Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

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Eichbaum
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Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Eichbaum » Donnerstag 16. Januar 2020, 10:33

Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Jetzt, wo (fast) alles über die Katholiken schimpft, sollen auch mal positive Stimmen zu Wort kommen.

Zum Beispiel diese:
Ich bin zwar katholisch getauft, habe meine Bindung zur Kirche aber erst ab dem Alter von 18 Jahren in Jerusalem entdeckt, wo ich eine Weile die benediktinische Lebensweise kennenlernen und mitleben durfte. Auch danach noch hat mich die monastische Lebensweise, besonders in der Tradition der Benediktiner, sehr geprägt. Vieles, was ich an der katholischen Kirche schätze, findet sich in besonderer Ausprägung in Klöstern: Feierlichkeit, Andacht und Traditionen. Diese Dinge sind mir wertvoll in der Kirche, weil sie ein Gegengewicht bilden zu dem Leben im aktuellen Zeitgeist, wo ich vor allem immer wieder Effizienz, Nutzen, Rationalität und Flexibilität beweisen muss. Auch wenn der Glaube für mich oft sehr persönlich ist und hin und wieder von den kirchlichen Lehren abweicht, finde ich Halt in der Kirche, wenn ich selbst schwanke – in den Messen, wie sie die katholische Liturgie vorsieht, im Rosenkranzgebet und auch in der Verehrung der Heiligen, besonders natürlich der Frauengestalten, die sich mir oft näher anfühlen als der dreifaltige Gott.
Weitere Stimmen: https://www.katholisch.de/artikel/22438 ... der-kirche
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Bruder Donald
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Bruder Donald » Donnerstag 16. Januar 2020, 11:46

Habe jetzt nicht alle gelesen, aber sind so manche echt tolle dabei :daumen-rauf:

Einer ist mir aufgefallen, das ist so ein typischer Anti-Katholik innerhalb der kath. Kirche:

Er hadert mit Positionen der Kirche, steht diesen entgegen. Ist aber noch in dieser, um die Kirche (!) umzukehren! :D
Da hat der Gute aber echt was nicht richtig verstanden, wie das mit der Umkehr funktioniert... :roll:
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Siard
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Siard » Donnerstag 16. Januar 2020, 16:03

Die Frage scheint mir hier: welche Kirche?
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Tinius
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Tinius » Donnerstag 16. Januar 2020, 16:33

Also wenn man diese Stimmen in diesem Artikel so liest, möchte man dieser römisch-katholischen Kirche nicht beitreten.

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Bruder Donald
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Bruder Donald » Donnerstag 16. Januar 2020, 16:59

Tinius hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 16:33
Also wenn man diese Stimmen in diesem Artikel so liest, möchte man dieser römisch-katholischen Kirche nicht beitreten.
Also, wenn man ständig nur so ein Rumgemotze hören und vermuten muss, dass es in dem Verein so Standard ist, möchte man dieser römisch-katholischen Kirche nicht beitreten.
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Raphaela » Donnerstag 16. Januar 2020, 21:26

Siard hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 16:03
Die Frage scheint mir hier: welche Kirche?
Es handelt sich doch ganz klipp und klar um die römisch-katholische Kirche!
Wo sonst spricht man von der Eucharistiefeier? Die Eucharistiefeier, die einem gut tut
Außerdem: Die Feierlichkeit, Tradition, Andacht.
Das Rosenkranzgebet wurde auch genannt, ebenso wie die Verehrung der Heiligen usw

Siard, kann es sein, dass du einfach nicht richtig gelesen hast?
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Siard » Donnerstag 16. Januar 2020, 22:26

Raphaela hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 21:26
Siard hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 16:03
Die Frage scheint mir hier: welche Kirche?
Es handelt sich doch ganz klipp und klar um die römisch-katholische Kirche!
Wo sonst spricht man von der Eucharistiefeier? Die Eucharistiefeier, die einem gut tut
Außerdem: Die Feierlichkeit, Tradition, Andacht.
Das Rosenkranzgebet wurde auch genannt, ebenso wie die Verehrung der Heiligen usw

Siard, kann es sein, dass du einfach nicht richtig gelesen hast?
Du hast es nicht verstanden. :nein:
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Marion » Freitag 17. Januar 2020, 11:38

..
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Eichbaum » Freitag 17. Januar 2020, 14:25

Siard hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 16:03
Die Frage scheint mir hier: welche Kirche?
Da in der Überschrift KATHOLIKEN steht, wird es wohl um die RKK gehen. :)
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Siard
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Siard » Freitag 17. Januar 2020, 16:16

Eichbaum hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 14:25
Siard hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 16:03
Die Frage scheint mir hier: welche Kirche?
Da in der Überschrift KATHOLIKEN steht, wird es wohl um die RKK gehen. :)
Anscheinend hast Du meine Antwort an Raphaela nicht gelesen.

Selbstverständlich gibt es nur eine Kirche, die Kirche unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi. Eben daher meine Frage.
Es gibt keinen Austritt aus der Kirche, nur aus der Einzugskörperschaft des Gebühreneinzugsservices.
Ob das etwas mit Apostasie zu tun hat, wage ich zu bezweifeln.
Andererseits sind viele "Mitglieder" des GES auch Häretiker, Schismatiker und Apostaten.
Der GES ist nicht die Kirche.
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Tinius
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Tinius » Freitag 17. Januar 2020, 18:01

Eichbaum hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 14:25
Siard hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 16:03
Die Frage scheint mir hier: welche Kirche?
Da in der Überschrift KATHOLIKEN steht, wird es wohl um die RKK gehen. :)
Es gibt noch andere Katholiken: die Alt-Katholiken, die Christkatholiken in der Schweiz, die nordischen Katholiken und einige spinnerte Gruppierungen, die sich auch Katholiken nennen und über verschlungene Wege behaupten, von Rom anerkannt zu sein. Kannst du in der Klausnerei nachlesen.

Eichbaum
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Eichbaum » Samstag 18. Januar 2020, 23:36

Tinius hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 18:01

Es gibt noch andere Katholiken
Ich weiß. Wenn aber von Katholiken - ohne Zusatz - die Rede ist, so kann man in 99,999 Prozent aller Fälle davon ausgehen, dass Mitglieder der RKK gemeint sind.
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Vir Probatus » Sonntag 19. Januar 2020, 04:48

Katholisch sein macht mürbe


https://taz.de/Verhaeltnis-von-Glaeubig ... /!5615809/
Taz hat geschrieben:Seit der Missbrauchskrise ist klar: In dieser Kirche gibt es keine Habitate der Gemütlichkeit, es gibt kein richtiges katholisches Leben in einer sündig gewordenen Institution. Die Institution, das waren immer auch wir, die wir in unserer Blindheit duldeten und bejahten. Wer diese Wahrheit einmal akzeptiert hat, kann sich nicht mehr per Verwaltungsakt aus der Verantwortung stehlen. Der weiß: Der Kirchenaustritt taugt nicht zur Absolution. Er macht es nur leichter, sich selbst zu belügen.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Sarandanon
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Sarandanon » Sonntag 19. Januar 2020, 10:32

Vir Probatus hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 04:48
https://taz.de/Verhaeltnis-von-Glaeubig ... /!5615809/
Taz hat geschrieben:Der weiß: Der Kirchenaustritt taugt nicht zur Absolution. Er macht es nur leichter, sich selbst zu belügen.
Schwieriger Satz. Aber er trägt sicherlich Wahrheit in sich. Es mag viele Mitglieder der römischen Kirche geben, die sich wirklich selbst belügen. Insbesondere jetzt, da man ja umfassend Kenntnis über das grundüble Thema des (Macht-)Missbrauchs erlangen kann. Aber es gibt vmtl. mindestens genau so viele, die sich der Erkenntnis stellen, gern etwas dagagen tun würden oder es sogar tun und tortzdem in der römischen Kirche bleiben. Zuletzt gibt es natürlich auch noch diejenigen, denen es schlichtweg egal ist, es ignorieren oder sich dem trotzig entgegenstellen, hauptsache es bleibt alles beim Alten.

Was man aus den einzelnen Äußerungen in dem Artikel herauslesen kann ist, dass es der Mehrheit der Äußernden um Wohlfühlen, Gemeinsschaft, Schönheit der Liturgie, "immer die richtigen Bibelstellen und Predigten" (vmtl. bar der Erkenntnis, dass es eine feste Leseordnung gibt), Behaglichkeit der Traditionen, Sicherheit in Beständigkeit geht. Das ist auch nichts wirklich Schlimmes und tatsächlich sogar nachvollziehbar. Mir gehts ja genauso, sonst wäre ich evangelisch kovertiert. Nur eine kritische Stimme äußerte sich zu verschiedenen Missständen in der römischen Kirche und nur einem war das Eingehen in das Reich Gottes, die Erlösungstat Jesu, repräsentiert durch die RKK wichtig.

Siard hat in einem Punkt Recht: Es gibt keinen Austritt aus der Kriche Jesu Christi. Wer getauft ist gehört dazu, immer, ob er/sie glaubt oder nicht. Man kann sich nur dem Einzug der weltlichen Steuern entziehen, welche den weltlichen Institutionen der einzelnen Kirchen zukommen. Davon ist die römische Kirche ein Teil, wenngleich der größte. Nicht mehr, nicht weniger.
Dich, o Herr, kann nur verlieren, wer dich verlässt.
(Augustinus Aurelius)

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Hanspeter
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Hanspeter » Sonntag 19. Januar 2020, 11:15

Ich gehöre nicht zur römischen Kirche, sondern zur Kirche von Münster. Da sieht es aber auch nicht besser aus.

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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Vir Probatus » Sonntag 19. Januar 2020, 12:47

Sarandanon hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 10:32

Siard hat in einem Punkt Recht: Es gibt keinen Austritt aus der Kriche Jesu Christi. Wer getauft ist gehört dazu, immer, ob er/sie glaubt oder nicht. Man kann sich nur dem Einzug der weltlichen Steuern entziehen, welche den weltlichen Institutionen der einzelnen Kirchen zukommen. Davon ist die römische Kirche ein Teil, wenngleich der größte. Nicht mehr, nicht weniger.
Dann schient die Deutsche Bischofskonferenz Häresien zu verbreiten. Die sieht das anders und das bekommt auch jeder schriftlich, der sich entschlossen hat, die Dinge nicht mehr mit finanzieren zu wollen.-
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

Petrus
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Petrus » Sonntag 19. Januar 2020, 14:17

Vir Probatus hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 12:47

Dann schient die Deutsche Bischofskonferenz Häresien zu verbreiten. Die sieht das anders und das bekommt auch jeder schriftlich, der sich entschlossen hat, die Dinge nicht mehr mit finanzieren zu wollen.-
Dem ist nicht so. Grundsätzlich: Wenn man in D keine Kirchensteuer mehr zahlt, wird man exkommuniziert.
D. h., man bleibt Mitglied der Kirche, verliert jedoch alle Rechte, behält aber alle Pflichten. (Sollte Euch das merkwürdig vorkommen: ich habe das Kirchenrecht nicht erfunden).

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Protasius
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Protasius » Sonntag 19. Januar 2020, 15:54

Petrus hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 14:17
Vir Probatus hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 12:47

Dann schient die Deutsche Bischofskonferenz Häresien zu verbreiten. Die sieht das anders und das bekommt auch jeder schriftlich, der sich entschlossen hat, die Dinge nicht mehr mit finanzieren zu wollen.-
Dem ist nicht so. Grundsätzlich: Wenn man in D keine Kirchensteuer mehr zahlt, wird man exkommuniziert.
D. h., man bleibt Mitglied der Kirche, verliert jedoch alle Rechte, behält aber alle Pflichten. (Sollte Euch das merkwürdig vorkommen: ich habe das Kirchenrecht nicht erfunden).
Jein; sie verhält sich so, als wäre man exkommuniziert, aber man ist nicht offiziell exkommuniziert, weil das dem Kirchenrecht widerspräche. Die Rechtsfolgen der Erklärung des Kirchenaustritt sind – bis auf unbedeutende Unterschiede – die gleichen wie bei der Exkommunikation: Ausschluß von den Sakramenten, Mitwirkung in Räten, Patenamt, ggf. kirchlichem Begräbnis.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Petrus » Sonntag 19. Januar 2020, 16:26

danke Dir für die Präzisierung, Protasius.

Worauf es mir ankam: Auch wenn man (vor dem Standesamt) "aus der Kirche austritt", bleibt man Mitglied der Kirche. Und hat keine Rechte mehr, aber immer noch die Pflichten. Also: wenn man keine Kirchensteuer mehr zahlen will, ist man gemäß CIC immer noch zur finanziellen Unterstützung der Kirche (in D nennt man das "Kirchensteuer") verpflichtet.

ich meine, dass das immer mehr weniger Menschen wirklich interessiert. Kirchliche Trauung nimmt immer weiter ab, weil es immer mehr Scheidungen gibt, anläßlich meiner Firmpatenschaft hat mich niemand nach einem Taufzeugnis gefragt ("ist Verwandtschaft", hat gereicht) und die Drohung der Verweigerung des kirchlichen Begräbnisses (die kirchenrechtlich unrechtmäßig ist) interessiert auch immer weniger Menschen - es gibt sehr kompetente weltliche Bestattungsleiter (selbst erlebt).

(eine formelle Exkommunikation wäre für mich vmtl. nicht zu erreichen - der für mich zuständige Offizial würde wahrscheinlich nur sagen: "Peter - warum blödelst Du schon wieder rum?") ;)

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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Vir Probatus » Montag 20. Januar 2020, 06:50

Aufruf an die Katholiken Deutschlands, die Kirchensteuer nicht zu zahlen

https://gloria.tv/post/8AdKex8vADBd13bmnQ8jzGKH8

Roberto de Mattei hat geschrieben:In der Tat hat die Deutsche Bischofskonferenz angeordnet, dass diejenigen, die ihren Kirchenaustritt erklären, nicht mehr die Sakramente der Beichte, der heiligen Kommunion oder der Firmung empfangen dürfen, und sie nach ihrem Tod kein kirchliches Begräbnis erhalten. Ohne ausdrücklich von Exkommunikation zu sprechen, verurteilt die Deutsche Bischofskonferenz die Gläubigen, die des Fiskus wegen die Kirche verlassen, zu eben diesen Folgen des Ausschlusses von den Sakramenten der Kirche. Genau das ist aber auch Kern einer Exkommunikation (vgl. Can. 1333 $ 1) Diese Katholiken dürfen die Sakramente erst dann wieder empfangen, wenn sie die Erklärung ihres Kirchenaustritts zurückziehen und wieder Kirchensteuer zahlen.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Siard » Montag 20. Januar 2020, 11:23

Zur Erinnerung:
Die Situation in Österreich ist im Prinzip gleich; vermutlich in der Schweiz auch ähnlich.
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Petrus
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Petrus » Montag 20. Januar 2020, 12:23

Siard hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 11:23
Zur Erinnerung:
Die Situation in Österreich ist im Prinzip gleich; vermutlich in der Schweiz auch ähnlich.
danke Dir, Siard, für die Erinnerung.

im Prinzip ist es in Österreich fast gleich (da muß die Kirche selbst den Kirchenbeitrag eintreiben), und in der Schweiz ein bißchen ganz anders, vielleicht.

hast Du nähere Informationen? Sollte ich vllt. in das Erzbistum Vaduz umziehen (was ja nicht allzuweit weg ist, und mit Bahn und Bus gut zu erreichen)?

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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Tinius » Montag 20. Januar 2020, 13:07

Petrus hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 12:23
Sollte ich vllt. in das Erzbistum Vaduz umziehen (was ja nicht allzuweit weg ist, und mit Bahn und Bus gut zu erreichen)?
Das ist nicht nötig. Du meldest dich temporär mit Hauptwohnsitz in Frankreich, Tschechien oder Belgien z.B. an und ziehst dann in eine andere Kommune zurück. Dort gibst du nicht an, daß du römisch-katholisch bist.

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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Siard » Montag 20. Januar 2020, 18:24

Tinius hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 13:07
Petrus hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 12:23
Sollte ich vllt. in das Erzbistum Vaduz umziehen (was ja nicht allzuweit weg ist, und mit Bahn und Bus gut zu erreichen)?
Das ist nicht nötig. Du meldest dich temporär mit Hauptwohnsitz in Frankreich, Tschechien oder Belgien z.B. an und ziehst dann in eine andere Kommune zurück. Dort gibst du nicht an, daß du römisch-katholisch bist.
Wenn es auffliegt gibt es aber eine dicke Nachzahlung – mindestens!
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Hubertus » Montag 20. Januar 2020, 18:48

Tinius hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 13:07
Petrus hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 12:23
Sollte ich vllt. in das Erzbistum Vaduz umziehen (was ja nicht allzuweit weg ist, und mit Bahn und Bus gut zu erreichen)?
Das ist nicht nötig. Du meldest dich temporär mit Hauptwohnsitz in Frankreich, Tschechien oder Belgien z.B. an und ziehst dann in eine andere Kommune zurück. Dort gibst du nicht an, daß du römisch-katholisch bist.
Hmm.. wie genau geschieht das? Ist die Angabe freiwillig, oder muß man in einem entsprechenden Feld ein "—" eintragen oder auf eine diesbzeügliche Frage des Beamten mit "Nein" antworten?
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Hubertus » Montag 20. Januar 2020, 19:10

Diesbezüglich nachlesend, bin ich auf eine Bestimmung des bayerischen Verwaltungsrechts gestoßen, welche lautet:
[url hat geschrieben:https://www.freistaat.bayern/dokumente/ ... 9775446502
Für die Aufnahme einer Niederschrift über die mündliche Austrittserklärung wird eine Gebühr in Höhe von 25,00 Euro erhoben. Für die Bestätigung der mündlichen Austrittserklärung in Form einer Ausfertigung der Niederschrift fällt eine Gebühr in Höhe von 10,00 EUR an.
:hae?:

Was genau heißt das? Wem gegenüber wird die mündliche Austrittserklärung geleistet? Wer fertigt die Niederschrift? Gilt da Formfreiheit? Kann man also in eigenen Worten einen "Kirchenaustritt" formulieren?
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Sempre » Montag 20. Januar 2020, 21:41

Bei mir war das damals auf dem Amtsgericht. A.D. 1981 in NRW. Hat ein paar deutsche Mark gekostet. Wenn ich recht erinnere, so um die zwanzig. Ich bin aus der Kirche des neuen Pfingsten ausgetreten, nachdem mir versichert worden war, daß die Gliedschaft in der Kirche nicht mehr wie früher heilsnotwendig sei.

War wohl kein Fehler, denn eines ist klar: Niemand fährt zur Hölle, bloß, weil er nicht zur Kirche des neuen Pfingsten gehört.

Viel später war ich so blöd, in Brasilien zu dem Verein wieder hinzugehen, und denen auch noch Geld zu geben. Zum Glück war das nur kurzfristig. Einen Austritt gibt es hier nicht. Man geht halt einfach nicht mehr hin, zahlt nichts mehr und kreuzt ggf. bei der Volkszählung an, was einem in den Kram passt. (Wenn man zahlt, zahlt man soviel man mag. Der Durchschnitts"katholik" in Brasilien zahlt ca. 25 Eurocent per annum.)
Niemals sei gesagt es werde je zugelassen, daß ein zum Leben prädestinierter Mensch sein Leben ohne das Sakrament des Mittlers beendet. (St. Augustin, Gegen Julian, V-4)

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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von ar26 » Montag 20. Januar 2020, 23:58

Tinius hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 13:07
Petrus hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 12:23
Sollte ich vllt. in das Erzbistum Vaduz umziehen (was ja nicht allzuweit weg ist, und mit Bahn und Bus gut zu erreichen)?
Das ist nicht nötig. Du meldest dich temporär mit Hauptwohnsitz in Frankreich, Tschechien oder Belgien z.B. an und ziehst dann in eine andere Kommune zurück. Dort gibst du nicht an, daß du römisch-katholisch bist.
Läuft leider nicht. Sobald man in Deutschland einkommensteuerpflichtig und katholisch ist, wird KSt einbehalten. Gilt auch für Berufspendler. Die wirklich spannende Frage ist, was passiert, wenn diese Pendler in Deutschland aus der KöR austreten aber zu Hause klarstellen, dass sie in der Kirche bleiben. Betrifft zB ein bis zwei Mio Berufspendler aus Polen. Habe gerade einen von denen an der Angel, der das mal offiziell durchziehen will. Leider scheuen sich polnische Ordinariate vor offiziellen statements. Inoffiziell stört die aber ein "deutscher Austritt" nicht, wenn das in PL beim Heimatpfarrer klarstellt.

Die kirchenrechtliche Frage ist, wo der Wohnsitz ist. Gerade bei Pendlern, deren Frau u. Kinder in PL leben, ist er mE dort, so dass das deutsche Partikularkirchenrecht leer läuft. Wie ist Deine Meinung @taddeo ?
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

Petrus
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Petrus » Dienstag 21. Januar 2020, 09:08

Hubertus hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 18:48
Tinius hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 13:07
Petrus hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 12:23
Sollte ich vllt. in das Erzbistum Vaduz umziehen (was ja nicht allzuweit weg ist, und mit Bahn und Bus gut zu erreichen)?
Das ist nicht nötig. Du meldest dich temporär mit Hauptwohnsitz in Frankreich, Tschechien oder Belgien z.B. an und ziehst dann in eine andere Kommune zurück. Dort gibst du nicht an, daß du römisch-katholisch bist.
Hmm.. wie genau geschieht das? Ist die Angabe freiwillig, oder muß man in einem entsprechenden Feld ein "—" eintragen oder auf eine diesbzeügliche Frage des Beamten mit "Nein" antworten?

ich weiß es nicht - ich bin schon lange nicht mehr umgezogen.

"Auf dem Land" funktioniert so etwas wohl nicht - in der Großstadt hat es bei mir (ist schon Jahrzehnte her) jedenfalls mal funktioniert. Ich weiß nicht mehr, ob die Meldebehörde oder ich den Fehler gemacht hat/habe - jedenfalls wurde mir keine Kirchensteuer abgezogen. Das Thema hatte sich später dann sowieso erledigt, als ich aus der Kirche ausgetreten bin. Und seit meinem Wiedereintritt zahle ich halt wieder Kirchensteuer.

Um das durchzuspielen: Natürlich gibt es, wenn das auffliegt, eine Nachzahlung - aber wer soll da draufkommen? Die Meldebehörde meldet den Zuzug doch nur bei Kirchenmitgliedern den kirchlichen Stellen, oder?

Und nun noch generell:

Für die deutsche Kirche ist die Kirchensteuer überlebensnotwendig. Sonst könnte die aufgeblähte Kirchenbürokratie mitsamt den "Wasserköpfen" und "Absahnern" doch nicht mehr finanziert werden.

Ein Beispiel für "Absahner": Als Card. Marx nach München kam. Sein Vorgänger, Card. Wetter, war ein frommer Mensch und herausragender Seelsorge, hat sich für andere Dinge wenig interessiert und vieles "laufen lassen".

Card. Marx hat ziemlich bald alle Stellen "auf 100% reduziert". Ich habe erst nicht verstanden, was das bedeutete - bis mein Freund es mir erklärt hat: Da gab es Mitarbeitende in der Diözese, die drei Stellen innnehatten - eine 80%Stelle, eine 50%Stelle und eine 25%Stelle - beispielsweise :)

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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Herr v. Liliencron » Dienstag 21. Januar 2020, 09:12

Die eheliche Wohnung ist der Lebensmittelpunkt der Familie als Gedamtheit, somit auch des Ehemannes und (jedenfalls juristischen: pater semper incertus est) Vaters, würde auch ich meinen.

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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von HeGe » Dienstag 21. Januar 2020, 10:59

Hubertus hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 19:10
Diesbezüglich nachlesend, bin ich auf eine Bestimmung des bayerischen Verwaltungsrechts gestoßen, welche lautet:
[url hat geschrieben:https://www.freistaat.bayern/dokumente/ ... 9775446502
Für die Aufnahme einer Niederschrift über die mündliche Austrittserklärung wird eine Gebühr in Höhe von 25,00 Euro erhoben. Für die Bestätigung der mündlichen Austrittserklärung in Form einer Ausfertigung der Niederschrift fällt eine Gebühr in Höhe von 10,00 EUR an.
:hae?:

Was genau heißt das? Wem gegenüber wird die mündliche Austrittserklärung geleistet? Wer fertigt die Niederschrift? Gilt da Formfreiheit? Kann man also in eigenen Worten einen "Kirchenaustritt" formulieren?
Steht doch auf der Seite:
Der Austritt aus einer Kirche, Religionsgemeinschaft oder weltanschaulichen Gemeinschaft, die Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, bedarf nach Art. 3 Abs. 4 des Bayerischen Kirchensteuergesetzes (KirchStG) zur öffentlich-rechtlichen Wirkung der mündlichen oder schriftlichen Erklärung bei dem Standesamt des Wohnsitzes oder gewöhnlichen Aufenthaltsortes. Bei einer schriftlichen Austrittserklärung muss die Unterschrift des Erklärenden von einem Notar beglaubigt sein.
Du kannst es schriftlich mit einem Notar machen oder du gehst zum zuständigen Standesamt und erklärst vor dem dortigen Standesbeamten den Austritt mündlich. Die (=Standesamt) fertigen davon eine Niederschrift an, was 25 € kostet. Wenn du von der Niederschrift dann ein Exemplar für deine Unterlagen haben möchtest, kostet das nochmal 10 €.

Erklärungen zur Niederschrift sind nichts ungewöhnliches, auch bei Gerichten ist das in einigen Bereichen möglich.
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Lycobates
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Re: Warum bleiben Katholiken in der Kirche?

Beitrag von Lycobates » Dienstag 21. Januar 2020, 11:16

HeGe hat geschrieben:
Dienstag 21. Januar 2020, 10:59
Hubertus hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 19:10
Diesbezüglich nachlesend, bin ich auf eine Bestimmung des bayerischen Verwaltungsrechts gestoßen, welche lautet:
[url hat geschrieben:https://www.freistaat.bayern/dokumente/ ... 9775446502
Für die Aufnahme einer Niederschrift über die mündliche Austrittserklärung wird eine Gebühr in Höhe von 25,00 Euro erhoben. Für die Bestätigung der mündlichen Austrittserklärung in Form einer Ausfertigung der Niederschrift fällt eine Gebühr in Höhe von 10,00 EUR an.
:hae?:

Was genau heißt das? Wem gegenüber wird die mündliche Austrittserklärung geleistet? Wer fertigt die Niederschrift? Gilt da Formfreiheit? Kann man also in eigenen Worten einen "Kirchenaustritt" formulieren?
Steht doch auf der Seite:
Der Austritt aus einer Kirche, Religionsgemeinschaft oder weltanschaulichen Gemeinschaft, die Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, bedarf nach Art. 3 Abs. 4 des Bayerischen Kirchensteuergesetzes (KirchStG) zur öffentlich-rechtlichen Wirkung der mündlichen oder schriftlichen Erklärung bei dem Standesamt des Wohnsitzes oder gewöhnlichen Aufenthaltsortes. Bei einer schriftlichen Austrittserklärung muss die Unterschrift des Erklärenden von einem Notar beglaubigt sein.
Du kannst es schriftlich mit einem Notar machen oder du gehst zum zuständigen Standesamt und erklärst vor dem dortigen Standesbeamten den Austritt mündlich. Die (=Standesamt) fertigen davon eine Niederschrift an, was 25 € kostet. Wenn du von der Niederschrift dann ein Exemplar für deine Unterlagen haben möchtest, kostet das nochmal 10 €.

Erklärungen zur Niederschrift sind nichts ungewöhnliches, auch bei Gerichten ist das in einigen Bereichen möglich.
Wir machen das so:
Name
Adresse

An das
Standesamt xxx

Betr.: Kirchensteuerpflicht
Name, geboren am xxx in xxx; Familienstand, Beruf

Innerhalb der katholischen Kirche ist es im Zuge des nachkonziliaren Reformismus immer offenkundiger geworden, daß ihre offiziellen Vertreter durch bewußte Förderung oder offene Duldung den wahren Glauben verfälscht, die Liturgie an zentraler Stelle zerstört und die Gläubigen in ihrem religiösen und sittlichen Verhalten verwirrt haben.

Ich vermag deshalb die derzeitige allgemeine kirchliche Organisation in Deutschland nicht mehr als die Repräsentantin der wahren römisch-katholischen Kirche, der ich durch meine Taufe angehöre, anzuerkennen, unter anderem speziell deshalb nicht, weil durch die öffentlichen Verlautbarungen des für mich zuständigen Bischofs xxx, sich mit den reformistischen Sekten unter Aufgabe des wahren Glaubens, trotz aller gegenteiligen Beteuerungen zu vereinigen, der durch den wahren Glauben begründete und absolut geltende Anspruch der Kirche Jesu Christi ausdrücklich geleugnet und aufgegeben werden soll.

Ein Kirchenvertreter, der dieser häretischen Tendenz anhängt, hört nach der Lehre der Kirche auf, als katholischer Bischof zu sprechen und verwirkt zugleich auch den zu Recht bestehenden Anspruch, von seinen Mitgliedern materielle Zuwendungen zu verlangen, die auf Grund der gegenwärtig bestehenden gesetzlichen Regelung durch den Staat als Kirchensteuern erhoben werden.

Da überdies durch den Willen der Kirchenführer zu einer Einheit, die den wahren Glauben bezweifelt und verwirft, sich die Kirche als wahre Kirche Christi, als römisch-katholische Kirche, selbst aufgibt, weshalb auch nicht mehr zu erwarten ist, daß durch die bloße Erhaltung der Organisationsform die Möglichkeit zu einer wahren Umkehr der Kirche in absehbarer Zeit gegeben scheint, sehe ich mich zu folgender Erklärung veranlaßt, da ich mich durch eine finanzielle Unterstützung der derzeitigen Kirchenorganisation nicht am Abbruch der wahren Kirche beteiligen kann:

Ich erkläre hiermit, daß ich aus der steuerberechtigten Körperschaft des öffentlichen Rechts "römisch-katholische Kirche" der Diözese xxxx austrete.

Diese Erklärung bezieht sich jedoch nicht auf meine Zugehörigkeit zur römisch-katholischen Kirche als sichtbarer Glaubensgemeinschaft, der ich weiterhin angehören will. Meinen kirchenrechtlichen Verpflichtungen nach dem CIC komme ich dadurch nach, daß ich den entsprechenden Betrag an Kirchensteuern in Zukunft einem noch rechtgläubigen katholischen Priester zukommen lasse.

Um etwaigen Zweifeln an der Bestimmtheit meiner Erklärung zu begegnen, hebe ich ausdrücklich hervor, daß es meine bestimmte und unzweideutige Absicht ist, mit umfassender, öffentlich-rechtlicher Wirkung im staatlichen Bereich aus der Körperschaft des öffentlichen Rechts "römisch-katholische Kirche" ausscheiden zu wollen.

Ich bin mir der Konsequenzen dieses Schrittes im staatlichen Bereich voll bewußt, insbesondere ist mir klar, daß sich die öffentlich-rechtliche Wirkung der Austrittserklärung nicht auf das Gebiet des Kirchensteuerrechts beschränkt, sondern auch andere Rechtsfolgen zeitigt.

Ich bitte, die Entgegennahme dieser Erklärung zu bestätigen, und den vorgeschriebenen Mitteilungen je eine der beiden anliegenden Abschriften beizufügen.

Ort, Datum.

(notarielle Bestätigung:)
Urk.R.Nr. xxx.
Ich beglaubige die vorstehende, vor mir vollzogene Unterschrift von (Name, Beruf, Adresse)
durch Personalausweis zu meiner Gewißheit legitimiert.
Ort, Datum.

Notar.
NGRNr. xxx
Wert: xxx €
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
*
Fac me Tibi semper magis credere, in Te spem habere, Te diligere
*
... una cum omnibus orthodoxis, atque catholicae et apostolicae fidei cultoribus

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