Weihwasser kaufen sinnlos?

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Eisenach
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Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Eisenach » Montag 6. April 2020, 00:08

Ich habe mir damals ein Kruzifix gekauft und gelesen wenn etwas Gesegnetes gekauft wird (ob es jemals gesegnet wurde, weiß ich nicht),
so verfällt der Segen, weil Geld im Spiel ist. Anders würde es sich bei Schenkung verhalten.
Man müsse also letztendlich zu einem Geistlichen gehen und es erneut segnen lassen.

Wenn ich nach dieser Regel gehe, dann müsste das Weihwasser, das auf Ebay massig verkauft wird doch zu einfachen Wasser werden,
wenn man es kauft. Man müsste es also dann zu einem Geistlichen tragen, der es wieder zu Weihwasser macht.

Dann wäre es doch einfacher wenn ein Geistlicher vor Ort Weihwasser herstellt.
Bitte verbessert mich, wenn ich einen Denkfehler mache (aus diesem Grund habe ich auch den Thread erstellt).

Wie seht ihr das?

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Lycobates
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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Lycobates » Montag 6. April 2020, 00:16

Eisenach hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 00:08
Ich habe mir damals ein Kruzifix gekauft und gelesen wenn etwas Gesegnetes gekauft wird (ob es jemals gesegnet wurde, weiß ich nicht),
so verfällt der Segen, weil Geld im Spiel ist. Anders würde es sich bei Schenkung verhalten.
Man müsse also letztendlich zu einem Geistlichen gehen und es erneut segnen lassen.

Wenn ich nach dieser Regel gehe, dann müsste das Weihwasser, das auf Ebay massig verkauft wird doch zu einfachen Wasser werden,
wenn man es kauft. Man müsste es also dann zu einem Geistlichen tragen, der es wieder zu Weihwasser macht.

Dann wäre es doch einfacher wenn ein Geistlicher vor Ort Weihwasser herstellt.
Bitte verbessert mich, wenn ich einen Denkfehler mache (aus diesem Grund habe ich auch den Thread erstellt).

Wie seht ihr das?
Ich kenne Ebay nicht, aber Geweihtes kann (darf) nicht verkauft werden.
Das ist ein Frevel.
Wohl kann man es schenken.

Es stimmt, daß ein käuflich angebotener Gegenstand seine Weihe durch den Kauf verliert.
Ich habe allerdings noch nie gehört, daß Weihwasser verkauft würde ... :hae?:
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Eisenach
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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Eisenach » Montag 6. April 2020, 00:41

Lycobates hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 00:16
Ich kenne Ebay nicht (...)
Ich habe allerdings noch nie gehört, daß Weihwasser verkauft würde ... :hae?:
Ich dachte wenn man kein Smartphone besitzt, wie ich, dann ist es in dieser Zeit eher sehr ungewöhnlich,
aber ich bin wiederrum überrascht dass du Ebay nicht kennst.
Es ist natürlich nicht wichtig diese Seite zu kennen, aber es ist so geläufig wie Google, YouTube, Facebook und Amazon,
die so ziemlich ein fester Bestandteil von vielen Menschen ist (sind es ja auch monopolistische Seiten im Netz).

Ebay.de ist eine Auktionsseite. Dort kann man so ziemlich alles kaufen und es hat mit einem richtigen Auktionshaus nichts gemein.
Wenn du dort "Weihwasser" eingibst, kriegst du einige Angebote.

Von etwas über 10€
https://www.ebay.de/itm/282230897284

Oder über 50€
https://www.ebay.de/itm/190718908211
...wovon schon 365 Flaschen á 0,5l verkauft wurden.

Germanus
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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Germanus » Montag 6. April 2020, 10:20

Die von Dir mit Verweisung angegebene Seite zeigt kein "Weihwasser", sondern Wasser, das in den entsprechenden Quellen abgezapft wurde. Dass es in dt. Übersetzung als "Weihwasser" bezeichnet wird, liegt wohl am Umstand, dass es aus den Klöstern kommt und dass es von den Leuten äußerst hochgeschätzt wird. Der Originaltext sagt ja auch deutlich: "Wasser aus der heiligen Quelle im ...". Da wird schon mal kanisterweise das Wasser abtransportiert - umso verständlicher ist es, wenn Menschen, die nicht in diese Klöster fahren können, nicht wenig Geld für das Wasser ausgeben würden... Ein recht guter Tausch für beide Seiten, würden Geschäftsmann und Käufer sagen. Etwas anrüchig finde ich es schon, wenngleich kein geweihtes Wasser im Spiel ist...
Gruß G.
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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Herr v. Liliencron » Montag 6. April 2020, 10:54

Ich würde etwas präziser sagen, dass der Segen erlischt, wenn beim Erwerb der Segen sozusagen in den "Preis" einkalkuliert wird. Den bloßen Materialwert eines Gegenstandes darf man ersetzen, ohne dass der Segen verloren geht.

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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Lycobates » Montag 6. April 2020, 11:06

Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 10:54
Ich würde etwas präziser sagen, dass der Segen erlischt, wenn beim Erwerb der Segen sozusagen in den "Preis" einkalkuliert wird. Den bloßen Materialwert eines Gegenstandes darf man ersetzen, ohne dass der Segen verloren geht.
Korrekt.
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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Juergen » Montag 6. April 2020, 11:12

Lycobates hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 00:16
Ich kenne Ebay nicht, aber Geweihtes kann (darf) nicht verkauft werden.
Das ist ein Frevel.
Wohl kann man es schenken.
Wenn ein Reliquiar mit Reliquie angeboten wird, dann liest man manchmal die Aussage: Angeboten wird nur das Reliquiar, die Reliqiue gibt es geschenkt dazu.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Schlupfloch.

Lycobates hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 11:06
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 10:54
Ich würde etwas präziser sagen, dass der Segen erlischt, wenn beim Erwerb der Segen sozusagen in den "Preis" einkalkuliert wird. Den bloßen Materialwert eines Gegenstandes darf man ersetzen, ohne dass der Segen verloren geht.
Korrekt.
Bei dem Beispiel des Reliquiars mit kostenloser Beigabe der Reliquie, ist das nachvollziehbar.
Zu sagen: Verkauft wird nur das Kreuz, den Segen gibt es gratis, mutet schon etwas seltsam an.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Herr v. Liliencron » Montag 6. April 2020, 11:49

Ein Unkostenbeitrag darf gegeben, Gewinn jedoch nicht erzielt werden. Ganz einfach und logisch eigentlich.

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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Eisenach » Montag 6. April 2020, 17:08

Juergen hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 11:12
Lycobates hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 11:06
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 10:54
Ich würde etwas präziser sagen, dass der Segen erlischt, wenn beim Erwerb der Segen sozusagen in den "Preis" einkalkuliert wird. Den bloßen Materialwert eines Gegenstandes darf man ersetzen, ohne dass der Segen verloren geht.
Korrekt.
Bei dem Beispiel des Reliquiars mit kostenloser Beigabe der Reliquie, ist das nachvollziehbar.
Zu sagen: Verkauft wird nur das Kreuz, den Segen gibt es gratis, mutet schon etwas seltsam an.
*sich im Schützengraben versteck* Ich bin zwar katholisch getauft, jedoch habe ich aus Gründen die Firmung abgebrochen und bin mit ca. 19 aus der Kirche getreten. Wenn ich mein Kruzifix segnen lassen wollen würde, dann würde man doch bestimmt von mir verlangen auch ein Gemeindemitglied zu sein, was dann wieder mit Kosten verbunden ist. Oder wie handhabt sowas eure Gemeinde, sofern ihr es wisst?

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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Lycobates » Montag 6. April 2020, 17:17

Eisenach hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 17:08
Juergen hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 11:12
Lycobates hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 11:06
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 10:54
Ich würde etwas präziser sagen, dass der Segen erlischt, wenn beim Erwerb der Segen sozusagen in den "Preis" einkalkuliert wird. Den bloßen Materialwert eines Gegenstandes darf man ersetzen, ohne dass der Segen verloren geht.
Korrekt.
Bei dem Beispiel des Reliquiars mit kostenloser Beigabe der Reliquie, ist das nachvollziehbar.
Zu sagen: Verkauft wird nur das Kreuz, den Segen gibt es gratis, mutet schon etwas seltsam an.
*sich im Schützengraben versteck* Ich bin zwar katholisch getauft, jedoch habe ich aus Gründen die Firmung abgebrochen und bin mit ca. 19 aus der Kirche getreten. Wenn ich mein Kruzifix segnen lassen wollen würde, dann würde man doch bestimmt von mir verlangen auch ein Gemeindemitglied zu sein, was dann wieder mit Kosten verbunden ist. Oder wie handhabt sowas eure Gemeinde, sofern ihr es wisst?
Keineswegs.
Jeder kann mit einem Gegenstand zum Segnen in die nächste Kirche oder Kapelle gehen, und einen Priester fragen, und der wird es tun. So jedenfalls bei uns.
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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Sascha B. » Montag 6. April 2020, 17:22

Eisenach hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 17:08
Juergen hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 11:12
Lycobates hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 11:06
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 10:54
Ich würde etwas präziser sagen, dass der Segen erlischt, wenn beim Erwerb der Segen sozusagen in den "Preis" einkalkuliert wird. Den bloßen Materialwert eines Gegenstandes darf man ersetzen, ohne dass der Segen verloren geht.
Korrekt.
Bei dem Beispiel des Reliquiars mit kostenloser Beigabe der Reliquie, ist das nachvollziehbar.
Zu sagen: Verkauft wird nur das Kreuz, den Segen gibt es gratis, mutet schon etwas seltsam an.
*sich im Schützengraben versteck* Ich bin zwar katholisch getauft, jedoch habe ich aus Gründen die Firmung abgebrochen und bin mit ca. 19 aus der Kirche getreten. Wenn ich mein Kruzifix segnen lassen wollen würde, dann würde man doch bestimmt von mir verlangen auch ein Gemeindemitglied zu sein, was dann wieder mit Kosten verbunden ist. Oder wie handhabt sowas eure Gemeinde, sofern ihr es wisst?
Das Geld wäre aber gut investiert. Denn exra ecclesiam nulla salus.

Falls man Gegenstände auf Latein gesegnet haben möchte sollte man aber die jungen Kapläne meiden, die können es nicht mal mehr ausm Rituale ablesen. :pfeif: :(
Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen lasset zum Herrn uns beten.
Herr, erbarme dich.

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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Siard » Montag 6. April 2020, 17:32

Hier in der Nähe gibt es eine Pfarre, da gibt es Weihwasser nach vorkonziliarem Brauch hergestellt. :breitgrins:
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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von holzi » Montag 6. April 2020, 17:33

Sascha B. hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 17:22
Falls man Gegenstände auf Latein gesegnet haben möchte sollte man aber die jungen Kapläne meiden, die können es nicht mal mehr ausm Rituale ablesen. :pfeif: :(
Unterschätz' mir mal die jungen Kapläne nicht! Wenn der alte Pfarrer nichts davon erfährt, dann haben die sehr oft das alte Rituale irgendwo hinter dem Drewermann oder Küng-Einband im Bücherregal stehen.
Diese Nachricht wurde CO²-neutral, umweltfreundlich, aus wiederverwerteten Buchstaben von weggeworfenen E-Mails geschrieben und ist digital voll abbaubar.

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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Eisenach » Montag 6. April 2020, 17:34

Lycobates hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 17:17
Eisenach hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 17:08
Juergen hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 11:12
Lycobates hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 11:06
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 10:54
Ich würde etwas präziser sagen, dass der Segen erlischt, wenn beim Erwerb der Segen sozusagen in den "Preis" einkalkuliert wird. Den bloßen Materialwert eines Gegenstandes darf man ersetzen, ohne dass der Segen verloren geht.
Korrekt.
Bei dem Beispiel des Reliquiars mit kostenloser Beigabe der Reliquie, ist das nachvollziehbar.
Zu sagen: Verkauft wird nur das Kreuz, den Segen gibt es gratis, mutet schon etwas seltsam an.
*sich im Schützengraben versteck* Ich bin zwar katholisch getauft, jedoch habe ich aus Gründen die Firmung abgebrochen und bin mit ca. 19 aus der Kirche getreten. Wenn ich mein Kruzifix segnen lassen wollen würde, dann würde man doch bestimmt von mir verlangen auch ein Gemeindemitglied zu sein, was dann wieder mit Kosten verbunden ist. Oder wie handhabt sowas eure Gemeinde, sofern ihr es wisst?
Keineswegs.
Jeder kann mit einem Gegenstand zum Segnen in die nächste Kirche oder Kapelle gehen, und einen Priester fragen, und der wird es tun. So jedenfalls bei uns.
Du lebst bestimmt in südlicheren Teilen von Deutschland, oder?
Ich lebe im Norden, wo das Angebot recht niedrig ist und meine Heimatstadt (Kleinstadt) noch am ehesten passen würde. Ich finde es auch schade wie alle alten Kirchen protestantisch sind und (außer ganz wenige Ausnahmen) die katholischen Gotteshäuser alle abstrakte Gebäude sind. Manche nur quadratisch was dann wohl die neuzeitliche gothische Bauweise darstellt. Die gothischen Kirchen sind meistens wie gesagt eher protestantisch, wobei ich nichts dagegen habe, aber ich bin so oder so katholisch.

Von sowas wie Segnung wird hier anscheinend nicht oft Gebrauch gemacht, wird es kaum auf irgendwelchen Seiten erwähnt und auf diesem Breitengrad wahrgenommen, weshalb ich erst mal eine Anfrage geschickt habe, was sich etwas seltsam angefühlt hat.
Die Antwort folgte ein paar Wochen später und man wolle erst mal mit mir reden (aber danach ist Corona gefolgt, weshalb es wohl erst mal nicht geht).
Es wäre mir etwas unangenehm mich rechtfertigen zu müssen, falls ich nach meiner nichtexistenten Mitgliedschaft gefragt werde.
Ich glaube so bin ich auch auf die Weihwasserangebote gestoßen, wobei ich nicht unbedingt die Absicht hatte es selbst zu tun.
Man will halt niemanden zur Last fallen und es würde mich etwas frustrieren, wenn ein Gespräch mit einem Geistlichen auf unterschwellige Abgrenzung stößt. :traurigtaps:

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Sascha B.
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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Sascha B. » Montag 6. April 2020, 17:39

holzi hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 17:33
Sascha B. hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 17:22
Falls man Gegenstände auf Latein gesegnet haben möchte sollte man aber die jungen Kapläne meiden, die können es nicht mal mehr ausm Rituale ablesen. :pfeif: :(
Unterschätz' mir mal die jungen Kapläne nicht! Wenn der alte Pfarrer nichts davon erfährt, dann haben die sehr oft das alte Rituale irgendwo hinter dem Drewermann oder Küng-Einband im Bücherregal stehen.
Ich hatte zwei mal mein eigenes kleines Rituale der FSSP dabei. Die Kapläne, an sich durchaus Konservativ, waren alles Spätberufene mit einer gewisser Angst vorm Latein. Aber Hauptsache gesegnet, da ist mir die Sprache nicht so wichtig.
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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Lycobates » Montag 6. April 2020, 19:26

Eisenach hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 17:34
Lycobates hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 17:17
Eisenach hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 17:08
Juergen hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 11:12
Lycobates hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 11:06
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 10:54
Ich würde etwas präziser sagen, dass der Segen erlischt, wenn beim Erwerb der Segen sozusagen in den "Preis" einkalkuliert wird. Den bloßen Materialwert eines Gegenstandes darf man ersetzen, ohne dass der Segen verloren geht.
Korrekt.
Bei dem Beispiel des Reliquiars mit kostenloser Beigabe der Reliquie, ist das nachvollziehbar.
Zu sagen: Verkauft wird nur das Kreuz, den Segen gibt es gratis, mutet schon etwas seltsam an.
*sich im Schützengraben versteck* Ich bin zwar katholisch getauft, jedoch habe ich aus Gründen die Firmung abgebrochen und bin mit ca. 19 aus der Kirche getreten. Wenn ich mein Kruzifix segnen lassen wollen würde, dann würde man doch bestimmt von mir verlangen auch ein Gemeindemitglied zu sein, was dann wieder mit Kosten verbunden ist. Oder wie handhabt sowas eure Gemeinde, sofern ihr es wisst?
Keineswegs.
Jeder kann mit einem Gegenstand zum Segnen in die nächste Kirche oder Kapelle gehen, und einen Priester fragen, und der wird es tun. So jedenfalls bei uns.
Du lebst bestimmt in südlicheren Teilen von Deutschland, oder?
Ich lebe im Norden, wo das Angebot recht niedrig ist und meine Heimatstadt (Kleinstadt) noch am ehesten passen würde. Ich finde es auch schade wie alle alten Kirchen protestantisch sind und (außer ganz wenige Ausnahmen) die katholischen Gotteshäuser alle abstrakte Gebäude sind. Manche nur quadratisch was dann wohl die neuzeitliche gothische Bauweise darstellt. Die gothischen Kirchen sind meistens wie gesagt eher protestantisch, wobei ich nichts dagegen habe, aber ich bin so oder so katholisch.

Von sowas wie Segnung wird hier anscheinend nicht oft Gebrauch gemacht, wird es kaum auf irgendwelchen Seiten erwähnt und auf diesem Breitengrad wahrgenommen, weshalb ich erst mal eine Anfrage geschickt habe, was sich etwas seltsam angefühlt hat.
Die Antwort folgte ein paar Wochen später und man wolle erst mal mit mir reden (aber danach ist Corona gefolgt, weshalb es wohl erst mal nicht geht).
Es wäre mir etwas unangenehm mich rechtfertigen zu müssen, falls ich nach meiner nichtexistenten Mitgliedschaft gefragt werde.
Ich glaube so bin ich auch auf die Weihwasserangebote gestoßen, wobei ich nicht unbedingt die Absicht hatte es selbst zu tun.
Man will halt niemanden zur Last fallen und es würde mich etwas frustrieren, wenn ein Gespräch mit einem Geistlichen auf unterschwellige Abgrenzung stößt. :traurigtaps:
Also, ich spreche natürlich von den Kirchen/Kapellen/Oratorien "traditioneller" Ausprägung, nicht von den, von den heutigen vom Modernismus zersetzten Ordinariaten abhängigen offiziellen Pfarreien der Konzilskirche (wie sie sich selbst nennt). Das hat mit der Geographie nicht soviel zu tun, denn heute ist Diaspora überall.
Wenn sich da überhaupt ein Priester findet, dann hat er höchstwahrscheinlich mit überliefert-katholischen Praktiken, wie es das Segnen von Objekten ist (nach der genauen Formel des Rituale Romanum, oft je nach Objekt verschieden) nichts am Hut.
:achselzuck:
Zu eruieren wäre dann allerdings noch, inwiefern unser überliefertes Rituale eine Weiheformel für Halskreuze enthält, die von jedem Priester gesprochen werden kann. Sonst griffe u.U. die Formel Benedictio ad omnia.
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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Eisenach » Montag 6. April 2020, 20:11

Da sind eine Menge Wörter, die ich garnicht kenne. :breitgrins:
Grob habe ich aber verstanden was du meinst, jedoch muss ich erst mal etwas nachschlagen, wenn ich ehrlich antworten will.
Alles andere wäre nur so tun als ob, aber ich denke zu diesem Nebenthema des Themas wurde meine Nebenfrage beantwortet.
Danke!

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Radulf Thoringi
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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Radulf Thoringi » Dienstag 7. April 2020, 23:04

Eisenach hat geschrieben:
Montag 6. April 2020, 17:08
*sich im Schützengraben versteck* Ich bin zwar katholisch getauft, jedoch habe ich aus Gründen die Firmung abgebrochen und bin mit ca. 19 aus der Kirche getreten. Wenn ich mein Kruzifix segnen lassen wollen würde, dann würde man doch bestimmt von mir verlangen auch ein Gemeindemitglied zu sein, was dann wieder mit Kosten verbunden ist. Oder wie handhabt sowas eure Gemeinde, sofern ihr es wisst?
Hallo Eisenach et al.,

Dein Pseudonym fiel mir doch glatt auf. Schade, daß Du nicht aus Eisenach bist. :)

So richtig kann ich Deine obigen Probleme nicht nachvollziehen. Um ein Kruzifix (oder was auch immer) weihen zu lassen, reicht es doch, damit vor dem Gottesdienst den Pfarrer "heimzusuchen". Bei meiner eigenen Fraktion kann ich mir nicht vorstellen, daß jemand nach irgendwelchen Details frägt und das würde ich auch für Deine annehmen. Und ob die Kirche schön ist, was hat das für eine Bedeutung?

Noch einfacher ist es nach m.M. mit dem Weihwasser. Das kann man doch einfach in einer Kirche mitnehmen. Bei uns steht leider nur in wirklich konservativen Gemeinden welches. Eigentlich dachte ich, bei "Römers" ist es besser. Also mal schauen.

Abschließend muß ich aber doch noch etwas loswerden: Ich halte es für eine ziemlich schlechte Idee, mit der Kirche zu brechen, wenn man doch glaubt. Da ich dem lutherischen Irrglauben anhänge, kann ich vielleicht hier mal etwas sagen, was Deine eigene Fraktion nicht machen sollte. :tuete:
"Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott."
Werner Heisenberg

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Re: Weihwasser kaufen sinnlos?

Beitrag von Eisenach » Mittwoch 8. April 2020, 00:09

Radulf Thoringi hat geschrieben:
Dienstag 7. April 2020, 23:04
Dein Pseudonym fiel mir doch glatt auf. Schade, daß Du nicht aus Eisenach bist. :)
Hallo Radulf! :)
Ich bin weit entfernt von Eisenach, aber es ist eine Homage an Bach, dem ich teils verdanke zu Gott gekommen zu sein.
Klingt eventuell komisch, aber manchmal ist es wie es ist. In einem anderen Thread bin ich da etwas detailierter drauf eingegangen.
Radulf Thoringi hat geschrieben:
Dienstag 7. April 2020, 23:04
So richtig kann ich Deine obigen Probleme nicht nachvollziehen. Um ein Kruzifix (oder was auch immer) weihen zu lassen, reicht es doch, damit vor dem Gottesdienst den Pfarrer "heimzusuchen". Bei meiner eigenen Fraktion kann ich mir nicht vorstellen, daß jemand nach irgendwelchen Details frägt und das würde ich auch für Deine annehmen. Und ob die Kirche schön ist, was hat das für eine Bedeutung?
Wie gesagt scheinen südlichere Gegenden, die auch den Katholiken mehr Grund bieten, in der Hinsicht traditioneller zu sein, als hier oben, wo nicht oft jemand mit so einem Anliegen einen Geistlichen aufsucht, geschweigedenn Geschichten wie einen Sack voller Einrichtungsgegenstände mit christlichen Hintergrund zur Kirche zu bringen, um diese alle segnen zu lassen. ...so habe ich es zumindest im Netz gelesen und es war laut dem Erzähler vollkommen okay.
Jedenfalls meinte der Geistliche ich solle ihn erst einmal anrufen, um mit ihm zu reden und auch einen Termin auszumachen.
Ich rede gerne mit Menschen, aber am Handy finde ich so ein noch recht neues Lebensfeld etwas befremdend. Dann wäre es mir unter 4 Augen lieber, aber meine Heimatstadt liegt auch etwas weiter weg, aber ich habe dort meine gesamte Kindheit und Jugend verbracht, weshalb ich einerseits gerade diese Kirche ausgewählt hätte und auch eine gewisse Vorstellung von einer Kirche habe.
Zumindest sollte die Bauform stimmen. Sie kann auch aus Holz sein und sehr bescheiden ausgestattet (bescheiden meine ich wirklich wie es gemeint ist, ohne es abwertend zu meinen).
Vorweg, ich will wirklich niemanden beleidigen oder Gefühle verletzten. Ich bitte dies zu berücksichtigen.
Aber viele katholische Kirchen haben hier Bauformen, die ohne Kreuz und Schild auch etwas anderes sein könnten. Die Inneneinrichtung ist auch recht "modern". Bei mir erweckt es nicht den Eindruck eines Gotteshauses. Letztendlich gibt es auch Menschen die einer gewissen Gemeinde beitreten, weil sie sich dort am wohlsten fühlen. Ich denke, auch wenn es für manche oberflächlich klingen mag, kann dies auch auf eine Kirche zutreffen. Ich bin ein Landei, liebe die Natur und handwerkliche Dinge. Sowas formt auch die Wahrnehmung.
So manch Moslem würde wohl auch lieber eine richtige Moschee sehen, als in ein eckiges Haus zu gehen, wo oben eine Kuppe draufsteht.

Ich bin am 1. Weihnachtstag in die evangelische Kirche meiner Kleinstadt gegangen. Es war menschenleer, es erklang christliche Musik und es war sehr klassische geschmückt. Die über 800 Jahre alte Kirche hat mir wirklich für die Zeit, in der ich in ihr gewandelt bin und ab und zu stand, innere Ruhe gegeben. Falls du dich wundern solltest, die katholische Kirche war zu dem Zeitpunkt geschlossen.

Diesen Effekt vermag mir eine moderne Kirche, wie oben erwähnt, nicht zu geben.
Ich hoffe meine Gründe und Art provoziert dich nicht. Ich bin mir im Klaren, dass ich es mir etwas umständlich mache.
Aber so gesehen werde ich mit der Kirche vorerst nicht allzu viel Kontakt haben. Ich habe zu Gott gefunden und beschäftige mich nun hier, im Privaten mit der Heiligen Schrift, anderer Literatur und meinen Gedanken.
Diesem Forum bin ich beigetreten, falls ich doch mal Fragen haben sollte und um mich austauschen zu können.
Ich hoffe dies ist akzeptabel für die meisten Menschen in diesem Forum.
Radulf Thoringi hat geschrieben:
Dienstag 7. April 2020, 23:04
Noch einfacher ist es nach m.M. mit dem Weihwasser. Das kann man doch einfach in einer Kirche mitnehmen. Bei uns steht leider nur in wirklich konservativen Gemeinden welches. Eigentlich dachte ich, bei "Römers" ist es besser. Also mal schauen.
Die katholische wie auch evangelische Kirche hat in meiner Kleinstadt noch Weihwasserbecken am Eingang.
Dieser Gedanke ist mir zwar auch in den Sinn gekommen, aber ich wollte, sofern ich nicht willkommen bin, im Gotteshaus nicht klauen.
Heimlich hinter dem Rücken - ich glaube das ist gleich der falsche Schritt. Gott mag meine Absichten verstehen, aber vermutlich wäre der Kontakt mit einem Geistlichen ihm lieber. Wo wir auch beim Weihen wären.
Radulf Thoringi hat geschrieben:
Dienstag 7. April 2020, 23:04
Abschließend muß ich aber doch noch etwas loswerden: Ich halte es für eine ziemlich schlechte Idee, mit der Kirche zu brechen, wenn man doch glaubt. Da ich dem lutherischen Irrglauben anhänge, kann ich vielleicht hier mal etwas sagen, was Deine eigene Fraktion nicht machen sollte. :tuete:

Ich bin zwar aus der Kirche ausgetreten, zu einem Zeitpunkt wo ich nicht gläubig war, aber ich habe zu Gott gefunden und bin ansich der Kirche nicht abgeneigt, bis auf die Frage wer dort wirklich aufrichtigen Glaubens ist und wer eventuell es nicht ist.
Ich bin wie gesagt etwas kompliziert, aber wir werden sehen wohin mich mein Weg führt. Ich habe zumindest eine innere Mitte gefunden, die ich jahrelang nicht hatte. Ich deute dies schon mal als gutes Zeichen. Man wird auch eine innere Mitte brauchen, wenn ich mir vorstelle was für Zeiten noch anbrechen könnten oder werden.

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