Neuevangelisierung / Mission

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Bruder Donald
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Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Bruder Donald »

Ich eröffne das Thema mal im Refektorium, da es hier sinniger ist.
(zwei ähnliche Threads bereits vorhanden, aber ich verstehe nicht, was sie im Scriptorium zu suchen haben. Bei Nichtgefallen gerne meinen Strang verschieben und mit den anderen zusammenführen)

Neuevangelisierung ist derzeit topaktuell und dringlich (wobei es immer aktuell sein sollte, da mMn ein nie abgeschlossener Prozess). Laut 2. Vatikanischen Konzil ist das nicht mehr die alleinige Aufgabe des Weiheamts sowie Mönchen oder Nonnen, sondern auch Pflicht der Laien.
In diesem Sinne, wo und wie kann dieser Prozess starten, wie und wohin kann und muss er gehen? Alle eure Ideen, Meinungen, Betrachtungen, Vorschläge etc. pp. sowie alles was ihr zu diesem Thema findet gerne hier rein. Lasst gebündelt uns und andere daran teilhaben! :)

Auf Christus schauen – positiv denken! Eine Anregung zur Neuevangelisierung

Prophetisch und weise klingen die Worte Pauls VI. Er erinnert mit Nachdruck an die Gemeinschaft der Kirche aller Zeiten und Orte:

"Die Evangelisierung verliert viel von ihrer Kraft und Wirksamkeit, wenn sie das konkrete Volk, an das sie sich wendet, nicht berücksichtigt und nicht seine Sprache, seine Zeichen und Symbole verwendet, nicht auf seine besonderen Fragen antwortet und sein konkretes Leben nicht einbezieht. Aber andererseits kann die Evangelisierung auch ihre Seele verlieren und innerlich leer werden, wenn man unter dem Vorwand, sie zu übersetzen, aushöhlt oder verfälscht; wenn man, um eine universale Wirklichkeit an Ortsverhältnisse anzupassen, diese Wirklichkeit selber opfert und die Einheit zerstört, ohne die es keine Universalität mehr gibt. Tatsächlich vermag nur eine Kirche, die sich ihrer Universalität bewußt ist, eine Botschaft anzubieten, die über die regionalen Grenzen hinweg von allen gehört werden kann."

Wie schön wäre es, wenn wir – nicht nur in Zeiten wie diesen – die Kraft, den Mut und das Vertrauen hätten, nicht auf uns und unsere Sorgen, sondern auf Christus zu schauen und uns von Ihm erneuern zu lassen. Vielleicht gelingt es uns, voller Gottvertrauen positiv zu denken, in Verbundenheit mit der ganzen Kirche, erfüllt von Hoffnung und Zuversicht? Bekanntlich wurde die heilige Mutter Teresa einmal von einem Journalisten gefragt: "Was muss sich als Erstes an der Kirche ändern?" Sie antwortete ganz im Sinne der Neuevangelisierung: "Sie und ich!"
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Juergen
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Juergen »

Derzeit habe ich den Eindruck, daß „Mission“ nicht nur ein verpönter Begriff, sondern auch als Handlung zumindest bei den Verantwortlichen in der Kirche nicht gewollt ist. Aktuell geht es um innerkirchliche Nabelschau, Strukturdiskussionen und Erfindung immer neuer pastoraler Unheilswege.

Lassen wir das Feld also weitere 30 Jahre brach liegen.
Danach kommen hoffentlich bessere Zeiten, in denen Mission wieder möglich wird und der Acker neu bestellt werden kann.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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Lauralarissa
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Lauralarissa »

Juergen hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 22:07
Derzeit habe ich den Eindruck, daß „Mission“ nicht nur ein verpönter Begriff, sondern auch als Handlung zumindest bei den Verantwortlichen in der Kirche nicht gewollt ist. Aktuell geht es um innerkirchliche Nabelschau, Strukturdiskussionen und Erfindung immer neuer pastoraler Unheilswege.

Lassen wir das Feld also weitere 30 Jahre brach liegen.
Danach kommen hoffentlich bessere Zeiten, in denen Mission wieder möglich wird und der Acker neu bestellt werden kann.
Ob das Feld brach liegt, entscheidet sich an der Frage, was die Christinnen und Christen tun und was nicht.
Wo engagiert ihr euch denn konkret?
Welche Projekte laufen gut?

Was ich erlebe ist wahnsinnig viel:
Spirituelle Angebote aller Arten: von Gospelkonzerten, Nightfever, neokonservative Jugendbewegungen, Fatima-Gebetskreis bis zur Schweigemeditation, Meditativer Tanz, Exerzitien, Taizégebet und Pilgern...
Vorträge, spirituelle Reisen, spirituelle Wanderungen, Familienfreizeiten, Jugendangebote ... alles da! Für jeden was dabei!
Die meisten Seelsorgeeinheiten haben ein wahnsinnig reichhaltiges Programm der Glaubensverkündigung.

Laura
"Die römisch-katholische Kirche ignoriert Begabungen, verachtet Wissen und verbietet sich Visionen. Sie hat sich an Frauen versündigt und versündigt sich weiter. Diskriminierung ist ihr harter, aber hohler Markenkern." (Christiane Florin)

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Bruder Donald
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Bruder Donald »

Juergen hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 22:07
Lassen wir das Feld also weitere 30 Jahre brach liegen.
Wenn die Felder die nächsten 30 Jahre brach liegen, bleibt verbrannte Erde übrig.
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Bruder Donald
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Bruder Donald »

Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 22:18
Spirituelle Angebote aller Arten: von Gospelkonzerten, Nightfever, neokonservative Jugendbewegungen, Fatima-Gebetskreis bis zur Schweigemeditation, Meditativer Tanz, Exerzitien, Taizégebet und Pilgern...
Vorträge, spirituelle Reisen, spirituelle Wanderungen, Familienfreizeiten, Jugendangebote ... alles da! Für jeden was dabei!
Interessante Auflistung, in der Tat, aber ich frage mich: Ist es im Endeffekt "nur" ein Angebot für das religiöse Befinden der jeweiligen Menschen oder nimmt es den jeweiligen Menschen mit zur Kirche und auf der Zielgeraden zu Gott?
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

Lauralarissa
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Lauralarissa »

Bruder Donald hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 23:53
Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 22:18
Spirituelle Angebote aller Arten: von Gospelkonzerten, Nightfever, neokonservative Jugendbewegungen, Fatima-Gebetskreis bis zur Schweigemeditation, Meditativer Tanz, Exerzitien, Taizégebet und Pilgern...
Vorträge, spirituelle Reisen, spirituelle Wanderungen, Familienfreizeiten, Jugendangebote ... alles da! Für jeden was dabei!
Interessante Auflistung, in der Tat, aber ich frage mich: Ist es im Endeffekt "nur" ein Angebot für das religiöse Befinden der jeweiligen Menschen oder nimmt es den jeweiligen Menschen mit zur Kirche und auf der Zielgeraden zu Gott?
Das wirst du nie wirklich erfahren, weil die Begegnung des Menschen mit Gott ja kaum zu "kontrollieren" sein dürfte. Auch religiöse Formen sind nur begrenzt ein Beleg ... Ob jemand jeden Sonntag in der Messe ist, regelmäßig beichtet etc, ist vielleicht ein Indiz für ein religiöses Interesse, aber kein hinreichender Beweis für eine Gottesbeziehung. Es kann ebenso ein Ausdruck einer tiefen Gottesbeziehung wie oberflächliche Pflichterfüllung sein.

Genau dieses Nichtwissen müssen wir aushalten ...
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Protasius
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Protasius »

Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 26. September 2019, 09:18
Bruder Donald hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 23:53
Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 22:18
Spirituelle Angebote aller Arten: von Gospelkonzerten, Nightfever, neokonservative Jugendbewegungen, Fatima-Gebetskreis bis zur Schweigemeditation, Meditativer Tanz, Exerzitien, Taizégebet und Pilgern...
Vorträge, spirituelle Reisen, spirituelle Wanderungen, Familienfreizeiten, Jugendangebote ... alles da! Für jeden was dabei!
Interessante Auflistung, in der Tat, aber ich frage mich: Ist es im Endeffekt "nur" ein Angebot für das religiöse Befinden der jeweiligen Menschen oder nimmt es den jeweiligen Menschen mit zur Kirche und auf der Zielgeraden zu Gott?
Das wirst du nie wirklich erfahren, weil die Begegnung des Menschen mit Gott ja kaum zu "kontrollieren" sein dürfte. Auch religiöse Formen sind nur begrenzt ein Beleg ... Ob jemand jeden Sonntag in der Messe ist, regelmäßig beichtet etc, ist vielleicht ein Indiz für ein religiöses Interesse, aber kein hinreichender Beweis für eine Gottesbeziehung. Es kann ebenso ein Ausdruck einer tiefen Gottesbeziehung wie oberflächliche Pflichterfüllung sein.

Genau dieses Nichtwissen müssen wir aushalten ...
Das ist letztlich eine neue Version der alten Weisheit Habitus non facit monachum, aber der umgekehrte Schluß, daß ein Mensch, der (obwohl es ihm möglich wäre) nicht in die Messe geht und nicht beichtet, zum mindesten ein Problem in seiner Beziehung zu Gott und seiner Kirche hat, ist sehr naheliegend.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Lauralarissa »

Protasius hat geschrieben:
Donnerstag 26. September 2019, 10:35
..., aber der umgekehrte Schluß, daß ein Mensch, der (obwohl es ihm möglich wäre) nicht in die Messe geht und nicht beichtet, zum mindesten ein Problem in seiner Beziehung zu Gott und seiner Kirche hat, ist sehr naheliegend.
Nur wenn du davon ausgehst, dass diese Sakramente der einzige oder zumindest beste Weg zu Gott sind.

Laura
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Juergen
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Juergen »

Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 22:18
Wo engagiert ihr euch denn konkret?
Gar nicht – aus oben genanntem Grunde.
Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 26. September 2019, 10:40
Nur wenn du davon ausgehst, dass diese Sakramente der einzige oder zumindest beste Weg zu Gott sind.
Sie sind der einzige Weg zu Gott.
Gruß Jürgen

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Lauralarissa
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Lauralarissa »

Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 26. September 2019, 10:59
Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 22:18
Wo engagiert ihr euch denn konkret?
Gar nicht – aus oben genanntem Grunde.


Wer sich nicht selbst engagiert, hat meines Erachtens auch kein Recht, diejenigen zu kritisieren, die sich engagieren.

Laura
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Juergen
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Juergen »

Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 26. September 2019, 11:02
Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 26. September 2019, 10:59
Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 22:18
Wo engagiert ihr euch denn konkret?
Gar nicht – aus oben genanntem Grunde.
Wer sich nicht selbst engagiert, hat meines Erachtens auch kein Recht, diejenigen zu kritisieren, die sich engagieren.
Unsinn.
Die Preisrichter beim Turmspringer oder anderen Sportarten müssen den Sport auch nicht ausüben, nur um andere bewerten zu können.
Gruß Jürgen

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Lauralarissa
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Lauralarissa »

Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 26. September 2019, 11:30
Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 26. September 2019, 11:02
Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 26. September 2019, 10:59
Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 25. September 2019, 22:18
Wo engagiert ihr euch denn konkret?
Gar nicht – aus oben genanntem Grunde.
Wer sich nicht selbst engagiert, hat meines Erachtens auch kein Recht, diejenigen zu kritisieren, die sich engagieren.
Unsinn.
Die Preisrichter beim Turmspringer oder anderen Sportarten müssen den Sport auch nicht ausüben, nur um andere bewerten zu können.


Die haben aber in der Regel selbst Erfahrung und eine entsprechende Ausbildung.
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Amigo
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Amigo »

Auf die Anfangsfrage bezogen: Bei uns in der Pfarre sind es mehrere Initiativen und Maßnahmen, die die Neuevangelisierung in der unmittelbaren Umgebung zum Thema und Ziel haben. Unter anderem:

- In das Pfarrgebiet neu Hinzugezogene, sofern sie bei der Kirchenbeitragsbehörde gemeldet sind (also auch Taufscheinkatholiken) werden persönlich besucht und mit einem Begrüßungsbrief der Pfarre beglückt, in dem sie eingeladen werden, sich das Pfarrleben mal näher anzusehen.

- Auf Straßenfesten wird mit einem eigenen Stand über die Kirche und diverse spirituelle und kulturelle Veranstaltungen informiert; auch stehen stets einige Personen aus der Pfarre für Fragen zur Verfügung

- Erstkommunionkinder aus allen Schulen der Gegend werden eingeladen, sich der Ministrantenschar anzuschließen. Die Erfolgsquote hier ist nicht berauschend hoch, aber einzelne Familien werden so doch zu einem längerfristigen Engagement in der Kirche gerufen und tragen damit ihrerseits wieder ein wenig zur Sichtbarkeit der Kirche bei.

- Ein recht langer, auffälliger (Blasmusik...) und unübersehbarer Prozessionszug am Fronleichnamsfest durch die Gassen der Stadt mit Gebet und Gesang ist auch ein sichtbares Zeichen der Kirche, und gibt einer großen Zahl von "Fensterguckern" Gelegenheit, sich einmal im Jahr zu fragen, warum da immer noch so viele Leute an einer veralteten Brauchtumsveranstaltung teilnehmen. Oder ob da doch mehr dahintersteckt...?

- In der "langen Nacht der Kirchen" werden zwar primär kulturelle, aber punktuell auch theologische oder zumindest kirchengeschichtliche Themen aufgegriffen und so ein kleiner Schritt in Richtung "Kirche wieder näher kennenlernen" angeboten

- Ökumenische Bibelabende, Vorträge und Gottesdienste wirken zwar vielleicht weniger "nach außen", sind aber im Geist des Konzils ebenfalls notwendige und hoffentlich wirksame Maßnahmen für die Verbreitung der Frohbotschaft. (Dass ich persönlich mit diesem Thema bzw. seiner konkreten Umsetzung recht wenig anzufangen weiß, aber in unserer Pfarre ausreichend viele kompetente und willige Mitarbeiter/innen sich des Themas annehmen, ist für mich ein Beweis, dass es nun mal vielseitige und einander ergänzende Charismen in der Gemeinschaft der Gläubigen geben muss)

- Mein persönliches "Steckenpferd" und Berufung - Katechumenat/Taufvorbereitung und dauerhafte katechetische Begleitung für erwachsene Ex-Muslime - soll auch nicht unerwähnt bleiben

- Einzelne hochwirksame und engagierte Personen der Pfarre bzw. unseres Dekanats sind auch in den diversen Diözesangremien vertreten, um das, was bei uns gut funktioniert, auch im größeren Rahmen vorzustellen und "zur Nachahmung anzuregen"

Ich bin sicher, dass es im Gefüge unserer Pfarre noch weitere Initiativen und Maßnahmen gibt, die in unterschiedlicher Weise zur Missionierung im Nahbereich der Pfarre beitragen. Vermutlich gibt es auch ein "Gesamtkonzept", das ich aber nicht kenne, und auch nicht kennen brauche - wenn es in konkreten und wirksamen Maßnahmen mündet, dann (und nur dann) ist es sinnvoll.

Lauralarissa
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Lauralarissa »

Amigo hat geschrieben:
Donnerstag 26. September 2019, 11:43
Auf die Anfangsfrage bezogen: Bei uns in der Pfarre sind es mehrere Initiativen und Maßnahmen, die die Neuevangelisierung in der unmittelbaren Umgebung zum Thema und Ziel haben. Unter anderem:
Das ist doch eine super Liste!
Genau um solche Aktionen geht es ja ... und ich bin immer wieder überrascht, was es inzwischen alles gibt undd wie kreativ die Gemeinden und Seelsorgeeinheiten sind.

Laura
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Raphaela
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Raphaela »

Ich denke zu Neuevangelisierung gehört im weitesten Sinne auch ein Verein der vor kurzem gegründet wurde:

VEREIN ZUR FÖRDERUNG VON BERUFUNGEN
Die erste Sitzung hat stattgefunden und wir freuen uns über jeden, der Interesse hat, diesem Verein beizutreten. Es können natürliche und juristische Personen beitreten. Wer mehr wissen möchte, bitte melden unter:
Braut-christi@email.de
oder
Priestergebet@email.de
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Bruder Donald
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Bruder Donald »

Studentenmissionare: Die Speerspitze der Neuevangelisierung
Doch trotz des ansteckenden Enthusiasmus der Studentenmissionare steht FOCUS auch in der Kritik. Der Organisation wird von ehemaligen Mitgliedern in Medienberichten vorgeworfen, den katholischen Glauben zu traditionell und eng auszulegen. Den Teilnehmern der Bibelkurse wird demnach mitunter vermittelt, dass es nur einen einzigen Weg gebe, die eigene Beziehung zu Gott zu leben. Eine Offenheit für andere Formen des Katholisch-Seins, die sich nicht am kirchlichen Lehramt orientieren, würden nicht akzeptiert.
Es übersteigt offenbar meinen Geisteshorizont, wie man katholisch sein kann ohne sich an der katholischen Lehre zu Orientieren. :hae?:
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Siard
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Siard »

Bruder Donald hat geschrieben:
Dienstag 18. Februar 2020, 09:55
Es übersteigt offenbar meinen Geisteshorizont, wie man katholisch sein kann ohne sich an der katholischen Lehre zu Orientieren. :hae?:
Ganz einfach: solange Kirchensteuer gezahlt wird, darf man sich an allem "orientieren" und ist dabei katholisch – jedenfalls im deutschen Sprachraum. :angewidert:

Ralf
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Ralf »

Bruder Donald hat geschrieben:
Dienstag 18. Februar 2020, 09:55
Studentenmissionare: Die Speerspitze der Neuevangelisierung
Doch trotz des ansteckenden Enthusiasmus der Studentenmissionare steht FOCUS auch in der Kritik. Der Organisation wird von ehemaligen Mitgliedern in Medienberichten vorgeworfen, den katholischen Glauben zu traditionell und eng auszulegen. Den Teilnehmern der Bibelkurse wird demnach mitunter vermittelt, dass es nur einen einzigen Weg gebe, die eigene Beziehung zu Gott zu leben. Eine Offenheit für andere Formen des Katholisch-Seins, die sich nicht am kirchlichen Lehramt orientieren, würden nicht akzeptiert.
Es übersteigt offenbar meinen Geisteshorizont, wie man katholisch sein kann ohne sich an der katholischen Lehre zu Orientieren. :hae?:
FOCUS ist amerikanisch. Dort gibt für einen Neueintritt 6 Menschen, die die Kirche verlassen (leider), bei uns sind es 25 pro Neueintritt (also noch viel schlimmer).

Aufgrund der Historie sind die Laien in den USA 1. sehr selbstbewußt und 2. tendenziell überzeugter katholisch als hier, da es viel mehr "ähnliche" und weit verbreitete Alternativen gibt, wie bspw. die Episkopalen. Wer dort katholisch ist, weiß oft, warum er eben nicht episkopal ist - und damit meine ich theologische Gründe, keine familiär-sozialen.

Daß FOCUS damit hierzulande auf Widerstand bei den finanziell Etablierten trifft, überrascht Null.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Bruder Donald
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Re: Neuevangelisierung / Mission

Beitrag von Bruder Donald »

Interview mit Bischof St. Oster zur GiG-Konferenz.
Jugendarbeit ist ja auch ein zentraler Baustein der Neuevangelisierung. Als Jugendbischof und durch Ihren Orden arbeiten Sie viel mit jungen Leuten zusammen. Wie setzen Sie Neuevangelisierung unter Jugendlichen im eigenen Bistum um?

Zunächst einmal: Ich alleine kann gar nichts umsetzen. Evangelisierung ist immer ein Weg der ganzen Kirche, aller Getauften. Erst einmal müssten wir uns darüber deutlicher bewusst werden, dass die Weise, wie wir in der Volkskirche junge Menschen in den Glauben führen oder geführt haben, oftmals nicht mehr allzu fruchtbar ist. Das heißt: Wir sind herausgefordert, auch nach neuen Wegen, neuen Formen, neuer Leidenschaft zu suchen, in denen das Gläubigwerden unter heutigen Bedingungen möglich ist und gelingt. Und zwar auch innerhalb der klassischen Felder der Jugendarbeit. Eine überaus wichtige Komponente sind ehrliche Beziehungen, ist ehrliche, intensive Weggemeinschaft mit jungen Menschen. Zudem: Ich glaube, dass sich Pfarreien heute neu bewusst werden dürfen, dass diese Aufgabe nicht einfach der Gemeindereferentin oder dem Kaplan überlassen werden kann.

Es ist Aufgabe von allen – und es fordert wirklich auch Einsatz, Opfer. Wir brauchen auch eine erneuerte Verständigung darüber, was wir überhaupt mit dem Evangelium meinen, in seiner Tiefe und Radikalität. Ich mache die Erfahrung, wenn wir dieses Evangelium herausfordernd verkündigen – und wenn es in eine gemeinschaftlich gewachsene, geistliche Atmosphäre hineingesprochen wird, dann passiert auch etwas in den Herzen junger Menschen. Das versuche ich persönlich mit einem regelmäßigen Projekt von jungen Menschen. Zudem fördern wir Initiativen von geistlichen Gemeinschaften mit jungen Menschen, wir planen etwa eine Jüngerschaftsschule oder wir arbeiten mit FOCUS zusammen. Wir haben das Firmalter von 12 auf 16 Jahre heraufgesetzt, um mehr Bewusstsein und Ehrlichkeit hineinzubringen. Und wir investieren zugleich auch in unsere klassischen Felder: Ministrantenarbeit, Jugendverbandsarbeit, Kirchenmusik und ähnliches. Ich hoffe stark auf gegenseitige Befruchtung und vor allem auf die Herzenserkenntnis vieler in allen Feldern, dass es wirklich um Jesus geht.
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