wenig ausrichten. Das ist eine Sache des Hl. Geistes, der sich der Einzelne natürlich - durch den Glauben, eben! - öffnen muss.
2.) eine "lebendige Beziehung" auch aus purer Gefühlsduselei bestehen kann und dann äußerst kurzlebig ist (übrigens die schon mehrfach angesprochene Gefahr beim WJT, die ich auch sehe, ohne deswegen die Chancen, die im WJT liegen, miesmachen zu wollen). Wenn diese "lebendige Beziehung" nicht im Glauben an das, was Gott selbst uns geoffenbart hat, gegründet ist, bleibt sie diffus und äußerst störungsanfällig.
Ich antworte mal hier, weil's hier besser reinpasst.

Ich stimme dir zu, dass eine lebendige Beziehung etwas Persönliches zwischen dem einzelnen Menschen und Gott ist und dass nur der Heilige Geist eine solche Beziehung bewirken kann. Ich halte aber Missionierung dazu nicht für überflüssig - ganz im Gegenteil. Missionierung verstehe ich so, dass man sich zum Werkzeug machen lässt, mit dem der Heilige Geist eine lebendige Beziehung hervorrufen kann. Nicht der Missionierende bewirkt dies, sondern der Heilige Geist durch den Missionierenden.

Dies kann durch die Information geschehen, dass Glaube nicht nur Für-Wahr-Halten und Annehmen bestimmter Glaubensaussagen ist, sondern eine lebendige Beziehung zu Gott. Dieses Wissen kann nämlich nicht bei allen vorausgesetzt werden. Außerdem kann man von seiner eigenen lebendigen Beziehung zu Gott erzählen, wie es dazu kam und wie sie sich im Leben auswirkt. Und natürlich die lebendige Beziehung im Leben spürbar werden lassen. Zeugnis geben eben ... ;)

Natürlich muss sich die lebendige Beziehung immer wieder am Wort Gottes und am Glauben daran ausrichten, damit es keine Gefühlsduselei ist.

Gruß
Angelika

Edith
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Beitrag von Edith »

Angelika hat geschrieben: Dies kann durch die Information geschehen, dass Glaube nicht nur Für-Wahr-Halten und Annehmen bestimmter Glaubensaussagen ist, sondern eine lebendige Beziehung zu Gott. Dieses Wissen kann nämlich nicht bei allen vorausgesetzt werden.
wie kommt das eigentlich? Dass man dieses Wissen nicht (mehr?) voraussetzen kann?

Ich meine... wenn ich irgendwann einmal glaube, dass es "jemand" gibt "da oben"... mit dem ich reden kann (=beten).....und mal angenommen... ich glaube sogar.... dass dieser "jemand" alles mögliche getan hat und tut... um mich zu erlösen (da wärn mer dann beim Christen)....
ist es dann möglich... sich diesem "jemand" nicht zuzuwenden?
(so.. meine ich... beginnt mal eine "Beziehung"....)


Oder wie seht Ihr das?

Biggi
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Beitrag von Biggi »

Angelika hat geschrieben:
Biggi im Thread "[url=http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?p=63829&highlight=#63829]Weltjugendtag 2005 in Köln"[/url] hat geschrieben:aber ich habe seinen Satz so verstanden, dass
1.) eine "lebendige Beziehung" etwas höchst Persönliches zwischen dem Einzelnen und Gott ist. Da kann "Missionierung" relativ wenig ausrichten. Das ist eine Sache des Hl. Geistes, der sich der Einzelne natürlich - durch den Glauben, eben! - öffnen muss.
2.) eine "lebendige Beziehung" auch aus purer Gefühlsduselei bestehen kann und dann äußerst kurzlebig ist (übrigens die schon mehrfach angesprochene Gefahr beim WJT, die ich auch sehe, ohne deswegen die Chancen, die im WJT liegen, miesmachen zu wollen). Wenn diese "lebendige Beziehung" nicht im Glauben an das, was Gott selbst uns geoffenbart hat, gegründet ist, bleibt sie diffus und äußerst störungsanfällig.
Ich antworte mal hier, weil's hier besser reinpasst.

Ich stimme dir zu, dass eine lebendige Beziehung etwas Persönliches zwischen dem einzelnen Menschen und Gott ist und dass nur der Heilige Geist eine solche Beziehung bewirken kann. Ich halte aber Missionierung dazu nicht für überflüssig - ganz im Gegenteil. Missionierung verstehe ich so, dass man sich zum Werkzeug machen lässt, mit dem der Heilige Geist eine lebendige Beziehung hervorrufen kann. Nicht der Missionierende bewirkt dies, sondern der Heilige Geist durch den Missionierenden.

Dies kann durch die Information geschehen, dass Glaube nicht nur Für-Wahr-Halten und Annehmen bestimmter Glaubensaussagen ist, sondern eine lebendige Beziehung zu Gott. Dieses Wissen kann nämlich nicht bei allen vorausgesetzt werden. Außerdem kann man von seiner eigenen lebendigen Beziehung zu Gott erzählen, wie es dazu kam und wie sie sich im Leben auswirkt. Und natürlich die lebendige Beziehung im Leben spürbar werden lassen. Zeugnis geben eben ... ;)

Natürlich muss sich die lebendige Beziehung immer wieder am Wort Gottes und am Glauben daran ausrichten, damit es keine Gefühlsduselei ist.

Gruß
Angelika
Nichts anderes hatte ich oben gesagt - oder gemeint, falls ich es nicht klar genug ausgedrückt haben sollte. Schön, dass wir (mal wieder) einer Meinung sind! ;)
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll.
(Adolph Kolping, Patron des XX. Weltjugendtags 2005)

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