Meisner, Muslime und Mütter

Allgemein Katholisches.
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Yeti
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Re: Meisner, Muslime und Mütter

Beitrag von Yeti »

overkott hat geschrieben:Vergleichende Werbung gilt als unlauterer Wettbewerb. Das ergibt sich schon allein aus dem Gebot der Nächstenliebe. Bilal Yusuf Mohammed darf als Promi ebenfalls bei einer Straftat weder bevorzugt behandelt, noch über Gebühr herabgesetzt werden.
Die Kirche ist aber nicht das Amtsgericht, sondern eine göttliche Institution. Freilich atmet man in vielen Ordinariaten den Staub eines Amtsgerichtes.
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Yeti
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Re: Meisner, Muslime und Mütter

Beitrag von Yeti »

marcus-cgn hat geschrieben:Man kann die Haltung zu Familie und Kindern nicht allein nach der Anzahl der Geburten bemessen.
Aber in der Frage, ob in einer "Ehe" überhaupt Kinder gewollt werden oder nicht, schon. Im Negativen Fall fehlt da schon ein Merkmal für die kirchliche Ehe. Da kann der Yuppie soviel im BDKJ oder sonstwie tätig sein und seine Business-Powerfrau mal Sonntags Orgel spielen, wie sie will - die "Ehe" bleibt defizitär und zwar sowohl persönlich, weil trotz der ausgelebten Konsumgeilheit irgendwas fehlt, als auch vor allem gesellschaftlich. Wenn sie wenigstens dann den Mumm hätten, sich gefälligst mit 65 oder 67 aus dem irdischen Dasein zu verabschieden, da sie für zukünftige Rentenzahler ja nicht gesorgt haben. Übrigens fällt mir in dem Zusammenhang die erhöhte Krebsrate bei Gebärmutterhalskrebs von kinderlos gebliebenen Frauen auf. Die Natur schlägt also auch zurück.
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marcus-cgn
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Re: Meisner, Muslime und Mütter

Beitrag von marcus-cgn »

Yeti hat geschrieben:
marcus-cgn hat geschrieben:Man kann die Haltung zu Familie und Kindern nicht allein nach der Anzahl der Geburten bemessen.
Aber in der Frage, ob in einer "Ehe" überhaupt Kinder gewollt werden oder nicht, schon. Im Negativen Fall fehlt da schon ein Merkmal für die kirchliche Ehe.
Ja, dann ist die Ehe ungültig.

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marcus-cgn
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Re: Meisner, Muslime und Mütter

Beitrag von marcus-cgn »

veruschka hat geschrieben: Ich erlebe hier am Land, wo ich wohne, dass ein ähnliches Verhalten (intensives "Auf-sein-Recht pochen", die Kinder auf eine Weise zu verteidigen, die den anderen Eltern und Kindern unverhältnismäßig und übertrieben vorkommt....) die typischen Unterschicht-Reaktionen einiger weniger Familien sind, die sich hier in unserer Mittelschicht-Einfamilienhaus-Situiertheit abgeschoben und unterdrückt vorkommen und daher sehr laut um ihre Rechte kämpfen, was sie wiederum unserer Mittelschicht-Situiertheit unsympathisch macht und deshalb die Entfremdung verstärkt.
Das ist auch sehr treffend auf den Punkt gebracht.

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Yeti
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Re: Meisner, Muslime und Mütter

Beitrag von Yeti »

marcus-cgn hat geschrieben:Heute erlebe ich, dass bei alltäglichen Nachbarschaftshändeln die islamisch akkulturierte Partei mit einer Verbissenheit ihre "Rechte" einfordert, die weit über das hinausgeht, was etwa Deutschen gern nachgesagt wird. Vergeben oder Zurückstecken ist für Niemanden leicht, eine Sache des Moslems ist es allerdings am wenigsten.
Diese Klientel erlebt die Staatsmacht hierzulande nicht als etwas, wovor man Respekt haben müsste. Schlügen sie denselben Ton in einer Amtsstube in Ankara an, wüssten sie ganz genau, was ihnen blühte. So etwas hatten die Väter des Grundgesetzes aber nicht vor Augen, insofern ist das Grundgesetz - m.M. nach - inhaltlich richtig, aber in der Ausführung wird es pervertiert. Nicht alle Menschen können mit Freiheit umgehen, wie es Karl Kraus einmal trefflich ausdrückte: "In Kulturen, in denen jeder Trottel Individualität besitzt, vertrotteln die Individualitäten."
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Pilgerer
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Re: Meisner, Muslime und Mütter

Beitrag von Pilgerer »

Maria Magdalena hat geschrieben:Moin Pilgerer

Du hast aber leider bei deiner Ausführung vergessen, dass es eben nicht nur einen " Aufschrei" nach der Rede des Papstes in Regensburg gab, sondern auch Tote, die wegen seiner fundierten Kritik ermordet wurden.
Somit scheint die Parole für jeden Kleriker zu sein " bloß nichts ,in irgendeiner geschickten oder ungeschickten Form, über den gesamten Bereich des Islams sagen, weil dies macht/ darf man nicht.
Nur, was darf ein Kleriker dann überhaupt noch sagen ?
Mit dem richtigen Fingerspitzengefühl muss es möglich sein, bestimmte Fehler im Islam zu kritisieren. Es muss möglich sein, den Muslimen den Spiegel vorzuhalten, ohne sie vor den Kopf zu stoßen.
Es gibt aus meiner Sicht durchaus gute Seiten im Islam wie die erste Sure im Koran oder die jüdisch-christlichen Propheten. Es ist zum Beispiel ein offener Widerspruch im Islam, dass einerseits alle Propheten als "gleich" gelten, aber dann doch Mohammed als "Siegel der Propheten" gilt und ausschließlich seine Schriften und Taten gelten. Wenn alle Propheten gleich wären, müssten auch die verschiedenen Propheten-Schriften berücksichtigt werden. Würde der Islam das tun, wäre er rasch eine sanftere Religion. Das wäre im Rahmen seiner Monotheismus-Logik durchaus möglich.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Vir Probatus
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Re: Meisner, Muslime und Mütter

Beitrag von Vir Probatus »

Die Gleichung "Viele Kinder = Gute Katholiken" ist ja auch die Gleichung "Wenig Kinder = schlechte Katholiken". Und das ist dann wohl schon grenzwertig.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Raphael
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Re: Meisner, Muslime und Mütter

Beitrag von Raphael »

Vir Probatus hat geschrieben:Die Gleichung "Viele Kinder = Gute Katholiken" ist ja auch die Gleichung "Wenig Kinder = schlechte Katholiken". Und das ist dann wohl schon grenzwertig.
Naja, in katholischer Mathematik brauchst Du wohl noch etwas Nachhilfe! :pfeif:
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
(Georg Christoph Lichtenberg)

Vir Probatus
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Re: Meisner, Muslime und Mütter

Beitrag von Vir Probatus »

Raphael hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:Die Gleichung "Viele Kinder = Gute Katholiken" ist ja auch die Gleichung "Wenig Kinder = schlechte Katholiken". Und das ist dann wohl schon grenzwertig.
Naja, in katholischer Mathematik brauchst Du wohl noch etwas Nachhilfe! :pfeif:
So ist es doch formuliert gewesen.
Aber schreib mal die Formel auf, die Du für richtig hältst.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Raphael
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Re: Meisner, Muslime und Mütter

Beitrag von Raphael »

Vir Probatus hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:Die Gleichung "Viele Kinder = Gute Katholiken" ist ja auch die Gleichung "Wenig Kinder = schlechte Katholiken". Und das ist dann wohl schon grenzwertig.
Naja, in katholischer Mathematik brauchst Du wohl noch etwas Nachhilfe! :pfeif:
So ist es doch formuliert gewesen.
Aber schreib mal die Formel auf, die Du für richtig hältst.
Deine Anmerkung enthält zwei (ziemlich grobe) Denkfehler:
1. Eine Gleichung "Viele Kinder = Gute Katholiken" ist von Kardinal Meisner in seiner Ansprache vor den Mitgliedern des Neokatechumenats auch nicht ansatzweise so formuliert worden. M.a.W. saugst Du Dir hier einen schlichten Spruch aus den Fingern, um diesen schlichten Spruch anschließend dem Kardinal unterzuschieben und ihm damit ans Bein pinkeln zu können.
2. Aus der Gleichung "Viele Kinder = Gute Katholiken" folgt in keinster Weise die Gleichung "Wenig Kinder = schlechte Katholiken". Das ist ein typisches non sequitur, wie Dir ein Logiker bestätigen können wird, wenn Du meinen Worten keinen Glauben schenken solltest! :doktor:

Richtig ist, das es mehrere Möglichkeiten gibt:
"Viele Kinder = Gute Katholiken" oder "Viele Kinder = Halbe Katholiken" oder "Viele Kinder = Schlechte Katholiken" oder "Viele Kinder = Gar keine Katholiken"

Der Statistiker spricht dann von einer fehlenden Korrelation zwischen den Merkmalen Katholischsein einerseits und Anzahl der Kinder andererseits.
Zuletzt geändert von Raphael am Donnerstag 6. Februar 2014, 14:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Protasius
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Re: Meisner, Muslime und Mütter

Beitrag von Protasius »

@Vir Probatus: Die Aussage, die dir offenbar vorschwebte, war eine Äquivalenz: Viele Kinder <=> gute Katholiken. Diese Aussage ist nur dann wahr, wenn beide Seiten denselben Wahrheitswert haben; sie wäre tatsächlich gleichwertig zu: Wenige Kinder <=> schlechte Katholiken. Da Mönche und Nonnen in aller Regel keine Kinder haben, aber dennoch oft gute Katholiken sind, beschreibt diese Aussage die Wirklichkeit nicht korrekt.

Was der Wirklichkeit schon deutlich näher kommt, ist eine Implikation: Viele Kinder -> gute Katholiken. Die ist dann wahr, wenn aus einer wahren ersten Aussage eine wahre zweite Aussage folgt; wenn die erste Aussage falsch ist, kann man über den Wahrheitswert der zweiten keine Angabe machen. Man kann also guter Katholik sein, ohne viele Kinder haben zu müssen, aber es muß nicht so sein. Ex falso quodlibet, eine falsche Aussage impliziert alles. Da sich aber ein Beispiel finden läßt von Leuten mit vielen Kindern, die keine guten Katholiken sind (wie z.B. jede muslimische Großfamilie), beschreibt diese Aussage die Wirklichkeit ebenfalls nicht korrekt.

Alles weitere führt dann in die Fuzzy Logic, wo man nicht mehr nur mit entweder wahr oder falsch als Wahrheitswerten operiert.

Waren die Philosophievorlesungen also doch für was gut!
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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lifestylekatholik
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Re: Meisner, Muslime und Mütter

Beitrag von lifestylekatholik »

Protasius hat geschrieben:Alles weitere führt dann in die Fuzzy Logic, wo man nicht mehr nur mit entweder wahr oder falsch als Wahrheitswerten operiert.
Aber ist das schlecht? Entspricht das dem vir probaticus nicht eher?
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Dottore Cusamano
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Re: Meisner, Muslime und Mütter

Beitrag von Dottore Cusamano »

Stefan hat Recht. Der Kardinal wollte eine warmherzige Bemerkung in Richtung der kinderreichen, neokatechumenalen Familien machen, die allerdings vom Sinngehalt verunglückt ist. Aber auch einem so glaubensfesten Hirten wie Kardinal Meisner, dem das Neokatechumenat sehr am Herzen liegt und der es gottgefällig immer gefördert hat, darf einmal eine Formulierung misslingen, ohne dass man gleich hysterisch werden müsste. Im glaubensfernen Köln und seiner kirchenfeindlichen Medienlandschaft hat er damit aber leider eine willkommene Steilvorlage geliefert, die gerne aufgenommen wurde. Man muss feststellen, dass die mediale Hetze gegen ihn zum Ende seiner Regentschaft schon fast groteske Züge annimmt.
"Da erhob sich ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und auch der Drache und seine Engel kämpften. Doch sie richteten nichts aus und es blieb kein Platz mehr für sie im Himmel." (Offb 12, 7-8)

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