Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Allgemein Katholisches.

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Protasius
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von Protasius » Freitag 29. Januar 2016, 12:06

maliems hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:
offertorium hat geschrieben:Früher bin ich fast täglich zum Gottesdienst gegangen. Mittlerweile habe ich keine Lust mehr auf politische Predigten und beschränke mich auf die Sonntagspflicht, weil ich das politische Tamtam einfach nicht mehr ertrage. Es ist schon lange her, dass ich eine Predigt gehört habe, die das Evangelium ausgelegt hat, mittlerweile sind die Predigten eher die Reproduktion der Tagesthemen.
Du hast ja so recht. Die Evangelien haben mit dem konkreten Leben nichts zu tun.
Predigten haben mit dem Evangelium nichts zu tun.
Das ist zwar oft der Fall, aber nicht zwangsläufig. Man denke etwa an die Homilien und Sermones der Kirchenväter, die ja auch in der Lesehore gelesen werden. Auf der Internetseite der Benediktinerinnenabtei Mariendonk gibt es zum Beispiel für die Sonntagsevangelien und oft auch -lesungen Kirchenväterkommentare.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

Vir Probatus
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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von Vir Probatus » Freitag 29. Januar 2016, 18:11

Niels hat geschrieben:Bischof Overkott äh... -beck macht es - wie so oft - vorbildlich vor (bzw. hat von Leuten, die von der Kirchensteuer oder einer kirchennahen Stiftung finanziert werden, machen lassen):
http://www.bistum-essen.de/index.php?eI ... 7ce928c38
:emil: :anton: :nuckel:
Früher kam immer im Fernsehen die "Kinderstunde".
Ist der Text für die Ausstrahlung dort gedacht ?
"Wenn Ihr nicht werdet wie die Kinder ...!"
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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Re: Wer wird neuer Erzbischof von Köln?

Beitrag von HeGe » Donnerstag 4. Februar 2016, 14:26

kath.net hat geschrieben:Kölner Stadtanzeiger: 'Woelki revidiert Meisner-Entscheidung'

Die Karl-Rahner-Akademie steht wieder im Haushaltsplan des Erzbistums Köln. Zeitung lobt: Kardinal Woelki hat die jahrelange Eiszeit der Ära Meisner beendet. [...]
Hervorragend, der Frühling in der Kirche dürfte dank dieser Entscheidung nicht lange auf sich warten lassen. Es gibt schließlich kein besseres Mittel zur Stärkung des Glaubens, als Millionen Euro aus Kirchensteuermitteln in noch eine kirchenkritische Quasselbude zu investieren. :roll:

Im Ernst, man kann Entscheidungen der Vergangenheit immer gerne überprüfen und wenn sich die Umstände geändert haben auch über eine Revidierung nachdenken. Aber wenn ich so etwas lese
[...] Der Akademie gehe es im Sinne des Jesuiten Karl Rahner „um einen Katholizismus, der ‚mit Dogmatismus und moralischem Rigorismus nichts zu tun hat‘. Glaube, richtig verstanden, sei ‚ohne Freiheit nicht zu haben‘, so erläuterte der KStA abschließend.
ist die Entscheidung für mich nicht nachvollziehbar. In dem Laden hat sich nichts geändert. Und das Lob vom Kölner Stadtanzeiger sollte eigentlich auch dem Letzten eine ausreichende Warnung sein.
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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 5. Februar 2016, 09:10

was ist daran unverständlich Bischöfe passen sich immer dem Weltkirchlichen Kurs an unter JPII versuchte man einige Jahre eine halbe Kehrtwendung Em Meisner ist eine Erscheinung dieser Zeit Mit Papst Franziskus sind wir wieder in der Ära der 70er Jahre also ist die Entscheidung nur logisch
Wann werden fromme Seelen endlich lernen in größeren Zusammenhängen zu denken und sich nicht an einzel entscheidungen krallen und immer wieder sagen "Aber wie kann der Bischof nur" Der Bischof kann und muß und vor allem will er ja

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von Siard » Freitag 5. Februar 2016, 17:04

Schon Meisner war in mancher Hinsicht wenig überzeugend.

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Florianklaus
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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von Florianklaus » Freitag 5. Februar 2016, 22:04

Siard hat geschrieben:Schon Meisner war in mancher Hinsicht wenig überzeugend.
In welche Hinsicht war er nicht überzeugend?

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von CIC_Fan » Sonnabend 6. Februar 2016, 07:17

Nein er war genau das was zu seiner Zeit vom Vatikan erwartet wurde ob das freilich traditionellen Katholischen Kriterien entspricht ist eine andere Frage

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von Siard » Sonnabend 6. Februar 2016, 07:51

Florianklaus hat geschrieben:
Siard hat geschrieben:Schon Meisner war in mancher Hinsicht wenig überzeugend.
In welche Hinsicht war er nicht überzeugend?
CIC_Fan hat geschrieben:Nein er war genau das was zu seiner Zeit vom Vatikan erwartet wurde ob das freilich traditionellen Katholischen Kriterien entspricht ist eine andere Frage
Sein Umgang mit Menschen war zumindest gedankenlos (man könnte es auch wesentlich unfreundlicher benennen). Diese Seite habe ich nicht nur von mehreren Quellen gehört, sondern auch selbst erlebt.
Und papsttreu war er auch nur selektiv (Übersetzungskommission).
Das Vorantragen einer (teilweise dumpfen) kleinbürgerlichen Moralvorstellung, sollte kein Grund sein ihn zu loben, war aber – wie man vielen Äußerungen entnehmen kann – eines der Hauptargumente, die ihn zum Star der "Konservativen" machte.

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von phylax » Sonnabend 6. Februar 2016, 18:31

Ich sehe das Problem von Predigten politischen Inhalts darin, dass mir der Prediger nicht mehr als THeologe und Schriftausleger entgegentritt und damit das Fachwissen mir als Laien voraus hat, sondern eigentlich als bloßer politisch Interessierter Mitmensch,zu dessen Meinungen ich ganz andere Vorstellungen und Überzeugungen haben kann, diese aber nicht äußern darf, weil ja in einer Predigt die Meinungsäußerungen der Laien nicht vorgesehen sind. Es wird einem etwas übergestülpt. Und das erzeugt bei mir Wut und, was dann das Schlimme ist, die innere Andacht geht flöten
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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von martin v. tours » Sonnabend 6. Februar 2016, 18:53

phylax :daumen-rauf: :daumen-rauf:
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von offertorium » Sonnabend 6. Februar 2016, 21:44

phylax hat geschrieben:Und das erzeugt bei mir Wut und, was dann das Schlimme ist, die innere Andacht geht flöten
Noch schlimmer: Verkommt der Gottesdienst zur politischen Veranstaltung, bleiben Leute fern, die keine Lust auf politische Veranstaltungen haben. Was das Anliegen der Kirche konterkariert.

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von Maternus87 » Sonntag 7. Februar 2016, 08:49

Siard hat geschrieben:
Siard hat geschrieben:Schon Meisner war in mancher Hinsicht wenig überzeugend.
Sein Umgang mit Menschen war zumindest gedankenlos (man könnte es auch wesentlich unfreundlicher benennen). Diese Seite habe ich nicht nur von mehreren Quellen gehört, sondern auch selbst erlebt.
Und papsttreu war er auch nur selektiv (Übersetzungskommission).
Das Vorantragen einer (teilweise dumpfen) kleinbürgerlichen Moralvorstellung, sollte kein Grund sein ihn zu loben, war aber – wie man vielen Äußerungen entnehmen kann – eines der Hauptargumente, die ihn zum Star der "Konservativen" machte.
Das kann ich nur unterstreichen! Und was die "kleinbürgerliche" Mentalität angeht, so besteht vollends Kontinuität, nur dass jetzt die Post-68er Version tonangebend ist ... . Das Phänomen Woelki ist in jeder Hinsicht nur vor dem Hintergrund der Ära Meisner erklärbar und letztlich die logische Konsequenz aus Personalpolitik, Führungsstil und "Theologie" des Alt-Erzbischofs in Kombination mit einem der größten Bistümer der Weltkirche, das seinem Oberhirten fremd geblieben ist.

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von Yeti » Sonntag 7. Februar 2016, 15:37

phylax hat geschrieben:Ich sehe das Problem von Predigten politischen Inhalts darin, dass mir der Prediger nicht mehr als THeologe und Schriftausleger entgegentritt und damit das Fachwissen mir als Laien voraus hat, sondern eigentlich als bloßer politisch Interessierter Mitmensch,zu dessen Meinungen ich ganz andere Vorstellungen und Überzeugungen haben kann, diese aber nicht äußern darf, weil ja in einer Predigt die Meinungsäußerungen der Laien nicht vorgesehen sind. Es wird einem etwas übergestülpt. Und das erzeugt bei mir Wut und, was dann das Schlimme ist, die innere Andacht geht flöten
Es muss nicht immer eine Predigt sein...so etwas und so etwas finde ich auch mehr als grenzwertig, zumindest nach diesen Kriterien.
#gottmensch statt #gutmensch

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von Edi » Sonntag 7. Februar 2016, 16:03

Yeti hat geschrieben:
phylax hat geschrieben:Ich sehe das Problem von Predigten politischen Inhalts darin, dass mir der Prediger nicht mehr als THeologe und Schriftausleger entgegentritt und damit das Fachwissen mir als Laien voraus hat, sondern eigentlich als bloßer politisch Interessierter Mitmensch,zu dessen Meinungen ich ganz andere Vorstellungen und Überzeugungen haben kann, diese aber nicht äußern darf, weil ja in einer Predigt die Meinungsäußerungen der Laien nicht vorgesehen sind. Es wird einem etwas übergestülpt. Und das erzeugt bei mir Wut und, was dann das Schlimme ist, die innere Andacht geht flöten
Es muss nicht immer eine Predigt sein...so etwas und so etwas finde ich auch mehr als grenzwertig, zumindest nach diesen Kriterien.

Wo waren diese ganzen Typen als man Lybien und Syrien destabilisiert hat? Haben sie da dazu auch öffentlich dazu etwas gesagt? Solchen Heuchlern glaube ich nichts mehr. Wir hätten ja das Problem in dem Ausmaß gar nicht, wenn man den Nahen Osten und Nordafrika in Ruhe gelassen hätte.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von HeGe » Donnerstag 11. Februar 2016, 14:33

Kardinal Woelki stellt Erzbistum neu auf

Ich bin gespannt. Die kurze Ankündigung hört sich erst einmal nur nach den üblichen Strukturreformen an.

Vorrangiger wäre m.E. erst einmal eine Stärkung des Glaubenslebens, die Strukturen würden sich dann vielleicht automatisch ergeben bzw. anpassen. Auf der anderen Seite können solche Strukturen die Stärkung des Glaubens natürlich auch behindern. Ich bete, dass sich unser Bischof bei seinen Entscheidungen vom Hl. Geist leiten lässt.
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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von HeGe » Donnerstag 11. Februar 2016, 14:35

HeGe hat geschrieben:Kardinal Woelki stellt Erzbistum neu auf

Ich bin gespannt. Die kurze Ankündigung hört sich erst einmal nur nach den üblichen Strukturreformen an.

Vorrangiger wäre m.E. erst einmal eine Stärkung des Glaubenslebens, die Strukturen würden sich dann vielleicht automatisch ergeben bzw. anpassen. Auf der anderen Seite können solche Strukturen die Stärkung des Glaubens natürlich auch behindern. Ich bete, dass sich unser Bischof bei seinen Entscheidungen vom Hl. Geist leiten lässt.
Was ich irgendwo schon gelesen habe, ist, dass die Zahl der Dekanate erheblich reduziert werden soll, nämlich von 50 auf 15. Ich glaube die heutige Ebene der Dekanate soll quasi komplett wegfallen und die bisherigen Stadt- und Kreisdekanate sollen diese Aufgaben übernehmen.
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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von HeGe » Donnerstag 15. Dezember 2016, 11:17

Auflösung der Dekanate erregt Ärger

„Seit einem Jahr sind wir ein Auslaufmodell“

Einigen Dechanten missfällt offensichtlich die Zusammenlegung der Dekanate. Es erfolgen Vorwürfe wie fehlende Kommunikation, Verlust des Kontaktes vor Ort oder die Vermutung, man wolle damit die demokratische Struktur der Dekanate zugunsten des hierarchischen Modells untergraben.

Für mich bestätigt sich leider meine Befürchtung, dass man sich hier wieder an irgendwelchen Strukturen aufhängt. Es gibt für den normalen Gläubigen m.E. kaum etwas, mit dem er weniger Kontakt hat, als mit dem Dekanat oder dem Dechant. Dieser Posten spielt allenfalls für irgendwelche Gremien eine Rolle.

Wenn dann im zweiten Artikel moniert wird, dass man ja dann nur noch drei, statt wie bisher acht Delegierte in den Diözesanrat entsenden dürfte, stellt sich für mich endgültig die Frage, ob die Motive hier die richtigen sind.

Noch ein Zitat aus dem zweiten Artikel:
[...] Während Malcherek sich wie bisher alle zwei Monate mit dem Bornheimer Pastoralteam treffen möchte, setzt Dierschke auf mehr Vernetzung mit den Bornheimer Pfarrgemeinden. „Wir überlegen schon, ob wir einen linksrheinischen Dekanatsbereichsausschuss einrichten sollen. Wir müssen sehen, wie wir mit den neuen Aufgaben umgehen“, so der Rheinbacher.
"Dekanatsbereichsausschuss". Das Wort lasse man sich auf der Zunge zergehen, da es viele Probleme der deutschen Kirche sehr schön verdeutlicht. Wenn an solchen Gremien tatsächlich das Wohl der Kirche hängt, dann sehe ich schwarz.
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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von Marcus, der mit dem C » Donnerstag 15. Dezember 2016, 11:46

HeGe hat geschrieben:(...)Einigen Dechanten missfällt offensichtlich die Zusammenlegung der Dekanate. Es erfolgen Vorwürfe wie fehlende Kommunikation, Verlust des Kontaktes vor Ort oder die Vermutung, man wolle damit die demokratische Struktur der Dekanate zugunsten des hierarchischen Modells untergraben.(...)
Hervorhebung meine

Also da mußte ich erstmal herzlich lachen. Ich kritisiere schon seit Jahren, daß es Unfug ist, daß die Priester eines Dekanats ihren Kontrolleur selber wählen. M.W. hat man z.B. in Linz sehr gut gesehen, wozu das führt. Das Kirchenrecht sieht eine freie Entscheidung des Bischofs vor, nach klugem Ermessen und Anhörung der Priester. Davon, daß der Bischof nur die von den Priestern gewählten abnicken, ist in Can. 553ff CIC 1983 nichts zu lesen. Und was ich so mitbekomme, hat sich das Bild des Amts stark verändert, daß kaum noch jemand danach strebt Dekan/Dechant zu werden, sondern die Wahl eher einem "Wer bei drei nicht auf dem Baume war, ist's geworden" ähnelt. Abgesehen von der Vorbereitung der Visitationsberichte, scheint das Amt des Dekans verstärkt als Prellbock für Querelen zu dienen und zur Altpapierproduktion von Ordinariatsabteilungen, Hauptamtlichen und Gremienkatholiken in DOA-Geistesergüssen wie Leitbilder, Arbeitsschutzklimmzügen etc.

Das zweite Problem scheint mir, daß in manchen Diözesen es ein zweistufiges Dekanatssystem gibt/gab. Im Bistum Mainz gibt es den Pfarrverband, früher ein Zusammenschluß mehrerer räumliche naher Pfarreien, heute verschiedentlicher Konstrukte, die sich untereinander inhaltlich austauschen sollten und für Vertretungen eine erste Anlaufstelle sein sollten. Mehrere Pfarrverbände ergeben ein Dekanat, mit den Pflichten, die in Can. 553ff genannt sind. Ein Pfarrverbandsleiter hat m.W. keine Befugnisse, die über die als Moderator der Pfarrverbands hinausgehen (Kontrollbefugnisse o.ä.). In den Diözesen, die ein zweistufiges Dekanatsmodell betreiben, ist m.E. nur der höhere Dekan derjenige, von dem Can 553ff. spricht.
"Das katholische Modell ist ja seit 2000 Jahren am Scheitern und daher dringend ablösungsbedürftig"

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von HeGe » Donnerstag 15. Dezember 2016, 12:12

Marcus, der mit dem C hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:(...)Einigen Dechanten missfällt offensichtlich die Zusammenlegung der Dekanate. Es erfolgen Vorwürfe wie fehlende Kommunikation, Verlust des Kontaktes vor Ort oder die Vermutung, man wolle damit die demokratische Struktur der Dekanate zugunsten des hierarchischen Modells untergraben.(...)
Hervorhebung meine

Also da mußte ich erstmal herzlich lachen. Ich kritisiere schon seit Jahren, daß es Unfug ist, daß die Priester eines Dekanats ihren Kontrolleur selber wählen. M.W. hat man z.B. in Linz sehr gut gesehen, wozu das führt. Das Kirchenrecht sieht eine freie Entscheidung des Bischofs vor, nach klugem Ermessen und Anhörung der Priester. Davon, daß der Bischof nur die von den Priestern gewählten abnicken, ist in Can. 553ff CIC 1983 nichts zu lesen. Und was ich so mitbekomme, hat sich das Bild des Amts stark verändert, daß kaum noch jemand danach strebt Dekan/Dechant zu werden, sondern die Wahl eher einem "Wer bei drei nicht auf dem Baume war, ist's geworden" ähnelt. Abgesehen von der Vorbereitung der Visitationsberichte, scheint das Amt des Dekans verstärkt als Prellbock für Querelen zu dienen und zur Altpapierproduktion von Ordinariatsabteilungen, Hauptamtlichen und Gremienkatholiken in DOA-Geistesergüssen wie Leitbilder, Arbeitsschutzklimmzügen etc.

Das zweite Problem scheint mir, daß in manchen Diözesen es ein zweistufiges Dekanatssystem gibt/gab. Im Bistum Mainz gibt es den Pfarrverband, früher ein Zusammenschluß mehrerer räumliche naher Pfarreien, heute verschiedentlicher Konstrukte, die sich untereinander inhaltlich austauschen sollten und für Vertretungen eine erste Anlaufstelle sein sollten. Mehrere Pfarrverbände ergeben ein Dekanat, mit den Pflichten, die in Can. 553ff genannt sind. Ein Pfarrverbandsleiter hat m.W. keine Befugnisse, die über die als Moderator der Pfarrverbands hinausgehen (Kontrollbefugnisse o.ä.). In den Diözesen, die ein zweistufiges Dekanatsmodell betreiben, ist m.E. nur der höhere Dekan derjenige, von dem Can 553ff. spricht.
Das mit dem zweistufigen System war bislang bei uns auch so, es gibt die "normalen" Dekanate und darüber noch Kreis- bzw. Stadtdekanate. Letztere werden jetzt zu den normalen Dekanaten umfunktioniert und die kleinteiligeren Dekanate gestrichen, was ich grds. nicht für eine schlechte Idee halte. Priester können ihre Zeit m.E. sinnvoller verbringen, als in irgendwelchen Sitzungen und viele Priester sehen das ja auch so.

Mich stört eben wie gesagt vor allem, dass hier wieder alles an irgendwelchen Gremien, Pöstchen und Strukturen festgemacht wird. Wieso kann man die Arbeit nicht auch fortführen, ohne dass man sich Dechant oder Mitglied im Dekanatsrat nennen darf?
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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von Marcus, der mit dem C » Donnerstag 15. Dezember 2016, 12:17

HeGe hat geschrieben:(...)Mich stört eben wie gesagt vor allem, dass hier wieder alles an irgendwelchen Gremien, Pöstchen und Strukturen festgemacht wird. Wieso kann man die Arbeit nicht auch fortführen, ohne dass man sich Dechant oder Mitglied im Dekanatsrat nennen darf?
Vielleicht ist es die Angst, kein Altpapier mehr produzieren zu können (oder weniger als bisher) oder weniger Problemkerzen und -Steine in gestaltete Mitten zu legen und sich mit Dingen beschäftigen muß, wie Krankenkommunion und -Salbung, Sterbebegleitung, Requiem zelebrieren, Beerdigung halten etc. Dinge, die manche abgeschafft haben oder an Laien delegiert haben.
"Das katholische Modell ist ja seit 2000 Jahren am Scheitern und daher dringend ablösungsbedürftig"

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von maliems » Sonnabend 17. Dezember 2016, 00:28

Eine Auflösung von Dekananten zugunsten von Kreisdekanaten ist die logische Folge des Gläubigenmangels und demzufolge Priestermangels. Sie wear seit 2 Jahrzehnten vorauszusehen und ist gut so.

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von Niels » Sonnabend 17. Dezember 2016, 00:35

maliems hat geschrieben: und ist gut so.
:glubsch:
Resurrexit, sicut dixit, alleluia

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von Raphael » Sonnabend 17. Dezember 2016, 05:09

Niels hat geschrieben:
maliems hat geschrieben: und ist gut so.
:glubsch:
Er erhofft den Heiligen Rest! :roll:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von taddeo » Sonnabend 17. Dezember 2016, 08:50

Raphael hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:
maliems hat geschrieben: und ist gut so.
:glubsch:
Er erhofft den Heiligen Rest! :roll:
Unsinn. Eine Verwaltungsstruktur, die sich nicht an die vorhandenen Gegebenheiten anpaßt, wäre unverantwortlich. Dekanate sind keine Institution göttlichen Rechts, sondern reine Verwaltungseinheiten.
nemini parcetur

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von Raphael » Sonnabend 17. Dezember 2016, 09:38

taddeo hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:
maliems hat geschrieben: und ist gut so.
:glubsch:
Er erhofft den Heiligen Rest! :roll:
Unsinn. Eine Verwaltungsstruktur, die sich nicht an die vorhandenen Gegebenheiten anpaßt, wäre unverantwortlich. Dekanate sind keine Institution göttlichen Rechts, sondern reine Verwaltungseinheiten.
Du stellst einen falschen Bezug her, denn Niels' Smiley - und meine Anmerkung dazu - bezog sich auf den Gläubigen- und Priestermangel. :roll:
Warum dieser von maliems als gut angesehen wird, wird wohl sein Geheimnis bleiben .............
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von Niels » Sonnabend 17. Dezember 2016, 09:45

Vielleicht hat Jürgen mit seinem Vorschlag recht, alles auf den Zustand von vor 150 Jahren zurückzufahren.
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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von RomanesEuntDomus » Sonntag 18. Dezember 2016, 00:19

Niels hat geschrieben:Vielleicht hat Jürgen mit seinem Vorschlag recht, alles auf den Zustand von vor 15 Jahren zurückzufahren.
Das wäre vielleicht gar nicht so übel. Da konnte man die Bücher von Autoren, die frech behaupteten, daß z.B. die sogenannte Konstantinische Schenkung, mit der jahrhundertelang Päpste vom Mittelalter bis zur beginnenden Neuzeit ihre weltlichen Machtansprüche begründeten, einfach nur eine besonders dreiste Fälschung war, noch einfach auf den Index Librorum Prohibitorum setzen. Und schon war die Diskussion beendet, und das fromme Mittelalter inklusive seiner zahlreichen Fälschungen hätte noch lange ungestört weitergehen können, wenn es nicht dummerweise durch das böse Vaticanum II, das unter anderem auch den Index abschaffte, in den wohlverdienten Ruhestand geschickt worden wäre ...

https://books.google.de/books?id=DngTAA ... ex&f=false
[i]Index[/i] von 1841 hat geschrieben: ...
Valla, Laurentius. De falso credita, & ementita Constantini donatione Declamatio.
...

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Sempre
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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von Sempre » Sonntag 18. Dezember 2016, 02:18

Gäbe es einen Beweis, der Dich, Romanes, überzeugte, dass Konstantin das gesamte Erdenrund dem seinerzeitigen Papst und seinen Nachfolgern geschenkt hat, dann würdest Du, Romanes, selbstverständlich anerkennen, dass das gesamte Erdenrund dem seinerzeitigen Papst und seinen Nachfolgern unterstellt ist. Würdest Du doch, Romanes, oder? Oder worüber regst Du Dich eigentlich auf? Das Recht Konstantins auf die Oberweltherrschaft bestreitest Du doch nicht etwa? Wozu sonst solch ein ein Gesummse?
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von Juergen » Sonntag 18. Dezember 2016, 09:41

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Vielleicht hat Jürgen mit seinem Vorschlag recht, alles auf den Zustand von vor 150 Jahren zurückzufahren.
Das wäre vielleicht gar nicht so übel. Da konnte man die Bücher… [blablabla]
Offensichtlich weißt Du nicht, auf welche Aussage von mir sich Niels bezieht.
Da Du Dir Deine feste Meinung dazu jedoch schon gebildet hast, bringt es nichts, zu erklären, um was es ging.


…und wieder eine mehr auf der Ignorier-Liste…
Gruß
Jürgen

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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von RomanesEuntDomus » Sonntag 18. Dezember 2016, 09:54

Sempre hat geschrieben:... worüber regst Du Dich eigentlich auf? ... Wozu sonst solch ein ein Gesummse?
:kugel: Von Aufregung kann gar keine Rede sein.

(Ich sag dir, wie's war: Gestern abend habe ich noch einen Film bei Youtube geschaut. Als der zu Ende war und ich gerade den Computer ausschalten wollte, dachte ich so bei mir: "O sieh da! Der arme Sempre ist schon wieder online, dem ist bestimmt immer total langweilig. Dem mache ich mal eine Freude und schreibe hier ein paar kecke Zeilen, damit er ein bißchen Beschäftigung hat. Hat doch prima funktioniert, oder?)
Sempre hat geschrieben:Das Recht Konstantins auf die Oberweltherrschaft bestreitest Du doch nicht etwa?
Nein, da bestreite ich gar nichts. Ich interessiere mich schlicht und einfach nicht dafür. Bis zur Wiederkunft Christi kann von mir aus jeder die Oberweltherrschaft beanspruchen, behalten oder weitergeben, der sie gern haben will.

Viel mehr interessiert mich dagegen, daß Jesus das Angebot des Inhabers der Oberweltherrschaft nicht nur abgelehnt hat (Mt 4, 8f), sondern auch dessen Recht auf die Oberweltherrschaft nicht bestritten hat.

CIC_Fan
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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 18. Dezember 2016, 11:14

Sempre hat geschrieben:Gäbe es einen Beweis, der Dich, Romanes, überzeugte, dass Konstantin das gesamte Erdenrund dem seinerzeitigen Papst und seinen Nachfolgern geschenkt hat, dann würdest Du, Romanes, selbstverständlich anerkennen, dass das gesamte Erdenrund dem seinerzeitigen Papst und seinen Nachfolgern unterstellt ist. Würdest Du doch, Romanes, oder? Oder worüber regst Du Dich eigentlich auf? Das Recht Konstantins auf die Oberweltherrschaft bestreitest Du doch nicht etwa? Wozu sonst solch ein ein Gesummse?
Jaja und die Erde ist eine Scheibe
Aber auch etwas sachliches sind die Bullen "Dum Diversas 1452 und Romanus Pontifex 1455" auch heute noch gültig

Lilaimmerdieselbe
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Re: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonntag 18. Dezember 2016, 11:25

Wenn sie heute noch gültig wären (ich weiß es wirklich nicht), hätte das irgendeine praktische Bedeutung?

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