Heiligenfeste

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Protopsaltis
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Heiligenfeste

Beitrag von Protopsaltis » Freitag 20. Juni 2014, 11:31

Abweichend vom Römischen Generalkalender im deutschen Messbuch von 1975 gibt es inzwischen weitere Heiligenfeste (also H und F, nicht G und g).
Kann mir jemand sagen, ob die folgenden Feste für die ganz Europa oder nur für Deutschland oder nur für einzelne Diözesen gelten?
14.2. Kyrill und Method (Patr. Europas)
5.6. Bonifatius (Apostel der Deutschen)
11.7. Benedikt von Nursia (Patr. Europas)
23.7. Birgitta von Schweden (Patr. Europas)
9.8. Edith Stein (Patr. Europas)
Für die Gesamtkirche werden es ja wohl keine Feste (F), sondern eher G oder g sein?

Und nochwas: Ist der Termin für den "Weihetag der eigenen Kirche" (wenn der historische Termin nicht mehr zu ermitteln ist) überregional geregelt oder von Bistum zu Bistum unterschiedlich? In Würzburg steht er beispielsweise immer am 2. Novembersonntag im Direktorium, also in zeitlicher Nähe zum "Weihetag der Lateranbasilika" am 9.11.

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Protasius
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Re: Heiligenfeste

Beitrag von Protasius » Freitag 20. Juni 2014, 12:23

Im Paderborner Direktorium ist als Weihetag der eigenen Kirche für die Kirchen, die ihren eigenen Weihetag nicht kennen, der 12. November angegeben (sonst Hl. Josaphat). Da dabei auf das Paderborner Proprium verwiesen wird, nehme ich an, daß es auch in den anderen Bistümern einzeln geregelt ist.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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marcus-cgn
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Re: Heiligenfeste

Beitrag von marcus-cgn » Samstag 21. Juni 2014, 14:14

Protopsaltis hat geschrieben:Abweichend vom Römischen Generalkalender im deutschen Messbuch von 1975 gibt es inzwischen weitere Heiligenfeste (also H und F, nicht G und g).
Kann mir jemand sagen, ob die folgenden Feste für die ganz Europa oder nur für Deutschland oder nur für einzelne Diözesen gelten?
14.2. Kyrill und Method (Patr. Europas)
5.6. Bonifatius (Apostel der Deutschen)
11.7. Benedikt von Nursia (Patr. Europas)
23.7. Birgitta von Schweden (Patr. Europas)
9.8. Edith Stein (Patr. Europas)
Für die Gesamtkirche werden es ja wohl keine Feste (F), sondern eher G oder g sein?

Und nochwas: Ist der Termin für den "Weihetag der eigenen Kirche" (wenn der historische Termin nicht mehr zu ermitteln ist) überregional geregelt oder von Bistum zu Bistum unterschiedlich? In Würzburg steht er beispielsweise immer am 2. Novembersonntag im Direktorium, also in zeitlicher Nähe zum "Weihetag der Lateranbasilika" am 9.11.
Soweit ich weiß, hat Papst Johannes Paul II. verfügt, dass die hl. Kyrill und Methodius, der hl. Benedikt, die hl. Katharina von Siena, die hl. Birgitta und die hl. Edith Stein als Patrone Europa verehrt werden und ihnen damit den Rang eines Festes - zumindest in Europa - zugesprochen. Bei den drei heiligen Frauen geschah das etwas später, um die Jahrtausendwende. Der hl. Bonifatius ist freilich nur in Deutschland ein Fest, außerhalb Deutschlands ein gebotener Gedenktag (G), er repräsentiert aber auf diese Weise Deutschland im Generalkalender.

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overkott
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Re: Heiligenfeste

Beitrag von overkott » Montag 14. Juli 2014, 22:20

Morgen feiern wir den Namenstag des heiligen Bonaventuras. Leider werde ich dann nicht im Forum sein und weise deshalb schon heute darauf hin. Gerne möchte ich euch dieses Gebet anempfehlen:

Heiliger Bonaventura,

du hast uns als Kirchenlehrer
die Augen geöffnet
für Gottes Weisheit
als Licht für die Welt.
Erleuchte du mit
deiner klaren Lehre
den Geist
und die Herzen
aller Gläubigen,
damit sie immer wieder neu
die Bibel entdecken
als Spiegel Gottes Schöpfung,
in der wir
seine Fußspuren erkennen
und ihnen folgen
als Brüder und Schwestern
unseres Herrn Jesus Christus.
Durch ein heiligmäßiges Leben
hast du uns vorgelebt,
wie man Gottes Gebote
mit Gerechtigkeit und Liebe
erfüllt
auf dem Weg
des ewigen Lebens
zum himmlischen Frieden.

Ora pro nobis.

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Lupus
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Re: Heiligenfeste

Beitrag von Lupus » Donnerstag 31. Januar 2019, 10:15

Hl. Johannes Bosco, Priester und Ordensgründer (1815-1888)
Aus einem seiner Briefe:
"Wenn wir eifrig für das wirkliche Glück unserer Zöglinge sorgen und sie zur Erfüllung ihrer Pflichten anleiten möchten, dürfen wir vor allem nie vergessen, dass wir Elternstelle an den lieben jungen Menschen vertreten. Ich habe immer in Liebe für sie gearbeitet, mich um sie bemüht und das Priesteramt ausgeübt, nicht ich allein, sondern die ganze salesianische Gemeinschaft.
Liebe Söhne, wie oft musste ich mich in meinem langen Leben dutchringen zu der großen Wahrheit: Leichter ist es, zornig zu werden, als zu ertragen, einem Knaben zu drohen, statt ihm eindringlich zuzureden. Ja, ich sage es: es ist bequemer für unsere Ungeduld und unseren Hochmut, die Fehlenden zu strafen, als sie fest und freundlich zu ertragen und so zu bessern.
Ich empfehle euch die Liebe des Paulus, die er gegenüber den Neugetauften an den Tag legte. Oft führte sie dazu, dass er weinte und inständig betete, wenn er sah, wie wenig gelehrig sie waren und wie sie seiner Liebe widerstanden.
Gebt acht, dass euch niemand vorwerfen kann, ihr ließet euch durch heftige Gemütsbewegungen leiten. Es ist schwer, beim Strafen die Standhaftigkeit des Herzens zu bewahren, die nötig ist, wenn es nicht scheinen soll, wir handelten nur, um unsere Autorität zu zeigen oder um der Erregung des Gemüts ihren Lauf zu lassen.
Wir müssen sie als Söhne betrachten, über die wir eine Vollmacht auszuüben haben. wIr wollen uns zu ihren Dienern mchen wie Jesus, der kam, um gehorsqam zu sein, nicht zu befehlen, und wir sollten uns schon des Anscheins der Herrschsucht schämen wir wollen nicht über sie herrschen, es sei denn, um ihnen zu dienen. So machte es Jesus mit den Aposteln. Sie waren unwissend und ungebildet, ja auch ihr Glaube war klein. Aber er ertrug sie. Gegenüber den Sündern bewies er eine so gütige und vertraute Freundschaft, dass die einen staunten, die anderen Anstoß nahmen, andere schließlich die Hoffnung schöpften, von Gott Verzeihung zu erlangen. Deshalb forderte er uns auf, gütig und von Herzen demütig zu sein.
Sie sind unsere Söhne. Wenn wir daher Irrtümer unterdrücken wollen, müssen wir allen Zorn ablegen oder doch so mäßigen, als hätten wir ihn ganz ausgelöscht.
In besonders schweren Fällen empfiehlt es sich, mehr inständig und demütig zu Gott zu beten, als einen Wortschwall loszulassen, der nur das Gemüt der Hörer beleidigt, den Schuldigen aber keinen Nutzen bringt."

+Lupus
Christus mein Leben, Maria meine Hoffnung, Don Bosco mein Ideal!

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Lycobates
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Re: Heiligenfeste

Beitrag von Lycobates » Donnerstag 31. Januar 2019, 12:20

Lupus hat geschrieben:
Donnerstag 31. Januar 2019, 10:15
Hl. Johannes Bosco, Priester und Ordensgründer (1815-1888)
Aus einem seiner Briefe:
"Wenn wir eifrig für das wirkliche Glück unserer Zöglinge sorgen und sie zur Erfüllung ihrer Pflichten anleiten möchten, dürfen wir vor allem nie vergessen, dass wir Elternstelle an den lieben jungen Menschen vertreten. Ich habe immer in Liebe für sie gearbeitet, mich um sie bemüht und das Priesteramt ausgeübt, nicht ich allein, sondern die ganze salesianische Gemeinschaft.
Liebe Söhne, wie oft musste ich mich in meinem langen Leben dutchringen zu der großen Wahrheit: Leichter ist es, zornig zu werden, als zu ertragen, einem Knaben zu drohen, statt ihm eindringlich zuzureden. Ja, ich sage es: es ist bequemer für unsere Ungeduld und unseren Hochmut, die Fehlenden zu strafen, als sie fest und freundlich zu ertragen und so zu bessern.
Ich empfehle euch die Liebe des Paulus, die er gegenüber den Neugetauften an den Tag legte. Oft führte sie dazu, dass er weinte und inständig betete, wenn er sah, wie wenig gelehrig sie waren und wie sie seiner Liebe widerstanden.
Gebt acht, dass euch niemand vorwerfen kann, ihr ließet euch durch heftige Gemütsbewegungen leiten. Es ist schwer, beim Strafen die Standhaftigkeit des Herzens zu bewahren, die nötig ist, wenn es nicht scheinen soll, wir handelten nur, um unsere Autorität zu zeigen oder um der Erregung des Gemüts ihren Lauf zu lassen.
Wir müssen sie als Söhne betrachten, über die wir eine Vollmacht auszuüben haben. wIr wollen uns zu ihren Dienern mchen wie Jesus, der kam, um gehorsqam zu sein, nicht zu befehlen, und wir sollten uns schon des Anscheins der Herrschsucht schämen wir wollen nicht über sie herrschen, es sei denn, um ihnen zu dienen. So machte es Jesus mit den Aposteln. Sie waren unwissend und ungebildet, ja auch ihr Glaube war klein. Aber er ertrug sie. Gegenüber den Sündern bewies er eine so gütige und vertraute Freundschaft, dass die einen staunten, die anderen Anstoß nahmen, andere schließlich die Hoffnung schöpften, von Gott Verzeihung zu erlangen. Deshalb forderte er uns auf, gütig und von Herzen demütig zu sein.
Sie sind unsere Söhne. Wenn wir daher Irrtümer unterdrücken wollen, müssen wir allen Zorn ablegen oder doch so mäßigen, als hätten wir ihn ganz ausgelöscht.
In besonders schweren Fällen empfiehlt es sich, mehr inständig und demütig zu Gott zu beten, als einen Wortschwall loszulassen, der nur das Gemüt der Hörer beleidigt, den Schuldigen aber keinen Nutzen bringt."

+Lupus
Sehr schön!
Dedit illi Deus sapientiam et prudentiam multam nimis et latitudinem cordis quasi arenam quae est in littore maris

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Lupus
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Re: Heiligenfeste

Beitrag von Lupus » Samstag 16. Februar 2019, 17:54

Franz von Sales in Theotimus II, 12:
"Erkenntnis ist Voraussetzng der Liebe. Nie könnten wir etwas lieben, was wir nicht kennen. Je mehr die aufmerksame Erkenntnis des Guten zunimmt, desto mehr wächst die Liebe, sofern sie nicht durch anderes behindert ist. Doch geschieht es oft, dass die Liebe, nachdem sie von der Erkenntnis geweckt worden ist, nicht in den Grenzen der vom Verstand bedingten Erkenntnis stehen bleibt. Darum kann in diesem sterblichen Leben unsere Liebe zu Gott größer sein als unsere Erkenntnis.
Wir können das Gute nur durch Vermittlung des Vertandes erkennen. Haben wir es aber einmal erkannt, so brauchen wir ihn nicht mehr um zu lieben.
Die Erkenntnis des Guten ruft die Liebe hervor, bestimmt aber nicht ihr Maß. Wenn wir Kenntnis von einer Beleidigung bekommen, bricht unser Zorn los, und wenn wir ihn nicht sofort bändigen, wird er fast immer größer, als es seinem Anlass entspräche. Die Leidenschaften folgen nicht der Erkenntnis, die sie erregt hat, sondern lassen sie sehr oft hinter sich, stürmen ohne Maß und Ziel auf ihren Gegenstand zu.
Durch das Wissen, das uns der Glauibe von der Güte Gottes gibt, fangen wir an zu lieben, und durch die Liebe erfassen und verkosten wir die Liebe Gottes immer mehr, und wie wir sie verkosten, vertieft sich unsere Liebe. Wir sehen die Wellen, vom Wind gepeitscht, sich drängen und immer höher auftürmen, wie um die Wette, da eine die andere stößt: so erhöht die Lust am Guten die Liebe, und die Liebe erhöht die Lust daran, wie schon die göttliche Weisheit sagt:" Wer mich verkostet, den hungert noch, und wer mich getrunken, den dürstet noch" (Sir. 24, 29)".
"Wissen ist der Frömmigkeit nicht entgegen gesetzt, sondern sehr nützlich. Wenn sie sich verbinden, unterstützen sie einander wunderbar. Armselig, wie wir sind, macht uns das Wissen oft eitel, und dann allerdingst steht es der Frömmigkeit im Wege, statt sie zu erleuchten und sich von ihr vertiefen zu lassen." Theotimus VI, 4

+L.
Christus mein Leben, Maria meine Hoffnung, Don Bosco mein Ideal!

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