Exerzitien

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mtoto
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Exerzitien

Beitrag von mtoto » Dienstag 4. November 2003, 20:25

Hallo zusammen!

Ich bin auf der Suche nach einer Möglichkeit für kontemplative Exerzitien im nächsten Jahr.
Am liebsten wäre mir dies in einer Gruppe, wobei ich mich aber auch auf Einzelexerzitien einlassen könnte.
Wichtig ist mir dabei auch das durchgehende Schweigen. Eine Dauer von ca. 10 Tagen wäre optimal.

Kann mir da jemand von Euch weiterhelfen?
Googlen bringt nichts richtiges und im Freundeskreis gibts bis jetzt nur kleine Hinweise.

Liebe Grüße mtoto

PS: Im deutschen Busch gibts wahrscheinlich erst in ein paar Tagen wieder eine Internetgelegenheit... :roll:

Edith
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Beitrag von Edith » Dienstag 4. November 2003, 21:03

könntest Du "deutscher Busch" etwas präzisieren, bitte?
Bayrischer Wald, oder Namibia? :lol:

Ich hatte kürzlich eine Broschüre in der hand... für Frühjahr 2004.... mit allen erdenklichen solchen Angeboten im Süddeutschen Raum.
Gibts bestimmt auch vor die Nordhälfte :)

Für den Raum Berlin, zB hier:
http://www.karmel-birkenwerder.de/Exerzitien2003.htm

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Petrus
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Beitrag von Petrus » Mittwoch 5. November 2003, 09:44

Hallo mtoto,

Gries kann ich empfehlen.

Ralf
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Beitrag von Ralf » Mittwoch 5. November 2003, 16:00

Das bundesweite Angebot (wohl das meiste) findest Du hier:

http://www.exerzitien.info/
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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mtoto
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Beitrag von mtoto » Donnerstag 6. November 2003, 21:54

Hallo zusammen

Vielen Dank für eure Antworten.

@Edith: deutscher Busch = schwäbische Alb
d.h. 10 km bis zur ersten Ampel, nicht wegen viel Verkehr, sondern... Straßenenge durch Felsvorsprung. :shock:
oder 30km bis zum nächsten ordentlichen Supermarkt, Tante Emma, ähm Edeka 15km
Also, die schönste Ecke Deutschlands 8)
Was Exerzitien betrifft, ist es mir egal, wie weit ich fahren muß. Hauptsache alles andere ist stimmig.

@Petrus: Gries wurde mir hier von der Hausgemeinschaft auch schon sehr empfohlen. Aber irgendwie zieht es mich da nicht hin.

@Ralf: Der Link ist wirklich gut. Da werde ich mal meinen freien Tag drauf versurfen... ;)

Liebe Grüße mtoto

max72
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Beitrag von max72 » Mittwoch 12. November 2003, 10:07

Also Uebersicht hab ich auch nicht, nur eines vielleicht:

Das hatte ich mal gefunden. War in dem Ort mal, aber nicht im Kloster. Ist halt im Dorf und nicht in der Natur, aber es klang ganz interessant:
http://www.projekt-tau.it/

Dann gibt's ja noch http://www.haus-benedikt.net/ . Weiss nicht wie die nach dem Umbau sind. Meist waren die Exerzitien viel zu gross, fand ich (50 Leute!)

Das Beste finde ich oft, einfach in einem Kloster zu Gast zu sein und Mitzuleben (allerdings eher eines mit kleinem Gaestehaus, sonst ist nicht viel Ruhe da). Meist kann man da Kontakt zu einem der Moenche haben fuer Gespraeche und so.

Hab mal in google "kontemplative exerzitien" eingegeben. Da kommt schon einiges.

Gruss

Max

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mtoto
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Beitrag von mtoto » Sonnabend 15. November 2003, 20:20

Hallo Max72

Vielen Dank für deine beiden Links.

Also 50 Leute sind echt kein Anreiz dort hin zu gehen.
Im Moment warte ich noch auf einen angeforderten Prospekt und dann gehts ans Entscheiden...
Ich merke halt auch selber, daß ich recht besondere Ansprüche habe.

Liebe Grüße mtoto

Edith
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Beitrag von Edith » Sonntag 23. November 2003, 11:08

Es gibt eine Brochüre,
"Christiliche Meditaion im süddeutschen Raum"
Prospekt (23 Seiten)

in dem sehr viele Häuser aufgelitet sind, die sowas anbieten.
Mag sein daß es sowas auch für den Norddeutschen Raum gibt.

Bezugsadresse:
Maria Brunnhuber
Bergblick 6
86825 Bad Wörishofen
Fax: 08247-959880

Einzelprospekt gegen Voreinsendung von zwei Briefmarken à 0,56 Euro

Geronimo

Exerzitien mit Cantalamessa bei Radio Horeb

Beitrag von Geronimo » Sonntag 4. Juli 2004, 22:54

Exerzitien mit dem Prediger des päpstlichen Hauses
Vom Prediger des päpstlichen Hauses, P. DDr. Raniero Cantalamessa OFMCap übertragen wir geistliche Exerzitien im Alltag. Die Vorträge werden über mehrere Wochen jeweils am Montag in der Sendereihe "Spiritualität" um 16:30 Uhr ausgestrahlt. Die Reihe beginnt am Montag, den 05.07.2004

aus dem Programm von Radio Horeb

Geronimo

Dr. Dirk
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Beitrag von Dr. Dirk » Montag 5. Juli 2004, 08:45

In zwei Wochen bin ich bei Exezitien mit Cantalamessa. Werde dort beim Lobpreis mithelfen und Keyboard spielen (nicht dass ich das besonders gut könnte...). Bin mal gespannt, wie das wird. Man hat mich dazu überredet und ich weiß noch nicht mal, wo die Exerzitien stattfinden...
Ach ja, man hat halt so viele Termine... :D

Peter
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Beitrag von Peter » Montag 5. Juli 2004, 09:25

Lieber Geronimo, danke für den Tipp! Lieber Dirk: Wow!

Viel Segen: «Schabadaschabadaschabada!» :freude:

Peter
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Beitrag von Peter » Montag 5. Juli 2004, 09:35

Wer vielleicht Radio Horeb nicht empfangen kann (gibt’s per Live-Stream im Internet, aber das ist nicht jedermanns Sache, zumal nicht jede/r DSL oder eine Flatrate hat …), hier ist eine Adresse für Cassettenbestellungen:

Radio Horeb hat geschrieben:radio horeb - Kassettendienst -

Konviktstraße 1, D - 85049 Ingolstadt
Für die Kassetten bitten wir um eine Spende.
Sendungen mit diesem Symbol zum privaten Gebrauch unter Angabe
von Titel, Sendereihe und Sendedatum bei:
Kassettenbestellungen... B
Telefon 0841 - 33815 Telefax 0841- 33886
e-mail kassettendienst@radiohoreb.de
Ich erlaube mir, darauf zu verweisen, da die Cassetten gegen Spende abgegeben werden. Es handelt sich also nicht um eine kommerzielle Angelegenheit.

Dr. Dirk
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Beitrag von Dr. Dirk » Montag 5. Juli 2004, 09:46

Peter hat geschrieben: «Schabadaschabadaschabada!»
:D

Geronimo

Beitrag von Geronimo » Freitag 23. Juli 2004, 22:13

up

G.

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platon
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Beitrag von platon » Sonntag 25. Juli 2004, 23:15

Pater Cantalamessa kenne ich von einer Predigt, die er vor vielen Jahren auf dem Katholikentag in Karlsruhe bei den Charismatikern (mit Hilfe eines Dolmetschers) gehalten hat. Er sprach über das Kreuz und das große Wunder, daß Jesus in seinem Leiden die Sündhaftigkeit der ganzen Welt getragen hat. Seine Rede war so ergreifend, daß selbst ein Mann, der an der Tür noch sehr über die Kirche schimpfte, anschließend nur noch ganz laut den Herrn pries. Ich besorgte mir seine Predigt auf Kassette und tippte sie in mein Computer ein. Ich habe die Datei sicher noch, falls jemand sie haben will.
Fides quaerens intellectum
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Dr. Dirk
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Beitrag von Dr. Dirk » Montag 26. Juli 2004, 22:50

Ich komme gerade von den Exerzitien von P. Cantalamessa zurück. Das Thema war der Heilige Geist und es waren Exerzitien für Ordensschwestern (Mi-Mo).

In jedem Vortrag betrachtete P. Cantalamessa eine Strophe des "Veni Creator" und einige Verse des Pfinstereignisses in der Apostelgeschichte. Die Homilien der Messen handelten von der Eucharistie. Zwischendurch ging er auch auf spezielle Probleme des Ordensleben von heute ein - v.a. den Nachwuchsmangel.

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cathol01
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Beitrag von cathol01 » Montag 26. Juli 2004, 22:54

platon hat geschrieben:Seine Rede war so ergreifend, daß selbst ein Mann, der an der Tür noch sehr über die Kirche schimpfte, anschließend nur noch ganz laut den Herrn pries.
Hm... Wird hier nicht doch zu sehr mit den Gefühlen der Menschen gespielt?
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

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Beitrag von Peter » Montag 26. Juli 2004, 23:07

Das halte ich für eine grundsätzliche Versuchung bei der charismatischen Bewegung. Ich glaube aber eher, dass dies hier nicht der Fall war. Man müsste natürlich dabeigewesen sein …

Nach Carlos' Beschreibung könnte es sich ohnehin um einen sehr impulsiven Menschen gehandelt haben.

Davon abgesehen – Glaube und Gefühl halte ich für ein wichtiges Thema. Ich denke dazu, dass Gott viele Menschen zunächst auf der emotionalen Ebene anspricht. Zur Reifung gehört, dabei nicht stehenzubleiben. Für Luxemburger kann ich es nantürlich nicht sagen, aber die Deutschen halte ich für tendenziell eher emotional karg. Und wenn es dann einmal durchbricht, dann aber auch gleich so peinlich … aber da müssen wir durch … ;)

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Beitrag von cathol01 » Montag 26. Juli 2004, 23:14

Peter hat geschrieben:Davon abgesehen – Glaube und Gefühl halte ich für ein wichtiges Thema.
Ich auch. Vielleicht sollte man dazu mal einen Thread eröffnen.
Für Luxemburger kann ich es nantürlich nicht sagen, aber die Deutschen halte ich für tendenziell eher emotional karg.
Wir auch. Ich habe ein Jahr in Belgien (französischsprachig) studiert, die sind viel mediterraner (obwohl nördlicher als Luxemburg)...
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

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Beitrag von Geronimo » Montag 26. Juli 2004, 23:37

cathol01 hat geschrieben:
platon hat geschrieben:Seine Rede war so ergreifend, daß selbst ein Mann, der an der Tür noch sehr über die Kirche schimpfte, anschließend nur noch ganz laut den Herrn pries.
Hm... Wird hier nicht doch zu sehr mit den Gefühlen der Menschen gespielt?
Nein. Das hieße ja, Cantalamessa hätte das absichtlichh getan. Es ist wohl eher so, dass bei dem Mann die Gefühle durchgingen ...einmal gegen die Kirche, einmal für Gott ...nun denn!

Glaube und Gefühl ...natürlich untrennbar. Wie soll das sonst gehen? Nichts wird so sehr aus Sehnsucht geboren wie der Glaube.

Geronimo

PS: Gefühl. wohgemerkt - nicht Gefühligkeit.

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Beitrag von Dr. Dirk » Dienstag 27. Juli 2004, 11:10

P. Cantalamessa wurde gefragt, wann er das nächste mal Exerzitien in Deutschland anbieten will. Seine Antwort war: "Wenn ich so gut deutsch kann wie Goethe." Was wohl heißen soll, dass er langfristig keine Exerzitien in Deutschland mehr halten wird.

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platon
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Beitrag von platon » Dienstag 27. Juli 2004, 22:57

Hallo Leute,

die Sache mit den Gefühlen handhabe ich so, daß man stets die Kontrolle über seine Gefühle halten soll. Ich kann Gefühle bei mir zulassen, wenn ich aber das tue, versuche ich immer alles mit klarem Kopf zu schauen.

Was ist denn überhaupt Gebet als die vertrauensvolle Hinwendung zu seinem Schöpfer und liebster Jesus? Wenn Gebet, man denke etwa an das Gebet mit den Psalmen, Hören und Sprechen zugleich ist, sich öffnen für die das Wort Gottes aus den Zeichen der Zeit, aus der Schrift, aus konkreten Lebenssituationen ist, Lobpreis, eben das alles in der Vielfältigkeit der Formen, dann haben Gefühle darin durchaus ihren Platz.

Es gibt zwar ein Spruch, der heißt: "Liebe macht blind." An dieser Stelle aber könnte man jene Überlegungen der Alten einbringen, inwieweit wohl denn Liebe und Erkenntnis miteinander verwoben seien, und zwar bin ich z.B. erst dadurch fähig, meinen Bruder zu erkennen, wenn ich ihn mit dem Herzen erkenne. Ich erkenne meinen Bruder nicht allein dadurch, daß ich sein Gesicht sehe. So müßte eher gesagt werden, die Liebe beginnt dort, wo die Begegnung zu einer sehenden Begegnung wird, wo man sich vom andern "treffen" und in Anspruch nehmen läßt, also genau das Gegenteil vom Blindsein. Das eine ist vielleicht die "Verliebtheit", die als guter Katalysator dient, damit nun da die Liebe wachsen und Wurzeln fassen kann, und wenn es nötig sein sollte, daß man das eigene Leben für den anderen riskiert. Aber ich denke, im Falle der ehelichen Liebe ist diese ganz anders als etwa die Liebe einer Mutter Theresa von Kalkutta, wenn auch diese eine Grundbedingung für jene ist. Dort wo echte Liebe vorhanden ist, wo Raum für Freiheit evtl. auch Loszulassen gegeben ist, dort macht diese Liebe nicht blind sondern sehend.

So muß auch im Herzen etwa bei einer stillen Anbetung vorm Allerheiligsten auch ein gewisser Schutzraum für Gefühle vorhanden sein, wohl in dem Wissen, daß es nicht um die Gefühle als solche geht, sondern darum, daß man sein ganzes Wesen immer wieder Gott hingibt und übereignet, Verstand, Gefühle und den Leib.

Und nun zu Cantalamessa seiner Predigt, sie war auf jeden Fall eher eine Meditation über das Kreuz und die Erlösung. Warum soll denn sowas verboten sein? Wenn ich nur Theologie haben will, dann brauche ich nicht mehr in die Kirche gehen, dann nützt man besser seine Zeit und geht lieber in eine Theologievorlesung; jedenfalls hält man keine Liturgie.

Grüße, Carlos
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Peter
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Beitrag von Peter » Mittwoch 28. Juli 2004, 09:48

Lieber Carlos, meine Kurzformel, Liebe mache sehend, die ich eine Zeitlang als Signatur führte, hat anderswo Befremden ausgelöst. Affenliebe (also das Gegenteil von schenkender, echter Liebe) macht blind!
Carlos hat geschrieben:Wenn Gebet, man denke etwa an das Gebet mit den Psalmen, Hören und Sprechen zugleich ist, sich öffnen für die das Wort Gottes aus den Zeichen der Zeit, aus der Schrift, aus konkreten Lebenssituationen ist, Lobpreis, eben das alles in der Vielfältigkeit der Formen, dann haben Gefühle darin durchaus ihren Platz.
Vielleicht wäre es lohnend, aus den Psalmen einmal die ganzen Umschreibungen für Gefühlsregungen zusammenzusuchen. Denn gerade die Gebete Israels sind voller Gemütsbewegung. Ich denke auch an das Gebet der Hannah in Schilo (1 Sam 1,10ff): «Und sie war von Herzen betrübt und betete zum HERRN und weinte sehr.»

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Edi
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Beitrag von Edi » Mittwoch 28. Juli 2004, 13:37

Es ist doch zu unterscheiden zwischen menschlichen und geistlichen Gefühlen. Siehe die Heiligen... Pater Pio und auch (glaube ich) der Pfarrer von Ars und manche andere hatten die Gabe der Tränen!!
Da viele Christen immer oder oft trocken sind, kennen sie diese geistlichen Gefühle, die unmittelbar von Gott kommen nicht oder zu wenig und verwechseln sie mit den menschlichen, die in der Charismatikerszene zum Teil produziert werden, wobei man sagen muss, dass es dort selbstverständlich auch geistliche Gefühle gibt.
Zuletzt geändert von Edi am Mittwoch 28. Juli 2004, 21:38, insgesamt 1-mal geändert.

Peter
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Beitrag von Peter » Mittwoch 28. Juli 2004, 13:59

Ich habe es mir bis hierher noch aufgespart: aber grundsätzlich kann man sich für Gefühle nix kaufen.

Die sind gut und schön und nett, aber erst, wenn sie mich zu Reue, Buße und zu geistlichem leben bewegen, beginnen sie, Münze zu werden.

Ein ödes Gefühl um des Gefühls willen erkennt man vielleicht daran: dass nix passiert. Ist bei Menschendingen auch so.

«Ich liebe dich so unendlich!» — «Ach was.»

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platon
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Beitrag von platon » Mittwoch 28. Juli 2004, 23:20

Peter hat geschrieben:Die (=die Gefühle) sind gut und schön und nett, aber erst, wenn sie mich zu Reue, Buße und zu geistlichem leben bewegen, beginnen sie, Münze zu werden.
Hallo Peter,

ignatianisch muß gesagt werden, nicht die Schönheit oder die Art der Gefühle sind entscheidend, sondern eher, ob diese Gefühle mich zu Gott führen. Da hast Du es richtig gesehen. Aber es ist auch nicht die Reue an sich, woran man es messen kann, sondern vielmehr hängt die Wahrheit mit dran, und was mich wirklich, also nicht nur äußerlich, zu Gott führt.

Es gab eine Situation, in der Ignatius sich immer wieder gedrängt fühlte, die bereits gebeichteten Sünden nochmals zu beichten, die Traurigkeit ihn dazu führte, daß er um sich kreiste. Er kam zu dem Schluß, daß diese Reuegefühle nicht von Gott waren, also hat er sie in dieser Situation nicht mehr beachtet.

Es kann also eine Traurigkeit geben, die mich von Gott wegführt, und eine, die mich näher zu ihm bringt. Es gibt die Glückseligkeitsgefühle, die mich weg von Gott führen, und es gibt welche, die mich ins Gebet und in die Dankbarkeit führen.

Die alleinige Tatsache, daß sich jemand zum zölibatären Leben berufen fühlt, kann ein Anzeichen sein, daß jemand tatsächlich berufen ist; das Gefühl alleine ist nicht das Kriterium sondern nur eines unter vielen. Vielleicht ist das nur Verklemmung zur Berufung in die Ehe. Das alles heraus zu klären, das ist oft ein langwieriger Prozeß, bei dem allerdings die Freiheit wirklich von Herzen wollen muß. Aus all dem folgt, daß je folgenreicher eine Eingebung, ein Gefühls oder eine persönliche Offenbarung ist, umso mehr an Sorgfalt bedarf es Unterscheidung der Geister.

Gelten muß, was mich zur Sünde führt, oder was häretisch ist, und - ich füge hinzu - was der Vernunft widerspricht anstatt daß es sie übersteigt, das kommt nicht von Gott. Ein evangelischer Pastor bekam eine Eingebung, er solle die Frau soundso heiraten, obwohl er bereits verheiratet war, führte dazu, daß er sich scheiden ließ, die andere heiratete und schließlich sein Amt verlor. Dieser Impuls war klar nicht von Gott. Oder da fordern manche das Dogma der Miterlöserschaft Mariens, obwohl der Begriff äußerst mißverständlich und mehrdeutig ist, am Rande der Häresie liegt. Jemand will unbedingt Chirurg werden, obwohl er Angst vor dem Blut hat. Wie gut, daß wir so jemand wie Ignatius haben, der ein paar Kriterien aufgeschrieben hat, die eine Hilfe zur Unterscheidung sein können.

Das Gefühl an sich ist jedenfalls nicht das alleinige Kriterium, da hast Du Recht.

Gottes Segen,

Carlos ;)
Fides quaerens intellectum
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Beitrag von platon » Sonntag 1. August 2004, 09:35

Hallo Leute,

es gibt im übrigen ein Buch von Cantalamessa über das Thema seiner damaligen Predigt, allerdings viel ausführlicher und eher theologischer:

Raniero Cantalamessa: Das Kreuz. Gottes Kraft und Weisheit. Meditationen zum Karfreitag. Köln 1999. (Adamas Verlag)

Von ihm gelesen habe ich nur sein Buch mit dem Titel "Maria" über die Mutter Gottes. Beim oben vorgestellten Buch, so muß man sagen, daß es keine allzu leichte Lektüre vom Sprachstil her ist, vielleicht habe ich das deshalb noch nicht gelesen. *etwasverlegen* Werd' ich schon nachholen.

Grüße, Carlos
Fides quaerens intellectum
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Cornelia
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Ausbildung zum Begleiter karmelitanischer Exerzitien

Beitrag von Cornelia » Freitag 13. August 2004, 14:01

Möchte auf diesen Kurs aufmerksam machen:

http://www.karmel-birkenwerder.de/Ausbildungskurs.htm

Teilnehmen kann jeder geben – und nur derjenige –, der geistliche Erfahrung, einen "gesunden Hausverstand" (Teresa v. Ávila) und etwas zu sagen hat. Weitere Voraussetzungen, wie Theologiestudium, theologischer Fernkurs, pädagogische Erfahrung etc. sind willkommen, aber nicht Bedingung. Der Ausbildungskurs ist offen für entsprechende Interessenten aus allen Konfessionen der Ökumene!

Edith
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Re: Ausbildung zum Begleiter karmelitanischer Exerzitien

Beitrag von Edith » Freitag 13. August 2004, 15:58

Cornelia hat geschrieben:Möchte auf diesen Kurs aufmerksam machen:

http://www.karmel-birkenwerder.de/Ausbildungskurs.htm

Teilnehmen kann jeder geben – und nur derjenige –, der geistliche Erfahrung, einen "gesunden Hausverstand" (Teresa v. Ávila) und etwas zu sagen hat. Weitere Voraussetzungen, wie Theologiestudium, theologischer Fernkurs, pädagogische Erfahrung etc. sind willkommen, aber nicht Bedingung. Der Ausbildungskurs ist offen für entsprechende Interessenten aus allen Konfessionen der Ökumene!
was beudeutet denn das S hinter OCD auf Deinem Bild?

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Bedeutung OCDS

Beitrag von Cornelia » Freitag 13. August 2004, 19:43

OCDS heisst:
Ordo Carmelitarum Discalceatorum Saecularis
in Deutschland nennt sich das ganze: Teresianische Karmelgemeinschaft (TKG) und ist der Laien-Orden des Unbeschuhten Karmel.

Edith
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Beitrag von Edith » Sonnabend 14. August 2004, 00:10

:D
Das ist eine zugelassene Abkürzung?
Die TKG ist ein "Ordo....." ???????????

nicht wahr, oder? Leute... trennt mal sauber.
Ist die Skapulierbruderschaft dann OCDSc.?

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Cornelia
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zugelassene Abkürzung?

Beitrag von Cornelia » Montag 16. August 2004, 09:10

Liebe Edith,
was meinst Du mit "zugelassener Abkürzung"? TKG oder OCDS? OCDS ist die offizielle Abkürzung für "Ordo etc". In Deutschland sind wir bemüht, bei den Familiaren (früher Terziaren genannt) von den klösterlichen Begriffen wegzukommen und und nennen uns auch nicht "Säkularorden", da "Säkular" im Deutschen einen negativen Beigeschmack hat. Die offizielle Bezeichnung (laut unseren Konstitutionen) ist Teresianische Karmelgemeinschaft, und die wird mit TKG abgekürzt.
Ich finde das persönlich auch nicht so günstig und würde lieber einfachheitshalber OCDS sagen *totaleBegriffsverwirrungodernichtoderdoch*
:kratz:

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