Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

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heiliger_raphael
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von heiliger_raphael » Sonntag 13. Juli 2014, 12:58

Der Auftritt in Dom war vermutlich einfach nur ein weiterer Termin in seinem vollen Kalender.

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HeGe
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von HeGe » Montag 14. Juli 2014, 14:11

kath.net hat geschrieben:Meisner begrüßt Ernennung von Woelki zu seinem Nachfolger

Kölner Alterzbischof: «Von den Möglichkeiten, die sich aufgetan haben, finde ich, das ist eine der besten» [...]
Uneingeschränkte Begeisterung hört sich irgendwie anders an. ;)
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Marcus
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von Marcus » Montag 14. Juli 2014, 14:17

In der Tat, zumal das Statement ja gleich zwei Einschränkungen enthält: "Von den Möglichkeiten" "eine der besten".

Nachtrag: Ich bin auch einer der besten Mitarbeiter aus unserem Büro. Wie viele darin sitzen? Zwei... :breitgrins:
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

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Protasius
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von Protasius » Montag 14. Juli 2014, 14:19

HeGe hat geschrieben:
kath.net hat geschrieben:Meisner begrüßt Ernennung von Woelki zu seinem Nachfolger

Kölner Alterzbischof: «Von den Möglichkeiten, die sich aufgetan haben, finde ich, das ist eine der besten» [...]
Uneingeschränkte Begeisterung hört sich irgendwie anders an. ;)
Die Mitteilung von Bischof Feige klingt auch verhalten begeistert:
kath.net hat geschrieben:Angesichts dessen, dass für Köln in noch nicht einmal einem halben Jahr ein neuer Erzbischof gefunden werden konnte, wirkt es um so befremdlicher, dass Erfurt schon fast zwei Jahre auf einen neuen Bischof warten muss. Zudem ist es kein ermutigendes Signal für den Osten Deutschlands, wenn ein aus dem Rheinland gekommener Hoffnungsträger nach nur drei Jahren schon wieder in seine Heimat zurückkehrt. Offensichtlich scheint Berlin als Hauptstadt für die katholische Kirche in Deutschland doch nicht so bedeutungsvoll zu sein, wie erst jüngst wieder betont wurde.

Für sein Wirken in der alten und neuen Heimat wünsche ich Kardinal Wölki Gottes Segen und dem Erzbistum Berlin sehr bald einen neuen Erzbischof.

+ Gerhard FeigeBischof von Magdeburg
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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kreuzzeichen
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von kreuzzeichen » Montag 14. Juli 2014, 14:53

Besonders ernstzunehmend finde ich solche Verlautbarungen, da Bischof Feige bis dahin noch nicht gelernt hat, wie man seinen Mitbruder richtig schreibt. Kann es mit der guten Zusammenarbeit nicht so weit her gewesen sein ;-).
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von gc-148 » Montag 14. Juli 2014, 15:16

Bischof Feiges Reaktion finde ich absolut ok.
In dieser Ernennung liegt keine Wertschätzung der Berliner Ortskirche! Nach drei kurzen Jahren verliert Berlin wieder einmal seinen Bischof - nicht durch Tod oder Krankheit, sondern durch administrative Handlungen. Womit haben die Berliner Katholiken das verdient?
Aus Berliner Sicht - und auch aus Erfurter Sicht - kann ich nur die erste Reaktion von Woelki am Telefon wiederholen: "Ach du Scheiße!"

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Clemens
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von Clemens » Montag 14. Juli 2014, 15:24

gc-148 hat geschrieben:Aus Berliner Sicht - und auch aus Erfurter Sicht - kann ich nur die erste Reaktion von Woelki am Telefon wiederholen: "Ach du Scheiße!"
Woher weißt du das? Ist das verbürgt??

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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von HeGe » Montag 14. Juli 2014, 15:30

Clemens hat geschrieben:
gc-148 hat geschrieben:Aus Berliner Sicht - und auch aus Erfurter Sicht - kann ich nur die erste Reaktion von Woelki am Telefon wiederholen: "Ach du Scheiße!"
Woher weißt du das? Ist das verbürgt??
Nein, sogar falsch. Der Diözesanadministrator Hesse hat bei der Begrüßung am Samstag mitgeteilt, Woelkis erste Reaktion sei "Ihr seid bekloppt." gewesen. Das ist aber allenfalls ein Ausdruck der Überraschung und keine negative Reaktion.
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von Fragesteller » Montag 14. Juli 2014, 15:35

Naja, das ist halt die zitierfähige Variante.

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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von heiliger_raphael » Montag 14. Juli 2014, 15:44

So wie ich Woelki einschätze sieht er beide Seiten. Für mich auch kein Widerspruch. Bei aller Freude, wieder in Köln zu sein, sieht er natürlich auch die Probleme und die angefangene Arbeit in Berlin, die er nicht zu Ende bringen kann, und die spezielle Situation in Erfurt.

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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von HeGe » Montag 14. Juli 2014, 15:50

Fragesteller hat geschrieben:Naja, das ist halt die zitierfähige Variante.
Nein, die rheinische Variante. ;)

Wer es sich übrigens ansehen möchte, kann dies in diesem Video, etwa ab der 1. Minute tun: http://www.kathtube.com/player.php?id=3525
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Hubertus
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von Hubertus » Freitag 1. August 2014, 11:14

Bischof Feige (Magdeburg) kritisiert Rückkehr Woelkis nach Köln

Daraus:
"Offensichtlich scheint Berlin als Hauptstadt für die katholische Kirche in Deutschland doch nicht so bedeutungsvoll, wie erst jüngst wieder betont wurde", kritisierte der Magdeburger Bischof.
Als befremdlich bezeichnete Feige zudem, dass für das Erzbistum Köln nach nicht einmal einem halben Jahr ein neuer Erzbischof gefunden wurde, während das Bistum Erfurt seit fast zwei Jahren auf einen neuen Bischof wartet.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von HeGe » Sonnabend 20. September 2014, 14:32

Seit einigen Stunden haben wir nunmehr wieder einen Erzbischof! :klatsch: Mir hat die Messe zur Amtseinführung gefallen, ich nehme an, man wird sie in den nächsten Tagen noch in der Mediathek des WDR sehen können, falls sie jemand verpasst hat und noch sehen möchte.
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von taddeo » Sonnabend 20. September 2014, 19:31

Herzlichen Glückwunsch allen Kölner Diözesanen zu ihrem neuen Oberhirten!
Möge nie ein Woelki den Himmel über ihrem Glauben trüben ... ;D
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von Kilianus » Sonnabend 20. September 2014, 19:47

Seit wann hat der Kölner Dom Ministrantinnen? :glubsch:

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kreuzzeichen
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von kreuzzeichen » Sonnabend 20. September 2014, 20:28

Es waren die Domministranten aus Berlin da!
"Für jedes Problem gibt es eine einfache Lösung – klar, einleuchtend und falsch." (Henry Louis Mencken)

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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von kreuzzeichen » Dienstag 23. September 2014, 12:10

Vielleicht kann die Administration mal die Umfrage löschen. Das ist ja soweit durch... Und "wir" waren sicher so kundig wie manche Zeitungen, wenn man das Ergebnis betrachtet.

(M)einen Bericht über die Einführung liest man hier: http://www.kreuzzeichen.blogspot.de/201 ... t-hut.html
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von heiliger_raphael » Dienstag 23. September 2014, 12:12

kreuzzeichen hat geschrieben:Vielleicht kann die Administration mal die Umfrage löschen. Das ist ja soweit durch... Und "wir" waren sicher so kundig wie manche Zeitungen, wenn man das Ergebnis betrachtet.

(M)einen Bericht über die Einführung liest man hier: http://www.kreuzzeichen.blogspot.de/201 ... t-hut.html
Sehr schöne Fotos!

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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von taddeo » Dienstag 23. September 2014, 12:13

kreuzzeichen hat geschrieben:Vielleicht kann die Administration mal die Umfrage löschen. Das ist ja soweit durch...
Das geht m. W. technisch nicht, ohne den ganzen Strang in den Orkus zu verfrachten.
Als Dokumentation unserer hellseherischen Null-Begabung kann es ruhig stehen bleiben ... :pfeif:
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von HeGe » Dienstag 23. September 2014, 13:04

taddeo hat geschrieben:Das geht m. W. technisch nicht, ohne den ganzen Strang in den Orkus zu verfrachten.
Als Dokumentation unserer hellseherischen Null-Begabung kann es ruhig stehen bleiben ... :pfeif:
Wieso Null-Begabung? Woelki stand immerhin mit 9 Stimmen auf Platz 2, wenn auch gemeinsam mit einigen anderen. Das TvE auf Platz 1 gekommen ist, hatte wohl eher andere Gründe, als dass dem wirklich realistische Erwartungen zugrunde lagen. Insofern war unser Tipp doch eigentlich ganz gut.
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von Yeti » Dienstag 26. Januar 2016, 18:56

Der Gutprediger: Zuwanderer sind stets Opfer, Zuwanderungsbegrenzer stets Täter – so lehrt Kölns Kardinal Woelki. Dabei weiß er es besser. Trotzdem vermeidet er öffentlich die Differenzierung. Warum? Aus allen Woelkis gefallen...
Die Kritik an Obergrenzen mochten manche Christdemokraten vielleicht noch teilen. Aber den Rest? Trotzdem klatschten die höflichen CDUler, als Woelki geendet hatte. Allerdings waren zuvor einzelne Zwischenrufe laut geworden. Ein Zuhörer unterbrach des Kardinals Rede mit einem höhnischen "Amen". Andere begannen zu tuscheln. Wieder andere beklagten sich anschließend bei den anwesenden Kirchenvertretern, warum Woelki "nur die eine Hälfte der Wahrheit" anspreche? Warum sage er nicht "was dazu, wie man die Leute vor der Einwanderung von Kriminellen schützen kann?"
Er merkelt's halt.
Doch in Woelkis Reden kommen Zuwanderer nahezu ausschließlich als gute, hilfebedürftige Opfer vor. Und Zuwanderungsbegrenzer nahezu ausschließlich als inhuman oder rechtsextrem, zumindest aber als irregeleitet. Selbstverständlich trifft er damit einen Teil der Realität, wie jeder noch so kritische Christdemokrat einräumt. Einen anderen Teil derselben ignoriere er aber. Woelkis öffentliches Erscheinungsbild ist umso bemerkenswerter, als er in nichtöffentlichen Gesprächen kein Geheimnis daraus macht, dass er die Wirklichkeit differenzierter wahrnimmt. Aber nach außen dringt davon kein Wort. Warum?
Dafür gibt es laut einem Kirchenfunktionär im Umfeld Woelkis, der anonym bleiben will, vor allem eine Erklärung: Zum ersten Mal seit vielen Jahren sehe Woelki "seine Kirche wieder als Schrittmacher einer urchristlichen Bewegung, nämlich der Flüchtlingshilfe, die beträchtliche Teile des ganzen Volkes erfasst" habe. Solche Erfahrungen seien hierzulande für keinen Kirchenführer mehr selbstverständlich. Für Woelki aber seien sie eine Rarität. Tatsächlich konnte man solche Erlebnisse nirgends seltener sammeln als in Köln, dem größten Erzbistum Deutschlands. Über Jahrzehnte galt es unter Woelkis kantigem Vorgänger Kardinal Meisner als der Gegenpol zum vermeintlich kirchenfernen Mainstream – und entsprechend wurde es öffentlich behandelt. Seit Beginn der großen Flüchtlingswelle aber sind sich Kirche und große Teile der Öffentlichkeit erkennbar näher gekommen. Hand in Hand engagieren sie sich für die Flüchtlinge. Wen könnte es da wundern, dass Woelki diesen Zustand, diesen Schwung erhalten will?
Was für ein wirklich naiver Glaube. Das mit den Perlen und den Säuen hat er noch nicht verstanden.
Um das zu verstehen, empfiehlt der genannte Kirchenfunktionär einen Blick in Woelkis Biografie. Von 1985 bis 2011 war Woelki ein Vierteljahrhundert lang unter Joachim Kardinal Meisner im Kölner Erzbistum aktiv: unter anderem als Meisners persönlicher Sekretär und Weihbischof. Woelki habe "aus größter Nähe erlebt, was es heißt, als Kirche gegen den Mainstream zu stehen". Denn so definierte Kardinal Meisner seine Aufgabe: als vernehmbare Opposition gegen die immer kirchenfernere Gesellschaft. Ob es um Abtreibung, Verhütung, Homosexualität, die Unauflösbarkeit der Ehe oder den wachsenden Islam ging. Und weil sich der Graben zwischen der Meisner-Kirche und der Öffentlichkeit von Jahr zu Jahr vertiefte, reagierte die auch von Jahr zu Jahr hämischer auf den Erzbischof von Köln. Woelki, so sagt der Kirchenfunktionär, habe das geprägt. Er habe "daraus seine Lehre gezogen: Die permanente Konfrontation und öffentliche Häme seien denkbar ungeeignete Bedingungen, um das Evangelium zu verkündigen".
Ach was. Kein einziger, der aktiver Gläubiger war, wurde wegen Meisner ungläubig oder unkirchlich. Im Gegenteil, die Jammerlappen wussten genau Bescheid, wo sie in Wirklichkeit standen - nämlich keinen einzigen Millimeter in der Kirche. Der Amtsnachfolger scheint das warme Kissen der harten Realität vorzuziehen. Nur noch Memmen auf den Kathedren, keine Männer mehr. Mir tut Meisner leid, der sehen muss, was für einen winselnden Wetterhahn er da "großgezogen" hat. Aber wie sagt der Volksmund: Wer heute mit dem Zeitgeist verheiratet ist, ist morgen schon Witwer. Aber dies Phänomen gab's auch schon früher in der Kirche:
"Was an der Haltung beider Landeskirchen auffällt, ist ihre heraushängende Zunge. Atemlos jappend laufen sie hinter der Zeit her, auf dass ihnen niemand entwische. »Wir auch, wir auch!«, nicht mehr, wie vor Jahrhunderten: »Wir.« Sozialismus? Wir auch. Jugendbewegung? Wir auch. Sport? Wir auch. Diese Kirchen schaffen nichts, sie wandeln das von andern Geschaffene, das bei andern Entwickelte in Elemente um, die ihnen nutzbar sein können. Wohin geht die Jugend am Sonntag? In die Kirche? Nein: auf die Sportplätze. Die Geistlichen warteten in ihren leeren Kirchen; es kam niemand. Da erhoben sie die Soutanen und Talare und wandelten ernsten Schrittes hinaus auf die Sportplätze, und sie lehrten dorten das Wort Gottes inmitten der Sprungseile und der Wurfkugeln. Mohammed war zum Berge gekommen. Das wäre den Herren früher als eine Ketzerei erschienen; die Kirche hat nachgegeben; sie hat sich nicht gewandelt, sie ist gewandelt worden."
Wer hat's geschrieben? Nein, kein böser Tradi. Kurt Tucholsky; vor mehr als 80 Jahren (!) "Die Weltbühne", 08.04.1930, Nr. 15, S. 540.
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offertorium
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von offertorium » Dienstag 26. Januar 2016, 20:44

Für mich ist es gar kein Problem, dass die Kirche sich zu Flüchtlingen klar positioniert, ich empfinde sie als gesunden Gegenpol zu einer Gesellschaft, die oft zu sehr die christlichen Wurzeln vergisst.
Allerdings ist Kirche kein politischer Verein. Mir geht bei diesen tagespolitischen Themen immer mehr die eigentliche Spiritualität und geistliche Seite der Kirche verloren. Mir scheint andererseits, dass diese einseitige Themenfokussierung genau mit dieser Entwurzelung zu tun hat. Die Kirche muss sich nicht ständig zur Flüchtlingspolitik äußern, sie kann eine grundsätzliche Position formulieren, ansonsten sollte sie sich um's Beten kümmern.

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Niels
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von Niels » Dienstag 26. Januar 2016, 20:49

Was willst Du uns damit genau sagen? :detektiv: :hmm: :achselzuck:

Franziskus traf Studenten des Lombardischen Priesterseminars in Rom: http://www.kath.net/news/53741
Franziskus hat Priester aufgerufen einfach und verständlich zu predigen.
Das gilt logischerweise auch für Dich als Laienschreiber. :breitgrins:
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von Niels » Dienstag 26. Januar 2016, 20:58

Bischof Overkott äh... -beck macht es - wie so oft - vorbildlich vor (bzw. hat von Leuten, die von der Kirchensteuer oder einer kirchennahen Stiftung finanziert werden, machen lassen):
http://www.bistum-essen.de/index.php?eI ... 7ce928c38
:emil: :anton: :nuckel:
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offertorium
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von offertorium » Dienstag 26. Januar 2016, 21:23

Niels hat geschrieben:Was willst Du uns damit genau sagen? :detektiv: :hmm: :achselzuck:
Früher bin ich fast täglich zum Gottesdienst gegangen. Mittlerweile habe ich keine Lust mehr auf politische Predigten und beschränke mich auf die Sonntagspflicht, weil ich das politische Tamtam einfach nicht mehr ertrage. Es ist schon lange her, dass ich eine Predigt gehört habe, die das Evangelium ausgelegt hat, mittlerweile sind die Predigten eher die Reproduktion der Tagesthemen.

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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von Niels » Dienstag 26. Januar 2016, 21:39

Verständlich. :(
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von Siard » Dienstag 26. Januar 2016, 21:58

offertorium hat geschrieben:Früher bin ich fast täglich zum Gottesdienst gegangen. Mittlerweile habe ich keine Lust mehr auf politische Predigten und beschränke mich …
Werktags Predigten? Das kenne ich nur aus dem Priesterseminar.

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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von umusungu » Dienstag 26. Januar 2016, 23:20

offertorium hat geschrieben:Früher bin ich fast täglich zum Gottesdienst gegangen. Mittlerweile habe ich keine Lust mehr auf politische Predigten und beschränke mich auf die Sonntagspflicht, weil ich das politische Tamtam einfach nicht mehr ertrage. Es ist schon lange her, dass ich eine Predigt gehört habe, die das Evangelium ausgelegt hat, mittlerweile sind die Predigten eher die Reproduktion der Tagesthemen.
Du hast ja so recht. Die Evangelien haben mit dem konkreten Leben nichts zu tun.

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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von Protasius » Dienstag 26. Januar 2016, 23:50

umusungu hat geschrieben:
offertorium hat geschrieben:Früher bin ich fast täglich zum Gottesdienst gegangen. Mittlerweile habe ich keine Lust mehr auf politische Predigten und beschränke mich auf die Sonntagspflicht, weil ich das politische Tamtam einfach nicht mehr ertrage. Es ist schon lange her, dass ich eine Predigt gehört habe, die das Evangelium ausgelegt hat, mittlerweile sind die Predigten eher die Reproduktion der Tagesthemen.
Du hast ja so recht. Die Evangelien haben mit dem konkreten Leben nichts zu tun.
Es ist ein Unterschied, ob man über das Evangelium, das gerade vorgetragen wurde, predigt und die Lehren aus den Lesungen im Alltag erörtert, oder ob man über irgendwas anderes predigt, das man gerade für wichtig hält, auch wenn es mit den Lesungen nichts oder nur marginal etwas zu tun hat.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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offertorium
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von offertorium » Mittwoch 27. Januar 2016, 08:09

Siard hat geschrieben: Werktags Predigten? Das kenne ich nur aus dem Priesterseminar.
Nicht so umfassend, einige wenige Worte oft nur, leider aber umso ausgeprägter am WE oder bei hohen Feiertagen. Was sich dann leider auf die insgesamt Lust zum Gottesdienst bei mir ausgewirkt hat.
Wie angedeutet bin ich tatsächlich eher auf der "Pro-Flüchtlingsseite" wie Woelki und Co, bin aber trotzdem dagegen, aus der Kirche ein politisches Ding zu machen. Schon weil es die Menschen, die vielleicht nicht die gleichen politischen Lösungen wie ich zur Flüchtlingskrise haben, aus der Kirche vertreibt. Und über die Dimension scheinen sich unsere Zeitgeistlichen oft wenig Gedanken zu machen.
umusungu hat geschrieben:Du hast ja so recht. Die Evangelien haben mit dem konkreten Leben nichts zu tun.
Natürlich haben die Evangelien etwas mit dem konkreten Leben zu tun. Das ist ein Grund mehr, die Evangelien zum Thema zu machen und nicht die Tagespolitik. Wenn's in der Predigt nur noch darum geht, eine politische Agenda zu betreiben, läuft verkehrt. Die Menschen sind alt genug, um aus einer christlichen Grundüberzeugung selbst die richtigen politischen Konsequenzen zu ziehen. Die das nicht tun werden ihre Haltung aber gewiss nicht ändern, wenn man sie mit politischer Propaganda zuknallt.

Das Evangelium sagt mir, wie ich jedem einzelnen Flüchtling als Mensch begegnen soll, es bietet aber keine Lösungen in der Frage, mit welchem politischen Konzept wir den besten Weg finden, diese Situation zu meistern. Für sozio-ökonomische und politische Konzepte gibt es in diesem Staat Fachleute, der Priester gehört nicht dazu. Ich will vom Priester keine politischen/wirtschaftlichen/ökonomischen Lösungen vermittelt bekommen, die dann ggf. noch mit der realen Bewertung durch Politiker, Wirtschafter und Ökonomen kollidieren.

Im Gegensatz zu anderen monotheistischen Religionen haben wir kein Staatskonzept. Das sollten Priester verinnerlichen und nicht so tun als hätte Jesus staatliche Maßnahmen zur Flüchtlingskrise beschlossen.
Protasius hat geschrieben: Es ist ein Unterschied, ob man über das Evangelium, das gerade vorgetragen wurde, predigt und die Lehren aus den Lesungen im Alltag erörtert, oder ob man über irgendwas anderes predigt, das man gerade für wichtig hält, auch wenn es mit den Lesungen nichts oder nur marginal etwas zu tun hat.
Danke!
Zuletzt geändert von offertorium am Mittwoch 27. Januar 2016, 08:18, insgesamt 1-mal geändert.

Siard
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von Siard » Mittwoch 27. Januar 2016, 08:17

umusungu hat geschrieben:Du hast ja so recht. Die Evangelien haben mit dem konkreten Leben nichts zu tun.
Die Evangelien in meiner Bibel schon.

maliems
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von maliems » Freitag 29. Januar 2016, 11:38

umusungu hat geschrieben:
offertorium hat geschrieben:Früher bin ich fast täglich zum Gottesdienst gegangen. Mittlerweile habe ich keine Lust mehr auf politische Predigten und beschränke mich auf die Sonntagspflicht, weil ich das politische Tamtam einfach nicht mehr ertrage. Es ist schon lange her, dass ich eine Predigt gehört habe, die das Evangelium ausgelegt hat, mittlerweile sind die Predigten eher die Reproduktion der Tagesthemen.
Du hast ja so recht. Die Evangelien haben mit dem konkreten Leben nichts zu tun.
Predigten haben mit dem Evangelium nichts zu tun.

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