Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

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Raphael
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Raphael » Dienstag 26. April 2016, 14:47

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Woher weiß man eigentlich, dass Muslime Minarette so interpretieren? Landnahme per Turmbau kommt mir nicht gerade realistisch vor. Da wäre ein Marsch durch die Institutionen Erfolg versprechender.
Tolle lege:
Moscheen sind unsere Kasernen, ihre Kuppeln die Helme, die Minarette unsere Bajonette!

Erdogan hat lt. ZDF diesen Spruch bereits in den 90-er Jahren des letzten Jahrhunderts zitiert ..........
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Edi
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Edi » Dienstag 26. April 2016, 15:38

Es lebt der Mensch im alten Wahn.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Dienstag 26. April 2016, 20:54

Eure links tragen zur Frage der spezifischen Bedeutung der Minarette leider nichts bei. Dass Gotteshäuser außer Gott auch die Glaubensgemeinschaft ehren sollen, ist nun wirklich banal. Bei der Planung der Duisburger Moschee ohne Minarett wurde von Anfang an ständig darüber gesprochen, wie "repräsentativ" er doch werden soll. Nun besteht aber doch ein ziemlicher Unterschied zwischen beeindrucken wollen und beherrschen wollen.
Ziya Gökalp war übrigens ein nationalistischer Ideologe der Jungtürken, die die laizistische Türkei, die Erdogan jetzt abschaffen will, schufen. Ich bin mir wirklich über die Deutung dieses Zitates unsicher. Es spricht einiges dafür, dass "wir" nicht die Muslime, sondern die Jungtürken sind, die sich der Moscheen und Minarette bemächtigen wollen, was sie ja auch tatsächlich getan haben.

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Yeti
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Yeti » Dienstag 26. April 2016, 22:10

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Da wäre ein Marsch durch die Institutionen Erfolg versprechender.
Dazu gehört Bildung und zwar westlich geprägte. Da sieht es nicht nur nach der Konstanzer Langzeit-Integrationsstudie speziell für die Gruppe der türkischen Muslime ziemlich düster aus, wie man auch hier nachlesen kann. Warum nur? :achselzuck:
Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Woher weiß man eigentlich, dass Muslime Minarette so interpretieren?
Ich zitiere mal aus dem politisch völlig unverdächtigen Islam-Lexikon nach Khoury/Hagemann/Heine:
"Die Gotteshäuser der Christen waren mit Türmen versehen. Daher wird vermutet, daß der Kalif Mu'awiya nach diesem Vorbild den Bau von Minaretten veranlaßte, um Zeichen islamischer Präsenz zu setzen. Dabei wurden die Türme der Johanneskirche, auf deren Grund die Umayyadenmoschee in Damaskus errichtet wurde, zu Minaretten umfunktioniert."
Quelle: Khoury, Adel Theodor (u.a.): Islam-Lexikon. - Geschichte, Ideen, Gestalten. - 3 Bde. - Freiburg i.Br. 1991. - Hier: S. 525 Zwar gibt es auch noch eine andere Deutung, nach welcher ehemalige Signaltürme an den Küsten zu Minaretten umfunktioniert worden seien ebda, S. 525f., aber da hierüber keine säkularen und vom Islam unabhängigen Quellen aus zeitgenössischen Epochen existieren - leider typisch für den islamischen Kulturraum - kann ich ansonsten nur Mutmaßungen finden. Ich nehme an, dass die krude Drewermann'sche pseudo-tiefenpsychologisch artikulierte These, die Kirchtürme christlicher Kirchen wären im Grunde verklausulierte Phallus-Symbole, auch für den Islam unannehmbar wäre.
Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Eure links tragen zur Frage der spezifischen Bedeutung der Minarette leider nichts bei.
FAZ hat geschrieben:"Minarette hätten nur eine einzige Bedeutung - sie symbolisierten den islamischen Glauben, dass es nur einen Gott gibt."
Das ist doch eine konzise Deutung aus muslimischer Sicht - auch wenn sie nicht erklärt, weshalb es mal eins, zwei, drei oder noch mehrere Türme gibt.
Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Dass Gotteshäuser außer Gott auch die Glaubensgemeinschaft ehren sollen, ist nun wirklich banal.
Ich fürchte, dass die gängige islamische Theologie in arabischen Ländern (nur dort?) noch nicht einmal aus Banalitäten, sondern aus Irrationalitäten besteht: credo quia absurdum.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Yeti » Dienstag 26. April 2016, 22:24

Voll auf die Bischofsmütze - Auch Bischöfe werden immer wieder mit harscher Kritik konfrontiert Bin gespannt, wann die angeschleimt kommen, wenn die AfD mal irgendwo an der Regierung ist. Hoffentlich hält man dann Distanz von solchen wirbellosen Kirchen"männern" und besteht auf einem Personalwechsel.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Caviteño » Dienstag 26. April 2016, 22:36

Wenn man mit den Begriffen "Minarett" "Zeichen der Herrschaft" googelt, werden einige Bücher eingezeigt, in denen dargelegt wird, daß das Minarett von den Türken sehr wohl als Herrschaftssymbol angesehen werden.

Necla Kelek schreibt in ihrem Buch "Chaos der Kulturen", daß durch die Umwidmung des Kuppelbaus der Haghia Sophia zur Moschee Minarett und Kuppel zum Zeichen osmanischer Herrschaft wurden - auch in Mekka.

https://books.google.de/books?id=2fZlAg ... ft&f=false

Berthold Löffler verweist in seinem Buch "Integration in D." auf diese Aussage von Necla Kelek und zitiert Giordano, der in den sakralen Großbauten ein Symbol der Landnahme auf fremden Territorien sieht, mit dem Strategieziel, in D. mitzuregieren.

https://books.google.de/books?id=QJcYCg ... ft&f=false

Selbst in dem politisch unverfänglichem Buch "Kulturerbe und Denkmalpflege - transkulturell" wird darauf hingewiesen, daß das Minarett eine Art "Siegesturm" ist.

https://books.google.de/books?id=AKzJBA ... ft&f=false

Darüber sollte sich niemand wundern. Die spanischen Eroberer haben in Mexiko oder auf den PH auch zuerst ein Kreuz errichtet und eine Kirche gebaut.

Wer meint, das zwischen "beeindrucken wollen" und "beherrschen wollen" ein ziemlicher Unterschied besteht, verkennt mE das repräsentative Großbauten nicht nur beeindrucken, sondern auch von der Macht (egal ob wirtschaftlicher oder kultureller Art) des Bauherrn zeugen (sollen). Egal ob im religiösen (Sakralbauten), im wirtschaftlichen (Firmenzentralen) oder politischem Bereich (Regierungsgebäude und Botschaften in anderen Ländern) - Prachtbauten erwecken die Aufmerksamkeit und zeigen Präsenz. Natürlich zeugt heute eine Großmoschee nicht davon, daß das umliegende Gebiet muslimisch ist.
Gerade bei den Moscheebauten hier muß man aber berücksichtigen, daß die "neben Gott zu ehrende Glaubensgemeinschaft" relativ wenig zum Moscheebau beiträgt. Dieses wird von der türkischen Religionsbehörde geregelt, die Träger der meisten Moscheen in D. ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von ... eutschland

Wenn ich sehe, wie die türkische Politik ihre Landsleute in D. versucht zu beeinflussen, habe ich erhebliche Schwierigkeiten zu glauben, daß der Bau von Großmoscheen nur aufgrund der religiösen Fürsorge der DITIB forciert wird. :breitgrins:

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Dienstag 26. April 2016, 23:52

Ich habe noch nie geglaubt, dass Ditib als solche ein Ausdruck der religiösen Fürsorge ist. Der Spendenanteil an den Moscheen ist aber deutlich größer, als der Eigenanteil der Pfarreien an ihren Bauprojekten. Trotzdem sind nur eine Minderheit der türkischen Muslime an Ditib-Moscheen gebunden.
Nach meinem Eindruck haben eindrucksvolle Moscheen dieselbe Funktion wie erfolgreiche Fußballspieler, Unternehmer, Politiker, Anwälte usw für die Migranten. Sie bewundern die eigenen Leute gerne. Viele haben auch deshalb Erdogan gewählt, weil es ihnen gefallen hat, zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Land zu gehören. Ihre Jugendlichen mußten sie ja dort nicht unterbringen und erziehen lassen, auch nicht zur Armee schicken. Eigentlich gefällt mir das, jedenfalls viel besser als die Opfer-rolle und auch produktiver.
In meiner Jugend hatte ich die Gelegenheit in vielen Pfarrarchiven des Ruhrgebietes herumzukommen und viel Zeit mit den Dokumenten der Zeit zwischen 1850-1930 zu verbringen. Das hat mich sehr geprägt und mit meinen Brüdern und Schwestern im Glauben wesentlich duldsamer und respektvoller gemacht, als ich frisch von der Uni war. Bei den vielen Protokollen über Kirchbauten, ging es nicht nur um neogotisch, neoromanisch, klassizistisch und in einem Fall, der glücklicherweise dann nicht realisiert wurde, sogar um neoromantisch, sondern auch immer und heftig um Kirchturmhöhen. Natürlich hingen die Ergebnisse immer von der jeweiligen Umgebung ab. Auch sehr in Erinnerung geblieben ist mir die Einweihungsfeier der jüdischen Synagoge in Duisburg, ungefähr 1900, mit Bürgermeister, Großindustriellen und Klerus beider christlicher Konfessionen, die dazu alle auch noch Reden hielten. Die Juden wurden beglückwünscht und ihr Gebäude als "Zierde der Stadt" gepriesen, als gelungenen Beitrag zur Stadt. Deshalb kam mir der Repräsentationszweck, der von Gotteshäusern auch erfüllt wird, so selbstverständlich und damit banal vor.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Yeti » Donnerstag 28. April 2016, 19:33

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Ich habe noch nie geglaubt, dass Ditib als solche ein Ausdruck der religiösen Fürsorge ist. Der Spendenanteil an den Moscheen ist aber deutlich größer, als der Eigenanteil der Pfarreien an ihren Bauprojekten. Trotzdem sind nur eine Minderheit der türkischen Muslime an Ditib-Moscheen gebunden.
Nach meinem Eindruck haben eindrucksvolle Moscheen dieselbe Funktion wie erfolgreiche Fußballspieler, Unternehmer, Politiker, Anwälte usw für die Migranten. Sie bewundern die eigenen Leute gerne. Viele haben auch deshalb Erdogan gewählt, weil es ihnen gefallen hat, zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Land zu gehören. Ihre Jugendlichen mußten sie ja dort nicht unterbringen und erziehen lassen, auch nicht zur Armee schicken. Eigentlich gefällt mir das, jedenfalls viel besser als die Opfer-rolle und auch produktiver.
Die Opferrolle nehmen solche "Proll-Türken", die ich meine, nur im sozusagen "äußersten Notfall" ein. Ihr verkorkster Moralkodex beauftragt sie nolens volens, "als Mann" niemals eine Situation zu akzeptieren, in welcher sie genötigt sein sollten, eine ihnen zugeschriebene Schuld anzunehmen oder als der Benachteiligte/Unterlegene zu erscheinen. Dieses Ideal von "Ehre" ist auf eine so vorsintflutlich-steinzeitliche Weise irrational, dass ich mich weigere, einen anderen Grund als eben eine gewisse "kognitive Schwäche" in diesem Verhalten zu sehen - Sarrazin lässt grüßen; die bereits verlinkte Studie belegt das. Natürlich geht es in diesen Schichten mit Migrationshintergrund nicht um feinsinnig gebildete Koran-Kenner; der Koran scheint mir auch weniger das Problem zu sein, als vielmehr die Sunna und die Hadithe, die speziell im sunnitischen Islam eine viel größere Rolle einnehmen als der Koran selbst, obwohl sie erst später als er selbst entstanden sein können (Stichwort "kognitive Schwäche"). Nicht umsonst spricht die verlinkte Konstanzer Langzeit-Integrationsstudie vor allem bei schiitischen Muslimen von größeren Bildungschancen.
Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:In meiner Jugend hatte ich die Gelegenheit in vielen Pfarrarchiven des Ruhrgebietes herumzukommen und viel Zeit mit den Dokumenten der Zeit zwischen 1850-1930 zu verbringen. Das hat mich sehr geprägt und mit meinen Brüdern und Schwestern im Glauben wesentlich duldsamer und respektvoller gemacht, als ich frisch von der Uni war. Bei den vielen Protokollen über Kirchbauten, ging es nicht nur um neogotisch, neoromanisch, klassizistisch und in einem Fall, der glücklicherweise dann nicht realisiert wurde, sogar um neoromantisch, sondern auch immer und heftig um Kirchturmhöhen. Natürlich hingen die Ergebnisse immer von der jeweiligen Umgebung ab. Auch sehr in Erinnerung geblieben ist mir die Einweihungsfeier der jüdischen Synagoge in Duisburg, ungefähr 1900, mit Bürgermeister, Großindustriellen und Klerus beider christlicher Konfessionen, die dazu alle auch noch Reden hielten. Die Juden wurden beglückwünscht und ihr Gebäude als "Zierde der Stadt" gepriesen, als gelungenen Beitrag zur Stadt. Deshalb kam mir der Repräsentationszweck, der von Gotteshäusern auch erfüllt wird, so selbstverständlich und damit banal vor.
Das ist eine schöne Geschichte, aber sie passt als Vergleich nicht zu einer Bevölkerungsschicht, die sich seit Jahrzehnten beharrlich der Anpassung verweigert. Die im Reich wohnenden Juden waren vermutlich weltweit die am meisten assimilierten Juden überhaupt und mehrheitlich von "Volksdeutschen" überhaupt in keiner Weise zu unterscheiden, was sie ohnehin nie waren, da es sich beim Judentum um eine Religion und nicht um eine ethnische Zugehörigkeit handelt, völlig wurscht, was irgendwelche ultraorthodoxen Mullahs mit Kippa behaupten.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von offertorium » Donnerstag 28. April 2016, 19:44

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Der Spendenanteil an den Moscheen ist aber deutlich größer, als der Eigenanteil der Pfarreien an ihren Bauprojekten.
Wobei der Eigenanteil sicher höher wäre, wenn die Kirchensteuern direkt in die Pfarrei fließen würden. Die versickern irgendwo in den Bistümern und die Pfarrei vor Ort sieht wenig davon.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 28. April 2016, 20:22

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Ich habe noch nie geglaubt, dass Ditib als solche ein Ausdruck der religiösen Fürsorge ist.
Dann ist der Gedanke, daß die "Moscheen unsere Kasernen, die Kuppeln die Helme und die Minarette unsere Bajonette" sind, ja nicht aus der Luft gegriffen, sondern die Äußerung einer politischen Absicht. Das paßt auch mit der immer wieder versuchten Einmischung durch Erdogan und die türkische Regierung zusammen.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von offertorium » Donnerstag 28. April 2016, 20:30

Eine Moschee ist weder eine Kaserne noch ein Gotteshaus im strengeren Sinne. Es handelt sich dabei eher um Mehrzweckgebäude, die auch dem Zweck des Gottesdienstes nach gestaltet wurden, aber eine Moschee ist kein Sakralbau und beinhaltet auch nichts Heiliges.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Yeti » Donnerstag 28. April 2016, 20:43

offertorium hat geschrieben:Eine Moschee ist weder eine Kaserne noch ein Gotteshaus im strengeren Sinne. Es handelt sich dabei eher um Mehrzweckgebäude, die auch dem Zweck des Gottesdienstes nach gestaltet wurden, aber eine Moschee ist kein Sakralbau und beinhaltet auch nichts Heiliges.
Kann es sein, dass Sie bei den Unterrichtsreihen, die "Stilmittel" bzw. "rhetorische Mittel" im Deutschunterricht thematisieren, komplett unentschuldigt gefehlt haben? Deutsch ist doch ein Hauptfach. Wie haben Sie denn den Schulabschluss errungen? Puddingabitur? Schwach ausgeprägte sprachliche Ausdrucksmöglichkeit, null Punkte, setzen, Klappe halten.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von ar26 » Donnerstag 28. April 2016, 23:36

offertorium hat geschrieben:Eine Moschee ist weder eine Kaserne noch ein Gotteshaus im strengeren Sinne. Es handelt sich dabei eher um Mehrzweckgebäude, die auch dem Zweck des Gottesdienstes nach gestaltet wurden, aber eine Moschee ist kein Sakralbau und beinhaltet auch nichts Heiliges.
Naja werter offertorium, Du wirst doch nicht dem Vater aller Gläubigen widersprechen. :dudu:
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Raphael » Freitag 29. April 2016, 06:07

ar26 hat geschrieben:
offertorium hat geschrieben:Eine Moschee ist weder eine Kaserne noch ein Gotteshaus im strengeren Sinne. Es handelt sich dabei eher um Mehrzweckgebäude, die auch dem Zweck des Gottesdienstes nach gestaltet wurden, aber eine Moschee ist kein Sakralbau und beinhaltet auch nichts Heiliges.
Naja werter offertorium, Du wirst doch nicht dem Vater aller Gläubigen widersprechen. :dudu:
Nun, der offertorium wird den Erdogan innigst an sein Herz drücken und dann wird der Erdogan sagen:
Ja, offertorium, ich werde unverzüglich Christ! :zirkusdirektor:
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Caviteño » Freitag 29. April 2016, 18:06

Gedanken von Wolfram Weimer zum Thema "Moscheen, DITIB und Islamisierung":
Erdogan hatte es martialisch angekündigt: „Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Kuppeln unsere Helme, die Minarette unsere Bajonette und die Gläubigen sind unsere Soldaten.“ Der türkische Staatspräsident verfolgt seit langem eine missionarische Großstrategie zur islamischen Expansion – zunächst innerhalb der Türkei, zusehends aber auch im Ausland. Daher investiert die Türkei systematisch auch in die Missionierung Deutschlands.
Über die staatliche Religionsbehörde Diyanet und ihren Deutschland-Ableger Ditib soll die Islamisierung generalstabsmäßig organisiert werden. Neben dem flächendeckenden Bau von Moscheen und Gebetsräumen schickt Ankara – über Staatsmittel finanziert – inzwischen auch offiziell rund 1 Imame in deutsche Moscheen. Sie fungieren in vielen deutschen Gemeinden als Prediger und Seelsorger, aber eben auch als politische Agitatoren Erdogans.
(...)
Von Verfassungsschutzämtern häufen sich Berichte über politische Agitationen in Ditib-Moscheen und die Bildung von Sympathisantenszenen radikaler Islamisten.
Nun sorgt ein Kinder-Comic der Religionsbehörde Diyanet für Aufregung. Die von den obersten Religionshütern veröffentlichten, bunten Zeichnungen verherrlichen den Märtyrertod. In der Bildergeschichte mit der Botschaft „Möge Gott unsere Märtyrer segnen, mögen ihre Gräber mit heiligem Licht erfüllt werden“, die sich an Kinder richtet, schildert ein Vater seinem Sohn, wie ehrenvoll es sei, für seine Überzeugungen zu sterben.
(...)
Die Warnungen der Sicherheitsbehörden haben nun auch die deutsche Politik alarmiert. Aus mehreren Parteien wird die Forderung laut, die Finanzierung von Moscheen aus dem Ausland zu stoppen. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir sagte der „Welt am Sonntag“, in Ditib-Moscheen gebe es zwar viele engagierte Gemeindemitglieder, die „tolle Arbeit“ leisteten. Der Dachverband selbst aber sei der verlängerte Arm des türkischen Staates. Ankara mache Ditib immer mehr zu einer politischen Vorfeldorganisation der regierenden AKP. Er forderte: „Die Türkei muss die Muslime endlich freigeben.“
CDU-Fraktionschef Volker Kauder kritisiert in einem Interview mit der „Berliner Zeitung“, dass in einigen Moscheen Predigten gehalten würden, die mit dem deutschen Staatsverständnis nicht vereinbar seien. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bezeichnete die Entsendung der Imame als „nicht akzeptabel“.
(...)
Diyanet dürfte sich davon kaum beeindrucken lassen. Die Behörde ist dem türkischen Ministerpräsidenten in Ankara direkt unterstellt, verfügt über einen sprunghaft gestiegenen Milliardenetat, lässt fleißig Moscheen bauen und beschäftigt mehr als 1. Mitarbeiter des Glaubens, die man geschickt hin und her versetzt. Für Erdogan sind Diyanet und Ditib erklärte Waffen in seinem Kampf für die Islamisierung.
http://www.handelsblatt.com/politik/deu ... 276.html

Da stellt sich schon die Frage, wie man sich noch wehren kann. Österreich hat ein Islamgesetz verabschiedet und dabei klar geregelt:
dass sich Muslime der heimischen Gesetzgebung unterzuordnen haben: „Religionsgesellschaften, Kultusgemeinden oder andere Untergliederungen sowie ihre Mitglieder können sich bei der Pflicht zur Einhaltung allgemeiner staatlicher Normen nicht auf innerreligionsgesellschaftliche Regelungen oder die Lehre berufen (...).“
http://religion.orf.at/stories/2696523/

Ich glaube kaum, das D. unter Merkel die Kraft haben wird, ein solches Gesetz zu erlassen. Leider! :traurigtaps:

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Caviteño » Freitag 29. April 2016, 18:10

offertorium hat geschrieben:Eine Moschee ist weder eine Kaserne noch ein Gotteshaus im strengeren Sinne. Es handelt sich dabei eher um Mehrzweckgebäude, die auch dem Zweck des Gottesdienstes nach gestaltet wurden, aber eine Moschee ist kein Sakralbau und beinhaltet auch nichts Heiliges.
Dem muß man nun wirklich nicht zustimmen - abgesehen davon, daß obige Meinungsäußerung zur Sache nichts beiträgt:
Der Begriff Sakralbau entstammt den Kultur- und Kunstwissenschaften und dient dort als Abgrenzung zum Profanbau, einem Bauwerk für weltliche Aufgaben. Insbesondere für bauliche Anlagen und Orte aus der Vor- oder Urgeschichte existiert auch der Begriff der Kultstätte (Kultplatz). Wichtigster Bautypus der Sakralarchitektur ist der „Tempel“ (zu dem im allgemeinen Sinne des Begriffs auch Kirchen, Moscheen und Ähnliches zählen), daneben gibt es zahlreiche mehr oder weniger freistehende Bauwerke (Schreine, Altäre) und Denkmäler, die aus religiösen Gründen errichtet wurden. Eine besondere Art von Sakralbauten bilden Grabanlagen und Grabbauten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sakralbau

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von offertorium » Freitag 29. April 2016, 18:14

ar26 hat geschrieben: Naja werter offertorium, Du wirst doch nicht dem Vater aller Gläubigen widersprechen. :dudu:
Gott sei Dank ist der Sultan nicht unfehlbar. :turban:

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Edi » Freitag 29. April 2016, 22:10

"Wenn Bischöfe den Islam hofieren, der Kölner Karneval den Unterschied zwischen Kirchturm und Minarett nicht mehr erkennt und der EKD-Ratsvorsitzende Mitglied eines Moscheenbauvereins ist, ist das dramatisch."


http://kath.net/news/54998
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 30. April 2016, 11:54

Edi hat geschrieben:"Wenn Bischöfe den Islam hofieren, der Kölner Karneval den Unterschied zwischen Kirchturm und Minarett nicht mehr erkennt und der EKD-Ratsvorsitzende Mitglied eines Moscheenbauvereins ist, ist das dramatisch."


http://kath.net/news/54998
:klatsch: :klatsch: :klatsch:

Ein sehr guter Artikel, der das wirkliche Problem benennt:
Man darf nicht nur, man muss sogar fragen, ob die jeweiligen theoretischen Grundlagen bzw. Inhalte einer Religion grundgesetzkonform sind.
Man weicht dieser Frage gerne durch den Hinweis aus, dass sich die Mehrheit der bei uns lebenden Muslime friedlich bzw. grundgesetzkonform verhalte.
Das kann allerdings daher kommen, dass die Mehrzahl der Muslime entweder die theoretischen Grundlagen ihrer Religion nicht kennt oder nicht ernst nimmt oder taktisch verschweigt. Übersehen wird dabei, aus welchen Gründen auch immer, das gewalt- und sexualpathologische Potential im Islam, bei Mohammed ebenso wie im Koran. Man übersieht ferner, dass es im Islam letztlich keine Trennung von Staat und Religion gibt, und man übersieht schließlich, dass der Islam überall dort, wo er sich ausbreitet und an Macht gewinnt, ein an unseren Maßstäben gemessen menschenverachtendes gesellschaftspolitisches System durchzusetzen versucht: die Scharia.
Prof. Schachtschneider hat das einmal unter den Begriff subsumiert, der Islam sei "nicht grundgesetzfähig". Aber diese Probleme werden nicht erörtert, denn die Antwort (abgesehen von dem immer wieder angestrebten "Euro-Islam") passen nicht in die Integrationsphantasie der Politk und der Medien.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Yeti » Freitag 6. Mai 2016, 01:16

Medienbischof: Diskussion um AfD versachlichen
„Wir müssen sehen, dass es in unserer Gesellschaft viele Menschen gibt, die in Sorge sind um unsere Gesellschaft, um unser Land und um ihre eigene Zukunft. Solche Sorgen und Ängste darf man nicht einfach wegwischen. Man darf sie auch nicht dämonisieren, weil sie sind da. Menschen haben diese Ängste, die nicht einfach bösartig sind, sondern sie sind da und wir müssen mit diesen Menschen ins Gespräch kommen. Um diese Ängste mal auf das zurück zu führen, was wirklich der Anlass ist. Vielfach sind die Ängste relativ diffus, Zukunftsängste, Ängste, sozial abzusteigen. Ängste, die mit der Zukunft der eigenen Kultur zusammenhängen. Das muss man ausloten, anschauen und mit den Menschen, mit denen wir sprechen können, in ein Gespräch gehen. Das ist meine Absicht. Wir schauen jetzt mal, wie die Partei sich entwickelt und wie das wird, wenn jetzt die Landesregierung steht und das Parlament dann arbeitet. Da werden wir sehr aufmerksam draufschauen und das uns notwendig Erscheinende dann auch tun.“
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Raphael » Freitag 6. Mai 2016, 09:53

Yeti hat geschrieben:Medienbischof: Diskussion um AfD versachlichen
„Wir müssen sehen, dass es in unserer Gesellschaft viele Menschen gibt, die in Sorge sind um unsere Gesellschaft, um unser Land und um ihre eigene Zukunft. Solche Sorgen und Ängste darf man nicht einfach wegwischen. Man darf sie auch nicht dämonisieren, weil sie sind da. Menschen haben diese Ängste, die nicht einfach bösartig sind, sondern sie sind da und wir müssen mit diesen Menschen ins Gespräch kommen. Um diese Ängste mal auf das zurück zu führen, was wirklich der Anlass ist. Vielfach sind die Ängste relativ diffus, Zukunftsängste, Ängste, sozial abzusteigen. Ängste, die mit der Zukunft der eigenen Kultur zusammenhängen. Das muss man ausloten, anschauen und mit den Menschen, mit denen wir sprechen können, in ein Gespräch gehen. Das ist meine Absicht. Wir schauen jetzt mal, wie die Partei sich entwickelt und wie das wird, wenn jetzt die Landesregierung steht und das Parlament dann arbeitet. Da werden wir sehr aufmerksam draufschauen und das uns notwendig Erscheinende dann auch tun.“
Schaun wir 'mal, dann seh'n wir schon! :gaehn:
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Yeti » Freitag 13. Mai 2016, 20:28

Kirchenleiter: Die Radikalisierung der Gesellschaft erschreckt uns
„Wir sind erschrocken über die zunehmende Verrohung der Sprache und die Radikalisierung der Gesellschaft.“
Das nennt man dann wohl einen "heilsamen Schreck".
"Die Kirchenleiter rufen vor diesem Hintergrund zur Solidarität mit den Asylsuchenden auf. Das Christentum sei eine Religion, die auch aus den Flüchtlingserfahrungen des Alten Testaments gewachsen sei. Für Christen sei das Gebot, den Fremden zu lieben, die Erfüllung der Gottes- und Nächstenliebe: „Der Flüchtling ist unser Nächster."
Klar. Es sei denn natürlich, er lässt sich taufen oder "provoziert" mit einem Kreuz seine muslimischen Mitbrüder in der Flüchtlingsunterkunft. Dann ist er nämlich ein Fundamentalist. :vogel: Aus Syrien hört man andere Töne:
Erzbischof der Griechisch-Katholischen Kirche von Aleppo hat geschrieben:"Der Erzbischof der Griechisch-Katholischen Kirche von Aleppo, Jean-Clement Jeanbart, hat den Westen dazu aufgerufen, keine weiteren syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge aufzunehmen. Besser sei es, sich für ein Ende des Krieges in Syrien einzusetzen, sagte der Bischof während eines Besuchs in Kanada. „Der Westen bedauert die Syrer und die Christen unter ihnen. Aber weiß er wirklich etwas von deren Problemen? Das bezweifle ich, denn ansonsten würde er sich bemühen, diesen Krieg zu beenden“, kritisierte Jeanbart die westliche Nahostpolitik. Es schmerze ihn, daß nach wie vor Zehntausende Christen Syrien verließen."
Ich habe immer mehr den Verdacht, dass die Flüchtlingskrise für die deutschen Bischöfe eine Art Geschäftsmodell ist: Aus dem Apparat rausholen, was noch rauszuholen ist.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von umusungu » Freitag 13. Mai 2016, 23:40

[quote="Edi"]"Wenn ..... der Kölner Karneval den Unterschied zwischen Kirchturm und Minarett nicht mehr erkennt."

Worin soll ich einen inhaltlich-theologischen Unterschied zwischen Kirchturm und Minarett erkennen?

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Protasius
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Protasius » Freitag 13. Mai 2016, 23:53

umusungu hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:"Wenn ..... der Kölner Karneval den Unterschied zwischen Kirchturm und Minarett nicht mehr erkennt."

Worin soll ich einen inhaltlich-theologischen Unterschied zwischen Kirchturm und Minarett erkennen?
Erkennst du einen Unterschied zwischen den geweihten Glocken, die die Christgläubigen zur Messe rufen, und dem Muezzin, der die Muslime zum Gebet ruft?
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Yeti » Sonnabend 14. Mai 2016, 00:10

Protasius hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:"Wenn ..... der Kölner Karneval den Unterschied zwischen Kirchturm und Minarett nicht mehr erkennt."

Worin soll ich einen inhaltlich-theologischen Unterschied zwischen Kirchturm und Minarett erkennen?
Erkennst du einen Unterschied zwischen den geweihten Glocken, die die Christgläubigen zur Messe rufen, und dem Muezzin, der die Muslime zum Gebet ruft?
Er hält wahrscheinlich den Muezzin für ein hervorragendes Beispiel für das "übernatürliche Existential" und jemand, der von "geweihten Glocken" spricht, sowieso für einen Fundamentalisten. :tuete:
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von umusungu » Sonnabend 14. Mai 2016, 00:30

Protasius hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:"Wenn ..... der Kölner Karneval den Unterschied zwischen Kirchturm und Minarett nicht mehr erkennt."

Worin soll ich einen inhaltlich-theologischen Unterschied zwischen Kirchturm und Minarett erkennen?
Erkennst du einen Unterschied zwischen den geweihten Glocken, die die Christgläubigen zur Messe rufen, und dem Muezzin, der die Muslime zum Gebet ruft?
welcher Unterschied sollte darin bestehen?
Glockenturm und Minarett haben eine Funktion - sogar eine physikalische.

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Raphael
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Raphael » Sonnabend 14. Mai 2016, 05:48

umusungu hat geschrieben:Glockenturm und Minarett haben eine Funktion - sogar eine physikalische.
Und Du bist der Ansicht, eine solche physikalische Funktion sei das entscheidende Kriterium? :detektiv:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Yeti » Montag 16. Mai 2016, 01:06

Kardinal Lehmann zur AfD:
Florin: Nun hat das Zentralkomitee der Katholiken beschlossen, dass auf dem nächsten Katholikentag in Leipzig keine AfD-Politiker auf den Podien sitzen sollen. Würden Sie sich mit Politikern der AfD auf ein Podium setzen?
Lehmann: Also, ich würde mir schon zunächst mal die Leute angucken, um die es geht. Ich kenne bis heute keinen persönlich.
Florin: Obwohl die AfD hier in Rheinland-Pfalz stark abgeschnitten hat?
Lehmann: Ja. Ich frage immer wieder seit der Wahl, auch in Hessen, bei den Kommunalwahlen frage ich immer wieder: Gibt es auch namhafte Leute aus unseren Gemeinden? Ich bekomme nicht viele klare Antworten, muss ich ehrlicherweise sagen. In meiner Zeit als Vorsitzender (der Deutschen Bischofskonferenz) war diese Frage zuerst mit den Grünen, da wo überhaupt kein Kontakt war und dann noch mit der Linken. Das fing immer damit an, dass ich mit dem jeweiligen Sekretär der Bischofskonferenz – vielleicht war noch jemand dabei, aber meist nur zu zweit – und auf der anderen Seite zwei, drei Leuten, wir in einer ganz kleinen Gruppe wir mal anfingen, miteinander zu reden. Und daraus sind dann größere Gespräche geworden, bis das dann auch ganz offizielle Gespräche, etwa mit den Grünen, geworden sind. Ich muss heute noch sagen, diese Gespräche gehörten zu den besten, die ich eigentlich im politischen Bereich hatte.
Florin: Meinen Sie denn, das wäre mit der AfD auch möglich oder ist da nicht ein kategorialer Unterschied zwischen Grünen und AfD?
Lehmann: Ja, da ist ein Unterschied. Ich habe dann auch mal mit den Linken, als die Bischofskonferenz noch keine offiziellen Gespräche wollte – mit Recht, denke ich mir –, da habe ich mal mit Gysi und Lafontaine einige Stunden geredet, das ist dann immer nicht weiterverfolgt worden. Aber das würde ich jetzt mit der AfD nicht machen, das Grundmuster der Partei und das nationalistische "Gerüchlein" ist mir zu groß. Da würde ich also im jetzigen Stadium nicht mitmachen, obwohl es mich beunruhigt, dass zwölf Prozent der Wähler da sind natürlich. Vielleicht ist die Zurückweisung allein auf die Dauer kein Heilmittel.
Florin: Warum glauben Sie, verfängt das so mit der Angst vor dem Islam, mit der Betonung des christlichen Abendlandes? Man muss ja sagen, der AfD gelingt mit diesem "christlichen Abendland" und auch PEGIDA mit diesem "christlichen Abendland" etwas, das den Kirchen gar nicht mehr gelungen ist, nämlich allein das Wort wieder in die politische Debatte zu bringen, "christlich".
Bingo. Volltreffer. Versenkt.
Lehmann: Es gibt gewiss Versäumnisse, wovon die profitieren. Sie haben einiges genannt – ich würde zum Beispiel Heimat, Vaterland dazusetzen noch. Wir haben sicher auch vor lauter Blick auf Europa, Globalisierung und so fort manchmal die Verwurzelung der Leute in ihrer heimatlichen Kultur und so weiter etwas versäumt.
Er meint halt, für die Trottel, die solche Begriffe noch brauchen, er lebt ja schon in höheren Sphären.
Lehmann: Es gab vielleicht etwas unglückliche Dinge, etwa unter dem Stichwort der Leitkultur so etwas zu beleben, das ist halt nicht geglückt, und es geht ja bis in die 30er-Jahre hinein, mit der Berufung auf christliches Abendland und so weiter. Die Leute, die das vertreten haben, die waren natürlich in vielen anderen Fragen dann so unbeweglich, dass ich jedenfalls zum Beispiel das Wort nicht mehr gebraucht habe, obwohl ich eigentlich wirklich Europäer und Abendländer bin und auch bleibe.
Florin: Sie sprechen nicht mehr vom "christlichen Abendland", weil die falschen dieses Wort jetzt benutzen?
Lehmann: Ja. Also, ich rede da lieber von Europa zum Beispiel.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Edi » Dienstag 17. Mai 2016, 17:07

Yeti hat geschrieben: Florin: Sie sprechen nicht mehr vom "christlichen Abendland", weil die falschen dieses Wort jetzt benutzen?
Lehmann: Ja. Also, ich rede da lieber von Europa zum Beispiel.
Der Mann weiß doch sehr gut, daß das Abendland nicht mehr sonderlich christlich ist und hat dazu auch einen kleinen Beitrag geleistet. Stichwort: Verweltlichung.
Er wurde von diesem fragwürdigen EU-Schulz aiuch hochgelobt wegen seiner angeblichen Menschenliebe, nur hat man beim Thema Bischof Mixa rein gar nichts davon gemerkt, im Gegenteil. Bis heute ist Mixa nichts Ernsthaftes und Belegbares vorzuweisen und was Backpfeifen angeht, die waren damals noch gang und gäbe. Ich halte die im Einzelfall auch heute noch für richtig, solange es nicht um zu Verletzungen kommt. Unsereins hat die auch in der Jugend bekommen und manchmal auch zurecht.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Dienstag 17. Mai 2016, 18:08

Weiß eigentlich die AfD, was sie mit christlichem Abendland meint?

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Edi
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Edi » Dienstag 17. Mai 2016, 18:12

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Weiß eigentlich die AfD, was sie mit christlichem Abendland meint?
Meines Wissens spricht eher die PEGIDA vom christlichen Abendland als die AfD. Was die darunter versteht, ist sicher nicht genau definiert.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Dienstag 17. Mai 2016, 18:44

Stimmt, Abendland ist mehr Pegida. AfD, zum Beispiel Meuthen oder Petri, von Storch sprechen von einer christlich geprägten Kultur, ob das mehr als Folklore ist? Ich behaupte ja nicht, dass das jüdisch-christliche Menschenbild der Unionsparteien da irgendwie besser wäre, aber unter derem Personal fallen doch mehr irgendwie kirchlich geprägte Menschen auf.

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