Katholische Pfadfinderschaft Europas KPE

Allgemein Katholisches.
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Juergen
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Beitrag von Juergen »

Da nicht jeder was mit "Junger Freiheit" (JF) anfangen kann, hier der entsprechende Auszug aus dem Verfassungsschutzbericht 2003
Wochenzeitung "Junge Freiheit"

Mitunter deuten rechtsextremistische Intellektuelle in ihren Texten extremistische Positionen nur an und sind um verbale Mäßigung bemüht, um auf diese Weise zu einer Erosion der Abgrenzung zum demokratisch-konservativen Lager beizutragen. So wollen sie ihren Positionen den Anschein von Seriösität geben und eine größere Breitenwirkung erreichen. Dazu tragen Veröffentlichungen von rechtsextremistischen und demokratisch-konservativen Autoren in gemeinsamen Sammelbänden, Verlagen und Zeitschriften bei. Ein Beispiel dafür bietet die Wochenzeitung "Junge Freiheit" (JF). Zwar stellten sich der Zeitung auch 2003 eine Reihe namhafter demokratischer Vertreter aus Medien, Politik und Wissenschaft zu Interviews zur Verfügung. Daneben nutzten aber auch unverändert einzelne rechtsextremistische Autoren die JF als Forum. Außerdem fanden sich bei Redakteuren und Stammautoren bisweilen gängige rechtsextremistische Argumentationsmuster oder lobende Kommentare zu rechtsextremistischen Personen oder Organisationen ....

uli
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Beitrag von uli »

Als Bestätigung der schlimmenn Erfahrungen von Bibel-Fan Folgendes zur KPE:

Zitat 1 : „Unsere Familie hatte Anfang der achtziger Jahre geglaubt, dass die „Tagespost" Garant sei für eine zuverlässige und umfassende Information über die KPE. Da die KPE unter Vorgabe eines echt katholischen Charakters präsentiert wurde, schickten wir unsere drei Mädchen nacheinander in die Katholische Pfadfinderschaft von Pater Hönisch. Die Zweitälteste wurde 21-jährig am 3. April 1995 überraschend von einer älteren Führerin der KPE Freiburg zu einer gänzlich abgeschotteten Sekte um den in Paderborn inkardinierten Pfarrer im Ruhestand Xaver Weikmann nach Furtwangen gefahren, brach von heute auf morgen das Studium ab und ist für Familie, Verwandte und Freunde seitdem unerreichbar. .. Professor Josef Schumacher, Fundamentaltheologe in Freiburg, konnte berichten: „Ich habe meine Distanzierung von den Europa-Pfadfindern seinerzeit in einem Brief an alle betroffenen Eltern begründet. ... Was mir in den Jahren meines Einsatzes für die Europa-Pfadfinder mehr und mehr Sorgen bereitete, das war der religiöse Subjektivismus, der auch unseren zwei Stämmen durch Pater Hönisch aufgeprägt wurde, der eigentlich unkatholisch ist. ... Einer subjektiv und irrational gefärbten Frömmigkeit ist aber immer die Tendenz zur Leichtgläubigkeit, zum Aberglauben zu Eigen. ... Zunächst versuchte ich, gegenzusteuern, merkte dann aber allmählich, dass das vergeblich war, angesichts der Dominanz von Pater Hönisch, der sich seiner Sache so sicher war, dass er keinen Rat brauchte." ...Aufgrund meiner Beobachtungen kam ich zu der Überzeugung, dass Pater Hönisch seit mehr als zwei Jahrzehnten unwidersprochen das absolute Sagen in der KPE hat. Somit ist das durch seine Dominanz bedingte Resignieren Professor Schuhmachers ein Maß für das alarmierende erzieherische Klima in der KPE. Die Jugend, die ahnungslose Eltern der von Pater Hönisch geprägten KPE anvertrauen, soll demnach in eine Form geistiger Unfreiheit gedrängt werden, und zwar eine der schlimmsten Art, in die „religiöse" Abhängigkeit." Weiter unter:

http://www.sekten-jugend-kirche.de/doku ... /19.9.1996

Zitat 2: Nach außen hin stellt sich die KPE in ihren Verlautbarungen – zumeist in den Zeitschriften „Der Fels" oder „Junge Freiheit" – der letzteren wurde im Verfassungsschutzbericht Nordrhein-Westfalens eine „rechtsextremistische Zielsetzung" bescheinigt – sowie in der „Deutschen Tagespost" als sehr „frommer" Verein dar. Oftmals von städtischen Einrichtungen bezuschusst, als Pfadfindergruppe vom Europarat in Straßburg und – zum Beispiel vom Finanzamt Langen – als gemeinnützig anerkannt, sieht sich die seit zwei Jahrzehnten bestehende und wirkende KPE eher „getragen von einer tiefen Liebe und Treue zu Jesus Christus", so ein Freiburger KPE-Führer in einem Bericht zum 20. Geburtstag der Organisation.
Die zu erlebende KPE-Wirklichkeit sieht jedoch zumeist anders aus. im KPE-Blatt „Pfadfinder Mariens" wird zu religiöser und heroischer Begeisterung angespornt, meistens durch eine besondere Hervorhebung des puren Außenseitertums. Mit einer Gesinnung des des Sich-verfolgt-fühlens werden die Gerichtserfolge gegenüber den Medien herausgestellt, gleichzeitig wird mit an „Freunde und Wohltäter" gerichtete Artikel und Briefe, die auf das Fest des hl. Josef datiert, um Geld gebettelt.
Mit ihrem Alleinvertretungsanspruch auf Wahrheit und Erkenntnis, der Reduzierung der Realität auf wenige Grundaussagen, der Kappung der Außenkontakte, der selbstlosen Hingabe an die Gemeinschaft sowie der elitären Einstellung der Mitglieder, zeigen diese Gruppierungen innerhalb der katholischen Kirche sektenähnliche Züge.
Dabei ist die KPE allein wegen ihrer traditionalistischen Haltung und ihrer undurchsichtigen Verbindungen zu anderen religiösen Gruppierungen, wie zum Beispiel dem erwähnten „Engelwerk", nicht in die offizielle Jugendarbeit der katholischen Kirche eingegliedert." Weiter unter:

http://www.sekten-jugend-kirche.de/doku ... /19.9.1996

Allgemein: Michael Roos, kath. Priester: „Religiöse Abhängigkeit in konservativen Gruppen"

www.sekten-jugend-kirche.de/RoosM.htm


Uli

www.textdienst.de/woran_christen_glauben.htm

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Juergen
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Beitrag von Juergen »

Ich kenn mich des Eindrucks nicht erwähren - jedenfalls von den Internetseiten her -, daß Herr Feraudi einen ähnlich gearteten Kampf gegen die KPE führt, wie ein P.R.L. (über den bitte hier nicht diskutiert werden soll), gegen die Kath. Kirche nach dem II. Vaticanum.

schmitz-backes
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Beitrag von schmitz-backes »

Der Beitrag:

http://www.wdr.de/tv/monitor/real.phtml?bid=609&sid=116

Diskussion zum Thema:

http://www.wdr.de/tv/monitor/forum/read ... collapse=1


Haben wir hier im Forum kein KPE-Mitglied? Es wäre gur vieleicht einen Verantwortlichen in SJM oder KPE hier zu haben!
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Micha

Beitrag von Micha »

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Zuletzt geändert von Micha am Freitag 4. Februar 2005, 14:36, insgesamt 1-mal geändert.

Bibel-Fan
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Beitrag von Bibel-Fan »

Vielen Dank für die Erläuterungen zur "jungen Freiheit", ich hätte es nicht besser beschreiben können!
Im Monitor-Forum (s. Beitrag schmitz-backes) gibt es (100%!) ein KPE-Mitglied! Zitate aus "Pfadfinder Mariens" und der Stil des Beitrags sprechen Bände! Der Hexenwahn wird in zwei Artikeln in der KPE-Zeitung besprochen, wobei die KPE als das "geschundene" Opfer beklagt wird.
Besonders gut haben mir die "flundermentalistischen" Kinder oder so gefallen... :mrgreen:

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Bibel-Fan hat geschrieben:»Hallo Peter, "braune" Inhalte bestehen für mich, wenn immer wieder von der "Erhaltung des deutschen Volkes" geschrieben wird, wenn antisemitische Inhalte vorhanden sind, wenn dem "Halbmond Einhalt geboten" werden soll, wenn rechtsgerichtete Literatur empfohlen wird, wie z.B. Kosiek, Fallaci, Ulfkotte etc... Die Artikel werden in einem Ton gehalten, der meiner Meinung nach etwa dem der (laut Verfassungsschutz rechtsextremen) "Jungen Freiheit" o.ä. entspricht (in der die "Pfadfinder Mariens" auch bereits recht positiv besprochen wurde, wie ich jetzt weiß).«
Na, da geht doch einiges durcheinander. Die genannten Autoren deuten in die Richtung der Abwehr einer vermeintlichen islamischen Gefahr. Das ist ein durchaus nicht genuin, ja noch nicht einmal primär „rechtsextremes“ Thema. Von jenen Autoren kommen denn auch Udo Ulfkotte und Oriana Fallaci – beide Journalisten – aus dem eher liberalen bis linksliberalen Lager. Ulfkotte geriert sich neuerdings als Terrorismus- und Geheimdienstexperte, dient aber meines Erachtens eher als Transmissionsriemen atlantisch-geheimdienstlicher Desinformation.

Bei Frau Fallaci paart sich wüste Islamhetze mit blinder Unterstützung israelischer Regierungspolitik und heftigen Angriffen gegen jeden in der Kirche, der das derzeitige israelische Régime kritisiert. Allein Rolf Kosiek stammt ideologisch aus dem deutsch-nationalen bis extremistischen Bereich. Allerdings schreibt er, von dem unappetitlichen Umfeld und den meines Erachtens ganz verfehlten nationalistischen Zielsetzungen abgesehen, inhaltlich um einiges fundierter als Ulfkotte mit seinen abgestandenen Aufgüssen und Frau Fallaci mit ihren Pamphleten.

Alle drei, so unterschiedlich sie sind, halte ich in der Tat nicht für empfehlenswert und in kirchlichem Zusammenhang schon gar für keine passende Lektüre. Das Motiv, das hinter den Empfehlungen zu stehen scheint – als gemeinsamer Nenner sozusagen –, kann bloß, wie oben angedeutet, Islam-Angst sein. Das habe ich bisher vor allem bei dem sektiererischen Verein »Christliche Mitte« der Adelgunde Mertensacker gefunden.

Der KPfE möchte ich dringend empfehlen, davon die Finger zu lassen. Bevor man allerdings wegen dieses Themas wild auf diese Pfadfinder eindrischt, sollte man sich einmal vergewissern, ob diese drei Buchempfehlungen überhaupt irgendein Gewicht in der KPfE haben. Sollte die Lektüre obligatorisch sein? Oder handelt es sich um einen Artikel von Hunderten, den man sich jetzt herauspickt? Mit drei Namen, die irgendwo in einer Publikation mal aufgetaucht sind, kann man alles und gar nichts beweisen. Gibt es nicht mehr, dann Schluß damit, und laßt es gut sein.

Und um „Rechtsextremismus“ ging’s dabei ohnehin nicht, sondern um Islamfeindlichkeit. Sollte da was dran sein – das betone ich ausdrücklich als bekannter Gegner jedes interreligiösen Firlefanzes –, dann möchte ich den Fähnleinführern doch den Kopf etwas zurechtrücken und klarstellen das die wahre Gefahr für die Kirche nicht vom Islam kommt, sondern von der libertär-demokratischen Ideologie der „westlichen Werteordnung“.
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Ach ja, eins noch, Bibel-Fan: Die »Junge Freiheit« gehört in rechtsextremistischen Zusammenhang nun schon überhaupt nicht hinein (und mit der KPfE hat sie auch nichts zu tun). Ich halte sie für ein journalistisch gut gemachtes Blatt, auch kultur- und gesellschaftspolitisch sehr interessant. Die Mischung der Beiträge ist recht bunt, also sicher keine ihrem Selbstverständnis nach christliche Zeitung. Das Christliche hat aber seinen Platz, und zwar auf insgesamt gutem intellektuellen Niveau und redlich in der Auseinandersetzung – was nicht ausschließt, daß der eine oder andere Beitrag – etwa aus der Feder eines Rolf Hochhuth oder Alain de Benoist – auch schon mal heftigen Widerspruch heischt.

Falls es jemanden interessiert – gehört natürlich nicht wirklich hierher, ich weiß –, hier ein Auszug aus dem Autorenverzeichnis der »Jungen Freiheit«:

Dr. Franz Alt, Fernsehjournalist und Buchautor
Hans Herbert von Arnim, Professor für Öffentliches Recht und Verfassungslehre an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer und Buchautor
Alain de Benoist, Philosoph
Prof. Dr. Hermann von Berg, Ex-Berater des DDR-Ministerpräsidenten Willi Stoph
Prof. Dr. Dieter Blumenwitz, Professor für Völkerrecht an der Universität Würzburg
Prof. Dr. Wolfgang Brezinka, Professor für Erziehungswissenschaften an der Universität Konstanz
Elmar Brok, CDU-Europaabgeordneter, Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Menschenrechte, gemeinsame Sicherheit und Verteidigungspolitik
Manfred Brunner, Rechtsanwalt
Manfred Carstens, CDU-Bundestagsabgeordneter, Vorsitzender des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags
Prof. Dr. Martin van Creveld, Militärhistoriker, Professor an der Hebräischen Universität von Jerusalem
Dr. Peter Michael Diestel, Rechtsanwalt, letzter Innenminister der DDR
Prof. Dr. Friedhelm Farthmann, Ex-Fraktionsvorsitzender der NRW-SPD, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales a.D.
Siegmar Faust, Schriftsteller
Arno Felser, Gymnasiallehrer, Stadtrat in Stendal und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Zentrumspartei
Frederick Forsyth, britischer Bestsellerautor
Dr. Peter Gauweiler, Staatsminister a.D., CSU-Bundestagsabgeordneter
Norbert Geis, CSU-Bundestagsabgeordneter
Prof. Dr. Günther Gillessen, ehem. FAZ-Redakteur
Prof. Dr. Manfred Görtemaker, Historiker
Pater Lothar Groppe, ehemaliger Leiter der deutschen Sektion von Radio Vatikan
Marcus Haberstroh, Geschäftsführer des Arbeitskreises Theologie und Katechese e.V. in Freiburg/Breisgau
Karl von Habsburg-Lothringen, Präsident der Paneuropa-Bewegung Österreich, Souverän des Ordens vom Goldenen Fließ, kommender Thronfolger des Hauses Habsburg
Karl Hafen, Geschäftsführender Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, Deutsche Sektion e.V.
Prinzessin Alexandra von Hannover, CDU-Stadtverordnete von Frankfurt/Main
Steffen Heitmann, Justizminister des Freistaates Sachsen
Eckard Henscheid, Schriftsteller und Satiriker
Prof. Dr. Robert Hepp, Professor für Soziologie an der Universität Osnabrück
Rolf Hochhuth, Schriftsteller
Martin Hohmann, CDU-Bundestagsabgeordneter
Josef Hollerith, CSU-Bundestagsabgeordneter
Prof. Dr. Theodor Ickler, Institut für Germanistik an der Universität Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr. Dr. h.c. Josef Isensee, Professor für Öffentliches Recht an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn
Claus Jäger, ehem. CDU-Bundestagsabgeordneter
Margot Käßmann, Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover
Gerd-Klaus Kaltenbrunner, Publizist
Dr. Günter Kießling, General a.D., bis 1984 stellvertretender NATO-Oberbefehlshaber von Europa;
Prof. Dr. Folkmar Koenigs, Hochschullehrer für Handels- und Wirtschaftsrecht an der TU Berlin
Hartmut Koschyk, CSU-Bundesabgeordneter
Hermann Kreutzer, SPD-Mitbegründer in Thüringen 1948
Felizitas Küble, Chefredakteurin der katholischen Jugendzeitschrift Komm Mit
Prof. Dr. Manfred Lahnstein, Bundesminister der Finanzen a. D. und Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft
Dr. Salcia Landmann, Schweizer Schriftstellerin
Vera Lengsfeld, CDU-Bundestagsabgeordnete
Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ökologischen Landbau e.V. in Berlin
Gerhard Löwenthal, Publizist
Prof. Dr. Hermann Lübbe, Professor für Philosophie und politische Theorie an der Universität Zürich
Heinrich Lummer, ehem. Bürgermeister und Innensenator a.D. von Berlin
Horst Mahler, Rechtsanwalt und Ex-RAF-Terrorist
Prof. Dr. Reinhard Maurer, Professor für Philosophie an der Freien Universität Berlin
Dr. Alfred Mechtersheimer, Friedensforscher, Chef der Deutschland-Bewegung
Peter Meier-Bergfeld, Österreich-Korrespondent des „Rheinischen Merkur“
Dr. Christa Meves, Mitherausgeberin des Rheinischen Merkur
Adam Michnik, polnischer Historiker und Publizist, Bürgerrechtler und Chefredakteur der Gazeta Wyborcza
Andreas Mölzer, österreichischer Publizist
Dr. Armin Mohler, Publizist
Dr. Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Marburger Bundes
Prof. Dr. Klaus Motschmann, em. Professor für Politische Wissenschaften an der Hochschule der Künste Berlin
Prof. Dr. Dr. Elisabeth Noelle-Neumann, Leiterin des Allensbach-Instituts
Prof. Dr. Ernst Nolte, Historiker
Wolfgang Ockenfels, Dominikaterpater und Professor für Christliche Sozialwissenschaften an der Universität Trier
Hasan Özdogan, Ratsvorsitzender des Islamrates für die Bundesrepublik Deutschland
Meinrad von Ow, Autor
Ludek Pachmann, Schachgroßmeister
Albrecht Papenroth, Bundestagsabgeordneter der SPD und Mitglied des Verteidigungsausschusses
Bernd Posselt, CSU-Europaabgeordneter, Präsident der Paneuropa-Union Deutschland
Kardinal Vinko Puljic, Erzbischof von Sarajevo und Ober-Bosnien
Rüdiger Proske, Fernsehjournalist und Buchautor, ab 1960 Chefredakteur des NDR, Gründer des TV-Magazins “Panorama“
Lutz Rathenow, DDR-Bürgerrechtler, Schriftsteller
Manfred von Richthofen, Präsident des Deutschen Sportbundes
Prof. Dr. Günter Rohrmoser, Ordinarius für Sozialphilosophie an der Universität Hohenheim
Reginald Rudorf, Herausgeber des Medien-Hintergrunddienstes rundy
Rainer Rupp, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes in München
Fritz Schenk, Chef vom Dienst der Chefredaktion des ZDF a.D.
Prof. Dr. Erwin Scheuch, Prof. für Soziologie an der Universität Köln
Dr. Alfred Schickel, Historiker
Dr. Rolf Schlierer, Bundesvorsitzender der Republikaner
Ulrich Schlüer, Chefredakteur der „Schweizerzeit“, Mitglied des Schweizer Nationalrates
Peter Scholl-Latour, Journalist, Ex-Herausgeber und Chefredakteur des „Stern“
Klaus-Peter Schöppner, Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstitutes Emnid
Caspar von Schrenck-Notzing, Herausgeber der Kulturzeitschrift Criticón
Peter Schütt, Schriftsteller
Gerd Schultze-Rhonhof, Generalmajor a. D.
Dr. Christian Schwarz-Schilling, CDU-Bundestagsabgeordneter, Bundespostminister a.D.
Heimo Schwilk, Publizist
Wolf Jobst Siedler, Verleger und Publizist
Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung e. V.
Dr. Nicolaus Sombart, Schriftsteller
Prof. Dr. Manfred Spieker, Hochschullehrer für Christliche Sozialwissenschaften an der Universität Osnabrück
Baldur Springmann, Mitbegründer der Grünen und Ökobauer
Alexander von Stahl, Generalbundesanwalt a. D.
Dr. Carl Gustaf Ströhm, langjähriger Osteuropakorrespondent der Tageszeitung „Die Welt“
Arno Surminski, Schriftsteller
Prof. Dr. Ernst Topitsch, Philosophieprofessor
Trude Unruh, Bundesvorsitzende der Partei „Die Grauen - Graue Panther“
Dr. Wolfgang Venohr, Historiker und Publizist
Dr. Karlheinz Weißmann, Historiker und Studienrat
Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, Chef der Deutschen Forschungsgemeinschaft e.V. (DFG)
Prof. Dr. Günter Zehm, Philosophieprofessor in Jena
Peter Zumkley, Verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion
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Juergen
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Beitrag von Juergen »

Der oben ziterte Text stammt - wie schon erwähnt - aus dem Verfassungsschutzbericht 2003. Hier liefere ich nun die Online-Quelle nach. (Druckseite 89f.)

schmitz-backes
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Beitrag von schmitz-backes »

Man muss aber schon sehen, dass der Beitrag in Monitor reichlich übertrieben war, getoppt durch die Anmoderation der Moderatorin! Nach dieser hätte man ein Ausbildungscamp für Terroristen á la Afghanistan erwachtet, aber keine katholischen Pfadfinder. Man muss sagen, dass teils die Leiter natürlich ein Defizit haben, in Köln ist mir ein Fall bekannt, da haben die Eltern ihr Kind abgemeldet, aber das hatte nichts mit der KPE an sich zutun.
Zu den Inhalten in Pfadfinder Mariens: Hat jemand Exemplare vorliegen? Man muss sich ein Bild machen, in wie weit Inhalte als rechts bis antisemitisch zu betrachten sind und das im Textzusammenhang.
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Juergen
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Beitrag von Juergen »

Heutzutage setzt man sich schon dem Antisemitismusvorwurf aus, wenn man sich erlaubte zu sagen, daß man nicht mit der Politik der israelischen Regierung einverstanden sei. :roll:

schmitz-backes
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Beitrag von schmitz-backes »

Aber der KPE werden hier schon andere Sachen vorgeworfen! :/
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Über die »Junge Freiheit« sage ich hier erst mal nichts weiter; vielleicht machen wir ja ein eigenes Thema daraus.

Wenn bei der KPfE auch Fehler gemacht werden, wäre das durchaus normal. Daß dort etwas gravierend falsch laufe und sozusagen systemimmanent, dafür fehlen nach meinem Dafürhalten nach wie vor konkrete Anhaltspunkte. Stürzt man sich da nicht vielleicht doch der ganzen Richtung wegen drauf? Würde man mal die Georgs-Pfadfinder untersuchen, was käme dabei heraus? Gewiß mehr Zeitgeistkonformität, gewiß aber auch vieles, was mit dem Glauben und der Sittenlehre der Kirche schwerlich zusammengeht. (Auch das will ich aber nicht verallgemeinern, dazu weiß ich zu wenig davon.)

Allerdings bitte ich darum, den Fall Feraudi hier nicht zu diskutieren, im eigenen Interesse der Familie Feraudi. Ich kenne den Fall, ich habe selbst reichlich Post darüber erhalten. Das ganze hat mit der KPfE in Wahrheit nichts zu tun. Laßt den Mann in Frieden.
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Edith
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Beitrag von Edith »

Juergen hat geschrieben:Heutzutage setzt man sich schon dem Antisemitismusvorwurf aus, wenn man sich erlaubte zu sagen, daß man nicht mit der Politik der israelischen Regierung einverstanden sei. :roll:
Unsinn. :nein:
Aber wenn man sagt, "Die Juden machen immer..... xyz"... pauschaliert man. Ebenso wenn man sagt, "Die Deutschen sind anti.....xyz."

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Alkuin
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Beitrag von Alkuin »

Die JUNGE FREIHEIT klagt zur Zeit vor dem BVG in Karlsruhe gegen das Land NRW und Baden-Württemberg gegen die politisch motivierte Erwähnung der JF in den VSB. Anklagevertreter: der ehemalige Generalstaatsanwalt Alexander v.Stahl!
SANCTA SANCTE!

Bibel-Fan
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Beitrag von Bibel-Fan »

Leider kenne ich nicht viele Ausgaben der "Pfadfinder Mariens", aber in allen mir bekannten Exemplaren gibt es genügend Kritikpunkte in Richtung "rechts". Und wenn ich antisemitisch meine, dann nicht nur so ein kleines bisschen gegen Israel oder so. Sicherlich gibt es Leute, die diese Zeitung (auch als Beweismaterial) sammeln, diese müsste man befragen.
Für mich ganz persönlich ist auch nicht die politische Ausrichtung der KPE das Schlimmste, es ist der den Kindern eingetrichterte "Glaubenszwang", der "Beichtzwang", der "Kommunionszwang". Ich kann das hier nicht so genau beschreiben. Bei den Kindern wird eine ständige Angst erzeugt, mit der sie nicht umgehen können.
Beispielsweise war eines Tages die junge Gruppenleiterin unserer Kinder nicht mehr da, auf Nachfrage wollte niemand Genaues sagen. Einige Zeit später erfuhren wir, dass sie sich mit Angstzuständen in der Psychiatrie befand. In der Zwischenzeit ist ein weiteres der größeren Mädchen schwer psychisch erkrankt, auch an religiösen Angstzuständen. Ein Zufall?

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Bibel-Fan hat geschrieben:»… das Schlimmste … ist der den Kindern eingetrichterte "Glaubenszwang", der "Beichtzwang", der "Kommunionszwang". … Bei den Kindern wird eine ständige Angst erzeugt, mit der sie nicht umgehen können.«
Darunter kann ich mir so wenig vorstellen, daß ich dich bitten möchte, es doch noch einmal etwas konkreter werden zu lassen.
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Petra
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Beitrag von Petra »

@Bibel-Fan

Du weißt schon, dass diese "Zwänge" auch von allen Kirchen-und Glaubensgegnern grundsätzlich der katholischen Kirche angelastet werden? So versuchen sie zu argumentieren, dass der Glaube kinderfeindlich ist.

Mit Robert bitte ich um nähere Erläuterungen.

Bibel-Fan
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Beitrag von Bibel-Fan »

Sorry, das war wirklich nicht gut ausgedrückt, aber es ist schwierig zu beschreiben.
Vielleicht ein Beispiel: Es wird ein Beichtheft verwendet, das als Anleitung zur richtigen Beichte dienen soll. Gebeichtet werden soll eigentlich wöchentlich (bei einem SJM-Pater, die das laut Fernsehbericht anscheinend gar nicht dürfen), die schriftlichen Anleitungen sind Ansichtssache. Entscheidend für mich sind die Zeichnungen dazu, die von einer KPE-Mutter stammen:
Bei einer kleinen Sünde färbt sich das Herz ein bisschen schwarz und der Teufel kommt mit langen Fingern (und schwarzem Umhang) langsam aus der Erde. Bei einer schweren Sünde zieht er das Kind sofort mit zu sich in die Hölle (in die Erde). Auf diesem Bild ist der Teufel enorm groß und bedrohlich dargestellt, das Kind zeigt große Angst. Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, wären das für mich furchtbare Bilder gewesen.
Zum "Glaubenszwang": Maria steht als Erlöserin immer an erster Stelle, dann kommt lange nichts, dann ein bisschen Gott und später auch noch Jesus. So und nicht anders ist es richtig und das muss man glauben.
Die Eucharistiefeier wird nicht erklärt, nichts über den Sinn erzählt, sondern da muss man hin, so oft wie irgend möglich. Wenn man sie mit der Hand empfängt (so eine Gruppenleiterin), würde einem diese Hand in der Hölle verbrannt.
Erwähnen möchte ich dazu noch, dass sich auf Anfrage bei unserer Diözese (Rottenburg-Stuttgart) und der nächstgelegenen (München) über genau diese Themen sich beide von der KPE distanziert haben. München sehr deutlich, indem Eltern davon abgeraten wird ihre Kinder in die KPE zu schicken, in unserer Diözese dürfen sie keine kirchlichen Räume nutzen und auch bei kirchlichen Veranstaltungen keine Reklame für die KPE machen ("es gab bereits mehrere erfolglose Gespräche").

josephus
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Beitrag von josephus »

@Bibel-Fan

Vorausgesetzt, alles trifft so zu, wie von Dir beschrieben. Dann stellt sich immer noch die Frage: Handelt es sich um einzelne Personen in der KPE, die durch Übertreibungen und falsche Akzentsetzungen (schwere) Fehler machen oder ist dies alles in der KPE "systemimmanent"? Letzteres bezweifle ich.

Petra
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Beitrag von Petra »

Die KPE hat aber schon eine Aufsichtspflicht, was die "einzelnen Personen", die Kindern den Glauben der Kirche vermitteln, als Lehrmaterial verwenden. Bibel-Fans Beispiel von den Zeichnungen sind m.E. unmöglich.

josephus
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Beitrag von josephus »

Ja, da müßte man wirklich bei KPE-Verantwortlichen nachfragen, wie solche Dinge gehandhabt werden. Man kann eben leider nicht nur durch ein Zuwenig an Glaubenserziehung etwas zerstören, sondern auch durch ein falsch verstandenes Zuviel. Es geht wohl immer darum, dass wir uns an der Mitte der Botschaft Christi orientieren, der uns Leben in Fülle schenkt und die wahre Freude bewirkt.

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Erich_D
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Beitrag von Erich_D »

josephus hat geschrieben:Ja, da müßte man wirklich bei KPE-Verantwortlichen nachfragen, wie solche Dinge gehandhabt werden. Man kann eben leider nicht nur durch ein Zuwenig an Glaubenserziehung etwas zerstören, sondern auch durch ein falsch verstandenes Zuviel. Es geht wohl immer darum, dass wir uns an der Mitte der Botschaft Christi orientieren, der uns Leben in Fülle schenkt und die wahre Freude bewirkt.
Solche Dinge, wie oben geschildert, sind keine Glaubenserziehung mehr. Da muss die Kirche sich auch sehr deutlich distanzieren, gerade aus Verantwortung in ihrem Hirtenamt. Und da kann man auch nicht mit einem Augenzwinkern darüber gehen, nach dem Motto "Hauptsache (rechts)katholisch".
"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern sing nicht ihre Lieder. Geh doch in die Oberstadt mach´s wie deine Brüder", so sprach die Mutter, sprach der Vater, lehrte der Pastor."

Peter
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Beitrag von Peter »

Ja, Erich, ich schließe mich dem an.

Petra
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Beitrag von Petra »

Man muss schon unterscheiden, zwischen Material, das den Kindern in die Hand gedrückt wird und dem, was die Kinder über die Aussagen der Gruppenleiter wiedergeben. Schon manchmal kommt etwas beim kindlichen Empfänger anders an, als es gesagt wurde. (Hatten wir hier nicht Lehrer? Sagt mal was dazu. ;) ) Und man kann ja leider nicht bei jeder religiösen Unterweisung ein Tonband mitlaufen lassen.

Wenn sich allerdings bei den geistlichen Leitern in Predigten oder Texten ähnliche Methoden der Kinderkatechese finden, dann sollte man sich kirchlicherseits wirklich zu einer einheitlichen Warnung durchringen, und das nicht regional unterschiedlich regeln.

schmitz-backes
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Beitrag von schmitz-backes »

Heben denn die Servi keine Beichtjurisdiktion?
"Ihr seid nicht die letzte Nachhut des Mittelalters, sondern die Vorboten einer neuen Zeit!" Joachim Kardinal Meisner

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

So wird das Gespräch schon wesentlich sachlicher. Danke für deine Ergänzungen, Bibel-Fan. Zwar bleiben bei mir noch manche Fragen offen. Insbesondere wäre es auch interessant, die Darstellung aus der Binnensicht der KPfE zu hören, nicht bloß die „Aussteiger“-Seite. Das hat nichts mit persönlichem Mißtrauen zu tun, sondern mit dem sehr menschlichen Umstand, daß die Erinnerung sich je nach Perspektive beträchtlich verschieben kann. (Davon kann jeder Richter ein Lied singen, aber auch aus diversen Gesprächen über den Neokatechumenat weiß ich, zu welchaberwitzigen Verdrehungen es manchmal kommt.)

Abgesehen davon erkenne ich aus deinen Berichten doch genügend Anhaltspunkte, die zur Vorsicht mahnen und, wenigstens bei manchen KPfE-Leitern, Orientierungsdefizite erahnen lassen. So führt die oben angesprochene anti-islamische Stoßrichtung von den wirklichen Gefahren eher weg. Es mag auch eine Überbetonung marianischer Frömmigkeit geben, wobei ich mir freilich nicht vorstellen kann, daß Maria den Kindern in der KPfE als „Erlöserin“ vorgestellt wird.

Schwererwiegend – und auch etwas überraschend, das gebe ich zu – wäre die angesprochene Vernachlässigung der Eucharistie-Katechese zugunsten der Beichtkatechese, zumal wenn diese auch noch extrem einseitig daherkommt.

Nun ist es aber auf der andern Seite erst einmal sehr zu begrüßen, wenn überhaupt eine Beichtkatechese stattfindet, wenn die Kinder zur regelmäßigen Beichte angehalten werden. Genau daran fehlt es ja sonst allenthalben im katholischen Feld samt Wald und Wiesen nahezu vollständig. Das ist auch Mißbrauch, ja: buchstäblicher Kindesmißbrauch, den Kindern das Sakrament der Beichte vorzuenthalten

Offenbar versucht die KPfE – so meine Deutung – angesichts dieser trostlosen Lage, das Kontrastprogramm anzubieten. Dabei versuchen sie sich vom Rest der auf Irrwegen gesehenen Kirche vollständig abzuschotten, unter verabsolutierendem Rückgriff auf einseitig ausgewählte und wohl nicht immer recht verstandene Muster aus der Vergangenheit. Die Abschottung erfolgt dabei nicht nur gegenüber den tatsächlich in der Kirche verbreiteten Mißbräuchen, sondern auch gegenüber andersartigen, doch gleichwohl positiven Aufbrüchen, die auf je eigenen Wegen in der insgesamt trostlosen Lage Zeichen des Heils setzen.

Mit allem Vorbehalt – weil ich zu wenig Kenntnisse habe und bisher überhaupt die Binnenperspektive fehlt – scheinen mir also Defizite zu bestehen, denen ich empfehlen würde durch Pflege von Kontakten mit andern geistlichen Gemeinschaften und deren Spiritualität gegenzusteuern.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Bibel-Fan
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Beitrag von Bibel-Fan »

Auch ich würde einen Gesprächspartner von der KPE sehr begrüßen.
Ich hatte versucht mit unseren entfernteren Nachbarn, die uns sozusagen für die KPE geworben haben, über die angesprochenen Themen ins Gespräch zu kommen. Zuerst waren sie sehr erstaunt, dass uns diese Dinge an der KPE stören, desweiteren war es etwa so wie der SJM-Pater im Monitorbeitrag. Also, KPE-Mitglieder, traut euch!!
Das Beichtheft wird in mindestens zwei weiteren KPE-Gruppen verwendet, das weiß ich inzwischen von "ausgestiegenen Eltern". Ein Sektenexperte aus unserer Diözese hat mir die "Maria als Erlöserin"-Theorie bestätigt, die auch einige weitere Gruppierungen in unserer Gegend mittragen. Er bezeichnete die Gruppen der KPE und ihre Umgebung wörtlich als "fundamentalistisch-aggressives Milieu".

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Wächtersbach
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Beitrag von Wächtersbach »

MONITOR: Deutsche Bischofskonferenz distanziert sich von katholischem Jugendverband


Köln (ots) - Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat sich, auch vor dem Hintergrund des St. Pöltener "Sex-Skandals", gegenüber dem ARD-Magazin MONITOR (Das Erste,22.07.04, 21.45 Uhr) klar von der "Katholischen Pfadfinderschaft Europas", KPE, distanziert.

"Die KPE ist seitens der Deutschen Bischofskonferenz kein offiziell anerkannter Jugendverband auf Bundesebene innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland", heißt es in einem Schreiben der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz gegenüber MONITOR. Damit stellt sich die Deutsche Bischofskonferenz gegen die Auffassung von Joseph Kardinal Ratzinger, Leiter der römischen Glaubenskongregation im Vatikan. Ratzinger hatte die "Jugendarbeit in der KPE" erst letztes Jahr ausdrücklich gelobt.
Diese sei "durchaus positiv einzuschätzen" und gäbe "vielen jungen Menschen eine solide Grundlage für ihren Weg im Leben". Die Jugendarbeit der KPE verdiene "alle Unterstützung". Bistümer in Deutschland gehen laut Deutscher Bischofskonferenz zur Zeit zahlreichen Beschwerden von Eltern nach, die "die Arbeit der KPE als schädlich für die Entwicklung ihrer Kinder darstellen".

Bei der "Katholischen Pfadfinderschaft Europas" handelt es sich um einen Verband mit ultrakonservativen Wertvorstellungen. Nach Eigenangaben verfügt die KPE über 2.500 Mitglieder in Deutschland.
Die Inhalte der Mitgliederzeitung sind laut Auffassung des Rechtsextremismusexperten, Prof. Hans-Gerd Jaschke, teilweise geprägt durch "antisemitische Töne", und einen "völkischen Nationalismus".
Einige Positionen seien "deckungsgleich mit dem modernen Rechtsradikalismus." Die KPE wird vor allem vom St. Pöltener Bischof, Kurt Krenn, unterstützt, der vom Papst entmachtet worden ist. Der im Zusammenhang mit dem "Sex-Skandal" zurückgetretene Subregens des St.
Pöltener Priesterseminars, Wolfgang Rothe, war über viele Jahre Mitglied und Funktionär der KPE.


Ansprechpartner WDR-Redaktion Monitor:
Georg Restle,Tel. 0221/220-3124


Pressekontakt:
Annette Metzinger, WDR Pressestelle, Tel. 0221/220-2770

ots-Originaltext: WDR Westdeutscher Rundfunk

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Benedikt
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Beitrag von Benedikt »

Hallo, nachdem hier förmlich nach einer "Binnensicht" geschrien wird, möchte ich hier auch meinen Senf zum Thema KPE / SJM abgeben. Ich war viele Jahre KPE-Mitglied, mittlerweile allerdings nicht mehr. Hier wurden verschiedene Dinge angesprochen, die unterschiedlich zu bewerten sind:

1. Die Zeitschriften: Bis vor 1,5 Jahren wurde die "Pfadfinder Mariens" von Claus Peter Clausen herausgegeben, der auch den unsäglichen schwarzen Brief verfasst. Inhalte stammten dabei vornehmlich von Mitgliedern der SJM. (Übrigens gibt es noch eine weitere Zeitschrift "Spur", die mehr oder weniger Pfadfinderthemen enthält). Nachdem die Inhalte der Artikel im Vorstand allerdings immer kontroverser diskutiert werden (Rechtsextremismen ist mir dort allerdings noch nie aufgefallen, wohl aber Kritik an Charismaten, Medjugorje, Islam, den herrschenden Verhältnissen in unserm Staat), wurde C.P. Clausen die Herausgeberschaft genommen. Die Artikel werden nun weniger von SJM-lern verfasst, sondern mehr von Pfadfindern. (Und die Zeitschrift ist imho ziemlich langweilig geworden, habe sie aber auch kaum noch gelesen) Wenige Monate später entstand allerdings eine SJM-Zeitschrift, "der Ruf des Königs", herausgegeben wiederum von CP. Clausen, mit ähnlichen Inhalten, wie die vormalige Zeitschrift. Diese wird meines Wissen an einen Stammadressensatz von Freunden geschickt.

2. Pädagogische Fragen: Die Pädagogik der KPE (in Deutschland) ist in ihren Grundzügen eine Mischung aus einem nostalgischer Verschnitt der 50er-Jahre-Seelsorge mit all ihren Stärken und Schwächen sowie einer back-to-the-roots Pfadfinderei, die in immer mehr Bünden und Einzelgruppen ihren Niederschlag findet. Ich war im Laufe meiner Zeit in 3 verschiedenen Gruppen und alle unterschieden sich stark voneinander je nach Führung. In der ersten Gruppe gab es übrigens auch den Infiltrations-Versuch von Little Pebble-Anhängern (die Sekte wo Hr. Feraudi seine Tochter verloren hat), was von P. Hönisch allerdings zurückgewiesen wurde. Sicher ist die Moralerziehung, wie sie von oben propagiert wird, nicht geeignet, die Sexualität kongruent mit Gottes Geboten zu leben. Aber welche Moralerziehung ist das schon? Ich kenne wenige. Zwischen unbegründet bleibendem Verbot und Laissez-Faire scheint es leider wenig zu geben, wie mir scheint.

3. Maria als Miterlöserin: Ich konnte in den marianischen Vorstellungen innerhalb der KPE nichts unkatholisches finden. Dass Maria eine wichtige Rolle im Heilsplan Gottes zukommt, ergibt sich schon aus der Offenbarung. Die Bedeutung Mariens als Co-Redemptrix ist zwar nicht einfach zu verstehen, entspricht aber dem katholischen Glauben. Ich halte nichts von der Bezeichnung, weil sie nichts einfach erklärt, und Raum lässt für häretische Missinterpretation. Mir ist auch nicht aufgefallen, dass der Titel Maria Miterlöserin erwähnt wird. Das hängt wohl von der Gruppe ab.

4. Sakramentenpastoral: Auch das hängt wohl von der Gruppe ab. Die Gruppenleiter geben nur das weiter, was sie verstanden haben. Die Empfehlung zur wöchentlichen Beichte scheint mir allerdings abwegig zu sein. Ich habe immer die monatliche Beichte empfohlen bekommen, und das als Empfehlung nicht als Zwang. Vielleicht liegt das aber auch am Charakter des Empfängers einer Botschaft. Ich habe in meiner Kindheit wenig als Zwang empfunden, ich bin halt so gestrickt. Ein anderes Kind kann sowas bestimmt aber als Zwang empfinden, genauso wie es die 3x wöchentlichen Fußballtrainingseinheiten als Zwang empfindet. Wenn Mißstände in KPE-Gruppen auftreten, empfiehlt sich meines Erachtens elterliche Intervention. Auf dem Boden des Lehramts sollten sich die Mißstände meist beheben lassen.

Edit: Abschnitt zur Pädagogik "verfeinert"

Bibel-Fan
Beiträge: 7
Registriert: Freitag 23. Juli 2004, 09:01

Beitrag von Bibel-Fan »

Ich finde es ja toll, dass sich mal jemand meldet und seine Sicht der KPE "von innen" schildert. Sehr positiv finde ich auch, dass es nicht einer dieser unsäglichen "Mini-Clausens" aus dem Monitor-Forum ist, die auch noch teils unter unmöglichem Namen schreiben ("defensor fidei").
Ausdrücklich möchte ich nochmals betonen, dass es nicht Eindrücke unserer Kinder waren, auf die wir uns da beziehen, sondern unsere eigene Sicht dessen, was uns die Gruppenleiter und KPE-Familien selbst dazu gesagt haben (Beispiel Marienverehrung, Moralvorstellungen, etc.).
Wir hatten als Eltern auch mit diesen Leuten gesprochen (mehrfach!) und versucht unsere Sicht der Dinge zu erklären und dass Material wie das Beichtheft oder die Anweisungen zur moralischen Erziehung nicht mit einer guten, liebevollen Erziehung zu vereinbaren wären. Meiner Ansicht nach ist das auch aus kirchlicher Hinsicht nicht vertretbar.
Daraufhin mussten wir uns als ungläubig beschimpfen lassen, es wurde mir gedroht wie auch den Kindern. Ich denke, da hört dann eine Elternintervention auf und es ist höchste Zeit eine solche Gruppe zu verlassen!
Ein Zitat im "Ruf des Königs" von Pater Hönisch(Generaloberer der SJM/KPE):
"Das Traurige ist, daß aus Kreisen derer, die doch eigentlich froh sein sollten, daß es noch das Bemühen um eine saubere katholische Jugend gibt, nämlich aus Kreisen der deutschen katholischen Kirche die meisten Widerstände gegen die KPE zu finden sind." Na sowas... :)

Micha

Beitrag von Micha »

leer
Zuletzt geändert von Micha am Freitag 4. Februar 2005, 14:07, insgesamt 1-mal geändert.

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