Allgemeines zum Weltjugendtag

Allgemein Katholisches.

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Benedictus
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Allgemeines zum Weltjugendtag

Beitrag von Benedictus » Donnerstag 28. April 2005, 10:42

Hallo,

ich will hier meinen Einstand mal beginnen mit einem Thema, dass mich in den letzten Wochen beschäftigt und es würde mich interessieren, welche Meinung die Anderen von Euch hier dazu vertreten.

Der bevorstehende Weltjugendtag in Köln kündigt sich mehr und mehr an und ich bemerke, wie sich auch in unserer Gemeinde zunehmend Unruhe und Euphorie diesbezüglich breit macht. So werden jetzt schon händeringend Familien gesucht, die bereit sind, einen oder mehrere Jugendliche aufzunehmen. Bei vielen ist eine derartige Begeisterung im Hinblick auf den Weltjugendtag spürbar, die für mich nicht so ganz nachvollziehbar ist.

Ich stelle mir die Frage: Was ist denn überhaupt von den Weltjugendtagen, die ja von Papst Johannes Paul II. erfunden wurden, zu halten? Ich frage mich dann, inwieweit die Begeisterung der Jugendlichen auf diesen Veranstaltungen eine echte Begeisterung aus dem Glauben heraus ist, oder ob es nicht mehr eine Art kollektive emotionale Besoffenheit ist, die sich im Moment wie ein Strohfreuer entlädt und dann sofort wieder verlischt?

Oder anders gefragt: Geht es den Besuchern einer solchen Veranstaltung überhaupt wirklich um den Glauben, um Gott? Oder ist der Weltjugendtag für die meisten nicht vielmehr ein tolles Event, bei dem man viele Leute aus anderen Ländern kennenlernt und ein paar nette Tage im Taumel emotionaler Trunkenheit miteinander verbringt, eine Art Woodstock des Glaubens? Und wie ernst nehmen die Besucher dieser Veranstaltungen die Lehre der Kirche, ihre moralischen Weisungen? - In diesem Zusammenhang las ich neulich einen Bericht im "Spiegel", in dem es hieß:

"Auf dem Weltjugendtreffen in Rom hatten die Gläubigen ihren Papst begeistert gefeiert. Doch am nächsten Morgen war die Wiese an der Universität ‘Tor Vergata’ mit Kondomen übersät."

Auch wenn diese Formulierung sicherlich im Hinblick darauf, in welchem Blatt der Artikel erschienen ist, zu sehen ist, so können wir uns doch nicht über die Situation hinwegtäuschen. Es gibt sicherlich eine ganze Zahl von Jugendlichen, die ihren Glauben wahrhaft leben wollen, aber noch weitaus größer ist die Zahl derer, die ihr Leben dem Spaß, der Lust und dem Konsum verschrieben haben.

Und ich weiß auch nicht, was ich von kreischenden Mädchen auf den Weltjugendtagen halten soll, die dort leicht bekleidet mit bauchfreiem Top und Bauchnabelpiercing herumlaufen. Vielleicht bin ich ja hier zu konservativ, aber ich denke, dass uneitles und keusches (welch abgegriffenes Wort, ich weiß) Auftreten auch Bestandteil des gelebten katholischen Glaubens sind. (Ebenso, wie ich aufgebrezelte Lektorinnen, die im knallroten Leuchtlederjäckchen hinter dem Ambo stehen, für unangemessen halte).

Sicherlich mag mir nun der eine oder andere vorwerfen, dass man vom äußeren Erscheinungsbild nicht auf die innere Glaubenshaltung schließen könne. Das ist korrekt. Allerdings habe ich auch in vielen persönlichen Gesprächen die Erfahrung gemacht dass für eine überwiegende Mehrzahl von Jugendlichen die Frage nach dem neuesten Handy, dem coolsten Klingelton, den abgefahrensten Windbeutelhosen, der Gedanke an das nächste Tattoo, das Bauchnabelpiercing oder die Karl Lagerfeld-Kollektion von H&M wesentlich wichtiger sind als die Frage nach Gott. Ja bei diesen Jugendlichen stößt man häufig auf blankes Desinteresse aber auch unverhohlenen Spott. Es sind mir allerdings auch eine Handvoll Jugendliche begegnet, die sich in ihrem Glauben engagieren, den Glauben auch aktiv in der Kirche leben. Und ganz ganz vereinzelt, kaum bemerkt, sind mir auch Jugendliche begegnet, bei denen man spürt dass der Glaube sie tiefer durchdrungen hat und die auch Andacht, Anbetung und Rosenkranz positiv gegenüberstehen.

Bei diesen Jugendlichen habe ich festgestellt: Sie brauchen den Weltjugendtag nicht, denn sie ruhen fest im Glauben. Das Bild eines Papstes, der mit Jugendlichen auf ein Bühne tanzt, befremdet sie mehr als dass es ihnen ein Gefühl der Gemeinschaft gibt.

Was also ist der Weltjugendtag? Zeugnis des Galubens, ein nettes Treffen unter kirchlichem Deckmantel oder ein Woodstock des Glaubens?

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Juergen
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Re: Weltjugendtag

Beitrag von Juergen » Donnerstag 28. April 2005, 11:47

Benedictus hat geschrieben:Was also ist der Weltjugendtag? Zeugnis des Galubens, ein nettes Treffen unter kirchlichem Deckmantel oder ein Woodstock des Glaubens?
IMHO, alles - sowohl als auch.

Bei der Masse an Menschen, die dort hingehen, wird man alles finden:
- Leute, für die es ein Fest des Glaubens ist
- Leute, für die es ein nettes Treffen ist
- Leute, für die es ein Mega-Event oder Riesenparty ist
- Leute, die einfach nur mal neugierig gucken wollen
- Leute, bei denen es ein Ausdruck ihres Glaubens ist
- etc.
- etc.

Pauschales "Schubladendenken" scheint mir nicht ganz angemessen zu sein.

Welche "Gruppe" aber nun den Großteil an Teilnehmern stellt, vermag ich nicht sicher zu sagen, wenngleich ich denke, daß es wohl den meisten doch "irgendwie um den Glauben" geht.

Ich denke, vor allem diejenigen die große Anstrengungen und weite Reisen unternehmen, um teilzunehmen, werden dies kaum tun, nur um eine "geile Party" zu feiern.
Gruß
Jürgen

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Teresa
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Beitrag von Teresa » Freitag 29. April 2005, 12:56

Ich denke, dass der Weltjugendtage eine echte Chance für diejenigen jungen Menschen (und Jungebliebenen :mrgreen: ) ist, die sich tatsächlich mit christlichem Glauben und Leben auseinandersetzen und dieses auch in fröhlicher Weise zeigen wollen. Außerdem spielt die Internationalität dieser Tage eine wichtige Rolle, da Austausch zwischen Christen verschiedenster Nationen ein wesentlicher Aspekt ist.
Allerdings gilt natürlich: Wie lange Begeisterung anhält und wirklich ins alltägliche Leben weiterhin ausstrahlen wird, bleibt abzuwarten...
Solo dios basta!

Pina Colada
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Beitrag von Pina Colada » Freitag 29. April 2005, 13:09

Ich war in Rom und Toronto dabei, und werde in Köln mithelfen dürfen.

Klar ist es erstmal eine riesige Veranstaltung, und von mir aus auch ne Art Woodstock.

Aber es gibt dort sehr viele Impulse für Menschen, die ihren Glauben neu Leben oder überhaupt den Glauben kennenlernen wollen.

Es gab riesige Beichtwiesen, Beichtstuhlreihen in allen Sprachen.
Von Anfang des WJT an bis zum Ende. Und immer musste man Schlange stehen.
Selbst wenn es keinen anderen Effekt hätte, dieser wäre schon riesig.

Es ist natürlich auch wichtig, mit wem man zum WJT fährt, welches "geistliche Klima" sozusagen in der Gruppe herrscht.
Ich habe zum Beispiel in Rom von Gruppen gehört, in denen man nicht zur Abschlussmesse nach Tor Vergata gegangen ist.....in diesen Gruppen wurde stark die Freiheit des Einzelnen propagiert, aber als einige sagten, dass sie dorthin wollen, wurden sie ziemlich angemacht......

Was die Kondome auf der Tor Vergata betrifft: Ich hätte durchaus welche brauchen können. Als Wasserbombe. War nämlich saumässig heiss.

Aber dass sie jemand zum bestimmungsgemässen Gebrauch benutzt, wenn rundherum zwei Millionen Leute liegen.......und versteckte Ecken gabs nun wirklich keine. Und die Klos waren eklig stinkend. Also, das Ganze halte ich nun wirklich für üble
Gerüch(t)e....

Also, ich empfehle, mit einer guten Gruppe teilzunehmen.
(Gibt bestimmt viele gute Gruppen. Ich empfehle aber die)

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Benedictus
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Beitrag von Benedictus » Freitag 29. April 2005, 13:42

Ich war in Rom und Toronto dabei, und werde in Köln mithelfen dürfen.

Klar ist es erstmal eine riesige Veranstaltung, und von mir aus auch ne Art Woodstock.

Aber es gibt dort sehr viele Impulse für Menschen, die ihren Glauben neu Leben oder überhaupt den Glauben kennenlernen wollen.

Es gab riesige Beichtwiesen, Beichtstuhlreihen in allen Sprachen.
Von Anfang des WJT an bis zum Ende. Und immer musste man Schlange stehen.
Selbst wenn es keinen anderen Effekt hätte, dieser wäre schon riesig.
Das hört sich gut an. Schön, wenn Dir die Weltjugendtage auch über das "Event sein" etwas gebracht haben. Davon, dass das Beichtsakrament so gut angenommen wurde, bin ich beeindruckt, zumal bei den Jugendlichen, die ich kenne, eher eine ablehnende Halte gegenüber der Beichte vorherrscht.

Ich muss aber zugeben, dass die Form der Weltjugendtage - genauso wie die der Katholikentage, nicht unbedingt meine Form des Glaubens ist da ich persönlich eher konservativ bin und Massenveranstaltungen ohnehin eher nicht mein Ding sind.

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Freitag 29. April 2005, 17:31

Also ich war schon auf dem Katholiken Tag in Ulm und ein zweites mal würde ich da nicht hinfahren. Es sei denn ich würde 3 Straßen weit von dem Veranstaltungsort wegwohnen. Ausser paar kostenlosen Kugelschreibern war es echte Zeitverschwendung. Gut, ich kannte auch niemanden, mit dem man sich abends alkoholisieren könnte oder sonst wie Partie machen könnte. Und der Weltjugendtag wird wohl nicht anders, Stände mit Kugelschreibern, paar Pseudediskussionsrunden, in denen man das erfährt, was schon irgendwo im Internet durchdiskutiert wurde und ansonsten viel Ungemütlichkeit. Sei es schlafen auf dem Boden oder kein eigenes Bad.
Meiner Ansicht nach, kommen diese Veranstalltungen bei wetem nicht, an den heiligen Ort Lourdes an. Da gibt`s zwar keine Kugelschreiber, aber dafür weltweite Kamaradschaft, vorallem auf der 24 stündigen Zugfahrt :) und leckeres französisches Epa. Und natürlich überall die Gottesgebärin in der Luft und vorallem an der heiligen Wasserquelle.

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Angelika
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Beitrag von Angelika » Freitag 29. April 2005, 17:36

Knecht Ruprecht hat geschrieben:Und der Weltjugendtag wird wohl nicht anders, Stände mit Kugelschreibern, paar Pseudediskussionsrunden, in denen man das erfährt, was schon irgendwo im Internet durchdiskutiert wurde und ansonsten viel Ungemütlichkeit.
Und die langen Beichtstuhlreihen ... vielleicht wäre das ja was für dich. ;)

Gruß
Angelika

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Freitag 29. April 2005, 17:51

Angelika hat geschrieben:
Knecht Ruprecht hat geschrieben:Und der Weltjugendtag wird wohl nicht anders, Stände mit Kugelschreibern, paar Pseudediskussionsrunden, in denen man das erfährt, was schon irgendwo im Internet durchdiskutiert wurde und ansonsten viel Ungemütlichkeit.
Und die langen Beichtstuhlreihen ... vielleicht wäre das ja was für dich. ;)

Gruß
Angelika
Gut, auf dem Ulmer Katholiken Tag hab ich einzelne interessante Personen getroffen. Im Bus war ein Lutheraner, der so Krankenpfleger war und auf dem Katholiken Tag behinderte Menschen betreut hat, das fand ich natürlich gut. Habe ihn auch gefragt, wieso er sich überhaupt für einen Katholiken Tag interessiere und er machte da halt mit wegen den behinderten Menschen, das fand ich natürlich doppelt gut. Und ich hab ihn drauf hingewiesen, dass wir zumindest in der Ablehnung der Homosexualität eine Ökumene haben :D
Und dann war da noch einer, dazu muss man erwähnen, dass das Bistum Osnabrück gleich mit 3 Bussen samt Bischof kamen, dieser Bischof gleich einer meiner Favoriten wurde, jedenfalls gab`s da einen Typen aus Osnabrück, der bei jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter, immer die selben Sachen trug. Es war nämlich voll warm und ich sprach den an, ob dem nicht warm war, da sagte der das halt, der hat jeden Tag lange Hose, Hemd und waqs weiß ich noch. Das war so irre, dass ich mich noch heute daran erinnern kann. Übrigens Ich lief da jeden Tag mit Muskelshirt rum 8)

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Beitrag von Petra » Freitag 29. April 2005, 18:05

Knecht Ruprecht hat geschrieben:Ausser paar kostenlosen Kugelschreibern war es echte Zeitverschwendung. Gut, ich kannte auch niemanden, mit dem man sich abends alkoholisieren könnte oder sonst wie Partie machen könnte. Und der Weltjugendtag wird wohl nicht anders, Stände mit Kugelschreibern, paar Pseudediskussionsrunden, in denen man das erfährt, was schon irgendwo im Internet durchdiskutiert wurde und ansonsten viel Ungemütlichkeit. Sei es schlafen auf dem Boden oder kein eigenes Bad.
Dafür ist beim WJT das Durchschnittsalter der Teilnehmer bedeutend jünger als beim Katholikentag.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 29. April 2005, 18:06

Knecht Ruprecht hat geschrieben:Übrigens Ich lief da jeden Tag mit Muskelshirt rum 8)
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Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
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Petra
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Beitrag von Petra » Freitag 29. April 2005, 18:09

Benedictus hat geschrieben: Ich muss aber zugeben, dass die Form der Weltjugendtage - genauso wie die der Katholikentage, nicht unbedingt meine Form des Glaubens ist da ich persönlich eher konservativ bin und Massenveranstaltungen ohnehin eher nicht mein Ding sind.
Höchstwahrscheinlich werden auch viele konservative Gemeinschaften kommen. (Was auch immer mit "konservativ" gemeint ist.)

So alle paar Jahre sind Massenveranstaltung schön. Besonders die Leute aus den vielen anderen Ländern sind interessant. Da lernt man über den eigenen, deutschsprachigen Tellerrand zu sehen.

Pina Colada
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Beitrag von Pina Colada » Montag 2. Mai 2005, 11:00

Hallo Benedictus,
Benedictus hat geschrieben: Das hört sich gut an. Schön, wenn Dir die Weltjugendtage auch über das "Event sein" etwas gebracht haben. Davon, dass das Beichtsakrament so gut angenommen wurde, bin ich beeindruckt, zumal bei den Jugendlichen, die ich kenne, eher eine ablehnende Halte gegenüber der Beichte vorherrscht.
Ich denke, bei den WJT herrscht eine Atmosphäre, die es leicht macht, Beichte zu verstehen. Viele Jugendliche haben noch kaum mal junge Leute gesehen die beichten. Und dann in solchen Mengen.....wenn man dann noch sieht, dass die eigentlich alle ganz glücklich aussehen, vor allen Dingen die, die fertig sind....dann gibt das einfach mehr Mut dazu als man mit Worten oder gar Diskussionen je erreichen könnte. Es wird hier einfach vorgelebt von denen, die es bereits kennen......
Es kommt auch durchaus vor, dass in der Nacht zwischen Vigil und Abschlussmesse ein Priester geweckt wird, und Beichte hören muss.
Weil das Bedürfnis nach der Beichte immer mehr gewachsen ist, und es den Leuten klar wurde, dass das jetzt eine prima Gelgenehit ist.....
Diese Form der Verkündigung (die zwar nicht jeden erreicht, aber doch viele) lässt sich nicht so einfach ersetzen......ich kenne auch viele andere Möglichkeiten (erfolgreiche) um die Beichte bekannt zu machen. Aber nirgends ist es so einfach wie auf dem WJT.
Dass ich die Beichte so herausstelle, liegt daran, dass es ein sehr deutliches äusserlich sichtbares Zeichen dafür ist, dass die Betroffenen ihren Weg mit Gott gehen wollen.
Natürlich kann das nur ein Anfang sein, der Weg muss auch im Alltag weitergelebt werden. Deshalb finde ich es wichtig, mit einer (guten) Gruppe auf dem WJT unterwegs zu sein, die begleitet, mance Erfahrungen erdet, und hinterher beim Weitergehen hilft.

Ich muss aber zugeben, dass die Form der Weltjugendtage - genauso wie die der Katholikentage, nicht unbedingt meine Form des Glaubens ist da ich persönlich eher konservativ bin und Massenveranstaltungen ohnehin eher nicht mein Ding sind.
Ich denke, der WJT muss nicht unbedingt jedermanns Sache sein. Schliesslich kann man auch anders zum Glauben kommen. ;)
Mir geht es darum, dass weiterzugeben, was ich bekommen habe- Mission also. Und dazu ist mir jede Gelegenheit recht, und diese halte ich für eine sehr gute.
Was "konservativ" betrifft, da gibt es eine seeeeehr weite Bandbreite, derer, die sich selbst so nennen ;) .....in vielerlei Hinsicht gehöre ich da auch dazu. In anderer wieder gar nicht.....

Schön finde ich beim Weltjugendtag, dass die ganze Kirche repräsentiert wird, mit allen gruppen, die es innerhalb der Kirche gibt, und ich finde es schade, wenn sich Gruppen von vornherein ausnehmen.

Alles Gute
Pina Colada

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Beitrag von Pina Colada » Montag 2. Mai 2005, 11:20

Knecht Ruprecht hat geschrieben:Also ich war schon auf dem Katholiken Tag in Ulm und ein zweites mal würde ich da nicht hinfahren. Es sei denn ich würde 3 Straßen weit von dem Veranstaltungsort wegwohnen. Ausser paar kostenlosen Kugelschreibern war es echte Zeitverschwendung. Gut, ich kannte auch niemanden, mit dem man sich abends alkoholisieren könnte oder sonst wie Partie machen könnte. Und der Weltjugendtag wird wohl nicht anders, Stände mit Kugelschreibern, paar Pseudediskussionsrunden, in denen man das erfährt, was schon irgendwo im Internet durchdiskutiert wurde und ansonsten viel Ungemütlichkeit. Sei es schlafen auf dem Boden oder kein eigenes Bad.
Meiner Ansicht nach, kommen diese Veranstalltungen bei wetem nicht, an den heiligen Ort Lourdes an. Da gibt`s zwar keine Kugelschreiber, aber dafür weltweite Kamaradschaft, vorallem auf der 24 stündigen Zugfahrt :) und leckeres französisches Epa. Und natürlich überall die Gottesgebärin in der Luft und vorallem an der heiligen Wasserquelle.
Hallo Knecht,

wenn man nur zum Saufen und Party machen kommen will, hat man wohl wirklich nicht viel Freude am WJT.
Da die veranstaltungen breit verteilt über ganz Köln/Bonn/Düsseldorf sind, wird kein Mensch überall näher als drei Strassen sein.... :D :D

Wenn man hingegen entweder selbst seinen Glauben neu wiederbeleben möchte, oder anderen dabei helfen, dann ist man dort richtig.
Verschiedenste katholische Künstler werden zu sehen sein, Katechesen von Bischöfen werden zu hören sein, es gibt verschiedene geistliche Zentren die 24 Stunden am Tag offen sind.

Das ist das Schlafen aufm Boden wert.......

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Montag 2. Mai 2005, 19:18

Pina Colada hat geschrieben:
Knecht Ruprecht hat geschrieben:Also ich war schon auf dem Katholiken Tag in Ulm und ein zweites mal würde ich da nicht hinfahren. Es sei denn ich würde 3 Straßen weit von dem Veranstaltungsort wegwohnen. Ausser paar kostenlosen Kugelschreibern war es echte Zeitverschwendung. Gut, ich kannte auch niemanden, mit dem man sich abends alkoholisieren könnte oder sonst wie Partie machen könnte. Und der Weltjugendtag wird wohl nicht anders, Stände mit Kugelschreibern, paar Pseudediskussionsrunden, in denen man das erfährt, was schon irgendwo im Internet durchdiskutiert wurde und ansonsten viel Ungemütlichkeit. Sei es schlafen auf dem Boden oder kein eigenes Bad.
Meiner Ansicht nach, kommen diese Veranstalltungen bei wetem nicht, an den heiligen Ort Lourdes an. Da gibt`s zwar keine Kugelschreiber, aber dafür weltweite Kamaradschaft, vorallem auf der 24 stündigen Zugfahrt :) und leckeres französisches Epa. Und natürlich überall die Gottesgebärin in der Luft und vorallem an der heiligen Wasserquelle.
Hallo Knecht,

wenn man nur zum Saufen und Party machen kommen will, hat man wohl wirklich nicht viel Freude am WJT.
Da die veranstaltungen breit verteilt über ganz Köln/Bonn/Düsseldorf sind, wird kein Mensch überall näher als drei Strassen sein.... :D :D

Wenn man hingegen entweder selbst seinen Glauben neu wiederbeleben möchte, oder anderen dabei helfen, dann ist man dort richtig.
Verschiedenste katholische Künstler werden zu sehen sein, Katechesen von Bischöfen werden zu hören sein, es gibt verschiedene geistliche Zentren die 24 Stunden am Tag offen sind.

Das ist das Schlafen aufm Boden wert.......
Also zum wiederbeleben des Glaubens rate ich zu Lourdes. Dort sind die Tore 24 Stunden am Tag offen. Ich meine sogar ein paar Kirchen da auch. Da gibt es ja einige. Und die heilige Quelle der Gottesgebähren steht auch 24 Stunden am Tag online und das Wetter ist auch positiv.

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Benedictus
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Beitrag von Benedictus » Montag 2. Mai 2005, 20:05

Pina Colada hat geschrieben: Was "konservativ" betrifft, da gibt es eine seeeeehr weite Bandbreite, derer, die sich selbst so nennen ;) .....in vielerlei Hinsicht gehöre ich da auch dazu. In anderer wieder gar nicht.....
Ja, das trifft auf mich auch zu. Ich bin aber beispielsweise insofern konservativ, dass ich kein Freund dieser Jugendgottesdienste bin, wo irgendeine Band am Altar Musik macht und man versucht, sich dem vermeintlichen Geschmack der Jugend anzupassen. Oder ich bin auch kein Freund davon, wenn LektorInnen (in erster Linie fällt es bei Frauen auf) ihren Dienst dazu nutzen um sich selbst zu profilieren und in voller Takelage am Ambo das Wort Gottes verkünden.

Benedictus

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Beitrag von Pina Colada » Dienstag 3. Mai 2005, 10:42

Hi Benedictus,

ich denke, die Lieder in der Kirche soll zur verkündigung beitragen. Kennst du die CD vom WJT in Toronto? Diese Lieder erfüllen diesen Anspruch m.M.n auf moderne Weise sehr gut.

Von Selbstdarstellungen halte ich auch nichts, habe sie aber öfter bei Männern erlebt.....

Und, wie ist es, guckst du dir den WJT dieses Jahr mal genau an?

Alles Gute
Pina

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Benedictus
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Beitrag von Benedictus » Mittwoch 4. Mai 2005, 09:32

Pina Colada hat geschrieben: Von Selbstdarstellungen halte ich auch nichts, habe sie aber öfter bei Männern erlebt.....

Und, wie ist es, guckst du dir den WJT dieses Jahr mal genau an?
Hallo Pina,

interessant, mir ist die Selbstdarstellung, insbesondere was das modische Erscheinungsbild anbetrifft, ganz besonders bei einigen Frauen in unserer Gemeinde aufgefallen - obwohl, es gibt da auch den einen oder anderen Kommunionhelfer, der versucht, besonders "weihevoll" auszuteilen und die Hostie immer 30 cm höher hält als man das normalerweise machen würde ;)

Aber ich werde mir den WJT in diesem Jahr vielleicht mal näher anschauen, schließlich habe ich es auch nicht allzu weit.

Gruss, Benedictus

Pina Colada
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Beitrag von Pina Colada » Mittwoch 4. Mai 2005, 09:55

Hallo Benedictus,

naja, kommt vielleicht drauf an, worauf man besonders achtet, was einem mehr auffällt.
Aber egal, man soll ja nicht nur aufs Negative gucken.

Beim WJT versuchen wir bei unserer Route, die Teilnehmer dazu zu animieren, in Köln selbst zu Missionaren zu werden, und die Menschen einzuladen. Bin mal gespannt, wie das läuft.....zumal einige Teilnehmer selbst noch recht fern sind.....

Alles Gute,
Pina

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Beitrag von Dr. Dirk » Mittwoch 11. Mai 2005, 13:50

Der Vatikan prägt zum WJT die 2-Euro-Münze mit dem Kölner Dom:

Bild

klick mich

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Beitrag von Juergen » Donnerstag 12. Mai 2005, 18:19

Das Erzbistum Paderborn hat die Zahlen der Besucher im Bistum nach unten korrigiert.

Statt mit 40.000 Besuchern rechnet man nun mit 25.000 Besuchern. Angemeldet habe sich bisher 14.000.
Gruß
Jürgen

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Beitrag von Stefan » Sonnabend 14. Mai 2005, 09:52

Radio Vatikan hat geschrieben:Deutschland: Weniger WJT-Anmeldungen als erwartet?

Einige nordrhein-westfälische Bistümer verzeichnen nach einem Zeitungsbericht weniger Anmeldungen als erwartet zum Weltjugendtags-Vorprogramm in den Diözesen. So erwartet das Bistum Essen laut "Neue Ruhr/Rhein Zeitung" (NRZ) für
die so genannten "Tage der Begegnung" rund 30.000 Teilnehmer; dem stünden bislang 3.000 Anmeldungen gegenüber. Im Bistum Münster, wo mit 25.000 Gästen gerechnet werde, hätten sich bislang 4.000 Teilnehmer angemeldet. Im Erzbistum Paderborn, wo 40.000 Besucher erwartet würden, gebe es zurzeit 14.000 Interessenbekundungen. Zum WJT im August werden bis zu eine Million Jugendliche aus aller Welt erwartet. Sie treffen sich zunächst in den deutschen Diözesen, dann in Köln. WJT-Sprecher Matthias Kopp meinte auf Anfrage, es sei noch zu früh, um über Teilnehmerzahlen Aussagen zu treffen. Für den Weltjugendtag gebe es derzeit rund 230.000 Anmeldungen.

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Beitrag von HeGe » Sonntag 15. Mai 2005, 18:51

Ich denke schon, dass ich die Abschlussmesse besuchen werde.

Bei uns war das WJT-Kreuz vor einigen Tagen zu Gast und ich fand es schon beeindruckend, dass selbst die älteren Leute keine Mühen gescheut haben, um es sehen zu können.

Erst als das NGL angestimmt wurde, verflog bei mir die Freude etwas...

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Beitrag von Heike » Sonntag 15. Mai 2005, 18:53

HeGe hat geschrieben:Erst als das NGL angestimmt wurde, verflog bei mir die Freude etwas...
Du hast es ja überlebt. :roll:

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Beitrag von HeGe » Sonntag 15. Mai 2005, 18:55

Aber nur gerade so. :kiss:

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Beitrag von Heike » Sonntag 15. Mai 2005, 19:01

HeGe hat geschrieben:Aber nur gerade so. :kiss:
Dann wäre der charismatische Gottesdienst, in den ich morgen gehe, dein sicherer Tod. Du solltest also aufpassen.

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Beitrag von HeGe » Sonntag 15. Mai 2005, 19:17

Danke für die Warnung. :D

Aber ich gehe grundsätzlich nur in uncharismatische Messen mit uncharismatischen Priestern. :ja:

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Sonntag 15. Mai 2005, 19:23

Ich gehe da bestimmt nicht hin. Zum einen hab ich kein Bock auf Ungemütlichkeit wie beim Katholiken Tag in Ulm, im Vergleich dazu war mein militärischer Auslandseinsatz in Lourdes pure Gemütlichkeit. Hygiene, Leute und heiligste Wasserquelle. Dann müsste ich ja noch viel Geld für bezahlen, nur im Vergleich, 5 Tage Lourdes mit Pipapo hat mich irgendwas mit 100-200€ gekostet und kostenlose Kugelschreiber hab ich vor Landtagswahlen in der Innenstadt.

Das soll aber nicht heißen, ich mich der Ungemütlichkeit wegen drücke. Die Wahlfahrt zur Gottesgebährin beginnt mit 24 Stunden Zugfahrt, die man sich allerdings mit kennen lernen und Alkohol gut vertreiben kann und am Abend gab`s zumindest bei mir im deutschen Abtei gelebtes Christentum im eigentlichen Sinne, nämlich in der Sprengung von völkischen Grenzen des Glaubens wegen. Und zwar hab ich in der Nacht der Hinfahrt mit dem Chef der litauischen Berufsarmee in seiner Kabine gemütlich ein getrunken und dabei hat er mir Fotos seiner Kinder gezeigt, und mir auf eine Frage geantwortet, dass er keine Angst vorm Tod hat, wenn es mal erst werden sollte im Einsatz, wegen seinem Glauben wegen. Das ganze kam natürlich zustande, weil er wohl durch Zufall mitbekommen hat, dass ich polnisch spreche, ich bin nämlich abends, natürlich schon angetrunken, los zu den Litauern gegangen, weil ich wusste, dass es bei den bestimmt mehr Party gibt, als bei den Engländern oder Belgiern. Und so kam das halt. Und in Lourdes wurde morgens aufgestanden, duschen, französisches Epa, Morgengebet und am Tag bis in die Nacht gab es Ordnerdienst im Heiligenbezirk, wurde man gut braungebrannt bei.

Dr. Dirk
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Beitrag von Dr. Dirk » Montag 30. Mai 2005, 11:11

Eine unterstützenswerte Aktion der Jugend2000, die durch eine Spendenaktion dafür sorgen wollen, dass in den Pilgerrucksack neben Regenschirmen und anderem praktischen Kram auch etwas Geistliches kommt, nämlich der WJT-Rosenkranz. Dafür war kein Geld mehr da...

http://www.jugend2000.org/framework/index.php?id=782

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Beitrag von Juergen » Montag 30. Mai 2005, 11:26

Paderborn hat derzeit nur 14.000 unverbindliche Anmeldungen von potentiellen Teilnehmern aus 58 Ländern.

Ursprünglich hatte man mit viel mehr (40.000) gerechnet.
Gruß
Jürgen

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Beitrag von HeGe » Montag 30. Mai 2005, 12:57

Und das, wo die Katholische Kirche Deutschlands doch so ein einladendes Bild bietet, voller Glaubensfreude und Überzeugung. Kann ich gar nicht verstehen. :roll:

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Beitrag von Pina Colada » Montag 30. Mai 2005, 13:41

Ich gehe davon aus, dass sich viele erst kurzfristig anmelden werden.....

schmitz-backes
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Beitrag von schmitz-backes » Montag 30. Mai 2005, 15:49

Dirk hat geschrieben:Eine unterstützenswerte Aktion der Jugend2000, die durch eine Spendenaktion dafür sorgen wollen, dass in den Pilgerrucksack neben Regenschirmen und anderem praktischen Kram auch etwas Geistliches kommt, nämlich der WJT-Rosenkranz. Dafür war kein Geld mehr da...

http://www.jugend2000.org/framework/index.php?id=782
Bethlehem spendet 1000000 Rosenkränze für den WJT:

http://www.zenit.org/german/show_5.php
"Ihr seid nicht die letzte Nachhut des Mittelalters, sondern die Vorboten einer neuen Zeit!" Joachim Kardinal Meisner

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