Unvereinbarkeit von Rassismus mit katholischem Glauben

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Bruder Donald
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Re: Unvereinbarkeit von Rassismus mit katholischem Glauben

Beitrag von Bruder Donald »

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Freitag 9. August 2019, 17:57
Sorry, aber dass der "Kampfbegriff" "links" sein soll, halte ich für Blödsinn. Es sei denn, man hielt z.B. Helmut Kohl für "links".
Ich bezweifle eher, das Helmut Kohl dieses Wort überhaupt als "Kampfbegriff" verwendet hat. :)

Aber ohne Zweifel ist, dass die moderne politische Linke dieses Wort gerne als "Kampfbegriff" verwendet gegen alle, die nicht in ihr politisches Konzept passen.
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RomanesEuntDomus
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Re: Unvereinbarkeit von Rassismus mit katholischem Glauben

Beitrag von RomanesEuntDomus »

Die folgende Stellungnahme gehört eigentlich als Nachtrag in den Strang, der hier vor drei Wochen "zu Moderationszwecken vorübergehend hinausgenommen" wurde:

Pfarrei Hl. Franz von Assisi Queidersbach
Stellungnahme von Pfarrer Dr. Patrick Asomugha zu fremdenfeindlichen Äußerungen

Ende Juli haben der Südwestrundfunk und die Rheinpfalz über fremdenfeindliche Äußerungen gegen meine Person berichtet. Dazu möchte ich erklären:

Im August 2017 habe ich die Aufgabe des Pfarradministrators der Pfarrei Heiliger Franz von Assisi in Queidersbach übernommen. Ich habe seitdem unterschiedliche Reaktionen erfahren. Die meisten Menschen haben mich in der Pfarrei offen empfangen und von Beginn an freundlich aufgenommen und unterstützt. Mit manchen Menschen gab es aber auch Begegnungen, in denen eine gewisse Ablehnung vorherrschend war. Einige Male habe ich indirekt erfahren, dass in Gesprächen innerhalb der Pfarrgemeinde St. Antonius Queidersbach offenbar sehr schlecht und rassistisch über mich geredet wurde. Das habe ich als kränkend und verletzend empfunden, weil es nicht dem christlichen Miteinander entspricht.

Auch wenn eventuell einige Leute solche Einstellung unter sich geäußert haben, muss ich klarstellen, dass offene, fremdenfeindlich motivierte Übergriffe oder aggressive rassistische Anfeindungen gegen meine Person nicht stattgefunden haben. Wenn also durch Medienberichte dieser Eindruck entstanden ist, so möchte ich dem klar widersprechen. Gründe für diese Ablehnung und die damit verbundene Probleme sind vermutlich die Realität meiner Position als leitender Pfarrer und die Veränderungsherausforderungen, die mit „Gemeindepastoral 2015“ in unserem Bistum Speyer verbunden sind. Diese Veränderungen bedeuten, dass wir uns umorientieren, neu sortieren und auf die Herausforderungen einstellen müssen. Veränderung, wissen wir alle, ist nicht einfach und kostet Energie, ...

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Bruder Donald
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Re: Unvereinbarkeit von Rassismus mit katholischem Glauben

Beitrag von Bruder Donald »

Interview mit Kardinal Müller:

„Rassismus ist ein direkter Widerspruch zu Gott“

Stellenweise finde ich die Fragen "seltsam".
Was soll die Fragerei, ob Afroamerikaner die gleichen Rechte haben, wenn einzelne Menschen andere schlecht behandeln?
Hatte ein Afroamerikaner nun weniger Rechte, wenn ein Polizist der Meinung war, ihn unverhältnismäßig zu behandeln, indem er ca. 9 Minuten auf dem Hals kniete?
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Raphaela
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Re: Unvereinbarkeit von Rassismus mit katholischem Glauben

Beitrag von Raphaela »

CIC_Fan hat geschrieben:
Montag 5. August 2019, 10:49
ich finde das absolut rassistisch aber das kommt halt auf den Standpunkt ein den man grundsätzlich zu diesen Fragen einimmt
Nun ja, der gute Mensch dürfte einiges älter sein als du und so verschiedene Ereignisse kenne. So ist irgendwann in den 60iger Jahren mal in den USA der Strom ausgefallen. Und zwar länger Zeit. Es gab neun Monate später sehr viel Geburten....
Aber der genannte Satz von Tonnies ist trotzdem eine Frechheit! Und vor allem alles andere als christlich.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Juergen
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Re: Unvereinbarkeit von Rassismus mit katholischem Glauben

Beitrag von Juergen »

Raphaela hat geschrieben:
Sonntag 12. Juli 2020, 19:22
Aber der genannte Satz von Tonnies ist trotzdem eine Frechheit!
Insbesondere, weil der Mann Schweine schlachtet und Virenverbreitung fördert und Schuld ist im Schmelzen der Polkappen.

Die Leute in Rheda-Wiedenbrück können froh sein, daß sie den Tönnies haben. Hätten sie da an gleicher Stelle mit gleichen Bedingungen mich, stünden im nächsten Jahr 7500 Leute auf der Straße, sofern sie nicht bereit wären, mit ihren Familien der Produktionsstättenverlegung in ein osteuropäisches Land zu folgen. :tuete:
Gruß Jürgen

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Re: Unvereinbarkeit von Rassismus mit katholischem Glauben

Beitrag von kirchenchor400 »

Bruder Donald hat geschrieben:
Montag 5. August 2019, 12:00
Zu Tönnies:

1. Sollte man feststellen, ob Tönnies Äußerungen überhaupt rassistischen sind, bevor man
2. dazu kommt, inwiefern diese gegen die "katholische Glaubenslehre in Bezug auf Rassismus" verstoßen?

Für "rassistisch" halte ich seine Aussagen nicht, aber für stark versimpelnd, herablassend und abwertend. Es war eine dumme populistische Aussage, die alle "Afrikaner" undifferenziert in eine Schublade steckt. Eine solche Sicht und Aussage, ist für eine Persönlichkeit in der Stellung eines Tönnies, absolut unwürdig.
[Beleidigung entfernt. -HeGe]
Der Fall Tönnies ist eher ein Beispiel dafür, dass man den Begriff "Rassismus" inflationär verwendet und somit jede kritische Ansicht niederknüppelt, um sich bloß nicht mit kritischen Ansetzen auseinandersetzen zu müssen.

Aber um deine implizierte Frage zu beantworten, welche katholischen Glaubenswahrheiten Rassisten leugnen: Sie leugnen mit ihrer rassistischen Einstellung die Ebenbildichkeit ALLER Menschen mit Gott, dass ALLE Menschen Geschöpfe Gottes sind, die ALLE mit einer gleichwertigen Würde von Gott ausgestattet sind.
Dem stimme ich absolut zu.
Die Aussage von Tönnies halte ich ebenfalls nicht für rassistisch.
Laut Wikipedia handelt es sich um Rassismus, wenn Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – die eine bestimmte Abstammung vermuten lassen – als „Rasse“ kategorisiert und beurteilt werden.
Tönnies spricht hier von Afrikanern und nicht von einer Hautfarbe. Diese behandelt er aber in der Tat herablassend und schert alle über einen Kamm, was so nicht korrekt ist.

Dass Rassismus im katholische Glauben keinen Platz hat begründet sich schon dadurch, dass alle Menschen vor Gott gleich sind. Im Kreatonismus hat Gott ja den Menschen erschaffen, egal welche Hautfarbe.
Zuletzt geändert von HeGe am Mittwoch 5. August 2020, 10:52, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat gekennzeichnet.

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Protasius
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Re: Unvereinbarkeit von Rassismus mit katholischem Glauben

Beitrag von Protasius »

kirchenchor400 hat geschrieben:
Montag 3. August 2020, 21:01
Bruder Donald hat geschrieben:
Montag 5. August 2019, 12:00
Aber um deine implizierte Frage zu beantworten, welche katholischen Glaubenswahrheiten Rassisten leugnen: Sie leugnen mit ihrer rassistischen Einstellung die Ebenbildichkeit ALLER Menschen mit Gott, dass ALLE Menschen Geschöpfe Gottes sind, die ALLE mit einer gleichwertigen Würde von Gott ausgestattet sind.
Dem stimme ich absolut zu.
Die Aussage von Tönnies halte ich ebenfalls nicht für rassistisch.
Laut Wikipedia handelt es sich um Rassismus, wenn Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – die eine bestimmte Abstammung vermuten lassen – als „Rasse“ kategorisiert und beurteilt werden.
Ich vertrete schon sehr lange die Ansicht, daß die Gottesebenbildlichkeit des Menschen in seiner Seele besteht, gerade weil es äußere Unterschiede gibt. Daher halte ich die Definition von Wikipedia auch für nur bedingt geeignet; die Unterschiede in bspw. der Hautfarbe und in gewissen Grenzen im Körperbau sind offensichtlich da. Es mag politisch nicht opportun sein, aber wenn man solche Unterschiede bei Pferden oder Hunden feststellt, nennt man das auch Rasse. Dieses Faktum festzustellen und auszusprechen kann man mE nicht als Rassismus bezeichnen.

Das Problem des Rassismus taucht meines Erachtens dann auf, wenn man eine Rasse als grundsätzlich besser als eine andere betrachtet. Es gibt biologische Unterschiede, die eine Menschenrasse für eine bestimmte Umwelt geeigneter macht (bspw. dunkle Haut als Anpassung an starke Sonneneinstrahlung, helle Haut als Anpassung an schwache Sonneneinstrahlung); das ändert aber nichts daran, daß es sich bei uns allen um Menschen handelt, mit der dem Menschen als solchem innenwohnenden Würde bekleidet und mit unveräußerlichen Menschenrechten ausgestattet.

Als ich klein war, haben wir ein entsprechendes Lied aus dem Schwerter Liederbuch gesungen: „Alle Kinder dieser Welt sollen frohe Gotteskinder sein: Weiß und Schwarz und Rot und Gelb, alle lädtst du zu dir ein.“ (aus dem Gedächtnis zitiert; im Internet findet man nur das neue Schwerter Liederbuch, und das scheint dieses Stück nicht zu enthalten.)
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Juergen
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Re: Unvereinbarkeit von Rassismus mit katholischem Glauben

Beitrag von Juergen »

Da es definitionsgemäß keine menschlichen Rassen gibt, kann es auch keinen Rassismus geben. Wer die Existenz von Rassismus behauptet, der behauptet damit auch, daß es menschliche Rassen gibt und der wäre dann der wahre Rassist, wenn es denn menschliche Rassen gäbe. :doktor:
Gruß Jürgen

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