Mutter Teresa

Allgemein Katholisches.

Moderator: taddeo

Kollinge
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Mutter Teresa

Beitrag von Kollinge » Freitag 24. August 2007, 20:04

Heute Nachmittag fiel es mir wie Schuppen von den Augen,
was flimmerte da über den Fernseher? Mutter Theresa, wohl die Verköperung christlicher Ideale schlechthin, soll 5 Jahre lang grenzwertige Zweifel an der Existenz Gottes oder zumindest des Himmelreiches gehabt haben.

Wundern tut mich das ehrlichgestanden nicht, ich meine diese Frau war Tag und Nacht für die Ärmsten der Ärmsten Kalkuttas ein zu Fleisch gewordener Segen und musste das dort herrschende Elend welches wohl mit keiner Berliner Suppenküche auch nur im Ansatz zu vergleichen ist aus erster Reihe miterleben.

Was würdet ihr empfinden wenn euch tagtäglich solche Schreckensszenerien umgeben würden?
Würdet ihr tatsächlich anfangen an der Existenz des Allmächtigen zu zweifeln oder würdet ihr vielmehr sagen, es ist Gottes Plan der Welt, dass solche grauenhaften Qualen eingen Menschen widerfährt.
Was war nochmal der Sinn der Krankheit ?


http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... html?r=RSS

sofaklecks
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Sinn der Krankheit

Beitrag von sofaklecks » Freitag 24. August 2007, 20:23

Eine Krankheit ist eine Aufgabe, die einem gestellt wird.

Wie alles im Leben.

Wer nach dem "warum" fragt, verkennt völlig den Sinn des Lebens. Wir sind nicht dazu da, Fragen zu stellen, sondern dazu, sie zu beantworten.

Um das zu sehen muss man weder an Gott allgemein noch an Christus glauben.

Was nun die Zweifel an der Existenz Gottes betrifft, die plagen jeden immer wieder. Insofern sind de Briefe so sensationell wie ein Sonnenuntergang.

sofaklecks

PS: Ich empfehle eine Fahrt ins Elsass zum Isenheimer Altar nach Colmar. Die Anfechtungen des Heiligen Antonius. Der Altar stand ursprünglich in einem Hospiz.

Kollinge
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Beitrag von Kollinge » Freitag 24. August 2007, 21:37

Was nun die Zweifel an der Existenz Gottes betrifft, die plagen jeden immer wieder. Insofern sind de Briefe so sensationell wie ein Sonnenuntergang.

Nun, dass sie jeden immer mal wieder bedrängen ist mir schon klar (ich kann ein langes Lied davon singen) aber 50 Jahre , so wurde es zumindest geschildert, sind meines Erachtens nicht als "immer wieder" zu betrachten

Christian
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Re: Mutter Theresa - verlor sie ihren Glauben?

Beitrag von Christian » Freitag 24. August 2007, 21:39

Kollinge hat geschrieben:Heute Nachmittag fiel es mir wie Schuppen von den Augen,
was flimmerte da über den Fernseher? Mutter Theresa, wohl die Verköperung christlicher Ideale schlechthin, soll 50 Jahre lang grenzwertige Zweifel an der Existenz Gottes oder zumindest des Himmelreiches gehabt haben.

Wundern tut mich das ehrlichgestanden nicht, ich meine diese Frau war Tag und Nacht für die Ärmsten der Ärmsten Kalkuttas ein zu Fleisch gewordener Segen und musste das dort herrschende Elend welches wohl mit keiner Berliner Suppenküche auch nur im Ansatz zu vergleichen ist aus erster Reihe miterleben.

Was würdet ihr empfinden wenn euch tagtäglich solche Schreckensszenerien umgeben würden?
Würdet ihr tatsächlich anfangen an der Existenz des Allmächtigen zu zweifeln oder würdet ihr vielmehr sagen, es ist Gottes Plan der Welt, dass solche grauenhaften Qualen eingen Menschen widerfährt.
Was war nochmal der Sinn der Krankheit ?


http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... html?r=RSS
Hallo,

Zweifel in Glaubensfragen sind Herausforderungen die sich jeder Mensch stellen muß. In Krankheit, Schicksalsschlägen oder Tod eines nahestehenden Menschen kann immer Zweifel an die Existenz Gottes aufkommen , einige Menschen verlieren ihren Glauben bei der Frage nach dem "Warum?" andere gehen bestärkt aus dieser Krise heraus. Ich halte die Schlagzeile "Mutter - Theresa verlor ihren Glauben" für unlautere Werbung damit das Buch Auflagenstark verkauft wird.

Erinnern wir uns daran wie Jesu darum bat das der Kelch an ihm vorbeigeht oder wie er am Kreuz sprach :"Mein Gott , mein Gott warum hast du mich verlassen".

Genau wie der Herr so nahm auch Mutter Theresa ihr Kreuz auf sich und stellte sich der Aufgabe die Gott für sie vorgesehen hatte . Mögen wir alle so stark sein und nicht unter unserem Kreuz zusammenbrechen.

Gruß,

Christian
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ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc » Freitag 24. August 2007, 22:37

Ungewöhnlich sind solche zeitweiligen Glaubenszweifel bei vielen Heiligen nie gewesen, eher die Regel. Einfach mal verschiedene Heiligenbiographien lesen, dann wird einiges klarer.

Gruß, ad_hoc
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Kollinge
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Beitrag von Kollinge » Freitag 24. August 2007, 22:47

Ich kann es nur wiederholen, 50 Jahre! Das muss ja grauenhaft gewesen sein... :nein:

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asderrix
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Re: Sinn der Krankheit

Beitrag von asderrix » Sonnabend 25. August 2007, 01:43

Hallo Sofaklecks,
an folgendem Satz bin ich hängen geblieben:
sofaklecks hat geschrieben: Wer nach dem "warum" fragt, verkennt völlig den Sinn des Lebens. Wir sind nicht dazu da, Fragen zu stellen, sondern dazu, sie zu beantworten.
Erklärst du den noch mal bissel genauer?
lg
asder

sofaklecks
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Viktor Frankl

Beitrag von sofaklecks » Sonnabend 25. August 2007, 11:40

Ich hab diese Erkenntnis bei Viktor Frankl in dem Buch "Trotzdem Ja zum Leben sagen" gefunden und sie gehört zu den für mich unmttelbar überzeugenden Einsichten, die ohne Rücksicht auf weltanschauliche Überlegungen gelten.

Ob man nun Gott oder das Schicksal oder das Leben darunter verstehen will, wir müsen feststellen, das die Frage nach dem Warum eines Schicksalsschlages nie weiterführt. Es ist wie bei einem Quiz (man bleibe bitte bei diesem Vergleich nicht hängen), bei dem man vom Quizmaster eine Frage gestellt bekommt und dann zurückfragt, warum er gerade diese Frage stellt. Das führt nicht weiter, wir müssen uns um die Antwort auf die Frage bemühen.

Unabhängig von der Beantwortung der Frage, woher wir stammen, müssen wir feststellen, dass wir jeden Tag die Fragen des Lebens beantworten müssen. Das ist unsere Aufgabe. Gut und richtig zu leben ist in der Theorie eigentlich nicht sehr schwer: Du muss nur jedesmal dich für das Gute entscheiden, woran du (lassen wir die Frage, woher das kommt) allerdings durch deine Menschennatur (die sogenannte Erbschuld oder Ursünde oder wie man das auch immer bezeichnen mag) in der Praxis gehindert bist.

Ich für mich nenne das "digital leben". Du hast (fast) immer die Null oder Nichtnull - Entscheidungsmöglichkeit. Gut oder Böse. Richtig oder falsch.

Das ist das eine.

Das andere ist die Erkenntnis, dass das Leben eine einzige Kette von Verlusten ist, die den Menschen auf den eigenen Verlust dieser irdischen Existenz vorbereitet. So müssen Verluste bewältigt werden.

Und als drittes das, was Leonard Bernstein über den letzten Satz der vierten Sinfonie von Vaughn Williams gesagt hat, wo sich die Themen, alle aus kleinen Sekunden gebildet, zu einer überirdisch schönen Sequenz mit grossen Sekunden öffnen, ("Like heavens door", der Schluss der fünften Sinfonie von Tschaikowski, wo sich das Mollthema des Anfangs zum Durtriumphmarsch ändert ist ähnlich), um dann in sechs dissonenten Schlägen zu enden. Warum dieser dissonante Schluss, wenn man gerade denkt, jetzt hat man es endlich begriffen und will sich zurücklehnen wie der reiche Bauer im Evangelium vor drei Sonntagen, von dem die Seele nachts gefordert wird. Bernsteins Antwort: "Ladies and Gentlemen, boys and girls, that' life!"

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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz » Sonnabend 25. August 2007, 11:50

Mutter Theresa, wohl die Verköperung christlicher Ideale schlechthin, soll 50 Jahre lang grenzwertige Zweifel an der Existenz Gottes oder zumindest des Himmelreiches gehabt haben.
Die reale Mutter Theresa, nicht das Mediengespenst des Westens, war sicher kein christliches Ideal. Und wenn sie an Gott zweifelte so ist das nur gut, zumindest wenn sie an diesem Gott zweifelte in dessen Namen sie real handelte. Ich jedoch bin überzeugt sie glaubte an gar nichts.
Möge Gott ihrer Seele gnädig sein für mich jedoch heist es frei nach Goethes Faust "Und wenn der Himmel dir auch verzeiht. Auf Erden sei vermaledeit."

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Petra
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Beitrag von Petra » Sonnabend 25. August 2007, 14:48

Uff, da bin ich aber froh, dass ich nicht die Einzige bin, die mit Anfechtungen konfrontiert wird.

Selbst wenn sie bei mir offensichtlich ganz anderer Art sind als bei dir, Fiore.

Petra
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Beitrag von Petra » Sonnabend 25. August 2007, 14:57

M.E. hatte Mutter Teresa nicht 50 Jahre lang nur Glaubenszweifel.

Die angesprochenen Briefe sind nach dem Artikel nicht voll davon, sondern es heißt (singemäß) "einmal" schrieb sie davon.
Schließlich waren es Mitteilungen an ihre geistlichen Begleiter. Und mit denen tauscht man nicht nur die besten Witze aus, sondern es geht ans Eingemachte. Und meist immer an das was neben der Spur läuft.

Wahrscheinlich muss man sich das vorstellen, wie die Korrespondenz mit einem Eheberater. Da schreibt man nicht nur, was sehr gut läuft. Sondern - in 50 Jahren - taucht da bestimmt schon die drängende Frage auf, ob man überhaupt den Richtigen geheiratet hat, oder ob eine andere Entscheidung nicht sinnvoller gewesen wäre.

Und das Gefühl der Ferne von Gott ist normal. Viele Gläubige und Heilige haben damit zu kämpfen. Prüfungen eben. Und die Begleiter müssen zuhören und versuchen wieder aufzubauen.

(Knoten ins Taschentuch: Fürbitten für die Begleiter losschicken.)

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cantus planus
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Beitrag von cantus planus » Sonnabend 25. August 2007, 15:30

FioreGraz hat geschrieben:Ich jedoch bin überzeugt sie glaubte an gar nichts.
Wie kommst du zu diesem harten Urteil? Aufgrund der bekannten Aussagen zu anderen Religionen, die wohl einem Urteil der Glaubenskongregation nicht standhalten dürften, die aber offenbar kein Hindernis für die Seligsprechung waren? [[...] edit durch Mod - solche Seiten gehören nicht den katholischen Bereich.]

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nemesis
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Beitrag von nemesis » Sonnabend 25. August 2007, 18:44

Mutter Teresa war ja kein Übermensch, jeder hat schon das ein oder andere mal Zweifel. Was ist jetzt daran so sensationell?
Das deutsche Schicksal: vor einem Schalter zu stehn. Das deutsche Ideal: hinter einem Schalter zu sitzen. - Kurt Tucholsky

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Beitrag von Baerchen » Sonnabend 25. August 2007, 20:58

FioreGraz hat geschrieben:
Mutter Theresa, wohl die Verköperung christlicher Ideale schlechthin, soll 50 Jahre lang grenzwertige Zweifel an der Existenz Gottes oder zumindest des Himmelreiches gehabt haben.
Die reale Mutter Theresa, nicht das Mediengespenst des Westens, war sicher kein christliches Ideal. Und wenn sie an Gott zweifelte so ist das nur gut, zumindest wenn sie an diesem Gott zweifelte in dessen Namen sie real handelte. Ich jedoch bin überzeugt sie glaubte an gar nichts.
Möge Gott ihrer Seele gnädig sein für mich jedoch heist es frei nach Goethes Faust "Und wenn der Himmel dir auch verzeiht. Auf Erden sei vermaledeit."

LG
Fiore
Ich habe Mutter Teresa vor vielen Jahren selbst einmal persönlich gesehen. Sie war anlässlich einer Werbeveranstaltung in Deutschland, um für ihre Projekte Geld zu "sammeln". Vorher war sie mir noch sehr sympathisch (darum wollte ich sie auch unbedingt sehen), aber danach hat sie nicht nur keinen einzigen Pfennig mehr für ihre Projekte von mir bekommen, sondern ich habe ihr nicht mal mehr einen Funken Sympathie entgegen bringen können.
Für mich war die Frau weder ein christliches Ideal noch ein vertrauenswürdiger Mensch.
Wer hat ihr eigentlich zu der "Seligsprechung" verholfen?
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Pit
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Beitrag von Pit » Sonnabend 25. August 2007, 22:26

Hallo Baerchen,

welche negativen Erfahrungen hast Du denn mit Mutter Teresa bei dem Treffen gemacht?
Ich frage deshalb, weil eine Bekannte von mir ein Jahr bei den Schwestern in Kalkutta als MAZ (Missionarin auf Zeit) gearbeitet hat, und dabei Mutter Teresa als einen sehr engargierten aber angesichts der brutalen Armut vor Ort eben auch mal das eine oder andere Mal als zweifelnden Menschen erlebt hat.

Gruß, Pit
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Peregrin
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Beitrag von Peregrin » Sonnabend 25. August 2007, 22:28

de mortuis nil nisi bene
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Beitrag von Pit » Sonnabend 25. August 2007, 22:34

Ja, aber einigen hier scheint es nicht bewusst zu sein, leider!

Die Kritiker sagen ja auch immer, Mutter Teresa hätte den Kranken die Medizin verweigert.
Mit Verlaub! Das ist Humbug!
Welche Medikamente soll man - abgesehen von starken Schmerzmitteln - einem Menschen geben, der kurz vorher wortwörtlich sterbenskrank von der Strasse geholt wurde?

Gruß, Pit
Peregrin hat geschrieben:de mortuis nil nisi bene
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Beitrag von Esperanto » Sonnabend 25. August 2007, 22:36

ad_hoc hat geschrieben:Ungewöhnlich sind solche zeitweiligen Glaubenszweifel bei vielen Heiligen nie gewesen, eher die Regel. Einfach mal verschiedene Heiligenbiographien lesen, dann wird einiges klarer.

Gruß, ad_hoc

Ja, das ist doch die "dunkle Nacht" der Mystiker, oder? So etwas habe ich doch schon vor Jahren von der Heiligenkongregation gehört, dass Mutter Theresa so etwas gehabt haben soll. Mutter Theresa hat ja, soviel ich weiß, erst nach einer Jesuserscheinung mit ihrem karitativen Werk angefangen.

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Beitrag von Esperanto » Sonnabend 25. August 2007, 22:40

Baerchen hat geschrieben:
FioreGraz hat geschrieben:
Mutter Theresa, wohl die Verköperung christlicher Ideale schlechthin, soll 50 Jahre lang grenzwertige Zweifel an der Existenz Gottes oder zumindest des Himmelreiches gehabt haben.
Die reale Mutter Theresa, nicht das Mediengespenst des Westens, war sicher kein christliches Ideal. Und wenn sie an Gott zweifelte so ist das nur gut, zumindest wenn sie an diesem Gott zweifelte in dessen Namen sie real handelte. Ich jedoch bin überzeugt sie glaubte an gar nichts.
Möge Gott ihrer Seele gnädig sein für mich jedoch heist es frei nach Goethes Faust "Und wenn der Himmel dir auch verzeiht. Auf Erden sei vermaledeit."

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Ich habe Mutter Teresa vor vielen Jahren selbst einmal persönlich gesehen. Sie war anlässlich einer Werbeveranstaltung in Deutschland, um für ihre Projekte Geld zu "sammeln". Vorher war sie mir noch sehr sympathisch (darum wollte ich sie auch unbedingt sehen), aber danach hat sie nicht nur keinen einzigen Pfennig mehr für ihre Projekte von mir bekommen, sondern ich habe ihr nicht mal mehr einen Funken Sympathie entgegen bringen können.
Für mich war die Frau weder ein christliches Ideal noch ein vertrauenswürdiger Mensch.
Wer hat ihr eigentlich zu der "Seligsprechung" verholfen?


Ihr größter Freund Johannes Paul II. natürlich.

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Beitrag von Esperanto » Sonnabend 25. August 2007, 22:42

Kollinge hat geschrieben:Ich kann es nur wiederholen, 50 Jahre! Das muss ja grauenhaft gewesen sein... :nein:

Das muss seine mystische Bewandnis haben, so eine runde Zahl.

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc » Sonntag 26. August 2007, 00:24

Ich habe den Eindruck, dass sich hier hauptsächlich Leute zu Wort melden, die weder zum Leben und Werk Mutter Teresas, noch zur Mystik besonders glaubensintensiver Menschen, die selbstverständlich ebenfalls Phasen großer Glaubensverdunkelung durchleben, irgendeinen Zugang haben - und wahrscheinlich auch nie haben werden.

Das Null-Ergebnis: oberflächliche Meinungsäußerungen in sinnentleerter Schwatzhaftigkeit.
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Baerchen
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Beitrag von Baerchen » Sonntag 26. August 2007, 16:02

ad_hoc hat geschrieben:Ich habe den Eindruck, dass sich hier hauptsächlich Leute zu Wort melden, die weder zum Leben und Werk Mutter Teresas, noch zur Mystik besonders glaubensintensiver Menschen, die selbstverständlich ebenfalls Phasen großer Glaubensverdunkelung durchleben, irgendeinen Zugang haben - und wahrscheinlich auch nie haben werden.

Das Null-Ergebnis: oberflächliche Meinungsäußerungen in sinnentleerter Schwatzhaftigkeit.
Fühle ich mich jetzt angesprochen? NEIN, das sei ferne!
Ich habe M. T. verehrt wie keine andere lebende Person, sie war ein Idol für mich (aber auch damals schon kein Ideal, dem ich nachzueifern gewillt war). Ich hatte Kontakt zu einer Schwester ihres Ordens, die aus meinem damaligen Wohnort stammte und die ich persönlich gut kannte, weil sie die Kinderärztin meiner Kinder war.
Ich habe mich mit Leben und Werk M. T.'s sehr auseinandergesetzt, aber dann kam der gewisse Tag, an dem die "große" Liebe zu M. T. von einer Sekunde auf die andere hinfort war.
Wenn ich heute Berichte lese, wie M. T. mit ihren Kranken und Sterbenden umgegangen ist, dann überkommt mich das kalte Grauen..... Arme Teresa. Der Herr sei Deiner Seele gnädig, denn was Du den Armen und Sterbenden angetan hast, das hast Du unserem Herrn angetan.
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Petra
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Beitrag von Petra » Sonntag 26. August 2007, 23:59

Bärchen, wie viele verlauste Bettler hast du letzte Woche gewaschen?

(Zitat von Adrian Plass, außer dem „Bärchen“ natürlich.)

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Montag 27. August 2007, 22:47

Baerchen hat geschrieben:Arme Teresa.
Da du offensichtlich wenig Ahnung hast, lies einmal hier nach:
http://www.effedieffe.com/interventizeta.php?id=2212
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Pit
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Beitrag von Pit » Montag 27. August 2007, 22:51

Vieleicht wäre es für Baerchen auch hilfreich einmal ein halbes Jahr in Kalkutta mitzuhelfen und Sterbenskranke Menschen in dem Hospiz der Schwestern zu pflegen.

Gruß, Pit
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Baerchen hat geschrieben:Arme Teresa.
Da du offensichtlich wenig Ahnung hast, lies einmal hier nach:
http://www.effedieffe.com/interventizeta.php?id=2212
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Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Dienstag 28. August 2007, 10:21

Bitte, meine Damen und Herren -
Kritik auch an Heiligen ist natürlich möglich, aber neben einem Minimum an Sachlichkeit sind Vorwürfe auch wenigstens versuchsweise zu belegen... darum habe ich drei Beiträge mal in der Versenkung belassen.

Begründete Kritik ist erwünscht - begründete!

Und die Vorwürfe, die hier standen, waren nicht begründet... und wir wissen alle, dass es zu jedem Thema Hetzseiten gibt, aber die gehören nicht in den katholischen Bereich!

Bitte noch einmal schreiben - und Begründungen einfügen... :/ oder das Schreiben lieber lassen...
User inaktiv seit dem 05.06.2018.
Ihr alle, die guten Willens sind, seid im Gebet...

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Schmähkritik

Beitrag von sofaklecks » Dienstag 28. August 2007, 13:11

Was ich gefunden habe, war grösstenteils Schmähkritik. Kritik an dem angeblichen Persönlichkeitskult, daran, dass Mutter Theresa ihre Popularität nicht zu den von den Verfassern gewünschten Zielen einsetze, Kritik an ihrer bedingungslosen Abtreibungskritik und an der durchsetzungskräftigen Persönlichkeit.

Auch Kritik am Selbstverständnis des Ordens oder daran, dass angeblich über der Sterbehilfe die medizinische Betreuung vernachlässigt werde, meist unter Anlegung nordeuropäischer Versorgungsstandards. Und natürlich Kritik an der Bejahung des Leids und seiner Hinnahme.

Fakt ist, dass den Politikern die Tätigkeit allein deshalb ein Dorn im Auge war, weil damit die Zustände in Kalkutta oder anderswo in den Blickpunkt gerieten. Den anderen, weil sich auch Nichtchristen mit dem Engagement solidarisierten und nach der Wurzel diese Tuns fragten.

sofaklecks

Petra
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Re: Schmähkritik

Beitrag von Petra » Dienstag 28. August 2007, 13:17

sofaklecks hat geschrieben:Was ich gefunden habe, war grösstenteils Schmähkritik. Kritik an dem angeblichen Persönlichkeitskult, daran, dass Mutter Theresa ihre Popularität nicht zu den von den Verfassern gewünschten Zielen einsetze, Kritik an ihrer bedingungslosen Abtreibungskritik und an der durchsetzungskräftigen Persönlichkeit.

Auch Kritik am Selbstverständnis des Ordens oder daran, dass angeblich über der Sterbehilfe die medizinische Betreuung vernachlässigt werde, meist unter Anlegung nordeuropäischer Versorgungsstandards. Und natürlich Kritik an der Bejahung des Leids und seiner Hinnahme.

Fakt ist, dass den Politikern die Tätigkeit allein deshalb ein Dorn im Auge war, weil damit die Zustände in Kalkutta oder anderswo in den Blickpunkt gerieten. Den anderen, weil sich auch Nichtchristen mit dem Engagement solidarisierten und nach der Wurzel diese Tuns fragten.

sofaklecks
Von christlicher Seite kam (leider) noch die Kritik hinzu, dass ihr Helfen nicht zwangsläufig mit Missionieren verbunden war. Sondern die Schwestern lassen den Leidenden ihren Glauben.

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc » Dienstag 28. August 2007, 13:30

Von christlicher Seite kam (leider) noch die Kritik hinzu, dass ihr Helfen nicht zwangsläufig mit Missionieren verbunden war. Sondern die Schwestern lassen den Leidenden ihren Glauben.

Dagegen ist nichts einzuwenden. Denn: Das gute Beispiel, die gute Tat an sich, ersetzt jede Missionierung.

Gruß, ad_hoc
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Beitrag von FioreGraz » Dienstag 28. August 2007, 13:33

@sofakleks

Zwischen der ganzen Polemik steckt viel wahres. Nehmen wir nurmal Mother Teresa -The Final Verdict" von Aroup Chatterjee. Dort deckt er die einfachsten nachprüfbaren Dinge auf, z.B. einer ihrer "Irtümer" (ich würde sowas feiste Lügen nennen) sind die täglichen Auspeisungen, die je nach Veranstaltung auserhalb Indienes varierten (sie in Indien anzutreffen war wie isch schon gesagt hatte ne Art Lotogewinn) mal waren 9.000, mal 5000 bei der Nobelpreisverleihung 7000 ..... Und wieviel warens im Endefeckt ? 150 Auch ihre Schulspeisungen (200) wurden mit 5000 angegeben.

Oder wieviele hat sie nun aufgesammelt?

1979 36.000
1978 36.000
1973 36.000 (Feb Aussage in Sidney)
1973 27.000 (Feb Aussage in Melbourne)

Naja logisch wenn man in 1 Monat 9.000 Leute den Weg ins Jenseits zeigt das man sich dann 6 Jahre ausrasten muß. Obwohl bei einer Monatsleistung von 9.000 wären das 108.000 Menschen in 6 Jahren, Kalkuta sei froh das sich die Heilige ausgerastet hat.

LG
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Beitrag von Nueva » Dienstag 28. August 2007, 14:21

Sieht aus, als hätte die gute M.t. den Überblick über die Anzahl ihrer Speisungen und iher Kontoauszüge verloren verloren. Wer kann ihr das verübeln?? Sie war mit den Armen und dem Beten so beschäftigt, dass sie einfach nicht Buch drüber geführt hat. Es war für sie gleich. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie keinen,( wie sie soll ich schreiben?), Bezug oder Ahnung hatte, wie sie mit dem vielen Geld umgehen soll. Sie hat es ja schließlich nicht erarbeitet oder verdient.
Der richtige Umgang mit dem Geld scheint für die Heiligen ein Problem zu sein, vor dem sie sich gerne in die Spiritualität flüchten.

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc » Dienstag 28. August 2007, 14:23

Der richtige Umgang mit dem Geld scheint für die Heiligen ein Problem zu sein, vor dem sie sich gerne in die Spiritualität flüchten.
???! :hmm:

Gruß, ad_hoc
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