"Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

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Lauralarissa
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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Lauralarissa » Donnerstag 20. Februar 2020, 16:57

Benedikt hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 16:52
Manchmal könnte man meinen, der Account "LauraLarissa" wäre gar nicht echt, sondern eine Karikatur.
Ich kann dich beruhigen. Es gibt mich wirklich...
"Die römisch-katholische Kirche ignoriert Begabungen, verachtet Wissen und verbietet sich Visionen. Sie hat sich an Frauen versündigt und versündigt sich weiter. Diskriminierung ist ihr harter, aber hohler Markenkern." (Christiane Florin)

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Hanspeter
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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Hanspeter » Donnerstag 20. Februar 2020, 17:00

Hubertus hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 16:52
Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 16:24
Marion hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 16:00
Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 14:35
... wenn ich letztlich primär religiös "egoistisch" ...
Das hört sich an, als ob du es für verwerflich hälst, wenn ein jeder sich primär um sein eigenes Seelenheil kümmert. Meinst du das so?
Ja!
:glubsch: Eigentlich dachte ich, daß genau das eine der zentralen Botschaften Christi sei: Nicht über andere zu richten, nicht zuerst die Schuld beim anderen zu suchen (Splitter/Balken im Auge), sondern erst einmal bei sich anzufangen und sein Augenmerk drauf zu richten, selber den Willen Gottes zu erfüllen, um so in den Himmel zu kommen:
Bemühet euch mit aller Anstrengung durch die enge Pforte einzugehen, denn ich sage euch: Viele werden suchen einzugehen, und werden es nicht vermögen.
http://vulgata.info/index.php?title=Kat ... RA:NT:Lk13

Ich kann darin mitnichten irgendetwas "egoistisches" erkennen; vielmehr hat sich der Gläubige primär auf sich selbst zu bescheiden, um Gott zu gefallen.
Spricht dies nicht gegen eine Selbstgenügsamkeit: „Geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19) ?

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Bruder Donald
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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Bruder Donald » Donnerstag 20. Februar 2020, 17:02

Trisagion hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 14:13
Aber die Geschichte und Gegenwart lehrt uns, daß Religion immer nur dann die gesamte Gesellschaft durchdringt, wenn sie eine zentrale soziale und gesellschaftliche Norm wird, ein unabdingbarer Rahmen für den konkreten zwischenmenschlichen Umgang.
Wie definierst du in diesem Fall "Religion"? Schauen wir mal nach Iran: Die islamische Theokratie hat definitiv Einfluss auf die Menschen, sind da aber alle überzeugte (religiöse) Moslems?
Ich behaupte, viele sind einfach nur Mitläufer, die sich mit den Umständen arrangieren und es ihnen eigentlich egal ist, ob sie in einer islamischen oder christlichen Theokratie leben.
Trisagion hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 14:13
Leider ist dieser gesellschaftliche Erfolg paradox. Denn wer religiös ist um der gesellschaftlichen Vorteile wegen ist eben nicht wirklich religiös. Und je stärker der soziale Druck religiös zu erscheinen, desto schwieriger ist es noch eigentlich religiös zu werden. Man wird eben nicht glücklich wenn man zu seinem Glück gezwungen wird.
Sehe ich auch so. Nach christlichem (katholischem) Verständnis gibt uns Gott ein Angebot und wir sind darin frei darauf zu antworten. Als Katholik habe ich ja gerade das Recht (und die Pflicht) mich am Heilswirken zu beteiligen, und nicht wie beim simplifizierten potestantischen Denken, dass der minimalste Glaubenskonsens erlösend sei.
Wo kommen wir denn da hin, wenn man gesellschaftlich zu einer Antwort "genötigt" wird, die man gar nicht ernst meint? Wird die Freiheit, eine ehrliche Antwort auf Gottes Ruf zu geben, dann überhaupt noch gewährleistet? Zudem geht es um eine (Gottes)Beziehung. Ist man in einer Gottesbeziehung, wenn man bloß einem gesellschaftlichen Religions-Mainstream folgt? Ist man (bereits) religiös, wenn man dem religiösen Mainstream folgt, oder wenn man eine ernste und ehrliche Gottesbeziehung führt?
Trisagion hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 14:13
Ich persönlich finde die momentane Situation garnicht so schlecht: ein Einkochen auf die echten Überzeugungstäter, ohne großen gesellschaftlichen und sozialen Zwang zum Christentum. Aber wenn man die Christenheit wirklich zurückhaben will, dann muß man eben nach gesellschaftlicher Dominanz streben, Macht übernehmen, sozialen Normen zurechtbiegen, und Abweichung ahnden und ächten. Die Gesellschaft komplett unter das religiöse Joch zu bringen ist leider eher ein Job für Machiavelli als für Paulus.
Naja, den Zustand einer 100%igen Christenheit hatte man im Mittelalter (ganz vereinfacht gesagt). Aber hatte man damals auch 100% an Überzeugungstätern? Ich wage zu behaupten: nein. Der Großteil bestand sehr wahrscheinlich aus Mitläufern. Die herrschende Ideologie und Weltsicht hat sich gewandelt und so haben sich die Mitläufer eben umorientiert. Wäre doch interessant zu wissen, was der 0815-Mensch aus dem Mittelalter heute für Positionen vertreten würde. Klar, ist alles reine Spekulation.
Ich behaupte weiter, die "Sünden der Kirche" kamen besonders zu der Zeit zu Stande, wo sie mit der (politischen) Macht kopuliert hat. Macht korrumpiert eben. Und so kommen wir eben zu Machiavelli.
Und dann ist eben die Frage, hat Gott Machiavelli oder Paulus berufen? Will Gott heiße oder laue Gläubige?
Ich bin der Meinung, es kommt auf die Qualität an, nicht die Quantität. Die Kirche ist gut beraten, sich auf ihr Hauptprogramm zu konzentrieren, das dann eben nur 5-10% der Menschen erreicht, statt "sozio-politischen Einfluss" hinterher zu laufen. Denn, so lehrt mich Vergangenheit und Gegenwart, laufen ihr dann die Leute weg.
Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 14:35
Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, die Konsum, Kapital, Erfolg und Aussehen an die erste Stelle stellt.
Ich glaube, dass das Christentum hier eine gute Konstrastgesellschaft ist.
Deswegen möchte ich es "anbieten" (wie die Franzosen so schön sagen), damit sich die Menschen in aller Freiheit entscheiden können.
Natürlich ist es primär ein Angebot. Aber die Frage ist doch, wie geht es weiter, wenn ein Mensch dieses Angebot angenommen hat? Was ist seine Antwort, wie fällt sie aus? In der Bibel steht, was erwartet wird und Jesus war da ebenfalls fordernd und "radikal".
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Sempre » Donnerstag 20. Februar 2020, 17:09

Hanspeter hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 17:00
Spricht dies nicht gegen eine Selbstgenügsamkeit: „Geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19) ?
"euntes ergo docete omnes gentes : baptizantes eos in nomine Patris, et Filii, et Spiritus Sancti"
"... lehrt alle Nationen und tauft ... "


"Der ist es, der mich liebt, der meine Taten tut."

Auch Priester müssen zuallererst die Gebote befolgen, um Gott zu gefallen, und so in den Himmel zu kommen. Vor allen andern haben sie auch das Missionsgebot zu befolgen, um Gott zu gefallen, und so in den Himmel zu kommen.
Niemals sei gesagt es werde je zugelassen, daß ein zum Leben prädestinierter Mensch sein Leben ohne das Sakrament des Mittlers beendet. (St. Augustin, Gegen Julian, V-4)

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Hubertus
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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Hubertus » Donnerstag 20. Februar 2020, 17:20

Hanspeter hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 17:00
Hubertus hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 16:52
Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 16:24
Marion hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 16:00
Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 14:35
... wenn ich letztlich primär religiös "egoistisch" ...
Das hört sich an, als ob du es für verwerflich hälst, wenn ein jeder sich primär um sein eigenes Seelenheil kümmert. Meinst du das so?
Ja!
:glubsch: Eigentlich dachte ich, daß genau das eine der zentralen Botschaften Christi sei: Nicht über andere zu richten, nicht zuerst die Schuld beim anderen zu suchen (Splitter/Balken im Auge), sondern erst einmal bei sich anzufangen und sein Augenmerk drauf zu richten, selber den Willen Gottes zu erfüllen, um so in den Himmel zu kommen:
Bemühet euch mit aller Anstrengung durch die enge Pforte einzugehen, denn ich sage euch: Viele werden suchen einzugehen, und werden es nicht vermögen.
http://vulgata.info/index.php?title=Kat ... RA:NT:Lk13

Ich kann darin mitnichten irgendetwas "egoistisches" erkennen; vielmehr hat sich der Gläubige primär auf sich selbst zu bescheiden, um Gott zu gefallen.
Spricht dies nicht gegen eine Selbstgenügsamkeit: „Geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19) ?
Das sehe ich nicht so. Die Kirche hat objektiv gesehen den Auftrag, den Glauben allen Völkern, allen Menschen zu bringen. Dazu ist sie von ihrem göttlichen Stifter mit allem ausgestattet worden, dessen sie dazu bedarf. Die Frage nach dem persönlichen Heil ist jedoch eine "subjektive" (nicht im Sinne einer 'individuellen Bewertung' aus Sicht des Einzelnen!), d.h. betrifft den persönlichen Lebenswandel des Christen.

Freilich aber gibt es tiefes Ineinander dieser beiden Momente: ohne objektiv reinen Lebenswandel kein authentisches Zeugnis für die Lehre Christi. Unzweifelhaft bleibt jedoch jeder Einzelne allzu häufig dahinter zurück; daher ja auch das beständige Bekennen der Schuld und die Bitte um Vergebung gerade auch in den wichtigsten Texten der Kirche selbst, jenen der Hl. Messe ("Confiteor...").
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Trisagion » Donnerstag 20. Februar 2020, 17:31

Bruder Donald hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 17:02
Wie definierst du in diesem Fall "Religion"? Schauen wir mal nach Iran: Die islamische Theokratie hat definitiv Einfluss auf die Menschen, sind da aber alle überzeugte (religiöse) Moslems? Ich behaupte, viele sind einfach nur Mitläufer, die sich mit den Umständen arrangieren und es ihnen eigentlich egal ist, ob sie in einer islamischen oder christlichen Theokratie leben.
Das war aber doch genau mein Punkt? Den Islam kann man sicher eine Religion nennen (keine Lust das jetzt näher zu definieren, ich appeliere da mal einfach an den normalen Sprachgebrauch). In vielen "islamischen Ländern" sieht man nahe 100% Muslime. Nur ist erstens die Art und Weise wie dieser Prozentsatz erreicht wird problematisch, eben genau durch Theokratie und zumeist üble Tyrannei. Und zweitens sind diese Prozentsätze sich zum großen Teil hohl, das sind nicht wirklich alles "echt gläubige" Muslime. Und da rede ich nicht nur vom bewußten Vortäuschen religiösen Verhaltens. Sondern viele werden da einfach unreflektiert eine soziales Verhaltensprogramm abspulen, was zwar dem Ursprung nach religiös ist, aber als Routine abgeliefert eben wenig wert ist.

Meine Aussage war jetzt schlicht, daß man damit vor Augen vielleicht mal darüber nachdenken sollte was man sich eigentlich genau als "christliches Abendland" wünscht.
Bruder Donald hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 17:02
Naja, den Zustand einer 100%igen Christenheit hatte man im Mittelalter (ganz vereinfacht gesagt). Aber hatte man damals auch 100% an Überzeugungstätern? Ich wage zu behaupten: nein. Der Großteil bestand sehr wahrscheinlich aus Mitläufern. Die herrschende Ideologie und Weltsicht hat sich gewandelt und so haben sich die Mitläufer eben umorientiert. Wäre doch interessant zu wissen, was der 0815-Mensch aus dem Mittelalter heute für Positionen vertreten würde. Klar, ist alles reine Spekulation.
Wiederum, das war genau mein Punkt! Die Christenheit, jenes "Goldene Zeitalter" so irgendwo zwischen Antike und Reformation wo alle und jeder ein katholischer Christ war, war auch nicht viel anders als heute der komplett islamische Iran. Und das ist keineswegs nur reine Spekulation, es ist ja nicht so als ob wir uns der mittelalterlichen Probleme mit der Religion und um sie herum nicht bewußt wären (und da gibt es auch viele nicht so bekannte Dinge, z.B. die Rolle der Badehäuser). Wir tun halt nur immer so, als ob das alles irgendwie Ausnahmen von der Regel waren, statt schlicht Symptome für eine ziemlich scheinheilige Christenheit.
Bruder Donald hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 17:02
Und dann ist eben die Frage, hat Gott Machiavelli oder Paulus berufen? Will Gott heiße oder laue Gläubige? Ich bin der Meinung, es kommt auf die Qualität an, nicht die Quantität. Die Kirche ist gut beraten, sich auf ihr Hauptprogramm zu konzentrieren, das dann eben nur 5-10% der Menschen erreicht, statt "sozio-politischen Einfluss" hinterher zu laufen. Denn, so lehrt mich Vergangenheit und Gegenwart, laufen ihr dann die Leute weg.
Wie gesagt, wenn "Apostel Machiavelli" voll zum Zuge kommt, dann kann man eben nahe 100% erreichen. Und m.E. leider nur dann. Wenn man es mehr mit Paulus hält, dann gilt das Gesetz der abnehmenden Grenzerträge. Deshalb muß man m.E. irgendwann aufhören den Zahlen hinterherzujagen, und sich darauf konzentrieren es richtig zu machen. Wann genau ist allerdings eine schwierige Frage, denn rein nach innen darf man sich auch nicht wenden.

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Bruder Donald
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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Bruder Donald » Donnerstag 20. Februar 2020, 18:47

Trisagion hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 17:31
Wiederum, das war genau mein Punkt!
Ich weiß, ich habe deine Meinung nur weiter "unterfüttert".
Trisagion hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 17:31
Die Christenheit, jenes "Goldene Zeitalter" so irgendwo zwischen Antike und Reformation wo alle und jeder ein katholischer Christ war, war auch nicht viel anders als heute der komplett islamische Iran. Und das ist keineswegs nur reine Spekulation, es ist ja nicht so als ob wir uns der mittelalterlichen Probleme mit der Religion und um sie herum nicht bewußt wären (und da gibt es auch viele nicht so bekannte Dinge, z.B. die Rolle der Badehäuser). Wir tun halt nur immer so, als ob das alles irgendwie Ausnahmen von der Regel waren, statt schlicht Symptome für eine ziemlich scheinheilige Christenheit.
:ja:
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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Marion » Donnerstag 20. Februar 2020, 20:05

Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 16:24
Marion hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 16:00
Lauralarissa hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 14:35
Ich persönlich glaube nicht, dass Nichtchristen in die Hölle kommen. Aber ich glaube, dass der christliche Glaube den Menschen "mehr" Heil, Leben, Glück, Zufriedenheit bringt.
Du glaubst also nicht das was ein Christ glaubt, willst aber, daß die anderen das glauben damit sie sich dann auf Erden wohler fühlen.
Diese Idee finde ich ganz schön oberschräg :glubsch:
und richtig zum :kotz: :kotz: :kotz:
Sorry, aber diese Emoijs sind wohl kaum angemessen ...
Doch sind sie ;) . Und der hier passt auch ganz gut :ikb_sick:
Daß der christliche Glaube und die dazugehörigen Tugenden Dienerinnen für "mehr Heil" Leben, Glück, Zufriedenheit sein sollen ist unerträglich.
Hl. Augustinus ( Gottesstaat) hat geschrieben:Jene Philosophen, die als das höchste Gut des Menschen die Tugend hinstellen, pflegen zur Beschämung gewisser Philosophen, die die Tugenden zwar in Ehren halten, aber sie nach der körperlichen Lust als dem Endzweck bewerten und lehren, man müsse die körperliche Lust um ihrer selbst willen erstreben, die Tugenden dagegen um der körperlichen Lust willen, ein Bild in Worten auszumalen, worin die Lust wie eine weichliche Königin auf königlichem Thron Platz genommen hat, während die Tugenden ihr als Dienerinnen beigegeben sind, ihres Winkes gewärtig, um zu tun, was sie befiehlt; und sie heißt die Klugheit wachsam auszuspüren, wie die Lust die Oberhand habe und ungestört sei; die Gerechtigkeit nach Kräften Wohltaten zu erweisen, zur Gewinnung von Freundschaften, die für die leiblichen Annehmlichkeiten notwendig sind, dagegen niemand Unrecht zu tun, damit nicht durch Übertretung von Gesetzen der Lust die Möglichkeit benommen werde, in Sicherheit zu leben; die Starkmut soll, wenn ein Schmerz den Leib befällt, der nicht von der Art ist, daß er zum Selbsmord triebe, seine Herrin, die Lust, fest im Auge behalten und ihr nahelegen, durch die Erinnerung an ihre früheren Freuden dem Stachel des dermaligen Schmerzes seine Spitze zu benehmen; die Mäßigung hat dafür zu sorgen, daß ihre Herrin im Genuß von Nahrungsmitteln, auch der wohlschmeckenden, Zurückhaltung übe, damit nicht infolge von Unmäßigkeit eine Schädigung und Störung des Wohlbefindens eintrete und die Lust, die nach den Epikureern vor allem eben in der leiblichen Gesundheit besteht, schwer beeinträchtigt werde. In solcher Weise haben also die Tugenden mit ihrer ganzen Herrlichkeit und Würde der Lust zu dienen wie einem herrischen und unverschämten Weibe. Dazu bemerken jene Philosophen, dies Bild sei über die Maßen schmachvoll und häßlich und sein Anblick ganz unerträglich für die Guten; und darin haben sie recht.
http://www.unifr.ch/bkv/kapitel1923-19.htm
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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Osthugo » Montag 24. Februar 2020, 11:47

Manchmal hat man dann doch den Eindruck, dass sich die Kirche zusehends wieder ihrer Kernkompetenzen besinnt. Die Art und Weise, wie sie das tut, mag ja für den einen oder anderen fragwürdig sein. Aber, hey, man muss mit der Zeit gehen, sonst geht man mit der Zeit... :pfeif:

Die rk. Familienkirche Schmuckerau in Wiener Neustadt veranstaltet eine Lesung aus dem epochal bedeutsamen, mystisch-spirituellen Werk: "Vagina-Monologe":

"Im Klappentext wird das Buch als „kleine, kunstfertige Anregung zur weiblichen Selbsterkenntnis, eine liebevolle Aufforderung an alle Frauen, den eigenen Weg zur Lust zu finden“, beschrieben. Wörtlich ist folgendes zu lesen: „Alte Damen und Mädchen, Singles, Ehefrauen, Lesben, Professorinnen, Arbeiterinnen, Schauspielerinnen, Prostituierte wurden von der Autorin zu ihrer Vagina befragt.“

http://www.kath.net/news/70738

:achselzuck: :vogel: :patsch:

Pastoral im Sinne einer lebendigen Neuevangelisierung. Dann klappt's auch mit dem Synodalen Weg.
"Heiliger Engel, Schützer meiner Seele und meines Leibes, verlaß mich Sünder nicht! Weiche nicht von mir wegen meiner Sünden! Umfasse meine schwache Hand und führe mich den Weg des Heiles!"
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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Vir Probatus » Montag 24. Februar 2020, 12:05

Osthugo hat geschrieben:
Montag 24. Februar 2020, 11:47
Manchmal hat man dann doch den Eindruck, dass sich die Kirche zusehends wieder ihrer Kernkompetenzen besinnt. Die Art und Weise, wie sie das tut, mag ja für den einen oder anderen fragwürdig sein. Aber, hey, man muss mit der Zeit gehen, sonst geht man mit der Zeit... :pfeif:

Die rk. Familienkirche Schmuckerau in Wiener Neustadt veranstaltet eine Lesung aus dem epochal bedeutsamen, mystisch-spirituellen Werk: "Vagina-Monologe":

"Im Klappentext wird das Buch als „kleine, kunstfertige Anregung zur weiblichen Selbsterkenntnis, eine liebevolle Aufforderung an alle Frauen, den eigenen Weg zur Lust zu finden“, beschrieben. Wörtlich ist folgendes zu lesen: „Alte Damen und Mädchen, Singles, Ehefrauen, Lesben, Professorinnen, Arbeiterinnen, Schauspielerinnen, Prostituierte wurden von der Autorin zu ihrer Vagina befragt.“

http://www.kath.net/news/70738

:achselzuck: :vogel: :patsch:

Pastoral im Sinne einer lebendigen Neuevangelisierung. Dann klappt's auch mit dem Synodalen Weg.
Ich frage mich schon länger, was Frau Merkel mit der Raute andeuten will. Jetzt habe ich es verstanden.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Siard » Montag 24. Februar 2020, 12:28

Osthugo hat geschrieben:
Montag 24. Februar 2020, 11:47
Die rk. Familienkirche Schmuckerau in Wiener Neustadt veranstaltet eine Lesung aus dem epochal bedeutsamen, mystisch-spirituellen Werk: "Vagina-Monologe":
Nun ja, Kirche ist ein großes Wort für dieses Gebäude.
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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Sempre » Montag 24. Februar 2020, 13:19

An seinen Früchten erkennt man das Konzil.
Niemals sei gesagt es werde je zugelassen, daß ein zum Leben prädestinierter Mensch sein Leben ohne das Sakrament des Mittlers beendet. (St. Augustin, Gegen Julian, V-4)

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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von HeGe » Mittwoch 26. Februar 2020, 13:53

Bischof Wilmer entpuppt sich immer mehr als katastrophale Fehlberufung: http://www.kath.net/news/70771
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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Ralf » Mittwoch 26. Februar 2020, 15:30

HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 26. Februar 2020, 13:53
Bischof Wilmer entpuppt sich immer mehr als katastrophale Fehlberufung: http://www.kath.net/news/70771
Das sehe ich nicht so. Ich würde es im Gegenteil begrüßen, wenn er Vorsitzender der DBK werden würde. Der einzige mir bekannte Bischof derzeit in Deutschland, der mehrjährige Auslandserfahrung hat, der vielsprachig ist und wirkliche katholische Weite kennt.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Osthugo » Mittwoch 26. Februar 2020, 16:01

Ralf hat geschrieben:
Mittwoch 26. Februar 2020, 15:30

Ich würde es im Gegenteil begrüßen, wenn er Vorsitzender der DBK werden würde.
Was Gott verhüten möge. :nein:
"Heiliger Engel, Schützer meiner Seele und meines Leibes, verlaß mich Sünder nicht! Weiche nicht von mir wegen meiner Sünden! Umfasse meine schwache Hand und führe mich den Weg des Heiles!"
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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Hanspeter » Mittwoch 26. Februar 2020, 20:16

Ralf hat geschrieben:
Mittwoch 26. Februar 2020, 15:30
HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 26. Februar 2020, 13:53
Bischof Wilmer entpuppt sich immer mehr als katastrophale Fehlberufung: http://www.kath.net/news/70771
Das sehe ich nicht so. Ich würde es im Gegenteil begrüßen, wenn er Vorsitzender der DBK werden würde. Der einzige mir bekannte Bischof derzeit in Deutschland, der mehrjährige Auslandserfahrung hat, der vielsprachig ist und wirkliche katholische Weite kennt.
Die Anbiederung an Maria 2.0 stört Dich nicht?

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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Ralf » Mittwoch 26. Februar 2020, 22:20

Hanspeter hat geschrieben:
Mittwoch 26. Februar 2020, 20:16
Ralf hat geschrieben:
Mittwoch 26. Februar 2020, 15:30
HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 26. Februar 2020, 13:53
Bischof Wilmer entpuppt sich immer mehr als katastrophale Fehlberufung: http://www.kath.net/news/70771
Das sehe ich nicht so. Ich würde es im Gegenteil begrüßen, wenn er Vorsitzender der DBK werden würde. Der einzige mir bekannte Bischof derzeit in Deutschland, der mehrjährige Auslandserfahrung hat, der vielsprachig ist und wirkliche katholische Weite kennt.
Die Anbiederung an Maria 2.0 stört Dich nicht?
Ich müßte das Video sehen um das einschätzen zu können, manches Mal liegt kath.net auch selektiv sehr daneben. Ich kenne sehr gute Priester, denen ich vertraue, die Bischof Heiner sehr schätzen und schon seit vielen Jahren kennen (weit vor seiner Bischofsweihe). Intellektuell kann er die meisten seiner bischöflichen Mitbrüder in die Tasche stecken. Er hat Erfahrungen in der amerik. Kirche gemacht, kennt französische Theologie und auch polnische. Der Mann hat einfach Format und ist keiner, der die dt. Kirche für den Nabel der Welt hält.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Edi » Mittwoch 26. Februar 2020, 22:42

Ralf hat geschrieben:
Mittwoch 26. Februar 2020, 22:20
Der Mann hat einfach Format und ist keiner, der die dt. Kirche für den Nabel der Welt hält.
Wenn einer sagt, der Machtmißbrauch gehöre zur DNA der Kirche, dann muss man sich schon fragen, was er unter Kirche versteht. Hätte er gesagt, der Machtmißbrauch gehöre zur DNA des Menschen generell und damit auch zu manchen Menschen, die in der Kirche tätig sind, dann wäre das korrekt gewesen.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Juergen » Donnerstag 27. Februar 2020, 09:08

Edi hat geschrieben:
Mittwoch 26. Februar 2020, 22:42
Ralf hat geschrieben:
Mittwoch 26. Februar 2020, 22:20
Der Mann hat einfach Format und ist keiner, der die dt. Kirche für den Nabel der Welt hält.
Wenn einer sagt, der Machtmißbrauch gehöre zur DNA der Kirche, dann muss man sich schon fragen, was er unter Kirche versteht. Hätte er gesagt, der Machtmißbrauch gehöre zur DNA des Menschen generell und damit auch zu manchen Menschen, die in der Kirche tätig sind, dann wäre das korrekt gewesen.
Eben! Bei der Weihe bekommt niemand Macht verliehen, sondern gibt im Gegenteil Macht ab. Wenn er sich dann falsch verhält, kann man das nicht der Kirche anlasten. Mir scheint auch, daß der Bischof in dem Punkte ein verqueres Verständnis von Kirche und den kirchlichen Ämtern hat.

Als Vorsitzenden der DBK kann ich ihn mir vorstellen - passt wie Arsch auf Eimer.
Gruß Jürgen

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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von HeGe » Dienstag 10. März 2020, 13:49

Vatican News hat geschrieben: Katholikenrat gegen „Menschenfeindlichkeit“ in Kirchengremien

„Menschenfeindliches Verhalten“ ist künftig ein Grund zum Ausschluss von Gemeinde- und Pfarreiräten des Erzbistums Berlin. Dessen Diözesanrat der Katholiken beschloss am Wochenende eine entsprechende Ergänzung der Wahlordnung. [...]

[...] Als „menschenfeindlich“ gelten demnach Worte und Taten, die Menschen oder Menschengruppen „aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität“ herabwürdigen, diffamieren oder bedrohen. [...]
Wer also zukünftig was gegen die Home-Ehe sagt, fliegt wohl in Berlin aus dem Pfarrgemeindesowjet. :unbeteiligttu:
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

Vir Probatus
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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 10. März 2020, 20:37

Gestern wurde in der Sonntagsmesse unseres PR der neue "Verwaltungsleiter" vorgestellt.
Ein weiterer Vollzeitangestellter kommt zu 4 Sekretärinnen, die teilweise in Teilzeit arbeiten, hinzu.

Der leitende Pfarrer gab sich äusserste Mühe zu betonen, daß er (der Pfarrer) weiterhin Leiter des PR und Vorsitzender des KV sei.

Dann ist das mit der angeblichen Aufteilung der Macht wieder nur Opium für das Volk.

Wie hat der HWH Gneralvikar mal gesagt: Ein Priester ist nicht dazu da, den Klempner zu bestellen.
Dafür hat er jetzt den Verwaltungsleiter.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

Ralf
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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Ralf » Mittwoch 11. März 2020, 10:48

Bei den verwaltungsleitern hat auch nie jemand behauptet (zumindest im EB Köln), daß es um Aufteilung von Macht geht - es geht um Entlastung der Seelsorger, damit sie wieder mehr Seelsorger sein können.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Vir Probatus » Mittwoch 11. März 2020, 18:29

Ralf hat geschrieben:
Mittwoch 11. März 2020, 10:48
Bei den verwaltungsleitern hat auch nie jemand behauptet (zumindest im EB Köln), daß es um Aufteilung von Macht geht - es geht um Entlastung der Seelsorger, damit sie wieder mehr Seelsorger sein können.
Es wäre aber doch eine Gelegenheit gewesen.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Arkangel » Freitag 13. März 2020, 20:55

Ralf hat geschrieben:
Mittwoch 11. März 2020, 10:48
Bei den verwaltungsleitern hat auch nie jemand behauptet (zumindest im EB Köln), daß es um Aufteilung von Macht geht - es geht um Entlastung der Seelsorger, damit sie wieder mehr Seelsorger sein können.
Ich habe in den letzten Monaten total den Glauben daran verloren, dass Priester überhaupt noch Seelsorgegespräche (bzw. Beicht-Aussprachen usw.) führen wollen & können. Und ich meine damit nicht, dass ich die geweihten Herren mit peripherem Quatsch zugetextet haben, nein, es ging um die allerletzten Dinge.
Jene Doppel-Geweihten (alle, die ich meine, sind auch Ordenspriester) waren aber keineswegs zu alt oder nicht Muttersprachler oder der Gesprächsrahmen war zu stressig … nein, nein !

Habe heute auf der Diözesanhomepage gelesen, dass die Pfarreien ab nächster Woche so eine Art telefonische Seelsorge-Ersatzdienste anbieten sollen/müssen/dürfen/können/wollen … wobei die Frage ist, ob die Corona-Zwangsbeurlaubten ausgerechnet beim internationalen Shut-down das als ihr dringendstes Bedürfnis in der Fastenzeit erleben.

Aber … na ja, werdet Ihr diesen - meinen einzigen extrem ernst gemeinten Post aus meiner Feder - hier ernst genug nehmen ? Vermutlich kaum, ihr könnt Euch sicher nix vorstellen unter "es ging in diesen Gesprächen um die allerletzten Dinge".
Eine erstaunliche Gemeinsamkeit hatten alle Seelsorge"gespräche". Ich ging weg und fühlte mich wie das Allerletzte.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Arkangel » Freitag 13. März 2020, 21:38

Es ging keineswegs um "Lebensberatung", wofür sich Priester nicht explizit "berufen" wissen müssen, sondern in allen drei Fällen um "Sterbesakramente & Angehörigenseelsorge (in der Phase) vor Aussegnungsgottesdiensten". Kommunikationstheoretiker werden da viell. auf die Barrikaden steigen und behaupten, dass der Empfänger des Gesagten "es" über das Beziehungsohr aufgenommen haben könnte .. und deswegen "Weißes Rauschen" im Transistorradio des geweihten Herzens unter der Soutane.

Wofür kassieren diese Burschen ihren fixen Monatslohn? Dass die nicht für Prämien arbeiten, das ist sogar für einen Blindgeborenen ins Auge springend.

Ich möchte nochmals betonen, ich spreche in diesen 3 Fällen nicht von dem Burn-out-nahen Pfarrmoderatoren von sehr großen Seelsorgeeinheiten mit Filialkirchen fast im 2-stelligen Bereich. Gott behüte, ich bin ja kein Unmensch.

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Irmgard
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Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Irmgard » Samstag 14. März 2020, 13:51

Es tut mir leid, Arkangel, dass du solche Erfahrungen gemacht hast. Ich kann die aus meiner Erfahrung so gar nicht teilen. Ich habe mittlerweile Erfahrung mit Krankenhausseelsorge aber auch Gemeindeseelsorge sowohl mit katholischen als auch protenstantischen Seelsorgern gemacht (die Schwiegereltern sind Protestanten). Ich fand das in allen Fällen angemessen und zugewandt, in Ruhe und guter Atmosphäre. Vor der Beerdigung gab es ein langes Gespräch, sehr tiefgründig und nachwirkend. Aber wir sind auch (noch) gut versorgt mit Seelsorgern.

Gruß
Irmgard

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