Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

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Lycobates
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Lycobates » Samstag 22. Februar 2020, 00:02

Eine katholische Stimme zur Heidenmission:
(Papst Leo XIII., Brief Iampridem Nobis, an die Erzbischöfe und Bischöfe Preußens, vom 6.1.1886, ASS 18/1885, 387-394, 393).
Nec minus insuper validam utilemque operam sacri ordinis viri eo imbuti spiritu, quem Ecclesia ministris suis indit, navare possunt in iis regionibus longe dissitis et a civili cultu remotis, in quibus colonias statuere plures Europae principes hoc tempore instituerunt. — Ipsi rei germanicae Gubernatores non modo certatim curant colonias deducere, possessionesque ampliare, sed etiam novos aditus industriae et mercaturis faciendis patefacere. Iidemque de humanitate gentium hoc etiam nomine optime merebuntur, quod nitantur tribus immanes et feras urbanis moribus atque artibus expolire. — Magni autem refert ad rudium et incultarum gentium demerendos animos voluntatesque conciliandas, eas confestim salutaria religionis praecepta edocere, ad veram recti honestique speciem intuendam adducere, et dignitatis filiorum Dei conscias efficere, ad quam ipsae etiam, Sospitatoris nostri meritis vocatae sunt. Quas res maxime propositas animo habentes romani Pontifices, Evangelii praecones ad incultos populos mittere sedulo naviterque curarunt. Ac sane opus, de quo agitur, non exercituum, non civilium magistratuum, neque dominantium est, quamquam ipsi fructum ex eo uberrimum capiunt; sed illorum, uti testatur historia, est hominum, qui ex Ecclesiae castris prodeuntes, sacrarum expeditionum labores et pericula sibi suscipiunt, ac velut nuntii et interpretes Dei, inter barbaras gentes migrare non verentur, vitam et sanguinem fratrum saluti libenter largituri.
Deutsch:
Nicht weniger wirksam und nützlich wäre aber ferner die Arbeit der katholischen Missionare, erfüllt von jenem Geist, den die Kirche ihren Dienern eingibt, in jenen weit entfernten und unzivilisierten Gebieten, in denen in unserer Zeit mehrere europäische Führer begonnen haben, Kolonien zu gründen. Auch die deutsche Regierung ist nicht nur bestrebt, um die Wette Kolonien zu errichten und ihren Besitzstand zu vergrößern, sondern auch sich neue Wege für Industrie und Handel zu eröffnen. Sicherlich wird sie sich für die Zivilisierung der Völker auch in diesem Punkt große Verdienste erwerben, wenn sie sich bemüht, wilde und ungehaltene Stämme zu Sittlichkeit und Kultur zu erziehen. Aber um sich den guten Willen dieser rohen und ungebildeten Nationen zu sichern und ihr Vertrauen zu gewinnen, müssen ihnen zu allererst unverzüglich die heilsamen Grundsätze der Religion beigebracht werden, müssen sie dazu geführt werden, die wahre Vorstellung davon zu beachten, was richtig und ehrlich ist, muß ihnen erklärt werden, was es bedeutet, Kinder Gottes zu sein, denn auch sie wurden dank der Verdienste unseres Erlösers zu dieser Würde berufen. Dies vor allem hatten die Päpste im Sinn, als sie Verkündiger des Evangeliums in die barbarischen Nationen zu schicken eifrig und nachhaltig bestrebt waren. Es ist dies aber keineswegs eine Angelegenheit der Armeen, der Verwalter oder der Eroberer, obwohl sie sicherlich reichlich Früchte davon ernten können. Es ist vielmehr, wie die Geschichte bezeugt, die Aufgabe solcher Männer, die, aus dem Lager der Kirche kommend, sich den Mühen und Gefahren von Missionsreisen stellen. Diese Männer haben keine Angst davor, als Boten und Dolmetscher Gottes unter den barbarischen Nationen zu reisen, bereit, ihr Blut und ihr Leben für die Errettung ihrer Brüder hinzugeben.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
*
Fac me Tibi semper magis credere, in Te spem habere, Te diligere
*
... una cum omnibus orthodoxis, atque catholicae et apostolicae fidei cultoribus

Lauralarissa
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Lauralarissa » Samstag 22. Februar 2020, 10:56

Wie gut, dass sich in der Kirche sowohl Sprache als auch Haltung zu den indigenen Völkern geändert haben.
"Die römisch-katholische Kirche ignoriert Begabungen, verachtet Wissen und verbietet sich Visionen. Sie hat sich an Frauen versündigt und versündigt sich weiter. Diskriminierung ist ihr harter, aber hohler Markenkern." (Christiane Florin)

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Osthugo
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Osthugo » Samstag 22. Februar 2020, 11:37

Lauralarissa hat geschrieben:
Samstag 22. Februar 2020, 10:56
Wie gut, dass sich in der Kirche sowohl Sprache als auch Haltung zu den indigenen Völkern geändert haben.
Diese „geänderte Haltung“ des Klerus (weniger der Kirche, da wird vieles missverstanden) hat auch dazu geführt, dass der Sendungsauftrag unseres Herrn Jesus Christus ad absurdum geführt wurde, weil davon ausgegangen wird, dass der eingebildete Rettungsautomatismus natürlich auch Nichtchristen umfasst, sofern sie sich bloß der Tugenden des Guten befleißigen. Taufe hin, Sakramente her, alle kommen in den Himmel (sofern überhaupt noch in diesen antiquierten eschatologisch-soteriologischen Dimensionen gedacht wird).
Wozu sich also im Namen des Herrn der Gefahr aussetzen, durch die Verkündigung einer Wahrheit, die für die Gesendeten längst keine mehr ist, einen Kopf kürzer gemacht zu werden. Und, nein, diese Art von „primitiven Kulturen“ ist mitnichten ausgestorben. Ein Blick in die täglichen Nachrichten reicht.
"Heiliger Engel, Schützer meiner Seele und meines Leibes, verlaß mich Sünder nicht! Weiche nicht von mir wegen meiner Sünden! Umfasse meine schwache Hand und führe mich den Weg des Heiles!"
(Makarios der Ägypter)

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Herr v. Liliencron » Samstag 22. Februar 2020, 11:59

Textanalyse zu QA oder: Was Amazonasindianer und katholische Traditionalisten gemeinsam haben:

https://www.kathnews.de/die-braut-chris ... auswertung.

:)

Trisagion
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Trisagion » Samstag 22. Februar 2020, 13:16

Die Einstellung der Kirche ist hier ja letztlich egal. Die säkuläre Gesellschaft der weltweiten Einheitskultur "missioniert" einfach ungefragt und unkontrolliert weiter, und interessiert sich letztlich nicht die Bohne für irgendwelche kulturellen oder sonstigen Eigenheiten, oder gar menschliche Schicksale. Den einzigen Respekt vor anderen Kulturen den sie kennt ist der Menschenzoo, die moderne Variante des Reservats. Das unterhält und man kann damit Geld machen, sei es mit Tourismus oder originellem Kunsthandwerk. Wie das mit Brasilien weitergehen wird, kann man sich in Australien mit seine Aborigines anschauen. Magische Formeln des Respekts für die ursprünglichen Besitzer des Landes werden aufgesagt, wo auch immer man "aufgewacht" erscheinen will. In der Realität lösen sich Aborigines entweder in die umgebende Normalität auf (erst kulturell, dann genetisch), oder werden Landstreicher und Kleinkriminelle, von allen anderen nach Kräften gemieden (so in etwa wie wir das mit den Sinti und Roma hatten / haben) und langsam aussterbend. Ansonsten leben sie konzentriert in einigen Reservaten, wo man sie touristisch besuchen darf. Da gehen sie komplett kaputt, mit schlimmen Zahlen zum Kindesmißbrauch, Benzinschnüffeln usw. usf. Aber sie machen auch gut verkäufliches Kunsthandwerk, insofern egal, das Geld stimmt ja.

Ob das jetzt irgendein Priester nackig angemalt rumturnt wird null an der vorhersehbaren Entwicklung ändern. Die entscheidende Mission der Kirche in unseren Tagen sind nicht die letzten indigenen Randgesellschaften, denn die werden garantiert von der weltweiten Einheitskultur eingestampft. Am Ende reduziert sich das auf das Schuhplattler und Lederhosen Niveau indigener Eigenheiten. Wie schnell das geht hat schlicht mit wirtschaftlichen Interessen zu tun, also z.B. damit ob sich ein Menschenzoo rechnet. Die Kirche kann da höchstens lindernd wirken. Die entscheidende Mission der Kirche ist hingegen gerade diese Einheitskultur selber. Wenn man wirklich zukunftsorientiert sein will, dann denkt man nicht über den Amazonas nach, sondern darüber was der Aufstieg Asiens und insbesondere Chinas für die weltweite Einheitskultur bedeuten wird.

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Sempre
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Sempre » Samstag 22. Februar 2020, 15:17

Frei Vicente Rodrigues Palha OFM (Vicente do Salvador) ist mit seinem fünfbändigen Werk Historia do Brasil aus dem Jahre des Herrn 1627 Vater der brasilianischen Geschichtsschreibung.

PDF, 143MB

Palha widmet den Heiden Brasiliens fünf Kapitel im ersten Buch. Der damals das wissenschaftliche Establishment beherrschenden Theorie des Peruaners Diogo de Avalos aus Chuquiabue, die Tupi- und Guaraní- Indianer stammten von spanischen Menschenfressern aus den Bergen von Altamira (vgl. Cueva de Altamira nicht weit von Torrelavega) ab und seien über die Kanaren und Kap Verde nach Südamerika ausgewandert, steht er skeptisch gegenüber. Er klassifiziert sie als unsichere Meinung ohne Fundament. Auch sämtliche anderen Theorien zur Frage der Herkunft der menschenfressenden Heiden Südamerikas weist er als ohne Fundament zurück. Sicher sei, daß sie sämtlich kastanienfarben und bartlos seien, und sich nur darin unterscheiden, daß manche Stämme barbarischer und andere weniger barbarisch sind. Sie bekriegen sich regelmäßig gegenseitig. Endloser Haß und Rache unter Verwandten. Die barbarischeren werden von den Tupi Tapuia ("Barbar") genannt. Die am wenigsten barbarischen nennen sich eben deswegen selbst Apaubetó ("wahre Menschen").

Das letzte der fünf Kapitel (das siebzehnte) handelt von den Kriegsgefangenen. Diese haben Glück, wenn sie für eine Axt oder eine Sichel an die Weißen verkauft werden. Denn ansonsten wird ihnen nicht nur die Freiheit sondern auch das Leben genommen. Sie werden mit Baumwollstricken um den Hals gefangengehalten und vom schönsten Mädchen des Haushalts verwöhnt und gefüttert, bis sie dick werden. Sobald sie bereit sind, werden alle Verwandten meilenweit zum Opferfest zusammengerufen, dessen gruseligen Details Palha beschreibt. Sollte das Mädchen, das als seine Frau diente, schwanger geworden sein, erleidet das Kind später das Schicksal des Vaters, wobei die Mutter die erste ist, die das Fleisch des Kindes frißt.

Andere Kommentatoren aus der Zeit erwähnen die Goitacá (vgl. Diözese von Campos dos Goytacazes) als die fürchterlichsten Tapuia. Sie waren abgesehen von Bemalung und Federn splitterfasernackt und opferten und verspeisten keine Kriegsgefangenen in dem Aberglauben, dadurch "Kräfte" zu erlangen, sondern fröhnten der Menschenfresserei aus kulinarischen Gründen.

Bild

Goitacá. Quelle

Was Palha über Haß, Rache, Kriege, Maniokschnaps und Opferfeste schreibt, wird von diversen anderen Quellen bestätigt. Zunächst u.a. Jean de Léry (Calvinist), André Thevet (Franziskaner), Hans Staden (deutscher Landsknecht). Später ab dem 20. Jahrhundert von Anthropologen wie etwa Alfred Métraux.
Niemals sei gesagt es werde je zugelassen, daß ein zum Leben prädestinierter Mensch sein Leben ohne das Sakrament des Mittlers beendet. (St. Augustin, Gegen Julian, V-4)

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Sempre
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Sempre » Samstag 22. Februar 2020, 18:39

Trisagion hat geschrieben:
Samstag 22. Februar 2020, 13:16
Die Einstellung der Kirche ist hier ja letztlich egal. Die säkuläre Gesellschaft der weltweiten Einheitskultur "missioniert" einfach ungefragt und unkontrolliert weiter, und interessiert sich letztlich nicht die Bohne für irgendwelche kulturellen oder sonstigen Eigenheiten, oder gar menschliche Schicksale. Den einzigen Respekt vor anderen Kulturen den sie kennt ist der Menschenzoo, die moderne Variante des Reservats. Das unterhält und man kann damit Geld machen, sei es mit Tourismus oder originellem Kunsthandwerk. Wie das mit Brasilien weitergehen wird, kann man sich in Australien mit seine Aborigines anschauen. Magische Formeln des Respekts für die ursprünglichen Besitzer des Landes werden aufgesagt, wo auch immer man "aufgewacht" erscheinen will. In der Realität lösen sich Aborigines entweder in die umgebende Normalität auf (erst kulturell, dann genetisch), oder werden Landstreicher und Kleinkriminelle, von allen anderen nach Kräften gemieden (so in etwa wie wir das mit den Sinti und Roma hatten / haben) und langsam aussterbend. Ansonsten leben sie konzentriert in einigen Reservaten, wo man sie touristisch besuchen darf. Da gehen sie komplett kaputt, mit schlimmen Zahlen zum Kindesmißbrauch, Benzinschnüffeln usw. usf. Aber sie machen auch gut verkäufliches Kunsthandwerk, insofern egal, das Geld stimmt ja.

Ob das jetzt irgendein Priester nackig angemalt rumturnt wird null an der vorhersehbaren Entwicklung ändern. Die entscheidende Mission der Kirche in unseren Tagen sind nicht die letzten indigenen Randgesellschaften, denn die werden garantiert von der weltweiten Einheitskultur eingestampft. Am Ende reduziert sich das auf das Schuhplattler und Lederhosen Niveau indigener Eigenheiten. Wie schnell das geht hat schlicht mit wirtschaftlichen Interessen zu tun, also z.B. damit ob sich ein Menschenzoo rechnet. Die Kirche kann da höchstens lindernd wirken. Die entscheidende Mission der Kirche ist hingegen gerade diese Einheitskultur selber. Wenn man wirklich zukunftsorientiert sein will, dann denkt man nicht über den Amazonas nach, sondern darüber was der Aufstieg Asiens und insbesondere Chinas für die weltweite Einheitskultur bedeuten wird.
Das sehe ich ganz anders. Die Indios dienen als Vorbild für die Deindustrialisierung u.a. Europas, die unbedingt nötig ist, wie die Pachamama offenbart hat.

Die Indios vom Rio Negro hatten sich 1987 in São Gabriel da Cachoeira zusammengeschlossen.

FEDERAÇÃO DAS ORGANIZAÇÕES INDÍGENAS DO RIO NEGRO

So richtig in Schwung kam ihr Dachverband aber erst sechs Jahre später, als sie vom

klimabuendnis.at

einen meterbreiten Scheck erhielten und ihr Munizip zur Klimabündnisgemeinde erklärten. Das berichten sie in zwei Videos auf ihrer Webseite über die Geschichte ihres Verbandes.

Bild
Bild

Erst ab da sei ihre Arbeit richtig losgegangen. Seit 500 Jahren kämpfen sie gegen die Missionare, die die Indianer auszurotten trachteten. Heute aber konzentriert sich ihr Kampf darauf, die ganze Menschheit vor der Ausrottung durch den Klimaschwindel zu retten.

Ob Bergoglio, sein Staatssekretär auf der Bilderbergerkonferenz, Merkel, andere Linksfaschisten oder die Indianer vom Amazonas. Sie ziehen alle an einem Strang: Genügend Energie für alle, die es sich leisten können. Und das müssen bald deutlich weniger werden, weil sonst die Pachamama leidet.
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Sempre » Samstag 22. Februar 2020, 19:33

Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Samstag 22. Februar 2020, 11:59
Textanalyse zu QA oder: Was Amazonasindianer und katholische Traditionalisten gemeinsam haben:

https://www.kathnews.de/die-braut-chris ... auswertung.

:)
Die autonome Piusbruderzone hat Jorge durch Taten ja bereits mehr oder weniger amtlich als Reservat des zweiten Pfingsten anerkannt.
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Vinzenz Ferrer
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Vinzenz Ferrer » Sonntag 23. Februar 2020, 12:34

Sempre hat geschrieben:
Samstag 22. Februar 2020, 15:17
Bild
In Berlin-Prenzlauer Berg oder im Hamburger Schanzenviertel würde er mit diesem Gesichtsschmuck nicht auffallen.
Glaube heißt Widerstand gegen die Schwerkraft. (Benedikt XVI.)

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Vinzenz Ferrer
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Vinzenz Ferrer » Sonntag 23. Februar 2020, 13:09

Vinzenz Ferrer hat geschrieben:
Sonntag 23. Februar 2020, 12:34
Sempre hat geschrieben:
Samstag 22. Februar 2020, 15:17
Bild
In Berlin-Prenzlauer Berg oder im Hamburger Schanzenviertel würde er mit diesem Gesichtsschmuck nicht auffallen.
So sehen in der Bunten Republik Deutschland mittlerweile Erzieher aus.
Glaube heißt Widerstand gegen die Schwerkraft. (Benedikt XVI.)

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Juergen » Sonntag 23. Februar 2020, 14:28

Lauralarissa hat geschrieben:
Samstag 22. Februar 2020, 10:56
Wie gut, dass sich in der Kirche sowohl Sprache als auch Haltung zu den indigenen Völkern geändert haben.
Könnten wir uns vielleicht mal von dem Sammelbegriff „indigene Völker“ trennen? Ich sehe nämlich nicht, daß das Dokument direkt an z.B. die Samen in Skandinavien oder Schapsugen im Nordkaukasus u.a. gerichtet ist.

Aber zurück zum Thema „Amazonien“ mit seinen verschiedenen Völkern:
Das ganze Gerede, welches wir vor allem in der Kirche hören und das in die Richtung zielt, daß man den verschiedenen Völkern ihre Eigenarten lassen soll, dort keinen Einfluß nehmen soll usw. mag im Ansatz nicht ganz falsch sein, doch führt es letztlich zur Angst davor, überhaupt noch Mission betreiben zu dürfen. Allein die Anwesenheit von Menschen aus anderen Kulturkreisen führt zu Einflüssen. Leider, so befürchte ich, sind es oft eher schädliche Einflüsse.
Der katholische Glaube, die rechte Feier der Sakramente und die katholische Sozial- und Morallehre usw. können hingegen niemals ein schädlicher Einfluß sein.
Gruß Jürgen

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Sempre » Sonntag 23. Februar 2020, 15:27

Bild

Das Evangelium wurde den brasilianischen Eingeborenen (= indígenas) durch den portugiesischen Staat gebracht, hier repräsentiert durch den Schild der Krone, der die Strahlen des Glaubens reflektiert. Das war Voraussetzung für die Zugeständnisse von Papst Alexander VI. in den Bullen Inter caetera des Jahres 1493.

Frontispiz von Frei João José de Santa Thereza in Istoria del regno del Brasile, 1698.

Infos aus História dos Índios no Brasil, Manuela Carneiro da Cunha et al., 1998, Editora Schwarcz Ltda., São Paulo
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Sempre » Montag 24. Februar 2020, 20:37



Indianer vom Stamm der Harakbut übergibt sein vom peruanischen Ministerium für Kultur herausgegebenes Buch "SOY SONTONE" persönlich dem großen weißen Cacique.


Bild

Hector Sueyo, Soziologe (Universidad Garcilaso de la Vega), Autor von "SOY SONTONE".
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Montag 9. März 2020, 22:27

Kardinal Burke: Keine Entwarnung am Amazonas
Es gibt Passagen in dem Dokument, die theologischen Wahrheiten auf schwerwiegende Weise widersprechen. Es gibt da zum Beispiel eine sehr poetisch klingende Passage, in der der Papst anscheinend die Königsherrschaft Christi hervorhebt, um dann auszusagen, Christus sei im Fluss, in den Bäumen usw. Das ist klassischer Animismus und Heidentum, das ist einfach nicht wahr. Von da aus gesehen ist es äußerst fragwürdig, das Papier als rundum positiv einzustufen, denn in Wirklichkeit kann es die Gläubigen in die Irre führen.
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

Ralf
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Ralf » Dienstag 10. März 2020, 11:53

Daß Gott in Seiner Schöpfung gegenwärtig ist, ist vollkommen richtig. Animismus wäre es zu sagen, Gott sei die Schöpfung - das behauptet der Papst nirgendwo.
Ungewohnt - aber wegen der hypostatischen Union der zwei Naturen in Christus nicht falsch - ist es zu lesen, daß Christus als gegenwärtig genannt wird und nicht Gott.

(Übrigens steht das Ganze in §74)
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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