Knien oder Stehen beim Schlusssegen?

Allgemein Katholisches.

Moderator: taddeo

Kniet oder steht ihr beim Schlusssegen (ordentliche Form)?

Knien
7
35%
Stehen
9
45%
je nach lokaler Gepflogenheit/Mehrheit
4
20%
 
Abstimmungen insgesamt: 20

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ad-fontes
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Re: Knien oder Stehen beim Schlusssegen?

Beitrag von ad-fontes » Freitag 13. April 2018, 11:02

FranzSales hat geschrieben:
Donnerstag 12. April 2018, 11:23
In allen (!) Ostkirchen ist es nach wie vor so, dass am Sonntag und in der Osterzeit nicht gekniet wird.
Stimmt nicht. In manchen Kirchen ist es Brauch, zum Evangelium zu knien.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Sascha B.
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Re: Knien oder Stehen beim Schlusssegen?

Beitrag von Sascha B. » Freitag 13. April 2018, 11:04

ad-fontes hat geschrieben:
Freitag 13. April 2018, 11:02
FranzSales hat geschrieben:
Donnerstag 12. April 2018, 11:23
In allen (!) Ostkirchen ist es nach wie vor so, dass am Sonntag und in der Osterzeit nicht gekniet wird.
Stimmt nicht. In manchen Kirchen ist es Brauch, zum Evangelium zu knien.
Stimmt, wir haben Rumänen in der Gemeinde, die dann und wann mal knien während die Russe und Sudeten stehen.
Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen lasset zum Herrn uns beten.
Herr, erbarme dich.

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ad-fontes
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Re: Knien oder Stehen beim Schlusssegen?

Beitrag von ad-fontes » Freitag 13. April 2018, 11:08

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Donnerstag 12. April 2018, 14:39
FranzSales hat geschrieben:
Donnerstag 12. April 2018, 11:23
In allen (!) Ostkirchen ist es nach wie vor so, dass am Sonntag und in der Osterzeit nicht gekniet wird. "Umu" hat hier vollkommen recht, wenn er anmerkt, dass der Grund der Regelung in einem ökumenischen (!) Konzil theologische Gründe hatte. Es geht auch nicht allgemein um ein Knieverbot, sondern nur zu ganz bestimmten Zeiten. Hier auf den Philipperbrief zu rekurrieren liegt daher neben der Sache, weil es darum nicht geht.

Die Westkirche hat hier -wie so oft- eigenmächtig eine uralte katholische Tradition gebrochen. Neuerungen sind also keine Erfindung des II. Vatikanums.


Wer sich über die katholische Tradition des Stehens informieren will, kann hier nachlesen:
https://auslegungssache.at/6380/ueber-d ... tesdienst/
Es mag ja so sein, dass in den Ostkirchen am Sonntag und in der Osterzeit nicht gekniet wird. Das hat hier auch niemand bestritten.
Doch (siehe oben). Ich vermisse einen Aspekt: Die Frage aus welcher Motivation heraus gekniet wird bzw. was mit diesem Gestus zum Ausdruck gebracht werden soll.

In der Zeit als der Kanon beschlossen wurde, hatte das Knien eindeutig Bußcharakter (sowie wie heute noch in der alten römischen Liturgie, wo das Oremus. Flectamus genua. Levate. nur an Bußtagen gesprochen wird, an den Pfingstquatembern hingegen unterbleibt).

Die einfache oder doppelte Kniebeuge vor dem Allerheiligsten bzw. zur Wandlung hat jedoch keinen Bußcharakter, sondern latreuischen (anbetenden) Charakter.

Im alten Officium (Pius V./Paul V.) steht am Schluß der Complet des Karsamstags, daß in der österlichen Zeit nicht gekniet wird (zur marianischen Antiphon etc.).
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Petrus
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Re: Knien oder Stehen beim Schlusssegen?

Beitrag von Petrus » Freitag 13. April 2018, 20:14

abgesehen davon:

ich habe ein bißchen kaputte Knie. Knien kann ich schon - ich komme halt nur noch schwer "hoch".

wenn ich in eine Kirche komme, mache ich eine Verneigung. So wie es einer meiner Lieblingspriester, Father Theophano Nguyen van Bich (Gott hab ihn selig) gemacht hat, weil der war damals fast schon achtzig.

Nett finde ich in diesem Zusammenhang: Heuer, anläßlich der Osternacht, haben alle Gläubigen ehrfürchtig ihre Kniebeuge gemacht, vor dem leeren Tabernakel. :)
bassd.

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Re: Knien oder Stehen beim Schlusssegen?

Beitrag von Sascha B. » Freitag 13. April 2018, 20:25

Was man in einer der Deggendorfer Kirchen öfter sieht: Die Leute gehen vom vorderen Eingant rein, am Tabernakel vorbei (den sie nicht beachten) und machen dann, vorm in die Bank setzen, eine Kniebeuge zum Altar hin. :pfeif:
Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen lasset zum Herrn uns beten.
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Hubertus
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Re: Knien oder Stehen beim Schlusssegen?

Beitrag von Hubertus » Freitag 13. April 2018, 20:35

Petrus hat geschrieben:
Freitag 13. April 2018, 20:14
Nett finde ich in diesem Zusammenhang: Heuer, anläßlich der Osternacht, haben alle Gläubigen ehrfürchtig ihre Kniebeuge gemacht, vor dem leeren Tabernakel. :)
In der Zeit nach der Karfreitagsliturgie bis zum Beginn der Osternacht genuflektiert man vor dem Altarkreuz.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Petrus
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Re: Knien oder Stehen beim Schlusssegen?

Beitrag von Petrus » Freitag 13. April 2018, 21:51

Hubertus hat geschrieben:
Donnerstag 12. April 2018, 19:56
Ich weiß nicht, was dieser Umstand für den katholischen Bereich des Forums für einen Belang haben sollte.
ich weiß das auch nicht.

Aber Du wirst uns sicher gelegentlich darüber aufklären.

Dafür Dir im Voraus herzlichen Dank.
bassd.

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Petrus
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Re: Knien oder Stehen beim Schlusssegen?

Beitrag von Petrus » Freitag 13. April 2018, 21:53

Hubertus hat geschrieben:
Freitag 13. April 2018, 20:35
In der Zeit nach der Karfreitagsliturgie bis zum Beginn der Osternacht genuflektiert man vor dem Altarkreuz.
so. neues Wort gelernt. genuflektieren.

danke.
bassd.

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Juergen
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Re: Knien oder Stehen beim Schlusssegen?

Beitrag von Juergen » Donnerstag 19. April 2018, 13:07

Beim feierlichen Schlußsegen wird gekniet:

Bild
Gruß
Jürgen

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